Was nicht passt wird passend gemacht – ESA korrigiert Daten zum Meeresspiegel

13. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Der “Environmental Satellite” (Envisat) ist so etwas wie das Prunkstück der European Space Agency (ESA). Der 8 Tonnen schwere Umweltsatellit stellte die größte Nutzlast dar, die jemals mit einer Ariane Rakete ins All befördert wurde und ist mit 2,3 Milliarden Euro auch der bislang teuerste Satellit der ESA.

Zu den Aufgaben dieses Satelliten gehört unter anderem die Vermessung der Ozonschicht, der Eisbedeckung, die Dokumentation von Vulkanausbrüchen und die Vermessung des Meeresspiegels. Allerdings hat die Auswertung letzterer Daten bislang zu Ergebnissen geführt, die weder mit den Aussagen eines beschleunigten Meeresspiegelanstiegs, noch mit den Messungen der amerikanischen Jason Satelliten in Einklang standen.

Anstieg durch “Datenankorrektur” verfünffacht

Der von Envisat gemessenen Anstieg des Meeresspiegels betrug im Zeitraum von Ende 2003 bis Ende 2011 lediglich 0,48 mm/Jahr, was 4,8 cm in 100 Jahren entsprechen würde. Die Messungen des Jason-1 Satelliten haben für den gleichen Zeitraum einen Anstieg von 2,05 mm pro Jahr gefunden. (Bitte beachten Sie, dass die folgenden Darstellung zum Vergleich der Absolutwerte normiert sind. Die aus den Ergebnissen resultierenden Steigungen des Meeresspiegels bleiben davon unberührt.)

Um diesem Umstand zu begegnen wurden bei der ESA bereits im letzten Jahr Methoden diskutiert, wie man die Envisat Daten rechnerisch an die Ergebnisse der Messungen der Jason Satelliten angleichen kann. Diese Anpassung wurde jetzt beim Umstellen auf die neueste Version der Envisat Daten (Version 2.1) offensichtlich vorgenommen. Aus dem bisherigen minimalen Anstieg von 0,48 mm/Jahr wurde dadurch quasi über Nacht ein Anstieg von 2,32 mm/Jahr. Wer nach einer Begründung für diese Maßnahme sucht, der wird auf der Aviso-Homepage unter “Processing and corrections”  fündig. Dort heißt es: “sign of instrumental correction (PTR) corrected via external CLS input (impact of +2 mm/year drift)” Man hat also einen Abgleich an externen Daten vorgenommen. Es findet sich allerdings kein Wort dazu, was für Daten das sind oder welcher Umstand diesen radikalen Eingriff notwendig gemacht hätte.

Was weiter auffällt ist, dass in der neuen Version (2.1) nicht nur eine deutlich größere Steigung zeigt, sondern dass sie jetzt bis ins Jahr 2002 zurückreicht (die bisherige Version begann Ende 2003). Man scheint also nicht nur befunden zu haben, dass der bisher gefundene Anstieg deutlich zu niedrig war, sondern hat allem Anschein nach außerdem noch “alte Daten” wiederentdeckt.

Laufende Anpassungen nach oben

Anpassungen dieser Art sind in der noch jungen Geschichte der Satelliten-Altimetrie nichts ungewöhnliches. Wobei man sich im jeweiligen Fall durchaus die Frage stellen muss, ob die vorgenommenen Korrekturen nun die Wirklichkeit besser widerspiegeln, oder ob sie vorgenommen werden, damit die Ergebnisse besser zu einer vorgefertigten Meinung passen. Dieser Verdacht kann einem nämlich durchaus kommen, wenn man die Zahlreichen Korrekturen etwa beim amerikanischen Programm zur Meeresspiegelmessung mit Satelliten betrachtet. Dieses Begann im Jahr 1992 mit dem TOPEX/Poseidon Satelliten.

In einer im Jahr 2000 publizierten Veröffentlichung (G. Menard, 2000. “Satellite-based altimetry reveals physical ocean.” MEDIAS Newsletter, Vol. 12, pp. 9-17) wurden die Ergebnisse der Messungen von Oktober 1992 bis April 2000 dargestellt. Der Verlauf war mehr oder weniger flach, lediglich durch den im El Nino 1997/98 kam man damals rechnerisch auf einen Anstieg von einem Millimeter pro Jahr.

 

Als die gleichen Daten dann im Jahr 2003 erstmals auf der Internetseite AVISO (Archiving, Validation and Interpretation of Satellite Oceanographic data) vorgestellt wurden, stellte sich das Bild sich bereits anders dar.

 

“Wir mussten das machen, ansonsten hätten wir ja keinen Anstieg”

Offensichtlich waren die Daten jetzt mit einem Trend versehen worden, so dass sich ein Anstieg von 2,3 mm pro Jahr ergab. Der schwedische Ozenaograph Nils-Axel Mörner der von 1999 bis 2003 Präsident der INQUA-Kommission zur Meeresspiegelveränderung und Küstenentwicklung war, schrieb  hierzu in 21st Century Science & Technology:

“Als die Satelliten-Altimetrie-Gruppe feststellte, dass der Anstieg im Jahr1997 ein ENSO-Signal war und sie den Trend bis 2003 fortführten, stießen sie auf ein Problem. Es war kein Anstieg des Meeresspiegels sichtbar und daher musste eine “Re-Interpretation” vorgenommen werden.”

“When the satellite altimetry group realized that the 1997 rise was an ENSO signal, and they extended the trend up to 2003, they seemed to have faced a problem: There was no sea level rise visible, and therefore a “reinterpretation” needed to be undertaken.”

Laut Mörner blieb es damals unklar, wie genau dieser neue Trend rechnerisch zustande kam, die Satelliten-Altimetrie-Gruppe hätte nicht genauer spezifiziert, welche Art von “Korrekturen” im Detail vorgenommen worden wären. Mörner zitiert in seinem Text ein Mitglied der britischen IPCC Delegation mit den Worten:

“Wir mussten das machen, ansonsten hätten wir ja keinen Anstieg”

“We had to do so, otherwise there would not be any trend.”

