Warum der Weihnachtsmann in diesem Jahr nicht gekommen ist …

25. Dezember 2017 | Von | Kategorie: Blog, Off-Topic-Arena

42 Kommentare
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  1. wurden die Beteiligten rechtzeitig aus dem Hängetrauma gerettet :- ?

  2. 😀

  3. Ach so, bei mir direkt um die Ecke:

    Für den insolventen Rotorblatthersteller Carbon Rotec aus Lemwerder (Landkreis Wesermarsch) gibt es keinen Investor. Die rund 420 Beschäftigten verlieren Ende des Jahres ihre Arbeitsstelle, wie Holger Voskuhl, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters am Mittwoch sagte. Ihm zufolge werden die Mitarbeiter zum 1. Januar freigestellt. „Nach Verhandlungen über einen Interessensausgleich und Sozialplan mit dem Betriebsrat müssen dann die Kündigungen ausgesprochen werden“, sagte Voskuhl.

    http://www.t-online.de/nachrichten/id_82936230/keine-zukunft-fuer-rotorblatthersteller-carbon-rotec.html

    Die hatten ihre über 50 Meter langen Rotorblätter direkt gegenüber von Bremen-Vegesack gefertigt und auf der Wiese und dem alten Flugfeld liegen. Der Radweg entlang der Weser führt dort direkt vorbei. Nun bringt der Weihnachtsmann die Kündigungen.Aber die Erneuerbaren sind ja der Jobmotor der Zukunft.

  4. PS

    BARD aus Bremen ist ja auch schon lange pleite´.

    http://www.science-skeptical.de/klimawandel/bard-ein-erfahrungsbericht/0014197/

    Schon vor 10 Jahren habe ich bei den Anfängen den Niedergang der Windkraft/ Offshore-Windkraft richtig erkannt. Bei der Photovoltaik ging es ja noch schneller, nach Kürzung der EEG-Subventionen.

  5. Die Energiewende als Jobmotor: Diese fragwürdige These wird im Allgemeinen von der Politik und den Medien vertreten. Z.B. siehe:
    https://www.dena.de/newsroom/gastbeitraege-interviews/jobmotor-energiewende/

    Es geht vor allem auch um neue Energiedienstleistungen, um Digitalisierung, Netze, Speicher, Steuerung und Umbau des Energiesystems und der Produktionsprozesse. Wer den Arbeitsmarkteffekt und den volkswirtschaftlichen Nutzen der Energiewende bilanzieren will, sollte das ganze Spektrum im Blick haben. Im Ergebnis wird sich die Energiewende aller Voraussicht nach als Jobmotor und Konjunkturprogramm erweisen – wenn wir sie konzentriert und mit Mut weiter voranbringen.

    Ob das allerdings stimmt, ist mehr als fraglich. Aber selbst wenn wir mal so tun, als ob es nicht reines Wunschdenkens ist: Das Gewinnen von Arbeitsplätzen zunächst mit volkswirtschaftlichen Kosten verbunden. Wenn eine entsprechende Wertschöpfung und Nutzen verbunden ist, so ist es begrüßenswert. Allerdings sehe ich das weder konkret, noch theoretisch. Denn es wird lediglich die Leistung einer verlässlichen Energieversorgung lediglich -- im besten Fall -- aufrecht erhalten. Ein neuer Nutzen ist nicht erkennbar. Die Vermeidung von CO2 Emissionen wird heute nicht erreicht oder bleibt im Marginalen stecken. Ein volkswirtschaftlicher Nutzen ist nicht erkennbar.

    Zum Aufbau der extrem teuren Energiewende-Infrastruktur wird ein großer Teil durch Importware verwendet. Ich sehe darum nicht, wo ein volkswirtschaftlicher Effekt zum Erzeugen von Arbeitsplätzen liegen soll.

    Die Pleiten und Konkurse der EE-Technologien lässt mich allerdings fragen, wie man noch immer die Mär von dem Jobwunder aufrecht erhalten lässt.

  6. Die Pleiten und Konkurse der EE-Technologien lässt mich allerdings fragen, wie man noch immer die Mär von dem Jobwunder aufrecht erhalten lässt.

    Vielleicht, weil die Deutschen alles glauben, was ihnen Presse und Politiker vom BUM und UBA aufbinden. Mit Ausnahme der EX-DDR-Bürger.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, 90% der Menschen nehmen die Realitäten in denen sie leben gar nicht mehr wahr, sondern bauen sich Scheinwelten rund um den Arbeitsplatz und ihre Freizeitangebote auf. Die wissen gar nicht, was sich real auf den Straßen und in Armenviertel abspielt und glauben die Erfolgsmeldungen von Presse und Politik. Jobwunder und ein Land das reich ist und es geht uns so gut wie nie und ein Land in dem man gerne und gut lebt. Die DDR-Bürger kennen sich damit hingegen aus.

  7. Fakt ist, die geleisteten Arbeitsstunden, dass Arbeitsvolumen nimmt seit den 1950ern, der Wirtschaftswunderzeit nicht mehr zu. D.h. die selbe Arbeit verteilt sich auf immer mehr Leute, die immer weniger arbeiten, folglich auch weniger verdienen. Zudem nehmen Armut. Altersarmut, Kinderarmut in diesem Land rapide zu. Die Bevölkerung veraltet, der Generationenvertrag geht nicht mehr auf. Hinzu kommt die Auslagerung des Industriesektors ins Ausland/ Niedriglohnländer. Auch mit Massen an Windrädern und PV-Anlagen kann man das nicht auffangen.

