Warum es keine Kriege um Wasser geben wird.

24. März 2012 | Von | Kategorie: Blog


Oder: Wie kann virtuelles Wasser Durst löschen?

Gastbeitrag von Anhalter

 

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Am 22. März war „Weltwassertag“, von der UNO 1993 ins Leben gerufen, um mahnend daran zu erinnern, dass sehr viele Menschen nicht über das Wasserdar- und angebot verfügen, wie es für uns alltäglich ist.

Angeregt von Peter Hellers Beitrag „Der Klimawandel als konstruierte Katastrophe“ möchte ich versuchen, einen Aspekt noch etwas näher zu betrachten.

Zu Beginn werde ich einige Fragen allgemeiner Natur aus meiner ganz persönlichen Sicht beantworten.

Wird Wasser verbraucht?

Der Begriff  „Wasserverbrauch“ an sich ist irreführend, denn er impliziert, dass Wasser, nach dem es „gebraucht“ wurde, verschwunden, nicht mehr verfügbar, einfach weg ist.

Durch den Gebrauch wird das vorher „brauchbare“ Wasser lediglich durch Beimengen oder Entfernen von Inhaltsstoffen oder durch Erhöhung der Temperatur in seinen Eigenschaften verändert. Es ist nach dem bestimmungsmäßigen Gebrauch für den ursprünglichen Zweck nur nicht mehr „brauchbar“.

Aber es ist noch da.

Die weiß eigentlich jedes Kind, das in der Grundschule beim Thema „Kreislauf des Wassers“ aufgepasst hat und noch nicht vollständig und „nachhaltig“ ökologisiert wurde.

Wofür braucht der Mensch Wasser? 

Nur  kurz: Für den persönlichen, täglichen Bedarf als Trinkwasser zum Leben und für die Hygiene. Darüber hinaus für Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie. Ich erspare mir hier eine Darstellung wieviel Wasser für jede Nutzungsart in Deutschland, Europa oder weltweit gebraucht wird. Dies kann man ohne viel Mühe im Web finden.

Was ist „virtuelles Wasser“?

Der Begriff geht wohl zurück auf den britischen Geografen John Anthony Allan, der 1995 diesen Index für die Menge des für die Herstellung eines bestimmten Produktes benötigten Wassers einführte. An sich nicht schlecht, da gut geeignet, Wasserbedarf und Bilanz für komplette Volkswirtschaften zu beschreiben.

Der unmittelbar messbare Wassergebrauch im privaten Bereich beträgt in Deutschland ca. 125 Liter je Einwohner und Tag. Diese Zahl reicht offenbar nicht mehr aus, um den Menschen ein permanent schlechtes Gewissen einzureden.  Hier wird nun von den üblichen Verdächtigen der Begriff „virtuelles Wasser“ gebraucht, oder besser: missbraucht.

Überall  und nahezu rund um die Uhr soll uns nun eingetrichtert werden, dass letztlich alles, was wir tun und lassen, schädlich bzw. wenig oder gar nicht „nachhaltig“ ist. Sei es der Energiebedarf, sei es die Ernährung, die Mobilität, das Freizeitverhalten oder auch der „Verbrauch“ an Wasser. Die menschliche Existenz an sich sei schädlich. Aber schädlich wofür eigentlich? Schädlich für das Klima, die Umwelt, die Natur, die Erde, das Universum?

Im  einschlägigen Sprachgebrauch diverser NGO’s verkommt dieser Index zu einem weiteren Instrument, den Menschen mangelnde „Nachhaltigkeit“ vorzuwerfen. Neben dem bereits populären Carbon-Footprint wird der  Wasserfußabdruck als weiterer Maßstab für unser ach so großspuriges Leben wird propagiert. So werden in Deutschland aus den bereits genannten 126 Liter über   4.000 Liter, die jeder Deutsche jeden Tag „verbraucht“. Und dies stets zu Lasten der Regionen, die bereits heute unter Wassermangel leiden und erst recht unter den Folgen der globalen Erwärmung noch viel, viel schlimmer leiden werden. Welch schändliches Tun!

Aber nicht nur Umweltbewegte, auch immer mehr Politiker glauben, mit diesem Thema punkten zu können. Und wie es sich gehört, werden aus unausgegorenen Thesen gleich Szenarien entwickelt über drohendes Ungemach = Katastrophen = Weltuntergang.

Unter dem geht ja nichts mehr.

Kriege um Wasser?

 „Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt.“

Boutros Boutros-Ghali, ehem. UNO Generalsekretär

„Die Kriege des 21.Jahrhunderts werden nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt.“ 

Ismail Serageldin, ehem. Vizepräsident der Weltbank

Solche und ähnliche Schlagzeilen erfahren nun das gleiche Schicksal wie manch andere geflügelte Worte: Durch stetige Wiederholung erscheinen sie plötzlich als unumstößliche Wahrheit.

Aber ist es wirklich so?

Durch Zufall stieß ich auf eine Ausgabe der „GEO“ vom Mai 2010. Diese Zeitschrift ist nun nicht gerade dafür bekannt, sich kritisch mit den Auswüchsen des Ökologismus auseinanderzusetzen. Umso überraschter war ich, darin einen Beitrag über die Schriftstellerin Wendy Barnaby zu lesen, die auf Anraten ihres Verlegers ein Buch zum Thema „Wasserkriege“  schreiben wollte. Sie stürzte sich auf diese Aufgabe mit Vehemenz, recherchierte was das Zeug hielt.

Und kam bei der Analyse von Konflikten um Wasser zu der Erkenntnis:

„Wasser spielt … wie auch in vielen anderen Konflikten dieselbe Rolle wie ein Kind in einem Scheidungskrieg: Es ist Streitobjekt der Kontrahenten, ohne für deren Zerwürfnis verantwortlich zu sein. In Konflikten um Wasser spiegeln sich Machtkämpfe, in denen es um Grundsätzlicheres geht: um territoriale und wirtschaftliche Ansprüche, religiöse und kulturelle Differenzen.“

Sie war fast fertig mit ihrem Buch, als sie auf das „virtuelle Wasser“ von Allan stieß. Und sie das bisher Geschriebene in Frage stellte.

„Wer Früchte und Getreide anbaut, braucht dazu: Wasser. Und das nicht zu knapp. Für die Produktion eines einzigen Apfels etwa sind 70 Liter erforderlich, für ein Kilo Weizen sogar 1.300 Liter. Wer Äpfel, Getreide oder andere Agrarprodukte auf dem Weltmarkt einkauft, importiert also de facto Wasser. Und spart die entsprechende Litermenge, die er selbst für den Anbau einsetzen müsste.

Genau dies tun die Länder des Nahen Ostens: Sie importieren Getreide, statt es selbst anzubauen. Sie nutzen die Wasserressourcen anderer Länder. Und das in erheblichem Umfang. 

Zu den größten Netto-Exporteuren von virtuellem Wasser gehören die USA, Kanada, Argentinien und Brasilien  –  weil sie große Mengen Agrarprodukte und Vieh, aber auch Industriegüter produzieren. Netto-Wasserimporteure sind dagegen Japan, China, Indien und die meisten Länder Europas.

Vom Handel mit virtuellem Wasser profitieren aber auch ärmere Länder: Statt mit großem (Bewässerungs-)Aufwand Landwirtschaft zu betreiben, können sie sich auf den Aufbau weniger ressourcenintensiver Wirtschaftszweige konzentrieren. Und die Erträge daraus nutzen, um die Ernährungssituation ihrer Bevölkerung zu verbessern – durch Einfuhr von Getreide und anderen Lebensmitteln. Es sind diese unauffälligen Wassertransfers, die selbst dürregeplagten Ländern die Existenz sichern. Und ihnen die Chance auf langfristige wirtschaftliche Entwicklung eröffnen.

Wendy Barnaby ging mit diesen neuen Erkenntnissen zu ihrem Verleger und

„… bot ich meinem Verlag an, eine Neufassung zu schreiben. Wäre es nicht besser, künftige Entwicklungen präziser vorherzusagen, statt überholte Schreckensszenarien zu bekräftigen?

Mein Verleger sah das anders. Wer kauft schon ein Buch über einen Krieg, der nicht stattfinden wird? Damit war es um mein Werk geschehen.

Der Mythos von den drohenden Wasserkriegen aber lebt fort. Höchste Zeit, ihn ein für alle Mal wegzuspülen! Wir sollten uns stattdessen daran machen, den globalen Wassermangel wirksam zu bekämpfen. Dazu braucht es, wie wir jetzt wissen, nicht so sehr neue Pumpen und Leitungen. Vielmehr bessere, gerechtere Handelsbedingungen  –  vor allem für Entwicklungsländer.“

Ein schönes Schlusswort!

