Triebfeder Neugier

7. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Blog, Plauderecke, Technium

ZauneidechseEs gibt wohl kaum ein Wirbeltier, dem nicht ein gewisses Maß an Neugier angeboren ist. Insbesondere Jungtiere durchleben eine Phase des Erkundungsverhaltens (Explorationsverhalten), um die Umgebung, das Umfeld, Freund, Feind, Futter kennen zu lernen.  Auf Grund der langen Kindheit ist diese Phase beim Menschen sehr ausgeprägt, kann und sollte auch gefördert werden und zieht sich mehr oder weniger stark fast auch durch das Erwachsenenleben. Tieren geht es ähnlich, auch sie verlieren im Erwachsenenalter diesen natürlich angelegten Instinkt nicht, er ist wie es aussieht, genetisch angelegt. ( Charakter-Gen macht Kohlmeisen neugierig )

Die Neugier ist Motor der Entwicklung – der Gruppe und des Individuums, Neues entdecken und erschließen, der Phantasie dabei freien Lauf lassen, diverse Möglichkeiten durchspielen, hinter die Grenzen schauen und überwinden wollen, „was kann man, wie kann man, womit kann man“, das sind die Fragestellungen der Neugier, bei existierenden Problemen, bei neuen Problemen, bei Problemen die kommen könnten, eine gewisse Portion Intelligenz immer vorausgesetzt.

Insbesondere die Gattung Homo mit den Vertretern sapiens sapiens, neanderthalensis und erectus, die auch Afrika verließen, hat sich in ihrer jeweiligen sehr wechselhaften Umwelt dank dieser Neugier ihr Überleben gesichert und das Leben erleichtert bzw. erst möglich gemacht. Möglich wurde das, nach dem sich der aufrechte Gang entwickelt hat, durch die sukzessive Größenzunahme des Gehirns.

Die Ursprünge der Gattung liegen in den Savannen und Grasländern im Grabenbruchgebiet Ostafrikas, wo sie  sich am Flug der Geier orientierend nach verendeten Großtieren suchten. Möglicherweise durch Naturbeobachtung (die auch dort beheimateten Bartgeier lassen Knochen aus der Höhe auf Felsen fallen um dann an das Knocheninnere, das Mark zu kommen) kamen zum Aufschlitzen der festen Haut die ersten vor Ort gefundenen Steine zum Einsatz. ( Unser afrikanischer Ursprung )

Neugier, gepaart mit Phantasie führte dann zu den ersten Faustkeilen. Es reichte ein Phantasiebegabter in der Sippe oder Horde, der alles Mögliche probierte, daraus ein sinnvolles Werkzeug aus dem richtigen Material zu formen. Wie archäologische Fund beweisen, kam es zu einer regelrechten Faustkeil Industrie in der sich die Qualität stetig verbesserte.

Es fällt nicht schwer sich auszumalen, dass der Faustkeil nicht der Endpunkt der Suche nach Verbesserung war. Mit Phantasie und im Denken vorhandene Grenzen suchend und überschreitend wurden daraus Speerspitzen, Pfeilspitzen usw. – wo das hinführte, sehen wir heute.

Als die jeweils herrschende Eiszeit endete, das Klima in Afrika feuchter wurde und sich Wälder ausbreiteten, die Wüsten ergrünten, zog es es die Großtiere der Savanne und Grasländer in den Norden und Osten, gefolgt jeweils von den o. g. Arten – die sich dann über Asien und Europa verteilten, verbreiteten und für lange  Zeiten besiedelten.  ( Das Rätsel der Menschwerdung – Die Entstehung des Menschen im Wechselspiel der Natur )

Neugier ist notwendig, um heraus zu bekommen, was liegt hinter dem nächsten Berg, auf der anderen Seite des Flusses, des Meeres, eine Antriebsfeder, neue geographische Gebiete zu erkunden und zu besiedeln, neue Nahrungsquellen zu finden bzw. zu erschließen, die die Natur oder der Zufall bot.

Um letztendlich bei „uns“ zu landen und zu bleiben, verdanken wir Bier, Brot und Wein wohl zufälligen Gärungsprozessen, die durch Neugierde und Phantasie zu den Produkten entwickelt wurden, die wir heute kennen und denen wir letztendlich unsere Zivilisation zu verdanken haben in dem wir sesshaft wurden und größere soziale Gruppen bildeten.

Dass die Neugierde  und die dank unserem Großhirn vorhandene Phantasie der Ausgangspunkt war, Neues zu entwickeln, Vorhandenes zu verbessern, Diverses zu kombinieren dürfte außer Frage stehen. Und je mehr Wissen und Know How zur Verfügung stand, auf das man zurückgreifen konnte, umso größer wurde das Spektrum dessen, was man entwickeln und entdecken konnte, bis hin zu kompliziertester Technik, wissenschaftlicher Forschung, der Griff nach Planeten und dem Universum.

Natürlich wird hier die Neugier nicht in allen Facetten angesprochen, das würde zu weit führen. Mir ging es darum zu zeigen, was wir als Mensch von ihr haben, wie wir von ihr profitieren (können). Denn wenn man beim Werkzeuggebrauch in die Tiefe gehen würde müsste auch der Affen gedacht werden, die da recht erfinderisch sind, oder auch der Rabenvögel und einigen anderen, kleineren Singvögeln (Galapagos) oder auch die Kohlmeise, an der in Sachen Neugier viel geforscht wurde. Letztlich soll der Beitrag einen kleinen Denkanstoß liefern über diesen für uns so wichtigen Instinkt.

Siehe auch die leider abgewürgte Diskussion hier – sie darf gern hier fortgesetzt werden.

 

Update 08.10.16

Im Zusammenhang mit der o. g, Studie über Kohlmeisen ist mir eingefallen, dass mal ein Phänomen beschrieben wurde, wonach in England Meisen die Deckel von vor Haustüren abgestellten Milchflaschen aufpickten, um an den Rahm heran zu kommen und wie sich dieses neue Verhalten verhältnismäßig schnell sogar bis auf den Kontinent ausbreitete.

