Warum in Deutschland gefrackt werden sollte

8. Februar 2013 | Von | Kategorie: Blog

gasflammeAn einem Dienstag Ende Januar fand ein Treffen im Umweltbundesamt statt, bei dem alle Gutachter, alle Experten, die in Deutschland an relevanten Studien zum Fracking mitgearbeitet haben, zusammen kamen. Das sagte jedenfalls Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt in der Sendung SWR-2 Forum vom 30.01.2013. Das Ergebnis dieses Treffen beschreibt er so:

Bei dieser Besprechung war eindeutig die Meinung, wir wissen so viel, dass wir anfangen könnten in Deutschland zu bohren und auch zu fracken. Unter intensiver wissenschaftlicher und behördlicher Begleitung um Fragestellungen auch weiter zu untersuchen, um zum Beispiel von Frackfluiden bis hin zum sogenannten „Green Fracking,“ also ohne Chemikalien, oder mit wenig umweltgefährdenden Chemikalien.

Dies ist also der Konsens unter den Experten: Wir sollten fracken, schon um unseren Kenntnisstand über diese Verfahren zur Erdgas und Erdölgewinnung zu verbessern, Technologien weiter zu entwickeln, um diese auch immer umweltschonender handhaben zu können. Hier läge auch die große Chance für Deutschland: Im Technologieexport. Denn dass diese benötigt wird, steht wohl außer Frage. Fast täglich können wir von neuen Entwicklungen im Energierohstoffmarkt lesen, nicht nur aus den USA. Mit einem Verbot von Fracking hierzulande stellt sich Deutschland nur ein mal mehr international ins Abseits und verpasst Chancen für den Industrie- und Forschungsstandort Deutschland. Dabei geht es noch nicht einmal darum, dass die Förderung von heimischen Bodenschätzen uns unabhängiger von Importen machen würde, dazu sind die Vorkommen wohl nicht groß genug, sondern vielmehr um nicht den Anschluss bei der Entwicklung von Technologien zu verlieren, die in nächster Zeit eine wachsende Bedeutung haben werden.

Unser Nachbar Polen zeigt derweil vor wie man es richtig macht. Dazu gab es in der SWR-Sendung anerkennende Worte von Bernd Kirschbaum.

Polen ist deutlich weiter voran als wir, dort wird in der Tat schon richtig kräftig exploriert, da werden Bohrungen gemacht, es wird gefrackt; und man muss sagen, auch unter wissenschaftlicher Begleitung. Es ist also nicht eine Wildwest-Mentalität, wie Herr Asendorpf das es aus den USA geschildert hat, es gibt tatsächlich dort auch eine Begleitung. Es wird überwacht […] wie die Seismik ist, auch Überlegungen zum Umgang mit dem Flowback werden angestellt, Behandlungen des Abwassers – also durchaus wissenschaftlich heran gegangen.

Kleines Schmankel am Rande. Der Journalist Dirk Asendorpf schilderte vorher eine angebliche Wildwest-Manier beim Fracking in Texas. Dort würden die Leute nicht gefragt, wenn auf ihren Grundstücken gebohrt wird, und erst auf Nachfrage erwähnte Asendorpf, dass eben diese Leute die Bodenschätze vorher verkauft hätten. Nur hätten sie zu dem Zeitpunkt als sie das taten, nicht damit gerechnet dass derjenige der sie gekauft hat auch fördern könnte. Ein absolutes Highlight des deutschen Qualitätsjournalismus.

Doch zurück zum Thema. Von dem oben erwähnten Expertentreffen im Umweltbundesamt wird auf deren Homepage nichts erwähnt. Auch nicht ob das Ergebnis an politische Entscheidungsträger weitergeleitet wurde, keine Pressemitteilung, nichts. Wahrscheinlich ist es dem UWA zu peinlich einzugestehen, dass ihre kürzlich veröffentlichte Studie zum Fracking, die ja schon in der Kritik stand, keinen Pfifferling wert ist. Und die deutsche Öffentlichkeit bleibt un- oder desinformiert.

Deutschland verliert nun doppelt. Erstens werden Bodenschätze nicht ausgebeutet und somit eine Senkung der hiesigen Energiepreise verhindert; und zweitens, was noch viel wichtiger ist, Deutschland verliert Anschluss an Technologieentwicklung und gerät auch auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Expertise in den Hintergrund.

Ein Land wickelt sich aus ideologischen Gründen ab.

Artikel ebenfalls erschienen in Glitzerwasser

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65 Kommentare
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  1. Hallo Quentin,

    da hast Du ein sehr aufschlußreiches Interview gefunden. Dass jemand aus dem Umweltbundesamt sich mehr oder weniger offen für das Fracken ausspricht ist nicht unwichtig. Ich weiß von aus der Branche dass man im Herbst sehr aufgeregt auf deren Gutachten gewartet hat, in der Hoffnung dass man sich dort für das Fracking in Deutschland aussprechen würde.

    Allerdings wurde diese Hoffnung enttäuscht. Das UBA sprach sich wegen der unsicheren Datenlage dagegen aus, Fracking in Deutschland großtechnisch zu betreiben (hier die damalige Berichterstattung auf SpOn und Welt). Diese Einschätzung erlebte jedoch heftigen Widerspruch von Seiten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). In ihrem Gutachten im Sommer letzten Jahres zu unkonventionellen Gasvorkommen in Deutschland fanden sie (wir berichteten damals):

    “Die Risiken von Fracking-Maßnahmen im geologischen Untergrund stellen sich im Vergleich zu möglichen Unfällen bei obertägigen Aktivitäten als gering dar. durch standortbezogene Voruntersuchungen können Fracking-Maßnahmen so geplant werden, dass ein unkontrolliertes Entweichen der Fracking-Fluide aus dem unterirdischen Riss in angrenzende Formationen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann.”

    In einer Gegendarstellung warfen die Geologen vom BGR dem UBA vor, wissenschaftlich ungenau zu arbeiten und Tatsachen zu ignorieren. Es sei im UBA-Gutachten „durchgängig erkennbar, dass es federführend von Hydrogeologen verfasst wurde, deren Expertise im Themenfeld oberflächennaher Grundwasserleiter liegt“. Beim Thema Fracking gehe es aber um viel tiefere Schichten. Das oberflächennahe Grundwasser, das der Trinkwassergewinnung diene, stehe mit den tiefen Geosystemen, in denen das Gas lagert, „meistens nicht in Verbindung“.

    Die unterstellte Gefährdung des Grundwassers wäre demnach weitaus weniger relevant als im Gutachten unterstellt. Außerdem kritisieren die Geowissenschaftler, die UBA-Gutachter machten unzutreffende Aussagen zum Gefährdungspotenzial der Chemikalien, die beim Fracking zum Einsatz kommen. Insgesamt würde der (falsche) Eindruck erweckt, dass generell erhebliche Wissensdefizite über den geologischen Untergrund bestehen.

    Dass Bernd Kirschbaum vom Umweltbundesamt jetzt sagt:

    Bei dieser Besprechung war eindeutig die Meinung, wir wissen so viel, dass wir anfangen könnten in Deutschland zu bohren und auch zu fracken.

    könnte man als Anzeichen für einen Richtungswechsel in der Behörde werten. Mal sehen ob es bei dieser Einschätzung bleibt.

  2. Den Hinweis auf Know-How-Erhaltung ist in meinen Augen fast wichtiger als das Gas.
    Es ist eine weitgehend unbekannte Tatsache, dass Deutschland eine Top-Position auf dem Weltmarkt für Bergbau- und Bohrausrüstungen hat:
    Die deutsche Bergbaumaschinenindustrie ist mit einem Anteil von 30 % der Marktführer der wichtigsten westlichen Industrieländer bei der Ausfuhr von Bergbaumaschinen für den Bergbau unter Tage.
    Der Anteil am Weltmarkt im Bereich der Bergbautechnik insgesamt, also inklusive Tagebau und Tiefbohrtechnik sowie Aufbereitung, beträgt rund 13 %.

    …und diese ‚fossile‘ Branche braucht keine Subventionen und braucht auch vor China-Ware keine Angst zu haben…

  3. @ Tritium #2

    Völlig richtig. Ich zitiere mich mal selbst:

    Die Erfahrungen beim Bergbau, wo Deutschland bei der Entwicklung neuer Technologien und Verfahren eine führende Rolle auf der Welt eingenommen hat, können hier als Beispiel dienen. Und obwohl Deutschland bei der Förderung von Kohle keine bedeutende Rolle mehr spielt, zählt es bei der Entwicklung und Produktion von Bergbaumaschinen nach wie vor zu den führenden Nationen. Die Wahrscheinlichkeit dass Deutschland in naher Zukunft auch bei der Bohr-und Extraktionstechnologie zur technologischen Weltspitze gehört ist extrem hoch.

  4. Aber warum gibt es kaum deutsche Firmen, die die direkte Rohstoffgewinnung machen ?
    Das große Kupfervorkommen in der Lausitz wird von einer Panama-Firma, die Erdölvorkommen in der Ostsee werden von Franzosen abgebaut. Traurig,

  5. @ Rudolf Kipp:

    Ich bin, in Bezug auf die Bergbaumaschinen, immer versucht, für die nähere Zukunft 2 und 2 zusammen zu zählen:
    Wir sind, was Bergbau betrifft, Top. Und wire sind, was U-Boote mit nichtnuklearem Antrieb betrifft, ebenfalls Top -- Wir verstehen also sehr viel von hochkomplexen Maschinen die unter Wasser ausdauernd arbeiten können.

