Warnung vor dem Lieblingsblog

20. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Internes

BlogwarnungEin Herr oder eine Frau namens Huber schreibt nette Dinge über uns. Es macht natürlich Spaß, so etwas zu zitieren:

Mehrere Stammautoren wie Peter Heller, Günter Heß, Rudolf Kipp und Quentin Quencher bemühen sich hier, faktenbasiert ihre Skepsis bezüglich der Energiewende, der Klimakatastrophe und Irrwegen der Umweltpolitik auszudrücken. Die Artikel sind gut recherchiert, mit Quellenangaben versehen und wohlformuliert.

Danke für das Kompliment. Den Michael Krüger darf man aber nicht vergessen. Und Steven Arndt. Und die vielen Gastautoren, die uns mit ihren Texten unterstützen.

Besonders lobenswert ist meines Erachtens der Standpunkt beim Thema Klimakatastrophe. Hier gibt es in den Reihen der Skeptiker ja eine ganze Anzahl von merkwürdigen Gestalten, die selbst spektroskopische Tatsachen wie die Isolationswirkung von CO2 in der Atmosphäre anzweifeln. Beim ScienceSkepticalBlog hingegen steht man mit beiden Beinen auf dem Boden der Physik. Man bezweifelt nur die Katastrophenwarnungen, die auf Basis fragwürdiger Modelle den Teufel an die Wand malen und mit Horrorprojektionen den baldigen Untergang der Menschheit prognostizieren.

Auch deswegen erklärt uns Herr/Frau Huber zu einem seiner/ihrer Lieblingsblog.

Da fühle ich mich schon verpflichtet, eine Warnung auszusprechen. Denn aus der Sicht des erfahrenen Wissenschaftsjournalisten Reiner Korbmann sind wir doch einer ganz anderen Klientel zuzurechnen:

Diese Menschen holen sich ihre Informationen und Interpretationen in Medien und auf Blogs im Esoterischen, Pseudowissenschaftlichen, Ideologischen, Anonymen, Skeptischen, voreingenommen Antiwissenschaftlichem wie „Grenzwissenschaft-aktuell“, „EIKE“, „Kalte Sonne“, „Kritische Wissenschaft“ oder „Science Skeptical“.

Korbmann, den wir hier als Veranstalter der jährlichen Wahl zum „Wissenschaftsblog des Jahres“ kennen, hat uns sicher ganz genau analysiert, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Als Journalist macht man das ja schließlich so.

 

 

 

 

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

25 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. @Peter

    Herr/Frau HuberSN hat gut verstanden um was es mir geht, nämlich schlichtweg meine Beobachtungen vorzustellen und darüber zu diskutieren sowie meine Meinung zu schreiben und ebenfalls darüber zu diskutieren. Meine Bemühungen schreibe ich hier auf.

    Was ich interessant finde ist das Zitat vom Reiner Korbmann:

    Daran musste ich jetzt immer wieder denken. Denn natürlich habe ich um Ausschreibung und Ergebnisse nicht nur mit Wissenschafts-Skeptikern diskutiert, sondern auch mit Wissenschaftlern oder wissenschaftsnahen Partnern. Und da hat sich gezeigt: Viele von ihnen (löbliche Ausnahmen existieren!) verstehen überhaupt nicht, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Und vor allem nicht, dass diese Gesellschaft ganz anders funktioniert als die Wissenschaft: In dieser Gesellschaft geht es nicht darum, wer recht hat, sondern wer mehr Menschen auf seinen Weg mitnehmen kann. Hier zählen nicht die besseren Argumente, sondern die Mehrheiten. Hier spielen Emotionen eine viel wichtigere Rolle als Erkenntnisse, Sachargumente sind wichtig, aber allein kaum ausschlaggebend. Hier geht es nicht um wohlabgewogene „richtige“ Entscheidungen, sondern um Aktionen, mit denen Medien und Wähler zu überzeugen sind. Hier zählt auch nicht die Wahrheit (vulgo: Wirklichkeit), sondern der durchsetzungsfähige Kompromiss.

