Wo die Innovation herkommt…

27. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Karbonsteuer, Politik

Vor einigen Wochen schon flatterte mir das neueste Heft der Siemens-Zeitschrift „Pictures of the Future“ auf den Schreibtisch. Und da Siemens in seinem Marketing glaubt, sich einen tiefgrünen Anstrich verpassen zu müssen, ist das Heft voll mit Zukunftsvisionen der Siemens-Vordenker zum Thema „nachhaltige“ Mobilität. Was das nun sein soll, was nun an diesen neuen Technologien und Systemkonzepten die „Nachhaltigkeit“ ausmacht, blieb mir verschlossen. Aber daß man kaum eines der auf über 50 Seiten angepriesenen technischen Systeme kaufen kann, ist mir aufgefallen. Die für mich eigentlich wichtige Nachricht in diesem Heft fand sich schon auf Seite 3. In der Rubrik „In aller Kürze“ werden nämlich die wirklichen Innovationen des Konzerns vorgestellt. Also die Produkte, die tatsächlich am Markt verfügbar sind und Wertschöpfungsmöglichkeiten eröffnen. Von einer neuartigen Gasturbine ist da die Rede. Die von einem amerikanischen Energieversorger zur Modernisierung konventioneller Kraftwerke gleich in sechsfacher Ausfertigung bestellt wurde. Mit dieser Turbine können Wirkungsgrade um 60% in der Stromerzeugung aus konventionellen Rohstoffen erzielt werden. Weltrekord.

Dieses kleine Beispiel zeigt nicht nur, wie blind uns die Klima- und Umweltdebatte für wirklich bedeutende technische Neuerungen gemacht hat. Sondern eben auch, wie Innovationen entstehen und welche für die Zukunft unserer Energieversorgung wichtig sind.

Der Hartwellsche Denkfehler

Roger Pielke jr. hat Recht, wenn er in seinem Artikel für die Zeitschrift Capital darauf hinweist, daß der Energiehunger der Menschheit steigt und steigt und daß insbesondere Deutschland in dieser Hinsicht große ökonomische Chancen hat. Hier bei uns kann man die Technologien entwickeln und verkaufen, für die es einen entsprechenden Bedarf gibt. Und er hat auch Recht, wenn er auf das wiederholte Scheitern des klimapolitischen Ansatzes verweist, der sich an strikten Höchstgrenzen für Emissionen orientiert und von den Entwicklungsländern verlangt, ihr Wachstum deutlich zu verlangsamen.

Denn die Technologie, die als Alternative zur Nutzung von Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran die mehr als eine Milliarde Menschen mit Elektrizität und Treibstoffen versorgen könnte, denen es an diesen mangelt, steht nicht zur Verfügung. Nicht heute und auch nicht in zehn oder zwanzig Jahren. Und weder Subventionen, noch ein globaler Emissionshandel können solche neuen Technologien, solche Innovationen, hervorbringen. Pielke hat aber Unrecht, wenn er denkt, eine geringe CO2-Steuer, die keine Lenkungswirkung auf das Verbraucherverhalten hat und einfach nur als zusätzliche staatliche Einnahmequelle in die Erforschung alternativer Energiequellen (insbesondere in NIEs) fließt, könne dieses Problem lösen.   

Eduardo Zorita fragt auf der Klimazwiebel berechtigterweise, wo denn diese Innovationen letztendlich herkommen sollen, welche es sein könnten und ob tatsächlich staatliche Mittel für Forschung zur Initialisierung eines solchen Innovationsschubes taugen.

Denn sie taugen nicht.

Zorita verwendet zwei populäre Beispiele, an denen deutlich gemacht werden kann, welchen Denkfehler Pielke und alle anderen Hartwell-Autoren begehen: Das Internet und das Apollo-Programm. Letzteres ist auch ein Liebling von Al Gore, der seit Jahren nicht müde wird, ein neues Apollo-Programm für Energietechnologien zu fordern. In beiden Fällen wurden tatsächlich erhebliche staatliche Mittel in öffentliche Forschung investiert und in beiden Fällen scheint ein großer Innovationsimpuls davon ausgegangen zu sein. Bei näherem Hinsehen entpuppt sich dies aber als Chimäre. Mitnichten hat das Apollo-Programm ein Geschäftsfeld „Mondflüge“ eröffnet und es hat auch keinen Markt für Mondfähren und Mondraketen initialisiert. Und die Entwicklung des Internet durch die DARPA in den USA und dessen Vollendung durch die in Europa erfundene „Hypertext Markup Language html“ ergab zunächst auch keine Wertschöpfungsmöglichkeiten. Tatsächlich stehen sowohl Übertragungsprotokolle wie auch die Sprache html allen Anwendern kostenlos zur Verfügung. Beide staatlichen Ansätze sind im Stadium der Invention, der Erfindung, steckengeblieben. Großangelegte öffentlich finanzierte Forschungsprojekte sind nun einmal die Verwandlung von Geld in Wissen. Mehr nicht. Der wichtige Schritt zur Innovation aber ist die Verwandlung von Wissen in Geld.

Sicher hat das Apollo-Projekt die Entwicklung integrierter Schaltkreise vorangetrieben. Da es aber keinen Markt für Mondfähren gegeben hat und da das wesentliche Anwendungsfeld für Raketen damals wie heute militärischer Natur war, hätte der Fortschritt durchaus an dieser Stelle steckenbleiben können. Erst der Taschenrechner als wirkliche Innovation bedeutete für die neue Halbleitertechnik den Durchbruch an den Märkten und setzte den Impuls für immer neue Verbesserungen und immer neue Produkte. Das Internet wäre auf die Kommunikation wissenschaftlicher Inhalte zwischen Forschungseinrichtungen begrenzt geblieben, hätten nicht findige Unternehmer sein Potential für ganz andere Zwecke erkannt. Und es dann mit entsprechenden Applikationen, vom Browser bis zur Suchmaschine, verbessert und erweitert.

Man kann also festhalten: Internet und Apollo-Programm als staatliche Forschungsprojekte haben lediglich Infrastrukturen geschaffen. Und waren so wenig innovativ, wie der Bau einer Straße. Die Fahrzeuge zu entwickeln und zu vermarkten, die auf so einer Straße fahren können, ist dagegen die eigentliche Innovationstätigkeit. Staatliche Programme werden immer bei der Invention, bei der Schaffung von Infrastrukturen steckenbleiben. Es gibt kein Beispiel für das Gegenteil.