    Tief unter Wasser liegen aber mit Abstand die grössten Schätze der Erde: Manganknollen. Offshore-Öl und vor allem das in voraussehbarer Zeit unerschöpfliche Methaneis!
    Wir haben also die besten Voraussetzungen, auf dem wahrscheinlich grössten Boom der Rohstoffgewinnung aller Zeiten ganz oben auf der Welle mitzuschwimmen, wenn(!) wir die Zeichen der Zeit auch politisch erkennen und das Wissen erhalten und mehren und wieder stolz darauf werden, was deutsche Ingenieurskunst vermag.
    Und es ist ja ein alter Merksatz, dass nicht die Goldgräber reich werden, sondern die, die ihnen Schaufeln und Hacken (und Jeanshosen) verkaufen.

  6. #4

    Aber warum gibt es kaum deutsche Firmen, die die direkte Rohstoffgewinnung machen ?

    zumindest beim fracking gibt es das in deutschland.
    deutsche tochterunternehmen fracken seit ca 40-50jahren in deutschland!

    das die von QQ zitierten experten keine ahnung haben, zeigt sich auch in folgender aussage

    Bei dieser Besprechung war eindeutig die Meinung, wir wissen so viel, dass wir anfangen könnten in Deutschland zu bohren und auch zu fracken.

    der anfang war, wie schon von mir mehrfach erwähnt, vor rund 50 jahren.

  7. Ich will ja nicht ausfällig werden, aber Ihr/ Sie unterhaltet/en Euch/ sich über „Fracking“, als würde „der Pförtner den Blinddarm rausnehmen“ !!!

    Ich fasse es nicht: Entweder verstehe ich etwas nicht richtig oder hier sind tatsächlich Herren von einem anderen Stern am diskutieren !!!

    Ich lasse mich gern belehren: Was ich über „Fracking“ weiß, ist, daß das Trinkwasser unbrauchbar gemacht wird !!!

    Was wollt Ihr dann trinken ?? Wasser kommt aus dem Supermarkt ??? Strom aus der Steckdose ???

    Habe ich hier eine „labidare“ Unterhaltung von „Experten“ gelesen ???

    Sind Sie verrückt ??? Wie können Sie so „lässig“ über die Vergiftung unser aller Trinkwasser und damit der Erde reden ???

    [Thomas, unterlassen Sie bitte die Beschimpfungen. Sie sind ausfällig geworden und ich werde weitere Posts von Ihnen, wenn Sie in diesem Stil verfasst sind, löschen. Hier tue ich es nur deswegen nicht, weil schon geantwortet wurde. QQ]

  8. @Thomas #7
    Seit gut 40 Jahren wir in Deutschland Fracking betrieben. Mir ist nicht bekannt, dass es da grössere Probleme gegeben hätte. Jetzt kann man horizontal Bohren. das ist eine neue Technologie. Da wird allerdings immer Fracking betrieben. Fragen sie sich mal, warum mit einem mal Fracking thematisiert wird und über horizontales bohren Niemand redet. Das legt doch den Verdacht nahe, dass bestimmte Kreise einfach keine Exploration von Rohstoffen mehr wollen und deshalb Desinformation in die Bevölkerung streuen, die bei ihnen ja wohl auch schon angekommen ist.

  9. @ Thomas #7:

    Statt so vele Fragezeichen zu verteilen, sollten Sie vielleicht besser mal Ihr eigens ‚Wissen‘ hinterfragen.

    Zuerst mal zwei kurze Fakten:
    1. In den USA ist bei mehreren Millionen Fracks bisher keine(!) Trinkwasserverunreinigung aufgetreten.
    2. Fracking kann den Gaspreis dramatisch senken. In den USA kostet Schiefergas nur 20% dessen, was wir an Gazprom zahlen.

    Jetzt zählen wir mal 2 und 2 zuammen:
    -- Gazprom ist der große Verlierer, wenn in Westeuropa gefrackt wird.
    -- Gazprom ist der wichtigste Devisenbringer Rußlands.
    -- Rußland wird von einem ehemaligen KGB-Agenten regiert.
    -- Das KGB (Heisst heute anders) ist sehr erfahren mit Desinformationskampagnenen und Propaganda.
    …und Sie ‚wissen‘, dass Fracking das Trinkwasser vergiften würde, aber das ist schlicht und einfach falsch, gelogen, widerlegt.

    Überlegen Sie einfach mal in Ruhe, wie vertrauenswürdig Ihr gegenteiliges ‚wissen‘ denn eigentlich ist.
    Kommen Ihnen da nicht Zweifel?
    Glauben Sie, die Leute, die Ihnen das erzählt haben, sind wirklich glaubwürdig und ehrlich?
    Halten sie es nicht für angebracht, Ihr ‚Wissen‘ noch einmal kritisch zu prüfen, um sicher zu gehen, dass Sie nicht einer Desinformations- und Lügenkampagne der russischen Oligarchen zum Opfer gefallen sind?

    Bitte tun sie es, auch wenn es möglicherweise für Sie peinlich ausgehen könnte. Wirklich dumm ist nur derjenige, der seine Dummheit abstreitet.

    Dann warten Sie, bis Ihr Blutdruck auf höchstens 140/90 unten ist und dann schreiben Sie noch mal hier.

  10. @Tritium #9
    Mag ja sein, dass Gazprom da Einbußen hat, wenn die Europäer ihr Gas fördern.. Die haben allerdings Gas ziemlich billig und in grossen Mengen und können sicher noch lange mit Schiefergasvorkommen konkurrieren. Ich glaube eher, dass die grüne Mafia mit ihren NIEs günstige Rohstoffpreise verhindern will. Denen ist sowohl Gazprom als auch die Exploration eigener Rohstoffe ein Dorn im Auge.

  11. Danke für die Antworten: Ich habe keine Angst, peinlich kann es mir auch nicht sein, denn, die Wahrheit finden, ist nie peinlich.

    Wem soll man glauben??

    mein Wissensstand basiert u.a. auf:

    ein Film: „Gasland“ (habe ich auf der Filmplattform „Netzkino.de“ gesehen, ist jedoch mittlerweile weg !!!)

    ein Blog: [Link gelöscht, auf dieser Website finden sich antisemitische Texte, derartiges dulde ich nicht. QQ]

    :::und mein Blutdruck ist normaler nie gewesen!!!

  12. @ Gerhard Straten

    In der SRW-Sendung sagt Asendorpf (ab 9:35 min)

    Gefrackt wird schon seit 50 Jahren. Es macht man normalerweise wenn konventionelle Bohrung alt werden […] Das gibt es seit 50 Jahren, es wird problemlos angewendet, auch in Deutschland

    Also, diese Info wurde in der Sendung nicht vorenthalten, insofern trifft der Vorwur an die Experten nicht. Zumal ja überhaupt nicht bekannt ist, was die Experten noch so alles gesagt haben. Wir kennen ja nur die Zusammenfassung von Kirschbaum.

    @ Thomas

    Von Vorteil wäre es, wenn Sie sich die Sendung im SWR erst einmal anhören, bevor Sie hier kommentieren. Das würde mir jedenfalls etwas Arbeit ersparen. Also, zum Thema Gasland sagt ebenfalls Asendorpf (ab ca. 20:50 min)

    Sie beziehen sich auf den Film Gasland, der ja auch bei uns durch die Kinos ging. Und die Bilder sind ja wirklich shr erschreckend. Ich habe in den USA mit kritischen Wissenschaftlern uüber diese Frage gesprochen, und selbst die kritischsten und den kritischen haben gesagt, das nicht klar ist, dass an diesen Bildern etwas dran ist. […] Methan kommt auch ganz natürlich in Grundwasser führenden Schichten vor. […] Das was wird da an Horrorbildern gesehen haben, ist offensichtlich übertrieben.

    Und noch zur Erinnerung, der das sagt, Asendorpf, gehört zu den Kritikern des Fracking.

  13. @ Gerhard Straten:
    Gazproms Gewinne beruhten vor allem darauf, dass der Gaspreis unabhängig von den Förderkosten an den Ölpreis gebunden war. Diese Lizenz zum Gelddrucken wankt. Die grösste Hoffnung für den Erhalt ist, dass Gas sich nicht so leicht transportieren lässt wie Öl; dadurch ist der Markt nicht global, sondern kontinental, so weit, wie die Pipelines reichen.
    Wennn die Marge fällt, weil hier in Europa deutsches oder polnisches Gas billig auf die nationalen Märkte drückt, wäre das ein Desaster, auch dann, wenn noch Gewinn gemacht wir; Gazprom machte in 2010 132 Milliarden US$ Umsatz bei einem Gewinn aus Verkäufen von 42 Miliiarden US$.
    Daneben ist aber bei einem Staatskonzern immer auch die politische Dimension zu beachten. Wir wissen, wie die Gaslieferungen auch als Waffe benutzt wurden, um auf die westlichen Nachbarn Druck auszuüben. Natürlich hat uns, in Deutschland, Putin nicht direkt gedroht, aber in der Ukraine und Weißrussland wird damit ungeniert Politik gemacht und unterschwellig stimmt das sehr wohl auch für Deutschland, wenn du daran denkst, wie nervös Politiker und Presse hier darauf reagierten als die Leferungen wegen der Dispute mit der Ukraine zurückgingen. Das war ein Warnschuß den alle Abnehmer hörten und der Rußland, ganz nebenbei bemerkt, nicht nur Geld einbrachte, sondern auch die Vertragsverlängerung für den (ukrainischen) Kriegshafen Sewastopol, der Basis der russischen Schwarzmeerflotte. Diese Flotte ist wiederum von vitaler geostrategischer Bedeutung gegenüber der höchst ambitionierten Türkei und den muslimischen ‚Krisenstaaten‘ in der Schwarzmeer-Region.