    Mit wem hat der denn da gesprochen? Mit Wissenschaftler die nicht wissen wie unsere Gesellschaft funktioniert?

    Ich habe an einigen Veranstaltungen an Universitäten und in der Industrie teilgenommen mit Naturwissenschaftlern/Investoren/Politikern/Ministerialreferenten/Ministern die alle sehr genau wussten wie unsere Gesellschaft funktioniert.
    Ich kann die Erfahrung von Herrn Korbmann nicht teilen

  2. „Kernkraftwerke moderner Bauart sind sehr sicher“. Ein Satz reicht und es ist geschehen um die Gläubigen der „wahren Wissenschaft“. Ich bin gespannt, was Reiner Korbmann diesen Leuten attestieren würde. Schizophrenie?

  3. Science-Skeptical ist nun auch auf blognetnews.de

  4. Es ist tatsächlich ein Herr Huber, der dort schreibt…und bei jedem Besuch von ScienceSkeptical froh ist, dass andere die Schwerstarbeit übernehmen und er selbst nur zustimmend zu nicken braucht. Danke und weiter so!

  5. Es gibt zum Glück nicht nur Ökogläubige und Ideologen, die griffige Schlagworte aus der Demo-Scene nachbeten. Die Autoren, Gast oder Stamm, machen in der Tat eine Menge Arbeit für uns. Danke dafür! Es ist halt leichter etwas nachzuvollziehen als selbst zu einem Thema zu produzieren. Gegen etwas zu sein, aus welchen Gründen, oder meist ohne echte Begründung, ist für die Antipartei und deren „Nach-denker“ noch einfacher. Nachdem die Medien mit guten Journalisten meist „Vordenker“ sind, eben keine Lügenmedien, brauchen die Nachläufer und Mitläufer der Hammelherde nur noch die fetten Gräser des gut bereiteten Öko-Ackers abfressen. Stimmenfang nach Umfragelage. Eine Alternative für Deutschland gibt es nicht wirklich.
    Daß es Autoren gibt, die mit Begründung Deutschland anders erklären, dafür gebührt ihnen Dank und Anerkennung. Die Welt erklären sie nicht anders, es geht in erster Linie um den Deutschen Sonderweg und die UNO ist auch schon „Schellnhuberisch“ infiltriert.Der IPPC ein Vorreiter der „Konsultative“ (vierte Gewalt) oder apokalyptischer Reiter?

  6. Herr Korbmann fiel mir in seiner wissenschaftsjournalistischen Überheblichkeit schon in den diversen Blogeinträgen rund um die Nominierungsfarce auf. Die Idee an sich mag ja nicht schlecht sein, allein -- es ist der falsche Mann dafür!

    Wenn man dann noch auf die absurde Idee kommt, eine Blog wie ‚Sciencefiles‘, wo nun tatsächlich auch promovierte und habilitierte Fachleute zu soziologischen Themen schreiben, in die wissenschaftsfeindliche Ecke zu stellen, dann wird man halt von dort auch seines gutmenschlichen ‚wissenschaftlichen‘ Mäntelchens beraubt. Übrig bleibt ein Niemand:

    http://sciencefiles.org/2015/03/23/der-doppelte-korbmann-von-wissenschaftlern-und-ideologen/

    Als ‚Wissenschaftsjournalist‘ würde ich mir jetzt die Kugel geben. Als Mainstream-Schreibknecht macht er aber garantiert weiter. Ich hoffe, daß sich die wirklich kritischen Blogs eine nächste Nominierung verbitten!

  7. Danke Herr Burow für den link.
    Ich kann den Artikel von ScienceFiles sehr empfehlen.

  8. Lieber Herr Burow,

    ich habe den Eindruck, dass dieser Herr Korbmann wie es Peter Heller in einem Kommentar dort beschrieben hat, einfach mit Wissenschaftlern gleichsetzt die an den von der öffentlichen Hand bezahlten Institutionen ihrer Wissenschaft nachgehen.

