Wenn ich Schellnhuber wäre…

21. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

„Was wäre, wenn“-Szenarien sind eines der wichtigsten Arbeitswerkzeuge des Zukunftsforschers. Ich befasse mich zwar eigentlich mit technischen und ökonomischen Trends, manchmal macht es aber auch Spaß, sich auf diese Weise in andere Personen hineinzuversetzen. Nun ja, nicht unbedingt in die Person selbst, sondern in deren Funktion.

Hans Joachim Schellnhuber, seines Zeichens Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, ein bekannter und renommierter Klimaforscher, ist ein für ein solches Szenario geeigneter Protagonist. Er ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates „Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung, wurde 2007 zum „Chefberater“ der Bundesregierung in Fragen der Klimapolitik ernannt und ist als Sachverständiger auch Zuträger für die EU-Kommission. Er hat nicht nur das Ohr der Politik, sondern auch das der Medien. Und er ist immer gerngesehener Gast auf Kongressen und Konferenzen, um der technisch-ökonomischen Elite des Landes seine Weltsicht näherzubringen.

Ich dagegen bin nur ein kleiner Schreiber eines immerhin zunehmend populären Blogs. Ich habe nicht seine Möglichkeiten.

Und das heißt, ich habe auch nicht seine Verantwortung. Ich kann hier dreinschlagen, wie ich will. Ich kann Debatten über alles und jedes anregen, Argumente konstruieren und auseinandernehmen, Extrempositionen ebenso wie den Ausgleich vertreten – es bleibt alles völlig folgenlos. Ob ich falsch oder richtig liege, ist außerhalb der abstrakten Diskussionen, die wir hier führen, völlig belanglos.

Alarmisten und Skeptiker unterstellen sich ja gegenseitig gerne Verantwortungslosigkeit. Da heißt es, angesichts der denkbaren Folgen wäre ein Nichthandeln gegen den mutmaßlich menschgemachten Klimawandel eine Potenzierung der Gefahr für die Menschen. Wir Skeptiker entgegnen dem oft mit der Auffassung, die Strategien, die seitens der Alarmisten propagiert werden, wären eine noch viel größere Katastrophe.

Nun möchte ich mit einem kleinen Gedankenexperiment einmal die Verantwortung übernehmen, die Schellnhuber aufgrund seiner Stellung hat. Hätte ich seine Funktionen inne, was würde ich der Bundesregierung und anderen Politikern angesichts der fortschreitenden Klimadebatte empfehlen? Drei Punkte wären meine Grundlage:

1. Für eine robuste Politik

Verantwortlich zu handeln bedeutet, die Möglichkeit zu berücksichtigen, falsch zu liegen. Ich würde also der Bundesregierung nahelegen, weder den Alarmisten, noch den Skeptikern Glauben zu schenken. Oder eben auch beiden. Eine robuste Politik muß in jedem Fall das bestmögliche Ergebnis erbringen, ob die menschgemachte Klimakatstrophe nun eintritt, oder nicht.  Entsprechende Maßnahmen stellen also das Prinzip der Anpassung in den Vordergrund. Es wird immer wieder überall zu Extremwetterereignissen, zu Dürren oder Überschwemmungen, zu Starkniederschlägen oder Wirbelstürmen kommen. Maßnahmen, mit denen wir die Folgen solchen Wetters beherrschen können, wirken immer. Ganz gleich, ob es nun mehr oder weniger destruktive Einflüsse gibt.

2. Für die Berücksichtigung aller Interessen

In einer demokratisch verfaßten, freiheitlichen Gesellschaft gilt es, durch politisches Handeln den Interessen von Mehrheiten gerecht zu werden, ohne die Freiheit von Minderheiten unnötig einzuschränken. Man kann als Berater außerdem nur dann sicher sein, seine Empfehlungen umgesetzt zu sehen, wenn man die Grundmotivation der Politiker berücksichtigt, wiedergewählt zu werden. Man muß also den individuellen Interessen möglichst vieler Wähler gerecht werden.