PS: Der Artikel in der „GEO“, auf den ich mich beziehe, ist leider nur in der Printausgabe erschienen.

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61 Kommentare
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  1. Ich bin mir beim Fazit nicht ganz sicher.

    Natürlich weiß ich, dass wenn ich in Deutschland weniger Wasser nutze, beispielsweise indem ich weniger Wasser in den Garten schütte, spare ich am eigenen Geldbeutel, aber kaum Wasser in Afrika.

    Jedoch scheinen mir ein paar Punkte zu stören.
    Beispiel Spanien. Seit Jahren sinkt der Grundwasserspiegel ab. Grund dafür ist Raubbau und illegale Wasserentnahme, aber auch die intensive Landwirtschaft. Spanien exportiert also Wasser nach Mitteleuropa, und das nicht zu knapp. Mittlerweile ist der Grundwasserspiegel so niedrig, das bereits über Entsalzungsanlagen Meerwasser eingepumpt wird. Selbiges Problem auch in Griechenland/Portugal/Italien. In diesen Ländern gibt es Streit um Wasser. Aber der Grund dafür ist weniger der Verbrauch an sich, sondern der Raubbau und mangelnde Techniken einer modernen Landwirtschaft.
    Daher erweiterte These: Grund für Streit um Wasser ist mangelndes Fachwissen und mafiöse Strukturen.

    Mir ist auch im Moment nicht genau bewusst, wie Drittweltländer eine Industrie aufbauen können, damit sie genügend Devisen verdienen, um sich Getreide auf dem Weltmarkt leisten zu können. China macht da jegliche Bemühungen platt.

  2. Was macht China kaputt?

  3. Nun, was für eine Industrie kann es hauptsächlich in afrikanischen Drittwelt-Staaten geben? Von der Infrastruktur nur produzierendes Gewerbe. China produziert aber schneller und vor allem billiger.
    Dann gäbe es noch den Abbau von Rohstoffen. Ist zu einem guten Drittel mittlerweile auch in chinesischer Hand.

    Ich glaub, damit wäre die Frage gelöst.

    Ich hab nichts gegen die Globalisierung, ich bin sogar Befürworter. Aber man muss sich auch im Klaren sein, dass es Verlierer geben kann.

  4. @ Irus

    Sie haben recht, dass die Entnahme großer Mengen Grundwasser etwa im Süden von Spanien zu großen Problemen führt. Auch an vielen anderen Stellen der Welt wird mehr Wasser benötigt und gebraucht, als man vernünftigerweise aus dem Grundwasser entnehmen sollte.

    Allerdings kann man auch vermerken, dass sich die Wassersituation auf der Welt in den letzten Jahren deutlich verbessert hat. So konnte die UN anfang des Monats vermelden, dass man ein wichtiges „Milleniumsziel“ für 2015, nämlich den Zugang der Menschen auf der Welt zu sauberem Wasser, bereits heute erfüllt wurde. Angepeilt war eine Versorgung von 88% der Menschen bis 2015, wir haben bis heute bereits 89% erreicht. Warum der Jubel über solche Meldungen bislang ausgeblieben ist, darüber schrieb die Frankfurter Rundschau:

    Das Beschweigen dieser wunderbaren, so vielen Menschen nützlichen, ja lebensrettenden Fortschritte liegt daran, dass der Erfolg die falschen Väter hat. Der erste heißt Globalisierung. Handel und Austausch schlossen jene Länder an die Wirtschaftskreisläufe an, die zuvor abgehängt waren. Es wurde investiert, in der Regel floss Privatkapital. Dort, wo militärische Konflikte beendet wurden, blühten Länder auf, zum Beispiel Kambodscha. Arbeitsplätze (wenn auch oft prekäre) entstanden. Auch an dem zweiten Vater des humanitären Fortschritts haben viele etwas auszusetzen. Er heißt Autoritarismus und zeigt sich im Entwicklungswillen von Regimes wie in China oder Ruanda. Man mag dort über Mangel an bürgerlichen Freiheiten klagen, aber die Armut schwindet in eindrucksvollem Tempo. Der dritte Vater ist wenigstens mit westlich-nördlicher Entwicklungshilfe verwandt: Wo sich Regierungen zu guter Regierungsführung entschlossen, und dazu, die Menschen als Akteure zu respektieren, ging es voran.

    Ihren weiteren Punkt, dass China aufgrund seiner guten Infrastruktur und niedriger Produktionskosten das Wachstum Afrikas behindert, sehe ich ein wenig anders. Ich möchte das einmal am Beispiel der besonders Arbeitsintensiven Schuhproduktion erläutern.

    In den 80er und auch noch den 90er Jahren sind viele Produzenten aus Europa und den USA erst nach Taiwan und dann, als dort die Lohnkosten siegen, nach China gezogen. Als dann aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs die Arbeitslöhne anstiegen, ist die Karawane weitergezogen. Und zwar nach Vietnam und später auch nach Pakistan.

    Dieses Entwicklungsschema scheint sich oft zu wiederholen. Industriesektoren erkennen in einem Land ein Potenzial an billigen Arbeitskräften und beginnen damit, Kapazitäten nach dorthin zu verlagern. Durch das so vorhandene Kapital und die besseren Verdienstmöglichkeiten wird der Lebensstandard gesteigert, was zu besserer Schulbildung, besser qualifizierten Arbeitskräften und höheren Löhnen führt.

    Die ursprünglichen Produzenten, wie in unserem Beispiel die Schuhindustrie, ziehen dann weiter und suchen sich neue Länder für Produktionsstätten, in denen ein vergleichbarer Kreislauf in Gang gesetzt wird. Der Bedarf an gering-qualifizierten Arbeitskräften die zu niedrigen Löhnen beschäftigt werden können kann in diesen Ländern dann nicht mehr hinreichend befriedigt werden. Es erscheint also plausibel, dass sich die Produzenten von Produkten mit hohem Bedarf an günstiger Arbeitskraft in Zukunft auch Afrika zuwenden werden und dort dafür sorgen, dass Wohlstand und Infrastruktur verbessert werden.

    Dass dies bislang noch kaum passiert ist liegt vor allem daran, dass in vielen Ländern in Afrika die politische Lage unübersichtlich und instabil ist und dass Korruption und auch Kosten aufgrund einer mächtigen Bürokratie dadurch viel zu hoch sind. Auch muss man in vielen Ländern befürchten, dass nach einem jederzeit möglichen Putsch oder Machtwechsel das bis dahin eingesetzte Kapital verloren ist.

    Es gibt durchaus Hoffnung für Afrika. Entscheidend dafür ist allerdings, dass vor allem in den armen Ländern südlich der Sahara stabile politische Verhältnisse einkehren. Preiswerte Arbeitskräfte jedenfalls sind in der globalisierten Welt hochbegehrt. Und dieser Trend wird sich fortsetzen.

  5. Nicht ganz on-Topic, aber ich finde die Themen Welt-Wasserversorgung und Welternährung passen ganz gut zusammen.

    Georg Keckl in der NZZ:


    Keine Experimente mit der Welternährung

    Dass heute sechs statt zwei Milliarden Menschen satt werden, daran hat die Ökobewegung kein Verdienst. Unsere Böden waren nie fruchtbarer als heute, brachten noch nie so viel und so konstant Ertrag. Diesen Fortschritt aufzuhalten, wäre fatal.

    (…)Jedes fünfte Kind, das heute geboren wird, wächst hungrig auf. Vor fünfzig Jahren war es jedes zweite Kind. Dass heute sechs statt zwei Milliarden Menschen satt werden, daran hat die Ökobewegung kein Verdienst.

    (…) Wenn heute 100 Millionen Menschen mehr hungern als vor sechs Jahren, dann liegt das an den stark gestiegenen Agrarpreisen.Wer sich Nahrung kaufen kann, hungert nirgends. Dass die Nahrungsmittelpreise so gestiegen sind, daran hat die Umweltbewegung durch die Nebenwirkungen der Bioenergie-Förderung ihren Anteil. 144 Millionen Tonnen Getreide, das entspricht der Hälfte der EU-Getreideernte, wandern heute weltweit schon in den Tank.

    (…) Einem Milieu, das das Waldsterben und dessen wissenschaftlichen Nachweis ge- und erfunden hat, an ihm als Dogma festgehalten hat, als längst schon der Gegenbeweis messbar war, sollte man die Welternährung nicht in die Hände geben.

  6. @ Irus

    Guten Morgen.

    Welches Fazit meinen Sie?

