Strom aus der Wüste? Auf Sand gebaute Zukunftsutopien

25. Juni 2009 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog

jtugjdhsJetzt ist es also amtlich. Die Neuverschuldung wird im nächsten Jahr nach Angaben aus Regierungskreisen satte 86,1 Milliarden Euro betragen. Es könnten aber auch locker 100 Milliarden werden. Damit hat der mit dem Ziel eines ausgeglichen Haushalts gestartete Bundesfinanzminister Steinbrück den alten Rekord aus 1996 mal eben mehr als verdoppelt.

Wie der inzwischen angehäufte Schuldenberg der Bundesrepublik von mehr als 1600 Milliarden Euro jemals wieder abgetragen werden kann, ist dabei völlig unklar. Vor allem angesichts der Aussicht von insgesamt 310 Milliarden Euro neuer Schulden bis 2013. Für die Verschuldung von Bund, Ländern und Kommunen bezahlt jeder Bürger schon jetzt im Jahr 700 Euro – oder eine vierköpfige Familie knapp 3000 Euro. Wohlgemerkt nur für die Zinsen. An eine Tilgung wird dabei überhaupt noch nicht gedacht.

Da fragt sich der besorgte Bundesbürger zu Recht, wie dieses Geld jemals wieder zurückgezahlt werden soll, wenn unsere Regierenden auch in wirtschaftlich guten Jahren nicht in der Lage sind die Neuverschuldung auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Man erinnere sich an das Jahr 2007. Damals erhöhte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent und eine unerwartet stark wachsende Wirtschaft sorgte für Steuereinnahmen in Rekordhöhe. Und selbst in den für die Staatskasse so rosigen Zeiten musste der Finanzminister noch 14,4 Milliarden Euro neues Geld aufnehmen.

Von einer boomenden Wirtschaft kann in Zeiten der Finanzkrise nicht mehr die Rede sein. Und der jetzt aufgestellte Rekord bei der Verschuldung legt auch die Vermutung nahe, dass wir uns in den nächsten Jahren auf Steuerliche Mehrbelastung einstellen müssen. Die offene Frage wird lediglich sein, wann und welche Abgaben angehoben werden. Von den Plänen der CDU/CSU und auch der FDP die Steuern zu senken werden wir nach den Bundestagswahlen wohl nichts mehr hören.

Trotz Rekordverschuldung – Merkel stellt weitere Milliardenausgaben für Solarprojekt in Aussicht

Angesichts solch trüber Aussichten kann man die jüngste Ankündigung von Bundeskanzlerin Merkel, das Milliarden-teures Projekt Desertec zur Erzeugung von Strom aus Sonnenlicht in der nordafrikanischen Wüste mit EU-Geldern unterstützen zu wollen, schon fast als zynisch bezeichnen. Wäre doch das am deutlichsten messbare Ergebnis dieses gigantischen Projektes nur ein weiterer Anstieg der Stromkosten für die Verbraucher.

Bereits die ersten Abschätzungen der Kosten für das von einem Konsortium aus 20 deutschen Konzernen unter Führung der Münchner Rückversicherung (auch hier) geplante Unternehmen sind gigantisch. 400 Milliarde Euro soll das Projekt verschlingen, das dafür 15 Prozent des bei uns benötigten Stroms liefern soll. Dieser, so wird geplant, soll mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) nach Europa transportiert werden. Vorbild für dieses Vorhaben ist das in Spanien bereits laufende solarthermische Kraftwerk Andasol. Allerdings gibt es auch ernsthafte technische Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Unternehmens. So beträgt das Wasserbedarf für Andasol 1 für 20 MW durchschnittlicher Leistung satte 870.000 m³ pro Jahr. Dieser Aspekt dürfte gerade in Wüsten besonders interessant sein. Auch der Gedanke unsere Stromversorgung von der politischen Stabilität afrikanischer Länder abhängig zu machen, behagt nicht jedem. Hinzu kommt, dass auch die Übertragungsleitungen ein reizvolles Ziel für terroristische Angriffe abgeben dürften.