  8. Der Verdacht, dass man selbst in einer Filterblase lebt, wird einem ja nicht nur vom Meinungsgegner aufgetischt, auf den der Verdacht mindestens ebenso berechtigt ist. Dieser Besagt, dass seine Weltsicht durch sich gegenseitig verstärkende Filter so verzerrt ist, dass man eben die Realität nicht wahrnimmt, sondern in eben jener Scheinwelt, die sich durch Manipulation (also externe Filter) oder durch Selbst-Selektion der Nachrichten aufbaut.

    In der Tat ist der erweiterte Verdacht, dass es in einer Gesellschaft, in der es ein erschlagendes Informationsangebot gibt und die klassischen Methoden der Zensur und Propaganda einerseits, und der Stammtische und politischen Predigten andererseits so nicht mehr wie früher funktionieren, nun durch Filter wie bei Facebook und Co. eine neue Dimension erhalten.

    Auch ich lese lieber Blogs, deren ich eher zustimme als jene, die ich für meist für grundfalsch halte.

    Darum ist der Vorwurf, das andere Menschen in einer Scheinwelt leben und man damit implizit beansprucht, die Realität eben selbst zutreffend zu erfassen, geeignet um zu prüfen, ob der daraus abgeleitete Gegenvorwurf denn Bestand hat oder nicht.

    Persönlich bin ich sehr geneigt, die Position von Michel Krüger weitgehend zu teilen und ihm zuzustimmen. Das alleine aber genügt nicht. Hier kommt das Ideal der Wissenschaften zum Tragen: Das erkennen, was ist im Gegensatz zu dem Meinen was man glaubt. Wissenschaft und die wissenschaftliche Methode alleine ist noch kein Garant, dass man sich so eine Bias und einer Verzerrung entschlagen könnte, aber sie liefert das Handwerkszeug für jene, die sich um eine zutreffende Erkenntnis mühen und ihre eignen Standpunkte überprüfen wollen.

    Wissenschaft darf darum nicht als polemischer Überbau missbraucht werden, um den eigenen Interessen und Ideologien mehr Gewicht und Argumentationsmunition zu liefern, sondern ist eine Methode zur Erkenntnis der Realität! Gerade darum ist es ja auch so schlimm, wenn es in weiten Teilen der Wissenschaft -- im Besonderen der Klimawissenschaft -- zum Standard gehört, Propaganda zu produzieren. Das ist in religiösen Begriffen gesprochen ein Sakrileg.

    Und konkret? Wir wissen von vielen EE-Firmenpleiten -- das sind Fakten. Es könnte dennoch ein Jobwunder geben, wenn diese anderswo überkompensiert werden. Allein, ich sehe nicht, wo diese kompensiert werden. Folglich ist bis auf weiteres davon auszugehen, dass die EE-Jobmaschine nur ein Phantasieprodukt und Propaganda ist. Die Vertreter dieser Gattung haben darum einen begründeten Verdacht, dass sie in einer Scheinwelt leben.

  9. @MK #7

    Fakt ist, die geleisteten Arbeitsstunden, dass Arbeitsvolumen nimmt seit den 1950ern, der Wirtschaftswunderzeit nicht mehr zu. D.h. die selbe Arbeit verteilt sich auf immer mehr Leute, die immer weniger arbeiten, folglich auch weniger verdienen.

    Halt, da stimmt was nicht. Du übersiehst das Wachstum und die daraus erwachsenden Lohnsteigerungen. Das BIP der Bundesrepublik hat sich seit den 1950er Jahren mehr als verdreifacht, so dass es also durchaus möglich ist bei gleicher oder sogar reduzierter Arbeitszeit ein mehrfaches(!) Einkommen zu erzielen.

    Seit 15 Jahren leben wir allerdings in einer anormalen Zeit: Das BIP wächst auch weiterhin, aber die Reallöhne wachsen nicht mehr mit, sondern sind auf dem Niveau der 1990er quasi eingefroren. Da liegt einer der Hasen im Pfeffer.

  10. @ML #8

    Folglich ist bis auf weiteres davon auszugehen, dass die EE-Jobmaschine nur ein Phantasieprodukt und Propaganda ist. Die Vertreter dieser Gattung haben darum einen begründeten Verdacht, dass sie in einer Scheinwelt leben.

    Es fehlt VWL-Grundwissen, deswegen wird sowas geglaubt. Natürlich schaffen Subventionen oder „Förderungen“ à la EEG vordergründig betrachtet wirtschaftliche Aktivitäten und damit Jobs. Aber sie belasten ja auch den Rest der Volkswirtschaft in mindestens gleicher Höhe, wobei Jobs verlorengehen. Diese muss man subtrahieren; da die Wertschöpfung des EEG negativ ist, ist es zwingend dass der Arbeitsplatz-Saldo auch negativ ausfallen muss.

    Tatsächliches Wachstum z.B. in Form neuer Produkte oder zusätzlichen Konsums bestehender Produkte kann dagegen durchaus im Netto Arbeitsplätze schaffen. Aber solche Prozesse passieren von selber, da sie generisch profitabel sind und sich daher freiwillig Investoren finde. Sie müssten nicht künstlich vom Staat alimentiert werden. Umkehrschluss: Alles was künstlich vom Staat protegiert wird, vernichtet im Saldo Arbeitsplätze.

