Wie Schlagzeilen lügen

28. Mai 2013 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

„Jahrhundertelang eMoosB Kopieingefrorene Pflanzen wiederbelebt“, so betitelte die BBCnews einen Bericht über Untersuchungen von Wissenschaftlern aus der kanadischen Arktis. Der Meldung zufolge hatten Forscher sich den Teardrop-Gletscher am Sverdrup-Pass auf der Ellesmere-Insel angesehen. Dieser Gletscher hat sich – ganz wie auch die meisten seiner „Kollegen“ in der Arktis – im letzten Jahrhundert erheblich zurückgezogen. Seit 2004 hat sich dieser Rückzug sogar noch einmal stark beschleunigt: Zwischen 2004 und 2007 wich der Gletscher pro Jahr sogar  um gut vier Meter zurück. Dies passt ganz in das Schema der ständigen Alarmmeldungen aus der Arktis, die man im Zusammenhang mit der angeblich drohenden Klimakatastrophe bereits seit vielen Jahren hört. Besonders PR-wirksam ist es dabei, wenn hochrangige Politiker mit naturwissenschaftlichem Doktortitel nebst ganzen Trupps gutgläubiger Journalisten dorthin geschippert werden, um sich persönlich ein Bild davon zu machen, in welch atemberaubenden Gröβenordnungen diese „Klimakatastrophe“ inzwischen die eisigen Schätze unseres Planeten vernichtet hat.

Normalerweise hätte sicherlich auch die Expedition zum Teardrop-Gletscher eine in diese Richtung gehende Schlagzeile erhalten – wenn, ja wenn die Forscher um Catherine La Farge nicht ein Thema aufgegriffen hätten, das nicht so recht mit den üblichen Katastrophenszenarien harmonieren wollte. Fr. Lafarge und ihre Kollegen hatten nämlich nach dem jüngsten Gletscherrückzug entdeckt, dass unter dem schmelzenden Eis Moose, Cyanobakterien und terrestrische Algen zum Vorschein kamen, die dort seit etwa 400 Jahren begraben waren. Und das passt nun mal nicht so recht in das Bild einer katastrophalen, vom Menschen verursachten globalen Erwärmung.

Zum Glück für diejenigen Vertreter der Klimawissenschaft, die der Theorie von der „menschengemachten globalen Erwärmung“ anhängen, und ihre Freunde in den Medien zeigte sich, dass einige der gefundenen Moospflanzen selbst nach dieser langen Zeit unter dem Eis noch lebensfähig waren und Anzeichen für eine spontane Regeneration zeigten. Anlass genug für die Forscher, einige Proben mit ins Labor zu nehmen, wo sie tatsächlich erneut zum Leben erweckt werden konnten. Und damit war es der Presse möglich, Schlagzeilen über das Wunder dieser kleinen, zähen Pflänzchen zu präsentieren, die selbst 400 Jahre unter einem Gletscher überleben konnten.

Ablenkung von eigentlichen Thema

Diese Story, die in ähnlicher Form auch von Spiegelonline gebracht wurde, ist ein Musterbeispiel dafür, wie manche Medien es schaffen, von unangenehmen Tatsachen abzulenken, indem sie einfach Nebenaspekte hervorheben. Die eigentliche Botschaft hätte nämlich lauten müssen: Nach 400 Jahren ist die Kleine Eiszeit  noch dabei, weitere Bereiche der Arktis aus ihrem immer noch andauernden Würgegriff zu entlassen. Stattdessen heiβt es , die Kleine Eiszeit habe im 15. Jahrhundert begonnen und im 19. geendet. Die Funde von Ellesmere Island belegen jedoch, dass dies nicht stimmt: Noch immer sind Landstriche und Pflanzen, die vor mehr als 400 Jahren blühende Landschaften waren, unter Eismassen begraben, die sie erst jetzt langsam preisgeben. Die kleine Eiszeit ist demnach in manchen Gebieten immer noch in ihrer Abklingphase. Und das, was man uns seit Jahrzehnten als Klimakatastrophe epischer Dimensionen verkauft, ist in Wirklichkeit nichts weiter als eine Rückkehr zu einem früheren Normalzustand, in dem das Klima der Menschheit in Europa und anderswo wesentlich freundlicher gesonnen war als selbst im 20. Jahrhundert. Die Erde hat mitnichten Fieber, eher erholt sie sich gerade von einer kräftigen Erkältung. Doch indem man stattdessen Schlagzeilen über die Lebensfähigkeit von Moosen macht, lenkt man von dieser für manche Profiteure des „Klimaschutzes“ unbequemen Tatsache ab…

Fred F. Mueller

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Ein Kommentar
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  1. Wieder ein Beispiel, welche Schlussfolgerungen getroffen werden können, wenn der analytische Blick nicht durch finanzielle/ideologische Abhängigkeiten befangen ist.
    Der Mainstream, einer modischen „Klima-Wissenschaftlichkeit“, erinnert daran, wie schon in der Vergangenheit wissenschaftliche Irrtümer offiziellen Status hatten, sofern sie sich administrativ behaupten konnten.
    Unsere „Klima-Wissenschaftler“ vermessen sich wenigstens nicht mehr an Köpfen, um ihre „Vermessenheit der Theorie-Findung“ als politische Legitimation des Zeitgeistes fortzusetzen, sie frisieren eher, um haarige Theorien als Vorwand zu betreiben, wie das UBA zeigt.

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