Der Trend wird immer weiter nach oben korrigiert

Und auch nach diesem “großen Wurf” gingen die “Anpassungen” munter weiter. Zu welchen Resultaten das führte soll im Folgenden erläutert werden. Betrachten wir zunächst die Entwicklung des Meeresspiegels nach Messungen der Satelliten Toppex/Poseidon, sowie Jason-1 und Jason-2, wie sie auf der Homepage der University of Colorado dargestellt wird.

 

Man erkennt deutlich, dass der Anstieg bis etwa 2005 ziemlich gleichförmig verlief und sich die Geschwindigkeit des Anstiegs seitdem verlangsamt hat. Man sollte also annehmen, dass der resultierende Anstieg über den gesamten Zeitraum daher seit 2005 tendenziell rückläufig sein sollte. Allerdings ist ziemlich genau das Gegenteil der Fall. Lag der aus den Daten errechnete Anstieg über den bis dahin gemessenen Gesamtzeitraum bei 2,9 mm/Jahr, lag er 2008 trotz der offensichtlichen Stagnation von 2006 bis 2008 bei 3,3 mm/Jahr. Und trotz des Umstands dass der Anstieg sich von 2008 bis 2012 weiter deutlich unter dem Niveau der 90er Jahre befindet beträgt der errechnete Anstieg seit 1992 heute 3,1 mm/Jahr. Die Entwicklung des Anstiegs von 2004 bis 2012 ist in nachfolgender Tabelle dargestellt.

Jahr Anstieg [mm] Fehler [mm]
2004 2,8 0,4
2005 2,9 0,4
2006 3,2 0,4
2007 3,2 0,4
2008 3,3 0,4
2009 3,2 0,4
2010 3,1 0,4
2011 3,1 0,4
2012 3,1 0,4

Um zu verstehen, wie es zu diesem vermeintlichen Widerspruch kommt muss man sich die Daten aus den jeweiligen Jahren etwas genauer ansehen. Leider gibt es auf der Homepage der University of Colorado kein Archiv, aus dem man die Daten der vorherigen Jahre beziehen könnte. Aber da das Internet bekanntlich nie etwas vergisst und es nützliche Seiten wie die WaybackMachine gibt, lassen sich die entsprechenden Daten auch nachträglich bis 2004 zurückverfolgen. Die Daten für die Jahre 2004 bis 2012 sind in der folgenden Grafik vergleichend dargestellt.

Man erkennt auf den ersten Blick, dass an den Daten laufend Korrekturen vorgenommen wurden. Interessant ist dabei, dass diese Anpassungen allesamt in eine Richtung weisen, und zwar hin zu einem immer größeren Anstieg des Meeresspiegels. Man gewinnt fast den Eindruck, dass in den letzten Jahren immer weiter “angepasst” wurde, um den Gesamtanstieg über der magischen Grenze von drei Millimeter pro Jahr zu halten. Das Ganze wird noch deutlicher, wenn man die sich ergebende Steigung im zeitlichen Verlauf für die Unterschiedlichen Versionen grafisch darstellt.

Über die Jahre lässt sich so ein “schleichender” Prozess von immer neuen Korrekturen und Anpassungen feststellen. Man kann also festhalten, dass die Rohdaten der Meeresspiegelmessungen einen eher flachen Verlauf mit einem Anstieg im Bereich von 0,5 bis 1 Millimeter pro Jahr zeigen. Nur durch zahlreiche Korrekturen, die auf Annahmen beruhen die nicht weiter ausgeführt werden, ergibt sich der “offizielle” Wert von zur Zeit 3,1 mm pro Jahr.

Beschleunigt sich der Anstieg des Meeresspiegels?

Wobei diese Zahl einen durchaus stutzig machen kann. Wenn man sich die verfügbaren Pegeldaten aus der ganzen Welt ansieht (Permanent Service for Mean Sea Level PSMSL, hier eine Liste der NOAA mit Stationen längerer Messhistorie und den zugehörigen Trends), hat man Schwierigkeiten, überhaupt Stationen zu finden, an denen ein ähnlich hoher Wert für den Meeresspiegelanstieg gefunden wird. Jetzt sollte aber der von den Satelliten gemessene Wert, wenn er denn sinnvoll ist, in erster Näherung den Durchschnitt der globalen Messtationen repräsentieren.

Der Versuch einen solchen Durchschnitt zu ermitteln wurde bislang von verschiedenen Autoren mithilfe unterschiedlicher Methodiken unternommen. Die gefundenen Werte bewegen sich alle im Bereich zwischen 1-2 mm Anstieg pro Jahr (10-20 cm in 100 Jahren). Keiner der Autoren sah auch nur annähernd Werte, welche den 3,1 mm/Jahr der Satelliten auch nur nahe kamen.Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Arbeiten.

 

Autor(en) Jahr Abgeschätzter globaler Anstieg des Meeresspiegels [mm/Jahr] Anzahl der Messstationen Link zur Arbeit
B. C. Douglas 1997 1,8 ± 0,1 24 http://www.springerlink.com/content/p364381652174757/
D.A. Burton 2001 1,84 – 1,91 http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0074614201800073
Church et al. 2006 1,7 ± 0,3 15 http://naturescapebroward.com/NaturalResources/ClimateChange/Documents/GRL_Church_White_2006_024826.pdf
IPCC 2007 1,8 ± 0,5 http://www.ipcc.ch/publications_and_data/ar4/wg1/en/ch5s5-5-2.html
S. J. Holgate 2007 1,75 ± 0,16 9 http://www.joelschwartz.com/pdfs/Holgate.pdf
D.A. Burton 2010 <1,2 159 http://www.burtonsys.com/climate/global_msl_trend_analysis.html
Church et al. 2011 1,7 ± 0,2 290 http://www.springerlink.com/content/h2575k28311g5146/fulltext.pdf

 

Nun könnte man annehmen, dass sich der Anstieg der Meeresspiegel im 20. Jahrhundert eben beschleunigt hat (was schließlich auch von IPCC-nahen Autoren suggeriert wird). Eine (wenn auch geringe) Beschleunigung wurde in den Arbeiten von Church et al. (2006 und 2011) schließlich auch gefunden. Allerdings schreiben die Autoren selbst, dass andere Autoren bisher eine solche Beschleunigung nicht sehen konnten (“no 20th century acceleration has previously been detected”). Interessant ist auch zu erwähnen, dass Holgate (2007) genau das Gegenteil gefunden hat, nämlich dass der Anstieg zwischen 1904 und 1953 mit 2,03 mm pro Jahr größer war, als in der Zeit von 1954 bis 2003 mit dann 1,45 mm pro Jahr.