    Ihr Beispiel Spanien zeigt einerseits, dass regionales Missmanagement zu Verknappungen beiträgt. Andererseits, dass es Technologien gibt, dem entgegenzuwirken. Meinen Sie, dass es aufgrund der beschriebenen Situation auf der iberischen Halbinsel oder woanders Krieg um Wasser geben könnte?.

    Kann ich mir nicht vorstellen.

  7. @ Rudolf Kipp

    Aus deinem Zitat merke ich mir das Wort „Beschweigen“.

    Dieser Erfolg ging tatsächlich als kleine Randnotiz nur beiläufig über die Newsticker. Beschämend ist das, passt aber offenbar nicht in den Grundtenor des permanenten Orakelns über bevorstehende Katastrophen. Und, schließlich ist dieser Erfolg ja auch nicht irgendeiner NGO zugute zu schreiben, sondern der ach so bösen Globalisierung.

    Dein Beitrag #5 ist absolut nicht off, sondern very on topic.

  8. Zuerst einmal muss man zwei Arten des Wasserverbrauchs unterscheiden, den industriellen und den agraischen.
    Die Industrie verbraucht bemerkenswert wenig Wasser weil sie es nach Gebrauch weitestgehend zurück gibt.
    So pumpt ein grosses Kraftwerk zwar immense Mengen Kühlwasser aus dem Vorfluter aber das läuft weitestgehend wieder hinein. Nur was verdunstet, ist ‚weg‘. Das ist aber nicht viel: Ein grosses KKW verdampft so viel Wasser, wie durch die natürliche Verdunstung auf einer Flußlänge von ca. 50 km ‚verbraucht‘ wird. Kann man sich wie eine Flußschleife dieser Länge vorstellen. Bei einer ordentlichen Bewirtschaftung ist das ‚verbrauchte‘ Wasser das zurück fliesst, ausserdem geklärt und bis zur Sättigung mit Sauerstoff angereichert; allerdings ist es geringfügig wärmer.
    Landwirtschaftliches Wasser verdunstet allerdings zu einem grossen Teil und ist wirklich ‚verbraucht‘. Hier hilft allerdings die Technik: Was die Israelis und Australier aus ‚Wüsten‘ gemacht haben, ist phantastisch! Minimale Wassermengen, gezielt eingesetzt, bringen hervorragende Ernten auf Böden, die vorher kaum reichten um ein paar mahere Ziegen satt zu machen.
    Daraus lässt sich schliessen, dass es dem Sahel nicht an Wasser mangelt, sondern an Technologie. Gib das Land einem Israeli und er wird es in einen fruchtbaren Garten verwandeln! Natürlich wird dabei auch unersetzliches Wasser aus dem Grund geholt, wenn es preiswert ist. Es werden aber auch Kanäle agebaut um Wasser aus Gebieten mit Überfluss zu holen. Das machen wir übrigens sogar in Deutschland: Der Rhein-Main-Donau-Kanal pumpt gigantische Wassermengen von der Donau über die Wasserscheide ins wasserarme Franken, bis zu 20 m3/Sekunde! Ganz nebenbei ist das Auch ein Meisterstück der Energiewirtschaft, denn die Speicher werden mit billigem Nachtstrom gefüllt und wenn das Wasser nach dem Scheitel bergab fliesst holt man sogar noch einen grossen Teil der Energie durch Turbinen wieder zurück.
    Wasser ist allerdings auch ein Konfliktstoff, das lässt sich nicht bestreiten. Die Türkei etabliert sich gerade, nach dem Zusammenbruch der SU das Vakuum füllend, als regionale Hegemonialmacht. Dazu rüstet die Türkei nicht nur auf und stellt hochmoderne Panzerarmeen in Dienst, sondern sie baut auch Stauwerke für die Quellwässer von Euphrat und Tigris.

    Abschliessend noch zum ‚unersetzlichen‘ Wasser: Grundwasser das sich nicht mehr regenerieren kann, wie z.B. die Vorräte unter der Sahara, welche Relikte der letzten, wasserreichen Warmzeiten sind, gehen durch Ausbeutung verloren. Ist das jedoch ein Grund, sie nicht auszubeuten?
    Nun, wenn man sie nicht ausbeutet, bleiben sie erhalten, aber sie sind völlig nutzlos, da sie ja nicht ausgebeutet werden dürfen. Wozu sollte man sie also schonen? Ganz sicher nicht für ’später, für die Kindeskinder‘ -- denn die stehen doch vor dem selben Dilemma! Verbrauchen sie, sind sie ‚egoistisch‘ und denken nicht an Morgen, verbrauchen sie nicht, haben wir umsonst gespart,weil sie keinen Nutzen haben.
    Man kann es drehen und wenden wie man will: Das ‚Sparen‘ von endlichen Ressourcen ist unsinnig und unlogisch!

  9. Ich lebe hier in einer Gegend, in der laut wissenschaftlichen Berechnungen sechs mal mehr hochwertiges Trinkwasser von den Bergen durch die Leitungen herab rinnt, als von den Leuten in den Ebenen „verbraucht“ wird -- das Wasser der Flüsse noch gar nicht mitgerechnet!
    Wer hat da etwas davon, wenn hier irgend jemand weniger Wasser „verbrauchen“???
    Die Berge vielleicht? Oder die Hungerleider im tausende Kilometer entfernten Afrika?
    Cui bono?!? Ja wem nur?!

    Viel wahrscheinlicher ist:
    Man möchte den Staaten/Regionen mit großen Wasservorkommen, z.B. den Alpenländern, die Hoheit über diese Ressource langfristig entziehen, um das Wasser in andere, trockenere Länder (z.B. Spanien) transportieren zu können -- natürlich ohne dass die exportierenden Länder daraus einen Nutzen ziehen können -- sprich die Hoheit über die Preisgestaltung wird ihnen mehr oder weniger von der EU vorenthalten.
    Dieses „spart Wasser“, ist also lediglich das vorbereitende Sperrfeuer, durch das sich EU und Konsorten anpirschen um die Wasserversorgung Europas einer zentralen Kontrolle zu unterwerfen.
    Und die NGOs spielen hier wieder einmal die Rolle der nützlichen Idioten.

  10. #8. Tritium

    Wasser ist allerdings auch ein Konfliktstoff, das lässt sich nicht bestreiten. Die Türkei etabliert sich gerade, nach dem Zusammenbruch der SU das Vakuum füllend, als regionale Hegemonialmacht. Dazu rüstet die Türkei nicht nur auf und stellt hochmoderne Panzerarmeen in Dienst, sondern sie baut auch Stauwerke für die Quellwässer von Euphrat und Tigris.

    Hier mal eine interessante Dissertation zu diesem Thema.

  11. @ Karl seegert:
    VIELEN DANK!
    Ich hab‘ nur mal kurz in den Link reingeschaut, aber schon das zeigt, dass er hochinteressant ist!

    Ich möchte dazu nur mal kurz erwähnen, wie sich bei mir das Interesse gebildet hat. Das fing mit dem Leo-Panzerdeal an. Ich fragte mich, warum die Türkei, die während des kalten Kriegs nur veraltete Waffen, oft geschenkt von den NATO-Partnern, in Dienst hielt, ausgerechnet NACH dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts, als also die grösste Bedrohung wegfiel(!) auf einmal eine hochmoderne ‚Blitzkriegsarmee‘ mit den modernsten und besten Systemen (U. a. auch F 35 Lightning -- Kampfflugzeuge, das neueste, was die USA haben) aufbaute.
    Die politische Lage und die Struktur der neuen Kampfverbände lässt nur einen Schluss zu: Eine langfristig angelegte OFFENSIV- und Hegemonialpolitik. Das sollte man im Auge behalten.

  12. #11. Tritium

    Die politische Lage und die Struktur der neuen Kampfverbände lässt nur einen Schluss zu: Eine langfristig angelegte OFFENSIV- und Hegemonialpolitik. Das sollte man im Auge behalten.

    So sehe ich das auch. Man braucht sich ja nur mal die Landkarte vor Augen halten und sieht sofort die einzigartige strategische Lage des Landes. Das wußte übrigens ja auch schon unser alter Kaiser Wilhem.

    karl.s

  13. Habe auch mal kurz reingeschaut.

    Die politischen Verschwörungsthemen sind künstlich mit den Wasserproblemen verknüpft. Ihr Kurdenproblem werden sie lösen müssen.

    Das Wasserangstscenario ist kpltt. vom IPCC. Eine konstante Wassermenge wird durch den Menschen und den Klimawandel zunehmend belastet und wird nicht für 8,9 Mrd. Menschen reichen.CoR schreibt den gleichen Müll.