  11. @anorak

    Nun, viele Rentner werden in Zukunft Renten haben, von denen sie nicht mehr leben können. Das Geld geht an die Unternehmer und Investoren und Arbeiter und Rentner gehen leer aus.

    https://www.seniorenaufstand.de/wp-content/uploads/2015/02/skandalkurve03.jpg

    Zudem wird bald die nächste Bankenblase platzen. Dann werden auch die Sparer enteignet.

    Heute können wir uns noch relativ viel leisten, da die Niedriglohnländer günstig für uns produzieren. Wen dort die Lohne steigen, ist das auch vorbei.

    @Landvoigt

    90% der Deutschen leben in einer Blase, obwohl sie Dank Internet und Multimedia heute so viel Möglichkeiten haben sich zu informieren und bilden, wie noch nie.

    https://world.wng.org/sites/default/files/migrated_images/bubble_boy_1232014_0.jpg

    Die Leute glauben daher alles, was ihnen in Kindergärten, Schulen, etc. eingeimpft wurde und was die sog. Mehrheit sagt.

    Auf dem Land und im Osten funktioniert das aber nicht. Das Landvolk in Deutschland und gerade auch in den USA kennt noch Natur, Umwelt, den Bürgermeister, etc. und folgt nicht dem Mainstream/ Herdentrieb.

  12. Ich denke, dass die Vermutung der 90% nicht ganz falsch sind. Aber woher kommen diese genau? Natürlich kann man hier allerlei vermuten …

    Weiterhin sind wir uns wohl einig, dass eine derartig verzerrte Weltsicht in jeder Hinsicht negativ zu werten ist. Was kann man dagegen tun? Zu informieren und nicht zu schweigen ist sicher ein Anfang, aber augenscheinlich verpuffen derartige Impulse weitgehend ungehört.

    Falls man entweder besser durchdringt, wie der Mechanismus der Volksverdummung funktioniert kann man vielleicht die Hoffnung hegen, da an effektiver Stelle Sand in das Getriebe einzustreuen. Oder, man findet Strategien, die wirksam den Missstand adressieren, ohne sich in fruchtlosen Analysen zu verzehren. Allerdings bleibt es unbefriedigend, den Missstand zu erkennen, und hilflos zuzusehen.

  13. #11/#12

    Das was ihr „Volksverdummung“ nennt, kommt aber hauptsächlich durch TV und Zeitungen, also althergebrachte journalistische Medien. Diese verlieren aber immer mehr an Zulauf, und es gibt laute öffentlich geäußerte Abwehr: „Lügenpresse“, „Lückenpresse“, „Meinungsmache„. Also es gibt da durchaus Gegenbewegungen.

    Das was (sicher berechtigterweise) als „Filterblase“ bezeichnet wird, ist ein anderes Phänomen. Das ist der alte Stammtischeffekt: Ich rede hauptsächlich mit Menschen gleicher Meinung und wir bestärken uns gegenseitig darin wie Recht wir haben, ohne Gegenargumente wahrzunehmen weil sie uns nicht mehr erreichen. Googles Suchvorschläge oder die „sozialen Medien“ tun das Gleiche in potenzierter Form. Youtube schlägt mir durch die Personalisierung nur Videos über Themen und Meinungen vor, denen ich vermutlich zustimme, und verschweigt mir solche die meinen Ansichten widersprechen würden. Das hat nichts mit der Meinungsmache journalistischer Medien zu tun, sondern ist ein Effekt des Websurfens. Dagegen kann man sich in Grenzen schützen, indem man Personalisierung nicht zulässt.

  14. @ anorak2 28. Dezember 2017 21:50

    Ich stimme dir zu und ergänze … Es geht um zwei Punkte darin:

    1. Man sollte daraus für sich selbst lernen -- damit man sich selbst eben nicht in eine derartige Filterblase einschließt, muss man sich eben ernsthaft mit Meinungsgegnern auseinandersetzen und Fragen, ob diese nicht doch recht haben könnten.

    2. Strategien und Maßnahmen entwickeln, um das auch Dritten gegenüber transparent zu machen. Die Lückenpresse als solche zu demaskieren ist sicher ein wichtiges Element.

    Ein überraschend guter Artikel ist sogar bei der Süddeutschen -- wer hätte das gedacht ? -- erschienen:

    http://www.sueddeutsche.de/wissen/erkenntnistheorie-der-mythos-von-der-filterblase-1.3254772

    Vorhandene empirische Studien lassen kaum auf eine extreme politische Polarisierung schließen, wie sie weithin angenommen wird. Beispielsweise fand der Statistiker Seth Flaxman von der Universität Oxford in 50 000 anonym ausgewerteten Browser-Historien von US-Bürgern aus dem Jahr 2016 nur einen sehr mäßigen Einfluss von Algorithmen auf die Meinungsvielfalt. Entgegen der populären Vorstellung, dass viele nur noch über soziale Netzwerke Nachrichten konsumieren, surfen laut der Untersuchung typische Internetnutzer meist direkt ihre bevorzugten Nachrichtenseiten an.