    Natürlich ist die offensichtliche und berechtigte Angst der deutschen Öko-Lobby vor dem Schiefergas erst einmal unabhängig von russischen Interessen vorhanden, aber der KGB hat sehr wichtige Motive und mit Sicherheit auch ein sehr großes Budget für die Beeeinflussung der öffentlichen Meinung gegen das Schiefergas. Immerhin konnten sie ja sogar einen deutschen Ex-Kanzler einkaufen (und sei bloß nicht so naiv zu sagen, Schröder würde doch für Gazprom und nicht für den KGB arbeiten; es gibt da keine Unterschiede).
    Ich sehe da einen Effekt, ich sehe das Motiv und ich sehe einen Verdächtigen, der einschlägig ‚vorbestraft‘ ist. Eine typische ‚Cherchez la femme‘ -- Konstellation.

  14. @Thomas

    KGB?
    EE-Lobbyist
    Oder nur dämlich?

    Na egal, solange Dein Strom aus der Steckdose kommt und Du mit Hilfe elektrischen Stromes im Netz Randale machen kannst, is ja alles in Ordnung, im Energiewendemärchenland.

    Deinem Lehrer sollte man die Ohren lang ziehen, denn der hat Dir nix beigebracht.
    Ach übrigens, Japan startet gerade ein Großexperiment um das Methaneis/Methangas vor seiner Küste nutzbringend zu fördern.
    Ähh, und da is gaaaanz viel Wasser drumherum.

    Leute schickt die Öko-Front….tssss
    H.E.

  15. @ Tritium

    Die grösste Hoffnung für den Erhalt ist, dass Gas sich nicht so leicht transportieren lässt wie Öl; dadurch ist der Markt nicht global, sondern kontinental, so weit, wie die Pipelines reichen.

    Das wird sich ändern wenn der Gaspreis international dauerhaft niedrig bleibt. Dann wird eben eine entsprechende Infrastruktur geschaffen. Gut, vielleicht nicht in Deutschland, anderswo sicher.

    Die Japaner beginnen jedenfalls schon mal groß in den USA einzukaufen: Japan’s TEPCO to buy 800,000 tonnes of LNG from US

    The power company says it wants the LNG every year for two decades, starting 2017, and has already secured a further 1.2 million tonnes of light LNG, mainly from North America.

    LNG is gas that is temporarily liquefied for easier storage and transportation. Light LNG mainly means shale gas produced in North America.

  16. @ Thomas, #11:

    Der entscheidende Punkt ist, daß Fracking einige tausend Meter unterhalb der trinkwasserführenden Schichten stattfindet. Ein Frac erzeugt künstlich Risse im Gestein, die sich vertikal aber nur einige hundert Meter ausdehnen. Es ist daher ausgeschlossen, daß durch den Frac direkt Fracflüssigkeit ins Trinkwasser gelangt. Das Tiefenwasser (wie überhaupt die ganze Umgebung in einigen Kilometern Tiefe) ist ohnehin schon durch natürliche Verunreinigungen total verseucht. Das würden Sie auch ohne Fracflüssigkeit nicht trinken wollen.

    In Norddeutschland liegen zwischen den öl- und gasführenden Schichten außerdem mehrere Kilometer mächtige Schichten plastischen Gesteins. Die schließen jeden Riss sofort.

    Fracflüssigkeit kann nur ins Trinkwasser gelangen, wenn es oberiridisch ausläuft oder wenn das Bohrloch in den ersten paar hundert Metern undicht wird. Es gibt daher dafür sehr genaue (technische) Vorschriften, wie diese Bohrungen anzulegen sind. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird ständig überprüft. Vor der Genehmigung der Bohrung und während der Durchführung. Im Prinzip ist es immer eine Frage des Vertrauens in die Behörden, die sich hier stellt. Nun ja, dem TÜV trauen die Menschen ja auch, wenn es um Autos geht. In Deutschland ist bei nach unterschiedlichen Quellen zwei- bis dreihundert Fracs, die bereits durchgeführt wurden, jedenfalls noch zu keinem einzigen Zwischenfall gekommen. Auch in den vergangenen 5 Jahrzehnten nicht, obwohl damals mit wesentlich weniger ausgereifter Technik gefördert wurde.

  17. @ Quentin Quencher # 15:

    Der Einwand ist natürlich völlig richtig.
    Bemerkenswert ist, dass das in Deutschland geplante LNG-Terminal nicht gebaut wird. ‚zuständig‘ wären dafür E-On und RWE. Die haben aber kein Interesse, weil sie selbst am russischen Gas gut verdienen.

    Der Bundestag sagt dazu:
    Liquified Natural Gas) wird nach Ansicht der Bundesregierung zum Beispiel im Bereich der Schiffsantriebe in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Sie teile auch die Auffassung der Internationalen Energie-Agentur (IEA), dass der LNG-Handel deutlich zunehmen wird und bis zu 50 Prozent des weltweiten Handelsvolumens ausmachen könnte. Planungen für LNG-Terminals in Deutschland seien allerdings nicht bekannt, erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort (17/9705) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/9495). Der Energiekonzern RWE verfolge seine Pläne für den Bau eines LNG-Terminals in Wilhelmshaven derzeit nicht mehr weiter, „weil aus Sicht des Unternehmens ein wirtschaftlicher Betrieb und Zugang nach dem zugrunde liegenden Betriebskonzept nicht sicher ist“.

    Das ist für mich eine klassische Situation, bei der der Staat tatsächlich im nationalen Interesse eine Lenkungsfunktion ausüben sollte, weil hier die Konzerninteressen nicht mit den nationalen Interessen kongruent sind.
    Andererseit kann ich es der RWE auch nicht verdenken, wenn sie angesichts der orientierungslosen Energiepolitik der Regierung und der damit verbundenen Planungsunsicherheit die Finger von solchen Großprojekten lässt.

  18. @ Quentin, #15:

    Gut, vielleicht nicht in Deutschland, anderswo sicher.

    Nun, da wäre ich nicht so sicher. Aus dem SPD-Regierungsprogramm für Niedersachsen:

    Eine SPD-Landesregierung wird:
    • Möglichkeiten prüfen, mit Flüssiggas-Anlandung (LNG) die Gasversorgung auf eine
    breitere Basis zu stellen und die Energiepreise marktgerecht niedrig zu halten,

    Ich denke, daß mit dem Aufbau von LNG-Terminals in den Nordseehäfen bald begonnen wird.

    Außerdem steht da noch:

    das Fracking in Trinkwasserschutzgebieten sowie unter Nutzung umweltgefährdender
    Chemikalien grundsätzlich ausschließen. Unverantwortliches unkontrolliertes
    Verpressen von Frack-Flüssigkeiten und Lagerstättenwasser in tiefe Erdschichten
    nehmen wir nicht hin. Wenn Fracking in Niedersachsen zugelassen werden soll,
    müssen Risiken für Mensch und Natur ausgeschlossen werden können sowie
    zunächst ein klarer gesetzlicher Rahmen mit obligatorischen
    Umweltverträglichkeitsprüfungen und umfassenden Bürgerbeteiligungsprozessen
    verabschiedet werden,

    Das ist nun etwas völlig anderes als „Fracking verbieten“. Der „klare gesetzliche Rahmen“ existiert im Prinzip ja schon. Man wird wohl einfach die bestehenden Richtlinien zusammenfassen und die Kompetenzen in der Verwaltung bündeln und dies dann als etwas „Neues“ verkünden. Vielleicht wird es bald zu einer Initiative „Green Fracking“ kommen, in der Industrie, Forschung und Verwaltung zusammenarbeiten. In etwa 2-3 Jahren wird man auf toxische Zusätze in der Frac-Flüssigkeit ohnehin verzichten können. Das ist ohnehin der Zeitpunkt, zu dem es mit der Förderung in Norddeutschland erst richtig losgehen kann.

  19. Wie wäre es denn mal mit dieser Idee:
    Jetzt das Fracking und Horizontalbohren so weiterentwickeln, dass wir, wenn die Gaslieferungen aus Russland teurer werden selbst auf eigenen Beinen stehen bzw. die Energiepreise einbremsen können. Dies sorgt sicherlich auch dafür politisch nicht erpressbar zu werden/zu sein. Fazit: Fracking erst dann bei uns nutzen, wenn die Kosten für Importgas deutlich höher liegen, als die Kosten für eigene Exploration, gleichzeitig aber Probebohrungen sowie kleinere Testfelder in Betrieb nehmen, um die Technologieführerschaft wie oben bereits mehrfach erwähnt zu behalten und auf diese Weise den Wohlstand in D zu erhalten.