Und das liegt, auf der abstrakten Ebene, an dem Unterschied zwischen Forschung und Entwicklung. Begriffe, die oft synonym gebraucht werden, aber in Wahrheit zwei völlig verschiedene Ansätze beschreiben. Forschung ist der Versuch, Phänomene zu entdecken und im Rahmen theoretischer Modellvorstellungen zu beschreiben. Es geht darum, diese Beschreibung immer weiter zu verbessern, um letztendlich immer genauer erkennen zu können, wie etwas vor sich geht.

Entwicklung aber nutzt solche Phänomene, ohne genau zu wissen, wie etwas funktioniert. Es geht dem Ingenieur, der die Entwicklung durchführt, nicht darum, einen in der Forschung entdeckten und beschriebenen Effekt immer besser zu verstehen. Sondern darum, einen solchen Effekt zu verstärken und zu lenken, um damit eine bestimmte Wirkung zu erzielen. Eine Wirkung, die einen Nutzen hat für einen potentiellen Kunden.

Hinsichtlich der Energieproblematik sind die Kundenwünsche völlig eindeutig:

  • Robustheit: Energie muß verläßlich und verfügbar sein. Der jeweils individuelle Bedarf muß zu jedem Zeitpunkt erfüllt werden können. Kaum jemand wird ein Fahrzeug kaufen, für das er nicht zu jedem Zeitpunkt flächendeckend Treibstoff kaufen kann. Und wenn man einen Vertrag mit einem Stromversorger abschließt, so erwartet man zu jedem Zeitpunkt so viel Strom zur Verfügung zu haben, wie man gerade benötigt. Und wenn man eben alle Verbraucher im Haushalt gleichzeitig einschaltet: Der Versorger hat zu liefern.
  • Sicherheit: Die Anwendung einer Energiequelle oder einer Umwandlungstechnologie darf nicht riskant sein. Kein Kunde kauft ein Auto, wenn die Gefahr einer Explosion von Motor (oder Batterie) besteht. Eine gasbetriebene Heizung sollte das auch nicht tun. Und vor allem nicht ihre Nutzer vergiften.
  • Effizienz: Energie darf nicht mehr kosten, als der Wert, den ihre Nutzung aus der Sicht des Anwenders hat.

Nun ist Innovation ein dynamischer Vorgang und kein statischer Prozeß. Wir sind mit Energie versorgt. Jede Neuheit wird daher am Markt mit dem schon Vorhandenen verglichen. Ist die Neuheit wirklich robuster, sicherer und effizienter? Und: Diese drei Kriterien stehen oft in einem Widerspruch zueinander. Die sicherste Technologie ist nicht unbedingt die effizienteste und die effizienteste nicht unbedingt die verläßlichste.

Eine potentiell erfolgreiche Innovation, so kann man zusammenfassend festhalten, löst die Widersprüche zwischen den drei Kriterien der Nutzeransprüche kompromißlos auf und leistet dies aus Anwendersicht optimaler, als die schon vorhandene Lösung.

Volatile Energiequellen wie Wind und Sonne, scheitern ganz einfach an den Kriterien der Robustheit und der Effizienz. Sie sind teurer als vorhandene Lösungen und weniger verläßlich. Sie können daher am Markt nur durch Subventionierung, durch künstliche Verbilligung, überleben. Eine zukunftsfähige Lösung sind sie nicht. Es mag sein, daß umfangreiche Forschungsinitiativen, umfangreiche Inventionstätigkeiten daran irgendwann einmal etwas ändern können. Aber sicher ist das nicht, und schon gar nicht für die nähere Zukunft zu erwarten.

Hier zeigt sich ein weiteres wesentliches Charakteristikum: Innovationen entwickeln sich nicht durch Revolutionen, sondern durch Evolutionen. Technik ist pfadabhängig. Es ist immer mit größeren Erfolgschancen verbunden, das Bestehende zu verbessern, statt etwas revolutionär Neues zu entwickeln. Und die Evolution der Technik ist stetig im Gang. Sie bleibt der breiten Öffentlichkeit oft verborgen, weil sie unterhalb der Wahrnehmungsschwelle stattfindet. Und weil natürlich außer den Entwicklern selbst kaum jemand ausreichend detailliert über die Funktionsweise technischer Systeme informiert ist, um evolutionäre Entwicklungen überhaupt erkennen zu können.

Die Würdigung von Innovationen ist oft erst in der Rückschau möglich, mit vielen Jahren Abstand. Die wenigsten Zeitgenossen werden beim Anblick einer Newcomen-Maschine im 17. Jahrhundert an die Eisenbahn gedacht haben. Und noch weniger werden wohl erkannt haben, was der von Alfred Krupp 1852 entwickelte nahtlose Radreifen für die Mobilität bedeuten könnte. Wer hat schon 1970 einen Taschenrechner gesehen und das iPhone vermutet? Oder gar die Bearbeitung von Urlaubsvideos am eigenen PC und deren Veröffentlichung wahlweise im eigenen Blog, bei Youtube oder Facebook? Was uns heute als Revolution erscheint, der Ottomotor beispielsweise, die Turbine (Strahltriebwerk), das Kernkraftwerk, war immer die Folge von jahre- und jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit an kleinen Details einzelner Komponenten und deren kluge (Neu-)Kombination zu einem neuartigen technischen System. Innovationen bauen aufeinander auf, sie sind voneinander abhängig, sie entstehen in einem Rahmen, der durch Vorläuferinnovationen vorgegeben wurde. Sie kommen nicht aus dem Nichts. Der Kruppsche Radreifen ist hier ein Paradebeispiel: Er hat die bekannten Prozesse des Schmiedens, des Streckens und des Walzens einfach nur neu kombiniert, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Er hätte dies nicht machen können, ohne auf die jahrtausendealte Entwicklung vor ihm zurückgreifen zu können. Seine neue Produktionstechnologie konnte zu exakt diesem Zeitpunkt entstehen, zu dem er sie entwickelt hat. Keinesfalls hundert oder mehr Jahre früher.