    Kritik an diesen Institutionen und zum Beispiel der Klimawandelleugnerrhetorik die von manchen dieser Institutionen ausgeht ist für mich eine politische Kritik und keine Wissenschaftskritik und auch keine Antiwissenschaft. Auch das Ablehnen der politischen Schlussfolgerungen der IPCC Lobbyberichte „Summary for Policymakers“ ist keine Antiwissenschaft, sondern Kritik eines politischen Lobbyberichtes. So ähnlich wie ja politische Parteien die Lobbyberichte der Tabakindustrie kritisieren.

    Wissenschaft ist aber stattdessen eine Gesamtheit von Erfahrungen, Erkenntnissen und Beobachtungen die am besten in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht werden. Das muss aber nicht sein, weil man auch in anderen Medien wissenschaftliche Erkenntnisse finden kann. Das können Blogs, Laborbücher, etc sein.
    Wissenschaft enthält übrigens auch falsche Ergebnisse, Fehlexperimente, Fehlinterpretationen und falsche Schlussfolgerungen. Naturwissenschaftler haben deshalb auch keine Probleme damit voneinander abweichenden Interpretationen oder konkurrierenden Theorien die beide die Experimente und Beobachtungen erklären.

    Antiwissenschaft zeigt sich deshalb nicht durch falsche Aussagen aus, sondern dadurch, dass nicht kommuniziert wird wie man zu bestimmten Aussagen kommt. Oder wenn Ergebnisse in einem Bericht unterdrückt werden, weil sie der Schlussfolgerung widersprechen könnten.

    Wenn zum Beispiel jemand schreibt:
    „Weil CO2 ein infrarotaktives Gas ist kann es nur kühlen und der Treibhauseffekt existiert nicht“
    Dann ist das nicht Antiwissenschaft, sondern nur falsch.

    Diese Gesamtheit genannt Wissenschaft ist aber im Fluss und lebt von der skeptischen Diskussion über diese Erfahrungen, Erkenntnissen und Beobachtungen. Ernsthafte Kommunikation dieser Ergebnisse erfordert aber, dass man auch die skeptische Diskussion und die Unsicherheiten darstellt. Das ist aber genau was wir hier tun, wenn wir über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Physik der Atmosphäre schreiben. Herr Krüger stellt dann zum Beispiel Ergebnisse aus der Originalliteratur vor, berichtet über beliebte Irrtümer, sowie Unsicherheiten und gibt seinen Lesern Gelegenheit darüber zu diskutieren.

    Wissenschaftskommunikation sollte deshalb nicht nur die Erkenntnisse als abgesicherte Ergebnisse darstellen, sondern auch den Prozess beschreiben wie man dazu kommt sowie lebendige Diskussionen transparent darstellen.
    Gute Wissenschaftskommunikation zeichnet sich meines Erachtens dadurch aus, dass sie um die gesicherten Erkenntnisse herum die Unsicherheiten und das was wir nicht wissen darstellt.

    Grüße
    Günter Heß

  9. @ Günter, #8:

    Toller Kommentar. Dem schließe ich mich vollumfänglich an.

    Da die ScienceFiles ja nun aus dem institutionalisierten Wissenschaftsbetrieb selbst kommen (respektive die dort aktiven Autoren), sollte dies Korbmann tatsächlich peinlich sein.

    Falls es aber in diesem Jahr erneut eine Wahl gibt und wir erneut nominiert werden, dann werden wir auch teilnehmen. Das ist mal meine Meinung. Gegenteilige Auffassungen von Lesern und Autoren dürfen aber gerne hier geäußert werden. Wenn ich mit meiner Haltung alleine stehe, dann nehmen wir sicher nicht teil. Wobei man sich gegen die Nominierung ja nicht wirklich wehren kann.

