Vom Dogma zum Diskurs in der Klimadebatte

5. Februar 2017 | Von | Kategorie: Blog

GermanyEinen ersten Schritt dazu machte das amerikanische „National Council for Science and the Environment’s (NCSE)“ auf seiner Jahreskonferenz. Dort sprach ein ungewöhnlicher Gastredner. Newt Gingrich ein ehemaliger Sprecher des amerikanischen Repräsentantenhauses und ein Berater von Donald Trump im Präsidentschaftswahlkampf 2016. Newt Gingrich spricht dort als Experte für die Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung unter Donald Trump.

Seine Kernaussage bringt es auf den Punkt:

..one of the real tragedies that totally distorted the debate over climate change was that it got tied into the solution in a way that if you accepted the first you had to accept the second. And I think that was profoundly wrong.” – Newt Gingrich

Damit beschreibt er die Beobachtung, dass politische Lösungen direkt mit den naturwissenschaftlichen Ergebnissen zum  Klimawandel begründet werden. Die Auswirkungen dieser Vermischung können wir auf den verschiedensten Webseiten auch hier in Deutschland beobachten. Wir sehen zum Beispiel  hier wie Wissenschaftler dazu aufgerufen werden einzelne Wetterereignisse dem Klimawandel zuzuordnen:

Frage: Was können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser machen?

Antwort: Die spezifischen Extremwetter-Ereignisse dem Klimawandel zuordnen und zwar dann, wenn das Thema noch in den Medien ist.

Auf der gleichen Seite liest man aber, dass ein ein seröser Klimaforscher das nicht tun darf:

Frage: Wenn nun also beispielsweise bei der nächsten Hitzewelle ein Journalist bei Ihnen anruft und fragt: Ist der Klimawandel die Ursache?

Antwort: Auf exakt diese Frage lautet die Antwort weiterhin: Wir können nicht sagen, ob diese Hitzewelle durch den Klimawandel verursacht wurde.

Man sieht  deutlich wie Wissenschaftler wider besseres Wissen dazu angeleitet werden sollen ihre Interpretation und Behauptungen der politischen Absicht unterzuordnen. Es zeigt sich damit auch, dass diese Vermischung von Problem und Lösung falsch ist und in die Irre führt. Man kann deshalb der NCSE nur gratulieren mit dem Gastredner Newt Gingrich die Debatte für eine breitere Perspektive zu öffnen.

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10 Kommentare
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  1. Wir sollen manipuliert werden! Wem nützt das? Genau gegen die sollten wir angehen! Sie an den Pranger stellen, es muß ja nicht ein Marterpfahl sein.

  2. Herr Heß,
    kennen Sie einen gesellschaftlichen Bereich, der nicht vom Dogma beherrscht wird ?

    Wir haben ein ECTR und möglichst bald die sozialistische Einheitsmeinung, da wird es einen freien Diskurs nicht geben.

    Mathias Döpfner: „George Orwell war harmlos dagegen“

    Dem geht der Marsch in den Sozialismus wohl jetzt auch zu schnell oder er ist irgendwie aufgewacht.

  3. Man sieht deutlich wie Wissenschaftler wider besseres Wissen dazu angeleitet werden sollen ihre Interpretation und Behauptungen der politischen Absicht unterzuordnen.

    War ja eigentlich immer schon so. Auch im 3. Reich und unter Stalin und in der DDR.

    Herr Latif gibt das auch offen zu.

    Latif 2009 zu Climategate:

    “Wir haben einen bestimmten Hang, in bestimmten Fachzeitschriften, die sehr populär sind, dass nur Dinge veröffentlicht werden, die spektakulär sind. Und das verleitet Wissenschaft jeder Richtung, nicht nur in der Klimaforschung, dazu ihre Resultate so spektakulär wie möglich zu beschreiben. Weil dieses letztendlich auch in der Forschungsförderung honoriert wird.”

  4. Dazu passt ganz gut:
    NOAA whistleblower says Karl et al. “pausebuster” paper was hyped, broke procedures

    Das übrigens Wissenschaftler, die die s. g. Lehrmeinung lehren bzw. vertreten diese quasi bis aufs Messer, verteidigen, inkl. Diskreditierung der „Wider-den- Stachellöcker“, deren Arbeiten, Funde ist schon fast ein ungeschriebenes Gesetz, sowohl in de Archäologie, Geologie, Ägyptologie, in den Klimawissenschaften ist es nicht anders. Nur sind bei letzterer natürlich die politischen Auswüchse und Auswirkungen spürbar.

  5. Herr Reichert, das ist eine interresante Frage.

    Habe in einem anderen Forum die Erneuerbaren Energien diskutiert. Unter anderem auch die Frage der Investoren die ja davon profitieren sollten.
    Ueberraschenderweise sind es mittlerweile die Energiegrosskonzerne die die meisten Invesitionen taetigen. Geld geht zum Geld, Energiefirmen kennen ihren Markt. Das sind anders gesagt die Oelfirmen. So waehrend wir noch diskutieren ob das mit dem CO2 so wirklich ist, hat der Markt schon reagiert on sagt: macht ooch nischt! Dit koenn wa ooch!

    Ich weiss nicht mehr so recht ob das die ganze Misere erklaert. Es bleibt die Wissenschaftsfraktion und die Millionen Foerdergelder. Es bleiben die Grossen Egos dieser Welt, die sich damit profilieren, weil sie ansonsten einen ganz alten Hut aufhaetten… Und dann ist da die Politik…

    Zu viele die an dieser Pseudoreligion ein Interesse haben. Wahrscheinlich der Grund warum es sich so lange haelt.