Wo die Innovationen herkommen

Und so wird es auch in der Energietechnologie funktionieren. Die Pfadabhängigkeit gibt beispielsweise den Verbrennungsprozeß, die gesteuerte Kettenreaktion der Kernspaltung und die Umwandlung von Wärme in Bewegung vor, angewendet auf der Basis von Abermillionen Mannstunden Entwicklungsleistung sowohl in der großmaßstäblichen Erzeugung von Elektrizität, als auch für den Antrieb von Fahrzeugen. Die Nutzung der zugrundeliegenden Effekte ist so weit ausgereift, daß sie die Nutzeransprüche weit besser erfüllen, als Alternativen aus der Elektrochemie, die Photovoltaik oder gar die Windenergie. Technologien, die dementsprechend nur in Nischenbereichen konkurrenzfähig sein können. Die weitere Verbesserung, die Genese noch marktfähigerer Lösungen, die Entwicklung von Innovationen, die den Widerspruch in den drei zentralen Nutzeranforderungen noch besser auflösen können, wird daher am ehesten in diesen konventionellen Bereichen erfolgen. Und die Zeichen dafür sind deutlich erkennbar, wenn man denn hinschaut. Einige Beispiele sind:

  • Der Einsatz neuer, hochtemperaturbeständiger Materialien in Brennkammern: Eine höhere Verbrennungstemperatur und damit eine vollständigere Verbrennung wird möglich. Dies verringert den erforderlichen Kraftstoffeinsatz, vermindert die Entstehung von Schadstoffen und steigert die Effizienz.
  • Die optimierte Gestaltung der Geometrie der Brennkammer: Hier wirken Computermodelle zur Simulation des Verbrennungsprozesses, neue Materialien und verbesserte Produktionsverfahren zusammen. Die Verbrennung kann auf diese Weise ebenfalls vollständiger erfolgen als bislang.
  • Produktionstechnologien zur Verbesserung von Komponenten: der Einsatz des Lasers als Werkzeug, das sowohl fügen, als auch trennen kann, und das hochgenau in sehr kleinem Maßstab ermöglicht neue Geometrien (bspw. bei Turbinenschaufeln). Nanobeschichtungen vermindern Verschleiß und damit Verunreinigungen in der Brennkammer. Wartungsintervalle werden größer, Kosten werden gesenkt.
  • Intelligente Materialien: Piezokeramiken wandeln Druckdifferenzen direkt in elektrische Spannung um (und umgekehrt), thermoelektrische Stoffe zeigen denselben Effekt, wenn sie Temperaturgradienten ausgesetzt sind. Magnetorheologische Flüssigkeiten können aus magnetischen Wechselfeldern mechanische Energie gewinnen, Memory-Metalle können diese speichern und gezielt wieder abgeben. All diese Komponenten sind also geeignet, Umwandlungsverluste zu vermindern und die Effizienz der Energieumwandlung zu steigern. Im Mikro- und Nanomaßstab ist es vorstellbar, solche Elemente in Bauteile (bspw. aus Verbundwerkstoffen) einzulagern und diese damit variabel zu machen. Variabel hinsichtlich beispielsweise eines umströmenden Mediums. Flugzeuge, die in jeder Flugphase optimalen Auftrieb (und optimalen Luftwiderstand) aufweisen sind damit ebenso denkbar, wie entsprechend intelligente Turbinenschaufeln.
  • Schnelle Neutronen: Im übertragenen Sinne sind alle diese Ansätze auch bei Kernkraftwerken der vierten Generation geplant. Die Gestaltung der Kettenreaktion (Verwendung schneller statt thermischer Neutronen) ermöglicht es dort, auch Reaktionsprodukte, die heute als hochradioaktive Abfälle vielen Menschen Sorgen bereiten, als „Brennstoffe“ und damit als Energielieferanten einzusetzen.

Und so weiter, und so fort. Man könnte diese Liste noch seitenlang fortsetzen.

Wichtig ist: Diese Innovationstätigkeit findet bereits statt. Ganz ohne Pielkes Karbonsteuer, ganz ohne globalen Emissionshandel, ganz ohne großangelegte staatliche Forschungsprogramme (wohl wird die Entwicklung in den Unternehmen gefördert, das ist allerdings ein Unterschied zur Förderung öffentlicher Forschungseinrichtungen und zur Subventionierung von Produkten im Marktgeschehen). Weil Energie und Energieumwandlung schon heute ihren Preis haben und weil der Markt eigenständig den Evolutionsprozeß zu immer kostengünstigeren Lösungen initiiert. Auf der Grundlage solcher Entwicklungen wurde die anfangs erwähnte Siemenssche Gasturbine möglich. Und diese Trends sind es, die die Energietechnologie in den kommenden Jahrzehnten prägen werden. Da kommen die Innovationen her.

Kein Klimaschutz ist die beste Lösung

Und es bringt tatsächlich auch etwas für die Minderung von Emissionen. Die Abbildung zeigt die Entwicklung des Kohlendioxid-Ausstoßes in Deutschland (gesamt, West und Ost) seit 1971 und die Entwicklung des Ausstoßes aller Treibhausgase seit 1990 mit den jeweiligen linearen Trendlinien. Ob es in dem Tempo weitergehen kann, vermag ich nicht vorherzusagen. Aber wenn es so weitergeht, wird Deutschland nicht nur sein Kyoto-Ziel, sondern auch die laut Koalitionsvertrag vereinbarte Minderung erreichen. Und sehr nahe an die Vorstellungen des Energiekonzeptes der Bundesregierung herankommen. Ganz von selbst. Denn wie ein Blick auf die Zeitachse verdeutlicht: Weder das Stromeinspeisegesetz von 1991, noch das EEG (2000) und schon gar nicht der Emissionshandel in der EU (seit 2005) haben irgendeine Wirkung hinterlassen.

Stattdessen war es die Effizienzsteigerung von Verbrennungskraftmaschinen sowohl in der Erzeugung von Elektrizität, als auch im Antriebsstrang von Fahrzeugen, die diese Entwicklung erst möglich machte. Und weiterhin möglich machen wird, auf der Basis unter anderem der oben genannten Faktoren.  

Keine Klimapolitik, so meine Botschaft vor Cancun, ist eben immer noch die beste Klimapolitik. Man unterstütze die oben beschriebenen Mechanismen und Trends durch die gezielte Förderung von Neuentwicklungen, von Innovationen, in Unternehmen. Dann folgt die Minderung der Emissionen als indirekter Effekt von ganz allein.

Link: Diskussion des Pielke-Artikels bei der Klimazwiebel

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37 Kommentare
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  1. Ein hervorragender Artikel, der die Problematik umfassend und richtig beschreibt. Staatliche „Innovationen“ sind nichts anderes als Planwirtschaft. Sie erinnern an die Fünf-Jahres-Pläne des untergegangenen Ostblocks.

    Auch das Energiekonzept der Bundesregierung ist ein planwirtschaftlicher Irrtum. Es zeugt von nichts anderem als der grenzenlosen Selbstüberschätzung selbsternannter staatlicher Planungsbehörden. Es ist ein Produkt aus Hybris und Realitätsferne.

    Derartige staatliche Planwirtschaft ist bisher immer gescheitert. Sie wird aus diesmal scheitern.

