Warum Modelle nicht glaubwürdig sind

20. Februar 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel

kuhaEinen interessanten Beitrag, der sich mit der Verlässlichkeit von Vorhersage-Modellen beschäftigt, schrieb kürzlich der Herausgeber von Machine Design.com. In Anbetracht der Finanzkrise und des totalen Versagens von mathematischen Modellen, diese vorherzusehen, sagte der von ihm interviewete Spezialist für Risikomodelle Dr. Huibert Groenendahl kluge Sätze wie diese:

“Beim Erstellen von Riskomodellen  benutzt man eine Menge Statistik weil man von der Vergangenheit lernen will. Das ist gut, wenn die Vergangenheit wie die Zukunft ist, kann einem aber ansonsten eine falsche Sicherheit vortäuschen…

…Die Methoden (zur Risikovorhersage) gehen zurück auf historische Daten. Eine kritische Annahme ist dabei, dass man über die Vergangenheit die Zukunft voraussagen könne. Ich glaube im Fall von Immobilien war zu viel Glaube daran vorhanden, dass vergangene Trends sich fortsetzen würden…

…Nach unserer Erfahrung haben die Menschen grenzenloses Vertrauen in ihre historischen Daten. Das Problem gibt es nicht einzig im Finanzsektor …

…Wenn wir mit Menschen an Modellen arbeiten dann warnen wir sie, dass Modelle lediglich Werkzeuge darstellen…

…Man muss sich Gedanken über die Annahmen für ein Modell machen. Modelle können einem helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Aber man muss skeptisch bleiben…”

Auf die Frage ob er glaube, dass die Finanzanalysten jetzt ihre Jobs verlieren, gab er lachend zurück:

“…Ich habe das Gefühl ihnen wird es gut ergehen. Wenn du eine Bank bist und das gesamte Risikoanalyse-Team rauswirfst, würde das nicht sehr positiv beurteilt…”

Auch zur Qualität von mathematischen Modellen zur Klimavorhersage hatte der Experte eine eindeutige Meinung

“… Beim Klimawandel ist es ähnlich wie mit der Finanzkrise. Man kann keine echten Experimente machen, wie man es würde wenn man eine Theorie in der Physik bestätigen wollte. Das bedeutet die Skepsis sollte zunehmen…”

Die abschließenden Worte des Autors fanden indes noch eine weitere Analogie:

Man möchte hinzufügen dass es hier noch eine weitere Parallele gibt. Es ist zweifelhaft, dass irgendjemand jemals wegen Fehler in einem Klimamodell gefeuert wird.

Dieses Interview bestätigt wieder einmal das, was man eigentlich schon immer vermutet hatte. Wie soll man mit Hilfe von Modellen in der Lage sein, das Klima in 100 oder neuerdings auch schon in 1000 Jahren vorherzusehen? Weil man die Annahmen für ein solches Modell nicht im geringsten verstanden hat, ist man ja noch nicht einmal in der Lage, das Wetter für die nächsten drei Tage halbwegs präzise zu kennen.

Und mit Hilfe von Vorhersagen von solch zweifelhafter Qualität wird in Deutschland und Europa Politik gemacht. Politik, die Milliarden von Euro vernichtet und zu Entscheidungen führt, die immer teuer, oft nutzlos und manchmal selbst umweltschädigend sind. Die verantwortlichen Politiker und Wissenschaftler werden aber sicher nicht für diese Schäden haftbar gemacht. Die Zeche zahlen am Ende immer die  Bürger.

Zuerst erschienen auf Readers-Edition am 20. 02. 2009

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

Schreibe einen Kommentar