Modelle statt Messungen?

Zusammenfassend kann man wohl sagen, dass die Ermittlung des exakten Wertes der Veränderung des Meeresspiegels eine hochkomplexe Aufgabe darstellt, bei der man abhängig von den gewählten Daten und der verwendeten mathematischen Korrekturen und Modelle zu gänzlich unterschiedlichen Schlüssen kommen kann. Eine gute Beschreibung der Situation findet sich in dem äußerst lesenswerten Essay des 2004 verstorbenen Skeptikers John Daly (dessen Tod, wie manche sich vielleicht erinnern, vom damaligen CRU Chef Phil Jones als ” aufheiternde Neuigkeiten” (“cheering news”) bezeichnet wurde).

“Es wurde der Weltöffentlichkeit, den Medien und den politischen Entscheidern immer der Eindruck vermittelt, dass der Anstieg der Meeresspiegel von 18 cm im vergangenen Jahrhundert eine gemessene Größe wäre, die nicht zur Diskussion stünde. Was größtenteils nicht bekannt ist, ist der Umstand, dass diese Größe in weiten Teilen das Produkt von Modellen, und nicht von Messungen ist, und daher sehr wohl diskussionswürdig, ganz besonders da die Meeresspiegeldaten in vielen Teilen der Welt nicht den IPCC Annahmen entsprechen.”

“The impression has been conveyed to the world’s public, media, and policymakers, that the sea level rise of 18 cm in the past century is an observed quantity and therefore not open to much dispute. What is not widely known is that this quantity is largely the product of modeling, not observation, and thus very much open to dispute, especially as sea level data in many parts of the world fails to live up to the IPCC claims.”

Die 3 Millimeter müssen gehalten werden

Wenn man die Entwicklung der Trends bei den Satellitendaten in den letzten 10 Jahren betrachtet, dann drängt sich einem der Eindruck auf, es soll nach Kräften verhindert werden, dass die publizierten Daten unter einen Wert fallen, der dann nicht mehr als besorgniserregend wahrgenommen würde. Kaum anders ist es zu erklären, dass die Satellitenmessungen der University of Colorado trotz des seit mittlerweile fast 7 Jahre andauernden Rückgangs des Anstiegs unvermindert hohe Werte von über 3 mm Anstieg pro Jahr angeben.

Und auch die aktuell bei den Daten des europäischen Envisat Projektes vorgenommenen Korrekturen folgen nicht nur dem altbekannten Schema, dass diese Maßnahmen ausnahmslos in eine Richtung weisen, und zwar zu höheren Werten. Auch die Begründung, welche die Wissenschaftler anbieten trägt mehr zur Verschleierung bei, als dazu aufzuklären, warum ein so fundamentaler Eingriff in die Daten vorgenommen werden musste.

Was bleibt ist der Eindruck, dass hier Daten systematisch “schöngerechnet” werden. Schließlich steht der nächste Zustandsbericht des Weltklimarates (IPCC) für das Jahr 2014 an. Und dieser kann seine volle Wirkung nur entfalten, wenn alles sich noch viel schlimmer darstellt, als man im letzten Report 2007 bereits gesichert wusste. Ein seit Jahren langsamer werdender Anstieg des Meeresspiegels wäre hierzu ganz sicher nicht hilfreich.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

44 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Ich nehme mal an, Du hast diesen Artkel gelesen.

  2. @ Krishna

    Ja, den Beitrag habe ich gelesen. Ich glaube allerdings erst einmal nicht, dass die jetzigen Probleme mit dem Satelliten und die “Datenanpassung” irgendwie zusammenhängen. Schließlich hat die ESA in dieser Präsentation bereits im letzten Jahr auf die Diskrepanz zwischen Envisat und Jason-1 hingewiesen und eine Methode vorgestellt, wie man diese “herausrechenen” kann. Und das haben sie jetzt wohl offensichtlich getan.

  3. In dieser Grafik von Steve Goddard wird dargestellt, dass die Daten über den gesamten Zeitraum stark korrigiert wurden. Das ist sicher kein “Problem”, dass in jüngster Vergangenheit entstanden ist.

  4. Esa hat Kontakt zu Satellit “Envisat” verloren Enviasat hat wohl etwas gravierendere Probleme als nur die einer “Anpassung” …

  5. @ Krishna #4

    Tja, das gute Stück ist ja mittlerweile auch schon doppelt so lange in Betrieb als ursprünglich geplant. Die haben ihn im Oktober 2010 bereits in einen niedrigeren Orbit geschickt, damit er weniger Treibstoff verbraucht und noch bis 2013 durchhält. Wollen wir hoffen, dass man ihn wieder reanimiert bekommt.

  6. @Rudolf

    …..bitte mal in der Headline des Artikels das „korigiert” korrigieren.

    [Uuups… Danke! Ist korrigiert.]

  7. Schöner Artikel.

  8. Der Artikel zeigt doch ganz deutlich, was von dieser messerei zu halten ist. Nichts!

    Schon messtechnisch ist diese messerei völliger Unfug. 0,X mm will man gemessen haben. Lachhaft.

    Diese Eseleien sind nicht nur völlig unbrauchbar, sie kosten auch unser Steuergeld!

  9. Derart genaue Längenmessungen würde ich nicht von vornherein ausschließen, wobei in diesem Falle die Stabilität der Meßstrecke oder die Meßungenauigkeiten schon interessant wären. (Beispielsweise wird gern über Zehntelkelvin disputiert -- bei täglichen Temperänderungen von locker 20 K und mehr.)
    Wissen Sie übrigens, was Sie jährlich so an Steuern “abdrücken”, was Mutti Staat damit macht und wieviel davon in die Grundlagenforschung geht? Viel zu wenig -- meine Meinung. :)

  10. @kipp
    Mit wem von den beteiligten Wissenschaftler haben Sie denn gesprochen, um diese Punkte zu klären?