Als Bart Kempenaers behauptete, Meisen hätten – ähnlich wie Menschen – unterschiedliche Persönlichkeiten, wurde seine These ungläubig bestaunt, mancher Forscher glaubte gar, vom Direktor des Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen veräppelt zu werden. – Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/14619356 ©2016

Max-Planck-Ornithologen machen Gen für Charakterunterschiede bei Kohlmeisen verantwortlich Kein Vogel ist so neugierig wie der andere –

Jenseits der „üblichen Verdächtigen“, wie van Schaik sie nennt – Primaten, Wale, Rabenvögel – tun sich manche Wissenschaftler schwerer damit, auch bei anderen Tieren von Kultur zu sprechen. Unumstritten ist jedoch, dass zum Beispiel Meisen ein großes Talent zum sozialen Lernen haben und bereitwillig neue Gewohnheiten übernehmen. Das zeigte sich schon in den 1920er-Jahren in England, als immer mehr der Vögel begannen, die Foliendeckel von Milchflaschen aufzupicken, um an den Rahm zu kommen. Im vergangenen Jahr belegte Lucy Aplin von der University of Oxford in einer Nature-Studie, wie schnell sich Neues unter den Singvögeln ausbreiten kann

Meisen lernen voneinander, wie sie den Verschluss von Milchflaschen aufpicken

 

 

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64 Kommentare
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  1. Die Neugier treibt mich auch mit 68 noch kräftig um und mit Begeisterung lerne ich dazu. Die Neugier hat mich vom Bergbauernhof aufs Meer getrieben und immer wieder auf die „Schulbank“. Deshalb ärgert es mich, daß unsere Einheitsmedien dem neugierigen Bürger nur eine Auswahl von Informationen anbieten. Soll, oder darf der heutige homo….. nicht mehr frei über seinen „besseren“ Faustkeil entscheiden? Entscheiden Funktionäre in kleinen ideologischen Zirkeln darüber was er können und benützen darf? Entscheidet ein neues „Wandlitz“ jetzt über Ost und West?

  2. @Karl Reichart
    Der „neugierige Bürger“ verlässt sich nicht auf die Einheitsmedien sondern sucht sich seine Quellen selbst. Schlimmer finde ich es, dass an Schulen und Universitäten versuchen, die Neugierde einzuengen statt sie zu fördern.

  3. Dem Loblied auf die menschliche Neugier, auf Skeptik, wissenschaftliche Kritik und ähnliches möchte ich mich nicht anschließen. Basis für das Überleben einer Art, eines Stammes ist die Durchsetzung einer erfolgreichen Grundstrategie, die Unterdrückung und Ausmerzung von Abweichungen, Verbrennung von Hexen gewissermaßen.

    Erst ab einer bestimmten Stufe des Wohlstandes kann man genetischen Fehler / Abweichungen auch mal tolerieren und auf dieser zweiten Ebene dann sogar Spezialisten beschäftigen und achten mit Handwerkskunst, Sternkunde, Kochkenntnissen, Medizin oder Religion.

    Wissenschaft bleibt immer suspekt, sie stellt erfolgreiche Gewohnheiten in Frage und man wird sie niemals allgemein vermitteln können, nichtmal das elemtare Verständnis: Wer die Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie runterrrasseln kann wie Herr Rahmstorf und das entsprechende Fachgeschwurbel absondert, ist halt ein „Wissenschaftler“ und das Kind mit einer völlig neuen Frage nur „dumm“ und erziehungsbedürftig.

    Machen wir uns nix vor.

  4. nLeser,

    so funktioniert Evolution aber nicht. Den allwissenden Strategen, der schellnhubergleich die „optimale Grundstrategie“ für die nächsten Jahrtausende entwerfen und durchsetzen könnte, gibt es einfach nicht. Es bleibt nur, immer neue Variationen auszuprobieren. Die Strategie „Australopithecus“ war 3 Millionen Jahre lang erfolgreich, aber hätte es nicht diese Abweichler, die Misfits, die unangepaßten homo habilis gegeben -- es wären nach den ersten Eiszeiten keine Hominiden mehr dagewesen, das Modell „aufrechter Gang“ wäre gescheitert, allen Schweißdrüsen für die ausdauernde Hetzjagd auf Wild, das nicht mehr da war, zum Trotz.

  5. @nLeser #3

    Wer die Gleichungen der Allgemeinen Relativitätstheorie runterrrasseln kann wie Herr Rahmstorf

    Das kann der aber nur dank eines neugierigen Einstein.
    Und Neugierde / Forschung ist eie Seite der Medaille, was dann derjenige draus macht ist die zweite Seite. Ohne jetzt eine Lanze für Rahmstorf brechen zu wollen, spreche ich ihm seine forschende Neugier nicht ab, er hat sicher mal ’nen Thermometer in den Atlantik gehalten, keine Frage. Was seine Integrität bezüglich der Datenauswertung und Analyse angeht ist was ganz anderes, da mag man zweifeln -- da war er vielleicht neugierig, wie die Fachwelt reagiert 🙂

  6. @nLeser #3 PS

    Dem Loblied auf die menschliche Neugier, auf Skeptik, wissenschaftliche Kritik und ähnliches möchte ich mich nicht anschließen.

    Ist ja auch nicht nötig, weil es kein „Loblied“ ist, sondern eher eine Schilderung dessen was ist und was war. Nichts desto trotz stimmt es, dass es leider genug Beispiele gibt, auch in der Kindererziehung, bei denen eine gesunde Neugier nicht gefördert wird. Aber es geht ja auch nicht nur um die dummen Fragen von Kindern, sondern um das sonstige tägliche Verhalten, in der ausprobiert wird, was geht, inklusive der Frage „ab wann toben Eltern“. 😀

  7. Schöner Artikel. Zum tieferen Verständnis möchte ich das Buch von Richard Dawkins „Das egoistische Gen“ empfehlen. Hat zwar schon einige Jahre auf dem Buckel, einiges ist nicht mehr aktuell oder deutlich erweitert worden (z.B. Epigenetik), aber um das grundsätzliche Prinzip zu verstehen, ist es nach wie vor Pflichtlektüre.

    Um zum Punkt zu kommen: Es ist nicht die Neugierde alleine, es ist das Gruppenkonzept des Menschen. Der Typus „Abenteurer“ (= Neugieriger) und „Ängstlicher“ (=Konservativ, vorsichtig) ergänzen sich in einer weise, die letztlich den Erfolg ausmachen.

    Das eine Konzept verspricht bei hohem Risiko hohe Gewinnchancen, das andere ein relativ sicheres Leben. Beides ergänzt sich idealerweise. Menschen funktionieren nur in Gruppen, in Clans. Es muss solche und solche geben, die sich jeweils auffangen. Der eine bastelt an einem Dampfkessel rum unter Lebensgefahr, der andere hat ihm vielleicht das Geld dazu gegeben und kümmert sich dann um die Hinterbliebenen 🙂

    Insofern ist es nicht zielführend, den Menschen einzeln zu betrachten, oder eben Technik als Instinkt zu bezeichnen. Instinkte sind das, was die rudimentäre Lebenserhaltung des Einzelnen angeht. Der Mensch als Art funktioniert aber nur in der Gruppe, und Technik ist eine Ausprägung der Gruppe.

    Man sollte da schon deutlich trennen und nicht unnötig Begriffe unscharf machen.

  8. @PeterD #7

    Um zum Punkt zu kommen: Es ist nicht die Neugierde alleine, es ist das Gruppenkonzept des Menschen.

    Das ist richtig, daher schrieb ich ja auch:

    Es reichte ein Phantasiebegabter in der Sippe oder Horde, der alles Mögliche probierte, daraus ein sinnvolles Werkzeug aus dem richtigen Material zu formen.