Da gibt es eine große Gruppe Mitbürger, die vom menschgemachten Klimawandel und dessen katastrophalen Folgen überzeugt sind. Es ist diesen zu ermöglichen, das Leben zu führen, das sie angesichts dieser Überzeugung für sinnvoll halten. Sollen sie also vegetarisch leben, auch ohne Auto mobil sein und ihren Strom aus alternativen Quellen beziehen können. Das stört niemanden.

Die unterschiedlichen Formen des Verzichts aber dürfen nicht erzwungen werden. Denn das wiederum initiiert den Protest derjenigen, die die drohende Klimakatastrophe als Humbug ansehen. Maßnahmen, die allen gerecht werden, sind solche, die das Geschehen auf freien Märkten unterstützen und ermöglichen. Denn allein der marktwirtschaftliche Wettbewerb sichert ab, daß jeder nach seinen Vorstellungen glücklich werden kann.

3. Für eine glaubwürdige Wissenschaft

Als Wissenschaftler wäre ich schließlich nicht nur meiner eigenen Überzeugung, sondern auch der Forschung insgesamt verpflichtet. Und der Erkenntnisfortschritt wird nicht durch Konsensfindung und Unterdrückung von Abweichlern befördert, sondern durch Zweifel, Debatten und Diskussionen. Indizien zu Beweisen zu stilisieren und einen Absolutheitsanspruch auf die Wahrheit zu vertreten, könnte daher verhängnisvoll sein. Die Freiheit der Forschung, von der auch ich profitiert hätte, darf nicht gefährdet werden, indem Forschungsergebnisse einseitig im Sinne einer bestimmten politischen Agenda kommuniziert, interpretiert und instrumentalisiert werden. Wissenschaft darf nicht konzeptionelle Grundlage politischen Handelns sein, sie muß vielmehr ihre Unabhängigkeit von den Mächtigen bewahren.

Ich würde sicher die Bedeutung meines Fachgebietes gegenüber der Politik betonen und meine persönliche Meinung kundtun. Das Erzwingen einer endgültigen Festlegung der Politik auf meinen gegenwärtigen Stand der Unkenntnis und damit die Ausführung entsprechender, nicht mehr korrigierbarer Maßnahmen aber würde ich vermeiden. Denn ich weiß um die Komplexität der Natur und ich weiß um die Irrtümer der Vergangenheit, vor denen auch die bedeutendsten Köpfe nicht gefeit waren. Und wenn ich mich irre, aber trotzdem zu einer politischen Festlegung beigetragen habe, so wird nicht nur diese politische Agenda hinweggefegt, sondern auch die Glaubwürdigkeit meines gesamten Fachgebietes dauerhaft beschädigt. Und kein Politiker wird sich mehr auf die Beratungskompetenz eines Klimaforschers verlassen. Nicht mehr auf meine und nicht mehr auf die meiner Nachfolger. Das Ansehen der Klimawissenschaft wäre ruiniert, die öffentlichen Fördermittel würden nicht mehr sprudeln, Politik und Öffentlichkeit würden nicht mehr zuhören und eine entsprechende Strahlwirkung auch auf andere Bereiche der Grundlagenforschung könnte sich einstellen.

Hans Joachim Schellnhuber fährt eine völlig andere Agenda. Für ihn ist seine persönliche Überzeugung hinsichtlich des Klimawandels die Hauptsache, der sich alles andere unterordnet. Seine wissenschaftliche Arbeit dient nicht mehr dem neutralen Erkenntniszuwachs, sondern nur noch der Bestätigung seiner persönlichen politischen Agenda. Eine Agenda, die er aus seiner Überzeugung heraus nicht nur selbst entwickelt hat, sondern auch mit Macht und unter Ausnutzung aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel durchsetzen will. Klimaforschung ist für ihn nicht mehr Zweck, sondern Mittel zum Zweck. Und der Zweck ist sein Konzept der „Großen Transformation“, das auf die Interessen Andersdenkender keine Rücksicht nimmt. Schellnhuber will eine endgültige, nicht mehr korrigierbare Festlegung der Politik auf Maßnahmen, die wesentlich den Charakter von Regulierung, Zwang und Verbot aufweisen. Er versucht, einen gesamten Forschungsbereich in diese Richtung zu drängen und für diese Politik zu instrumentalisieren.