    🙁

  6. Ich bin ein totaler Öko, samt Fahrrad und Gemüsegarten. Ich bin auf eure Seite gestoßen, weil ich die Umwandlung Deutschland in eine Energieerzeugungslandschaft ablehne. Mich erschrecken die Verwicklungen des BUND in die Geschäfte der WKA-Bauer, mich erschreckt die gnadenlose Opferbereitschaft von Tier und Umwelt. Ich sehe einiges anders als die Autoren hier aber bei den EE sind wir einer Meinung. Danke für euren informativen Blog. Aber da inzwischen selbst die CDU den Ausbau der Windkraft forciert, frage ich mich, wen ich im Herbst wählen werde?

  7. Man sollte deutlich den Begriff ‚Dogma‘ vom ‚Dogmatismus‘ trennen. Denn Dogma ist zunächst ein grundlegender Lehrsatz, der nicht zwingend bewiesen werden kann. Wenn man aber nur abgeleitete Aussagen zulassen will, wird man letztlich auf das Erkenntnisproblem stoßen. Darum ist das Dogma an sich weder zwingend falsch noch richtig. Natürlich muss man Dogmen auf den Prüfstand stellen. In der Regel wird man dann entweder feststellen, dass sie mögliche Deutungen sind oder dass sie im Widerspruch zu anderen Dogmen oder gesicherten Erkenntnissen stehen.

    Nur letztere Dogmen haben die Glaubwürdigkeit verloren … und wer ihnen dennoch anhängt, wird zu Recht dem Dogmatismus zugeordnet. Das sind Menschen, die nicht mehr bereit sind, ihre Dogmen zu überprüfen. Leider findet man derartige Einstellungen in allen möglichen Umgebungen: Bei Religiösen und Anti-Religiösen. Bei AGW-Hysterikern und bei Klimaskeptikern, bei Atomphobikern und KKW-Propagandisten, bei Rechten und Linken, bei Mainstreamern und Querulanten … kurz: Dogmatismus ist ein Geisteshaltung, die denkbar unsympathisch ist und die natürlich immer nur die Anderen haben.

    Ein Diskurs ist in der Tat ein Weg aus einer Sackgasse des Dogmatismus -- aber nur, wenn man ernsthaft bereit ist, zuzuhören und nicht die Veranstaltung als Plattform der eigenen Propaganda gebrauchen will.

  8. @ Lischen 15. Februar 2017 14:05

    Ich bin ein totaler Öko, samt Fahrrad und Gemüsegarten.

    Finde ich sehr sympathisch. Persönlicher Lebensstil kann gerade dann sehr befriedigend sein, wenn man mit sich im Reinen ist und sich nicht irgend welchen Vorgaben von Mainstreams unterordnet. Peinlich wird es erst, wenn manche derartige Vertreter meinen, sie müssten ihren Lebensstil Dritten aufzwängen.

  9. Levermann im Diskurs:

    http://www.achgut.com/artikel/moral_als_wissenschaft_wie_man_klimaskeptiker_zuechtet

    Die Aussage von Levermann :

    „Man kann auf der richtigen oder der falschen Seite der Geschichte stehen. Wir kennen das von der Abschaffung der Sklaverei oder der Gleichberechtigung der Frauen. Auch der Umstieg auf erneuerbare Energien geht gegen mächtige Interessen und wird als utopisch verdammt. Doch sie retten das Klima und schaffen damit am Ende mehr Gerechtigkeit für die Menschen. In diesem Sinne kann sich jeder entscheiden, ob er einer mit Rückgrat sein will oder nicht.“

    Die unselige Verquickung einer kruden moralischen Position des Weltretters mit einer fragwürdigen physikalischen Verbindung wird zu einem wirren Dogma, dass sich der Überprüfung entzieht. Entsprechend kritisiert der Autor Dr. Matthias Gärtner auch derartige Sätze und auch:

    Auch der folgende Abschnitt untergräbt die Glaubwürdigkeit von Herrn Levermann, wenn er behauptet, Klimawissenschaft sei ganz einfach, kaum mehr als Wissen des Grundstudiums sei nötig.

    „Das ist tatsächlich Grundlagenphysik, Thermodynamik und Quantenmechanik, das lernt man im ersten bis dritten Semester.“

    … Das Zitat soll offensichtlich suggerieren, daß alles ganz einfach, klar und deshalb unstrittig ist. Das ist aber sachlich falsch. Und wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er nun die Wahrheit spricht.

    Das Interview von Herr Levermann läßt ihn Ideologie-getrieben erscheinen und nicht als ehrlichen und objektiven Wissenschaftler.

    Wichtig ist, den Diskurs zurück auf die Faktenebene zu bringen und klar zu argumentieren. Einfach die Antwort hier: Unabhängig von den physikalischen Grundlagen, selbst bei der Akzeptanz fragwürdiger Modelle von Levermann und Co., hat Lomborg und viele Andere gezeigt, dass diese selbst im Best-Case nicht geeignet sind, die Welt vor einer hypothetischen Gefahr zu retten. Was für einen Bären will uns Levermann eigentlich aufbinden?

  10. Noch ein Nachtrag:

    https://www.eike-klima-energie.eu/2017/02/07/statistiker-un-klimavertrag-wird-100-milliarden-dollar-kosten-und-keine-auswirkungen-haben-verschiebung-der-erwaermung-bis-2100-um-weniger-als-vier-jahre/

    Der dänische Statistiker und Präsident des Copenhagen Consensus Center Dr. Björn Lomborg sagt:

    „Wir werden mindestens einhundert Billionen Dollar ausgeben, um die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts um insgesamt drei Zehntelgrad zu senken … das ist äquivalent zu einer Verschiebung der Erwärmung um weniger als vier Jahre … und noch einmal, das geht aus dem eigenen Klima-Prophezeiungs-Modell der UN hervor.

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