  11. Haha wie Geil, Georg hat wieder was zu mäkeln gefunden. Zum Thema mag oder vermag er sich nicht zu äußern, da wird doch lieber der Autor angegangen.
    Armutszeugnis.

  12. @ Rudolf # 164

    Der Begriff Energiewende ist gewissermaßen abstrakt. Strom wird teuer, das merken die Menschen schon, doch greift es kaum ins tägliche Leben ein. Anders bei der Verkehrswende, das bekommen sie unmittelbar jeden Tag zu spüren. Ich denke auch, das wird noch lustig.

    Ich hatte schon in einem anderen Kommentar eine Bemerkung von Hans Peter Stihl, ehemaligen Chef des gleichnamigen Kettensägenherstellers und Ex-Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstags verlinkt, der sagte:

    Herzensanliegen der grünen Partei zu widmen, den Verkehr so stark wie möglich zu behindern.

    Und was den Grünen eine Herzensangelegenheit ist, dem werden sich die anderen Parteien, CDU/SPD vor allem, nicht verschließen, sondern in gewohnter Manier als eigene Ideen anpreisen.

    [Doppelt gemoppelt! in einem anderen Artikel versehentlich gepostet . QQ]

  13. Klasse Artikel Herr Kipp. Zeigt es doch einmal mehr, dass jedes Mittel recht ist, um den mickrigen Meeresspiegelanstieg weiter als Katastrophe verkaufen zu können. Komisch nur, ich wohne direkt am Meer, aber irgendwie will sich bei mir keine “Untergangsstimmung” deswegen einstellen ;-)

    karl.s

  14. #11. Karl Rannseyer

    Haha wie Geil, Georg hat wieder was zu mäkeln gefunden. Zum Thema mag oder vermag er sich nicht zu äußern, da wird doch lieber der Autor angegangen.
    Armutszeugnis.

    moin Karlchen,

    war auch nix anderes zu erwarten.

    karl.s

  15. @ Georg Hoffmann #10

    Zunächst einmal habe ich mich auf der Homepage der ESA umgesehen, um von dort mehr über die aktuelle Datenanpassung zu erfahren. Die Informationen darüber lassen sich in einem Wort zusammenfassen. Null. Die einzigen Informationen, die ich zu dem Fall finden konnte, waren über Aviso verfügbar (siehe Link im Text). Ich habe daraufhin eine Anfrage an die ESA über deren Kontaktformular und an die E-Mail-Adresse media@esa.int versandt, mit der Bitte die Hintergründe für die Korrekturen genauer zu spezifizieren.

    Was die Informationspolitik der ESA angeht scheine ich ein etwas anderes Verständnis zu haben, als Sie. Die Ermittlung des Anstiegs des Meeresspiegels ist schließlich nicht eine Frage, die nur einen kleinen Kreis von Akademikern interessiert. Es handelt sich um eine Frage, die auch eine nicht unerhebliche politische Brisanz in sich trägt. Hier eine Änderung vorzunehmen, die die bisherigen Ergebnisse auf den Kopf stellt, würde aus meiner Sicht durchaus eine ausführliche Erläuterung erforderlich machen.

    Es würde mich sehr freuen, hier eine Stellungnahme eine verantwortlichen Wissenschaftlers zu bekommen. Sollten Sie über entsprechende Kontakte etwa beim CNES beim CLS oder bei der ESA verfügen, können Sie dort vielleicht einmal nachfragen. Wenn sich daraus eine “Gegendarstellung” zu dem von mir geschriebenen ergibt, bin ich gerne beriet, diese hier ebenfalls zur Diskussion zu stellen.

  16. Vielleicht noch ein Nachtrag zu #15. Wie beim BBC berichtet wird, sucht die ESA momentan händeringend nach einer Finanzierung für den Envisat-Nachfolger Sentinel. Die EU hätte die Finanzierung wegen der Unklaren Budgetsituation 2014-2020 auf Eis gelegt. Einem könnte jetzt also durchaus der Verdacht kommen, dass die ESA jetzt gerne Ergebnisse liefern möchte, welche für die EU politisch brauchbarer sind. Und ein schneller steigender Meeresspiegel ist für die Bemühungen der EU, weitere Einschränkungen der Wirtschaft im Rahmen einer “Klimapolitik” durchzusetzen sicherlich nützlicher, als eine quasi-Stagnation seit 2004.

    Das sind natürlich Mutmaßungen. Allerdings kann man nicht behaupten, dass die Informationspolitik der ESA geeignet ist, solchen Spekulationen in irgendeiner Form den Wind aus den Segeln zu nehmen. So wie sich die Situation für mich darstellt, hat die aktuelle Datenanpassung zumindest ein deutliches “Geschmäckle”.

  17. @Kipp
    “Was die Informationspolitik der ESA angeht scheine ich ein etwas anderes Verständnis zu haben, als Sie. ”

    Aus der kurzen Frage, mit wem Sie zu den Fragen hier gesprochen haben, leiten Sie mein Verstaendnis der Informationspolitik der ESA ab? Pas mal.

    Die Antwort ist also: Mit niemanden. Das ist nicht weiter schlimm. Schliesslich bloggen Sie ja nur ein bisschen.
    So technische Fragen, wie die Ihren hier, werden Sie niemals erschoepfend in Internetauftritten von Instituten geklaert bekommen. Dafuer gibt es die Paper einerseits und natuerlich persoenliche Erlaeuterungen, der beteiligten WIssenschaftler.
    Beides haben Sie hier anscheinend nicht versucht.

    Aber natuerlich ist die ESA mit in der grossen Verschwoerung drin, die Daten wurden manipuliert, die von der Politik gewuenschten Resultate wurde herbeigezaubert etc etc.
    Uebrigens: “Ok, ich hab Paranoia, aber das heisst ja nicht, dass sie nicht doch hinter mir her sind.”

    PS Ich werde mal nachfragen zu der letzten Korrektur. Schaun mer mal.

  18. @ Georg Hoffmann

    Anscheinend ist die Aussage “Das sind natürlich Mutmaßungen” bei Ihnen nicht angekommen. Aber sei es drum, ich bin sehr gespannt auf die Antwort die Sie erhalten.