Und damit ist er nicht allein. Dutzende, vielleicht hunderte von Klimaforschern weltweit unterwerfen sich auf gleiche Weise einer bestimmten Ideologie. Seit Climategate sind nicht nur die Existenz dieser Seilschaften und ihr politisches Sendungsbewußtsein, sondern auch die Perfidie, mit der sie vorgehen, endlich auch einer breiteren Öffentlichkeit als bisher bekannt geworden.

Ich habe mich in den vergangenen Jahren oft gefragt, wie ich mich verhalten würde, wäre ich in der Position eines Schellnhuber oder eines der anderen der bekannten Alarmisten. Wie würde ich in der Öffentlichkeit auftreten, welche Empfehlungen würde ich gegenüber einer Bundesregierung aussprechen, hätte ich deren Möglichkeiten – auch und gerade als Skeptiker? Ich würde mich genau so verhalten, wie oben beschrieben, denn ich würde vor allen Dingen erwarten, daß man mir vertraut. Vertraut, daß ich verantwortungsbewußt handle und das Beste erreichen will – das Beste im Sinne der Menschen, im Sinne derjenigen, die ich berate und im Sinne derjenigen, die ich repräsentiere.

Wäre ich also tatsächlich Hans Joachim Schellnhuber, so wäre ich wahrscheinlich Hans von Storch.

Bildquelle: Lizette Kabré via Flickr

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11 Kommentare
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  1. Vielen dank, schön zu wissen, daß man mit seinen Empfindungen nicht so alleine dasteht.
    Es gibt nichts schlimmeres, als ideologisierte Wissenschaftler, und in DE / DDR und UDSSR hatten wir von diesen miesen Typen mehr als genug, um davon wirklich genug zu haben.
    Die PIK -- Bande paßt da voll rein.

  2. ….würde ich mir mal die Climategate Analyis vom SPPI genauer durchlesen
    http://tinyurl.com/yl8o3t8

  3. Hallo Dr. Heller,

    Ihr Gedankenexperiment liest sich wie ein Anforderungsprofil für die Neubesetzung eines
    Top-Jobs nach erkannter Fehlbesetzung. Ich vermute mal die Absicht dahinter (;-)

    Für mich stellt sich allerdings die Frage ist Schellnhuber tatsächlich eine ungewollte Fehlbesetzung oder lediglich das Produkt der Wunschvorstellung der damaligen (1991/1992) Verantwortlichen –Kohl und Töpfer- für die Besetzung des „Gründungsdirektors“ dieses Instituts. Politiker suchen sich ja erfahrungsgemäß gerne Mitarbeiter/Berater aus, die wissen was sie –die Politiker- gerne hören.
    Ich glaube, bei der Wahl „Schellnhuber“ war wohl eher Töpfer derjenige, der den Ausschlag gab und seine „Erwartungen“ wohl auch durchblicken ließ.

    Interessant ist, dass Schellnhuber in der Reg.-Zeit Kohl relativ wenig von sich hören ließ und sich auch so doch recht „ruhig“ verhielt. Selbst zu der Zeit, als A.Merkel Umweltministerin war, verhielt er sich noch zurückhaltend. Ich vermute mal, dass das daran lag, dass er instinktiv wusste, dass Kohl keine Alleingänge dulden würde.
    Schellnhuber ist ein hochintelligenter Wissenschaftler, der es versteht sich ins rechte Licht zu setzen und auf Grund dieses Wesenszuges damals ja schon einige Meriten einheimsen konnte.

    Ob er auch tatsächlich der begnadete Forscher ist, für den er sich selbst hält und dies nach außen hin auch suggeriert, kann ich nicht beurteilen (aber Zweifel dürfen wohl angebracht sein). Was er allerdings zweifelsfrei (für mich jedenfalls) besitzt, ist eine ausgeprägtes Organisationstalent, was ihn befähigt ein Team (oder auch Institut) aufzubauen und mit ihm genehmen und loyalen Mitarbeitern zu besetzen. Auch weiß er offensichtlich Qualitäten seiner Mitarbeiter recht gut einzuschätzen. Denn wie sonst ist es erklärlich, dass ausgerechnet sein „Paradepferd“ Rahmstorf „lediglich“ als Abteilungsleiter fungiert, während die Stellvertreterpositionen innerhalb der Geschäftsleitung mit Anderen besetzt wurden.