  10. @Peter

    Nun ja die Diskussion auf ScienceFiles ist ja sehr spannend. Die hätten wir nicht hätte Korbmann seine Wahl nicht veranstaltet. Insofern müssen wir ihm dankbar sein. Im übrigen hat sich Korbmann mit seinem Kommentar auf ScienceFiles nun entgültig disqualifiziert
    Ich ändere deshalb meine Meinung. Man muss teilnehmen, dass diese Voreingenommenheit sichtbar wird. Ich hoffe auch ScienceFiles nimmt teil. Ich finde die gut.

    Ich habe dort nach einer Definition für Antiwissenschaft gefragt, hier die Antwort:

    Anti-Wissenschaftlich würden wir als eine Haltung ansehen, die der Erkenntnis feindlich gegenüber steht. Damit das nicht zur Tautologie wird: Erkenntnisfeinde wissen, was richtig ist, brauchen keine empirische Prüfung, keine Methoden, verkünden das Heil, können nicht zweifeln, sind also nicht in der Lage, das, was Sie für richtig halten, zur Diskussion zu stellen, es zu überprüfen, kontinuierlich zu verbessern und, ganz wichtig: Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen.

  11. Habe gerade meinen Kommentar noch beim Korbmann gepostet

  12. En passant möchte ich Reklame machen für den ebenfalls angesprochenen Blog Die kalte Sonne. Insbesondere Herr Dr. Lüning (Geologe / Paläontologe) ackert dort unermüdlich durch Fachzeitschriften rund um Klimafragen, schreibt sehr höfliche Briefe an Hinz und Kunz, hakt nach -- ein Gebirge an Fakten inzwischen. Und das beste: Keine Kommentare! mfG

  13. Auf meinen Kommentar aus #8 den ich auf Korbmann’s Blog gepostet habe, habe ich folgende Antwort erhalten:

    Kommunikation setzt vor allem auch zuhören und anerkennen der Position des anderen voraus. Daran krankt nicht nur die Kommunikation mancher Wissenschaftler, sondern vor allem auch die der Freunde von den ScienceFiles.

    Mit diesem Satz beweist Korbmann, das Anliegen von ScienceFiles.

    Er stellt einfach eine allgemeine „ad hominem“ Behauptung in den Raum die er nicht belegt.
    Das ist aber genau das was Wissenschaft nicht ist. In der Wissenschaft werden Behauptungen belegt. Es ist aber auch schlechte Kommunikation, weil der Leser nicht selbst nachvollziehen kann, ob die Behauptung richtig oder falsch ist. Das heißt der Leser kann die Behauptung nicht selbst bewerten.

  14. Günter Heß schrieb am 23. März 2015 18:39

    Antiwissenschaft zeigt sich deshalb nicht durch falsche Aussagen aus, sondern dadurch, dass nicht kommuniziert wird wie man zu bestimmten Aussagen kommt. Oder wenn Ergebnisse in einem Bericht unterdrückt werden, weil sie der Schlussfolgerung widersprechen könnten.

    Wenn zum Beispiel jemand schreibt:
    “Weil CO2 ein infrarotaktives Gas ist kann es nur kühlen und der Treibhauseffekt existiert nicht”
    Dann ist das nicht Antiwissenschaft, sondern nur falsch.

    Das wäre eines meiner ersten Beispiele für Antiwissenschaft -- zumindest wenn es hier um Stehlik geht. Der wischt Dinge, die nicht zu seiner These passen, mit abenteuerlichen Konstruktionen vom Tisch:
    * das IPCC fälscht die Daten der IR-Messungen, die Daten der NASA (die auf den IPCC Daten beruhen) sind korrekt
    * man kann mit einem IR-Thermometer die Temperatur-Differenzen messen und damit das Nasa-Diagramm bestätigen -- aber nicht die Daten des IPCC (im qualitativen Sinne)
    * IR-Aktive Molekühle fangen erst an zu strahlen, wenn das IR-Thermometer eingeschaltet wird -- es induziert das emittieren erst

    Und was am peinlichsten ist: Das Bildungssystem hat bei seinem eigenen Sohn, momentan Doktorant, versagt. Der versteht die Thesen seines Vaters nämlich auch nicht.