  2. Lieber Herr Heller,
    ein sehr kluger Artikel, der die Situation frei von jeder Polemik vortrefflich analysiert und beschreibt. Großes Kompliment dafür.
    mfG
    M. Limburg

  3. Hut ab, Herr Heller!

    Ich habe diesen wichtigen Beitrag mit Genuß und hohem Erkenntnisgewinn gelesen. Mir ist für viele Blickrichtungen ein Licht in der gedanklichen Dunkelheit aufgegangen. Danke!

    Beste Grüße B.

  4. Es ist sehr zu hoffen, dass dieser ausgezeichnete Artikel weite Verbreitung erfährt. David Harnasch hat schon bei AchGut verlinkt. Offensichtlich erregt dieser Block nun auch die Aufmerksamkeit abseits der „Klimawandeldiskussion“.

    Vielen Dank und weiter so.

  5. Lieber Herr Heller,
    Exzellenter Artikel. Sie sprechen genau das Dilemma an. Fördern ohne den Lösungsweg zu behindern.
    Verbesserungen und Innovationen müssen erarbeitet und erfunden werden. Sie können weder geplant noch garantiert werden. Auch deshalb scheitern Planwirtschaften und planwirtschaftliche Steuerungsinstrumente. Durch Förderung kann man den Innovationsprozess unterstützen, aber auch behindern.
    Die Politik sollte deshalb nur die Ziele formulieren und durch Förderung unterstützen. Das EEG ist ja keine Förderung, sondern eine Subvention die träge macht.
    Bestimmte Lösungen vorzugeben, wie es zum Beispiel die Grünen tun wollen, behindert den Lösungsprozess. Die erarbeiteten Lösungen müssen deshalb vor der Einführung dringend auf Wirksamkeit überprüft werden. Werden unwirksame Lösungen eingeführt und künstlich wirtschaftlich gemacht, wird der wirkliche Lösungsweg blockiert.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  6. Vielen Dank für das Lob an alle.

    Mittlerweile hat Pielke auf der Klimazwiebel geantwortet. Wir sollten wohl demnächst mal den ein oder anderen Text hier auch in Englisch anbieten. Wobei die Google-Translation nicht dazu geführt hat, daß Pielke irgendetwas mißverstanden hätte.

  7. Sehr klar und deutlich auf den Punkt gebracht, lieber Herr Heller. Exzellenter Artikel, den man jedem nur weiterempfehlen kann.

  8. Und auch Steffen Hentrich von der Friedrich-Naumann-Stiftung ist in das Thema eingestiegen.

    Das macht schon ein bißchen Mut. Was jemand wie Pielke jr. auslösen kann, wenn man ihm denn in einer durchaus nicht unbedeutenden Zeitschrift (Capital) Raum für seine Gedanken gibt…

    Vielleicht ist am Ende die Karbonsteuer, verbunden mit dem entsprechenden Konzept, diese Mittel auch richtig einzusetzen, tatsächlich der entscheidende Treffer gegen Alarmismus und Hysterie. Das werden wir hier bei Science Skeptical natürlich weiter verfolgen.

  9. Ich weiss nicht warum Herr Heller aber nach dem lesen dieses Artikels hatte ich irgenwie das Gefuehl von „alles wird gut“
    Ich denke das liegt an der einfachen Klarheit Ihrer Argumentation und deren Beleg durch nicht zu widerlegende Fakten.
    Meinen Dank und Kompliment,
    Med vennlige hilsen i fra norden
    Karl Rannseyer

  10. @Heller

    Ich schließe mich da mal meinen Vorrednern an, großes Lob für den logisch nachvollziehbaren Artikel.

    Das ganze erinnert mich ein bisschen an „Apple“……..die Firma, die passend zum MP3 Player (I-Pod) gleich noch einen bezahlbaren Vertriebsweg für Musik aufgebaut hat (zu Napster-Zeiten ne blöde Idee), der Musikindustrie, die zwar auf die kostenlose Verbreitung ihres Produktes geschimpft hatte aber noch nicht im Zeitalter des Internets angekommen war, arge Kopfschmerzen bereitet hatte.

    Und heute, sind hohe Prozentzahlen der Einnahmen der Musikindustrie auf den Internet-Vertriebsweg zurückzuführen, weil auch andere auf diesen fahrenden Zug aufgesprungen sind.
    Neue Technik, gepaart mit unternehmerische Innovationen bringen am Ende Produkte an den Markt, die vorher auch der beste Zukunftsforscher nicht voraussehen konnte.

    Warum sollte diese Prinzip nicht auch für die Energieversorgung gelten, oder denken jetzt ein paar Leute, das der Erfindungsreichtum gerade auf diesen Sektor nicht existens ist?

    Ich habe aber leider die Befürchtung, das diese Innovation nicht aus Deutschland kommen wird, gibt es doch gerade in diesem Lande mehr Bedenkenträger und Bürokraten als innovative Menschen.

    MfG
    Heinz Eng

  11. Hallo Herr Heller,

    nachdem Ihr obiger Artikel so positiv Furore macht, erscheint es schon fast banal, wenn der Moosgeist jetzt noch hinterher gekleckert kommt. Aber irgendwie muss ich es einfach los werden, dass ich diesen Ihren Artikel für das Beste halte, was ich bisher von Ihnen gelesen habe. Man spürt förmlich wie der Hammer den Nagel auf den Kopf trifft.
    Interessant finde ich, wie Sie Innovation in die, auch aus meiner Sicht, richtige Reihenfolge zur Evolution setzen. Betrachtet man jetzt die Innovation als das Nutzbarmachen -im Sinne der Nützlichkeit und Wertschöpfung- des Ergebnisses einer evolutionären Entwicklung, so wird deutlich, wie inflationär der Begriff „Innovation“ mittlerweile in der grünen Neusprech Verwendung findet.

    In einer Zeit, in der das Rumrühren im „grünen Farbtopf“ und ein grüner Schlüpfergummi schon als innovativ gilt, ist es sicherlich vonnöten die Begriffe wieder auf die richtigen Füße zu stellen. Dass Sie dies in Ihrem Artikel tun, dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung.