    Nach meiner persönlichen Einschätzung ist Schellnhuber selbst nicht gerade „pflegeleicht“ und bedarf eigentlich von Seiten seines Patrons (Regierung) einer Führung am kurzen und straffen Zügel. Bei Kohl „genoss“ er offenbar diese Art der Führung und lieferte dementsprechend auch nur das ab, was von ihm verlangt wurde. Schlenker persönlicher ideologischer Art kamen gar nicht erst auf. Erst bei Schröder und Trittin witterte er Morgenluft und begann seine ideologischen Eskapaden. Derzeit ist er scheinbar völlig aus dem Ruder gelaufen und versucht Politik an der Regierung vorbei zu machen. Anders ist sein Verhalten für mich nicht erklärbar. Er fühlt sich wohl „von der Vorsehung“ zu Höherem berufen. Stichwort: „neue Kulturrevolution“ bzw. „große Transformation“.

    Was Sie unter den Punkten 1 -- 3 formulieren geht schon sehr nahe an ein Ideal heran. Wer kann das durchhalten ohne, je nach Situation, den einen oder anderen Punkt zu verletzen. Ich glaube unabdingbar in so einem Job ist doch der Ruf einer absoluten persönlichen Glaubwürdigkeit im Denken und Handeln. Das Wichtigste erscheint mir die Bewahrung der eigenen Integrität und dass man sich selbst und seinen Idealen (positiven) treu bleibt. Nachdem was ich bisher von Ihnen gelesen habe (leider keine Bücher) traue ich ihnen das ohne Weiteres zu. Nicht zuletzt deshalb, weil ich glaube festgestellt zu haben, dass Sie bei aller Kompromissbereitschaft in Grundsatzfragen kompromisslos bleiben. Leider trifft man eine solche Haltung immer weniger an und erlebt stattdessen wachsweiches Gedrehe und Gewinde, was als dann als Kompromiss verkauft wird. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Sie realiter diesen Job für sich selbst als anstrebenswert halten.
    Ein alter Fahrensmann sagte mir mal: „Im Ernstfall ist der beste Kompromiss KEIN Kompromiss“.

    schöne Grüße aus dem Moos.

  4. PS zu #3

    Das Bild von Schellnhuber zu Ihrem Artikel ist herrlich. Eine treffende Psychostudie.
    Und der Hintergrund „Quelle: Deutsche BP AG“. nomen est omen ?

  5. Lieber Moosgeist,

    vielen Dank für diesen netten Kommentar. So etwas liest man selten im Internet…

    Da Sie mich persönlich ansprechen, möchte ich auch entsprechend antworten. Ich schreibe hier nicht über meinen Job. Dieser ist allerdings auch kein Geheimnis: Ich arbeite ebenso als Berater, wie der Herr Schellnhuber. Wobei ich als Berater grundsätzlich den Interessen meiner Kunden verpflichtet bin -- und nicht meinen eigenen. Ich versuche im Job eben genau nicht, jemanden davon zu überzeugen, sich gemäß meiner Weltsicht zu verhalten. Sondern ich empfehle ihm, die Dinge zu tun, die seinen Erfolg maximieren. Meine Kunden stammen durchaus auch aus der Politik, aber in Regionen wie „Bundesregierung“ bin ich nicht vorgestoßen. Dafür bin ich nicht gut genug -- und das meine ich ganz ehrlich. Die Komplexität der Fragestellungen auf höheren politischen Ebenen (dasselbe gilt für die Wirtschaft) ist derart überwältigend, daß man ein erhebliches Maß an Erfahrung mitbringen muß (sowie Instinkt und Talent), um hier als Berater nützlich zu sein.