    Thema war ja nicht generell die Evolution des Menschen, sondern „nur“ ein Teilaspekt Triebfeder „Neugier“ -- Es gibt unzählige Faktoren die zur Evolution der Gattung Homo geführt haben, z. B. auch das geänderte Klima nach den Eiszeiten, als man jeweils Afrika verlassen musste, oder dass die vielen Innovationen auf Mangel basierten, der durch Neugier überwunden werden konnte.

    Rein aus der Erinnerung heraus, ist ’ne Weile her, dass ich das „egoistische Gen“ gelesen habe, war ich nicht mit allem einverstanden, was Dawkins geschrieben hat. Was mir konkret einfällt ist, dass das „egoistische Gen“ dem Neanderthaler nicht geholfen hat zu überleben, weil es sich den nacheiszeitlichen Umweltbedingungen nicht mehr anpassen konnte, seine Nahrungsgrundlage verloren hat, und die einzelnen Gruppen und Verbände zu klein wurden und zu verstreut lebten, um die notwendige Populationsdichte zu halten.

  9. @ Krishna Gans, #8:

    Ich wollte es nur bisschen verdeutlichen, der Satz ging etwas unter.

    Dawkins muss man ja nicht in Allem zustimmen, aber seine Betrachtungsweisen sind ungemein wertvoll. Z.B. die Spielethorie mit einzubeziehen und eben wirklich zu verdeutlichen, dass es keinen Gott zur Erklärung braucht und Gruppenverhalten essentiell für Menschen ist.

    Leider können wir da nicht großartig streiten, ich seh das ja auch alles so 🙂

  10. @PeterD #9
    Wieso leider ? 😀 Ist doch auch schön sich einig zu sein. -- und Verdeutlichungen / Unterstreichungen sind immer willkommen !
    Aber als Nachtrag zu #8 fällt mir noch ein, dass das Schicksal des Neandert(h)alers unter Umständen anders verlaufen wäre, wäre er der Sprache mächtig gewesen und hätte damit Informationen austauschen können.
    Und in der Tat, einen Gott braucht es nicht. Die Komplexität der Biologie reicht vollkommen aus.
    ( Tatsächlich war nur die abgewürgte Diskussion beim „Technik-Instinkt“ Anlass, da mal was zu präzisieren )

  11. @PeterD #7 PS
    Gerade gefunden:

    Immerhin scheint sich mit dem jungen Forschungszweig [ Epigenetik ] ein interdisziplinärer Brückenanschlag anzubahnen, den die Biologin Eva Jablonka von der Universität Tel Aviv so kommentierte: „Der ganze Diskurs über Vererbung und Evolution wird sich verändern. Das ist das Ende der Theorie vom Egoistischen Gen.“

    Aus für das ‚egoistische Gen‘
    Das ändert ab nichts an der Gesamtansicht des Buchs.

  12. Sloterdijk und Quencher sind wesensverwandt (sieht man ja auch daran, dass Quencher den Sloti irgendwie schätzt und ernst nimmt) und beide haben das Bedürfnis, über Wissenchaft zu reden und schwafeln, das dabei extrem geschwollen, oberflächliches Zeug, das nur zeigt wie entfernt sie vom Thema sind. Blender, Schwätzer, imkompetent, oft grotesk daneben und ungebildet, aber sehr eingebildet. Worauf weiss ich leider nicht, ist aber auch nicht spannend.

  13. @Beobachter #12

    Da sie in #12 keine Belege bringen, qualifizieren sie ihre Aussage nur selbst als Geschwafel und Geschwätz.

  14. @Krishna Gns #10:

    Wieso leider ? Ist doch auch schön sich einig zu sein. — und Verdeutlichungen / Unterstreicungen sind immer willkommen !

    Naja, das war halb ironisch gemeint. Trotzdem, es geht nichts über eine richtige Diskussion / Streitgespräch, Betonung auf richtig. Nur so ist ja ein Mehrgewinn für -- idealerweise -- beide Seiten drin, und man erkennt u.U. auch eigene Fehler. Insofern ist es mir nicht klar, warum QQ das abgewürgt hat. Very strange.

    Aber als Nachtrag zu #8 fällt mir noch ein, dass das Schicksal des Neandert(h)alers unter Umständen anders verlaufen wäre, wäre er der Sprache mächtig gewesen und hätte damit Informationen austauschen können.

    Zweifellos ist die Sprache der Schlüssel zur Überlegenheit, weil sie sowas wie eine relativ gute Vernetzung verschiedener Hirne ermöglicht. Ob das allerdings der Grund für das Aussterben des Neandertalers war, bezweifle ich bisschen. Unsere anderen Primatenkollegen leben ja auch noch. Aber ok, Populationsdichte und womöglich gleiche Spezialisierung auf knappe Recourcen …

    Und in der Tat, einen Gott braucht es nicht. Die Komplexität der Biologie reicht vollkommen aus.
    ( Tatsächlich war nur die abgewürgte Diskussion beim „Technik-Instinkt“ Anlass, da mal was zu präzisieren )

    Intention verstanden. Find ich gut.

  15. @Krishna Gans #11:

    Philosophen und Genetik, zwei Welten treffen sich 🙂

    Ich erwähnte das ja schon, hat sich einige getan seit dem Egoistischen Gen, und die Epigenetik ist ein ganz wichtiger Teil davon. Den Titel „Aus für das egoistische Gen“ halte ich für maßlos überzogen. Es ist immer die Angst und vor allem das Unverständnis der Biologie, welches Philosophen zu solchen Sprüchen treibt. Die Angst ein fremdgesteuerter Organismus zu sein, der einem einen freien Willen nur deswegen vorgaukelt, damit er ruhig schlafen kann. Am Schluss noch die alte Dualismus-Geschichte mit Körper-Geist. Ist eigentlich längst angehakt. Falsches Werkzeug zum verstehen.

    Das ändert ab nichts an der Gesamtansicht des Buchs.

    Eben. Es geht da ja weniger um konkrete Funktionalitäten, sondern das Prinzip der Selektion. Das funktioniert mit Epigenetik genauso. Die Sache ist nur komplexer geworden.

    [Habe mal die Formatierung korrigiert 🙂 ]

  16. @PeterD #14

    Zweifellos ist die Sprache der Schlüssel zur Überlegenheit, weil sie sowas wie eine relativ gute Vernetzung verschiedener Hirne ermöglicht. Ob das allerdings der Grund für das Aussterben des Neandertalers war, bezweifle ich bisschen. Unsere anderen Primatenkollegen leben ja auch noch.