    Wer zusätzlich auf sozialen Netzwerken aktiv ist, hat laut Flaxman sogar eine höhere Chance, mit Meinungen von der anderen Seite des politischen Spektrums in Berührung zu kommen.

    Überraschend auch weitere Studienergebnisse:

    Demnach sorgen Facebooks Sortierverfahren dafür, dass ein linksliberal eingestellter Nutzer im Schnitt acht Prozent weniger Inhalte von der anderen politischen Seite angezeigt bekommt als ohne den Filter. Das heißt, weniger als jeder zehnte Artikel, der tendenziell nicht zum eigenen politischen Weltbild passt, wird ausgeblendet. Bei Konservativen ist es weniger als jeder 20. Beitrag. Demnach ist der Stream von Konservativen sogar bunter als der von Liberalen. Amerikanische Konservative freunden sich laut der Science-Studie auf Facebook im Schnitt auch mit mehr Personen aus dem linken politischen Spektrum an als umgekehrt.

    Facebook ist anscheinend besser als sein Ruf. Aber das ficht unsere Meinungsgegner sonst wenig an:

    Paradoxerweise üben vor allem politisch eher linksliberal eingestellte Autoren Kritik an sozialen Netzwerken, obwohl sie sonst gerne die Vielfalt der Meinungen feiern.

  15. @Martin Landvoigt #14

    Paradoxerweise üben vor allem politisch eher linksliberal eingestellte Autoren Kritik an sozialen Netzwerken, obwohl sie sonst gerne die Vielfalt der Meinungen feiern.

    Warum ist das Paradox? Eine Beobachtung die ich schon in den Fachschaften an der Uni machen konnte. Die Linken hatten wenig Toleranz für andere Meinungen. Das sieht man gut heutzutage auch in den Talkshows. Im Grunde sind doch die moralischen Argumente und die „ad hominem“ Argumente Ausdruck der modernen Intoleranz unserer GEZ Medien. Klimapolitik und Energiepolitik werden quasi als Religion vermittelt. Da ist kein Platz für abweichende Meinungen. Nur was zur verkündeten Botschaft passt ist moralisch und gut. Alles andere ist böse.

  16. Wer aber behauptet, dass Linke grundsätzlich zur Meinungsdiktatur neigen, kann sich zwar auf Eindrücke und Beobachtungen stützen, muss sich aber den Vorwurf gefallen lassen, dass das diametral den Ansprüchen der Linken zuwider läuft und darum auch nicht zutreffend sein kann. Das Wort ‚paradox‘ ist vielleicht nicht die glücklichste Wortwahl des Autors. ‚Inkonsistent‘ oder ‚heuchlerisch‘ wären vielleicht treffender.

  17. #15/#16

    ceterum censeo: Das Öko-Establishment, das heutige mediale Establishment und die politische Klasse als „links“ zu bezeichnen ist ein Irrtum. Ein inhaltlicher Grund ist, dass die traditionelle Linke nicht industriefeindlich ist, sondern im Gegenteil technikoptimistisch. Ein formeller Grund ist, dass das Lechts-RInks-Schema zu grob ist. Ich empfehle dazu ein kurzes Einlesen ins politische 2-Achsen-Modell.

    https://www.politicalcompass.org/analysis2

    Zusammengefasst: links = sozialistisch, rechts = kapitalistisch, oben = autoritär, unten = libertär. Es kann also alle Kombinationen geben, z.B. autoritäre und libertäre Linke , ebenso wie autoritäre und libertäre Rechte.

    Hier eine Analyse der gegenwärtigen politischen Landschaft in Deutschland laut den Autoren der Website:

    https://www.politicalcompass.org/germany2017

    Demnach sind alle derzeitigen Mainstream-Parteien außer einer autoritär und kapitalistisch -- also Varianten des gleichen Themas -, einschl. der Grünen.

    Selbsttest:

    https://www.politicalcompass.org/test/de

    Mein Ergebnis: Sehr links uns sehr libertär.

  18. @anorak2

    Nun ja.Dass es so etwas gibt wie die libertäre Linke ist empirisch widerlegt.
    DDR, Venezuela, die Linkspartei.
    Meine Beobachtung. Die Linke ist Libertät solange sie nicht an der Macht ist und wechselt auf autoritär sobald sie die Macht hat. sieht man an unseren Medien.
    Man kann sich jetzt natürlich die ideale libertäre Linke definieren, aber das ist Augenwischerei, denn es gibt keine Partei dazu die man wählen kann, weder die Linke, die Grünen noch die SPD.

  19. Jedenfalls haben die Ökofanatiker Ausdauer. Ein „Thorsten“ hat mir zu Weihnachten wieder in meinen alten Blog „klimanews“ einen Kommentar geschickt. Obwohl er seit Jahren gesperrt ist.

    Diese Leute werden ihr Endziel nie aufgeben, komme was wolle.

  20. @GH #18

    Nun ja.Dass es so etwas gibt wie die libertäre Linke

    Martin Luther King oder Mahatma Ghandi, Willy Brandt, überhaupt die Zeit der sozialliberalen Koalition.

    ist empirisch widerlegt.
    DDR, Venezuela, die Linkspartei.

    Nichtexistenz-Aussagen sind nicht empirisch belegbar. Eine Aufzählung von Gegenbeispielen ist auch kein Beleg, sie beweist höchstens dass es auch was anderes gibt.