  19. Kann mir jemand der hier versammelten Koryphaeen mal bitte erklaeren, wie eine Messung ohne Modell moeglich sein soll? Diese Ideen ueber “Messungen” und “Modelle”, die auf Seiten wie dieser immer vorkommen, sind an Naivitaet kaum zu ueberbieten. Als sei irgendeine physikalische Groesse von Interesse direkter unvermittelter Quantifizierung zugaenglich… Mein Quecksilberthermometer draussen am Fenster beruht auf einem (ziemlich einfachen) Modell. Oder gelingt es dem Quecksilber irgendwie auf magische Weise, direkt die Waermebewegung der Molekuele dem Beobachter zu vermitteln? Wenn ich irgendeine Laenge praezis messen moechte und nicht die moegliche Temperaturausdehnung des Massstabes beruecksichtige, dann bin ich auesserst nachlaessig. Und was brauche ich, um das zu vermeiden: ein Modell! Oder wenigstens ein Modell, um den Messfehler abzuschaetzen. Oh, Schreck! Wenn ich auf Modelle verzichte, dann kann ich Messen (nicht nur in der Wissenschaft) voellig sein lassen. Und dann sind wir ja wirklich viel weiter…
    Leute, macht euch mal die Muehe und schaut euch mal ein wenig metrologische Arbeiten an -- eine der langweiligsten und pedantischsten Disziplinen -- aber wer glaubt, Kalibrierung, Kreuz-Kalibribrierung zwischen verschiedenen Instrumenten, Fehlerabschaetzung, Analyse der Messunsicherheit und von Bias etc. sei alles eine grosse Verschwoerung, um das wirkliche Geschehen zu vernebeln, hat wirklich null, zero, niente Ahnung von der wissenschaftlichen Praxis.

  20. @ TPW #19

    Anders als Sie hier so salopp annehmen, ist das was Sie schreiben, nämlich dass so ziemlich jede Messung auf Modellannahmen beruht, den meisten hier anwesenden sehr gut bekannt. Dass man Messgeräte kalibrieren muss und dass dafür Referenzen notwendig sind, anhand derer diese Kalibrierungen vorgenommen werden, ist auch völlig klar.

    Darum geht es in diesem Artikel ja auch überhaupt nicht. Was einen stutzig machen kann (und das ist auch Thema dieses Artikels) ist der Umstand, dass sämtliche nachträglichen Korrekturen und Anpassungen in der Klimaforschung durchgängig in die Richtung zeigen, dass man die Effekte bisher unterschätzt hätte und alles nach neuestem Kenntnisstand noch weit dramatischer ist, als bislang angenommen.

    Im vorliegenden Fall wurden zur Kreuzkalibrierung von Envisat allem Anschein nach die Ergebnisse von Jason-1 herangezogen. Und dessen Ergebnisse haben wie gezeigt bereits einige Korrekturen nach oben erfahren, deren Plausibilität zumindest äußerst mangelhaft kommuniziert wurde. Wenn man diese Ergebnisse jetzt quasi als Goldstandard heranzieht, um neuere Messgeräte ihrerseits zu kalibrieren, dann würde ich erwarten, dass dieses Vorgehen zum Einen wenigstens erklärt wird und dass zum Anderen die bisherigen laufenden Anpassungen von Topex und Jason-1/-2 erläutert werden.

    Was nützt einem schließlich eine Kalibrierung an eine Methode, die selbst Messergebnisse liefert, deren Validität man zumindest in Zweifel ziehen kann.

  21. Lieber Herr Hoffmann.

    Es geht hier um eine politische Diskussion, nicht um ein Schwätzchen unter Kollegen. Es geht vor allem um viel Geld und für solche Investitionen muss eine Begründung geliefert werden. Diese Begründung und auch die Diskussion suind öffentlich in den politischen Medien zu führen und nicht in privaten mails oder Fachjournalen.
    Es geht nicht an, auf der einen Seite Abstracts for Policymakers zu verfassen und andererseits auf den Elfenbeinturm zu verweisen.

    Doch nun zu Ihnen: Es stünde Ihnen besser an, eine Sachdiskussion zu führen. Dass Sie auf eine andere, formale und unsachliche Ebene zu lenken versuchen, interpretiere ich als Hilflosigkeit in der Sache.
    Des weiteren sollten Sie vielleicht bedenken, dass Sie hier beileibe nicht der einzige Akademiker sind -- also geben Sie nicht so an, das wirkt aufgesetzt und infantil.
    Sie sollten sich auch an Medizinern ein Beispiel nehmen: Die Zeiten, in denen der Weißkittel bestimmte, was passiert und der Patient abnickte, was der Herr Doktor von sich gibt, sind schon einige Jahrzehnte vorbei. Inzwischen gibt es die Aufklärungspflicht;vor anstehenden Therapien muss umfassend erläutert werden, was und warum und wie therapiert werden soll.
    Vor diesem Hintergrund sind ‘Anpassungen’ ohne umfassende Erläuterung und validierter Herleitung einfach Kunstfehler. Im Fall der Fälle werden Sie für so was vor Gericht so zusammengefaltet, dass Sie unter der Tür durchpassen. Wohlgemerkt: Zu liefern ist von vorn herein! Ein nachträglicher Beleg auf eine Anfrage, die man vielleicht zu beantworten geruht oder auch nicht, ist ungenügend.
    Es mag sein, dass dies in Ihrem Umfeld noch nicht angekommen ist, aber Sie lernen es auch noch.

  22. Georg,

    es scheint Sie eine allgemeine Unruhe ergriffen zu haben. Da sind Sie ja schon wieder ;-)

    Es gibt keine große Verschwörung ;-) Zufällig glauben ein paar Wahnsinnige ein Märchen vom Peak Oil und dem Klimawandel. Dass es ein Märchen ist ,sieht man an seinen inneren Widersprüchen. Wenn es Peak Oil gibt, gibt es keinen Klimawandel, wenn es einen Klimawandel gibt, wird es keinen Peak Oil geben.