    Vielleicht hätte es die Sprache hinausgezögert, wenn eine kleine Gruppe der anderen ohne größeren Zeitverlust hätte mitteilen können, wo sie Jagdbeute finden können…. -- vielleicht aber auch nicht, ich sehe das nur als eine Möglichkeit
    Dass unsere Primatenkollegen noch leben hängt damit zusammen, dass sie weiter in Afrika leben (Gorilla, Schimpanse) und sich frühzeitig einen anderen Lebensraum / eine andere Lebensweise erschlossen haben, (Wald) nicht von Großtieren und deren Bejagung abhängig waren / sind.
    Und was ich von Philosophen halte, und insbesondere von Filosofen, das behalte ich besser mal für mich. 😉

  17. @Günter Heß #13
    Ist im Grunde richtig, da sich aber die Diskussion z..T. an die der „Instinkt=Technik“ anschließt, dessen ursprüngliche von Quentin abgewürgt wurde, im Artikel da auch hin verlinkt und Bezug genommen wurde, ist es also durchaus gerechtfertigt, „Beobachters“ Kommentar #12 genau so stehen zu lassen und zu verstehen.

  18. @PeterD #14

    …insofern ist es mir nicht klar, warum QQ das abgewürgt hat. Very strange.

    Ich verweise mal auf meinen Kommentar dazu:
    Ich denke, damit ist (fast) alles dazu gesagt

  19. @ Krishna Gans:

    Und was ich von Philosophen halte, und insbesondere von Filosofen, das behalte ich besser mal für mich.

  20. Denkt die Kaulquappe über das „da-sein“ bzw über „sein-sein“ nach hat sie den Moment ein Problem, wo sie plötzlich ein Frosch ist. D

  21. Um das zu verstehen, muss man nach

    m.a. numminen sings wittgenstein

    suchen. Ich trau mich nicht, das hier zu verlinken 🙂

  22. Weiß nicht, ob ich mir das heute noch zumute 😀

  23. @13 Hess

    Krishna Gans hat Sie ja bereits aufgeklärt. Aber trotzdem hier noch einige Sloterdijk Zitate zu Ihrer Erleuchtung, mit welcher Art von Gelaber und Geschwurbel dieser „Philosoph“ seine Zeitgenossen zu beeindrucken versucht:

    „Hätte der Neoliberalismus Titten aus Zement, er sähe aus wie Heidi Klum“

    „Mit der sich selbst erfüllenden Prognose der rhizomatischen ›Gesellschaft‹ in der anarchistisch-wahrsagerischen Para-Psychiatrie des Poststrukturalismus ist die anti-genealogische Basistendenz der Neuzeit – als Summe aller Subversionen, Reklamationen, Verweigerungen, Usurpationen, Aspirationen und Hybridisierungen – in ihr Mündungsgebiet gelangt“

    „Leben heißt Immunität ins Unendliche ausdehnen“

    Dem Quencher gefällt so ein Typ offenbar, und er stellt selbst „Betrachtungen“ an über Themen, von denen er offenbar gar nichts versteht, z.B. über einen menschlichen „Instinkt“. Ich nenne das überflüssige und billige Effekthascherei, da ihm die Definition des Begriffs „Instinkt“ völlig fremd ist. Ihnen empfehle ich aber auch, sich besser zu infomieren und Ihrerseits nicht zu schwafeln, wie in #13.

  24. Ich hatte es andernorts schon mal für mich definiert, klingt wie J. Beuys in Worten. 😀

  25. @Krishna Gans #18

    Ich verweise mal auf meinen Kommentar dazu:
    Ich denke, damit ist (fast) alles dazu gesagt

    Danke. Ich finde das schade. Rumspekulieren und eine Gedankenwelt ausbreiten -- das ist ja alles ok. Dabei kann man auch mal ins Klo langen (kenne ich), indem man eigentlich klar definierte Begriffe anders verwendet. Dann fängt halt das Heideggern an, die Privatsprache beginnt, eine alte Unannehmlichkeit der deutschen Nachdenklichen.

    Man sollte, wenn einem jemand darauf hinweist, nicht sauer, sondern dankbar sein.

  26. Na, ich habe hier auch nur meine Gedankenwelt zum Thema ausgebreitet, wie auch in den Kommentaren zum besprochenen Artikel. Und sicher denke ich richtig zu liegen, sollte es nicht so sein, lasse ich aber die Kommentarfunktion offen. 😀

  27. @Krishna Gans #17

    Instinkt, Reflexe und Neugier sind alles Aspekte die für das Verständnis wichtig sind wenn es um Technik und das Verständnis dessen was uns Menschen dazu bewegt. Insofern ist der Artikel von Quentin und die Verknüpfung zu Sloterdijk und Instinkt sehr interessant.
    Die Aussage von Beobachter in #12 bleibt unqualifiziert und trägt nichts zur Diskussion bei. Ergo Geschwätz und Geschwafel.
    Wer so etwas schreibt disqualitiert sich selbst.

  28. @Beobachre #13

    Na ja ich habe meine Aussage mit ihrem #12 belegt. Das gleiche gilt für #27.

    Sie können ja Sloterdijk ablehnen, aber sie können auch versuchen das gesagte zu verstehen. Dinge zu verstehen ist das was Science Skepical auszeichnet. Dazu braucht es Diskussionen und konstruktive Beiträge wie sie von Quenti n hier seit Jahren gebracht werden. Ihr Geschwätz und Geschwafel wie in #12 trägt nichts zum Verständnis bei.

  29. Hess: belassen wir es dabei: ich mag Sie auch nicht und finde Ihren Elitismus reichlich deplaziert. Es geht im übrigen nicht darum zu verstehen, was Sloti meint, sondern wie geschwollen, sprachverhunzend (sparen Sie sich am besten gleich ihre Kritik an dieser willkürlichen Wortkreation) und wichtigtuerisch er sich ausdrückt.

  30. @Beobachter #29
    Über sie persönlich würde ich mir kein Urteil erlauben nur weil sie selbst ihre Aussage als Geschwafel qualifizieren.
    Das heißt ja nicht, dass sie nicht auch Konstruktives beitragen könnten, wenn sie vom Beißreflex gegen andere Meinungen auf Neugier an Erkenntnis umschalteten.

  31. @Micha
    [??]

    Meisen…..und icmk hab heute gesehen, wie hunderte von Staren sich auf 110 KV-Strommmasten bequem gemacht haben.
    Nicht nur auf den Masten, nein…auch auf das Erdungsseil, das oben drüber verläuft…..und den Lärm, den die schnatternden Vögel dabei produziert haben, will ick nich näher eingehen.

    Philosophen hin oder her…..die Natur passt sich dem Menschen an….olle Darwin hätte seine wahre Freude daran, zu sehen, wie die Vogelwelt sich des Menschen Stadt…untertan macht.
    Und Papa Heinz…..fütter die Bande mit Nüsse, die grad vom Baum fallen……als Beitrag zur Arterhaltung.

    Onkel Heinz…….warum der Streit, zwischen Günter und den Beobachter?

