Werden in Kopenhagen zwei unterschiedliche Abkommen beschlossen?

9. November 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Kopenhagen, Politik

Kopenhagen_meerjungfrauJe näher die Entscheidung über eine neues weltweites Klimaabkommen in Kopenhagen rückt, umso unwahrscheinlicher wird es dass die Nationen sich auf einen verbindlichen Vertrag einigen werden. Schließlich endete auch die letzte Vorbereitungskonferenz in Barcelona ergebnislos.

Für die Staatschefs der westlichen Länder indes wäre das sich ankündigende Scheitern der Verhandlungen vor allem ein Problem für deren Glaubwürdigkeit, hatten viele von ihnen doch in den vergangenen Monaten verstärkt darauf hingewiesen, wie wichtig ein Nachfolgeabkommen für das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll für das globale Klima ist. Höhepunkt war die Einigung der G8 Staaten auf das „2 Grad Ziel von l’Aquila“ im Juli dieses Jahres. Spötter haben schon damals angemerkt dass Regierungen die nicht einmal die Kosten für die Gesundheit im eigenen Land in den Griff bekommen können sich nun anmaßen das Wetter beeinflussen zu wollen.

Durch ihre Ankündigung jedenfalls haben sich die Staatschefs selbst dermaßen unter Druck gesetzt, dass in Kopenhagen irgendein Beschluss gefasst werden muss. Wenn schon keine neuen verbindlichen Ziele dann zumindest ein Kompromiss der dann publikumswirksam als Erfolg verkauft werden kann.

Kompromiss in Kopenhagen?

Wie ein solcher Kompromiss aussehen könnte beschreibt der Telegraph in seiner heutigen Ausgabe. Nach Angaben der Zeitung liegen zwei Optionen auf dem Verhandlungstisch. Falls die Länder sich nicht auf eine der beiden einigen könnten wäre es auch möglich, dass zwei unterschiedliche Abkommen beschlossen würden und die Staaten jeweils das für sie genehme unterzeichnen.

Option eins wäre die Fortführung des Kyoto-Protokolls über 2012 hinaus. Diese Möglichkeit wurde auf der Klimakonferenz in Bali 2007 mit der Vorgabe beschlossen, dass man sich dann auf neue Ziele für die entwickelten Länder einigen müsse.

Zweite Option wäre nach Angaben des Telegraph eine sogenanntes Langfristiges Kooperatives Handeln  (Long-term Co-operative Action, LCA). Dieses ebenfalls in Bali beschlossene Konzept sieht vor, dass neben den Industrienationen auch die Entwicklungs- und Schwellenländer einen Teil der CO2-Reduzierungen zu leisten hätten.

Damit wird vor allem der Forderung der USA Rechnung getragen, Schwellenländer wie China und Indien stärker in die Verpflichtung zur Emissionsreduktion einzubeziehen. Ein durchaus sinnvolles Anliegen wenn man Emissionen reduzieren will, denn unabhängig ob man glaubt dass CO2 einen maßgeblichen Anteil auf das Klima hat oder nicht, eine Reduktion würde ohne Einbeziehung der Schwellenländer, wie gestern bereits dargestellt, wenig bis keinen Effekt zeigen. Diese werden jedoch einen Teufel tun, sich auf verbindliche Ziele festlegen zu lassen. Hängt doch deren wirtschaftliche Entwicklung vor allem von der weiteren Bereitstellung günstiger Energie ab.

Außer Spesen nichts gewesen

Der Stand der Verhandlungen ist jetzt also ziemlich genau dort angekommen, wo er schon nach der Bali-Konferenz 2007 war. Als Fazit kann man demnach bereits jetzt ziehen, dass die unzähligen wissenschaftlichen und politischen Vorbereitungskonferenzen für Kopenhagen außer einer Menge heißer Luft (und noch mehr CO2-Emissionen) absolut nichts bewirkt haben. Seit Jahren reisen Delegationen aus aller Herren Länder um die Welt, halten eine Konferenz nach der anderen in Luxushotels ab und können sich lediglich darauf einigen, wann und wo sie sich das nächste mal treffen werden. Die spannendste Frage wird so auch diesmal sein, welcher Ort auf der Welt sich demnächst auf den publicityträchtigen Besuch mehrerer tausend Diplomaten, ausgestattet mit großzügigen Spesenkonten, freuen darf.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

5 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Na, aber eine vernünftige Quellenangabe sollte doch schon sein, oder ?