  21. @anorak2

    Personen ja, aber eben nicht wenn sie an die Macht kommen.
    In Indien ist übrigens der größte kommunistisch organisierte Bundesstaat nach 30 Jahren pleite gegangen.
    Und genau. Helmut Schmidt war ein libertärer Linker. Und seine Regierung hat linke Ideen umgesetzt.

    Nichtexistenz-Aussagen sind nicht empirisch belegbar.

    Stimmt, man kann auch nicht ausschließen, dass der Yeti existiert, vermutlich ist der auch der gesuchte libertäre Linke.

  22. anorak2 29. Dezember 2017 11:14

    Natürlich ist das Rechts-Links-Schema weitgehend absurde Vereinfachung. Die Skalen sind aber weit komplexer als in der zitierten Website dargestellt.

    Marktwirtschaft (dereguliert) Planwirschaft
    National International
    Liberal Authoritär
    Individuelle Unterschiede Gleichheit

    Bei diesen vier Achsen passt dann das Koordinatensystem nicht. Und auch das wäre noch eine starke Vereinfachung.
    In ausgewählten Themen kann es zu starken Abweichungen der Positionen kommen. So könnte man eine staatliche Planwirtschaft im Versorgungsbereich (Gesundheit, Energie, Wasser) anders bewerten als im Rest der Wirtschaft.

    Die neue Rechte definiert sich vor allem durch den Wahlspruch ‚Vive la difference‘ als Gegenposition zur Gleichmacherrei. Was aber nicht heißt, dass man eine Ungleichheit der Rechte fordert.

    Skurril ist dann die Bewertung auf der Website. Hitler sei noch authoritärer als Stalin? Wie kann man das fest machen? Und Margaret Thatcher ist den beiden dicht auf der Spur?

    Hitler ist fast neutral im Rechts-Links-Schema? Manche meinten, dass er weit sozialistischer war und mit Stalin mehr gemein hatte als mit Mussolini. und ihn eher als linken, aber mit nationale Prägung verorten.

    Die FDP wäre autoritärer als die Linke oder die Maas-SPD? Das ist absurd!

    Oder die Einordnung der AfD, die zwar auch marktliberal ist, aber manche linken Forderungen aufnimmt … wo aber sollte sie autoritär sein? Gar autoritärer als der Rest der anderen Regulierungsparteien? Einfach absurd!

    The AfD shares a characteristic hostility to alternative lifestyles of many sister parties, and a willingness to give a helping hand to struggling traditional families, but it is less critical of globalisation per se. In its extraordinary cluster of attitudes, the relatively new anti-immigrant party has failed to recognise that open borders for the flow of capital is inextricably linked to open borders for the flow of people.

    Es wird ständig ein narrativ verbreitet, die AfD hätte etwas gegen alternative Lebensstile. Mittlerweile ist die traditionelle Familie bereits ein alternativer Lebensstil, aber die Spitzenkandidatin ist bekannter Weise homosexuell.

    Auch ist die AfD keineswegs eine anti-immigrant party -- sondern sie wehrt sich speziell gegen Asylmissbrauch, fordert aber seit Jahren ein Einwanderungsgesetz mit besseren Integrationshilfen.
    Kurz: Diese Beurteilungen dieser Seite halte ich für weitgehend untauglich.

  23. @Martin Landvoigt #22

    Das ist eben aber auch eine akademische Übung. Natürlich gibt es Salonlinke die sich von den Fehlschlägen linker Politik distanzieren und behaupten man könne es auch richtig machen. Das ist ja auch ein wichtiges Narrative für Gysi und seine Nachfolger in der Linkspartei. Nur gibt es weltweit keine empirischen Belege, dass linke Politik mit Staatsdirigismus, Planwirtschaft, etc zu etwas anderem führt ausser zu Armut und Pleite. Im Koordinatensystem der Bundesrepublik Deutschland können sie als Linker eben die Position der Linkspartei finden und die ist alles andere als liberal, vor allem wenn die nach Russland blicken. Oder sie gucken nach dem linken Flügel der Grünen oder der SPD und da sind sie eher bei den autoritären Volkserziehern.
    Eine sozialliberale Koalition der siebziger Jahre hat mitnichten eine linke Politik gemacht.
    Schon eher war die SPD der 50iger Jahre links. Gottseidank wurden deren planwirtschaftlichen Ideen nie umgesetzt. An diese Zeit versucht die Schulz’sche SPD anzuknüpfen. keine Erneuerung, sondern eher ein Retro-SPD.

  24. Gysi wirkt auf mich ausgesprochen sympathisch, was aber nicht heißt, dass mich seine Ansichten oder Argumente überzeugen. Mir ist die Idee der Moral als politische Leitlinie auch dann wünschenswert, wenn man nicht auf eine empirische Bestätigung zurück greifen kann. Aber der Sympathie und Wünschen steht die Realität oft feindlich gegenüber. Gesinnungsethik heißt eben meist: Gut gemeint und schlecht gemacht!

    Und das lässt eben nach den Ursachen des Scheiterns fragen: Warum passt das humanistische Ideal nicht? Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!

    Ich meine, es liegt im Menschenbild. Der Mensch als Wesen zwischen Himmel und Hölle birgt so viel Abgründiges wie Edles, jedoch nicht stets gleich verteilt. Aber in keinem Fall kann man darauf vertrauen, dass die gute Absicht das Böse bannen kann. Mann muss stets mit der Möglichkeit des Missbrauchs rechnen. Gibt es ein Sozialsystem, dann gibt es auch Menschen, die dieses System gegen ihre ursprüngliche Intention auch ausnutzen. Und damit kann auch eine linke Utopie nicht wirklich mit einer zielkonformen Umsetzung rechnen.