    Lösen Sie diesen antagonistischen Widerspruch ;-)

  23. Auch das noch: Himalaja-Gletscher sind leicht gewachsen
    Oder nehmen die nur Anlauf, also ein paar Schritte zurück, um dann um so schneller abzuschmelzen. Herr Schellnhuber, bitte klären Sie uns auf.

  24. Das passt zum Himalaya ;-)

    Großer Gott,

    gerade im Radio: Die Allergien kommen (nicht die Russen ;-) )

    Grund ???? : Natürlich CO2

    Münchener Forscher fanden heraus, dass CO2 das Wachstum und damit die Pollenproduktion fördert ;-)

    Sowas aber auch ;-) Hängt feuchte Tücher vor die Fenster, wenn es nochmal warm werden sollte ;-)

    Denn die Pollen kommen ;-)

  25. Auch das noch: Himalaja-Gletscher sind leicht gewachsen
    Oder nehmen die nur Anlauf, also ein paar Schritte zurück, um dann um so schneller abzuschmelzen. Herr Schellnhuber, bitte klären Sie uns auf.

    1. 9 Jahre = Wetter
    2. 30 Jahre = Klima
    3. If Rahmstorf or Schellnhuber Goto 4.
    4. Wetter und Klima legen wir beliebig fest.

  26. Ach, das mit Wetter und Klima und Einzelereignissen als Indikatoren hatte ich beim letzten Erdbeben im Hinterkopf.
    Denn da dachte ich mir, dass Klimapropheten genau so gut den Weltuntergang laut Maya-Kalender begründen könnten:
    Hatten wir nicht in Japan ein Erdbeben bisher unbekannter Stärke?
    Und in Südamerika wurde ein neuer Supervulkan entdeckt.
    Jetzt das Erdbeben vor Sumatra, auch von gewaltiger Stärke!
    Der Ätna, Europas grösster Vulkan, ist aktiv geworden, schon 6 mal in diesem Jahr!!
    Die Sonnenflecken verhalten sich ungewöhnlich!!!
    In Japan gab es erst vor ein paar Tagen wieder ein Beben, fast gleichzeitig auch eines in Mexiko!
    Doch das ist nicht alles: In der letzten Woche zeigten 13 Vulkane Änderungen in ihrer Aktivität und bei 4 Vulkanen wurden neue, ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt!

    Nun ist das natürlich kein eindeutiger Beweis, es könnte auch Zufall sein. Aber wir sind ja auch noch am Anfang des Jahres un selbst wenn die Zahl vielleicht nicht signifikant zugenommen hat, ist doch die ausserorentliche Stärke bemerkenswert, oder umgekehrt.
    Ich finde,diese Hinweise sind deutlich genug, um mit berechtigter Sorge in die Zukunft zu blicken und auch ohne letzte Beweise Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Dies bestätigt auch Roland Emmerich, dessen Institut für Kinofolgenforschung ja bereits vor längerer Zeit eine sehr eindrucksvolle Modellsimulation präsentiert hat.

    Deutschland muss handeln und als Vorreiter die Welt aufrütteln und zur Nachahmung anregen!
    Wir müssen uns das Ziel setzen,die Zahl der Menschenopfer, die die Götter besänftigen, bis Mai um 40%,und bis September auf 85% zu erhöhen. Gleichzeitig muss der Bau von Opfertempeln besser gefördert werden, nicht zuletzt, weil dadurch viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden und bald auch gewinnbringende Exporte möglich sind.

  27. Ich finde, das ist ein großes Lob von Herrn Hoffmann:

    Die Antwort ist also: Mit niemanden. Das ist nicht weiter schlimm. Schliesslich bloggen Sie ja nur ein bisschen.
    So technische Fragen, wie die Ihren hier, werden Sie niemals erschoepfend in Internetauftritten von Instituten geklaert bekommen. Dafuer gibt es die Paper einerseits und natuerlich persoenliche Erlaeuterungen, der beteiligten WIssenschaftler.
    Beides haben Sie hier anscheinend nicht versucht.

    Er liest hier offensichtlich mit der Erwartungshaltung, mit der man sonst nur professionellen Leitmedien gegenübertritt. Von unserem Freizeitblog erwartet er eine Recherche wie von einem Berufsjournalisten, der damit seinen Lebensunterhalt bestreitet. Offensichtlich haben wir uns qualitativ so weit entwickelt, daß unsere Leser uns das nicht nur zutrauen, sondern auch einfordern, weil wir eine Referenz geworden sind.

    Das finde ich toll.

  28. @Tritium

    Dies bestätigt auch Roland Emmerich, dessen Institut für Kinofolgenforschung ja bereits vor längerer Zeit eine sehr eindrucksvolle Modellsimulation präsentiert hat.

    …..so so, der Emmerich, und ich war der Meinung, dass Erich von Däniken jetzt das PIK leitet.

  29. @Tritium #26

    Hatten wir nicht in Japan ein Erdbeben bisher unbekannter Stärke?
    Und in Südamerika wurde ein neuer Supervulkan entdeckt.
    Jetzt das Erdbeben vor Sumatra, auch von gewaltiger Stärke!
    Der Ätna, Europas grösster Vulkan, ist aktiv geworden, schon 6 mal in diesem Jahr!!
    Die Sonnenflecken verhalten sich ungewöhnlich!!!
    In Japan gab es erst vor ein paar Tagen wieder ein Beben, fast gleichzeitig auch eines in Mexiko!
    Doch das ist nicht alles: In der letzten Woche zeigten 13 Vulkane Änderungen in ihrer Aktivität und bei 4 Vulkanen wurden neue, ungewöhnliche Aktivitäten festgestellt!

    Gewiß handelt es sich hier um GAGA (garantiert anthropogene geologische Aktivität). Schuld ist natürlich niemand anderes als die Erdölkapitalisten, die rücksichtslos auf der Suche nach dem schnellen Dollar in Gäas Haut herumbohren — jetzt kommt noch das Fracking hinzu —, bis diese allergisch mit Schüttelfrost (Erdbeben) und Ausschlag (Eruptionen) reagiert. Mit Menschen- und Ziegenopfern ist es nicht getan: nur ein sofortiger Stop aller Grabungs- und Bohrungstätigkeit kann helfen.
    Als Übergangsmaßnahme schlage ich einstweilen einen Handel mit Erdzertifikaten vor, um die industrielle Penetration der Erdkruste künstlich zu verteuern und so einzuregeln.