    Das GAP wäre eine normale zivilisatorische Antwort auf ein regionales Wasserproblem. Die menschliche Entwicklung wird solche Probleme immer lösen können und muß sich dafür nicht umerziehen lassen.

    Bei 100 Litern pro Kopf benutzt die Menschheit nur 0,7 Kubikkilometer täglich. Alleine der Mississippi führt täglich 1,59 Kubikkilometer.

    Selbst verdunstetes Wasser ist nicht weg, irgendwo wird es schon wieder abregnen.

    Ökos wollen kein Wasser nach Afrika pumpen, ein Wasserausgleichszertifikat würden sie besser finden 😉

    Euphrat und Tigris haben etwa ein Zehntel der der Ablußmenge des Mississippi., reicht für 1,4 Mrd. Menschen bei 100 L/Tag.

  14. Was ich für hilfreich erachten würde: Ein Ansatz, der nicht absolute Mengen, sondern die Größe des Wasserflusses berücksichtigt. So kann man anhand des Wasserangebotspro Tag die ökologische Tragfähigkeit für einzelne Wirtschaftsformen abschätzen.

  15. @ Heraklit:

    Da ist was dran!
    Schliesslich ist das so wie mit den NIEs: Nur die GESICHERTE Leistung zählt!

    Aber mit Wasser können wir schon 5000 Jahren umgehen, denn die ganze Zivilisation kam vom Wasser, dessen Verwaltung den Beamtenapparat, die Gesetzgebung und auch die Regierungsschefs schuf! Überall auf der Welt führte die Notwendigkeit des Wassermanagements zu ‚Regierungen‘.

  16. Wasser und Energie hängen näher zusammen als ihr glaubt, wer günstige Energie hat, kann auch günstig Trinkwasser erzeugen, zumindestens in Meeresnähe.
    Das Zauberwort heißt Meerwasserentsalzung, dessen Problem aber der hohe Energieverbrauch ist.
    -Verdampfung……………. 10 kWh/ m³ Trinkwasser
    -Umkehrosmose………….4 kWh/ m³ Trinkwasser
    Nun hat Siemens eine neue Art von Entsalzung gebaut, die wohl unter 2 kWh/m³ arbeitet und somit den Energieverbrauch nochmals senkt.

    Kombination zweier Verfahren. Der Clou der Meerwasserentsalzung à la Siemens ist die Verbindung von zwei Methoden: Dem Meerwasser wird zunächst mit einer auf hohe Salzfrachten spezialisierten Elektrodialyse (ED) Salz entzogen. Danach folgt eine kontinuierliche Elektrodeionisation – kurz CEDI –, die kleinere Salzmengen entfernt. Dadurch lässt sich erreichen, dass beide Methoden jeweils bei optimalen Bedingungen arbeiten.

    Tja, der böse Fortschritt mal wieder, erlaubt er doch immer mehr Menschen mit Wasser, Energie und Nahrung zu versorgen, ohne das die staatliche Planwirtschaft das erst befehlen musste.

    Ein schönes Beispiel ist auch die von Siemens errichtete Kraftwerks- und Meerwasserentsalzungsanlage in Abu Dhabi, wo der Abdampf der Turbine mit 140 -180 °C zum Verdampfen des stark salzhaltigen Meerwassers genutzt wird.
    Damit produziert diese Anlage täglich 450.000 m³ Wasser für Bewohner und Felder in Abu Dhabi.

    Und wieder die Erkenntnis……..der Schlüssel zum Wohlstand ist kostengünstige Energie, bloss blöd das sich Deutschland derzeit davon verabschiedet………und anschließend auch seinem Wohlstand Lebewohl sagen wird.

    MfG
    Heinz Eng

  17. #16. Heinz Eng

    Und wieder die Erkenntnis……..der Schlüssel zum Wohlstand ist kostengünstige Energie, bloss blöd das sich Deutschland derzeit davon verabschiedet………und anschließend auch seinem Wohlstand Lebewohl sagen wird.

    jo Heinz, so ist es wohl. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, denn die stirbt zuletzt 😉 Irgendwann wird sich die Vernunft wieder ihren Weg bahnen. Wann das sein wird, weiß ich nicht, aber ich hoffe mal, dass ich das noch erleben werde, auch wenn meine Halbwertzeit nicht mehr sooo lang ist.

    karl.s

  18. @Karlchen

    Tja, leider hat der erste Testballon „die kalte Sonne“ noch nicht funktioniert, zu sehr ist die Öko-Religion schon in der Gesellschaft verankert.
    Ich befürchte, ohne anständigen Knall wird es Deutschland einfach nicht begreifen, ein paar Lobbyisten auf dem Leim gegangen zu sein.
    Wir werden wohl noch eine Weile leiden müssen.
    MfG

  19. @Karlchen

    Ups……..die Einschläge kommen anscheinend doch näher….

    Wissenschaftlicher Beirat Wirtschaftsministerium
    Das EEG sollte abgeschafft werden

    Der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums hat in einem Gutachten zur Klimapolitikeine Abschaffung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefordert. Die Erneuerbaren sollten – wenn überhaupt – nur „technologieneutral“ gefördert werden. Das EEG sei ein Beispiel für fehlgeleitete Industriepolitik, kritisierte der Frankfurter Wirtschaftsprofessor Roman Inderst.

    Nun gut, der Tagesspiegel hat zwar nur Häme übrig für diese Studie aber langsam bohrt sich der Vahrenhold-Stachel weiter durchs deutsche EE-Land.
    Na mal gucken und Tee trinken…..Jager-Tee.
    Onkel Heinz……heut etwas unlustig

  20. Lieber Heinz,
    Unter einer Kulmination versteht Clausewitz den Punkt bei dem eine Offensive trotz maximaler Anstrengungen durch zunehmende Reibungsverluste und einen immer stärker werdenden Gegner unweigerlich zum Stehen kommt, wenn es nicht gelingt, den Gegner endgültig zu bezwingen.
    Dies kann für den Zeitzeugen fast unmerklich geschehen, ist jedoch im nachhinein immer sehr klar zu erkennen, wie zum Beispiel in der Schlacht von Verdun, die vom Leutnant Dupuy beim Fort Souville entschieden wurde. Sein entschlossener und geschickter Widerstand veranlasste Falkenhayn zum Befehl ‚Absolute Defensive‘. Natürlich wusste weder der Leutnant noch der Feldherr, dass dies der weiteste Punkt sein würde, zu dem deutschen Soldaten im Ersten Weltkrieg je gelangen würden. Dabei war Leutnant Dupuy zwar tapfer, aber unwichtig: Die kalten Statistiken, die Nachschub, Reichweite, Beweglichkeit und andere Faktoren in ein komplexes Muster verweben, sagen uns im Nachhinein, dass, wenn der Leutnant versagt hätte, sein Kamerad einen Kilometer weiter den Rum bekommen hätte, weil alle Gewichte in der Waagschale Falkenhayns eben nicht mehr genügten, die von Marschall Petain aufzuwiegen. Aber das Schicksal wählte eben ihn -- verdient, denn er war ein Held, doch gleichzeitig zufällig, denn er war nur ein kleines Rädchen.
    Wir werden sehen, ob die ‚kalte Sonne‘ das letzte, entscheidende Scharmützel war. Ganz klar ist jedoch, dass die Offensive der Alarmisten stockt, dass ihr Trommelfeuer vergebens ist, auch wenn sie immer noch aus allen Rohren feuern. Siegen können sie auf keinen Fall mehr, die ‚Grosse Transformation‘ ist längst gescheitert. Oder glaubst du im Ernst, sie hätten noch eine Chance mit ihrem Putschversuch? Nein, sage ich, denn nur die Einsetzung eine Junta wäre wirklich ihr Erfolg; so lange die demokratischen Spielregeln aber noch intakt sind, müssen sie letztendlich scheitern und putschen können sie NICHT, das steht ausser Frage.

  21. Was wird anders, wenn sich das anthropogene Kohlendioxid demnächst in Luft auflöst? Garnichts.

  22. @Lieber Tritium

    Meinst Du also das wir Energiewendetechnisch schon vor Stalingrad stehen?
    Wird aber nicht viel nützen, denn die Propaganda wird auch jedes Rückzugsgefecht als Sieg verkaufen im heroischen Kampf Deutschlands um den Vorreiter.

    Passend dazu ein kleines Interview in der BILD.

    Können sich bald nur noch Reiche Strom leisten, Herr Teyssen?

    BILD: Können sich bald nur noch Reiche Strom leisten?