    Ich denke, da gibts wesentlich bessere Bespiele für Anti-Wissenschaft …

  15. Ich schrieb:

    Und was am peinlichsten ist: Das Bildungssystem hat bei seinem eigenen Sohn, momentan Doktorant, versagt. Der versteht die Thesen seines Vaters nämlich auch nicht.

    Das ist die sinngemäße Wiedergabe des Statements von Herrn Stehlik aus einem Artikel auf Eike. Das ist also nicht meine Aussage, hätte ich gleich klar genug schreiben sollen …

  16. Lieber Herr Müller #14,

    ich denke da liegen sie falsch.

    Michael Klein auf ScienceFiles
    hat das auf meine Frage hin sehr prägnant erklärt:

    Wir haben die Grenze zwischen Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft da gezogen, wo Sie Popper in seinem “Die beiden Grundprobleme der Erkenntnistheorie” gezogen hat, entlang der Kritieren:
    1) intersubjektive Nachprüfbarkeit
 2) Einfachheit
 3) Falsifizierbarkeit
    Theorieangebote, die weder Dritten vermittelbar sind (1), die sich in Wortonanien ausleben, ohne auf den Punkt zu kommen (2) und aus denen keine Sätze ableitbar sind, die an der Empirie scheitern können (3), sind entsprechend keine Wissenschaft.

    Die Aussage:

    Weil CO2 ein infrarotaktives Gas ist kann es nur kühlen und der Treibhauseffekt existiert nicht”


    liefert eine Begründung warum der Treibhauseffekt nicht existieren soll. Diese Begründung ist von anderen Naturwissenschaftlern leicht falsifizierbar.
    Insofern keine Anti-Wissenschaft, sondern Teil einer naturwissenschaftlichen Diskussion. Auch falsche Behauptungen gehören zur Naturwissenschaft.

    Antiwissenschaft wäre zum Beispiel eine Behauptung wie:

    „Der Hurrikan Katrina wurde vom Klimawandel verursacht“

    Das ist eine nichtfalsifizierbare Behauptung wie sie in den Medien sehr oft vorkommt.
    Das ist aber vom Prinzip her Antiwissenschaft, weil es weder belegt noch bewiesen werden kann.

    Naturwissenschaft kann eben mit falschen Aussagen leben, solange sie mit Belegen gemacht werden die eine Falsifizierbarkeit ermöglichen.

    Wie man an dem Beispiel sieht schreiben unsere Medien sehr häufig Antiwissenschaft. Solange das im Mainstream passiert interessiert es niemanden, macht das aber mal jemand gegen den Mainstream wird er manchmal zum Beispiel als „Klimaleugner“ tituliert.

    Grüße
    Günter Heß

  17. Es geht hier auch nicht um Herrn Stehlik oder um EIKE. Ich finde Ihre Fixierung in dieser Hinsicht, Herr Müller, mittlerweile irgendwie manisch. EIKE hat sich in der Sache schließlich nicht zu Wort gemeldet. Wir hier haben das getan und die ScienceFiles. EIKE und andere können sich selbst verteidigen, wenn sie möchten.

    Herr Korbmann hält also Science Skeptical und Kritische Wissenschaft für esoterisch, pseudowissenschaftlich, ideologisch, anonym, skeptisch und voreingenommen antiwissenschaftlich. Darum geht es. Nun sollen wir diese Position „anerkennen“? Wie das?

    Ich erwarte einen Beleg seitens Korbmann für diese doch sehr steile These. Allein die Einfügung des Wörtchens „skeptisch“ in diese Aufzählung ergibt wenig Sinn. Anonym sind wir auch nicht. Das läßt nur den Schluß zu, daß der alte Mann nicht nachgedacht hat über das, was er da schreibt. Und daß er der rhetorischen Kraft der ScienceFiles wenig entgegensetzen kann außer Geschwafel, daß sich irgendwie schön lesen läßt, aber wenig beinhaltet.