    Ich bin erklärtermaßen Querdenker. Das ist sozusagen mein USP. Meine Empfehlungen werden oft dann gefragt, wenn ein Kunde eine andere Meinung hören will. Gegen den Mainstream und gegen den Zeitgeist. Und es gibt zum Glück genug Menschen, auch Entscheidungsträger, die solche anderen Auffassungen nicht nur hören wollen, sondern auch zur Entscheidungsfindung benötigen. Die eigentlichen Entscheidungen ändern sich dadurch in der Regel nicht (mein persönlicher Einfluß auf die Dinge ist eben unmeßbar klein), aber manchmal ändert sich zumindest die Taktik, das „wie etwas gemacht wird“. Ich bewirke also eigentlich nicht viel, habe aber dafür den Vorteil, meine Integrität nicht aufgeben zu müssen. Da haben Sie voll ins Schwarze getroffen: Heutzutage sind die Strukturen eben so, daß man in der Regel opportunistisch agieren muß, will man aus der Beraterposition tatsächlich etwas durchsetzen. Schellnhuber ist also ganz sicher Opportunist, aber eigentlich bleibt ihm auch keine andere Wahl. Er müßte sein Sendungsbewußtsein aufgeben, um wieder integer sein zu können.

    Das hier hat mit meinem Job nicht viel zu tun. Ich werbe hier nicht um Kunden und werbe auch bei meinen Kunden nicht mit meinen Internetaktivitäten. Ich betreibe dies hier auch konsequent in meiner Freizeit, werde also nicht dafür bezahlt. Klimapolitik zählt natürlich auch zu meinen Expertisen im Job, ist dort aber eher ein nachgeordnetes Thema. Eine „Bewerbung“ für irgendwas ist das hier also ganz sicher nicht. Dafür wäre es auch zu dünn, um das mal ganz klar zu sagen. Eine wirkliche „Bewerbung“ sähe schon etwas anders aus. Ich bin derzeit sehr zufrieden mit meinen beruflichen Möglichkeiten und habe auch keinen Grund, daran etwas zu ändern.

    Meine skeptische Grundhaltung ist bei meinen Kunden bekannt, ich mache daraus keinen Hehl. Sollte also jemand aus meinem beruflichen Umfeld per Zufall auf diese Seite (oder auf Readers, oder auf Novo) stoßen, dann hätte ich damit kein Problem. Ich kann nicht bestätigen, wie einige andere das schon erlebt haben, daß eine skeptische Grundhaltung in Wirtschaft und Politik dazu führt, daß man wie ein Aussätziger behandelt wird. Ich treffe überraschend viele Menschen, auch Entscheidungsträger, von denen man eben niemals etwas im Web liest und die auch nie von irgendeinem Medium zu irgendwas befragt werden, die genau meiner Auffassung sind. Das ist aber oft nicht relevant, weil ihre Tätigkeiten entweder von ganz anderen Abhängigkeiten bestimmt werden, oder weil sie zur Sicherung ihres ökonomischen oder politischen Erfolges auf ein gewisses Maß an Opportunismus angewiesen sind.

    Das ist der eigentliche Erfolg, den die AGW-Hysterie vorzuweisen hat. Es ist gelungen, ein „Klima“ zu schaffen, in dem man quasi gezwungen ist, seine Konzepte und Produkte als „grün“ zu verkaufen (auch, wenn sie es nicht sind). Das wäre auch mal einen Artikel wert. Hätte beispielsweise ein Schellnhuber dieses Maß an Einfluß erreichen können, ohne seine politische Agenda derart in den Vordergrund zu stellen?

    Ich habe in meinem Job übrigens auch ständig mit Lobbyisten zu tun. Aller Couleur. Sehr intensiv muß ich mich in letzter Zeit mit Aktivisten von Greenpeace, BUND und NaBu befassen, denen man in diversen Gremien immer wieder begegnet. Auch dort mache ich bzgl. meiner skeptischen Grundhaltung keinen Hehl. Und das führte bislang nie zu Streitigkeiten, die wie hier im Web in persönliche und beleidigende Attacken übergehen. Ganz im Gegenteil: Mit jedem Umweltaktivisten, den ich bislang im realen Leben getroffen habe, könnte ich ein Bier trinken gehen. Ich finde kontroverse Debatten überaus befruchtend -- und allen meinen bisherigen Opponenten im Real Life kann ich das auch nachsagen. Menschen verhalten sich im Web, aus der Deckung der Anonymität heraus, völlig anders. Das ist natürlich bekannt. Und ein Grund dafür, warum ich mich entschieden habe, hier unter meinem echten Namen aufzutreten. Um mich auch selbst zu zwingen, nur Dinge zu schreiben, die ich anderen auch ins Gesicht sagen würde.