    Teyssen: „Die Energiewende darf Strom nicht zum Luxusgut, zum Spaltgraben der Gesellschaft machen. Wird der Energieumbau zu teuer, dann muss das Sozialsystem einspringen und die Mehrbelastung für einkommensschwache Haushalte abfedern. Gleichzeitig muss jeder viel bewusster mit Energie umgehen.“

    Tja, die lieben Sozialsysteme…..sind am Ende immer weniger Leistungsträger die immer mehr Geld aufbringen müssen um diese Saftladen am Laufen zu halten.
    Ich glaube, der Punkt ist noch nicht erreicht, wo der Vormarsch schon gestopt ist…….viel zu tief steckt doch dieses EE-Invasion schon in den Köpfen und Herzen der wendebegeisterten deutschen Heronen im Kampf gegen das Spurengas CO2.

    Der Endsieg darf nicht in Frage gestellt werden…….verurteilt zu siegen oder unter zu gehen.

    „Es gibt keine Alternative zum Erfolg! Scheitert die Energiewende, scheitert unser Land.

    Oh man, wenn ich sowas lesen muss, fühle ich mich an die Geschichten erinnert, die mir meine Mutter über den zweiten Weltkrieg erzählt hat.
    Irgenwo ham wa noch eine Superwaffe in Petto und wenn garnix anderes mehr hilft, muss eben der Volkssturm ran.
    Ick komm mir vor wie eine Maus, die von der Schlange hypnotisiert der Dinge harrt die da kommen mögen…..und die sind meist sehr unangenehm.
    MfG
    Onkel Heinz……Berufspessimist

  23. Heinz,

    ich glaube sogar, dass wir die Sportpalastrede (die bekanntlich eine Folge von Stalingrad war) schon hinter uns haben. Denn was war Fukushima?
    Ein propagandistisches Aufbäumen, ein mediales ‚Jetzt erst recht‘, ein besoffen gemachtes Publikum. Aber gleichzeitig irreal, ‚Revolutionärer Geist‘ wird beschworen, die realen Fakten jedoch ausgeblendet.
    Und heute, ein Jahr später?
    Fukushima war ein Strohfeuer, der Alltag des Kampfs, seine Öde und seine Kosten haben längst wieder die Oberhand im Bewusstsein gewonnen.
    Letztendlich ist das Volk weniger denn je bereit, die Einpeitscher wirklich an die Macht zu lassen. Sieh dir nur mal die Vielzahl der bitterbösen Kommentare an, mit denen die Jubelpresse konfrontiert wird! Sieh dir die wenigen dünnen Stimmchen an, die noch fest hinter den Führern stehen! Glaubt irgend jemand noch all den ‚Umfragen‘ die ein einig Volk hinter der Energiewende suggerieren wollen, Zustimmungsquoten wie weiland bei den ‚Wahlen‘ in der DDR?

    Das Problem der Opposition ist schlicht, dass sie keine Stimme hat. Entweder wird eine der vorhandenen Parteien diese Chance ergreifen, in Gestalt einer charismatischen Figur vielleicht, oder es wird eine neue Partei entstehen, die das Vakuum füllt -- denk nur mal daran, dass wir in kurzer Zeit den Aufstieg von gleich zwei neuen Kräften gesehen haben, der Linken und der Piraten; neue Parteien sind also heute, im Gegensatz zu den Zeiten der Bonner Republik, keineswegs etwas aussergewöhnliches. Wichtig ist nur, dass dies noch möglich ist, dass die grundlegenden Mechanismen der Demokratie noch funktionieren und nicht durch ein ‚Zentralkomitee‘ der Schellnhubers und Trittins abgelöst sind.
    Dieser Putsch, der nötig wäre, um den Kurs wirklich fest zu schreiben, ist aber unmöglich. Es ist schlimm, dass in unserem Staat ungestraft laut über einen Staatsstreich nachgedacht wurde und wird, die Demokratie hat da Feinde, die viel gefährlicher sind als ein paar Neonazi-Krakeeler! Aber ihre Propaganda-Kanonen können den Durchbruch nicht erzwingen, ihre Kräfte reichen nicht und mit jedem Tag wird ihre Wirkung schwächer, während die Gegenoffensiven (Wovon die ‚Kalte Sonne‘ eine ist) an Wirkung gewinnen.

  24. #20. Tritium

    Ganz klar ist jedoch, dass die Offensive der Alarmisten stockt, dass ihr Trommelfeuer vergebens ist, auch wenn sie immer noch aus allen Rohren feuern. Siegen können sie auf keinen Fall mehr, die ‘Grosse Transformation’ ist längst gescheitert.

    moin Tritium,

    um in der Militärsprache zu bleiben. Die Alarmisten haben zwar taktische Erfolge in einzelnen Ländern (Deutschland) oder Regionen (Europa, Australien) errungen, aber das strategische Ziel, die weltweite „große Transformation“ ist nicht nur nicht erreicht worden, trotz fast 30jähriger Anstrengungen, sondern ist ferner denn je gerückt. Und das ohne Aussicht auf einen Sieg! Aber wie die Geschichte zeigt (Verdun u. Stalingrad), können die Defensivhandlungen und-/oder Rückzugsgefechte nach so einem Kulminationspunkt sehr zäh verlaufen. Auch können zwischendurch nochmals bedeutsame taktische Erfolge errungen werden, aber letztendlich wird sich die Waage weiter in Richtung Niederlage senken.

    karl.s

  25. Da rate ich zur Vorsicht, inwieweit ist abschätzbar, welche der bisherigen Handlungen nur Scheinhandlungen sind und die Stoßrichtung eine völlig andere ist ? 😉

  26. @Tritium

    Wollt ihr die tolale Energiewende ?

    JAAAAAA
    Ups…..ich habe jetzt keine Zeit für weitere Fragen, es steht gerade eine Demo gegen die geplante Stromtrasse an……..
    und morgen werden wir die Baustelle des geplanten Pumpspeicherkraftwerkes besetzen, weil die fiesen Energiekonzerne da drin nur bösen Kohlestrom lagern wollen.

    So stelle ich mir den täglichen Betrieb in der geschlossenen Abteilung einer psychatrischen Anstalt vor, ein Haufen schizophrener Irrer die glauben sie wären Jesus, ersatzweise Napoleon.

    Weißt Du mein Freund was mich wirklich bis ins tiefste Mark erschüttert und erschreckt?
    Das die alten Propagandamethoden auch heute noch wirken.
    Onkel Heinz………Kopfschüttelnd

  27. Lieber Karl,
    fast gleiches hatte ich in einem Absatz schon geschrieben, dann aber gelöscht, um nicht den Rahmen zu sprengen.
    Natürlich ist das völlig richtig, die wahren Verluste kommen erst noch.

    Zu ergänzen wäre, dass die Verbündeten auch bereits davonlaufen (Spanien zum Beispiel, mit der ersatzlosen Streichung aller NIE-Subventionen) und dass zwar grosse Ausbau-‚Erfolge‘ propagandistisch ausgeschlachtet werden, gleichzeitig aber grosse strategische Ziele katastrophal verfehlt wurden, am offensichtlichsten beim Handelskrieg mit NIE-Technologie, der sich durchaus mit der Rolle der U-Waffe im Seehandelskrieg vergleichen lässt: Bemerkenswerzte Anfangserfolge wurden rasch durch Gegenmaßnahmen entwertet und die Waffe verschliss sich in einem aussichtslosen Opfergang, der letztendlich zu ener völligen Niederlage führte, denn anstatt dem Gegner den Willen aufzuzwingen, wurde Deutschland abgewürgt und litt Not und Mangel.
    Die deutsche NIE-Industrie sollte exportieren, Gewinne ziehen; doch wir sind zum Importland geworden und Geld fliesst ab, während die Sozialkosten für den Auffang der Konkurse zusätzlich die Bilanz belasten.
    Eine weitere strategisch höchst bedeutsame Niederlage geschah eher im Verborgenen: Das Scheitern des Emissionshandels, wodurch es Deutschland unmöglich wurde, seinen NIE-Ausbau in einen lukrativen Finanztransfer umzumünzen.
    Genau so sind alle Expansionen schon im Ansatz gescheitert, welche auf die Inbesitznahme von ausländischen Ressourcen abzielten, Desertec und norwegische Wasserkraft sind genau so unerreichbar wie osteuropäische Biomasse und andere Träume (Wobei sich die Wunschlandkarte der Ökologisten bemerkenswert genau mit der Landkarte des ‚grossdeutschen Reichs‘ deckte!). Statt dessen müssen wir nun ekligen Atom- und Kohlestrom zu Höchstpreisen bei unseren Nachbarn einkaufen.