    Das oft gescholtene Christentum stellt hier viel mehr Weisheit bereit: Die Hoffnung auf den Himmel, die zum Besseren streben lässt. Zugleich das Bewusstsein der eigenen Mängel, die die Zielerreichung eben nicht im Nahen erwarten lässt.

  25. @Martin Landvoigt #24

    Mir ist die Idee der Moral als politische Leitlinie auch dann wünschenswert, wenn man nicht auf eine empirische Bestätigung zurück greifen kann.

    Das ist ein großer Irrweg der direkt in die Klimatische führt. Was sie vergessen ist, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Moralsysteme gibt. An welcher Moral richten wir uns also aus. Der katholischen Moralslehre, der moslemischen Moralslehre oder der der Hindu oder der marxistisch-leninistischen Moral der Linken?

  26. IKlimakirche

  27. Zur Frage:

    Was sie vergessen ist, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Moralsysteme gibt. An welcher Moral richten wir uns also aus. Der katholischen Moralslehre, der moslemischen Moralslehre oder der der Hindu oder der marxistisch-leninistischen Moral der Linken?

    Ich hoffte, aus dem Kontext bereits hinreichende Klarheit hergestellt zu haben: Es geht nicht um eine konkrete Moral, sondern um das Prinzip, dass das Erreichen eines grundsätzlich wünschenswerten auch dann angestrebt wird, auch wenn man dafür keine Muster oder Erfolgsgarantieen hat. Und wer so was sucht, hat auch dann einige Sympathien meinerseits, selbst wenn ich ihm inhaltlich vollständig widerspreche.

    Das heißt eben nicht, dass es einen Konsens für das Erstrebenswerte geben muss, auch nicht, dass das, was manche für erstrebenswert halten auch einer objektiven Prüfung besteht. Sondern nur, dass man bereit ist, Ziele auch ernst zu nehmen die auch hinter dem Horizont liegen. Der demokratische Prozess sollte ein Korrektiv sein, allzu abwegige Ziele und Maßnahmen auszubremsen.

    Meine persönliche Zielvorstellung liegt so ziemlich genau zwischen dem Utopia eines Thomas Morus und einem weitgehend libertären Staat. Etwas rustikaler illustiert der Actionfilm ‚Demolition Man‘ diese Gesellschaftsvision.

  28. @ML #22

    Natürlich ist das Rechts-Links-Schema weitgehend absurde Vereinfachung. Die Skalen sind aber weit komplexer als in der zitierten Website dargestellt.

    Ja natürlich, 2 Achsen sind auch eine Vereinfachung. Idealerweise müsste das Spektrum soviele Achsen haben wie es Themenfelder gibt, aber das wäre dann zu komplex. 2 Achsen sind erstmal besser als nur eine :). Hier ist ein Ansatz mit 7 Dimensionen:

    http://www.politicaltest.net/

    Skurril ist dann die Bewertung auf der Website. Hitler sei noch authoritärer als Stalin? Wie kann man das fest machen?

    Der Unterschied ist nur gering, wie sie den begründen musst du die Macher fragen.

    Und Margaret Thatcher ist den beiden dicht auf der Spur?

    Sie ist im autoritären Quadranten, aber weniger autoritär als die beiden. Ihre gesellschaftlichen Vorstellungen waren schon sehr konservativ.

    Hitler ist fast neutral im Rechts-Links-Schema?

    Weil es im 3. Reich ja auch soziale Maßnahmen gab, ein Extremkapitalist war er nicht.

    Manche meinten, dass er weit sozialistischer war und mit Stalin mehr gemein hatte als mit Mussolini.

    Die Industrie hat er andererseits nicht verstaatlicht.

    und ihn eher als linken, aber mit nationale Prägung verorten.

    Das sind wohl eher Feindbilder extrem Neoliberaler.

    Die FDP wäre autoritärer als die Linke oder die Maas-SPD? Das ist absurd!

    Oder die Einordnung der AfD, die zwar auch marktliberal ist, aber manche linken Forderungen aufnimmt … wo aber sollte sie autoritär sein? Gar autoritärer als der Rest der anderen Regulierungsparteien? Einfach absurd!

    Dass eigentlich nur die Linke liberale Positionen vertritt und alle anderen eher autoritäte würd ich auch so sehen. Über die genaue Positionierung untereinander musst du mit den Autoren der Website reden, so genau verfolge ich das auch nicht. 🙂

    Es wird ständig ein narrativ verbreitet, die AfD hätte etwas gegen alternative Lebensstile. Mittlerweile ist die traditionelle Familie bereits ein alternativer Lebensstil, aber die Spitzenkandidatin ist bekannter Weise homosexuell.

    In der Tendenz stimmt die Aussage schon, natürlich schillert es etwas. Letzteres ist nicht unbedingt eine Widerlegung.

  29. @GH #25

    Was sie vergessen ist, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Moralsysteme gibt. An welcher Moral richten wir uns also aus. Der katholischen Moralslehre, der moslemischen Moralslehre oder der der Hindu oder der marxistisch-leninistischen Moral der Linken?