    Ich werde dazu auch noch einmal etwas bei Korbmann selbst posten. Mal schauen, wie viele Beiträge er dort noch freischaltet, bevor er dann (mal wieder) die Diskussion einfach mittendrin als beendet erklärt. Weil er lieber Selbstdarsteller sein möchte als Auseinandersetzungen zuzulassen.

  18. Peter Heller schrieb am 26. März 2015 14:35

    Es geht hier auch nicht um Herrn Stehlik oder um EIKE. Ich finde Ihre Fixierung in dieser Hinsicht, Herr Müller, mittlerweile irgendwie manisch. EIKE hat sich in der Sache schließlich nicht zu Wort gemeldet. Wir hier haben das getan und die ScienceFiles. EIKE und andere können sich selbst verteidigen, wenn sie möchten.

    Das Beispiel hat Herr Hess ins Spiel gebracht und ich habe mir erlaubt, bei diesem Beispiel anderer Meinung bezüglich des Begriffes „Antiwissenschaftlich“ zu sein und das auch hier anzumerken und zu begründen. Für mich ist halt das Ignorieren von nicht zur eigenen Ansicht passendne wissenschaftlich abgesicherten Dingen antiwissenschaftlich. Eigentlich hatte ich den ersten Kommentar dazu auf sciencefiles auch so verstanden.

  19. @Marvin Müller #18

    Erstmal habe ich keinen Namen genannt, weil ich ein allgemeines Beispiel bringen wollte.
    Die Namen haben sie ins Spiel gebracht nicht ich.

    Dann schreiben sie:

    Für mich ist halt das Ignorieren von nicht zur eigenen Ansicht passenden wissenschaftlich abgesicherten Dingen antiwissenschaftlich. Eigentlich hatte ich den ersten Kommentar dazu auf sciencefiles auch so verstanden.

    Wissenschaftlich abgesicherte Dinge gibt es in der Regel sehr wenig, gerade wenn ich an die Klimaforschung denke oder auch an die Medizin.

    In meinem Beispiel ging es nicht um Ignorieren, sondern um eine falsche Schlussfolgerungen aus den vorgelegten Belegen.
    Ich habe mich auf die Aussage, also diesen einen Satz beschränkt
    Das ist ein wesentlicher Unterschied..

    Allerdings hat doch niemand in den Naturwissenschaften etwas dagegen, dass jemand aufgrund der vorliegenden Belege zu anderen Schlussfolgerungen kommt, solange er die Belege vorlegt. Wenn das alles Antiwissenschaft wäre was an falschen Schlussfolgerungen so veröffentlicht wird, dann hätten viele Zeitschriften ein Problem.
    Dazu kommt, dass selbst eine sorgfältige Literaturrecherche wohl nicht alle Belege finden kann.
    Aber nochmal, auch falsche Schlussfolgerungen bringen die Naturwissenschaft voran und gehören dazu.
    Wer das antiwissenschaftlich nennt hat eine komische Wissenschaft vor Augen.

    In der Klimaforschung wird von Belegen geredet, wenn es ein 2-Sigma Event ist. Oft werden Simulationen dazu herangezogen.

    Es gab auch immer schon in der Naturwissenschaft die Schule der Empiriker die Simulationen ablehnen und nur das Experiment gelten lassen. Oder Physiker die nur 5-Sigma Events gelten lassen. Es lässt sich jetzt trefflich streiten, ob das weiterführt, aber antiwissenschaftlich ist das nicht.

    Als Beispiel sei Ernst Mach genannt der die Atomtheorie ablehnte, weil Atome nicht direkt nachgewiesen werden konnten.
    Obwohl die Theorie die Experimente erklärte.

    Wenn ich deshalb die Ausführungen von Korbmann lese, so habe ich den Eindruck, dass er unter Wissenschaft eine Art institutionellen Rat der Weisen versteht deren Konsens man nicht ablehnen darf, ansonsten ist man antiwissenschaftlich.