Aufgrund dieser Unsicherheiten werden nun auch aus dem Konsortium selbst erste kritische Stimmen hörbar, die das Ziel Europa mit Strom aus der Sahara zu versorgen inzwischen relativieren. Fritz Varenholt, Chef der RWE-Sparte für Erneuerbare Energien, nannte die Erwartung, man könne Strom in großen Mengen über die Alpen transportieren „Wolkenschieberei“. Der Mann weiß vermutlich wovon er spricht. Schließlich hat auch RWE in Deutschland mit dem Problem zu kämpfen, dass der gerade für Offshore-Windparks dringend benötigte Ausbau des Stromnetzes von Umweltschützern nach Kräften verhindert wird.

Kritik kommt selbst aus der Solarlobby

Kritik kam auch von einer Seite, die sich bislang immer als besonders solarfreundlich präsentiert hat. So zweifelte der Chef der größten deutschen Solarfirma Solarworld, Frank Asbeck, am Sinn des Projektes, weil man sich in die Abhängigkeit von politisch instabilen Ländern begebe und auch der Transport von elektrischer Energie über so weite Strecken nicht unkritisch wäre. Auch der Solarlobbyist und SPD-Politiker Hermann Scheer äußerte Zweifel am Nutzen des Unternehmens. Man brauche das Milliardenprojekt überhaupt nicht, weil die Fotovoltaik-Zellen auf deutschen Dächern schon bald genügend Strom billig und sauber bereitstellen könnten. Wir lernen: Sonnenenergie ist für diese beiden Herren nur dann ein Segen, wenn ein großer Teil der Gewinne daraus in ihre Taschen fließt.

Und auch beim Unternehmen Desertec ist eins von vornherein klar. Die beteiligten Unternehmen interessieren sich dafür, weil sie sich vor allem überdurchschnittliche Gewinne erhoffen. Diese können Sie aber nur erzielen, wenn die Verbraucher in Europa den Solarstrom zu deutlich überdurchschnittlichen Preisen abnehmen müssen. Und damit würden die Stromkosten in Deutschland auch in Zukunft weiter kräftig steigen.

Eines scheint sicher – Strom wird teurer

Bereits im Jahr 2005 belief sich der Aufschlag, den erneuerbare Energien auf die Stromrechnung verursachten, für Industriekunden auf 0,56 cent/kWh. Das waren mehr als 5% der gesamten Kosten für elektrische Energie. Besonders energie-intensive Produktionsstätten ziehen es deshalb auch mittlerweile vor mitsamt den Arbeitsplätzen in Länder abzuwandern, wo der Strom deutlich günstiger zu haben ist. Insgesamt ergab sich schon 2005 eine Mehrbelastung der Deutschen Industrie von 2,9 Milliarden Euro jährlich. Durch den Forcierten Ausbau der teuren Energien dürfte dieser Betrag inzwischen deutlich angestiegen sein. Und ein Ende der Kostenspirale ist nicht abzusehen. Allein durch die zwangsvergütete Photovoltaik belasten Industrie und Verbrauchern in den nächsten 30 Jahren mit geschätzte Zusatzkosten von mindestens 70 Milliarden Euro.

Eine zweifelhafte Studie aus Karlsruhe

Schützenhilfe bekam die Lobby der Erzeuger von Strom aus sogenannten Erneuerbaren Energien jetzt allerdings vom Öko-Institut in Karlsruhe. Die Wissenschaftler dort haben eine Studie erstellt die zeigen soll, dass Kernkraft nicht zur Kostensenkung bei Strompreisen führt. Laut Information des Handelsblattes schlossen die Mitarbeiter das vor allem aus einem Vergleich der Strompreise von Deutschland und Frankreich. Demnach soll Strom in Frankreich mit einem Kernkraftanteil von nahezu 80% ähnlich teuer sein wie in Deutschland mit einem Kernkraftanteil von 30%. Woher das Institut diese Zahlen hat, ist indes nicht bekannt. Wie aus folgender Abbildung hervorgeht, stand Deutschland 2006 mit einem Strompreis von 18,32 Cent/kWh an vierter Stelle in Europa. Frankreich belegte mit 12,05 cent/kWh Platz 13. Bei den Preisen für Industriekunden (9,94 cent/kWh) „schaffte“ es Deutschland sogar auf den dritten Rang, während Frankreich mit 5,78 Cent/kWh einer der europaweit günstigsten Anbieter war. Bemerkenswert an den Zahlen ist auch, dass Dänemark mit 19% den höchsten Anteil an Windkraft und gleichzeitig mit 23,62 cent/kWh den höchsten Strompreis für Privatkunden hatte.