    China verfährt im Bereich vieler Rohstoffe nach diesem Motto (zugegebenermaßen nicht ausschließlich, aber doch in beeindruckendem Umfang z..B. jetzt Rohstoffzugriff in Afrika oder dem nahen Osten sichern um die eigenen Rohstoffvorkommen möglichst lange verfügbar zu halten.)
    Ich schätze mal, dass es auch nicht mehr lange dauern wird, bis bei uns LNG-Terminals gebaut werden. Das LNG ermöglicht nämlich absolute freie Wahl von Lieferanten und hat im Vergleich zur trassengebundenen Versorgung mittels Pipeline auch den Vorteil geringerer Investitionskosten.
    Nach meinen Infos haben die Kompressoren- und Verflüssigerstation inklusive Infrastrukturmaßnahmen das norwegische Unternehmen ca. 1,4 Mrd € gekostet (inkl. Ladeterminal für LNG-Tanker). Verglichen mit den ca. 6-7 Mrd € die für das Northstream-Projekt ein deutlicher Unterschied. Damit ist aber auch klar, weshalb jetzt erst mal für möglichst lange Zeit Gas aus Russland fließen soll. Die Anfangsinvestition mus wieder „reingeholt“ werden und einen Gewinn will man sicherlich auch noch haben. Einige Wirtschaftsingenieure haben mal ausgrechnet, dass sich die Nothstream-Pipeline aufgrund ihres Eigenverbrauchs für die hohe Verdichtung (bis zu 210 bar); keine Zwischenverdichter bis zum deutschen Übergabepunkt! möglicherweise erst in einigen Jahrzehnten rechnet. Weiterhin wurde gerechnet, dass bei Transportentfernungen von mehr als 1.500 km das Schiff die günstigere Variante ist. All diese Fakten sind schon seit Jahren bekannt, aber wohl viel zu wenig bekannt.

    Deshalb wünsche ich diesem Blog weiterhin viel Erfolg und hoffe, dass diese Erkenntnisse auch irgendwann einmal bis zu unserer Politikerkaste durchdringen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Neuling

  20. Aktuell scheint BASF sich für Fracking stark zu machen, um auf diesem Technologie-Feld nicht von einer grünen Lobby ausgebremst zu werden.
    In der politischen Auseinandersetzung, für oder gegen Fracking, ist es erstaunlich das die staatlichen, geologischen Fach-Behörden für Bergbau (siehe Link) keine Gründe für ein Fracking-Verbot finden. Das aber sowohl die Lobby-Verbände BUND, NABU usw. Medien-Kampagnen zusammen mit den Grünen fahren, um die hohen Gasimportpreise und die Biogaserzeugung im Agrarsektor vor Konkurrenz des viel billigeren Shell-Gases zu schützen.
    http://www.gd.nrw.de/zip/l_rcbm01.pdf
    Eine sachliche, ehrliche Behandlung der Gefährdung durch Bergbau-Technologie ist diesem Thema und vor allem der Bevölkerung nützlicher, als Panikmache von Lobbyisten.

  21. @ Peter

    Nun, da wäre ich nicht so sicher. Aus dem SPD-Regierungsprogramm für Niedersachsen:

    Eine SPD-Landesregierung wird:
    • Möglichkeiten prüfen, mit Flüssiggas-Anlandung (LNG) die Gasversorgung auf eine
    breitere Basis zu stellen und die Energiepreise marktgerecht niedrig zu halten,

    Ich bin wirklich gespannt was uns das Jahr noch bringt. Welche Gräben im Bundestagswahlkampf noch aufbrechen werden, und wo eventuell Brücken gebaut werden.

    Ich erinnere mich an einen ‚Presseclub‘ in dem von den anwesenden Journalisten als ausgemacht dargestellt wurde, dass sie soziale Frage den Wahlkampf bestimmen würde. Das war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass dem nicht so sein wird. Die FDP hatte deutlich gemacht, dass die Energiefrage nicht ausgeklammert werden kann (erstes Rösler Papier). Das wurde zwar von den Medien nicht richtig aufgegriffen, doch musste es die CDU trotzdem beunruhigen. Altmaiers Vorstoß hat dies nun vollends verändert und Rösler hat noch mal nachgelegt.

    Doch die SPD verhält sich erstaunlich still, viel mehr als Lippenbekenntnisse sind nicht zu vernehmen. Ich habe gerade mal auf die Website der SPD geschaut, da ist nicht viel zum Thema zu finden. Gerade mal Gabriel spricht von einem notwendigen Neustart:

    „Wir brauchen einen Neustart. Der Ausbau des Stomnetzes muss mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien verbunden werden, wir brauchen eine strategische Reserve an Gas- und Kohlekraftwerken für die Zeiten, in denen der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Und wir müssen das gesamte erneuerbare Energiengesetz reformieren.“ Das Gesetz sei exzellent und erfolgreich gewesen, um die erneuerbaren Energien zu entwickeln. „Heute kann es zum Hindernis der Energiewende werden“, so die Mahnung des SPD-Chefs im Interview.

    Das hört sich für mich nicht nach einem Bekenntnis für Rot-Grün an, eher nach einer Brücke zur Großen Koalition. In Anbetracht der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrad wahrscheinlich auch favorisierte Szenario für Merkel.

  22. Altmaier im Deutschlandfunk

    Bundesumweltminister Altmaier hat Berichte zurückgewiesen, nach denen die umstrittene Förderung von Schiefergas in Deutschland ermöglicht werden soll. Die Bundesregierung wolle vielmehr die bisherige Rechtslage deutlich einschränken und Gesetzeslücken schließen, sagte Altmaier im Deutschlandfunk.

  23. @ Quentin, #22:

    Blöd nur, daß der Bund in dieser Angelegenheit gar nichts zu sagen hat. Tiefbohrungen und Fracking werden nach dem Bergrecht beantragt und genehmigt. Und dies liegt in der Hoheit der Länder. Falls übrigens jemand einen Antrag einreicht und alle behördlichen bzw. gesetzlichen Auflagen einhält, gibt es gar keine Möglichkeit, dem Antrag nicht zuzustimmen.

  24. Meine Güte, diese ganze Debatte krankt (mal wieder) an mangelndem Fachwissen.

    Beispiel Zeit-Online:

    In den Fraktionen von CDU und FDP hat sich eine Initiative gebildet, die die umstrittene Förderung von Schiefergas zulassen will.

    Blech. Fracking ist bereits „zugelassen“. Und wurde ja auch schon hunderte Male in Deutschland durchgeführt.

    Die Fraktionen von Union und FDP forderten Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler dazu auf, noch im Februar einen Gesetzesvorschlag für eine bundesweite Regelung der Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten vorzulegen.

    Blech. Bergrecht unterliegt der Hoheit der Länder und die werden diese Hoheit auch nicht abgeben wollen. Eine bundesweite Regelung, gleich ob pro oder kontra wird daher niemals Gesetzeskraft erlangen. Der Bund kann höchstens „Leitlinien“ verabschieden, die durch die Landesbergämter dann wohlwollend zur Kenntnis genommen, aber nicht weiter berücksichtigt werden.

    Es soll bei jeder neuen Bohrung eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung geben, zudem müsse klar geregelt werden, was mit möglichen giftigen Rückflüssen passiert. Bohrungen in Wasserschutzgebieten sollen grundsätzlich verboten sein.

    Das ist bereits geltende Gesetzeslage, und das auch schon seit Jahrzehnten. Es gibt hier keinen Regelungsbedarf. Außer, die vorhandenen Richtlinien zusammenzufassen und somit die Antragstellung zu erleichtern. Genau das wird geschehen und dann von den Politikern als große Neuheit verkauft werden, obwohl es das nicht ist.

  25. Altmeyer will die Energiepreise hochhalten.
    kein Wunder, bedenkt man welche Steuerverluste ins Haus stünden.

    http://www.n-tv.de/politik/Altmaier-gibt-Fracking-auf-article10099601.html

    Die Intention der Gesetzesinitiative kann man nicht anders, als „frech“ bezeichnen:

    Umweltminister Altmaier will eine mögliche Förderung von schwer zugänglichem Schiefergas in Deutschland erschweren. Die sogenannte Fracking-Methode soll gesetzlich klar geregelt werden. Gesetzeslücken würden geschlossen, so dass die Methode „auf absehbare Zeit nirgendwo in Deutschland zur Anwendung kommt„.

    Diszipliniert wird über unverholene Drohungen:

    Er empfehle auch dringend allen Beteiligten, in der nächsten Zeit keine Anträge zu stellen, sagte Altmaier mit Blick auf Tests mit dem Verfahren, die in Deutschland bereits begonnen worden.

    Putin und Schröder werden sich freuen, die Industriestandorte ex-Deutschland auch.

    Fracking hat in den USA zu einem Gasboom mit einem Preisverfall geführt, der den Standort vor allem für energieintensive Betriebe weltweit interessant macht.

    Die beispiellose Demontage des Standorts Deutschland hat nach der „Energiewende“ ihren neuen, vorläufigen Höhepunkt gefunden.
    Die Kalte Enteignung, vor allem der mittelschichtigen Privatvermögen, zugunsten der Verwirklichung neo-etatistischer Ideologien über Luxussteuern auf das Grundnahrungsmittel unserer Gesellschaft , die Energie, soll verstärkt votgesetzt werden:

    Reicher Staat-Arme Bürger, die sich von den „Wohltaten“ der Sozialindustrie „ernähren“ sollen!

