Verstaubte Klimamittel des DWD — es geht auch anders!

4. September 2011 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Klimawandel

Logo mit Schriftzug des Wetterdienstes WetterOnline

In seiner jährlichen Pressekonferenz bewertet der DWD – wie auch jüngst geschehen – das Wetter des jeweils vergangenen Jahres immer noch im Vergleich zur amtlich verordneten, starr festgelegten sogenannten „Normalperiode“ 1961-1990. Weil die Mitteltemperatur in den vergangenen Jahrzehnten im Vergleich zu dieser Periode auf einem höheren Niveau lag, erscheint jedes Jahr, jeder Sommer oder Winter und auch einzelne Monate demgegenüber fast immer „zu warm“. Man führe sich dazu die Rede des Herrn Müller-Westermeier, Leiter des Bereichs Klimaanalyse des DWD, zu Gemüte.

Unser Wetter muss sich also permanent mit einem Referenzwetter messen, das z.B. ein heute Vierzigjähriger nie erlebt hat. Jede Veränderung des Erwärmungstrends, selbst wenn dieser über ein Jahrzehnt anhält, wird aufgrund dieses Tricks unter den Tisch gefegt. Kein Wunder, wenn die Einordnungen des DWD immer häufiger Befremden auslösen.

Das es auch anders geht, zeigt jetzt das Wetter-Portal WetterOnline, welches von der WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH betrieben wird. WetterOnline wird fortan die Jahre 1981-2010 als Referenzperiode benutzen und somit Veränderungen der Wetter-Realität („zu warm“, „zu kühl“) anhand der aktuellsten Klimaperiode messen! Somit dürften die Bewertungen „zu warm“ und „zu kühl“ endlich besser zur erlebbaren Realiät passen und klimatische Veränderungen besser berücksichtigen, als das AGW-konforme „zu warm, zu warm“-Geblöcke des DWD.

Wie WetterOnline ergänzend in der hier veröffentlichten Entscheidung schreibt, ist auch unser Nachbarland Österreich schon fortschrittlicher als der linientreue DWD. Die dortige „Zentralanstalt für Meteorologie und Klimatologie“ ZAMG bezieht sich immerhin schon auf den Referenzzeitraum 1971-2000.

Weiter erfährt man bei WetterOnline, dass der DWD in 2020 eine radikale Umstellung plant. Dann soll schlagartig der Zeitraum 1991-2020 als „Normalperiode“ gelten. Ein derartig festgelegtes — in der Natur keinerlei Entsprechung besitzendes — Raster mag ja gesellschaftlich-zivilisatorisch begründet sein, spricht aber den natürlichen, allmählichen Klimaveränderungen Hohn. Wenn es dann auch noch derart starrsinnig angewandt werden soll, ist das ein Offenbarungseid für das Wetter/Klima-Verständnis bzw. für die Arroganz und das interessengeleitete Handeln der Entscheidungsträger.

Der Wirklichkeit am nähesten kommen kann aber erst eine gleitende Vergleichsperiode, immer im jeweiligen Vorjahr endend. Wenn die WMO (World Meteorological Organization) für Klima eine Minimalperiode von 30 Jahren zugrundelegt, welchen Grund gibt es denn, diese jüngste 30-Jahres-Periode zu ignorieren?

Aber soweit ist selbst WetterOnline noch nicht.

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Dieser Artikel wurde auch bei KlimaZwieback veröffentlicht.

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8 Kommentare
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  1. Dazu passt auch folgendes Video: „Wetterfrösche von ARD und ZDF entlarven Klima-Statistik-Schwindel“:

  2. @Climateobservertor

    Ich wünschte Du würdest, wie alle Autoren hier, deine Beiträge und Artikel gedruckt unter das nicht mit dem Internet vertraute Leser bringen können.

    @Rainer Hoffmann

    Wetterfrosch Gunter Tiersch präsentiert die „Klimazahlen für den Sommer und heute für den August“ . Wer da wohl gewinnt? Danke für das Video.