  32. Definition „Neugier“
    Der Drang in allles seine Nase reinstecken zu müssen….während die anderen Instinkte des Menschen versuchen, das dem Menschen dabei die Nase nicht abgebissen wird.
    Allermeist klappt dat auch…….doch, ab und zu, gibbet auch ne fette Ohrfeige….doch hat es die Menschheit trotzdem auf den heutigen Stand gebracht……ok, Deutschland schließ ick mal aus, wir ham dafür ein passendes Gesetz…um das Individuum vor sich selbst zu schützen.

    Rasen betreten Verboten.
    H.E.

  33. @Günter Heß #27

    Instinkt, Reflexe und Neugier sind alles Aspekte die für das Verständnis wichtig sind wenn es um Technik und das Verständnis dessen was uns Menschen dazu bewegt. Insofern ist der Artikel von Quentin und die Verknüpfung zu Sloterdijk und Instinkt sehr interessant.

    Nur hat Quentin diese 2 Aspekte weder in seinem Artikel erwähnt, noch hat er sie per Kommentar in die Diskussion einfließen lassen. Wo also ist da jetzt das Interessante ?

  34. @PeterD
    Epigenetik, wenn das der olle Lamarck noch hätte erleben können. Ok, den langen Giraffenhals würde es dennoch nicht geben deswegen 😉

  35. @Heinz #31
    Vögel sitzen gern auf allen möglichen Hochleitungsleitungen, Schwalben, Tauben, eben auch Stare.
    Störche nisten auch gerne auf den Masten.
    Storchennest auf Hochspannungsmast

  36. @Krishna Gans

    Na und. Wenn jemand Instinkt als den entscheidenden Aspekt sieht, dann ist das eine mögliche Meinung.
    Mit Instinkt bezeichnet man, neben der biologischen Definition, ja häufig auch einfach ein Gefühl das etwas richtig ist ohne dass man genau sagen kann was die Ursache oder der Reiz ist. Bauchgefühl quasi.
    Neugier zum Beispiel könnte man in diesem Zusammenhang ebenfalls als Instinkt bezeichnen. Man hat das sichere Gefühl dass sich das lohnt dem nachzugehen. Neugier alleine aber verbleibt in der Beobachterrolle.
    Ich denke man kann schon sagen, dass man durch Neugier eine Beobachtung macht die sich als lohnend erscheint und anscheinend manche Menschen instinktiv da weiter entwickeln, um einen Nutzen daraus zu ziehen. Bei manchen bleibt es bei der Neugier. So ist es auch mit der Erkenntnis.
    Quentin hat einen guten Instinkt wenn es darum geht Diskussionen und Aspekte in die Debatte zu werfen die sich lohnen zu diskutieren und zu untersuchen. Bei manchen Menschen bleibt die Debatte dann eben stehen, weil sie ihre bisherige vorgefasste Meinung höher schätzen als die Lust neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Debatte wird dann ins Recht haben gedrückt.

  37. Zu meinem #31…….sowas passiert, wenn man zu blöd ist den Autor des Artikels zu indentifizieren…..ick meinte natürlich olle Krishna und sein Update vom 08.10.16, sorry.

    Piepmätze und Hochspannungsleitungen…..an denen sie angeblich reihenweise verrecken sollen….um dann mit diesen gewaltigen Horrorzahlen die Todesopfer an Windrädern zu relativieren, darauf wollte ick nur mal anspielen.
    Einzig eine bestimmte Art von Mittelspannungsmasten stellen eine potentielle Todesfalle für Großvögel dar, die mit den oben liegenden Isolatoren.
    Beispiel 1:
    http://www.windkraft-braunfels.de/images/rotmilan_altenkirchen_23_07_14_b.jpg
    Beispiel 2:
    http://www.lfu.bayern.de/natur/artenhilfsprogramme_voegel/weissstorch/pic/474921_gr.jpg

    Diese Masten werden mit entsprechenden Schutzmassnahmen Vogelsicher gemacht, ein Massnahme von uns Verteilnetzbetreibern um die lieben Piepmätze zu schützen, zumal da einige Bürger echten Naturschutz betreiben und uns regelmäßig auf den Sack gehen……wenn sie noch einen gefährlichen Mast vorfinden.
    Da wir aber zunehmend die 20 KV Leitungen in die Erde verlegen…..entschärft sich das Problem von ganz alleine.

    Zum Thema Instinkt…..ich finde diese Diskusion ein wenig hochkopferlt….der Versuch eine Antwort auf etwas zu finden, worauf bisher niemand eine ernsthafte Frage gestellt hat…….und warum das so wichtig sein soll.
    Naja….ick bin ja nur schnöder Prolet, der ein Flugzeug braucht um über den Wolken schweben zu können, da hams die Vögel einfacher….obwohl die sich bestimmt nicht um solch hochtrabenden Probleme kümmern.

    Onkel Heinz……stört die Kreise nicht weiter

  38. @Günter Heß #36

    Mit Instinkt bezeichnet man, neben der biologischen Definition, ja häufig auch einfach ein Gefühl das etwas richtig ist ohne dass man genau sagen kann was die Ursache oder der Reiz ist. Bauchgefühl quasi.

    Über den umgangssprachlichen Gebrauch des Wortes „Instinkt“ habe ich mich doch bereits hier ausgelassen -- und hier die Intuition ins Spiel gebracht.
    Wenn allerdings Quentin schreibt,

    Menschsein bedeutet dann, die Technik als Teil des Selbst zu begreifen, als eine Naturkonstante die es dem Menschen ermöglicht aus seiner Begrenztheit im Realen heraus zu kommen.

    Die Technik ist dann nicht nur eine Antwort auf reale oder imaginäre Probleme, oder ein Hilfsmittel dafür Imagenationen und Wünsche real werden zu lassen, sondern sie ist im Menschen selbst begründet, ist wie sein Atmen oder seine Verdauung, und nicht etwas kulturell erlerntes.

    dann hat das aber mit der umgangssprachlichen Auslegung des Begriffs „instinkt(iv)“ nichts mehr zu tun.

    ja häufig auch einfach ein Gefühl das etwas richtig ist ohne dass man genau sagen kann was die Ursache oder der Reiz ist.

    Auch darauf bin ich hier eingegangen.

    . Neugier alleine aber verbleibt in der Beobachterrolle.
    Ich denke man kann schon sagen, dass man durch Neugier eine Beobachtung macht die sich als lohnend erscheint

    Das sehe ich nicht so, Kinder stehen ja nicht neugierig vor einem Baum und „himmeln“ ihn an, nein, sie sind neugierig, ob und wie sie da rauf kommen, und nicht nur Menschenkinder. Läuft dann unter „trial & error“.

    und anscheinend manche Menschen instinktiv da weiter entwickeln, um einen Nutzen daraus zu ziehen

    Mit der Beobachtung alleine ist es ja nicht getan, wenn man neugierig erst mal versucht heraus zu bekommen, warum und wie es dazu kommt / funktioniert

  39. @Krishna Gans #34:

    @PeterD
    Epigenetik, wenn das der olle Lamarck noch hätte erleben können. Ok, den langen Giraffenhals würde es dennoch nicht geben deswegen

    Ja, wäre lustig. Der Lamarck war ja kein dummer. Nur irgendwann falsch abgebogen, aber nicht völlig. Erinnert bisschen an EIKE 😀

  40. @PeterD #39
    Lamarck und Darwin hatten das gemeinsame Problem, dass die Genetik noch kein Thema war, erst Mendel hat die Menschheit, auch mit Verspätung, auf die Spur gebracht

  41. @Heinz #37
    Wir hier bei uns sind mit Störchen bestens versorgt:
    Schiersteine Störche
    oder auch hier, es gibt so viele Störche, dass es etlichen Leuten eine eigene Homepage wert ist oder sogar einen Verein gibt.
    Da nisten bis zu vier Paaren auf Strommasten.
    Irgendwo habe ich auch noch einen Schwung Fotos im Archiv zu Schiersteiner Störchen.

