Ulli Kulke auf Welt Online zur Gentechnikphobie: Die Angstmaschine arbeitet wieder

27. Februar 2014 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

donnerunddoria„Die Debatte um gentechnisch veränderte Feldfrüchte (GVO) nimmt wieder Fahrt auf. Der Grund: Der Europäische Gerichtshof hat die EU-Kommission aufgefordert, den Anbau der Genmais-Sorte 1507 zuzulassen. Es gebe keinerlei Gründe, sagen die Richter, die Zulassung weiter hinauszuzögern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat der Sorte bereits vor neun(!) Jahren wohlbegründet ihre Unbedenklichkeit bescheinigt und mehrfach bestätigt.

(…) Keine wissenschaftlich fundierte Studie liefert heute einen Grund dafür, dass gentechnisch veränderte Pflanzen für die Gesundheit oder die Umwelt aus Prinzip – also deshalb, weil sie Ergebnis eines biotechnischen Eingriffs seien – eine Gefahr darstellten. Macht nichts, hat man die Angst erst einmal etabliert, ist die Ratio unnötig.“

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15 Kommentare
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  1. Tja, aber schön ist es doch, wenn Landwirte ihr Saatgut selbst herstellen können und selbst bevorraten können.

    NUR DARUM GEHT ES !!!

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

  2. @ Kolpak:

    Wäre es denn auch schön, wenn Bauern ihre Traktoren und sonstigen Maschinen selbst herstellen? Ihren Treibstoff? Ihre Gebäude? Sollen Bauern denn auch ihre Tiere selbst verarzten? Was also ist so wertvoll an Autarkie?

  3. Ganz normale Hybrid-Sorten können auch nicht nachgezüchtet werden, da nur die erste Generation die gewünschten Eigenschaften zeigt, die in der Folgegeneration wieder auseinander mendeln.

  4. Gute neue Technologie wird sich immer durchsetzen, auch Gentechnik.
    Da aber Wissenschaft nicht frei ist, sondern von Aufträgen abhängig ist, habe ich das gleiche dumme Gefühl wie beim EEG und Klimaschutz.
    Wer soll 1507 essen?

    1507 ist widerstandsfähig gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

    Ist Glyphosat gesund?

    Warum hat Obama Monsanto mit einem eigenen Bill weltweit haftungsfrei gestellt?

    Eine Leipziger Professorin konnte letztes Jahr ihre Erforschung von Glyphosat nicht durchführen, weil sie keine glyphosatfreie Vergleichsgruppe bilden konnte.

    1507 muß man nicht essen aber Glyphosat hat fast jeder schon intus?

  5. Für Landwirte wäre es schön, sie könnte alles frei wählen, auch, den Traktor selbst herstellen. Wäre einfach aber das geht nur mit großen Aufwand.

  6. W. Rassbach
    Hier geht vieles durcheinander. In 1507 wurde ein Resistenzgen gegen Glufosinat eingebaut, dass jedoch nicht als Herbizidresistenzeigenschaft genutzt wird, sondern als Markergen zur Selektion der anderen, wichtigeren Eigenschaft der Insektenfraßresistenz durch das eingebaute Bt-Gen diente. Die Anwendung des Herbizides wird durch den Hersteller (Pioneer) selbst ausgeschlossen. Zudem ist der Einsatz von Glufosinat in Mais und anderen Kulturpflanzen durch das BVL kürzlich verboten worden. Man sollte also nicht der Propaganda von BÖLW und anderen Bio-Interessengruppen aufsitzen.
    Hier übrigens ein interessantes Interview ausgerechnet in der taz, das zeigt, dass die Landwirte die Vorteile solchen Saatguts nutzen würden, wenn sie denn dürften. http://www.taz.de/Landwirt-ueber-den-Anbau-von-Gen-Mais-/!133307/
    Auch der Zirkus um Glyphosat ist reines Propagandageschrei von BUND und Co, die die Leipziger Professorin hofieren, weil sie „Forschung“ nach deren Geschmack macht. Aber das ist ein anderes Thema.
    Wie Tritium schon schrieb, Wiederverwendung von Saatgut ist bei Mais heutzutage vollkommen unüblich, das das konventionelle Saatgut fast zu 100 % Hybridsaatgut ist. Und das kaufen die Landwirte freiwillig, weil der Ertrag stimmt. Davon Saatgut aufzuheben ist unsinnig, weil 1. der Ertrag zurückgeht und 2. eine Aufspaltung der Eigenschaften erfolgt und damit auch solche für die maschinelle Landwirtschaft unerwünschte Variationen in Abreifezeitpunkt und Wuchshöhe auftreten. Gemüsesaatgut ist übrigens auch zu 90 % Hybridsaatgut (bei Tomate zu 100%) und wird auch im Bioanbau genutzt. Auch hier kommt keiner auf die Idee zu fordern, dass alle Sorten nachbaufähig sein sollen.
    Mir ist es auch ein Rätsel, warum bei diesem Thema Autarkie gefordert wird, aber alle ganz prima von gegenseitigen Abhängigkeiten leben. Aber das ist wohl auf die Propaganda der Bio-Industrie und der selbst ernannten Umweltschützer zurück zu führen.