    Ach ja, zu dem angesprochenen „Apollo-Programm“ fällt mir ein Vers aus der damaligen Zeit ein:
    **Die Fahrt zum Mond hat sich gelohnt. Jetzt weiß die Wissenschaft im Grunde ganz gewissenhaft, dass sich die Fahrt zum Mond nicht lohnt. D’rum hat die Fahrt zum Mond sich schließlich doch gelohnt.**

    Herzliche Grüße aus dem verschneiten Moos

  12. Nein, Herr Rannseyer, es wird nicht alles gut. So ist der Text auch nicht gemeint.

    Es gibt vielerlei Gründe, warum die Dekarbonisierung nun ausgerechnet in Deutschland auf diese Weise funktioniert, im Rest der Welt aber nicht. Effizienzsteigerung bedeutet ja auch immer Rebound-Effekte. So kann man im internationalen Flugverkehr beobachten, wie eine Effizienzsteigerung von 2-3% p.a. ein Wachstum von 5-6% p.a. initiiert und damit auch den Kohlendioxid-Ausstoß insgesamt steigert. Für Deutschland ist entscheidend:

    -- kein Bevölkerungswachstum in den letzten 30 Jahren im Gegensatz zu bspw. Japan, China, Indien und den USA
    -- ein starker industrieller Kern, der auch relativ (gemessen am Anteil der Industrieproduktion am BIP) mehr als doppelt so groß ist, wie in Frankreich oder England
    -- der „doppelte Neuaufbau“ nach dem zweiten Weltkrieg und nach der Wiedervereinigung, der uns insgesamt in die Lage versetzte, schneller zu modernisieren als andere Länder

    Dies ist tatsächlich eine Ausnahmesituation.

    Grundsätzlich ist das Problem, daß sich wegen der Rebound-Effekte und der wachsenden Weltbevölkerung Effizienzsteigerungen (respektive wirtschaftliches Wachstum, denn Ressourceneffizienz ist ein zentraler Wachstumstreiber mindestens seit 10.000 Jahren) nicht unmittelbar auf den CO2-Ausstoß mindernd auswirken, von Pielke korrekt erkannt worden. Und Pielke sagt folgerichtig, die gegenwärtige Klimapolitik muß scheitern, da sie sich über die Implementierung absoluter Emissionsgrenzen in den Gegensatz zu wachstumsorientierten Strategien stellt und letztere am Ende immer gewinnen.

    Sein Gegenmodell, die „Karbonsteuer ohne Lenkungswirkung“, die so gering ist, daß sie keiner bemerkt, die aber trotzdem in der Summe bedeutende neue Staatseinnahmen generiert, kann nur dann Innovationen unterstützen, so meine Aussage oben, wenn sie Entwicklungen in der Wirtschaft stützt. Wenn sie gegenwärtige Trends aufgreift und zu verstärken sucht. Die Idee der Alarmisten aber ist, zu lenken, zu regulieren und gegen die Trends zu agieren.

    Am Ende geht es um die Frage, wie kann man in einem demokratischen Entscheidungsfindungsprozeß die Interessen derjenigen, die einen mutmaßlich menschgemachten Klimawandel fürchten, und derjenigen, die das nicht tun, miteinander verheiraten? Also den Interessensausgleich herstellen.

    Die Alarmisten sind offensichtlich nicht an einem Interessensausgleich interessiert, denn sie verbinden mit dem Klimaschutz noch ganz andere Ziele (letztendlich die grundlegende Umgestaltung unserer Lebensweise).

    Eine Karbonsteuer als Wirtschaftsförderungsmaßnahme, die Wachstum nicht behindert, sondern „begleitet“ könnte ein solcher Interessensausgleich sein. Dazu muß man aber die absoluten Emissionsgrenzen als Zielstellung, oder besser als „determinierende Rahmenbedingung“ aufgeben. Stattdessen muß man Emissionsminderungen als indirekte Folge dessen, was man sinnvollerweise machen kann, um die Wirtschaft zu unterstützen, anerkennen (s. Hartwell-Papier).

    Da Politik dies nicht kommunizieren kann, ist nicht alles Gut. Die Auseinandersetzung wird, wenn wir Skeptiker den Alarmisten nicht nur ein „ihr redet Quatsch“, sondern ein „was ihr wollt, können wir auf unsere Weise viel besser“ entgegenhalten, eher noch an Schärfe zunehmen (man schaue sich an, wie bspw. Alarmisten auf Pielkes neues Buch reagieren, einiges dazu in Pielkes Blog). Die Hysterie der anderen Seite wird in dem Maße steigen, wie wir Skeptiker anfangen, konstruktive Ideen einzubringen.

    Wie also verbindet man das Ziel „Emissionsminderung“ mit dem Ziel „Wirtschaftswachstum“ so, daß Politik kommunizieren kann: „Wir machen Klimaschutz“? Und wir Skeptiker nicht die Sorge haben müssen, daß wir in Regulierungen und Verboten ersticken?

    Ich bin im Moment dabei, ein solches Konzept zu entwickeln. Man könnte „absolute Emissionsgrenzen“ a la Edenhofer („nur noch 400 Gt“) ersetzen durch „relative Emissionsminderungen“, die an den Trends der Effizienzsteigerungen orientiert sind und vor allem die dynamische Relation zwischen den mutmaßlichen „Risiken des Klimawandels“ und der fortschreitenden Anpassung berücksichtigen. Die Karbonsteuer wäre ein Werkzeug in diesem Konzept, um „relative Emissionsminderungen“ zu erreichen (durch technischen Fortschritt, nicht durch Lenkung). Man beachte, daß ausgerechnet die Chinesen schon seit Jahren einen entsprechenden Vorschlag vor sich hertragen, der da besagt, man könne ja „Wirtschaftswachstum“ und „Wachstum der Emissionen“ voneinander entkoppeln. Das geht. Aber das ist nicht das, was den Alarmisten vorschwebt. Denn was die Chinesen meinen ist, daß die Wirtschaft schneller wachsen kann, als die Emissionen. Was die Alarmisten aber wollen ist, den Klimaschutz als Wachstumsbremse zu instrumentalisieren. Dazu irgendwann einmal mehr in diesem Theater…

  13. @Heller

    Die Alarmisten sind offensichtlich nicht an einem Interessensausgleich interessiert, denn sie verbinden mit dem Klimaschutz noch ganz andere Ziele (letztendlich die grundlegende Umgestaltung unserer Lebensweise).

    Hier ist der eigentliche Hund begraben und der „Klimawandel“ ist die Brechstange um diese Ziele (siehe „Club of Rome“) auch umzusetzen.
    Carbonsteuer……ist ein weiterer Irrweg, denn bei den derzeitigen „Finanzproblemen“ durch den Banken-Crash ist wohl eher damit zu rechnen, das mit dieser weiteren Steuer auf Brennstoffe/Energie nur die maroden Staatsfinanzen saniert werden sollen.

    Innovationen aus der Steinzeit (Holz verbrennen) und dessen Folgen sind heute schon abzusehen:

    Holz wird plötzlich knapp – und ziemlich teuer

    Für ganze Industriezweige ist es ein Graus: Der Preis für Holz schießt durch die Decke, weil es zunehmend in Kraftwerken und Heizungskesseln verfeuert wird……………..