    Also nochmal ihr Satz:

    Für mich ist halt das Ignorieren von nicht zur eigenen Ansicht passendne wissenschaftlich abgesicherten Dingen antiwissenschaftlich.

    Es verstößt gegen die naturwissenschaftliche Methode, wenn man bei einer Veröffentlichung Daten und abgesicherte Ergebnisse die gegen die eigene Schlussfolgerungen sprechen nicht diskutiert.

    Deshalb halte ich die IPCC „Summary for Policymakers“ für einen politischen Bericht, weil er die Daten zur Wolkenbedeckung ignoriert.

    Nach ihrer Definition wäre er dann „antiwissenschaftlich“?

    Und sind dann alle Medienberichte und Zeitungsartikel die so was machen antiwissenschaftlich?

  20. @ Müller:

    Ach so. Verstanden.

    Über die Sache selbst muß ich noch nachdenken. Beide Argumentationen -- sowohl die von Günter als auch von Ihnen haben etwas für sich. Als Liberaler neige ich im Moment eher zu Günters Ansicht. Fehler sollten immer und jedem gestattet sein, Fehler sind sogar notwendig für den Erkenntnisfortschritt.

    Wenn man aber nicht bereit ist, Fehler zuzugeben, ist das wohl weniger eine Frage der Bewertung einer Sachaussage, als eher eine der Persönlichkeit. Und fällt damit unter eine andere Betrachtungsperspektive.

  21. @Peter

    Ich kann mich der Definition von Herrn Müller nicht anschließen, weil das bedeutet, dass jede Diskussion über wissenschaftliche Themen erfordert, dass man sehr tief in der Materie drinsteckt und in einem Streit landet, was nun abgesichert ist oder nicht.
    Dazu kommt, dass das abgesicherte Wissen im Fluss ist und man auch aktuell die Zeitschriften und Lehrbücher gelesen haben muss. Dieser Begriff „antiwissenschaftlich“ in der Definition von Herrn Müller wird dann leicht als Killerargument in Foren verwendbar, ohne dass es jemand nachprüfen kann. Im übrigen zeigt ja auch Korbmann meines Erachtens, dass er das schon so macht.

    Meiner Meinung nach ist es sinnvoll und so habe ich auch meine naturwissenschaftlichen Diskussionen an der Uni erlebt, dass man für ein wissenschaftliches Argument die Belege einfordert und die Falsifizierbarkeit. Dann kann es auch zu interessante Diskussionen kommen. Im übrigen ist es ja gerade auch der Sinn von Wissenschaft durch Belege abgesichertes Wissen in Frage zu stellen.

    Die Definition von Herrn Müller endet deshalb meiner Meinung nach in dem was man so „Mainstream-Bias“ nennt.

  22. @ Günter, #21:

    Die Definition von Herrn Müller endet deshalb meiner Meinung nach in dem was man so “Mainstream-Bias” nennt.

    Ja, da hast Du recht. Deine Argumentation ist überzeugend, ich schließe mich Dir an.

  23. Günter Heß schrieb am 26. März 2015 16:26

    @Marvin Müller #18

    Erstmal habe ich keinen Namen genannt, weil ich ein allgemeines Beispiel bringen wollte.
    Die Namen haben sie ins Spiel gebracht nicht ich.

    Ja, das stimmt. Und das habe ich bewusst gemacht, weil genau das hier auf Science Skeptical im Zusammenhang mit diesem Namen diskutiert wurde und ich meine Anmerkungen anhand eines nachvollziehbaren Falles machen wollte, den alle kennen. Bei dem Sie auch selber sagen, das sei naturwissenschaftlich falsch, was da erzählt wird.

    In meinem Beispiel ging es nicht um Ignorieren, sondern um eine falsche Schlussfolgerungen aus den vorgelegten Belegen.
    Ich habe mich auf die Aussage, also diesen einen Satz beschränkt
    Das ist ein wesentlicher Unterschied..