    (Das ist selbstverständlich optimistisch gedacht, d.h. in der Annahme, daß die Welt nicht im Dezember untergeht. Daß der Majakalender nicht mehr weitergeht, ist doch unerheblich, denn es gibt ja schon seit Jahrhunderten keine Maja mehr…)

  30. @Heller
    “Er liest hier offensichtlich mit der Erwartungshaltung, mit der man sonst nur professionellen Leitmedien gegenübertritt. Von unserem Freizeitblog erwartet er eine Recherche wie von einem Berufsjournalisten, der damit seinen Lebensunterhalt bestreitet. Offensichtlich haben wir uns qualitativ so weit entwickelt, daß unsere Leser uns das nicht nur zutrauen, sondern auch einfordern, weil wir eine Referenz geworden sind.”

    Na ich dachte bevor man jemanden mit wilden Verdaechtigungen und Anschuldigungen ueberzieht, koennte man ja mit demjenigen gesprochen haben oder ueberhaupt mal eine Recherche gemacht haben, die das Wort verdient. Das hat eigentlich weniger mit der Professionalitaet eines Journalisten zu tun sondern eher mit den kleinen Satz von Anstandsregeln, mit denen einen die Eltern ausstatten.
    Aber ich wundere mich ueber nichts mehr.

  31. Lieber Herr Kipp,
    leider ist mein Kommentar von gestern verschwunden, ich hatte wohl auf die falsche Taste gedrückt.
    1. Wir möchten gern übernehmen!
    2. Da ich mich seit Jahren mit der Qualität der MSP Daten beschäftige hier zwei Kommentare führender Spezialisten auf diesem Gebiet wie z.B. Douglas [Douglas, 1994] . Der berichtet von , z.B. Barnett (1984), Emery and Aubry (1991) Pirazzoli (1993) zu der Überzeugung gekommen sind, dass “the determination of a single sea-level curve of global applicability is an illusory task.” sei.
    Mit der Kenntnis der genauen Geoid-Form der Erde, den daraus erkennbaren Bergen und Tälern der Meere, selbst auf offener See, wo in nicht so ferner Nachbarschaft viele Meter Höhenunterschied auf der Meeresoberfläche gemessen werden, kommen neue bisher unbekannte Einflussgrößen hinzu. Diese Erkenntnisse fassen Cazenave et al. [Cazenave, 2004]in die Worte: „…for the past 50 years, sea- level trends caused by change in ocean heat storage also show high regional variability,” ….“..has led to questions about whether the rate of 20th-century sea-level rise, based on poorly distributed historical tide gauges, is really representative of the true global mean.123” Und konsequent führen sie etwas später aus, dass unabhängig von den vielen neuen Instrumenten und Techniken, die jetzt eingesetzt werden können, um das gesuchte Signal der globalen Erwärmung im im GMSL zu finden: “these tools seem to have raised more questions than they have answered.
    Wie wahr!
    mfG
    M.L.

  32. Hallo Herr Limburg,

    sehr gerne dürfen Sie übernehmen.

    Herzliche Grüße,
    Rudolf Kipp

  33. Herr Hoffmann,

    Sparen Sie sich Ihre billige Polemik.
    Das sind keine ‘wilden Verdaechtigungen und Anschuldigungen’, sondern die Aufdeckung offensichtlicher Mängel.
    Herleitung und Validierung von ‘Anpassungen’ sind nun einmal eine Bringschuld des Verfassers. Das ist eine wesentliche Forderung der Qualitätssicherung und überall dort, wo es um mehr geht als ein paar Seiten bedruckten Papiers in einem Journal schon seit langem selbstverständlich.
    Wenn Ihnen das nicht geläufig ist, sind Sie schlicht rückständig. Falls Sie mal in die Verlegenheit geraten, einen Arbeitsplatz mit echter Verantwortung zu besetzen, würde Ihnen das sehr schnell beigebracht werden.

  34. @29.Fluminist

    ” denn es gibt ja schon seit Jahrhunderten keine Maja mehr…”
    Kann ich leider nicht bestätigen. Maja aus dem letzten Jahrhunder!!

  35. hey Tritium, haste eigentlich meine mail erhalten?

  36. Ups, muss mal schauen.

  37. Zum Thema “Meeresspiegelanstieg” gibt es einen interessanten Text von Gunnar Heinsohn, geschrieben nach dem letzten IPCC-Bericht (2007).

  38. @ Rudolf Kipp

    Ein guter Artikel, der viele Fragen aufwirft und noch mehr Fragen offen lässt.

    Wie dem Wiki zu entnehmen ist, sollen Jason 1 und 2 die Meeresoberfläche mit einer Genauigkeit von „besser 4 cm“ das messen. Das ist nach Adam Riese, wenn man so ~ rechnen will, eine Fehlermarge von +/- 20 mm. Mir stellt sich hierbei die Frage wie man damit einen Meeresspiegelanstieg von z.B. 2,8 oder 3,1 mm p.a. mit einer Genauigkeit von +/- 0,4 mm messen kann. Da lässt sich innerhalb von einigen Jahren so mancher „Wunsch“ hinter verstecken.

