Was tut die Regierung gegen die klimaschädliche Viehwirtschaft?

14. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Tierrechte, Tierschutz

FacepalmWas tut die Regierung gegen die umweltschädliche/ klimaschädliche Viehwirtschaft? Das hat der Journalist (Jung&Naiv/ Krautreporter) und YouTuber Tilo Jung kürzlich Friederike Lenz, die neue, stellvertretende Sprecherin  des Bundeslandwirtschaftsministeriums gefragt. Hier ihre Antwort:

Friederike Lenz, 31, kommt von der Universität Tübingen, wo sie Politikwissenschaft, Philosophie und Allgemeine Rhetorik studiert hat. Sie schaffte es 2009 beim ZDF-Politik-Wettbewerb „Ich kann Kanzler“ bis zur Endausscheidung. Neben ihrem Studium war sie bereits seit 2006 als Kommunikations- und Politikberaterin tätig. Seit September 2015 arbeitet sie als stellvertretende Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Die richtige Antwort auf die Frage von Tilo Jung wäre gewesen:

2013 stammten rund 54 Prozent (%) der gesamten Methan (CH4)-Emissionen und über 77 % der Lachgas (N2O)-Emissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft. Methan wird vorwiegend durch die Viehwirtschaft erzeugt und Lachgas über die Agrarwirtschaft/ Stickstoffdüngung der Felder.

Im Jahr 2013 war die deutsche Landwirtschaft für die Emission von rund 64 Millionen Tonnen (Mio. t) Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten verantwortlich. Das sind 6,7 % der gesamten Treibhausgas-Emissionen dieses Jahres in Deutschland.

Die Energiewirtschaft ist der größte Treibhausgas-Emittent, gefolgt von der Industrie, gefolgt vom Verkehr und den Haushalten. Erst an fünfter Stelle folgt die Landwirtschaft. Die Viehwirtschaft ist für die Treibhausgas-Emissionen in Deutschland also eher unbedeutend.

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21 Kommentare
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  1. Rinder fressen keine fossilen Brennstoffe, deren Methanproduktion ist doch Teil des natürlichen Kreislaufs. Man könnte bestenfalls argumentieren, dass durch den Einsatz von Mineraldünger mehr Pflanzenmasse produziert wird, als das natürlicher Weise der Fal istl. Ob man daraus eine Addition von Treibhausgasen ind der Natur errechnen kann, wage ich allerdings anzuzweifeln.
    Methan oxidiert zwar nach ca. 10 Jahren zu CO2. Die Behauptung, dass es bis dahin ein stärkeres Treibhausgas ist als CO2, sollte vielleicht mal überprüft werden. Ein rumspielen auf Modtran gibt nun wirklich keine beeindruckenden Werte. Vielleicht liegt das daran, dass es mit Wasserdampf konkurriert. Dies Angabe 20* so stark wie CO2 berücksichtigt das wohl nicht.

  2. Landwirtschaft -- nu‘ ma‘ ehrlich
    Erst wenn…
    der letzte Bauer weg-reglemtiert wurde,
    das letzte Schwein aus deutschen Ställen „rausgefiltert“ wurde, die letzte Kuh wegen Höchstleistung verbannt wurde,
    die letzte Nutzpflanze ohne Schutz einging,
    der Knick an Gesetzen erstickte,
    das letzte Züchtungs- oder Schlachtunternehmen ins Ausland vertrieben wurde,
    der letzte Quadratmeter für Biogas und Strom aus Maiswüsten gerodet wurde,
    der letzte Quadratmeter für Windturbinen und PVA verpachtet ist,
    werdet Ihr merken daß
    Gesetze keine Lebensmittel erzeugen,
    Land- und Fosrtwirtschaft eine Kulturlandschaft erhält,
    Tiere und Pflanzen nicht nach Ideologien wachsen und Bauernhöfe nicht durch Fördermittel entstehen.

    Wenn man nur „Palaver-Fächer“ studiert hat, kann man zwar für jedermann politischer Sprecher werden, zumindest eine Grundahnung von Fachkenntnissen hat man jedoch nicht. Früher bekam man das bis zum Abitur breit gefächert mit.. Heute macht man schon das Abitur in „Sport und Religion“.

  3. Die ganze hysterische Diskussion um das ach so klimaschädliche Methan ist nichts als eine Luftnummer: Es wird immer behauptet, Methan sei 25 (oder so etwas) mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Mit MODRAN kann man für verschiedene Atmosphären die Einflüsse nachrechnen:

    Man kommt offensichtlich nur auf diesen o.g. Faktor, wenn man die Konzentration beider Gase um einen bestimmten Betrag in [ppm] erhöht.