Vergleich Stromkosten Europa
Strompreise und Strom-Mix in Europa (2006)

Diese Aufstellung macht weiter deutlich, dass der Strompreis nur bedingt von der Art der Stromerzeugung abhängig ist und dass andere Faktoren ebenfalls eine große Rolle spielen. So hat zum Beispiel die 1999 in Deutschland eingeführte Öko-Steuer einen Anteil von 12% an den Stromkosten für Privathaushalte.

Dass der Auftraggeber des Öko-Institutes gerade Bundesumweltminister Gabriel war, lässt noch eine weitere Schlussfolgerung zu. Nämlich die, dass diese Studie auch zu einem gewissen Anteil aus Wahlkampftaktischen Gründen in Auftrag gegeben wurde. Es ist zu erwarten, dass die Laufzeitverlängerung beziehungsweise die Abschaltung der Kernkraftwerke ein zentrales Thema für die nächste Bundestagswahl wird.

Für das Portemonnaie des Bürgers dürfte es allerdings eher zweitrangig sein, wer im Herbst die Bundestagswahlen gewinnt. In den nächsten Jahren wird wohl so oder so einiges auf uns zukommen. Die Bundesregierung wird aufgrund des immer mehr an Schulden gar nicht umhin kommen unsere Steuern zu erhöhen. Das Geld, welches zur Stromerzeugung in den afrikanischen Wüstensand gesetzt werden soll würde zu einem großen Teil auch von den Steuerzahlern aufgebracht werden müssen. Zusätzlich dürften wir uns auf noch höhere Strompreise einstellen, schließlich werden die Stromversorger die Einspeisevergütung für den teuren Wüstenstrom kaum aus eigener Tasche bezahlen. Auch die gesamtwirtschaftlichen Folgen von immer höheren Strompreisen werden erheblich sein. Nur die aufstrebenden Industrienationen China und Indien werden dieser Entwicklung auch etwas positives abgewinnen können und sicher gerne jene Industrien aufbauen, die bei uns aufgrund stetig steigender Abgaben und Energiekosten unrentabel geworden sind.

Datenquellen:

Strompreise Europa: Eurostat

Energie-Mix der Europäischen Länder: IEA

Zuerst erschienen auf Readers-Edition am 25. 06. 2009

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

19 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Na toll, nun wo ich gerade erfolgreich meinen Stromanbietervergleich durchgeführt und mich darüber gefreut habe etwas Geld im Jahr zu sparen, lese ich diesen Artikel und muß schon wieder über Sparmaßnahmen nachdenken.. Der liebe Steuerzahler darf nicht nur für die Strombenutzung, sondern natürlich auch nochmal erhöht für die Maßnahmen zur Stromerzeugung aufkommen.. Ich hätte lieber in die Politik gehen sollen, dann hätte ich jetzt keine eigenen Geldsorgen 😉

  2. interessanter Artikel!

  3. Die Strompreise werden die nächsten Jahre (unter Beibehaltung der jetzigen Gesetze) nur steigen können. Selbst wenn sich der eigentliche Strompreis stabil verhält, wird der Endpreis für den normalen Stromkunden aufgrund der weiter steigenden EEG-Umlage deutlich steigen. Ein regelmäßiger Stromanbieter Vergleich kann diese Entwicklung für den Verbraucher dämpfen. Trotzdem werden voraussichtlich aber auch die Discount-Anbieter die Strompreise anpassen müssen..

  4. Strom aus der Wüste? Auf Sand gebaute Zukunftsutopien

    Saudi-Arabien plant Rekord-Solaranlage, das kWh ab ca. 2 Cent/kWh

    Mit einem 200 Milliarden US-Dollar schweren Solarprojekt will sich Saudi-Arabien unabhängig vom Öl machen.
    Der Kronprinz und Vizepremier des Landes, Mohammed bin Salman, unterzeichnete eine Vereinbarung das, bis 2030 die größte Sonnenenergieanlage der Welt zu bauen.
    Die Kapazität des Mammutprojekts soll 200.000 Megawatt betragen.