  28. @ W. Rassbach:
    Ich betrachte die Energiewende weitestgehend als Scheinhandlung, zumindest, was ihre Begründung betrifft: CO2 sparen wegen des Klimawandels, Peak Oil etc.
    Die wahre Stossrichtung ist der totalitäre Putsch, die Abschaffung der Freiheit.
    Siehst Du das anders?

  29. #25. W. Rassbach

    Da rate ich zur Vorsicht, inwieweit ist abschätzbar, welche der bisherigen Handlungen nur Scheinhandlungen sind und die Stoßrichtung eine völlig andere ist ? 😉

    Hallo Herr Rassbach,

    ich weiß, man soll sich seines Sieges nie sicher sein 😉 Aber ich kann nicht erkennen, dass die Stossrichtung, also die Errichtung einer grü-roten Weltherrschaft, eine andere sein soll. Das muß aber nix heißen.

    gruß
    karl.s

  30. #27. Tritium

    (Wobei sich die Wunschlandkarte der Ökologisten bemerkenswert genau mit der Landkarte des ‘grossdeutschen Reichs’ deckte!).

    Na klar, der Flächenbedarf einer kleinteiligen Landwirtschaft (jeder hat sich selbst zu ernähren) ist enorm! „Volk ohne Raum“ war das Schlagwort damals dazu, obwohl das schon in der Weimarer Republik ein Thema war. Darüber hinaus beanspruchen die sogenannten „Erneuerbaren“ bei 100% Umstellung auf diese ebenfalls ungeheure Flächen. Problem ist nur, in all diesen Gebieten wohnen und leben schon welche.

    karl.s

  31. Tritium,

    Die wahre Stossrichtung ist der totalitäre Putsch, die Abschaffung der Freiheit.
    Siehst Du das anders?

    Da mache ich viele Interessenten aus, deren Interessen sich aber auch oft überlagern.Leider können wir kaum richtig entscheiden, was gut und böse ist. Deshalb sollten wir uns vorrangig um unsere Geschichte kümmern. Diese Meinung habe ich, seit ich den im EU Parlament uraufgeführten Film The Soviet Story und weitere Bücher las.

    Wenn wir unsere wahre Geschichte kennen würden, könnten wir auch die unzähligen Einflüsse beurteilen. Schwer Verschwörungstheorien auszumachen, die aber auch gezielt ins Spiel gebracht werden.

    Das sagt der Mann, der den Koffer mit den 100000DM vergessen hat

  32. Natürlich liegt da immer ein Konglomerat von Interessen vor!
    Es sind nicht hingebungsvolle Verschwörer, die aus dem Nichts auftauchen, sondern Interessen, die zeitgebunden fruchtbaren Boden finden und Nutzniesser, die mal einen grösseren, mal einen kleineren Teil des Wegs zusammen gehen. Der Masterplan lieg nicht fest, er enwickelt sich auf dem Weg, nicht zuletzt durch Leute, die auf fahrende Züge aufspringen.
    Grundsätzlich ist das ein chaotischer Vorgang. Doch man kann erkennen, in welche Richtung der Hase läuft.
    ‚Klimaschutz‘ ist so ein Vehikel. Es ist jedoch austauschbar.
    Totalitarismus ist ein universaler Attraktor, eine ‚Lösung‘ die sich scheinbar für viele, ja fast alle Probleme anbietet, echte und herbei geredete. Totalitarismus lebt von Heilsversprechen und kann sich in klassischer Religiosität, Nationalismus, ‚Gesundheitsschutz‘, Rassismus oder eben ‚Klimaschutz‘ äussern.

  33. Totalitarismus ist ein universaler Attraktor

    Nach diesem Bild habe ich lange gesucht, danke! (Ohne Verschwörung, aber mit starker innerer Tendenz.)
    Bleibt die Frage nach einer effektiven Störung, quasi die Verwirbelung tropischer Stürme. 😉 mfG

  34. Lieber nLeser:

    Der Totalitarismus verspricht ‚Ordnung‘, was zugleich einfach und überzeugend klingt. Es hat etwas vom unlösbaren gordischen Knoten, den Alexandet mit dem Schwert durchhieb. Das ist ein bestechender Ansatz, vor allem, weil zugleich alle Probleme alsmonokausal, also auf einer einzigen Ursache beruhend, dargestellt werden:
    „Die Juden sind an allem schuld, also lasst uns das Judenproblem radikal lösen und alles wird gut.“
    Heute ist es das CO2: Lasst uns das Problem lösen und nicht nur der drohende Weltuntergang wird verhindert, sondern zugleich wird die Welt erstrahlen in neuer sozialer Gerechtigkeit, Völkerverständigung, Kriege werden der Vergangenheit angehören, zu Weihnachten wird Schnee liegen und im Sommer die Sonne scheinen, reiche Kapitalisten auf die man als armer Schlucker immer voller Neid blickte, gibt es nicht mehr, alle Sorgen für die Zukunft sind behoben und sogar die fremden Asylanten bleiben dann dort, wo sie hin gehören, statt sich bei uns breit zu machen. Kurz -- Das Glück des Spießbürgers ist vollkommen.
    Leider weiss ic auch keine bessere Medizin als die reale Erfahrung, das eigene Erleben des Scheiterns. Denn wer nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

    Ein exzellentes Beispiel für das vollständige Scheitern einer totalitätren Ordnungsphantasie ist dieAalkoholprohibition. Sie war sozusahen die US-Variante des Faschismus. An allem war der Alkohol schuld:
    75 Prozent unserer Idioten und 80 Prozent der Armen sind Kin-der trinkender Eltern, 82 Prozent aller Verbrechen werden unter dem Einfluss von Alkohol begangen, 90 Prozent der erwachsenen Verbrecher wurden vom Whisky zu ihren Taten getrieben! Wo auch immer Elend und Leid und Korruption auftre-ten, steckt unweigerlich der Alkohol dahinter!
    Bemerkenswert: Der ausgiebige Gebrauch von ‚wissenschaftlichen‘ Statistiken!
    Und wenn der Alkohol verboten ist?
    Bald werden die Slums nur noch Erinnerung sein. Wir werden die Gefängnisse zu Fabriken machen und die Besserungsan-stalten zu Kornspeichern. Männer werden aufrecht gehen, Frauen werden lächeln und die Kinder werden singen. Die Hölle wird für immer leer stehen!
    Auch damals war eine starke ’sozialistische‘ Strömung zu bemwerken: ‚Die Brauer‘ waren das Feindbild schlechthin, reiche, skrupellose Volksverderber, die für ihren persönlichen Gewinn das Volk ins Elend stürzten und deren starke Lobby alle Anstrenungen, das Leben besser zu machen, hintertrieb. Ihr Handlanger war ‚the Saloon‘, die Stätte des Lasters, die ausgetrocknet werden muss.
    Die Prohibition hatte politischen Erfolg, ihr gelang tatsächlich fast der Staatsstreich, denn das Alkoholverbot wurde in die Verfassung aufgenommen, mit einer 2/3-Mehrheit beider Häuser.
    „Die Chance auf Aufhebung der Prohibition ist genau so groß wie die eines Kolibris, dass er zum Mars fliegen kann, wenn das Washington-Monument an seinen Schwanz gebunden ist!“
    Doch nach 17 Jahren Gewalt und Kriminalität, Drogensucht und zunehmendem(!) Alkoholismus („Die Prohibition hat bewirkt, dass statt der Säufer in der Gosse nun vermehrt Teenager beiderlei Geschlechts unsere Hilfe benötigen. Wir haben in unseren Entwöhnungsheimen nun Mädchen, die vierzehn oder fünfzehn Jahre alt sind. Vor zehn Jahren waren die jüngsten deutlich über Zwanzig!“) flog der Kolibri zum Mars, die Prohibition wurde aufgehoben.

    Eine Sammlung zeitgenössischer Artikel, die sehr aufschlussreich und vor allem sehr, sehr aktuell ist, findet sich hier: Auferstanden aus Ruinen
    Ich schrieb und übersetzte das mal anlässlich der Tabakprohibition, die vor etlichen Jahren, im Nachhinein kann man fast sagen als ‚Testlauf‘ rollte. Es lässt sich jedoch zwang- und nahtlos auch auf die CO2-Prohibition übertragen. Oder stimmt diese Kritik etwa nicht:
    Zweifel plagen den modernen Reformer nicht. Wie der Quacksalber, der Patentmedizin verkauft, macht er sich selbst zum Herrn aller menschlichen Leiden und geht schnurstracks seinen Weg. Nur zu oft ist das Publikum überzeugt. Noch öfters wird eine aktive und organisierte Minderheit gewonnen und furchtsame Abgeordnete gehen in Deckung, obwohl sie nicht überzeugt sind. So werden unausgegorene Pläne, gefördert von Intoleranten, Marktschreiern und Träumern, über das Land gestülpt. Und bevor das gutmütige Volk es merkt, wird es gezäumt, seine Rechte beschnitten und seine Vorrechte abgeschafft.