  7. Also ich denke einem Vegetarier nutzt die vegetarischste Ernährung nichts, wenn er zu viel Zucker konsumiert. Das sieht man z.B. an Dirk Bach, einen bekennenden Vegetarier. Kein Wunder, dass er Übergewicht und Diabetes hatte und einen Herzschlag erlitten hat. Zucker nährt zudem Krebszellen.

    Als Vegetarier/ Veganer kann man sich auch von fettigen Chips, Pommes und Cola und Süßigkeiten ernähren. Das ist bestimmt auch nicht gesund.

    Wenn man sich ausgewogen ernährt ist es vermutlich völlig egal, ob das überwiegend fleischlich, oder pflanzlich geschieht.

  8. Es wird höchste Zeit, die grünen Lobbyinstitutionen, vornehmlich Greenpeace, zu untersuchen, wie es jetzt mit dem ADAC geschieht. Greenpeace, vom Staat (uns Steuerzahlern) und der Industrie (!) bezahlt, man nennt das Ablasshandel, lebt außerdem von Spenden und die bekommt man, wenn Angst verbreitet wird. Diesen Rattenfängern verdanken wir auch das unselige EEG. Kein Landwirt kauft Saatgut, wenn er sich keinen Vorteil verspricht und die Vorteile sind ja wohl vorhanden. Die Umwelt-NGos sind inzwischen Wirtschaftsunternehmen und verfolgen immer mehr wirtschaftlichen Interessen. Gründungsväter vom BUND und Greenpeace sind deshalb schon aus diesen Unternehmen ausgetreten.

  9. Ups, mein Kommentar ist unter dem falschen Artikel gelandet. Ich stelle den noch mal beim richtigen Artikel rein.

  10. Passend dazu:
    Die Grünen stehlen unseren Kindern Zukunftswissen

    Vergangenes Jahr hielt die rot-grüne Regierung Niedersachsens im Koalitionsvertag fest: „Das Projekt HannoverGEN wird beendet.“ Labore, die den Schulen die Möglichkeit gaben, praktische Einblicke in die Pflanzengenetik zu vermitteln, waren nicht mehr gewünscht. Der Protest vieler Schüler nützte nichts.
    Baden-Württembergs grün-rote Regierung geht nun einen Schritt weiter und möchte den Biologie-Unterricht ganz abschaffen. Das Fach soll in einem Gemischtwarenladen namens „Naturphänomene und Technik“ aufgehen. Bedeutsame Themen wie Pränataldiagnostik oder Klonen kommen dann im Lehrplan nicht mehr vor.

    Wer als Schüler nichts gelernt hat, stellt später vielleicht weniger Fragen und akzeptiert, ohne zu murren, alle Forschungs- und Anwendungsverbote grüner Minister.

  11. Was offenbar die meisten Pädagogen nicht wissen:

    In wenigen Fächern tief einzusteigen ist für die Entwicklung des menschlichen Gehirns wichtiger als in vielen Fächern in die Breite zu gehen. Es geht bei der Gehirnentwicklung, um eine Vernetzung und das funktioniert vor Allem über die vertiefte Beschäftigung mit einem Thema.

    Anders ausgedrückt. Es ist besser für die Entwicklung eines Schulkindes in Mathe und Deutsch tief einzusteigen und gute Grundlagen zu legen, als in Erdkunde, Bio, Sozialkunde und Religion viel BlaBla zu reproduzieren.

    Es ist doch banal. Die komplexen Prozesse die in einer Müllverbrennungsanlage ablaufen sind doch für die meisten Erwachsenen nicht greifbar. Nur wenn man die Chemie und die Physik von den Grundlagen her aufbaut hat man eine Chance das zu verstehen. Unterrichtet man das in der 6. Klasse bleibt es beim oberflächlichen BlaBla.

    In der Tat die grüne Bildungspolitik betrügt die Kinder um ihre Geistesentwicklung und Erziehung als mündige Staatsbürger.

  12. @Günter,

    die Pädagogen haben es mitunter auch nicht leicht, sitzen zwischen allen Stühlen. Eltern nehmen ihre Erziehungsaufgaben nicht wahr, sehen sich eher in so einer Funktion wie Manager, dabei gehen elementare Dinge wie Respekt und Rücksichtnahme auch Fremden und Anderen gegenüber den Bach runter. Das muss dann die Schule ausgleichen, damit sind die aber überfordert. Bildungspolitiker haben das teils erkannt, kommen aber auf Lösungsvorschläge die die Situation nur noch verschlechtert, weil sie noch mehr Erziehung in den Schulen haben wollen. Siehe BW. Die Familie muss die Erziehungsarbeit leisten, das kann niemand sonst, die Schule soll sich auf die Bildung konzentrieren. Freilich gibt es da Schnittstellen und Überlappungen, aber es muss klar sein, wo die Kernkompetenz ist.