    Ich habe mich bemüht, den Kontext meiner Aussage möglichst konkret zu machen. Dass ich da Ihre Intention mißverstanden habe war vielleicht mein Fehler. Dieses Konstrukt schleppt aber auch etliches an Ballast mit und lädt IMHO zu solchen Missverständnissen ein.

    Allerdings hat doch niemand in den Naturwissenschaften etwas dagegen, dass jemand aufgrund der vorliegenden Belege zu anderen Schlussfolgerungen kommt, solange er die Belege vorlegt.

    Dagegen würde ich nie was sagen.

    Aber die folgenden dann Ausführungen gehen sehr weit Weg von meinem Beispiel. Es ist in meinen Augen schon ein Unterschied, ob jemand behauptet, Meßwerte wären gefälscht, weil sie ihm nicht passen oder ob jemand sagt, die Unsicherheiten sind mir hier noch zu groß -- da bin ich erst mal vorsichtig. Deshalb gehe ich da nicht weiter drauf ein. Das wäre glaube ich eher etwas für eine Diskussion, bei der man sich gegenübersitzt und auch merkt, wenn Formulierungen anders ankommen, als man sich das gedacht hat und Mißverständnisse sofort ausräumen/klarstellen kann. Ich bin mir relativ sicher, dass unsere Ansichten nicht so weit auseinanderliegen.

    Günter Heß schrieb am 26. März 2015 16:40:

    Meiner Meinung nach ist es sinnvoll und so habe ich auch meine naturwissenschaftlichen Diskussionen an der Uni erlebt, dass man für ein wissenschaftliches Argument die Belege einfordert und die Falsifizierbarkeit. Dann kann es auch zu interessante Diskussionen kommen.

    Sehe ich genauso. Aber ich bin mir auch sicher, dass wenn ein Argument falsifiziert wurde, es nicht wieder unverändert auf den Tisch kam. So habe ich zumindest die Diskussionen bei uns erlebt.

    Im übrigen ist es ja gerade auch der Sinn von Wissenschaft durch Belege abgesichertes Wissen in Frage zu stellen.

    Aber sicherlich nicht mit unsubstantiierten Behauptungen …

  24. Peter Heller schrieb am 27. März 2015 10:41

    @ Günter, #21:

    Die Definition von Herrn Müller endet deshalb meiner Meinung nach in dem was man so “Mainstream-Bias” nennt.

    Ja, da hast Du recht. Deine Argumentation ist überzeugend, ich schließe mich Dir an.

    Das würde ich auch tun. Ich möchte daher nochmal hervorheben, dass ein großer Teil von dem, was Herr Heß diskutiert hat, nicht zu dem passt, was ich mit meinem konkreten Beispiel beschrieben habe. Gefühlt haben wir da einfach aneinander vorbeigeredet.

  25. @Marvin Müller

    Aber ich bin mir auch sicher, dass wenn ein Argument falsifiziert wurde, es nicht wieder unverändert auf den Tisch kam.

    Das Problem ist die Grenze zu ziehen. Von Ernst Mach wird kolportiert, dass er immer wenn jemand die Atomtheorie benutzt hat sagte:

    „Haben Sie denn schon ein Atom gesehen?“

    Und das obwohl damals die Atomtheorie flächendeckend benutzt wurde und Erfolge feierte.
    Die Frage von Ernst Mach konnte erst sehr viel später experimentell beantwortet werden.

    In der Klimadebatte gibt es viele Ergebnisse die für einen Empiriker nicht als abgesichert gelten können, bei Klimaforschern die Simulationsergebnisse unter bestimmten Umständen als abgesichert betrachten aber schon.

    Selbstverständlich ist es dann legitim für den Empiriker diese Argumente auch immer wieder zu bringen.

    Das stört einen Naturwissenschaftler meiner Meinung nach nicht.

    In der politischen Klimadebatte wird das aber als „ad hominem“ Argument instrumentalisiert.

Schreibe einen Kommentar