    Das ist die Konsequenz!

  26. Nun ja, auf Spiegel-Online wird Trittin mit folgenden Worten zitiert:

    Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warf Altmaier vor, mit neuen Regeln die Nutzung der umstrittenen Bohrmethode Fracking zu vereinfachen. „Das ist ein Fracking-Legalisierungs-Gesetz“, sagte Trittin SPIEGEL ONLINE. „Wir haben zum ersten Mal einen Umweltminister, der sich für diese Technologie einsetzt -- das ist schon eine spannende Botschaft.“

    Ich habe erhlich gesagt das Gefühl, daß der Trittin das ganz richtig sieht. Stellt sich die Frage, ob Altmaier weiß, wovon er da eigentlich redet. Thorsten Albig weiß es jedenfalls nicht:

    „Wer glaubt, hier könne man mit solchen Versuchen einfach mal an der Erde herumexperimentieren, der hat nicht begriffen, was Fukushima uns gelehrt hat.“

  27. achgut.com (Peiser):

    Deutscher Ausstieg aus der Realität

  28. # 24
    Herr Heller,
    Bergrecht hin, Bergrecht her, ich habe aber das ungute Gefühl -- und diverse Zeitungsberichte der letzten 2 Wochen, die schon über Bürgerinitiativen gegen Fracking berichten, so nach dem Motto: Ich weiß zwar nicht was das ist, aber ich bin dagegen! scheinen das zu bestätigen -- es könnte so laufen wie mit der Kernkraft: Eine Ethikkommission wird einberufen als Feigenblatt für die Regierung und damit auch für die Regierungen der Länder, die dann sagt: wir -- das Volk -- möchten das nicht, zumindest nicht in dieser Form! Ja, und dann siegt auch hier wieder die grüne Zipfelmütze.
    Freundliche Grüße JH

  29. Mir fällt es gerade recht schwer zu verstehen was in Bezug aufs Fracking abgeht, warum die Diskussion jetzt so geführt wird. Wer was will erschließt mir noch nicht. Klar, die Grünen sind dagegen, das bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Doch die anderen, hmm, irgendwie alles sehr unkoordiniert.

  30. #29

    Mir fällt es gerade recht schwer zu verstehen was in Bezug aufs Fracking abgeht, warum die Diskussion jetzt so geführt wird.

    ich glaube, dass dies das typische problem der deutschen wirtschaft ist.

    wenn der mut da währe, könnte man problemlos die ungefährlichkeit des frackings aufzeigen. gibt ja seit 50 jahren mehr als genügend beispiele in deutschland, das diese technologie ungefährlich ist.

    aber was macht die wirtschaft? sie kneift und hält schön still.

    die ist ein ähnliches verhaltensmuster wie in der energiewirtschaft. entweder es wird die fahne nach dem wind gerichtet, oder es wird unqualifizierte grütze erzählt.

  31. @Quentin Quencher #12

    Also, diese Info wurde in der Sendung nicht vorenthalten, insofern trifft der Vorwur an die Experten nicht.

    Diese Sendung war sowieso recht informativ und ich habe auch keinem Experten einen Vorwurf gemacht. Es fiel nur an dieser Sendung schon auf, dass nach dem kurzen Exkurs über Bohrtechniken nur noch von Fracking und den Gefahren, die das beinhalten könnte geredet wurde. Es wurde auch thematisiert, ob wir das Gas, denn überhaupt brauchen oder es lieber im Boden lassen sollten. Das endete dann mit dem abstrusen Argument, dass wir schon ein bisschen fracken sollten, um dem Rest der Welt zu zeigen, wie man das möglichst schonend macht.
    Die Grünen wollen bloss die Biosphäre erbarmungslos ausbeuten, wahrscheinlich weil sie dann bald noch das einzige Grüne sind, Bergbau jeglicher Art ist an sich schlecht. Andere sehen im Gas eine notwendige Brückentechnologie auf dem Weg dahin, meinen aber wohl auf neue Vorkommen können wir verzichten. Dieses Denken zieht sich quer durch die Gesellschaft und wird durch die Medien verschärft, da können Experten erzählen, was sie wollen. Wenn da jetzt in der Politik einige ein bisschen Selbsterhaltungstrieb zeigen, dann wäre das ja schön.

  32. #31

    da können Experten erzählen, was sie wollen.

    die „experten“ sind doch genau das problem!

    ich frage mich vielmehr, warum keine fachleute gefragt werden bzw warum sich keine fachleute in solche diskussionen einmischen.

  33. teilnehmer der swr-2 sendung:

    Dirk Asendorpf, Journalist, Bremen
    Bernd Kirschbaum, Umweltbundesamt, Dessau
    Gernot Klepper, Prof. für Umweltökonomie, Institut für Weltwirtschaft, Kiel
    Gesprächsleitung: Gábor Paál

    ich bin mir sicher, das diese personen noch nicht einmal im ansatz wissen, wovon sie reden. geschweige denn, dass sie auch nur im ansatz von der technik ahnung haben…

    ein journalist, ein beamter und ein ökonom… das sagt schon alles!

  34. @michael m.
    In der SWR 3-Sendung waren das ‚Experten‘. Ich meinte mit meiner Bemerkung aber auch Fachleute. Sie haben aber Recht, die kriegt man eigentlich nie zu hören.

  35. @Tritium #13
    Finde es eigentlich gut, dass Herr Schröder sich für die Ostseepipeline eingesetzt hat und die dient sicherlich nur bedingt politischen oder KGB-Interessen. Gazprom ist zwar sicherlich politisch gesteuert aber sie haben wohl auch begriffen, dass sie Geld verdienen müssen und dass das nur geht, wenn man zufriedene und zahlungskräftige Kunden hat. Mit Staaten, wie der Ukraine alleine ist denen nicht gedient. Ich glaube, die haben auch schon begriffen, dass eine leistungsfähige deutsche Wirtschaft auch ihnen zugute kommt. Politische Interessen und wirtschaftliche Interessen spielen da sicher noch gegeneinander aber ein ruiniertes Deuschland, wäre für Gazprom sicher schlechter als ein bisschen Konkurrenz durch Schiefergasvorkommen. Die müssen sich dem Weltmarkt stellen und da spielt eine Ausbeutungsblockade in ein paar europäischen Ländern sicher nicht so die Roille.

  36. @Gerhard
    Die Russen sind nicht blöd……….inzwischen geht der Fokus Richtung Asien…bis hin zu Japan, wo man Verträge schließt, um auch dort das fette Geschäft zu machen.
    China ist ein Gasfass ohne Boden…….und Europa ein zahnloser Tiger, der sich am liebsten selber das Fell über die Ohren zieht, denkste etwa, dat uns die Russen auf Dauer ernst nehmen?

    Die globalen Machtverhältnisse verschieben sich zur Zeit gewaltig……das merkt man aber nur, wenn man die aufgeblasenen deutschen Medien mal ausser Acht lässt.
    Der Russe kann sich in 10 Jahren aussuchen, wen er noch mit Gas beliefert……und wenn Deutschland Zicken macht, ist der Hahn zu.

    Eines Tages werden wir unsere Kohle mit den Fingernägeln aus der Erde kratzen……wenn wir dat grüne Gesindel so weiter moschen lassen…..die Garantie geb ick Dir schon heute.
    H.E.

  37. @Heinz Eng #37
    Ganz ihrer Meinung, nur dass wie wir wohl nicht für uns kratzen werden, sondern für wen anders.

  38. @Gerhard
    Du darfst ruhig „DU“ sagen…..ick hab dahingehend keinerlei Konventionen….Namen sind Schall und Rauch…….und Respekt ergibt sich aus dem Text und nicht aus der Anrede.

    Olle Schäuble hat zugegeben, das Deutschland seit dem Kriegsende nicht mehr souverän ist…….nu frag ich mich nur noch, er bei MUTTI die Strippen zieht.

    Egal…Deutschland muss wech.
    H.E.

  39. Am 29. Januar wurde auf arte der Film „Gas-Fieber“ gezeigt, eine „Drama-Doku“ über das Fracking in den USA und bei den Fracking-Gegnern sehr beliebt. (hier auf youtube).

    Mir war neben einer Reihe von Merkwürdigkeiten folgende Szene aufgefallen, es geht um das angeblich seit dem Fracking-Beginn vergiftete Trinkwasser eines Ortsansässigen. (Bei 1h12Minuten)

    Zuerst wird eine Auflistung der Messergebnisse des Trinkwassers gezeigt mit nur etwa 20 Messwerten, die Untersuchung käme vom Fracking-Unternehmen,das Wasser sei in Ordnung Daraufhin holt der Betroffene eine weitere Studie hervor, die eine Universität gefertigt haben soll. Seitenweise Messergebnisse. Das seien alles die schrecklichen Stoffe, die jetzt in seinem Wasser gefunden wurden. Tatsächlich sind das Listen mit unzähligen Messproben, alleine für Magnesium sind es 27, die mehr als eine halbe Seite füllen. Schon das ist eine Frechheit und Irreführung.

    Leider kann ich nicht alle Werte entziffern, aber einige doch:
    Die Magnesiumwerte liegen bei 6 -- 8 mg/Liter. Gerolsteiner Mineralwasser enthält über 108 mg/Liter.