  13. Hallo Günter #11

    In wenigen Fächern tief einzusteigen ist für die Entwicklung des menschlichen Gehirns wichtiger als in vielen Fächern in die Breite zu gehen. Es geht bei der Gehirnentwicklung, um eine Vernetzung und das funktioniert vor Allem über die vertiefte Beschäftigung mit einem Thema.

    In der Einleitung zu einem interessanten Interview mit dem Hirnforscher Ernst Pöppel in der WELT heißt es:

    In bestimmten Situationen kommt es auch zur Schwarmdummheit. Sie entsteht aus dem Verlust der Fähigkeit, sich in die Perspektive von anderen hineinzudenken. Insofern ist Dummheit durchaus ein Thema für die Hirnforschung.

    Die Unfähigkeit sich in die Perspektiven anderer hineinzudenken findet man ja vielfach in politischen Debatten, wobei ich das den „Alphatieren“ nie ganz abkaufe, wenn sie auf ihrer Perspektive beharren und andere ausblenden. Wer seinen Gegner bekämpfen will, muss sich auch in dessen Perspektive versetzen können, sonst wird er keine stichhaltigen Argumente finden können.

    Aber wenn wir jetzt mal von den „Alphatieren“ weg gehen, und uns die Debatten anschauen, wie sie beispielsweise im Internet ausgetragen werden, auch und gerade bei Themen wie Klimawandel und Energieversorgung, dann ist doch deutlich zu erkennen, dass sich ein Großteil der Diskutanten nicht in der Lage sieht, andere Perspektiven anzunehmen. Das heißt ja nicht, dass man diesen folgen muss, doch ein gewisse Empathie in dem Sinne dass man Argumentationsketten und Perspektiven seiner Gegner verstehen sollte, um die Auseinandersetzung überhaupt zu begreifen, das vermisse ich sehr. Das betrifft alle Seiten, weshalb die Debatten mich manchmal geradezu anekeln.

  14. Hallo Quentin,

    Im Grunde ist ein Beispiel für Schwarmdummheit diese „Leugnerrhetorik“ die von einigen Klimapolitaktivisten unter ihrem Wissenschaftlerdeckmantel in die Klimadebatte eingeführt wurde. Mich hat das damals angeekelt als ich das zum ersten Mal gelesen habe. Da geht es mir wie Dir. Ich denke es ist ein gesunder Reflex angeekelt zu sein, wenn er politische Gegner beschimpft wird, statt über seine Argumente diskutiert wird.
    Ebenso ergeht es mir wenn ich lese wie Naturwissenschaftler als „Alarmisten“ beschimpft werden, wenn sie in ihren Fachgebiet ein Paper schreiben.

    Grüße
    Günter

  15. Passend zum Thema auf „eigentümlich frei“ von Henning Lindhoff
    „Normann Borlaug: Brot für die Welt“

    ein Auszug daraus:

    Norman Borlaug widerlegte zu Lebzeiten die Theorie der Malthusianischen Katastrophe, die Theorie eines britischen Pfarrers, dass ein naturgesetzlicher Zyklus für die fortschreitende Verelendung der Bevölkerung durch Krankheit und Seuchen verantwortlich sei. Borlaug bewies, dass, anders als von Robert Malthus vorhergesagt, die Marktwirtschaft sehr wohl die Versorgungslage der Menschheit verbessert. Borlaug plädierte nicht für selbstkasteiende Enthaltsamkeit und für staatliche Geburtenkontrollen, nicht für Nachhaltigkeit und ökologisches Gewissen, wie es Malthus‘ Anhänger noch heute tun. Er setzte den steigenden Geburtenraten schlicht und einfach eine wachsende Produktivität entgegen. Borlaug rettete mit seinen Forschungen Millionen von Menschen vor dem Hungertod. Ohne politische Ideologie. Ohne Pläne. Ohne Hokuspokus. Allein durch die Schaffenskraft von rationaler Wissenschaft und Ökonomie.

    Besonders bekannt wurde der ertragsstarke Mexiko-Weizen, dem ein Gen zum „Zwergwuchs“ einer japanischen Sorte eingezüchtet wurde. Dieser „kurzbeinige Weizen“ kann aufgrund seines kurzen und kompakten Halms die schwere Ähre tragen, ohne abzuknicken. In den frühen 1960er Jahren hatten die mexikanischen Landwirte Borlaugs Züchtungen übernommen, die Weizenernte versechsfachte sich im Vergleich zu den 1940er Jahren

    karl.s

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