    Damit wäre die Anlage 100-mal größer als die Solarprojekte, die derzeit als die weltgrößten gelten: das bereits genehmigte Helios-Kraftwerk in Griechenland und das angekündigte Projekt Bulli Creek in Australien. Beide sollen jeweils eine Spitzenleistung von 2.000 Megawatt haben.

    Das ist nur ein Projekt in Saudi-Arabien mit über 50 % der gesamten Kernkraftleistung weltweit.

    MfG

  5. Was wollen die Saudis mit dieser Anlage? So viele Klimaanlagen gibt es doch gar nicht, dass man eine derartige Anlage bräuchten. Und auch zur Aluminium-Produktion benötigt man eher kontinuierliche Prozesse, die nicht mit dem Sonnenuntergang bis zum nächsten Morgen pause machen. Merke: Man kann Strom in dieser Menge nicht wirtschaftlich speichern!

    Auch würde ich bezweifeln, dass eine derartige Anlage 2 Cent/kWh für 200 Milliarden US-Dollar erreichen kann.

    Ohne Betriebskosten und Zinsen müssten damit 10 000 TWh erzeugt werden, die zu diesem Preis verkauft werden, um einen Break Even zu erreichen. Wenn es aber keine Verbraucher in dieser Größenordnung gibt, können wohl noch nicht einmal die Betriebskosten gedeckt werden … geschweige denn, eine Amortisation erreicht werden.

  6. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/strom-fuer-das-ganze-land-ein-solarprojekt-fuer-200-milliarden-dollar-soll-ganz-saudi-arabien-mit-strom-versorgen/21122060.html?nlayer=Newsticker_1985586

    5. Martin Landvoigt 3. April 2018 11:07
    Auch würde ich bezweifeln, dass eine derartige Anlage 2 Cent/kWh für 200 Milliarden US-Dollar erreichen kann.

    In der Region gibt es ja bereits Projekte mit um die 2 Cent/kWh.

    die erste Phase des Projekts soll fünf Milliarden Dollar kosten. 2019 sollen dann 7,2 Gigawatt produziert werden.

    7,2 GWh * 20 Jahre = 144.000.000.000 kWh = ca. 3,5 US$Cent/kWh
    7,2 GWh * 25 Jahre = 180.000.000.000 kWh = ca. 2,8 US$Cent/kWh

    5. Martin Landvoigt 3. April 2018 11:07
    Was wollen die Saudis mit dieser Anlage? So viele Klimaanlagen gibt es doch gar nicht, dass man eine derartige Anlage bräuchten.

    Die Saudis Produzieren, Fördern doch auch wesentlich mehr Öl als die bräuchten oder nicht?

    Herr Martin Landvoigt,
    mit günstigen Strom kann man so einigens machen, nicht nur viele Klimaanlagen betreiben.

    Etwas über den Tellerrand schauen.

    Nur ein Beispiel von einigen.
    Mit Strom kann man z.B. Meerwasser entsalzen und was kann man nicht Süßwasser so alles machen in der Wüste ?
    Da spielt des auch keine Rolle das Nachts die PV nichts bringt, Süßwasser kann man ja leicht speichern.

    MfG

  7. Unter 2 Cent! Günstigster Solarstrom der Welt in Saudi-Arabien

    http://energyload.eu/energiewende/international/guenstigster-solarstrom-weltweit-saudi-arabien/

  8. Udo Stemmer 3. April 2018 12:41

    In der Region gibt es ja bereits Projekte mit um die 2 Cent/kWh.

    die erste Phase des Projekts soll fünf Milliarden Dollar kosten. 2019 sollen dann 7,2 Gigawatt produziert werden.

    7,2 GWh * 20 Jahre = 144.000.000.000 kWh = ca. 3,5 US$Cent/kWh
    7,2 GWh * 25 Jahre = 180.000.000.000 kWh = ca. 2,8 US$Cent/kWh

    Und die Amortisation? Kann man den Strom auch verkaufen? Wer bezahlt die Betriebskosten? Ich könnte mir vorstellen, dass die Betriebskosten bereits bei über 2 ct/kWh liegen

    Die Saudis Produzieren, Fördern doch auch wesentlich mehr Öl als die bräuchten oder nicht?

    Öl ist sowohl transporfähig, handelbar und speicherbar. Für Strom geht das so ohne weiteres nicht.

    Nur ein Beispiel von einigen.
    Mit Strom kann man z.B. Meerwasser entsalzen und was kann man nicht Süßwasser so alles machen in der Wüste ?
    Da spielt des auch keine Rolle das Nachts die PV nichts bringt, Süßwasser kann man ja leicht speichern

    Das wäre eine gute Sache, aber kann man Meerwasserentsalzung nicht viel effizienter direkt aus der Sonne betreiben, ohne diese vorher in Strom zu verwandeln?

  9. Das wäre eine gute Sache, aber kann man Meerwasserentsalzung nicht viel effizienter direkt aus der Sonne betreiben, ohne diese vorher in Strom zu verwandeln?

    So wie ich das noch im Kopf haben wir das meistens mit Membranen gemacht wo das Meerwasser mit Druck durch gedrückt wird.
    Gibt aber vermutlich noch andre Verfahren.

    Mit Strom kann man ja auch noch so andre schöne Sachen machen nicht nur Süßwasser.
    Die PV-Platten sind vermutlich auch günstiger wie was wo man Meerwasser durch schickt.

    Öl ist sowohl transporfähig, handelbar und speicherbar.

    Süßwasser ist sowohl transportfähig, handelbar und Speicherbar.

    Ohne Öl kann der Mensch auch in der Wüste leben, ohne Wasser nicht.

    Soll Zeiten gegeben haben wo Süßwasser teurer als Öl gewesen ist in Wüstengegenden, bereits vergessen Herr Martin Landvoigt ?

    MfG

  10. Saudi Arabien scheint verstanden zu haben, dass es eine sichere, billige Stromversorgung nur mit Kernenergie gibt:
    https://tinyurl.com/y7rej9z5

  11. k_ochs 3. April 2018 16:37
    Das ist doch eine gute Antwort:

    Saudi Arabien scheint verstanden zu haben, dass es eine sichere, billige Stromversorgung nur mit Kernenergie gibt:
    https://tinyurl.com/y7rej9z5

    Wenn denn die Solarenergie hinreichend nutzbar wäre, dann bräuchte man ein derartiges Investment gar nicht. Irgend was kann also mit dem Erfolg von PV und WKA nicht stimmen:

    Nicht nur Saudi-Arabien setzt massiv auf Kernkraft. China will bis 2040 sogar 130 neue Atomanlagen bauen. Und auch Großbritannien hat sich entschlossen, seine Atomkraftkapazitäten auszubauen und investiert 21 Milliarden Euro in die Kernanlage in Hinkley Point.

  12. #9 Udo Stemmer

    Süßwasser ist sowohl transportfähig, handelbar und Speicherbar.

    Ging es denn nicht darum Strom zu erzeugen?
    Wie wollen Sie Strom aus Süßwasser erzeugen?

  13. 10. k_ochs 3. April 2018 16:37
    Saudi Arabien scheint verstanden zu haben, dass es eine sichere, billige Stromversorgung nur mit Kernenergie gibt:

    Saudi Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman will im Fall einer atomaren Aufrüstung des Iran nachziehen und eigene Nuklearwaffen entwickeln.
    Die Kernenergie ist nur mittel zum Zweck.

    http://www.fr.de/politik/atomprogramm-im-iran-saudi-arabien-will-atomwaffen-wenn-der-iran-welche-hat-a-1468481

    Aus den 17 Kernkraftwerken sind bereits innerhalb von nur 5 Monaten nur noch 16 geworden.

    Saudi-Arabien hat den Einstieg in die Atomenergie beschlossen:
    Das Kabinett des Ölstaats billigte einen Nationalen Atomenergieplan, der den Bau von bis zu 16 Kernkraftwerken mit einer Gesamtleistung von 22 GW, in den kommenden 20 Jahren vorsieht, also bis 2038.
    Für den Bau der Kraftwerke sind etwa 80 Milliarden Dollar (64,5 Milliarden Euro) veranschlagt.

    Das ist dann ein Schnäppchenpreis von ca. 4 Milliarden Euro / AKW.
    Nun, man muss kein Fachmann sein das die 4 Milliarden Euro / AKW vollkommen Unrealistisch sind, unter 10 Milliarden Euro / AKW wird das nichts.

    Bei den AKWs ist man ja bereits bei 8.000 bis 10.000 €/kW Leistung, bei heutigen Baubeginn.
    Bei 22 GW Gesamtleistung sind wir bei Tatsächlichen kosten von ca. 190 Milliarden Euro bei der Kernkraft.

    Die ersten PV-Anlagen werden aber bereits 2018 oder 2019 an das Netz gehen und ob man 2030 bis 2038 überhaupt noch die kWh von den AKWs gebraucht werden seht auf einen anderen Blatt.

    #

    In den Vereinigten Arabischen Emiraten wird ein AKW gebaut und auch ein PV-Kraftwerk da kann man den direkten Kostenvergleich mal machen.

    Das Kernkraftwerk Barakah, soll ja noch 2018 in Betrieb gehen.
    Der erste Block sollte nach Plan eigentlich bereits 2017 in Betrieb gehen.
    Die vier Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.400 MW sollen zusammen ca. 20 Mrd. US-Dollar kosten.
    2015 wurden die Gesamtkosten für das Atomkraftwerk auf 32 Mrd. US-Dollar geschätzt, sind dann so ca. 5700 US-Dollar/kW.

    Der Solarpark mit ca. 1,2 GW in Abu Dhabi soll mit ca. 870 Millionen US-Dollar finanziert werden, sind ca. 750 US-Dollar/kW.
    Da ist das AKW bereits bei den Baukosten 7mal so teurer als das kW bei PV.

    Im Herbst 2016 gaben die PV-Jungs ein Gebot von 2,42 US-Dollarcent pro Kilowattstunde für das Photovoltaik-Projekt ab.
    Im März 2017 unterzeichneten sie schließlich den Stromabnahmevertrag mit Abu Dhabi Water & Electricity Authority (ADWEA).
    Diese hatte das Projekt zuvor ausgeschrieben und garantiert einen Stromabnahmevertrag über 25 Jahre.
    Die Fertigstellung des Solarparks ist für April 2019 geplant.

    Bei den 2,42 US-Dollarcent pro Kilowattstunde beim PV-Strom (ca. 0,195 €Cent) kann das Kernkraftwerk Barakah nicht mithalten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

    MfG

  14. Die Fertigstellung vom Kernkraftwerk Barakah hat sich wieder verschoben auf 2020 bis alles fertig ist.

  15. #11 Das denke ich auch Herr Landvoigt. Die können ja schließlich rechnen.
    In einer Leserzuschrift hier las ich, dass 4 Kernkraftwerkblöcke in in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktuell auf 32 Mrd $ Gesamtbaukosten geschätzt werden. Auf die Bundesrepublik übertragen wären das ~ 6 Kernkraftwerksblöcke aus den jährlichen EEG Umlagen. Dann wäre man ja nach 3 Jahren mit der Finanzierung durch und hätte nch Fertigstellung eine stabile Energieversorgung.

  16. 12. Krumeg 3. April 2018 18:10
    Ging es denn nicht darum Strom zu erzeugen?
    Wie wollen Sie Strom aus Süßwasser erzeugen?

    Es ging in Nr. 5 Herr Martin Landvoigt um die wahnwitzige Idee das man

    So viele Klimaanlagen gibt es doch gar nicht, dass man eine derartige Anlage bräuchten.

    Und ich hab nur gesagt das es jede Menge an Möglichkeit gibt die Strommenge die 200 GW PV heraushauen zeitgleich zu verwenden und da reicht auch nur die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

    #

    15. k_ochs 3. April 2018 20:32
    In einer Leserzuschrift hier las ich, dass 4 Kernkraftwerkblöcke in in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktuell auf 32 Mrd $ Gesamtbaukosten geschätzt werden.

    Herr k_ochs,
    die Schätzung mit den 32 Mrd $ Gesamtbaukosten ist von 2015, steht aber auch in Nr. 13.
    Es ist ja kein Geheimnis das heute 2018 ist und das auch bei der Kernkraft die Sachen in laufe der Jahre immer teurer werden haben ja auch die meisten bereits verstanden.

    15. k_ochs 3. April 2018 20:32
    Auf die Bundesrepublik übertragen wären das ~ 6 Kernkraftwerksblöcke aus den jährlichen EEG Umlagen. Dann wäre man ja nach 3 Jahren mit der Finanzierung durch und hätte nch Fertigstellung eine stabile Energieversorgung.

    Die Kernkraftwerksblöcke kann man auf die Bundesrepublik übertragen.
    Nur bei den Baukosten wird das schwierig.
    In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind die Stundenlöhne, generell die Baukosten geringer als in Deutschland.
    Ich sage mal das die Kernkraftwerksblöcke mindesten das doppelte kosten als in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

    Nach Angaben der Menschenrechtler arbeiten rund 600.000 Gastarbeiter aus Südasien in den VAE allein im Baugewerbe.
    Die Menschenrechtler beziffern den durchschnittlichen Lohn der ausländischen Bauarbeiter mit unter 400 Dollar im Monat.

    MfG

  17. Udo Stemmer 3. April 2018 21:55

    Es ging in Nr. 5 Herr Martin Landvoigt um die wahnwitzige Idee das man

    So viele Klimaanlagen gibt es doch gar nicht, dass man eine derartige Anlage bräuchten.

    Und ich hab nur gesagt das es jede Menge an Möglichkeit gibt die Strommenge die 200 GW PV heraushauen zeitgleich zu verwenden und da reicht auch nur die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

    Eigentlich nicht wirklich. Zunächst einmal berichteten Sie von gigantischen Solarstrom-Kapazitäten. Ich fragte nach dem Bedarf nach diesen, zumal sie ja nicht grundlastfähig sind. In Saud-Arabien dürfte Spitzenbedarfe für Strom vor allem durch die Klimaanlagen generiert werden, aber dieses sind auch nicht so umfangreich wie die Kapazitäten, die da aufgebaut werden sollen.

    Dann kamen sie mit der Idee der Meerwasser-Entsalzung in großem Stil. Vielleicht keine schlechte Idee, aber zum Einen habe ich noch keine Information, ob das eben mal so eine Idee von Ihnen ist, zum Anderen ob hier ernsthafte Planungen vorliegen. Immerhin geht es ja um viel Geld.

    Dann kamen sie mit dem Vorschlag, anstelle Strom eben Süßwasser zu speichern. Sie müssen schon zugeben, dass das ziemlich weit von Hölzchen auf Stöckchen gekommen ist.

    Bislang war bei dem Wüstenstrom noch nicht geklärt, wie Wartungskosten geregelt sein sollen. Immerhin sind Sandstürme weder für Solarthermie noch für PV eine Nebensächlichkeit, sondern stellen die Wirtschaftlichkeit eines jeden Investments in die Wüste in Frage.

  18. 17. Martin Landvoigt schreibt am 4. April 2018 11:39
    „Dann kamen sie mit der Idee der Meerwasser-Entsalzung in großem Stil.

    Nr. 9
    „Mit Strom kann man ja auch noch so andre schöne Sachen machen nicht nur Süßwasser.““

    Nr. 9 gelesen und verstanden Herr Martin Landvoigt ?
    vermutlich nicht.
    Das mit dem Süßwasser ist eine von einer Reihe von Optionen, Ideen was am mit Strom, Stromüberschüssen machen kann, jetzt verstanden ?

    Die Saudis lassen sich da schon was einfallen was man mit den Stromüberschuss so alles machen kann.

    Ich hab ja auch einen PV-Stromüberschuss und den verkaufe ich nicht zum Börsenpreis von ca. 3 Cent an den Netzbetreiber, damit verringere ich meine Heizölrechnung um ca. -5 Cent/kWh.

    Die Einnahmen aus dem Stromverkauf müsste ich ja noch versteuern (-20%, -30% oder -40%), vermiedene Ausgaben hab ich 1 zu 1 in der Geldbörse.

    MfG

  19. Mal ein schöner Bericht aus 2008 in der SZ wer den so alles bei der Kernkraft einsteigen möchte und heute nach ca. 10 Jahren sieht die Erfolgsgeschichte erüster aus.

    Auch die Saudis wollten 2008 in die Kernkraft einsteigen.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/entwicklungslaender-und-atomtechnik-darfs-noch-ein-reaktor-sein-1.794327

Schreibe einen Kommentar