    Nun haben wir in der Atmosphäre 400 ppm Kohlendioxid und ca. 1.7 ppm Methan: Um ihren wahren Einfluß vergleichen zu können, muß man sinnvollerweise den Einfluß für eine Verdoppelung des Gases abschätzen:

    Verdoppeln wir das CO2 von „vorindustriell“ 280 ppm, dann sind das zusätzliche 280 ppm CO2, und bei Methan nur 1.7 ppm . Erst bei einer Erhöhung des Methan um 280 ppm hätte man theoretisch den o.g. 25-fachen Treibhauseffekt. Dieses Ausmaß an Erhöhung von Methan ist aber völlig unmöglich. Der Einfluß einer verdoppelten Methhankonzentration ist

    25*1.7/280 = 0.15

    also nur etwa 15% dessen einer Verdoppelung des CO2, nicht mehr.

    Übrigens werden in der ganzen Diskussion die „natürlichen“ Quellen ausgeklammert (außer natürlich die schmelzenden Permafrostböden). Nach Daten vom Satelliten ENVISAT scheinen einer der Hauptproduzenten von Methan die borealen Wälder zu sein. Sollen wir die alle abholzen?

    MfG

    G.Wedekind

  4. @Wedekind, Straten

    Aus den Strahlungstransferberechnungen ergibt sich:

    Für Gase, die in geringer Konzentration vorliegen, wie die FCKWs (CFCs), nimmt die Absorption linear zu. Für Gase, die bereits recht stark absorbieren, wie Methan (CH4) oder Lachgas (N2O), ist d F proportional der Wurzel aus der Konzentration und für CO2, das schon sehr stark absorbiert, geht die Zunahme proportional dem Logarithmus

    Strahlungsantrieb für CO2 (logarithmisch zur Konzentration):

    dF/a = ln (CO2neu / CO2alt) = ln (560 ppm/ 280 ppm) = 0,7

    Strahlungsantrieb für CH4 (Methan) (Wurzel der Konzentration):

    dF/a = [(CH4neu)^(1/2) -- (CH4alt)^(1/2)] = [(3400 ppb)^(1/2) -- (1700 ppb)^(1/2)] = 17

    Damit hat Methan die 25fache Wirkung von CO2.

    Lachgas hat etwa die 300fache Wirkung von CO2.

    Daher ist die Agrarwirtschaft/ Stickstoffdüngung der Felder viel entscheidender als die Methan-Emissionen der Viehwirtschaft.

  5. Nee Herr Krüger, lassen wir mal das mit den Abschätzformeln und rechnen direkt mit MODTRAN:

    Randbedingung: US-Std-Atmosphäre, WVS = 1.62 (70% Feuchte) , Blick von unten

    Erhöhung um 10 ppm:
    CO2 = 375 ppm, WVS = 1.62, O3 = 28+1

    CO2 + Del 10 ppm: Del P = 0.094 [W/m^2]
    CH4 + Del 10 ppm: Del P = 1.319 [W/m^2]

    (Del P CH4) / (Del PCO2) = 1.319/0.094 = Faktor 14 für gleiches Del 10 ppm. Das ist Ihre Rechnung und stimmt so.

    Aber bei Verdoppelung der Konzentrationen:
    CO2 = 375 ppm, WVS = 1.62, O3 = 28+1:

    CH4 1.7 ppm: P = 274.687 [W/m^2]
    CH4 3.4 ppm: P = 275.044 [W/m^2]
    -> 2 x CH4: Del P = 0.354 [W/m^2]

    Rechnung für CO2, WVS = 1.62, O3 = 28+1:

    CO2 280 ppm: P = 273.745 [W/m^2]
    CO2 560 ppm: P = 276.006 [W/m^2]
    -> 2 x CO2: Del P = 2.261 [W/m^2]

    Das heißt bei Verdoppelung von CH4 ergibt sich 0.354 [W/m^2]
    Bei Verdoppelung von CO2 2.261 [W/m^2]

    Ergo: Die Wirkung von CH4 bei Verdoppelung ist 15% von der bei CO2.

    QED

    MfG

    G.Wedekind

  6. @Michael Krüger #4
    Herr Wedekind hat ihnen ja schon gezeigt, dass solcher Rechnungen rein theoretischer Natur sind. Man muß schon gucken, was sich in der realen Atmosphäre abspielt. Das geht eben mit Modtran. Es ist schon auffällig, dass Steve Milloy von Junk Science bei jedem Bericht über Artikel, die sich mit Methan befassen, darauf hinweist, dass Methan beim Treibhauseffekt keine Rolle spielt. Der Mythos ist aber wohl nicht tot zu kriegen und das liegt wohl an so rein theoretischen Berechnungen. Es gibt von Willis Eschenbach auch noch einen schönen Artikel, wo sie das nachlesen können.