  35. @karlchen #30

    Darüber hinaus beanspruchen die sogenannten “Erneuerbaren” bei 100% Umstellung auf diese ebenfalls ungeheure Flächen. Problem ist nur, in all diesen Gebieten wohnen und leben schon welche.

    ….jo, und genau deshalb müssen eben die letzten bockigen Bremser und Verweigerer von den Großen klugen Öko-Onkels umerzogen werden.

    Bei den alten Säcken klappt das net so gut (Altersstarrsinn, hö hö…), das nimmt man wohl in Kauf, und deshalb richtet man den Fokus auf die jüngste Generation (Kindergärten und Grundschulen). Die lässt sich prima für die Gute Sache einer „Großen Transformation” instrumentalisieren und ist deshalb geradezu prädestiniert für die Schaffung des „Menschen Neuen Typus”.

    Klimaschutzwettbewerb für Kitas

    Ziel ist es, die Kinder zu kleinen Umweltexperten zu machen und gleichzeitig die Klimabilanz von Kindergärten, Kitas und Horten zu verbessern.

    Siggi Gabriel (BUmMi 2009): „Wir müssen bereits die ganz Kleinen für den Klimaschutz begeistern. Es spricht nichts dagegen, dass Umweltschutz auch ein ‚Sandkastenthema’ wird.“

    Wie auch vor vielen Jahren schon der große Humanist und Philosoph Ernesto Che Guevara festgestellt hat:

    „Und dann werden wir erkennen, dass alles, was wir in der Vergangenheit gedacht und empfunden haben, zu den Akten gehört und dass ein neuer Typ von Mensch geschaffen werden muss.

    Hinein in die Schöne Neue Welt !!!

  36. Interessante Vergleiche, lieber Tritium!

    Mich stinkt Zigarettenqualm zum Beispiel sehr an -- 100 Meter gegen Wind; trotzdem sollte der Staat seine Krallen da raus halten. Es funktioniert in einer freien Privatwirtschaft besser. Erinnere mich an ein Restaurant (Adria), wo am Nebentisch beim Essen geraucht wurde, aber dank unauffällig / effektiver Lüftung keine Belästigung auftrat. mfG

  37. #34. Tritium

    Auferstanden aus Ruinen

    wirklich lesenswerter Artikel! Wie sich die Dinge doch gleichen, zum Großteil 1:1 übertragbar auf heute. Erschreckend in dem Zusammenhang der Unwille und-/oder Unvermögen der politischen „Kaste“, aus der Geschichte zu lernen.

    karl.s

  38. #35. Tim Hardenberg

    große Humanist und Philosoph Ernesto Che Guevara

    Hallo Tim,

    ja, ja, der „große Humanist“ 😉 hier gut beschrieben

    Am 25. November 1956 brechen sie mit 80 Rebellen auf der Motorjacht Granma in Richtung Kuba auf, um den Diktator Fulgencio Batista zu stürzen. Mit eiserner Disziplin und grausamer Einschüchterung hält Guevara die Truppe zusammen. Befehlsverweigerung wird mit Scheinhinrichtung bestraft. Einmal soll Guevara selbst einen Mitstreiter wegen Disziplinlosigkeit erschossen haben. Die Verluste sind hoch, doch die Rebellen siegen. Der »Commandante Che«, wie sie ihn jetzt nennen, wird Industrieminister. Sein Programm: Solidarität mit den unterdrückten Völkern und Erziehung des neuen Menschen, der ohne ökonomische Interessen aus moralischen Motiven für die Gemeinschaft arbeitet. Lange hält es Guevara nicht im Amt, er will die Revolution in die Welt tragen. Aber sowohl im Kongo als auch in Bolivien scheitert der Commandante. Die Bevölkerung zieht nicht mit.

    karl.s

  39. Erschreckend in dem Zusammenhang der Unwille und-/oder Unvermögen der politischen “Kaste”, aus der Geschichte zu lernen.

    Lieber Karl:
    Die ‚politische Kaste‘ ist das Volk selbst!

  40. Lieber nLeser:
    Der Unterschied zwischen einer totalitären Idologie und einer sinnvollen Bürgerbewegung lässt sich leicht erkennen:
    Wann immer jemand blökt ‚Es gibt nur eine Lösung!‘ ist es ein totalitärer Ideologe.
    Das war bei der Alkoholprohibition das totale Alkoholverbot (statt darüber nachzudenken, dass der zweifellos vorhandene Alkoholmissbrauch, um den es ja eigentlich ging, scharf zu unterscheiden ist vom genussvollem Trinken und dass Alkoholmissbrauch ja eine Ursache hat, vort allem mangelhafte soziale Verhältnisse.)
    Auch bei der Tabakprohibition ging und geht es nicht um ‚Schutz vor Passivrauch‘, denn der könnte (zum Beispiel durch Lüftung) auch anders erreicht werden. Es geht um Kontrolle, Diskriminierung und Ausgrenzung, man wollte einen neuen ‚Nigger‘ schaffen, die Menschen entmündigen, Kontrolle ausüben. Deshalb ‚gibt es nur eine Lösung‘.
    Und auch bei der ‚Energiewende ist nicht das Resultat entscheidend, denn dafür gibt es, wie wir wissen, weit bessere Lösungen, sondern die Aktion, die Kontrolle, die Machtausübung, die Gleichschaltung. Deshalb auch der ganze Unfug -- es kommt ja gar nicht darauf an, ob sich das rechnet, ob es sinnvoll ist, ob es überhaupt auf diesem Weg durchfürbar ist, denn der WEG ist das Ziel, nicht die Energieautarkie oder der verminderte CO2-Ausstoß.

  41. @40.
    Ich bezweifle dass es so einfach ist, denn in der Geschichte gab es aus meiner Sicht durchaus Situationen, in denen es nur eine richtige Lösung gab.
    Bis mir ein besseres Beispiel einfällt, soll das Verbot von TEL als Kraftstoffzusatz als solches dienen.

  42. Lieber Heraklit,

    Es ist ein Unterschied, ob man bleihaltige Antiklopfmittel verbietet oder ALLE Antiklopfmittel (z.B aus der Erwägung heraus, Benzinmotoren zugunsten von E-Motoren zu benachteiligen, wobei dann die giftigen Rückstände des Tetraethylblei zu Propagandazwecken missbraucht werden). Letzteres wäre eine typisch ideologisch geprägte Forderung, ersteres ein abwägender, rationaler Prozess.

  43. Die Welt ist nun einmal selten so einfach, dass eine Maßnahme zur Erreichung eines bestimmten Ziels nur diese eine bestimmte Folge hat.
    Dann verkompliziert sich die Lage noch, weil man aus dem Katalog der erwünschten Folgen nicht weiß, was einem eigentlich am wichtigigsten ist.

    Um den Gedankengang für die Antiklopfmittel fortzusetzen, habe ich mal die Gedanken aufgeschrieben, in der Reihenfolge, wie sie mir zu diesem Thema kommen:

    1. Ich bin gegen Blei im Benzin
    2. Ich bin gegen Aromaten im Benzin
    3. Aromaten sind mir aber immer noch lieber als Blei
    4. Am liebsten sind mir Alkohole oder Ether
    5. Den Zusatz von Agraralkohol als Energieträger lehne ich ab, Getreide ist für die Menschen.
    6. In der Funktion als Antiklopfmittel würde ich angesichts der toxischen Alternativen etwas Alkohol akzeptieren.
    7. Dann kann man auch auf Reforming und andere Umwandlungsverfahren in der Erdölraffinerie verzichten,
    die für einen Teil des Energieaufwands für die Ölverarbeitung verantwortlich sind

    Meine Haltung zu Blei beeinflusst also meine Haltung zu Agrartreibstoff.
    Wenn ich mich entschließe Befürworter von LPG oder Elektroautos zu werden, entfällt dieses Argument und ich lehne
    Ethanol wieder ab- bis ich gute Gegenargumente (gegen Elektroautos und LPG) höre.

  44. #40 Irgendwie erinnert der Vorgang, über einige Jahre hinweg betrachtet, sehr an Salamitaktik. Z.B. gilt in GB die Sorge der Politiker, nachdem es mit dem Rauchen so gut geklappt hat und die verbleibenden Nikotinsüchtigen ihrem Laster nur noch im Freien in mindestens 6 m Abstand von einem Hauseingang frönen dürfen, neuerdings einerseits dem Konsum von Alkohol, andererseits dem von Fleisch („Treibhausgase der Tierhaltung, erhöhtes Krankheitsrisiko zu Lasten des staatlichen Gesundheitssystems“). Da muß etwas geschehen! kristallisiert sich immer deutlicher heraus, nur was -- da herrschen noch Zweifel.

