Wasser: Eine unendliche Ressource (von Christian Strunden)

2. Februar 2013 | Von | Kategorie: Blog, Ökologismus, Ökologistische Mythen

novo_logoÜber nichts beklagt sich der Mensch mehr als über das schlechte Wetter. Für den Mitteleuropäer bedeutet schlechtes Wetter Regen und Wolken. Er leidet also an einem Zuviel an flüssigem oder gasförmigem Wasser. Gleichzeitig scheut er keine Mühen und Kosten, um seinen Verbrauch von genau diesem Wasser zu reduzieren. Was geht hier vor?

Trotz aller „Weltwassertage“, „Welt-Wasser Foren“, 2013 als „UNO-Jahr der Zusammenarbeit im Wasserbereich“ etc. nimmt die Wasserdiskussion immer mehr sektiererische Züge an. Wenn aber schon Kindergartenkinder anfangen sich Sorgen um ausreichendes Trinkwasser machen, ist die Zeit für eine unsentimentale Beantwortung folgender Fragen gekommen: Wird Wasser zunehmend knapp? Kann man es „sparen“?

Trinkwasser und Wasserkreislauf

Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir die Funktionsweise des Wasserkreislaufs verstehen. Beginnen wir mit dem Meerwasser. Konsensschätzungen beziffern das Volumen allen Meerwassers auf schwer vorstellbare 1,4 Milliarden Kubikkilometer. Jeder einzelne Kubikkilometer enthält 1 Milliarde Kubikmeter Wasser. Wollte man das gesamte Meerwasser in einem Cordon rund um den Äquator konzentrieren, erhielte man einen 800 km breiten Wasserwall, der 40 km hoch in die Stratosphäre ragen würde.

Aus dem Meerwasser destilliert die Sonne in einem permanenten Kreislauf Wasserdampf, der zu Wolken kondensiert, die vom Wind weggetragen werden und wenige Tage später irgendwo anders wieder als Regen herunterkommen. Am Ende landet alles wieder im Meer.

Die Sonne leistet ganze Arbeit. Die Regenmengen sind gigantisch. Jeden Tag fallen 1350 Kubikkilometer (km3) Regen. Davon landen täglich 300 km3 Regen (300 Milliarden Kubikmeter) auf den Landmassen der Erde, also alle 5 Minuten ein Kubikkilometer Regen. Könnte man dieses Wasser gleichmäßig verteilen, entfielen auf jeden der 7 Milliarden Erdbewohner 43.000 Liter am Tag. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Deutschen bezieht von seinem Wasserwerk 123 Liter am Tag.

Auch der Süßwasservorrat in Gletscher- und Polareis, Seen, Flüssen und dem Grundwasser ist letztendlich nichts anderes als akkumulierter früherer Regen und wird durch neuen Regen pausenlos im Fluss gehalten.

Luxusversorgung Mitteleuropas

Die im europäischen Kontext vergleichsweise niederschlagsreiche Schweiz verzeichnet im Schnitt 1,5 Meter Regen pro Jahr, von 0,55 Meter im mittleren Rhônetal bis 3,7 Meter im Jungfraugebiet. Das sind 62 Kubikkilometer pro Jahr bzw. 21.000 Liter pro Tag für jeden der knapp 8 Millionen Einwohner.

Deutschland ist zwar 9 mal so groß wie die Schweiz, erhält mit ca. 165 Kubikkilometern aber nur knapp die 3-fache Menge an Regen. Die rund 3.000 deutschen Wasserwerke gewinnen aus den jährlich anfallenden 165 Kubikkilometern Regen aber nur ca. 3,5 Kubikkilometer Leitungswasser, Tendenz abnehmend. Bei einer Aufbereitung von nur 2 Prozent des Regens zu Trinkwasser von der Notwendigkeit des Wassersparens zu reden, ist absurd.

Trinkwasser: ein unerschöpflicher Rohstoff

Dank des Wasserkreislaufs ist Trinkwasser ist ein unerschöpflicher Rohstoff. Zumindest solange die Sonne nicht von Vulkanasche verdunkelt wird und deshalb weniger Regen produziert wird, was in der Menschheitsgeschichte wiederholt zu Eiszeiten und Hungersnöten geführt hat.

Wie steht es um die Wasserversorgung der Landwirtschaft?

Jeder hat in der letzten Zeit irgendwo gelesen, dass „…. 70 Prozent des Wassers von der Landwirtschaft verbraucht werden“ und dass diese Menge bald nicht mehr ausreiche um die Nahrungsmittelnachfrage der wachsenden Weltbevölkerung zu befriedigen. Dieses Statement ist mittlerweile so oft wiederholt worden, dass es als allgemein akzeptierte Wahrheit gilt. Trotzdem ist die Aussage irreführend, wie ein kurzer Blick auf die Zahlen ergibt.