  7. @Wedekind, Straten

    Ich nehme die Formeln des IPCC, die seit 1990 verwendet werden.

    Da kommt das raus, was ich in 1. Näherung oben berechnet habe.

    Seit 1750 ergibt sich folgender Strahlungsantrieb F durch CO2 und CH4.

    Greenhouse gas 1750 2011 F[W m-2] percent
    CO2[ppmv] 278±5 390.5±0.1 1.82 79%
    CH4[ppvb] 722±25 1803±2 0.48 21%

    CO2 hat seit 1750 1,82 W/m^2 Strahlungsantrieb gebracht, oder 0,55°C Erwärmung. (Mit 112 ppm CO2-Anstieg).
    CH4 hat seit 1750 0,48 W/m^2 Strahlungsantrieb gebracht, oder 0,15°C Erwärmung. (Mit1.081 ppb = 1,081 ppm CH4-Anstieg).

    Rechnen wir die +1,081 ppm CH4-Anstieg in +1,081 ppm CO2-Anstieg um.

    dF = 5.35 x ln (279,081 / 278) = 0,02 W/m^2

    Das ist 1/24stel des Strahlungsantriebes von Methan.

  8. PS

    http://climatemodels.uchicago.edu/modtran/

    Auch in Modtran komme in etwa auf die 20fache Wirkung von Methan, gegenüber CO2.

    Einfach CO2 um 1 ppm erhöhen und die Veränderung in der Ausstrahlung berechnen.
    Dann CH4 um 1 ppm erhöhen und die Veränderung in der Ausstrahlung berechnen.

    Da hat CH4 in etwa die 20fache Wirkung von CO2.

  9. PPS

    Das mit der Verdopplung in #4 bei CH4 war nicht richtig. Man muss CO2 und CH4 um die gleiche Zahl an ppm erhöhen und dann die Veränderungen im Strahlungsantrieb betrachten.

  10. Also #4 nochmal korrigiert. Jetzt mit 1ppm = 1.000 ppb Anstieg für CO2 und CH4.

    dF= a x ln (CO2neu / CO2alt) = 5.35 x ln (281ppm / 280ppm) = 0,02 W/m2

    dF = a x [(CH4neu)^(1/2) — (CH4alt)^(1/2)] = 0.036 x [(2700 ppb)^(1/2) — (1700 ppb)^(1/2)] = 0,39 W/m^2

    CH4 hat also in etwa die 20fache Wirkung bei 1 ppm Anstieg. Kommt auch bei Modtran raus.

  11. @Michael Krüger #10
    Verändern sie bei Modtran auch mal die anderen Parameter vor allem Regen, Bewölkung, Breite usw. Dann sehen sie, dass ihre Berechnungen bestenfalls einen Hinweis geben können. Um quantitative Aussagen zu machen brauchen sie schon ein Modell. Sehen sie sich auch mal die Diskussionen um das PETM und Methan an. Da geht es darum, ob überhaupt so viel Methan in die Atmosphäre hätte kommen können um eine relevante Wirkung zu haben. Rinder, Reis, Talsperren, Gasförderung und auch auftauende Permafrostböden in den nächsten Jahrhunderten sind jedenfalls irrelevant für irgendwelche Klimabetrachtungen.

  12. Sehr geehrter Herr Krüger #8

    Genau! Aber ich glaube, wir reden aneinander vorbei:

    Meine Meinung ist:
    Um die „Gefährlichkeit“ der Stoffe zu beurteilen, müssen wir von den möglichen Erhöhungen der Konzentrationen ausgehen.

    1.) Es ist möglich und geschieht ja auch, daß das CO2 von 280 ppm auf 400 ppm und noch viel mehr erhöht werden kann.

    2.) Die Konzentration des Methan, das z.Zt mit 1.7 ppm in der Atmosphäre vorhanden ist, können Sie unmöglich um 280 ppm oder noch mehr vergrößern. Sie können es real vielleicht verdoppeln.

    Deshalb sagt der Einfluß einer Verdoppelung mehr über die „Gefährlichkeit“ aus als die Erhöhung um jeweils 1 ppm.