    Der hier gespiegelte (komplett kopierte) Artikel stammt von:

    http://www.readers-edition.de/2009/11/09/werden-in-kopenhagen-zwei-unterschiedliche-abkommen-beschlossen/

  2. @ Demokrat

    Dann vergleichen Sie doch einfach mal die Autoren der beiden Artikel. Sie werden da erstaunliche Parallelen feststellen…

    P.S.: Normalerweise füge ich unter meine R-E Artikel noch ein, das sie zuerst hier erschienen sind. Das habe ich diesmal wohl vergessen.

  3. Gerade gefunden (Achgut, von Benny Pieser):

    Endlich! Geoinstitute kritisieren Klimahysterie

    …Offenbar nimmt langsam der Mut wissenschaftlicher Fachkenner zu, sich von der Potsdammer Angstmacherei scharf zu distanzieren. Der morgige Tagesspiegel berichtet:
    Was die Chefs großer deutscher Geoinstitute in der vergangenen Woche in Berlin präsentierten, erinnerte an die Klimadiskussion vor zehn Jahren. Es schien, als hätten wir einen großen Schritt zurück gemacht. Die Tagung „Klima im System Erde – Antworten und Fragen aus den Geowissenschaften“ lieferte nämlich kaum Antworten, dafür umso mehr Fragen sowie heftige Kritik an der politischen Fokussierung auf die Reduktion des Kohlendioxid(CO2)-Ausstoßes. So warf Reinhard Hüttl vom Geoforschungszentrum Potsdam den Klimaforschern mehr oder weniger deutlich Alarmismus vor, jedoch ohne klare Belege dafür zu bringen. Viele Zusammenhänge im Klimageschehen seien noch nicht wissenschaftlich verstanden, natürliche Faktoren müssten stärker berücksichtigt werden, hieß es auf der Konferenz, die auch von der Alfred-Wegener-Stiftung Bremerhaven und der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt/Main unterstützt wurde.

    Man merkt dem Autor (Reinhold Leinfelder ist Geowissenschaftler, Direktor des Berliner Naturkundemuseums und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen) deutlich an, dass er mit dieser Art von Entwicklung nicht glücklich ist. Er kritisiert vor allem, dass diese neue Offenheit gerade jetzt, vor dem Kopenhagen-Gipfel stattfindet. Damit würden „das Zwei-Grad-Ziel infrage“ gestellt und „wissenschaftlich begründetes Handeln “ hinausgezögert.

    Dabei haben die Teilnehmer der Veranstaltung doch gerade zum Ausdruck gebracht, dass die wissenschaftlichen Begründungen äußerst fragwürdig sind…

  4. Es ist aber schade, daß außer dem sehr interessanten Thesenpapier zur Konferenz „The Changing Earth“ (noch?) keine weiteren Dokumente oder gar einzelne Vorträge nachlesbar sind. So erfolgt die Diskussion darüber leider wieder mit Hilfe der medialen Verzerrung und die Öffentlichkeit muß (momentan?) vor der Tür bleiben.
    Jedenfalls gefällt mir das ehrliche Offenhalten von Fragen besser, als manch absolute Darstellung, wo alle Fragen geklärt sind und die Diskussion darüber für beendet erklärt wird. Die Basis des angeblichen Konsens liegt wohl doch eher auf einer sehr abstrakten Ebene.

  5. @Demokrat

    Ups……..so leicht kann man sich blamieren.
    Sollte wohl der „Copyright-Hammer“ werden, ist aber dann gründlichst in die Hose gegangen.

    Ihr Nickname „Demokrat“ ist leider sehr irreführend………wie wärs mit „Überwacher“ oder „DerewigeTroll“?

    Man o man, Typen gibs……lol.

    Kipp, sorry musste einfach mal sein, grins.

    MfG
    Heinz Eng

Schreibe einen Kommentar