  42. @Heinz #37 PS

    Zum Thema Instinkt…..ich finde diese Diskusion ein wenig hochkopferlt….der Versuch eine Antwort auf etwas zu finden, worauf bisher niemand eine ernsthafte Frage gestellt hat…….und warum das so wichtig sein soll.

    Es wird immer zu Problemen bei Diskussionen kommen, wenn sich 2 vollkommen wesensfremde Sachgebiete (Biologie im weiteren Sinne und Philosophie) um des Kaisers Bart streiten. Es kann ja sogar innerhalb der Naturwissenschaft Paläoanthropologie und Genetik zu Differenzen kommen, wenn man z.B. die vielen ökologischen Aspekte und Notwendigkeiten außer Acht lässt, um z.B. die Evolution des Menschen zu erklären.

  43. @Krishna
    Jup….ich hätte erwartet, das eine eindeutige Definition der Begriffe „Instinkt und Technik“ vom Autor formuliert werden, bevor man sich daran macht, mittels dieser Begriffe eine steile These aufzustellen.
    Da dieses aber nicht geschah, war es dieser These unabänderlich bestimmt, ins offene Messer zu rauschen.

    Wenn ick 3,8 im Kessel habe….fallen mir auch die ausgefallendsten Dinger ein, Gott sei Dank holen dann Leute wie Du…..mich janz schnell wieder runter von dem wackeligen Ast, den ick da grad bestiegen habe.

    Und ja…..es fällt auch mir immer sehr schwer, berechtigte Kritik zu ertragen…..oft hilft es aber eine Nacht drüber zu schlafen und das Unterbewusstsein seine Arbeit machen zu lassen…..und schon, wird die Kritik erträglich und ick wieder verträglich.

    Man sollte aufpassen, das die Altersweisheit nicht in Altersstarrsinn umschlägt und ja, Asche auf mein Haupt….für zukünftige Ausraster und Fehleinschätzungen…..man is ja nur ein instinkgesteuertes Individuum, das leider zu oft reagiert, wie ein Alpha-Affe bei Rangstreitigkeiten in der Horde.
    H.E.

  44. @Heinz #43

    Jup….ich hätte erwartet, das eine eindeutige Definition der Begriffe „Instinkt und Technik“ vom Autor formuliert werden, bevor man sich daran macht, mittels dieser Begriffe eine steile These aufzustellen.

    Genau auch mein Reden
    Aber es ist sicher einfacher, das nicht verstandene reflektierte Geschreibsel von Peter Sloterdijk zu transportieren, als sich mit detaillierteren Sach- und Rückfragen auseinander zu setzen.

  45. @Krishi
    Wenn Philosoph, dann Nitsche…..der die wahre, affenmäßige Natur des Menschen….brutalst möglich, den schwebenden Intellektuellen an die Omme haut.

    Wie dünn die zivilisatorische Haut ist, sieht man an den Menschen…..die mittels Messerchen anderen die Köppe abschneiden, die den falschen Gott anbeten oder die falsche Auslegung der wahren Religion huldigen.
    Schlimmer noch die Menschen, die es heute noch ablehnen zu akzeptieren……dass das wilde Tier im Menschen….immer noch die Oberhand hat.

    Gier, Neid, Geltungssucht…..auch heute noch die größte Antriebskraft……neben dem Sexualtrieb, der grade versucht wird, weggegendert zu werden.
    Der Mensch kommt halt nich raus aus seiner Haut….egal welch phrasenhafte Reden er oder sie auch schwingt.
    Und…in spätestens 30 Jahren haben wir den Mars kolonialisiert…….jede Wette.
    Onkel Heinz……….bei 7 Mrd. Menschen gibbet immer ein paar Mutige

  46. Ich reibe mich an der Wortwahl. Ohne Frage ist Neugier in seiner unterschiedlich starken Ausprägung eine Neigung, die gefördert oder unterdrückt werden kann -> Lernen. Man kann sicher von einem genetischen Einfluss ausgehen. Beim Menschen ist es aber etwas, das zumeist einer reflektiven Kontrolle unterliegt, also dem Geistigen untersteht.

    Instinkt hingegen bezeichnet ein angeborenes Verhalten, das nicht erlernt wird -- sie z.B. Wikipedia. Ich würde drum hier lieber die Begriffe trennen.

  47. @Heinz

    Das Denken, dass der Mensch vor allem Opfer seiner Triebe sei, wurde vor allem seit S. Freud populär. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Wenngleich man hier gewisse Neigungen verspürt, ist man in der Regel seinen Bedürfnissen nicht vollends ausgeliefert. Kulturelle Mechanismen, vor allem aber das entscheidende Ich liefert oftmals ein Gegengewicht, das zu wahrhaft menschlichen Verhalten führt.

    Vor allem Viktor Frankl hat das theoretisch vertieft. Aber er war nicht nur Psychiater und Analytiker, sondern konnte durch sein eigenes Schicksal seinen Worten Nachdruck verleihen. Als Überlebender von 3 KZs muss man ihm glauben, dass schwere Umstände den Menschen keineswegs zum Tier machen und ihn verrohen lassen. Der Mensch ist letztlich nicht nur triebgesteuert oder instinktgetrieben.

  48. @Martin
    Mag ja alles sein…..aber welche Menschen haben sich bisher durchgesetzt?
    Die Brutalen….die Machtgeilen…….die Realitätsverweigerer.

    Sorry…..KZ ist kein Argument….immerhin habe ick 1,5 Jahre bei der NVA überlebt….und anhand der EK-Bewegung wurde mir ganz schnell klar, das minderbemittelte Individuen es ganzt besonders auskosten, a Stückerl Macht besitzen zu dürfen.

    Nach Zwangsantritt als einberufener Wehrpflichtiger…is mein humanistisches Weltbild…..innerhalb von 3 Tagen komplett zusammengebrochen, obwohl der Staatsbürgerkundeunterricht……mir jahrelang das Gegenteil beweisen wollte.