    Ich schließe mich Herrn Straten #11 an, der sagt „… ob überhaupt so viel Methan in die Atmosphäre hätte kommen können um eine relevante Wirkung zu haben.“

    MfG

    G.Wedekind

  13. Immer schön draufhauen auf die Landwirtschaft, macht Spaß, und außerdem kennen sich sowieso nur noch die wenigsten mit ihr aus. Ob die oben genannten Gase überhaupt etwas mit dem Klima zu tun haben, ist auch zweifelhaft. So kann man selbst intelligente Menschen mit Nonsens beschäftigen. Es gibt schließlich auch sonst keine weiteren Sorgen.

  14. Meine Grosseltern, Kleinbauern mit etwa 7 ha, irgendwo in Hintertaunus, hatten ab 1920 im Schnitt 2 Kühe im Stall bis Ende 1950 ( „HEIMAT“ lässt grüssen,). In den 60-ger Jahren haben die meisten Kleinbauern in meiner ehemaligen Heimatgemeinde die Viehwirtschaft aufgegeben.
    Obwohl mein Grossvater schon in den 20-ger Jahren einen Großhandel mit Molkereiprodukten betrieb, er belieferte Tante Emma-läden in Frankfurt, wurde die Kuhwirtschaft weitergeführt, was sich in den Kriegsjahren als Segen erwies.
    Meine Erinnerung an die Kindheit ist, dass ich lieber Opas Lieferwagen mit Butter und Käsekisten beladen habe, als Mist aus dem Stall gekarrt habe.

    Schweden, das ja eigentlich die beste CO2-Statistik der Welt hat, mit 100 % emissionsfreien Strom (50 % Wasser, 50 % Kernkraft) bläst man etwa eine Promille von dem verfemten Gas in die globale Luft. Schwedens Grüne wollen natürlich Null Promille CO2, unter anderem durch die Reduzierung von „fiesenden“ Kühen, Abschaffung von Autos usw, das ganze grüne Programm, um endlich das Niveau von Nordkorea zu erreichen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Ziel!
    Bisschen Statistik auf die schnelle: 1932 gab es In Schweden 1 Million 924 551 Kühe, wahrscheinlich noch weitaus mehr, weil viele Kleinbauern nicht an die Molkereien lieferten, bis 2007 ist der Bestand von Kühen mit 72 % auf 555363 gesunken.
    Gehe mal davon aus an dass auch in Deutschland die Anzahl der Kühe gegenüber der 30-ger Jahre radikal gesunken ist. Aber natürlich nicht genug, und ausserdem viel zu wenig Bio…

  15. @ Blücher, @ Sibbe, Die Grünen und die Ökos verstehen von Landwirtschaft soviel wie eine Kuh vom Sonntag. Tetrapack heißt die Quelle der weißen Flüssigkeit. Fleisch kommt aus bunten Schachteln aus der Gefriere. Die Inhaltsstoffe können sie schon nicht mehr lesen, weil in der Schule keine richtige Chemie mehr gelehrt wurde. Meine Ahnen waren Bauern seit 1432. 4 x führte ich den Hof, weil mein Bruder im Krankenhaus war. Ich war der letzte Bauer, wie er verstarb. Nie waren wir Bio-Bauern. Mein Vater und mein Bruder verstanden aber mehr von Natur und liebten die Tiere für die sie sorgten und von denen sie lebten. Die Grünen reden nur dumm von Bio und machen Biogas. Eben auch das wirkliche Biogas, das aus dem Achtersteven, wie ich als Seefahrer sage, genau so wie alle Rindviecher.

  16. @Karl Reichart #15
    Meiner Meinung nach waren die s. g. kleinbäuerlichen Betriebe, die von ihren selbst erzeugten Lebensmitteln leben mussten / konnten, und durch ihre sicher nicht üppigen Verkäufe von Milch, Eiern, Geflügel, u. U. mal Fleisch eines geschlachteten Schweins ein kleines zusätzliche Einkommen hatten mehr Bio Bauern als alles, was heute, wie auch immer ein Siegel bekommen hat.
    Geld für Kunstdünger, „Kraftfutter“ war sicher selten genug ausreichend vorhanden.
    Aber diese Form der Landwirtschaft war nicht mehr erwünscht, alles musste Großindustriell produziert werden.
    Das Wissen um natürliche Zusammenhänge ging den Bach runter und heute hecheln wir diesem alten Wissen hinterher und staunen über die Wirkung von Kräutern und Gewürzen und warum sie und wie sie verwendet wurden.
    Alles schon mal da gewesen. Hätte man bewahren können.
    Kann man aber nichts mit verdienen, wenn alles von alleine auf dem Acker wächst.