    Wer das Plündern unserer Natur und Steinalttechnologien wie Windmühlen als besonders Innovativ hält, der hat von Technik wenig bis gar keine Ahnung.
    Klimaschutz soll ja angeblich auch Umweltschutz sein (für die Zukunft) aber man zerstört mit Bio-Energie schon heute nachhaltig die Natur um uns herum……….gut daran zu erkennen das die Bio-Diversität in den Städten inzwischen größer als in der Industrielen Landwirtschaft, mit massenweisen Monokulturen und dessen Problemen, geworden ist.

    Besonders Europa dürfte die nächsten Jahre ganz andere Problem ins Haus stehen, als eine eventuelle minimale Erwärmung………….würde mich nicht wundern, wenn es dieses zusammengeschusterte Bürokratengebilde mit einem lauten Knall zerfetzt, Massenstreiks und Demonstrationen in vielen Ländern dürften da schon mal ein Vorgeschmack auf Zukünftiges geben.

    MfG
    Heinz Eng

  14. Ich muss ein wenig schmunzeln.
    Da lobe ich Sie ob der unbestechlichen Klarheit und des Scharfsinns Ihrer Gedanken und Sie reduzieren dann meine Gedanken auf „alles ist gut“.
    Zum einen haben Sie mich missverstanden denn ich schrieb ich hätte „das Gefühl von “alles wird gut”“ und zum anderen unterstellen Sie mir da etwas zu viel Naivität.
    Mir ist durchaus klar und bewusst dass nicht alles gut ist, bin aber auf Grund Ihres klarsichtigen Artikels mehr Optimistisch was die Zukunft angeht da er (der Artikel) doch zeigt, dass es noch Menschen mit Geschichtsbewusstsein und Zukunftsversion in Deutschland gibt.
    Die Idee der Ökosteuer halte ich für, gelinde gesagt, nicht dienlich. In Deutschland gibt es diese seit diversen Jahren und ich kann mich noch sehr gut an die vollmundigen Versprechungen der Politiker und Umweltverbände erinnern für was für schöne und gute Projekte die Gelder daraus verwendet werden sollen. Davon geblieben sind die Versprechen und nur die.
    Nicht an ihren Worten, an ihren Taten sollt ihr sie messen.
    Was man vom Demokratieverständnis und der Achtung gegenüber dem Individuum von diversen Alarmisten und deren Interessenvertretern, NGO´s und Parteien zu halten hat offenbart sich immer mal wieder in so kleinen unvorsichtigen Äußerungen welche hier hinlänglich Dokumentiert und „besprochen“ wurden.
    Deren Kompromissbereitschaft würde eine weniger verklärte Darstellung der Realität voraussetzen,
    Ehrlichkeit dem „Wahlvieh“ gegenüber und wie es damit bestellt ist kann man jeden Tag in der Presse lesen, nicht wahr?
    Wenn ich so Naiv wäre, hätte ich mich wohl kaum aufgemacht und mitsamt Frau und Kindern mein Heimatland, meine Familie und Freunde so wie einen mehr als sicheren Arbeitsplatz verlassen, nur um meine „Abenteuerlust“ zu befriedigen.
    Meine Sicht auf Deutschland und Europa, meine „Ahnungen“ und Befürchtungen zur weiteren Entwicklung haben sich in den letzten nicht nur ein wenig bestätigt sondern fast in Gänze.
    Vielleicht habe ich aber auch nur so viel wie möglich mit so wenig wie möglich ausdrücken wollen und das kann dann auch zu Missverständnis und Fehlinterpretation führen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Rannseyer

  15. Nein, Herr Rannseyer, um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich dachte nicht, daß Sie glauben, es würde alles gut. Ich dachte, daß Sie glauben, ich würde vermitteln wollen, es würde alles gut.

    Ansonsten bitte nicht die Karbonsteuer mit einer Ökosteuer verwechseln. Pielke meint etwas völlig anderes. Ich bin aber noch nicht bereit, die Karbonsteuer bedingungslos zu unterstützen. Ich denke noch immer darüber nach, spätestens seit dem Hartwell-Papier, aber eigentlich schon, seit Hansen die Karbonsteuer als Gegenmodell zum Emissionshandel in Stellung gebracht hat. Wenn man -- so wie ich -- die Karbonsteuer als eine Art Mehrwertsteuer versteht, mit der der Staat wiederum die Möglichkeiten verbessert, Energieumwandlung zu optimieren, wäre das etwas völlig anderes, als sich die Alarmisten so vorstellen. Ob es gut ist, weiß ich noch nicht, aber es wäre zumindest besser als Emissionshandel und EEG.

  16. @Peter Heller

    Ich dachte, daß Sie glauben, ich würde vermitteln wollen, es würde alles gut.

    Na da bin ich aber sehr froh das ich dass ausräumen konnte 🙂 .
    Nun Herr Heller, ob das „Ding“ Öko- oder Carbonsteuer heißen soll ist im Grunde gehüpft wie gesprungen, das Kind bekommt halt einen anderen Namen und ist doch das Selbe oder glauben Sie im ernst die Knete würde tatsächlich für die von Pielke gedachten Innovationen unterstützenden Massnahmen fließen? Wer kontrolliert denn die letztliche vergabe der Gelder, doch die welche heute nicht mehr wahr haben wollen was sie vor der gestrigen Wahl versprachen. Glauben Sie im ernst an dieses Wunder? Wohin fließen die Mio. Euronen aus dem Europäischen Karbonhandel, kommen die tatsächlich da an wohin laut Edenhofer das Vermögen des Westens hingehört? Ich sehe schon die „blühenden Landschaften“ vor mir, nur diesmal nicht in der EX-Zone sondern in Afrika, ja nee is klar ne.
    Ich bin der Meinung das der Markt so etwas bislang ganz gut geregelt hat, ganz ohne dem Bürger dauernd irgendwelche Steuern oder Abgaben für Innovationen aufzubürden.
    Ich kann mich nicht erinnern gelesen zu haben Gutenberg wäre Subventioniert worden, von Liebig hätte Forschungsgelder bekommen für die Entwicklung seines Extrakts oder hat Röntgen irgendwo auch nur einen „Heller“ 🙂 für seine Forschung bekommen?
    Wie Sie selbst so schön schrieben

    …ob tatsächlich staatliche Mittel für Forschung zur Initialisierung eines solchen Innovationsschubes taugen.

    Denn sie taugen nicht.