    Besonders hingewiesen wird auf den Gehalt von Kupfer, das häufig vorkomme, aber nicht in dieser Konzentration.Die Kupferwerte liegen zwischen 0,000148 -- 0,0149 mg/Liter. Die WHO sieht eine mittlere Belastung von 2 mg/Liter als gesundheitlich unbedenklich an.

    Für den Urangehalt werden folgende Werte angegeben:
    Uran 234: 0,37 -- 3,29 pCi/L
    Uran 235/236: 0,028 pCi/L
    Uran 238: 0,27 -- 1,28 pCi/L
    (Bei Uran 238 fehlte natürlich nicht der Hinweis, dies sei das Uran, dass für militärische Zwecke genutzt werde, und das sei nun im Trinkwasser! Allerdings fehlte eine Erklärung, wie das Uran durch das Fracking ins Wasser kam.)

    Kann hier jemand diese Uran-Werte erklären und einordnen?

  40. Juhu…Lentje is mal wieder da…..freu und grins.

    Uran…muss ich erstmal gucken oder ein Profi (Varus oder XXX) ist schneller.
    Magnesium…..bäh……..gehört janz normal zum Trinkwasser……wie auch Kalzium, wat am Ende den Härtegrad des Wassers beschreibt.
    Uran ist mit X % an der Erdrinde beteiligt……..wat ja regelmäßig der Greenpieselpatschklatsch-Nachfolger….Footwatsch-Fressenverachter…thematisiert.

    Im Abwasser des deutschen Bundestages wurden Endprodukte von Drogen nachgewiesen….die eindeutig mehr der Gesundheit schaden, als das Trinkwasser, wat aus unseren Leitungen kommt.
    Nun musst Du entscheiden, ob Du lieber zugekifften Abgeordneten traust oder den Typen vom Umweltbundesamt und der unteren Wasserbehörde kontrollierten Grenzwerte unseres Trinkwassers.

    Gas -Fieber………..kommt wohl nur von den Substanzen, die man sich per Line und 100 Euro-Schein durch die Nase gezogen hat.
    Bähh, ich trink eh nur Bier…..wat geht mich Trinkwasser an…da fic..en eh nur die Fische drin.
    H.E.

  41. @Heinz Eng #39
    Mir sind die Konventionen da auch egal. Bin nur vorsichtig und ‚Sie‘ ist nun mal die normale Anrede, wenn man sich nicht kennt.
    Deutschland muss nicht weg egal was Mutti und der Schäuble sagen. Deutschland muss sich nur mal relativieren. Das meint die Grösse, die Bevölkerungszahl, die wissenschaftlichen Leistungen (z.B. die Nobelpreisträger der letzten Jahrzehnte oder auch die Menge der Beiträge deutscher Wissenschaftler in internationalen Journalen) und vor allem die Leistungskraft der Wirtschaft in den unterschiedlichen Sektoren. Da haben wir unter dem Strich eindeutig verloren und das können wir auch durch Krötenzäune und andererseits Ruinierung des Weltkulturerbes Wattenmeer nicht mehr ausgleichen.

  42. @ Heinz

    Ich habe deinen Beitrag vom 11.02.2013 um 23:27 in den Spam-Ordner verschoben, da er zu 90% aus Beschimpfungen bestand. Das dulde ich hier nicht.

    Rudolf oder Peter können den Kommentar in die Plauderecke stellen, falls sie möchten.

  43. Naja, das Uran 235 ist mit der angegebenen Aktivität mit etwa 13 ng/L vertreten
    das Uran 238 mit 3,8 µg/L … die grenzwerte für erwachsene liegen in deutschland bei 10µg/L , bei babynahrung bei 2µg/L

  44. @ Lentje # 39

    Die Magnesiumwerte liegen bei 6 — 8 mg/Liter. Gerolsteiner Mineralwasser enthält über 108 mg/Liter.

    Magnesium ist ein lebenswichtiges Mineral, Mangel führt zu Krampfneigung der Muskeln. Es wird im Trinkwasser NICHT überwacht.

    Besonders hingewiesen wird auf den Gehalt von Kupfer, das häufig vorkomme, aber nicht in dieser Konzentration.Die Kupferwerte liegen zwischen 0,000148 — 0,0149 mg/Liter.

    Natürlich kommt JEDES chemische Element IMMER vor, wenn man nur genau genug sucht.
    Die deutsche TVO gibt maximal 2 mg/l vor, wobei zu beachten ist, dass die grösste Kupferquelle in der Regel die Kupferrohre der Hauswasserleitung sowie die Boilerschlangen von Wassererhitzern sein dürften.
    Ein Wert von maximal 0,015 mg/L = 0,015 ppm erscheint mir ausserordentlich NIEDRIG zu sein und ist natürlich völlig harmlos.

    Für den Urangehalt werden folgende Werte angegeben:
    Uran 234: 0,37 — 3,29 pCi/L
    Uran 235/236: 0,028 pCi/L
    Uran 238: 0,27 — 1,28 pCi/L

    Das sind PicoCurie
    Die Aktivität passt Daumen mal pi zum natürlichen Isotopenverhältnis. 234U ist zwar nur in Spuren im Natururan, hat aber eine so kurze HWZ, dass sein Anteil an der Strahlung etwa gleich groß wie der des 238U ist, das mit 99,3% das Hauptisotop ist.
    235U (das ‚Bombenuran‘) ist nur zu ca. 0,7% enthalten und trägt daher trotz der kürzeren HWZ nur geringfügig zur Aktivität bei.

    Wir können also beruhigt aufatmen: offenbar werden beim Fracking (noch?) keine Atombomben eingesetzt, ausser in Nordkorea vielleicht. 😉

    Wie oben gesagt: Selbstverständlich findet man IMMER auch Uran, wenn man sucht.
    Zur Beurteilung des Trinkwassers ist das aber in der Regel völlig unerheblich, da die Aktivität vom Kaliumgehalt und vor allem vom Radon und senen Zerfallsprodukten dominiert wird (Alles, was aus der Tiefe kommt, hat relativ hohe bis sehr hohe Radonkonzentrationen). Ausserdem zielt man vernünftigerweise eher auf die Dosisleistung des Wassers beim Menschen ab als auf die blanke Aktivität. Die TVO (Trinkwasserverordnung) verlangt als Gesamtrichtdosis < 0,1 mSv/a.
    Das wurde 2011 durch einen zusätzlichen Uran-Grenzwert von 10µg/l ergänzt, allerdings nicht wegen der Strahlung, sondern weil Uran (Vergleichbar mit Arsen oder Blei) chemisch recht giftig ist.

    Jetzt müssen wir noch ein bisschen rechnen:
    4,6 pCi in Summe = 0,17 Bq (1 Bq = 1 Bequerel = 1 radioaktiver Zerfall/Sekunde)
    Das ist schon mal ein lächerlicher Wert. Nur alle 6 Sekunden sendet das Uran einen Strahl aus.
    Zum Vergleich: Ein Mensch hat, hauptsächlich wegen des Kaliums in seinem Körper, eine Aktivität von mehreren tausend Bq, pro Kilogramm/Liter also ca. 50 Bq -- Ein Mensch strahlt also selbst rund 300 mal särker als dieses Uran im Wasser!

    Die Masse kann folgendermassen abgschätzt werden: natürliches Uran hat eine spezifische Aktivität von ca. 25.000 Bq/Gramm. Hat der Liter dieses Wassers eine Gesamtaktivität von ca. 4.6 pCi bzw 0,17 Bq müssen darin etwa 6,8 µg Uran sein. Das ist WENIGER, als nach der deutschen TVO erlaubt ist.
    Dieses Wasser hat also Trinkwasserqualität!

  45. QQ #29,

    Mir fällt es gerade recht schwer zu verstehen was in Bezug aufs Fracking abgeht, warum die Diskussion jetzt so geführt wird. Wer was will erschließt mir noch nicht. Klar, die Grünen sind dagegen, das bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Doch die anderen, hmm, irgendwie alles sehr unkoordiniert.

    Mir auch, bisher verfolgte ich immer diese Seite der WEG
    Eine deutsche Förderfirma finde ich nicht. Ich weiß nur, dass Exxon in Deutschland sucht und fördert. Exxon sagt, Deutschland hat Erdgas

    In einer im Juni 2012 veröffentlichten Studie schätzt die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) die in Deutschland verfügbaren Erdgasmengen allein im Schiefergestein auf 6,7 Billionen m³ bis 22,7 Billionen m³. Nicht alle Erdgasmengen sind technisch förderbar. Laut BGR liegen die Produktionsraten in den USA, wo seit vielen Jahren Schiefergas gefördert wird, zwischen 10% und 35%. Ausgehend von einem konservativen Ansatz, dass in Deutschland nur 10% der Schiefergasmengen förderbar wären, kommt die BGR damit zu dem Ergebnis, dass die technisch gewinnbaren Erdgasmengen bei bis zu 2,3 Billionen m³ liegen. Diese Menge entspricht nahezu dem 200-fachen der derzeitigen Jahresproduktion. Dabei sind die Erdgasmengen aus konventionellen Erdgaslagerstätten sowie aus Kohleflözen noch nicht eingerechnet.