    Ich bin eben ziemlich sicher, daß alles, was ich bislang veröffentlicht habe, mir beruflich keinerlei Probleme bereiten würde, selbst wenn etwa mein Chef oder meine Kunden es lesen würden (was sie ja vielleicht sogar tun und sich heimlich schlapplachen -- wer weiß). Respekt ist das Zauberwort. Man muß sein Gegenüber, und habe man auch noch so unterschiedliche Auffassungen, immer respektieren. Deswegen respektiere ich auch Herrn Schellnhuber (und auch Herrn Rahmstorf). Ich habe Herrn Schellnhuber übrigens auch schon im realen Leben getroffen. Eine Konversation, die über „Guten Tag“ hinausging, ist aber leider nicht zustande gekommen. Und er wird sich an mich auch nicht erinnern können. Aber ich kann Ihnen sagen, daß er ein überaus charmanter Zeitgenosse ist und durchaus über Charisma verfügt. Er bewegt sich in der Öffentlichkeit sehr professionell, kann gut reden und vermitteln und hat ein insgesamt einnehmendes Wesen. Er strahlt Kompetenz aus -- und die werde ich ihm nie absprechen.

    (Nebenbei: Ich würde mich ja selbst herabsetzen, wenn ich meine Gegner allesamt als Idioten ansehen würde. Mich mit Idioten auseinanderzusetzen, dafür ist mir meine Zeit dann doch zu wertvoll.)

    Das muß reichen, um einen Eindruck davon zu vermitteln, wer ich bin und wie ich so ticke. Da Sie mich so persönlich angesprochen haben, muß eine entsprechende Antwort auch im Internet einmal gestattet sein. Komplimente wie die Ihren hört man nämlich immer gern, man ist ja schließlich auch nur Mensch.

    Ich schreibe derzeit tatsächlich an einem Buch. Aber ob es jemals fertig wird, sei dahingestellt. Ob es jemand verlegen mag -- ich bin mir da auch nicht sicher. Ich schreibe aber nicht über das Klima -- sondern über Mobilität. Wenn es mal fertig ist, werde ich im Web dafür werben. Sie werden es also mitbekommen. Wenn Sie es dann auch noch kaufen, dann wäre das natürlich toll.

    Beste Grüße

    Peter Heller

  6. @Moosgeist #4
    anscheinend wurde das passende Photo „aktualisiert“ ?

  7. Krishna Gans #6
    Schade, Ich fand das erste schöner. Das passte so schön und war so „durchgeistigt“.
    Jetzt sieht er nur noch nach „Priester auf der Kanzel“ aus,

  8. @Moosgeist #7
    Ich sag‘ lieber nicht, was ich von dem auf dem Bild halte…..

  9. @ Krishna & Moosgeist

    Ich habe das Bild mal durch eins ersetzt, von dem ich ganz sicher bin keine rechtlichen Konflikte zu bekommen. Man weiß ja nie. Es soll Leute geben, die mangels echter Argumente nach solchen Dingen Ausschau halten…

  10. @Rudolf Kipp #9

    Es soll Leute geben, die mangels echter Argumente nach solchen Dingen Ausschau halten…

    Na, sooo Leute kennen wir doch nicht, oder ?
    #;.)

  11. hey Krishna,
    ich glaube mit diesen Augen hat der Herr ein Drogenproblem, ich rate mal auf C2H6O.
    Meine Mutter, Gott hab sie selig, sah genau so aus und war mit dem gleichen Thema jahrelang befasst.
    Ansonsten wünsche ich Ihm einen angenehmen Ruhestand.
    Gruß Gerhard Schweickhardt

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