    Ich sehe da nur wieder eine neue Quelle für die Verschwendungssucht des Staatsapparates.
    MfG
    Karl Rannseyer

  17. @ Rannseyer:

    Pielkes Vorschlag von 5 Euro pro Tonne CO2 würde den Liter Benzin um etwa 1 Cent verteuern. Es scheint mir klar, daß damit keinerlei Lenkungswirkung ausgeübt werden kann.

    Ich bin der Meinung das der Markt so etwas bislang ganz gut geregelt hat, ganz ohne dem Bürger dauernd irgendwelche Steuern oder Abgaben für Innovationen aufzubürden.

    Nun ja, wir zahlen Steuern und man mag sich darüber streiten, ob zuviel oder zuwenig. Aber ganz ohne Steuern kann ein Staatswesen nicht funktionieren. Immerhin bekommen wir auch etwas dafür. Infrastrukturen, Bildungseinrichtungen, Polizei, Feuerwehr, Verwaltungseinrichtungen u.v.m..

    Und tatsächlich wird auch einiges von den Steuereinnahmen für die Förderung von Forschung und Entwicklung ausgegeben. Und tatsächlich fließen auch EU-Mittel nach Deutschland in genau diesen Bereich -- und zwar nicht zu knapp.

    Mein Punkt ist eigentlich, daß immer noch zu wenig für die Wirtschaftsförderung, für die Unterstützung von Unternehmen bei der Entwicklung von Innovationen, zur Verfügung steht. Stattdessen herrscht die Auffassung vor, wenn man das Geld in staatliche Forschungseinrichtungen (Hochschulen, Fraunhofer, DLR, Max-Planck usw.) steckt, kämen Innovationen heraus. Und genau das ist nach meiner Erfahrung nicht der Fall.

    Wer kontrolliert denn die letztliche vergabe der Gelder, doch die welche heute nicht mehr wahr haben wollen was sie vor der gestrigen Wahl versprachen.

    Oh, ich kenne da ein paar Leute, die so etwas tun. Unternehmen beantragen Fördermittel und Fachleute in der Verwaltung prüfen die Anträge. Das funktioniert sehr gut. Von den Innovationen, die auf diese Weise erst entstehen können (weil insbesondere kleinen Unternehmen ansonsten das Entwicklungsrisiko zu groß wäre), liest man natürlich selten etwas in der Zeitung. Weil diese -- wie oben dargestellt -- oft nicht spektakulär sind, sondern in der Regel marktnah und nützlich. Die genannten Optimierungen, mit denen dann so etwas wie effizientere Energieumwandlung möglich wird, sind solche Innovationen.

    Um zu sehen, wie in Deutschland Technologieförderung funktioniert, können Sie sich ja mal das ZIM-Programm anschauen. Sehr erfolgreich.

  18. @Peter Heller

    „Pielkes Vorschlag von 5 Euro pro Tonne CO2 würde den Liter Benzin um etwa 1 Cent verteuern.“

    Was die Höhe des Betrages angeht, Punkt für Sie und Pielke, nur wenn ich dann hochrechnen würde bliebe es nicht bei nur 50,- € bei angenommen 10t im ø, da ich ja auch noch die „Tonnen“ der Hersteller der Waren übernehme weil die ganz sicher diese dem Preis aufschlagen, des weiteren die Kosten des Transportunternehmens, des Großhändlers und des Einzelhändlers da auch diese sich ihre Carbon-Abgaben von mir bezahlen lassen.
    Ok, soweit so gut.

    „Aber ganz ohne Steuern kann ein Staatswesen nicht funktionieren.“

    Einig, nur muss der Staat sich um jeden „Furz“ kümmern? Warum zB. Verwaltungseinrichtungen, was sollen die denn Verwalten, den Irrsinn von ca.250 Krankenkassen? Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Bundesministerium für Bildung und Forschung usw. Alles sehr „wichtige“ und für die Existenz eines Staatswesen überlebenswichtige Verwaltungseinrichtungen.
    Genau wie das Bundesministerium für Forschung und Bildung, dort wird ganz sicher wie wild geforscht und gebildet, staatliche Bildungseinrichtungen auch ganz groß, natürlich völlig unabhängig und überparteilich, frei von jeglicher Ideologie, alles bezahlt aus Steuergeldern, und egal ob ich nun einverstanden bin mit dem womit die Kinder heute indoktriniert werden oder nicht, ich muss diese Bildungseinrichtungen in Anspruch nehmen mangels alternativen, wenn doch vorhanden -- unbezahlbar für Otto-Normal.
    Ich sehe die Notwendigkeit eines überbordenden und aufgeblasenen Staatsapparates absolut nicht.
    Aber das führt eigentlich schon viel zu weit am Kern vorbei, ich möchte nur noch den Begriff des Selbsteigentums erwähnen.

    „… Wirtschaftsförderung, für die Unterstützung von Unternehmen…“

    Ich verstehe Sie da nicht, einerseits lehnen Sie Subventionierung bei den NIE´s ab, andererseits wünschen Sie sich mehr Subventionierung(Wirtschaftsförderung) von Unternehmen zur Entwicklung von Innovationen, das beißt sich meiner Meinung nach und zwar gewaltig.
    Große Erfindungen wie die Glühlampe, Taschenrechner, PC usw. haben ihren Siegeszug auch ohne Staatliche Förderprogramme gemacht oder lieg ich da falsch. Ich glaube nicht das sich irgendein Staat zu Subventionen hat hinreißen lassen um den Automobilen Individualverkehr zu fördern und trotzdem ist oh Wunder, die Automobilbranche einer der größten Jobmotoren Deutschlands, ganz ohne Anschubfinanzierung von Staatswegen.
    Will heißen, eine Innovation von der der Unternehmer nicht überzeugt ist, dass sie ihm die Entwicklungskosten und noch einen ordentlichen Profit beschert, ist das Risiko sie zu Entwickeln nicht wert, wozu also staatliche Förderung, wo bleibt da die Unternehmerische Vision und Risikobereitschaft?
    Daran unter anderem krankt das deutsche und das Europäische System, alles muss nach Vorsorgeprinzip immer schön abgesichert sein und so trägt dann auch der Steuerzahler das unternehmerische Risiko, ich bin begeistert.
    Ihr Beispiel der staatlichen Forschungseinrichtungen das Fraunhofer Institut betreffend finde ich nicht so gut gewählt, in 2009 immerhin Platz 13 bei den Patentanmeldungen mit 403 Patenten, demgegenüber allerdings Bosch mit 3213 an der Spitze.
    Ich weiß auch das gerade in der Grundlagenforschung diese staatlichen und Halbstaatlichen Stiftungen wie zB. die Helmholtz-Gemeinschaft recht weit vorne mitspielen.
    Sei´s drum, ich bin trotzdem der Meinung das nicht der Staat die Finger in der Innovation-Förderung haben sollte, sondern die Wirtschaft, die hätte nämlich ein echtes Interesse an Wirtschaftlichkeit der Förderung.