    Das wären ja fast 30-50 Jahre Eigenversorgung für Deutschland. Mein GEZ Propaganda Autoradio hat mir heute schon zweimal Angst gemacht, dass wir die Erde unter uns nicht aushöhlen dürfen, wir haben nur eine! Außerdem ist unser Trinkwasser gefährdet. Ich schätze, das ist mehr gefährdet, wenn die EU die Privatisierung der Trinkwasserversorgung durchdrückt. Mein Autoradio der GEZ hat mir vergessen zu sagen, dass 1 Mio. EU Bürger eine Petition dagegen einreichten, wurde nur kurz auf d-radio gebracht.

    Die Verwirrung ist perfekt, ich kann mir nur geopolitische Gründe vorstellen. Öl und Gas scheint es reichlich und im Überfluss zu geben, von hier bis rings ums Mittelmeer. Rußland beliefert uns mit 30% zu alten Verträgen, die eingehalten werden müssen. Darauf können wir kaum verzichten in nächster Zeit. Also scheint es nur um das Taxameter am Zapfhahn zu gehen, wer darf kassieren.

  46. Helium #43 und Tritium # 44
    vielen, vielen Dank!

    Hier noch die Messwerte für Zink und Kalium:
    Zink: 0,0088 -- 0,064 mg/Liter. DIE WHO setzt den Grenzwert bei 5 mg/L
    Kalium: 1,187 -- 2,850 mg/L: mein vor mir stehendes Aldi-Wasser hat 21,5 mg/L.

    Es ist schon erschreckend mit welcher Dreistigkeit in diesem Film Panikmache betrieben wird. („Gas-Fieber“, wird morgen, Mittwoch, um 9:55 Uhr auf arte wiederholt)

  47. @ Lentje #46

    Schau, ich bin Chemiker und mir stellen sich fast täglich die Haare über solche Geschichten. So was zeigt zweierlei:
    1. Die naturwissenschaftliche Allgemeinbildung ist auf den Hund gekommen, die Leute verblöden regelrecht. Das ist auch nict anders zu erwarten, je mehr die Unterrchtszeit mit Indoktrination statt Wissensvermittlung gefüllt wird -- Ich kenne die Lehrbücher, die aktuell sind, weil zu meinem Job auch die Lehrlingsausbildung der Laboranten gehört und wenn ich das, was heute vermittelt wird, mit früher vergleiche, dann ist das Absicht, schön von der DDR abgeschaut, aber nicht als eigenes Fach ‚Marxismus/Leninismus‘, sondern als Krebsgeschwür, das in den naturwissenschaftlichen Unterricht immer mehr hinein wuchert.
    2. Viel wichtiger aber ist die Entlarvung der Täter durch so einen Unfug. Sie lügen und manipulieren, sie fälschen und arbeiten mit Tricks. Sie sind Betrüger!
    Die Beweise sind klar und offensichtlich, wie du ja selbst siehst. Wir sind in den Händen von Leuten, die unter anderen Umständen völlig skrupellos Omis auf Kaffeefahrten überteuerte Rheumadecken andrehen würden. Und jetzt beschexxxen sie einen ganzen Staat!

    Und was Zink und Kalium betrifft: Völlig uninteressant, völlig normal! Selbe Baustelle, selbe primitive Bauernfängerei wie beim vorherigen.
    Wirklich interessant wären sowieso nur organische Substanzen, die eindeutig aus dem Fracking-Fluid stammen müssen, weil synthetischer Herkunft. Der anorganische Zoo sagt gar nichts.
    Man könnte da übrigens sehr leicht eine Kontrolle einführen: Um den Weg von Grundwasser und unterirdischen Wasserläufen zu verfolgen, verwendet man den (völlig harmlosen) Farbstoff Fluorescein, der in das Wasser gemischt wird, dessen Weg man verfolgen will. So wurden über viele Kilometer die unterirdischen Wasserbewegungen im Karst aufgeklärt.
    Es wäre höchst einfach, vorzuschreiben dass das Frack-Fluid damit (Oder einem spezifischen Konjugat) versetzt sein muss und wenn man dann das Zeug im Grund- oder Trinkwasser findet, wäre ein Ausbruch des Fluids aus der Bohrung bewiesen. Fluorescein ist sehr nachweisfreudig, denn es ist der stärkste Farb- und Fluoreszenzmarker, der bisher bekannt ist. Als Immunfluoreszenz gehört es zu den empfindlichsten Nachweisverfahren und macht sogar dem Spitzenreiter der Nachweisempfindlichkeit, dem Radioimmunoassay, Konkurrenz und da reden wir von Femtogramm!

  48. @ Tritium

    In BW hat es mal eine Studie gegeben, inwieweit Geothermie gesundheitliche Auswirkungen auf die Bevölkerung haben könnte. Ich habe mir das nicht näher angeschaut, ist auch nicht so mein Gebiet. Aber vielleicht finden sich hier ein paar Anhaltspunkte für die Diskussion.
    Hat die Nutzung von Erdwärme für Wohnhäuser einen Einfluß auf diese Exposition?

  49. ^@ Quentin # 48:

    da geht es um oberflächennahe Bohrungen für Wärmetauscher. Dabei ist erwartungsgemäß keine merkliche Erhöhung der Strahlenexposition aufgetreten.
    Richtige geothermie schaut schon anders aus. Um in möglichst heisse Getseinsschichten zu kommen, muss man tief bohrer und in der Regel auch nocht in magmatische Gesteine, die vin Haus aus einen höheren Anteil an schweren Elementen haben.

    Aus diesen Tiefbohrungen können sehr grosse mengen radioaktivität nach oben kommen, einerseits in gestalt von radon, andererseits in gelöster Form, da das Wasser dort unten im Gestein ja nicht nur aufgeheizt wird, sondern auch als Lösemittel wirkt (Und richtig heisses Wasser unter Druck ist ein sehr agressives Medium, das sogar Quarz auflöst!).
    In der Nähe der Bohrung können dabei sehr erhebliche Radonkonzentrationen aufgebaut werden und von mindestens einer Bohrung wiess ich, dass die Armaturen durch Ablagerungen (Die Mineralbrühe ‚verkalkt‘ die Rohre etc. ganz erheblich) so stark strahlten, dass sie als radioaktiver Sondermüll entsorgt werden mussten.

    In einem interessanten Präsentation der TU Darmstadt werden Geothermie, Hydrothermie und Petrothermie verglichen.
    Eine wesentliche aussage:
    Das Fluid (Also das Wasser, das in den Boden gedrückt und dort aufgeheizt wird und wieder nach oben steigt) darf keinesfalls mit trinkwassergeeigneten Grundwasserschichten in Kontakt kommen.
    Also das gleiche wie beim Gas-Fracking. Oder anders gesagt. Wer Gas-Fracking ablehnt, darf keinesfalls Geothermie zulassen.

    eine Bürgerinitiative gegen Geothermie bringt dazu auch nützliche Informationen, man sollte allerdings beachten, dass die eben gegen Geothermie und daher extrem kritisch sind. Immerhin lässt sich feststellen, dass die Radionuklid-belastung bei der tiefen geothermie deutlich höher ist als beim Fracken von Schiefergas.

  50. Der ‚Gas-Markt‘ nimmt international Gestalt an: Shell India plans floating LNG plant

    Shell India will invest $1 billion for a floating liquefied natural gas terminal off the coast of India.
    […]
    Gas sourcing for the Kakinada project will be carried out through Shell’s global trading outfit.

    „Whether it is spot or term or from Australia, Qatar, Mozambique, will be decided by them,“ Hilton recently told The Hindu newspaper.

  51. @7 + 10 + admin: Knigge? Gilt nur für „Gäste“, aber nicht fürs „Foreninventar“? Fällt im blog des öfteren leider unangenehm auf…

  52. Korrektur: post 7 + 14

  53. @Adolph

    Keine Angst, ick werde hier oft genug ermahnt oder es werden Kommentare von mir gelöscht oder ich werde temporal gesperrt, wenn ich es zu bunt getrieben habe……….die Admins passen da schon auf.

    Ansonsten…..ham wa auch wat zum Thema zu sagen?
    H.E.

  54. @Heinz:…ja, als stiller Mitleser bin ich skeptical gegen das Wunder des frackens. (bringt das un-kniggesche Schelte vom Inventar?) Denke die Amis haben sich da ein Strohfeuer gebastelt, daß ihnen das lästige effizienter werden nur ein paar Jahre erspart. Überfluß hat noch selten zu technischem Fortschritt geführt. Die -- unreflektierte -- Angst zu wenig zu haben, führt aber oft zu -- von aussen betrachtet -- aggressiven Lösungen. So sehe ich das fracking. Die fracking maps auf google ähneln frapant unserer Dichte an Windkraftstandorten -- beides also nicht schön wenn es zu dick kommt und in meinen Augen beides nur Ausdruck von Angstverhalten irgendetwas könnte knapp werden. Symptombehandlung eben ohne die Konsequenz drüber nachzudenken, wo man vielleicht doch den Sparhahn etwas drehen könnte. Erfordert halt immer mehr Hirn und Klimmzüge, als einfach ein neues Fass aufzumachen. Egal welche Art von Energieträger man nutzt: es hebt eben den Lebensstandard nicht, wenn man den gleichen Wohlstand (Wärme, Licht, etc.) durch kluge Technik mit weniger erreichen könnte. Die Detroit Motor Show zeigte -- ganz erleichtert ob gesunkener Preise -- wieder große Kisten (vermutlich mit Öl aus Sanden zu befeuern) und die deutsche Autopresse schmunzelt zurecht, ob der eigenen besseren Technik. Bei den Amis drückt mangelnde Exportfähigkeit des gewonnenen Gases auf die Preise. Das man bei uns per Export der Bergmannstechnik den Markt nutzen kann bleibt unbenommen, aber dazu braucht man nicht zwingend selbst zu fracken, v.a. wenn es bei uns energetisch nicht so richtig viel im Verhältnis zum Aufwand hergibt.