  17. @Krishna Gans #16
    Da haben Sie aber einiges missverstanden. Diese Art der landwirtschaftlichen Produktion wurde nicht deshalb aufgegeben, weil sie „ nicht erwünscht“ war, sondern weil sie sich einfach nicht mehr lohnte als Einkommensquelle für eine Familie. In den Städten war einfach mehr zu verdienen bei besserer Lebensqualität. Wer als Landwirt von seiner Arbeit leben will, muss entsprechend hohe Überschüsse (über seinen eigenen Lebensmittelbedarf hinaus) produzieren und verkaufen. Da das Einkommensniveau hierzulande in den vergangenen Jahrzehnten allgemein und deutlich gestiegen ist, muss auch ein Landwirt mitziehen, um weiter zu bestehen. Wachstum und Modernisierung ist unumgänglich. Anderswo ist das voll akzeptiert. Keiner würde sich noch ein Auto oder eine Waschmaschine wie vor 60 Jahren kaufen oder Operationsmethoden im Krankenhaus aus dieser Zeit akzeptieren. Auch in der Landwirtschaft ist nicht nur altes Wissen verlorengegangen, sondern auch sehr viel neues dazugekommen. Die Qualität der Lebensmittel, vor allem die hygienische, ist heute um ein vielfaches höher als vor Jahrzehnten. – Etwa so, wie die konstruktive Sicherheit eines Autos, sogar eines Kleinwagens, heute wesentlich höher ist als vor 60 Jahren.

  18. @F.Blücher #17
    Nun, ich kenne einige dieser Kleinbauern, die erst vor wenigen Jahren altersbedingt aufgegeben haben, der Nachwuchs zog nicht mit.
    Die hatten an die 10 Kühe, Geflügel und etliche Schafe. Im Stammkundenbereich wurde Milch, Butter, Eier, ab und zu ein Lamm verkauft, so bis an die 10 m Jahr, dazu einige Felder für Kartoffeln und Wiesen zum Heuen. Weil sie „geklebt“ haben, gibt’s auch eine kleine Rente. Jetzt wird die Ecke Gewerbegebiet und sie kriegen Einiges für ihr Land.
    Das ganz hier nahe Wiesbaden am Stadtrand.
    Im Fränkischen gibt es auch noch diverse Kleinbauern, teils allerdings als Nebenerwerb, tagsüber geht’s in die Fabrik.

  19. @F.Blücher #17

    Die Qualität der Lebensmittel, vor allem die hygienische, ist heute um ein vielfaches höher als vor Jahrzehnten.

    Hygienisch laß ich mal so stehen, aber wenn ich z. B. an diverses Obst denke, habe ich meine Zweifel, ob wir immer gute Qualität bekommen. Das Wenigste wird reif geerntet, sondern man läßt es nachreifen, wichtige Bestandteile, die bei natürlicher Reifung zum Tragen kommen fehlen, oft auch Vitamine, und sei es nur der Geschmack. Pflanzen aus Hydrokulturen fehlt noch viel mehr, insbesondere an Inhaltsstoffen wie Mineralien, Tomaten werden als s.g. „Strauchtomaten“ unter die Leute gebracht, um durch den Geruch der Stängel eine optimale Tomate zu suggerieren, zudem werden die Stängel ja mitgewogen 😀
    Nicht von ungefähr kam man ja bei den Hollandtomaten auf die Beschreibung, sie seien der vierte Aggregatzustand von Wasser 😀

  20. @F.Blücher #17
    Der Qualitätsverfall z. B. bei Obst und Gemüse begann nach meiner Erinnerung mit der praktischen Umsetzung der mit der 1957 gegründeten EWG festgeschriebenen Maßnahmen. Es wurde genormt und festgelegt, was das Zeug hält. Früchte hatten so und so auszusehen, sollten so und so transportiert werden können. Normen, die vom „Klein“bauern nicht erfüllt werden konnten, die nun nur auf den örtlichen Märkten vertreiben konnten, wenn überhaupt. Man bewarb ja geradezu das Aussehen der Produkte, nicht die Qualität.
    Dazu kam, das frühere Lieferanten, die z. B. qualitativ hervorragendes Obst lieferten konnten und auch geliefert haben (Griechenland, Rumänien, Bulgarien z. B.) der restliche Europäische Markt verschlossen wurde.

  21. Und wie war dass als Millionen, wenn nicht Milliarden Mammuts, Bisons, Wildpferde und allerlei anderes wildes Vieh während der Eiszeit rumlief? Die haben doch auch gepupst!
    Na Gottseidank haben wir die ausgerottet…

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