    Varus

  3. Hmm, die satellitengestützten Temperaturreihen haben seit langem eine solche „aktuelle Referenzperiode“, da sie erst im Jahre 1979 mit ihren Messungen angefangen haben. Und die konnten in den letzten 10 Jahren auch nur einmal was von „kühler als Referenzperiode“ melden (2008). Ich würde mir da also keine Verbesserung erwarten.

  4. @Rainer Hoffmann
    Sehr schön, das Video. Sven Plöger lehnt sich da gar nicht so weit aus dem Fenster. Denn er dürfte wissen, dass der DWD nicht allein ist auf der Welt.

    Zum Beispiel: weist WetterOnline in dem Folgeartikel „Jeder Sommer ein Sensation“ nun darauf hin, daß neben Österreich auch die Niederlande, Belgien und Norwegen eine neuere Referenzperiode benutzen (ich hab das nicht überprüft, gebe es einfach hier so wieder).

    Zum Beispiel: die NOAA — auf deren Website kann man sich hier selbst Vergleichskarten für die verschiedensten Wetterparameter über fast beliebige Zeiträume zusammenbasteln. Dabei weist NOAA ausdrücklich darauf hin, das auch sie den Zeitraum 1981-2010 als Referenzperiode verwendet. … Tolle Möglichkeit übrigens. So kann man sich z.B. die Sommerperiode Deutschland selbst „basteln“.

    Also auch hier noch mal: Sven Plöger in dem Video lehnt sich nicht wirklich aus dem Fenster.

    WetterOnline entlarvt in dem obigen Artikel anhand dieser Grafik den Unsinn der lt. DWD ständig „unnormalen“ Sommer.

    Also, ehrlich gesagt, wenn ich das alles so summiere, kann ich ausser den nackten Daten vom DWD nichts mehr ernst nehmen. Der steht voll im Propagandadienst der AGW-Hypothese. Das ist umso alberner, als ja Deutschland nur einen Bruchteil der Erdoberfläche bedeckt und die klimatische Entwicklung hierzulande also laufen kann, wie sie will, ohne dass das irgendeine Bedeutung für die Entwicklung des globalen Klimas hätte.

    Beste Grüsse

  5. @Marvin Müller, betreffs „Verbesserung“
    Kommt darauf an, was Sie unter „Verbesserung“ verstehen … oder meinen, was ich darunter verstehe.

    Sie scheinen zu glauben, für mich sei eine neuere Referenzperiode Mittel zum Zweck, um „wärmer“ durch „kühler“ zu ersetzen? Vordergründig vielleicht. Aber ich denke allgemeiner. Aussagen wie „zu warm“ oder „zu klalt“ auf die letzten 30 Jahre bezogen sind nun einmal 1) am nächsten dran an der erlebten und wahrgenommenen Realität, 2) am nächsten dran an aktuellen Klimaveränderungen.

    Das schliesst ja nicht aus, das aktuelle Jahr auch auf einen anderen oder längeren Vergleichszeitraum zu beziehen. Das ist ja nicht verkehrt und hat seine Berechtigung. Die Frage „wie sind die Temperaturen des aktuellen Jahres im Vergleich zu den letzten 150 Jahren“ ist interessant, die Frage „wie sind die Temperaturen des aktuellen Jahres im Vergleich zur aktuellen Klimaperiode (1981-2010)“, was die jüngste Veränderung des Klimas angeht, notwendigerweise interessanter!

    Bei irgendwelchem anderen „Referenzperioden“ -- wie z.B. 1961-1990 fehlt mir der aktuelle Bezug. Und welches spezielle Interesse haben wir denn an dieser Klimaperiode? Ich kann keine erkennen. Oder an 1941-1970? Oder 1975-2004? Wäre ebenso willkürlich.

  6. Psssst, wir sind auf „Achse“……….

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutscher_wetterdienst_auf_katastrophen_trip/

    Und Tschüss
    H.E.

  7. der DWD möchte jetzt auf bessere Analysetechniken zurückgreifen

    http://runecards.co.uk/albums/assets/images/autogen/a_100_3547A_Shaldon_weather_forecast_stone_.jpg

  8. achgut.com (Maxeiner & Miersch):

    Selbstmord oder Aliens?

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