  55. @ 54:

    Überfluß hat noch selten zu technischem Fortschritt geführt. Die — unreflektierte — Angst zu wenig zu haben, führt aber oft zu — von aussen betrachtet — aggressiven Lösungen.

    Das ist falsch. Das Neue entsteht nur im Überfluß, weil nur dann die Möglichkeiten dafür vorhanden sind.

  56. @ #54

    Auch das Kulturwesen Mensch ist ein Produkt des Überflusses. Erst der Überfluss ermöglichte den Menschen seine Umwelt als etwas anderes als Ressource zu betrachten. Wer am „Sparhahn“ dreht beraubt den Menschen nicht nur der Möglichkeit durch technische Entwicklung sich weiter zu entwickeln, sondern untergräbt auch dessen kulturellen Fortschritt.

  57. #54

    Das man bei uns per Export der Bergmannstechnik den Markt nutzen kann bleibt unbenommen, aber dazu braucht man nicht zwingend selbst zu fracken, v.a. wenn es bei uns energetisch nicht so richtig viel im Verhältnis zum Aufwand hergibt.

    komisch, wenn es energetisch nicht soviel hergibt, waeum wird dann zb in deutschland seit ca. 50jahre gefrackt?
    da sie es scheinbar nicht wissen: >30% der deutschen gasquellen produzieren mittel fracking!

    oder glauben sie, das die horizontale bohrung bei den ’schiefergas und -ölfeldern‘ energetisch so wahnsinnig aufwändig ist?

  58. @Adolph

    Wie sagte meine seelige Mutter immer so schön….“Junge, mit dem Essen spielt man nicht“……
    Ick sage heute…..“Leute, mit der Stromversorgung spielt man nicht“….

    Was ich bei der ganzen Diskussion zur so-genannten „Energiewende“ vermisse ist, das unsere Stromversorgung die WICHTIGSTE INFRASTRUKTUR ! ! ! ! unseres Landes ist.
    Die Energieversorgung ist also von nationaler Bedeutung, bricht die für Tage zusammen, bricht auch unsere Gesellschaft zusammen, zumal die Deutschen eh sehr verwöhnt sind, was die Versorgungssicherheit und maximalen Ausfallzeiten betrifft.
    Wie tönen die Grünen immer so schön…..die NIE machen uns autark und von ausländischen Energierohstofflieferungen unabhängig, was natürlich physikalisch eine Lüge ist.

    Joo, die Amis ticken da etwas anders…..die machen sich jetzt real unabhängiger vom saudischen Öl, man zeigt der Welt ein Stück weit den Stinkefinger und lässt durch die Blume sagen, wir Amis lassen uns nicht erpressen.
    Das ist strategisches Denken……dat wir stumpfsinnige „Gutmenschen“ schon lange vergessen haben.
    Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose……aber wie der da rein kommt, interessiert eigentlich niemand so richtig.
    EE erfüllen dann die passende Alibifunktion, damit wir uns moralische besser fühlen können aber zur echten Stromversorgung ist deren Beitrag inzwischen eher negativ zu betrachten.
    Ohne europäisches Verbundnetz hätten wir schon heute den Zustand, das diese Zufallsstromerzeuger NICHT mehr integrierbar sind und noch viel öfters abgeschalten werden müssten.

    Fracking….dazu haben in diesen Thread ja einige kompetente User ausreichend Stellung genommen, was die (nicht) Gefährlichkeit betrifft, ergo lass ich mir von ein paar Panikmachern nicht die Laune verderben.
    Wir sollten uns lieber Sorgen um den Boden machen, der durch die massenweise angebauten Energiepflanzenmonokulturen ausgelaugt wird……und dann noch aus Bioreaktoren massenweise mit Bazillen belastet wird.

    Fracking…….wer sagt mir denn, das die im Netz am lautest brüllenden Gegner nicht von Gazprom bezahlt werden?
    Der derzeitig in Europa laufende Shitstorm gegen Fracking scheint mir doch sehr nach „organisierter“ Massnahme zu stinken.
    Folge der Spur des Geldes…..
    H.E.

  59. @Adolph, Freiherr #54
    Alleine das Sie hier und heute das Internet, ihren PC/Laptop, eine Stromversorgung, eine Stromnutzung usw. haben, haben Sie dem Fortschritt zu verdanken. Dieser Fortschritt basierd nicht auf Mangel, sondern kommt aus dem Mangel und beschreibt dem Überfluss. Sie genießen heute und hier den Wohlstand eines überlebenserleichternden Darseins auf Erden und dies ist nur durch technischen und wirtschaftlichen Überfluss erireicht worden.
    Durch Mangel und Einsparung ist noch kein Wohlstand und Fortschritt generiert worden!

  60. @Adolph
    Wir hatten mal dienstlich geprüft per Tiefengeothermie ein Stück weit erneuerbarer Wärme aus des Planeten Schoß zu saugen……..dat Ergebnis war niederschmetternd.
    Wir hätten verdammt tief bohren müssen um dann in Gesteinsschichten zu landen, die nicht porös genug wären um dort Wasser durchzupumpen.
    Tja, wir hätten die Gesteinsschicht aufbrechen müssen…….also „Fracken“ um nennenswerte Wärmemengen rauszuholen. Am Ende stirbt so ein Projekt am Finanztod, die Investitionskosten sind gewaltig und die Armortisierung dieser Anlage wäre wohl nie eingetroffen.
    Ist jetzt Fracken für Geothermie gut oder schlecht?

    H.E.

  61. Eins der Dinge, die diese Seite so toll machen, ist, dass die Kommentarstränge nochmal so interessant und lehrreich sind wie die Artikel.

    Im Januar wurde in USA im Kabel die Doku Fracknation gesendet. Im Netz ist nur der Rip eines VHS Aufzeichnung zu finden. Leider.
    Josh Fox‘ Gasland „Doku“ wird darin nach Strich und Faden auseinandergenommen.

    http://fracknation.com/

  62. Hallo,
    was ist den von den Argumenten zu halten, dass zum Fracken „Unmengen“ von Wasser benötigt werden, die dann voll mit Chemikalien entsorgt werden müssen bzw. im Schlimmsten Fall einfach in Flüsse geleitet werden?

  63. Ernst wo ist denn der RIP zu finden ich habe hier nur ein paar auschnitte gefunden

    http://www.youtube.com/watch?v=B03IYdHpvAM

    Lustig ist „Meet the Sautners“ als ihnen mitgeteilt wird von der EPA das ihr Wasser ok ist.

  64. was ist den von den Argumenten zu halten, dass zum Fracken “Unmengen” von Wasser benötigt werden, die dann voll mit Chemikalien entsorgt werden müssen

    Das sit der Trick für Dummies.
    1. Man redet von ‚Millionen Litern‘, verschweigt aber, dass 1 Kubikmeter schon tausend Liter hat. ‚Tausende Kubikmeter schaut ja schon viel harmloser aus, nicht wahr?
    Also durchschnilltich braucht amn in den USA so etwa 10.000 Kubikmeter Wasser pro Frack.

    2 Das klingt viel, aber das gesamte Wasser, das derzeit in den USA für Bergbau, Öl- und Gasförderung gebrauchtr wird, macht nur ca. 1 % der gesamten Wasserverbrauchsmenge aus:
    Hydraulic Fracturing Water Usage

    3. In den wasserärmsten gebieten deutschlands beträgt die jährliche Niederschlagsmenge ca. 500 mm pro Jahr. Nun muss man wissen, dass 1 mm Niederschlag/ Quadrtameter ein Liter ist. Pro Quadratmeter sind das also 600 Liter.
    Nun nehmen wir mal einen durchschnittlichen Bauernjof. Der hat eine Ackerfläche von etwa 25 Hektar. 1 Hektar hat 100 x 100 = 10.000 Quadratmeter. Insgesamt also 10.000 x 25 = 250.000 Quadratmeter.
    1 Millimeter Niederschlag auf dieser Fläche sind also 250 Kubikmeter.
    Der gesamte Niederschlag eines Jahres sind demnach 250 x 600 = 150.000 Kubikmeter, genug für 15Fracks. Diese 25 Hektar sind eine sehr bescheidene Fläche: Gerade mal 500 x 500 Meter ist die groß, man kann in 5 Minuten(!) quer durchgehen.

    Würde man alle 1000 Meter ein Loch bohren und einmal jährlich fracken, würde man dazu 10 Millimeter des jährlichen Niederscchlags verbrauchen, das sind rund 1,2 % des durchschnittlichen jährlichen Niederschlags in Deutschland.

  65. Fracknation habe ich vor Wochen als torrent heruntergeladen. Heute immer noch nur eine Version im Netz zu finden…