    Die Goldene Regel + Utilitarismus. Das Klima fällt dann gleich raus.

  30. @anorak2

    Die Goldene Regel + Utilitarismus. Das Klima fällt dann gleich raus.

    Schon ganz gut. Als politische Leitlinie bezieht sich das dann auf die jeweilige politische Einheit.
    Die Energiewende wäre in diesem Wertesystem unmoralisch. Sie nutzt nur den Herstellern der Anlagen.

  31. Nachtrag zu #28

    http://www.politicaltest.net/de/ergebnis/4467

    Mein Ergebnis 🙂

  32. Nacchtrag zu #28/#31

    https://www.politicalcompass.org/yourpoliticalcompass?ec=-7.30&soc=-7.65

  33. @anorak #32

    Sie scheinen ja irgendwie auf ihre Punktzahl stolz zu sein. Allerdings machen solche Quadranten nur Sinn, wenn jede Punktzahl gleich berechtigt ist. Eine autoritär Rechte Punktzahl ist also gleichwertig mit einer libertär Linken Punktzahl.
    Alle Punktzahl sind gleichwertig, ansonsten wäre das System unsinnig.
    Das heißt sobald man den Punktzahlen ein „Gut“ oder „Schlecht“ beimisst wird so ein System unsinnig und inkonsistent, Zeigt dann nur an, dass die Fragen einen Biss haben.

  34. Mein Ergebnis: http://www.politicaltest.net/de/ergebnis/4502

    Aber ich halte die Zuordnung und Bewertung für alles andere als Transparent. Ich hätte mich eher auf den Skalen ander eingestuft. So beim Wertepaar: Kosmopolitisch -- Nationalistisch: Ich hätte mich eher auf der nationalen Seite gesehen, was ich auch nicht negativ finde. National zu denken heißt für mich, sich zuerst um die eigenen Angelegenheiten zu kümmern, aber dennoch auch Hilfe an Dritte, bzw. Gerechtigkeit und Freiheit für Andere zu unterstützen. Kurz: Germany first.

    Oder das Wertepaar: Kommunistisch -- kapitalistisch: Das sind wertende Begriffe. Marktliberalismus ist für mich nicht dasselbe wie Kapitalismus. Denn eine soziale Marktwirschft oder Ordo-Liberalismus hat mit einem Manchester-Kapitalismus fast so wenig gemein wie mit der sozialistischen Wirtschaftsweise.

    visionär -- reaktionär: Das klingt anders als ‚verträumt -- bodenständig‘ … klar macht die Diktion auch die Wertung aus. Was aber ist die Vision einer freien Gesellschaft, in der möglichst viele nach der eigenen Facon glücklich werden können, und von der wir uns immer mehr entfernen? Ist das ‚reaktionär‘.

    laizistisch -- fundamentalistisch -- nach den Kriterien der Macher wäre wohl auch Kant ein Fundamentalist gewesen, denn er sah den Moralischen Gottesbeweis in der ‚Kritik der praktischen Vernunft‘ als gültig an. Ich forderte dagegen keine besonderen Privilegien für Religionsgemeinschaften -- was für mich der Kern des Laizismus ist. Die Macher meinten vermutlich eher die Spannung zwischen Atheistisch und Gottgläubig.

  35. @ Günter Heß 30. Dezember 2017 14:38

    Natürlich haben derartige Tests stets teils erhebliche Schwächen. Dennoch können sie eine gewisse Orientierungshilfe geben. anorak2 wollte zeigen, dass er eher dem links-anarchischen Lager zugeneigt ist. Ich halte auch dann viele seiner Ansichten für vernünftig, auch wenn ich eine offensichtlich andere Orientierung habe.

  36. @GH #33

    Sie scheinen ja irgendwie auf ihre Punktzahl stolz zu sein.

    Ich bin noch bei dem Thema, dass die Grünen oder der Klimaalarmismus, die Befürwortung der „Energiewende“ usw. ein Ausweis für linke Gesinnung seien. Es gibt aber eine wachsende Zahl von eher links-liberal gesinnten Personen, die genau aus diesem Grund die grüne Ideologie ablehnen, und dazu würde ich mich zählen. Mein Punkt ist, das Links-Rechts-Schema in der eindimensionalen Form keinen Sinn hat, und wenn dann klebt ihr die Etiketten falsch auf.

    Allerdings machen solche Quadranten nur Sinn, wenn jede Punktzahl gleich berechtigt ist. Eine autoritär Rechte Punktzahl ist also gleichwertig mit einer libertär Linken Punktzahl.

    Das seh ich anders. Ich kann mich -- mit einiger Anstrengung -- zwar dazu bringen, einen Standpunkt zu verstehen der extremen Kapitalismus als für das Gemeinwohl nützlich ansieht. Aber Standpunkte die eine starke Einmischung des Staates ins Private befürworten, die der Religion eine starken Einfluss wünschen, die eine Benachteiligung von Homosexuellen wünschen, die das Prügeln von Kindern und das Führen von Angriffskriegen akzeptabel finden (das sind ja einige der abgefragten Themen), halte ich für unethisch.

  37. @anorak 2

    Aber Standpunkte die eine starke Einmischung des Staates ins Private befürworten, die der Religion eine starken Einfluss wünschen, die eine Benachteiligung von Homosexuellen wünschen, die das Prügeln von Kindern und das Führen von Angriffskriegen akzeptabel finden (das sind ja einige der abgefragten Themen), halte ich für unethisch.