    Auch die Meinungsfreiheit gerät langsam ins Hintertreffen, „Speaker’s Corner“ wird demnächst vom Hyde Park ins Gefängnis verlegt.

    In D werden wir ja auch schon mittlerweile jahrzehntelang zu Mülltrennern abgerichtet und haben das so gut verinnerlicht, daß es schon ein bißchen weh täte, eine Glasflasche in den Restmüll (oder gar die Biotonne, oh Schreck!) zu werfen. Da ist bereits der Mensch neuen Typs bis zu einem gewissen Grade herangereift, der nun weitergehende Maßnahmen wie zwangsverordnete Quecksilberfunzeln und demnächst vorgeschriebene Polystyrol-Stickwickel für die Bude ohne Murren schluckt.

  45. Tritium,

    ich sehe es genauso. Es gibt nur eine Lösung ist gleichbedeutend mit das ist alternativlos 😉

    Wenn die einzige Lösung als Endlösung bezeichnet wird, ist schon alles zu spät.Letzte Woche war ich in der Bürgersprechstunde meiner Landesmutter. Sie versprühte Optimismus 😉
    Hier soll ein PSW gebaut werden, Begründung Lösung des Speicherproblems. Ich fragte, das Speicherproblem ist erst gelöst, wenn wir wissen, wo die anderen 1000 PSW für 1 Bill. hingebaut werden sollen, wo die 40km^3 Wasser dafür herkommen usw. Sie antwortete,.deswegen sind wir breit aufgestellt, Windgas, ich erspare mir meine Argumentation Sie sagte mir, und wenn es nicht funktionieren sollte, machen wir etwas anderes.

    Ich fragte, kann ich irgendwann auchmal wieder normale Ingenieure im MDR sehen, sie fragte, sind das keine? Ich nein, sie, rufen sie dort an und bringen sich ein, ich, sofort, wenn ich Zeit habe.

    Ich fragte, unsere Geschichte müsste umgeschrieben werden, kennen Sie den Film The soviet story ? Sie nein . Ihr Mitarbeiter schrieb sich das wenigsten auf.
    Ich wollte nicht darüber reden, weil ich das gleiche Gefühl bekam, das ich schon mal hatte 😉

    Da kommt was auf uns zu, ich hoffe der Crash geht glimpflich ab, ist ja nur ein kleiner Teil des 1 Bill. BIP 😉

    Wir müssen echt besser aufpassen, was wir wählen. 😉

  46. Na, da sind wir aber schon sehr weit entfernt von’Es kann nur eine Lösung geben‘ 😉

    Denn Ihre Argumentatuon ist rational und weit entfernt von einem Quacksalber, der nichts anderes im Sinn hat als seine Wundermedizin zu verkaufen.

  47. Oh, Nachtrag:

    #46 ist natürlich als Antwort auf #43 gedacht.
    Sorry.

  48. Nu ham wa es amtlich, Wasser sparen in Deutschland ist Quatsch.

    Schluss mit dem Wassersparen!

    Es hilft weder den Kindern in Afrika noch der Umwelt, führt aber zur Rohrverstopfung.

    Hans-Jürgen Leist ist ein ausgewiesener Wasserfachmann, er hat schon seine Doktorarbeit über die Wasserversorgung in Deutschland geschrieben, und jetzt könnte man denken: Der Mann wird richtig viel Werbung machen für das große, schwere, ernste Problem der Wasserversorgung in Deutschland.

    Tut er aber nicht. Hans-Jürgen Leist vom Hannoveraner Umwelt-Institut Ecolog sagt: »Die Deutschen nehmen das Wasser viel zu wichtig. Sie verleihen ihm fast eine heilige Aura.« Und sie sparen an jedem Tropfen. Das Ergebnis: Kaum ein anderes Industrieland verbraucht pro Kopf so wenig Wasser wie Deutschland……

    So ist eine Art ökologischer Ablasshandel entstanden: Beim Erdölverbrauch, beim CO2-Ausstoß und beim Stromverbrauch wird fröhlich gesündigt – und durch fanatisches Wassersparen machen die Deutschen alles wieder gut.

    Wir sparen uns zu Tode und das genau mit einer Recource die wir im Überfluss haben und die sich Dank Regen auch immer wieder erneuert.

    PS. Wetten das gleich einer kommt der behauptet das diese Studie von der Wasserwirtschaft gesponsert wurde…..
    Duck und wech

  49. Duck und wech

    Heinz, werd‘ mal locker!
    Hier ist keine Domina hinter dir her 😉

  50. @Onkel Heinz

    Wir sparen uns zu Tode und das genau mit einer Recource die wir im Überfluss haben und die sich Dank Regen auch immer wieder erneuert.

    ….ja, aber es muss erst „in der Zeitung” stehen, damit unsere grünverblödeten Besserlemminge erkennen, an was für einen Quatsch sie glauben. Da können wir uns hier dumm und dusslich quatschen.

  51. Tritium 3. April 2012 13:03

    PS. Wetten das gleich einer kommt der behauptet das diese Studie von der Wasserwirtschaft gesponsert wurde…..
    Duck und wech

    Heinz, werd’ mal locker! Hier ist keine Domina hinter dir her

    Ich denke eher, das ist das versteckte Verlangen nach jemandem, der mal wieder Widerspruch einlegt — da langweilt sich jemand … . Ich kann natürlich falsch liegen 🙂

  52. @Marvin

    da langweilt sich jemand

    Stimmt, mir gehen langsam die bösen Kerle und die dummen Jungs aus………..so langsam roste ich echt ein.
    Wie wärs…….Du hast doch bestimmt was auf der Pfanne über das ich mich aufregen könnte, oder?
    Grins und wech

    @Tritium
    Wie kommst Du darauf, das ich vor einer Domina flüchten würde?
    <Im Gegenteil, die würde spätestens nach 2 min selber das Weite suche……
    Ups…ich war nie hier.
    H.E.

  53. @Onkel Heinz

    @Tritium
    Wie kommst Du darauf, das ich vor einer Domina flüchten würde?

    …..ick gloobe, der Tritium meinte eher so was, igitt!

  54. #53. Tim Hardenberg

    …..ick gloobe, der Tritium meinte eher so was, igitt!

    oh Gott, da krieg ich gleich Augenkrebs 😉

  55. Jaaaaaa, gib’s mir, Madame Claudia!
    Strafe mich! Zeig‘ meeehhhr!

  56. Nachdem sich die Mannschaft erleichtert hat: Spieß! Eimer kaltes Wasser und großen Schnaps für jeden, Aufmunitionieren, ein Lied -- und zurück an die Front! 🙂

  57. #56. nLeser

    Nachdem sich die Mannschaft erleichtert hat: Spieß! Eimer kaltes Wasser und großen Schnaps für jeden, Aufmunitionieren, ein Lied — und zurück an die Front! 🙂

    Jawoll Herr Hauptfeld !! 😉

  58. Heinz Eng schrieb am 3. April 2012 15:32

    @Marvin

    da langweilt sich jemand

    Stimmt, mir gehen langsam die bösen Kerle und die dummen Jungs aus………..so langsam roste ich echt ein.
    Wie wärs…….Du hast doch bestimmt was auf der Pfanne über das ich mich aufregen könnte, oder?
    Grins und wech

    Nee, ich muss dazu auch motiviert sein. Gibt hier in letzter Zeit nichts, was mich zum Kommentieren anregen würde …

  59. Hallo Marvin

    Nee, ich muss dazu auch motiviert sein. Gibt hier in letzter Zeit nichts, was mich zum Kommentieren anregen würde …

    Hmm, ist dat nun ein gutes oder schlechtes Zeichen, wenn Du mal nix bei uns zu kritisieren hast?
    Grins und wech
    H.E.

  60. Hallo Heinz,

    ein sehr interessanter Beitrag. Kannst Du mir sagen in welcher Nummer von GEO das steht und auf welcher Seite?
    Würde mich sehr interessieren!
    Leider finde ich nirgendwo auf der Seite einen Kontakt zu irgendjemand …

    Lieben Dank,
    Niki Vogt

  61. @Niki
    Sry, ick habe nur einen Gastbeitrag von „Anhalter“ hier eingestellt, diese Frage muss er Dir beantworten.
    Wenn Du möchtest, kann ick ihn mal anmailen um Deine Mailadresse weiter zu geben.
    MfG
    Heinz Eng

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