    Man muss ein Schwein sein…..um in dieser Gesellschaft zu Amt und Würden zu kommen…..das war schon im real existierenden Sozialismus so und ist auch heute noch so.
    Deswegen bin ick immer noch kleiner Prolet und nicht Politiker.
    H.E.

  49. @Martin Landvoigt #46
    Wenn Sie Instinkt als angeborenes Verhalten bezeichnen, liegen Sie natürlich richtig.
    Das ist bei der Neugier nicht anders, und ist, wie man herausgefunden hat, z.B. bei Kohlmeisen genetisch festgelegt. Siehe auch oben im ersten Textabsatz.

    Auch beim Menschen ist die Neugier ein angeborenes Verhalten, wie man z. B. u.a. hier nachlesen kann.

    Beim Menschen ist es aber etwas, das zumeist einer reflektiven Kontrolle unterliegt, also dem Geistigen untersteht.

    Es gibt viele „Instinkte“ / angeborene Verhaltensweise, die der Mensch kontrollieren kann, mache sogar kontrollieren muß, das ist also kein Ausschlusskriterium, schließlich muß „Mensch“ mit einer Gruppe zusammen leben, Konflikte vermeiden.

  50. @Martin Landvoigt -- PS
    Und natürlich sind die Instinkte je nach Individuum unterschiedlich stark ausgebildet.

  51. @Martin Landvoigt #47

    Das Denken, dass der Mensch vor allem Opfer seiner Triebe sei, wurde vor allem seit S. Freud populär.

    Hier ist aber vom „Opfer seiner Triebe“ keine Rede, zumal es ja im Großen und Ganzen nicht stimmt.

  52. @Heinz #48

    So sind die unterschiedlichen Erfahrungen. Ich habe in der Bundeswehr erfahren, dass sich ein Staatsbürger wehren kann wenn solche Mitläufer aus der EK Bewegung aber auch Vorgesetzte rumspinnen und zwar ohne Repressalien.
    Das ist der Unterschied zwischen der Bundeswehr als Armee eines freien demokratischen Landes und der NVA der Armee einer Diktatur.

  53. @Heinz

    Ich finde diese Erfahrung äußerst bedauerlich:

    Nach Zwangsantritt als einberufener Wehrpflichtiger…is mein humanistisches Weltbild…..innerhalb von 3 Tagen komplett zusammengebrochen, obwohl der Staatsbürgerkundeunterricht……mir jahrelang das Gegenteil beweisen wollte.

    Allerdings denke ich, dass man sich in jeder Richtung Illusionen machen kann. Wenn man unter Humanismus an solche Sprüche denkt:

    ‚Edel sei der Mensch, hilfreich und gut.‘
    … und dabei noch versteht, dass dies nicht nur ein unerreichbares Ideal sei, sondern bereits Wirklichkeit, dann wird man zwangsläufig enttäuscht. Natürlich gibt es auch das Böse -- aber das gewinnt nicht immer. Die Reale Welt ist stets durchwachsen. Man findet mutmachende und vorbildliche Menschen, wie wohl auch abgrundtief böse. Oft wandelt es sich auch im Menschen … aber ebenso menschlich ist es, bei allem Realismus, nach dem Guten zu streben -- trotz Rückschläge und Schwierigkeiten. Wenn wir dies aufgeben, verlieren wir etwas wesentliches.

    Oft aber wird ein cooler Zynismus vorgespielt, aber wenn es darauf ankommt, sind die Menschen oft besser als sie vorgeben. Andererseits halten Idealisten ihre Ansprüche oft nicht durch. Dennoch denke ich, dass das Propagieren des Guten das Bessere ist.

    Dem Guten nachzustreben, macht einen Menschen aber nicht zum Gutmenschen. Jener mag zwar von einem ehrenhaften Motiv getrieben sein, gleitet aber durch blinden Aktivismus in sein Gegenteil, und macht mit der Unvernunft mehr schlecht als recht.

  54. @Günter Heß #52
    Hier ist nicht der Ort, der Bundeswehr einen Heiligenschein zu verpassen oder sie als Hort der Demokratie zu preisen, das gehört hier nicht in den Kontext.

    Sowohl hier, als auch „drüben“ beseht / bestand die Armee aus einer willkürlichen Zusammenwürfelung von Menschen in geordneten hierarchischen Strukturen, was heißt, hier wie da gibt und gab es Kameradenschweine, Schleifer und charakterlose Menschen , die Rekruten und unteren Rängen das Leben schwer machen. Die Bundeswehr ist da auch nicht gefeit vor und hatte ihre diversen Skandale. Und wenn dann mal ein Fall publik wurde, meldeten sich im nach hinein diverse andere Standorte, bei denen ähnliches vorgefallen war und sich die Betroffenen bis dahin bedeckt gehalten haben -- Gründe hierfür gibt es viele, Druck, Repressalien, „Kameraderie“ etc. Das ist nicht grundsätzlich eine Frage von Diktatur oder Demokratie -- denn worauf Heinz in seiner #48 raus wollte war ja

    aber welche Menschen haben sich bisher durchgesetzt?
    Die Brutalen….die Machtgeilen…….die Realitätsverweigerer.

    Das ist in der Armee nicht anders. Und wie oft die Beschwerdestelle nicht genutzt wird / wurde wissen nur die, die sie eigentlich genutzt haben sollten.

  55. @Günter
    Naja…..nachdem so einige Bundeswehrskandale ans Tageslicht gekommen sind, war wohl bei euch drüben auch nicht alles Gold was geglänzt hat.
    Natürlich waren auch bei uns die Extremformen der EK-Bewegung verboten……aber schon die kleinen täglichen Schikanen durch Dienstältere oder Emporkömmlinge ab Uff´s aufwärts…….haben gereicht um am mühsam erworbenen Menschbild zu zweifeln.
    Zusätzliche Belastung war dann auch noch, das reihenweise unsere Frauen oder Freundinnen die bis zu 12 Wochen Freiheit……auf ihre Art und Weise genutzt haben, in meiner Dienstzeit haben sich 2 Rekruten das Leben genommen wegen Liebeskummer, war wohl bei einem kein schöner Anblick.

    Mir fällt da grad wieder dieses Stanford-Gefängnisexperiment ein…oder noch besser:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Milgram-Experiment
    Beide Studien sind umstritten……aber eine Interpretation hat mir ziemlich gut gefallen:
    „““Der US-amerikanische Evolutionsbiologe Marc Hauser sieht in dem Experiment eine Bestätigung seiner, in dem Buch Moral Minds dargelegten Theorie, dass das menschliche Gehirn evolutionär veranlagte Kapazitäten besitzt, Autorität zu folgen, wie sie auch bei Primaten zu finden sind“““

    Also doch nur gut erzogene/angezogene Affen?
    H.E.