Die Referenzgrösse, also “das Wasser” dieser Aussage ist der “Global Water Footprint” der Menschheit. Das ist die Summe des von allen Menschen für Industrie, Haushalte und Landwirtschaft genutzten Wassers, die lt. Hoekstra knapp 10.000 km3 ist. Die Landwirtschaft benötigt davon 7.400 km3, also ungefähr 70%.

Das ist zwar eine durchaus interessante Information, kann aber natürlich nicht als Referenzgrösse herhalten, denn diese kann nur die Summe der Niederschläge sein…

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  1. Wasser (H2O) ist zweifellos lebenswichtig,
    Leben kommt „aus dem Wasser“ ist nicht nur so eine Metapher.
    Dass Wasser prinzipiell auf der Erde „Eine unendliche Ressource“ ist,
    ist ebenso zweifellos richtig, die Erde ist ein „Wasserplanet“.

    Bei „Trinkwasser“ für den Mensch muss man jedoch schon deutliche Einschränkungen machen,
    denn man kann keinesfalls jedes Wasser trinken, wenn man dabei nicht krank werden will.
    Das wusste man schon im Mittelalter, wie man z.B. bei guten Führungen auf einer Burg erfahren kann, wenn die Weinkeller gezeigt werden. So ein alter Ritter wusste schon, dass man vom Weintrinken im Gegensatz zu Wasser keine Infektionskrankheit bekommen konnte und er stillte seinen Durst deshalb lieber mit Wein, 2 lt/Tag.

    Es kann also bei der merkwürdigen Wasser-spar-Ideologie
    nicht um die Wassermenge,
    sondern nur um die Wasserqualität gehen.

    Ein Hauptproblem ist dabei ohne Anspruch auf Vollständigkeit,
    die Anwesenheit menschenpathogener (lebender) Mikroorganismen im Wasser.
    Diesen kleinen Parasiten ist gemeinsam eine überwiegend exklusive Spezialisierung auf den Wirt Mensch.
    Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass das Risiko einer Wasserkontaminierung mit der Zunahme der menschlichen Bevölkerung kontnuierlich steigt und gestiegen ist.
    Die Hygieniker sind sich einig, dass die Erfindung der Zentralabwasserkanalisation bei (großen) Städten mit Zusammenführung praktisch aller vorhandenen Krankheitskeime durchaus sehr problematisch ist
    und die gesetzmäßige spezielle „Entsorgung“ solcher kontaminierten Abwässer durch spezielle Kläranlagen absolut unverzichtbar gemacht hat.

    Der Zusammenhang mit dem „Trinkwasser“ entsteht dabei durch die systematische Belastung der wichtigsten Quelle für Trinkwasser:
    das Grundwasser.

    Natürlich gibt es auch andere Trinkwasserquellen,
    das Grundwasser gilt allerdings als das sauberste,
    jedoch mit dem Nachteil, dass es -- einmal verunreinigt -- die geringste „Selbstreinigungskraft“ besitzt.

    Warum dieses wichtige Thema wenig öffentliche Beachtung auch bei den ungezählten „Naturschutzverbänden“ erhält,
    liegt sicher daran, dass hier für die Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen nicht der einzelne Bürger „in die Pflicht“
    zu nehmen ist, sondern umgekehrt sein „Vorgesetzter“ selbst, „die öffentliche Hand“, in der Regel Kommunen, oder Zusammenschlüsse von solchen.

    Der modische Appel an den Bürger, mit Wasser sparsam umzugehen,
    ist also völlig bescheuert, denn abgesehen von dem fehlenden Mangel an Wasser entlastet das nicht die menschlichen Abwässer,
    sondern er kann sich nur an die richten, die für die korrekte Entsorgung (per Gesetz) zuständig sind.
    Natürlich wird der Bürger durch die „Abwassergebühr“ zur 100%tigen Erstattung herangezogen,
    aber Gott sei Dank auch per Gesetz zu mehr nicht, auch wenn sich viele Kommunen nicht daran halten,
    bzw. die Abwässer nicht ganz korrekt, oder gar nicht „klären“,
    sonst hätte es keinen EHEC Skandal gegeben.
    Richtig gut verdienen kann „der Staat“ daran nicht, er muss ja etwas dafür zweckgebunden tun.

    Das ist völlig anders bei der „Klimarettung“,
    hier muss der Staat eigentlich gar nichts tun, sondern nur der Bürger, bei einem Ziel das zudem sicher völlig unerreichbar ist,
    welcher Staat könnte dieser Versuchung auch widerstehen,
    allerdings mit einer Bedingung:
    es muss gelogen werden, dass sich die Balken biegen.

    mfG

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