    Ach ja, da ist ja noch die Meeresoberfläche, die sich ständig und nicht kontrollierbar in ihrer Höhe ändert, sei es die Dünung, die sich in Höhe und Sequenz auch ohne Windeinwirkung ständig ändert und das in allen Teilen der Weltmeere. Mit anderen Worten: wenn ich im Abstand von nur max. einer Std. die gleiche Route überfliege erhalte ich ein völlig anderes Ergebnis + oder –, als bei dem vorhergehenden Überflug. Die daraus sich ergebenden „Durchschnittswerte“ sind bestenfalls eine blindgefischte Telefonnummer aus dem Berliner Telefonbuch. Diese, jedem gelernten Seemann bekannte Tatsache, hat sich offenbar noch nicht bis in gewisse Kreise herumgesprochen.
    Es sind dieselben Kreise, die sich bis Mitte der 1990er Jahre strikt weigerten das Vorhandensein von sog. Monsterwellen anzuerkennen und jetzt glauben, diese „Kaventsmänner“ örtlich und zeitlich vorhersagen zu können (selbstredend mit Computer-Modellen). Aber diese Eumel halten sich einfach nicht diese blöden Bechbüchsen ;)

    Interessant ist auch, dass der Altimeter von Jason 2 ein halbes Jahr lang mit den Messdaten von Jason 1 kalibriert wurde. D.h. also, dass evtl. vorhandene Schwächen der Messtechnik (Software) von Jason 1 nach Jason 2 überspielt wurden. Da stellt sich die Frage: Wie und womit wurden die Messwerte von Jason 1 verifiziert? Die gemessenen Höhen dürften dabei völlig Banane sein, vielmehr geht es hier um den postulierten Anstieg des Meeresspiegels. Letztendlich dürfte ja nur ein Anstieg gegenüber den Landmarken (Pegel) relevant sein. Wie sich die Buckel auf den Ozeanen verhalten spielt allenfalls für die Fische eine Rolle, nicht aber für die Küstenbewohner.

    Unverständlich ist auch die Angleichung der Envisat-Daten an die Jason-Messungen. Jason kreist um die Erde in einem Abstand von ~ 1340(1336) km, während Envisat lediglich ~ 800 km Entfernung aufweist. Jedem Landvermesser ist geläufig, dass mit abnehmender Entfernung die Messgenauigkeit zunimmt. Eine Anpassung an die Daten von Envisat wäre also zumindest ein logischerer Vorgang.

    Da fällt noch etwas auf. Die „Messdaten“ p.a. haben in ihrer nahezu gleichförmigen Konstante eine verblüffende Ähnlichkeit, wenn auch nicht in dem identischen Ausmaß, mit der Drift eines Satteliten im Orbit. Mit jeder Umrundung der Erde verringert sich der Abstand zu Erde um ein gewisses Maß. Um den Abstand zu halten wird mittels Antrieb gegengehalten, dass dies auf den Millimeter genau möglich ist, halte ich für ein Gerücht.
    Auf diesem Klavier lässt sich so manche Melodie spielen.

    meint der Moosgeist

    schöne Grüße aus einem saukalten Moos.

  39. Mir stellt sich hierbei die Frage wie man damit einen Meeresspiegelanstieg von z.B. 2,8 oder 3,1 mm p.a. mit einer Genauigkeit von +/- 0,4 mm messen kann. Da lässt sich innerhalb von einigen Jahren so mancher „Wunsch“ hinter verstecken.

    in dem die standardabweichung als messunsicherheit interpretiert wird ;)

  40. michael m. #39

    in dem die standardabweichung als messunsicherheit interpretiert wird

    Jau, und irgenwann messen die dann die Tauchtiefe des Satteliten(wenn er nicht vorher verglüht) ;)

  41. die standardabweichung war zumindes tdie begründung von nicko b oder norbert f bei eike (is zu lange her), als es um die wahnsinnig kleinen messunsicherheiten der globalen mitteltemp ging (um genau zu sein betraf es die änderung der temp.).

    argumentiert wurde dort durch die pro agw-vertreter nur mittels der standardabweicung, systematische fehler und co wurden dort einfach ignoriert.

    da die selbe argumentationslinie dieser ‘experten’ sicher auch auf den mehrespegel bzw dessen anstieg anzuwenden ist, werde ich mit meiner pauschalaussage sicher nicht so falsch liegen :D

  42. Thank you Rudolf, very good post!
    I did a small calculation these days based on the web values as communicated in each year by the UC. I did not use the web own archive but posts from the period that I link here below.
    I see a difference at the 2007 data which in the version I found was 3.5 mm. Maybe this difference helps you to point out where the adjustments have been done.
    http://wattsupwiththat.com/2009/04/06/sea-level-graphs-from-uc-and-some-perspectives/
    Based on those values and the one archived by Ecotreras:
    http://ecotretas.blogspot.com/2010/10/going-down.html
    I found the total increase communicated by UC for the 1993- to respective years period as:
    2012 – is shown to be same as 2011 = 50.4 it goes outside the line (ignoring GIA)
    2011 = 50.4
    2010 = 52.7
    2009 = 51.2
    2008 = 49.5
    2007 = 49
    so pretty stable since 2007
    2006 = 41.6
    2005 = 37.2
    All values in mm, calculated based on the number of years and sea level rise posted by UC.
    What is more interesting is that 2005-2006-2007 are not supposed to show any huge increase from one year to the other which would point at some adjustment applied to the whole period before.

  43. @ Lars P.

    Thanks for the nice words. Your findings are pretty much consistent with what I have shown in the last graph where I have plotted the development of the individual slopes of the different Datasets (which shuld be all the same dataset, but are “interpreted” differently).

    You can clearly see that there are huge adjustments from 2005 to 2006, from 2006 to 2007 and from 2010 to 2011/2012 (which are more or less identical). In the shift from 2005 to 2006 you can see that there was an “adjustment applied to the whole period before”.. The later modifications are mostly applied to the data from 2001.

  44. Neue Meldung zum Meeresspiegel-Anstieg:

    Rätsel um steigenden Meeresspiegel womöglich gelöst
    Forscher beziehen Ausbeutung von Grundwasser mit ein

    Japanische Wissenschaftler wollen bei der Suche nach den Gründen für den Anstieg des Meeresspiegels das letzte Puzzlestück gefunden haben. Grund für den Anstieg der vergangenen Jahrzehnte sei neben dem Klimawandel vor allem die massive Nutzung von Grundwasser, berichteten sie in einer Studie. Dieses Wasser werde aus unterirdischen Flüssen, Seen oder anderen Reservoirs abgepumpt und gelange so in die Ozeane, während sich das Grundwasservorkommen im Boden nicht mehr auffülle, berichteten die Wissenschaftler um Yadu Pokhrel von der Universität von Tokio……

    ….. wär doch gelacht, wenn sich daraus net von unserem Klima-Wächterrat PIK ein neues Horror-Szenario zusammenbasteln ließe.

Schreibe einen Kommentar