  56. @ Krishna Gans 10. Oktober 2016 18:31

    Es gibt viele „Instinkte“ / angeborene Verhaltensweise, die der Mensch kontrollieren kann, mache sogar kontrollieren muß, das ist also kein Ausschlusskriterium

    Letztlich muss man sich über die Wortwahl nicht streiten. In der Sache haben wir offensichtlich wenig Differenzen. Mir ist jedoch der Aspekt, dass Neigungen vom Menschen meist bewusst gefördert oder unterdrückt werden, wichtiger als der Ursprung der Neigung an sich.

    Wie ist denn zu beurteilen, dass in unterschiedlichen Kulturen eine stark divergentes Verhalten hinsichtlich Dynamik und Innovationen zu beobachten ist? Manche Gesellschaften stagnieren über Jahrzehnte oder Jahrhunderte, bei den benachbarten Kulturen wird eine rasante Entwicklung beobachtet. Ich glaube nicht, dass dieser Befund genetisch/völkisch zu erklären ist.

  57. @Heinz #55
    Schön, Du hast in Absatz 2 die Kurve gekriegt und damit BW / NVA zu den Akten gelegt hat, wobei die Hierarchien in Armeen generell ein gutes Objekt zur Verhaltensforschung hergeben.
    Der Hauser zieht den Vergleich Mensch / Primat. -- der Mensch gehört auch den Primaten an, wie auch die Menschenaffen -- befremdlich.

  58. @Martin Landvoigt #56

    Mir ist jedoch der Aspekt, dass Neigungen vom Menschen meist bewusst gefördert oder unterdrückt werden, wichtiger als der Ursprung der Neigung an sich.

    Gefördert wird Positives, bzw. was in der Gruppe als positiv empfunden wird, unterdrückt Gruppenschädliches, bzw was so empfunden wird. Wobei man hier den Begriff „Gruppe“ natürlich weit fassen kann, also auch Staat -- oder nur Familie.

    Ich glaube nicht, dass dieser Befund genetisch/völkisch zu erklären ist.

    Die s. g. Neugier führt ja nicht zwangsweise zu Neuerungen, es muß ja z. B. auch ein Bedarf an Neuerungen existieren. Als z. B. die Ägypter den Griechen voraus waren, sind nicht wenige weise Griechen nach Ägypten gezogen um von deren Kenntnissen profitieren zu können.
    Man darf auch nicht vergessen, Innovationen kosten Geld, das ja nicht auf Bäumen wächst, folglich musste man Innovationen „verdienen“ -- war kein Geld vorhanden, herrschte Stagnation bei den Innovationen, egal wie neugierig Einzelne waren. und was ihnen u. U: an Neuerungen vorschwebte.
    Bauformen des Pflugs z. B. haben sich ja auch nach und nach hin zur mehr Effektivität verändert, oder das Pferde Geschirr, Sattel usw.

  59. @Martin Landvoigt PS
    Vielfach war ja die Religion, egal welche, eine sehr starke Innovationsbremse, nicht immer, nicht auf allen Gebieten, denn nicht umsonst waren die Araber früher in der Medizin führend.

  60. PPS
    Neugier führt ja nicht nur zu „Innovationen“ -- sondern auch zu Kenntnissen, Fähigkeiten -- für die es viele Zeugnisse gibt.
    Die arabische Medizin nannte ich schon, nehmen wir noch die Ägypter hinzu, deren damalige Instrumente denen von heute zum Teil sehr ähnlich sehen, die sich zum Teil dank div.. Papyri dann früher oder später auch im Abendland verbreitet haben. Oder man kam „heute“ auf die gleichen Bauformen dank der entsprechenden Gegebenheiten, so sie sich nicht z. B. durch die Römer weiter verbreitet wurden.

  61. @Krishi
    Naja, in Kurven kriegen bis ick ja fast unschlagbar…..*grins.

    Weißt Du was mir spontan zur „Neugier“ eingefallen ist?
    Die Sendung mit der Maus…..und Peter Lustig, hab beides gern geschaut, weil es meine Neugier befriedigt hat.
    Ähm, kann man Neugier auch mit Wissensdurst vergleichen oder ist dat wieder ne andere Baustelle?
    H.E.

  62. @Krishna Gans 11. Oktober 2016 13:17

    Vielfach war ja die Religion, egal welche, eine sehr starke Innovationsbremse, nicht immer, nicht auf allen Gebieten, denn nicht umsonst waren die Araber früher in der Medizin führend.

    Religion war ihrerseits ein Bereich auf den sich die Neugier fokussierte. Die Wirkung verfasster und verfestigter Religion ist allerdings differenziert zu beurteilen.

    Religion ist ein polymorphes Phänomen dass sich zum Einen mit existenziellen Erfahrungen, philosophischen Fragen, Normativer Ausgestaltung von Moral, psychohygienischen Bedürfnissen, aber auch Gemeinschaftserfahrungen, funktionaler Machterhalt und kulturstiftenden Funktionen amalgierten. Im religiösen Umfeld wurden teilweise Kräfte der Innovation und der Neugier freigesetzt, andererseits auch konservative bis repressive Systeme unterstützt.

    Zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert fand die Islamische Expansion statt. Neben einer militärisch erfolgreichen Strategie wurden viele Erkenntnisse der unterworfenen Völker assimiliert. Vermutlich waren die besonderen fortgeschrittenen Erkenntnisse der Medizin persischen und indischen Ursprungs. Der Islam wirkte als Katalysator zu deren Verbreitung. Spätestens seit dem 12. Jahrhundert überwogen im Islam die konservativ-repressiven Kräfte. Die kulturelle Führerschaft ging immer stärker in den christlichen Kulturraum über … und hat diese Rolle bis heute inne.

    Erst im 20. Jahrhundert kamen weltweit weitere Kulturen -- vor allem im ostasatischen Raum hinzu, die aktiv eine Kulturelle Entwicklung beförderten.

  63. @Heinz #61

    kann man Neugier auch mit Wissensdurst vergleichen oder ist dat wieder ne andere Baustelle?

    Wissensdurst dürfte sicher ein Teilaspekt der Neugier sein, womöglich sogar eine Erweiterung -- aber definitiv keine neue Baustelle. 🙂

  64. @Martin Landvoigt Nachtrag

    Wie ist denn zu beurteilen, dass in unterschiedlichen Kulturen eine stark divergentes Verhalten hinsichtlich Dynamik und Innovationen zu beobachten ist? Manche Gesellschaften stagnieren über Jahrzehnte oder Jahrhunderte, bei den benachbarten Kulturen wird eine rasante Entwicklung beobachtet.

    Nehmen wir mal das alte China. Dort gab es recht viele Innovationen, Schießpulver, Kompass, Papier, Buchdruck, Porzellan, Seismoskop, ja sogar Nudeln -- um nur die paar zu nennen!
    Aber auf Grund der Abgeschiedenheit, der Entfernung, haben sie kaum den Weg aus China heraus gefunden bzw es hat sehr lange gedauert.
    Andere Gesellschaften litten einfach nur unter Ressourcenmangel, aus welchen Gründen auch immer.

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