Steht der Klimahype vor dem Ende? – Ein Kommentar

4. April 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Politik

jackGroße Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die aktuelle Finanzkrise konnte, wer sehen wollte, schon spätestens 2003 erahnen. Auch das Platzen der Dot-Com Blase wurde von vielen schon lange vor dem damaligen Zusammenbruch der Aktienmärkte vorausgesagt.Doch schon damals wollten die eigentlich Beteiligten von alldem nichts hören. Business as usual war angesagt. Das Fortführen des einmal eingeschlagenen Weges erschien den Meisten als die einzig brauchbare Option. Ein Umschwenken hätte auch das Eingeständnis erfordert, dass die Verantwortlichen sich auf einem falschen Kurs befinden. Aber gerade diese Art von Eingeständnis fällt Entscheidungsträgern bekanntermaßen äußerst schwer. Würde doch das Zugeben eines Fehlers gleichzeitig auch das Eingeständnis bedeuten, dass immense Mittel aufgrund von Fehleinschätzungen falsch verwendet, oder anders ausgedrückt, vergeudet wurden.

Klimawandel als Thema in der Politik schwindet

Ein vergleichbarer Trend ist zur Zeit bei der Diskussion um den Klimawandel zu beobachten. Die Zahl der Kritiker an der zugrunde liegenden Wissenschaft und der aktuell von vielen Verantwortlichen betriebenen Politik wächst zunehmend. Und selbst die verantwortlichen Politiker distanzieren sich vermehrt von der von ihnen noch vor kurzem vertretenen Linie. Oder zumindest wird die bis dato vertretene Linie nur noch äußerst inkonsequent fortgefahren. Von unserer, bislang von vielen Seiten gelobten, “Klimakanzlerin” ist zu diesem Thema jedenfalls kaum noch etwas zu vernehmen, seitdem die globale Finanzkrise den Spitzenplatz auf ihrer Agenda übernommen hat. Auch im Programm des G20-Gipfels spielt das Thema Klimaschutz in Anbetracht des Kollaps der globalen Finanzmärkte fast keine Rolle mehr.

Im Gegenzug werden die Äußerungen der etablierten Klimaforscher zunehmend hysterischer. Je weniger die Realität mit ihren Prognosen übereinstimmen, um so mehr werden Stimmen lauter, dass aber in der Zukunft alles noch viel schlimmer kommen wird, als bislang vorhergesagt.

Dieser Aktionismus kommt nicht von ungefähr. Der vergangenen Winter, der vielfach in den USA, in Europa und in vielen anderen Teilen der Welt zu Rekordwerten im Minusbereich geführt hatte, lässt die Öffentlichkeit zunehmend an der Richtigkeit von Erwärmungsprognosen zweifeln. Und auch die weltweiten Temperaturmessungen der letzten Jahre zeigen, dass es momentan nicht wärmer wird, sondern kälter. Eine Überprüfung, ob die mit Hilfe Computermodellen errechnete Katastrophe in der Realität wirklich stattfindet wäre also angebracht. Allerdings kann man diese Überprüfung wohl kaum von eben jenen erwarten, deren Existenzgrundlage von der Aufrechterhaltung der Angst vor der unmittelbar bevorstehenden Katastrophe abhängt.

Skeptische Stimmen werden lauter

Und trotzdem hat es jeden, der interessiert die Debatte um den Klimawandel verfolgt doch erstaunt, dass in jüngster Zeit auch aus dem Lager der Befürworter der menschengemachten Klimawandels zunehmend moderatere Töne zu vernehmen waren. Ein Beispiel war die hochrangige Expertin des Britischen Met Office, Dr. Vicky Pope, die im “Guardian” verlauten ließ, dass apokayptische Klima-Vorhersagen die Öffentlichkeit in die Irre führen würden. In einem weiteren Artikel stellte die gleiche Forscherin klar, dass ein Überbetonen von (natürlicher) Klimavariabilitäten zu den falschen Schlüssen führen könnte. Noch deutlicher wurde die russische Pravda, die den CO2-Klima-Hype unter der Überschtrift “Carbon Communism” offen als Junk-Science bezeichnete.

Vereinzelt konnte man solch kritische Stimmen auch in der deutschen Presse wahrnehmen. So fragte der Focus angesichts des strengen Winters in Deutschland: “Und wo bleibt der Klimawandel?”. Und schon im Mai vergangenen Jahres stellte der Klimaforscher Mojib Latif in der Zeitschrift Nature eine Studie vor, nach der es in den nächsten 15 Jahren zu einer Abkühlung kommen solle (wobei erwähnt werden muss, dass es danach laut Latif eine dramatisch beschleunigten Erwärmung geben werde).

Das Gesamtbild, das sich daraus ergibt kann den geneigten Beobachter jedenfalls zu folgendem Schluss führen. Viele der hochgelobten Experten distanzieren sich zunehmend von der bislang vorherrschenden Katastrophenrethorik. Selbst der in Deutschland führende Mahner vor der menschengemachten Klimakatastrophe, der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, spricht in einem Interview mit der ZEIT offen von der Möglichkeit “dass sich die Wissenschaftsgemeinschaft in der Klimafrage kollektiv geirrt hat” und folgert dass er dann “in Schimpf und Schande aus Potsdam weggejagt” werde und seinen Lebensabend “passenderweise in der Gesellschaft von gescheiterten Investmentbankern verbringen müsse”. Das klingt doch sehr nach der Suche nach einer Hintertür und dem Zurechtlegen einer geeigneten Exit-Strategie.

Was kommt als nächstes?

Der Klimawandel wird als Medienthema und als Thema in der politischen Agenda allem Anschein nach den gleichen Weg gehen, wie es zuvor schon das Waldsterben, SARS, oder die Vogelgrippe. Niemand wird jemals öffentlich zugeben, dass man sich vielleicht geirrt oder eventuell zu dramatisch berichtet habe. Das Thema wird schlicht und einfach aus der öffentlichen Debatte verschwinden und dann von einem neuen Angstscenario abgelöst werden. Politik und Presse werden gemeinsam schon eine neue Sau finden, die sie durchs globale Dorf treiben können. Vielleicht die Auswirkungen der Kontinentalverschiebung oder die Gefahr eines Asteroideneinschlags. In der Zwischenzeit werden sich die Medien eventuell auch einmal den realen und tatsächlich existierenden Bedrohungen zuwenden.

Vielleicht wird dann der Fokus endlich auch auf die wirklich drängenden Probleme der Menschheit gelenkt. Die Überfischung der Meere zum Beispiel, oder der unzureichende Zugang vieler Menschen zu sauberem Trinkwasser. Die fortschreitende Abholzung der Regenwälder, Malaria, AIDS oder Tuberkulose.

Allerdings lassen die Erfahrungen aus der Vergangenheit eher den Schluss zu, dass unsere Politiker und auch die Medien sich lieber mit wagen Zukunftsproblemen beschäftigen, als mit den realen Herausforderungen der Gegenwart.

Zuerst erschienen auf Readers-Edition am 04. 04. 2009

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar