Trepl: Energiewende – Ende der Ökologiebewegung?

28. März 2013 | Von | Kategorie: Blog

WindradIn seinem Blog Landschaft und Ökologie nimmt sich Ludwig Trepl zwei Seiten der der Ökologiebewegung vor. Er nennt sie „Öko-Technokraten“ und auf der anderen Seite „konservative Naturschützer“

Doch feiert nur die eine Hälfte dieser Bewegung. Die andere muß erleben, daß das, wofür sie sich engagiert, gerade durch diesen Erfolg in einem Maße zerstört wird, wie es in der Geschichte vielleicht noch nie vorgekommen ist. Die Konflikte sind bereits ausgebrochen, sie sind oft heftig, und man kann durchaus sagen, daß die Bewegung, die sich unter dem Begriff „Ökologie“ als eine Einheit versteht und es in den meisten gesellschaftlichen Auseinandersetzungen auch war, vor einer Zerreißprobe steht.

Trepl führt aus, dass die Energiewende zu einer Industrialisierung der Umwelt geführt hat:

Wer je durch einen „Windpark“ von einigen Quadratkilometern Fläche gelaufen ist, weiß das: Hier war Landschaft, hier ist keine mehr, sie ist vernichtet. Man bewegt sich statt durch eine Landschaft durch ein Industriegebiet.

Die Öko-Technokraten sehen hierin kein Problem, sehen das Produkt (grüner Strom) als wichtiger an als die Kulturlandschaft. Die konservativen Naturschützer hingegen hätten verlernt, ihre wirklichen Anliegen, Ästhetisches und Kulturelles, zu formulieren und hätten sich daran gewöhnt alles durch die Brille der Ökologie zu sehen.

Den ganzen Artikel lesen bei Landschaft und Ökologie.

Foto: Kreuz und Quer

Beitrag auch erschienen auf Glitzerwasser

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11 Kommentare
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  1. Das ist das Fatale: Der Naturschutz meinte, von der Ökobewegung profitieren zu können, während er als nützlicher Idiot vor den Karren der Ökos gespannt wurde, unter deren Räder er letztlich kam. Das Erwachen ist nun böse und Gegenmaßnahmen sind gegen die starken Ökolobbys schwer durchzusetzen.

    Die Verlierer sind Arten der Kulturlandschaft wie Großtrappe, Rebhuhn, Kiebitz, Feldhase und andere. Das aber ist den Ökos egal, genauso, wie es ihnen egal ist, dass für ihren Wahn nach „Bio“treibstoff die Ökosysteme anderer Länder zerstört werden.

  2. Hier war Landschaft, hier ist keine mehr

    So ist es. Wer noch in Landschaft lebt, deren Umwandlung in ein Industriegebiet erst bevorsteht, kann sich an der Westküste Schleswig-Holsteins einen Eindruck verschaffen. So sieht es nachher aus, wenn nur rund 1,5 Prozent der Fläche mit Windturbinen bebaut sind:
    Windwahn

  3. Mit der Propaganda der Grünen, samt Greenpeace, NABU und BUND, es ginge um Naturschutz oder Klima ist doch nur Theater für Naive inszeniert worden, es geht nur darum Geld abzugreifen, was sich durch diese Industrialisierung der Landwirtschaft durch hochsubventionierter Stromerzeugung (EEG) und Hilfe von Verblendeten vorangetrieben wird.
    Diese Lobbyisten haben am Atomausstieg gearbeitet, verhindern Atommüll-Lager, konventionelle Kraftwerksfertigstellung, verteufeln Fracking, tun also alles im Sinne eines Energie-Umbaus, bei dem nicht nur die ursprüngliche Natur und Landschaft pervertiert wird, sondern irrsinnig unwirtschaftlicher Unfug angeheizt wird, weil die Fehlkonstruktion EEG das Hirn gieriger Profiteure auffrisst.
    Die Rendite-Jäger glauben im Goldrausch zu sein ohne jede Rücksicht geschweige sich klar zu sein, an was für einem Schildbürger-Projekt sie sich langfristig zum Narren machen.

    Dazu Panorama Links:

    Wind 30.10. 2012 http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/panoramadrei323.html

    Biogas 16. 10. 2012
    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama_3/panoramadrei279.html

    Wind 25.09. 2012
    http://www.ndr.de/mediathek/mediatheksuche101.html?pagenumber=10&query=panorama&search_video=true

    Energiewende: Größenwahn statt Megaplan , 21. 06. 2012
    http://www.ndr.de/mediathek/mediatheksuche101.html?pagenumber=14&query=panorama&search_video=true

  4. @ Hans Meier

    es geht nur darum Geld abzugreifen

    Das kann man so nicht sagen. Natürlich sind auch eine Menge Abgreifer dabei, die eben das ausnutzen was die Umstände hergeben und im Zweifel auch weder mit Naturschutz noch mit den Öko-Technokraten irgendetwas am Hut haben. Doch diese ganzen NGOs etc. nur als Abgreifer zu betrachten ist erheblich zu kurz gesprungen. Und es verfälscht auch den Blick auf die Probleme.

    Beide, die Öko-Technokraten wie die Naturschützer, haben sich unter dem Dach Ökologismus versammelt, obwohl sie eigentlich nicht zusammen gehören. Den einen geht es um Natur und Heimat und Kulturlandschaft, den andern um die Weltrettung. Eine Zeitlang sind die miteinander recht gut ausgekommen, doch nun brechen die Konflikte auf, wegen der Energiewende, so meint jedenfalls Trepl.

    Wenn er Recht haben sollte, ich kann mir das gut vorstellen, dann würde das auch bedeuten, dass die Öko-Technokraten, die ja die hauptsächlichen Treiber für die Energiewende sind, an Zuspruch verlieren. Was das für uns genau bedeutet kann ich noch nicht sagen, aber ich werde auf jeden Fall beobachten ob sich in den Argumentationsketten der Ökologisten in nächster Zeit Veränderungen einstellen.

  5. Danke Herr Quencher, für Ihr Engagement.
    Ich wünsche den wahren Naturschützern Erfolge sich von denen, die sie unterwandert haben nicht nur abzusetzen, sondern auch gegen das Rendite-Geld was Hirne frisst, Unterstützung zu mobilisieren.
    Mich entsetzt was unter dem Motto Umwelt- und Klima-Schutz real Gegenteiliges stattfindet.
    Eine Entwicklung die unter allen Aspekten destruktive Folgen hat.
    Wirtschaftlich wie ökologisch ein absolutes Desaster.

  6. @Hans Meier

    Wie Quentin Quenscher, denke ich auch nicht, dass es nur um Geld abgreifen geht. Die Hardcore-Ökos haben sich vielmehr in einen Wahn gesteigert, aus dem sie nicht mehr aufwachen wollen. Nach Jahrzehnten in denen sie als Latzhosen-Trottel und Spinner verlacht wurden, können sie jetzt tatsächlich etwas steuern. Exemplarisch verkörpert diese Haltung Jürgen Trittin, der nicht mehr der Gutmensch-Diskutierer ist, sondern in seinem Anzug den „Öko-Banker“ verkörpert, der jetzt sagt, wo die „Investments“ getätigt werden.

    Dort, wo auch der dümmste Dummkopf erkennen müsste, dass ohne Speichermöglichkeit von Strom eine weitere Förderung von WKA und PV keinen Sinn mehr macht, da wird einfach weitergefördert -- ohne Rücksicht auf Verluste und mit einem Tross berauschter Jünger, deren Geschwafel einmal in ihrem Leben tatsächlich Konsequenzen zu haben scheint.

    Ich bin Überzeugt, Grünen wie Trittin ist der Unsinn eines weiteren Ausbaus sehr wohl bewusst. Aber um die Masse der Intelligenz a la Claudia Roth zu begeistern, macht man einfach weiter.
    Kurz: Macht, nicht Geld scheint mir der Treiber zu sein. Das schließt natürlich nicht aus, dass wir Trittin irgendwann im Vorstand von Exxon sehen.

  7. Angenommen die Investitionen in die Industrialisierung der Landschaft mit Windmühlen in Wäldern bis in Naturschutzgebiete oder die flächendeckende Vermaisung ganzer Landstriche, hätte nicht direkt mit einer EEG-Rendite ihre Befürworter und Fonds-Gesellschaften ins Geschäft geschoben, wer würde denn dann als Investor noch übrigbleiben? Naturliebhaber etwa die gerne Wandern oder sich im Freien erholen, oder Angler, Jäger usw. die sich in der gewachsenen Natur wohlfühlen, haben von diesem Um-und Zubau nichts Gutes zu erwarten, ihre Proteste werden abgeschmettert und vormaligen Umweltverbände haben sich längst arrangiert, entschlossen an der Rendite beteiligt zu sein.
    Schöngeistige Diskussionen helfen nicht weiter, als den Anschein von ehemaligen Naturschützern, die nun als Umwelt-Politiker völlig destruktive Auswirkung gutheißen, entschuldigen zu wollen.
    An Taten und den Fakten führt keine beschönigende Tarnung vorbei, entweder man unterstützt destruktive Projekte, weil man innerlich destruktiv und machthungrig ist und dafür jedes Mittel zur Karriere nutzt, sich quasi an der Gesellschaft, der Kultur und der Natur, für seine eigene missgünstige Dummheit persönlich rächt, indem man gegen die Vernunft, gegen Wohlstand und gegen alles Fortschrittliche, intelligente ankämpft. Grünen, Intelligenz zu unterstellen, die sie im positiven Sinn konstruktiv nutzten, halte ich für eine naive Fehleinschätzung, das Gegenteil ist in jeder Vita feststellbar.

  8. Polnische Presse berichtet:

    Nach der Revolution brennen die Wälder

    Ökologie erweist sich sehr teuer. So teuer, dass die Deutschen beginnen das Brennholz aus dem Wald zu stehlen

  9. Schade, dass ich das nicht lesen kann.

  10. #9
    Mit Google Chrome Browser aufrufen, Übersetzung kommt automatisch.

  11. Hier ein Artikel aus der „Zeit“, der das Dilemma illustriert:

    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article114216742/Oeko-Strom-vertreibt-Voegel-von-deutschen-Feldern.html

    Die Energiewende zerstört die Lebensgrundlage für seltene Vögel und andere Tiere. Die Grünen lässt das kalt. Wenn es um das Weltklima geht, so scheint es, ist echter Naturschutz nur noch lästig.