    Aber genau deshalb ist auch dieses Quadrantensystem unnsinnig, denn die abgefragten Themen enthalten einen Bias. Man kann auch die libertäre Koordinate durch Fragen so verschieben, dass es ethisch inakzeptabel wird. Das Quadrantensystem mit seinen Fragen ist nicht normiert und dadurch kommt es zu unsinnigen willkürlichen Ergebnissen.
    Vermutlich die Ergebnisse die der Autor des Systems als „Gut“ definiert hat.

  38. @Martin Landvoigt #35

    anorak2 wollte zeigen, dass er eher dem links-anarchischen Lager zugeneigt ist.

    Sein Testergebnis ist:

    Sie sind ein Sozialdemokrat. 10 Prozent der Testteilnehmer fallen auch in diese Kategorie und 10 Prozent sind extremistischer als Sie.

    Das heißt sie hätten anorak2 als links-anarchistisch eingeordnet, während der Test einfach Sozialdemokrat auswirft.
    Das meinte ich mit Schieflage und Bias des Tests. Vermutlich hat den Test ein Sozialdemokrat geschrieben und seine Ansichten links-libertär eingeordnet

    Ich habe versucht anarchistisch zu antworten und das bekommen, was meine Vermutung unterstützt:

    Sie sind ein Sozialdemokrat. 10 Prozent der Testteilnehmer fallen auch in diese Kategorie und 0 Prozent sind extremistischer als Sie.

  39. @Martin Landvoigt #34

    Schön herausgearbeitet, dass die Autoren des Tests eine unterschwellige „Gut“ -- „Böse“ Wertung hinterlegt haben.
    Im Grund genau das was unsere Mainstream -- Medien machen.
    Solche Tests müssten deshalb sorgfältig normiert werden, ansonsten ist die Orientierung sinnlos.

  40. @GH #37

    Aber genau deshalb ist auch dieses Quadrantensystem unnsinnig, denn die abgefragten Themen enthalten einen Bias.

    Den Bias lesen wir hinein. Man kann nicht Wertesysteme abfragen und klassifizieren, und es gleichzeitig nicht tun. Die negative Wertung von z.B. Angriffskriegen oder Prügelstrafe machen ja nicht die Macher des Tests, sie fragen nur ab ob der Proband dieser Meinung ist. Bewerten tun das wir beide. Es gibt durchaus Menschen, die das beides positiv werten, und die würden da mit ja antworten. Umgekehrt gibt es Menschen, die z.B. meine Antworten als unethisch werten würden. Z.B. lehne ich jegliche Basierung eines Wertesystems auf Religion radikal ab, was manchem Gläubigen sehr missfallen dürfte.

    #38

    Das heißt sie hätten anorak2 als links-anarchistisch eingeordnet, während der Test einfach Sozialdemokrat auswirft.

    Mit Anarchismus kann ich nichts anfangen. Sozialdemokrat als grobe Richtung löst bei mir kein Unbehagen aus, irgendwie hat der Test das schon richtig eingeordnet.

    Wir können das ja zum Thema zurückentwickeln. Es gibt Leute, die die „Energiewende“ aus grundsätzlicher Ablehnung gegen staatliche Eingriffe ablehnen. Das ist nicht meine Position, ich bin der Meinung dass der Staat wirtschaftliche Rahmenbedingungen setzen soll und dass Regulierung und Betrieb der wichtigen Infrastruktur -- einschl. Stromversorgung -- staatliche Kernaufgabe ist. Es kommt aber sehr auf die Ziele und Mittel staatlichen Handelns an. Meine Kritik an der Energiewende ist, dass der Staat sich dabei vom Allgemeinwohl als Ziel verabschiedet hat, und stattdessen neuerdings esoterische/ideologische Ziele zu Lasten des Allgemeinwohls verfolgt.

  41. @anorak 2 #40

    Den Bias lesen wir hinein. Man kann nicht Wertesysteme abfragen und klassifizieren, und es gleichzeitig nicht tun.

    Der Bias ist systemimmanent. Wertesysteme sind subjektiv. Man kann den Bias testen, indem man extreme Antworten gibt wie ich es oben getan habe.
    Sie unterstellen, dass es möglich ist solche Tests objektiv aufzuschreiben. Das ist nicht der Fall.
    Im Grunde kann man mit dem Test aber das Wertesystem des Autors testen.
    Es ist die Auswahl der Fragen die den Bias verursachen.

  42. Es gibt durchaus Fragestellungen, die sich durch Wortwahl und Spektrum der Handlungsalternativen einen weitgehend neutralen Charakter haben. Ein Beispiel:

    ‚Für jedes Volksbegehren muss ein verbindlicher Volksentscheid durchgeführt werden.‘

    Das hört sich neutral an, ist es aber nicht. Zum Einen ist ein offizielles Volksbegehren, zu dem es auch tatsächlich kommt, hohe Hürden vorgesehen. Das ist das eigentliche Problem, welches hier gar nicht thematisiert wird. Vielmehr ist es ein Problem, dass die Schweizer ganz anders gelöst haben.

    Jede Antwort auf die Frage liefert in diesem Umfeld eine beliebige und letztlich nicht auswertbare Antwort.

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