    MfG
    Karl Rannseyer

  19. Oje, Herr Rannseyer, Sie machen da ein Riesenfaß auf. Ich bin an vielen Punkten völlig gegensätzlicher Meinung. Vielleicht nehmen Sie einfach hin, daß ich so eine Art Fachmann für Innovationsförderung bin, denn immerhin verdiene ich in dieser Branche mein Geld. Ich möchte aber diese Diskussion hier nicht vertiefen. Vielleicht nur ein Punkt, weil mir schon auffällt, daß kaum jemand das auseinanderhalten kann:

    Ich verstehe Sie da nicht, einerseits lehnen Sie Subventionierung bei den NIE´s ab, andererseits wünschen Sie sich mehr Subventionierung(Wirtschaftsförderung) von Unternehmen zur Entwicklung von Innovationen, das beißt sich meiner Meinung nach und zwar gewaltig.

    Eine Förderung ist die Unterstützung einer vorwettbewerblichen Entwicklung. Und es ist tatsächlich so, daß ziemlich viele Unternehmer ziemlich gute Ideen haben, die ohne eine solche Förderung nicht zustande kämen. Mit einer Förderung übernimmt der Staat tatsächlich einen Teil der Entwicklungsrisiken. Wovon insbesondere der Mittelstand und die kleinen, jungen Unternehmen profitieren sollen. Sie profitieren auch, bei EU-Projekten ist aber oft die Einbeziehung eines großen Partners erforderlich. Was aber auch dabei helfen kann, sich als kleines Unternehmen als Zulieferer zu qualifizieren.
    Eine Förderung ist eines genau nicht: Nämlich eine Zuwendung, mit der Markteintrittskosten oder gar Marketing-Maßnahmen o.ä. subventioniert werden.

    Eine Subvention hingegen ist letztendlich immer die künstliche Verbilligung eines Produktes, das bereits am Markt vorhanden ist (also „gekauft werden kann“). Die Subvention setzt also erst dann ein, wenn die Entwicklung bereits erfolgt ist.

    Während also die Förderung den Wettbewerb intensiviert, weil sie eine größere Vielfalt an Lösungen ermöglicht, verzerrt die Subvention das Marktgeschehen. Und: Während die Förderung immer wieder neue Wertschöpfungsmöglichkeiten und Werte schafft, wird durch die Subvention Geld verbrannt. Denn wenn sie einmal eingestellt wird, ist es keinesfalls sicher, daß ein dann dem Wettbewerb ausgesetztes Produkt auch überleben kann. Die Förderung initiiert Innovationen, die Subvention behindert diese.

    Das ist ein gewaltiger Unterschied.

  20. Lieber Herr Rannseyer,
    Sie schreiben:

    Große Erfindungen wie die Glühlampe, Taschenrechner, PC usw. haben ihren Siegeszug auch ohne Staatliche Förderprogramme gemacht oder lieg ich da falsch.

    Teils, Teils. Der erste PC wurde vielleicht so entwickelt. Aber der evolutionäre Fortschritt bis zu den 2 GB Arbeitsspeicher etc. wurde nur durch massive stattliche Förderung der Forschung in Unternehmen über 30 Jahre entlang der ITRS (International Roadmap for Semiconductor Industry) erreicht.

    Mit frreundlichen Grüßen
    günter Heß

  21. @Peter Heller

    Sehr geehrter Herr Heller,

    Das

    „Riesenfaß“

    habe nicht ich aufgemacht, das waren Sie in #17 denke ich.
    Sie sagen

    „Vielleicht nehmen Sie einfach hin, dass ich so eine Art Fachmann für Innovationsförderung bin, denn immerhin verdiene ich in dieser Branche mein Geld.“

    Ich habe Ihre Kompetenz nirgendwo, auch nicht zwischen den Zeilen in Frage gestellt oder stellen wollen.

    Sie wollen mir also sagen ich solle mich da auf die Aussage eines Fachmannes verlassen, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, nur ist das genau das Gleiche was NB mir sagte als ich ihn nach dem Beweis für den AGW durch CO2 fragte, da gibt es Experten und auf deren Aussage muss ich mich dann verlassen.
    Soll heißen, auch ein Fachmann darf irren.

    Der Begriff Subvention hat Wiki zu folge keine allgemeingültige anerkannte Definition, was das deutsche Stabilitäts- und Wachstumsgesetz in Paragraph 12 dazu sagt ist auch bei Wiki in verständlichem deutsch zu lesen, der aktuelle Subventionsbericht des Bundesfinanzministeriums wiederum nennt, auf Seite 6, gerade das von Ihnen genannte und gelobte Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) als einen der größten Posten bei den Finanzhilfen.
    Subventionen ( lat. subvenire = zu Hilfe kommen ), wenn also die im Subventionsbericht genannten Finanzhilfen keine Subventionen sind was dann? Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen, beim Namen genannt sind das staatliche Subventionen.

    Es tut mir Leid sollte ich Ihnen mit meiner Meinung auf die Zehen getreten sein, ich wollte Ihren Broterwerb absolut nicht madig machen.
    Sie können auch gern weiterhin anderer Meinung sein, ich bin kein Konsenssüchtiger.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Rannseyer

  22. Lieber Herr Heß,

    wenn ich nicht falsch übersetzt/gelesen habe ist das ITRS ein Thinktank der von einem globalen Interessenverband Halbleiterindustrie finanziert wird, somit wurde also „der evolutionäre Fortschritt bis zu den 2 GB Arbeitsspeicher etc. wurde nur durch massive stattliche Förderung der Forschung in Unternehmen über 30 Jahre entlang“ von der Industrie Subventioniert und nicht staatlich, berichtigen Sie mich gerne.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Rannseyer

  23. Lieber Herr Rannseyer,
    die International SEMATECH ist natürlich ein Industriekonsortium, aber wenn sie die nationalen und internationalen Förderprogramme der letzten 20 Jahre der Schlüsselländer Europas, USA, Taiwan, Korea, Japan anschauen, dann werden sie feststellen, dass sie sehr viele Projekte, Programme und Aktivitäten addieren müssen, die durch öffentliche Gelder gefördert werden. Es sind nationale und internationale Forschungsinstitute entstanden, nur um bestimmte Meilensteine auf der ITRS zu erreichen. Das ist genau die vorwettbewerbliche Förderung von der Herr Heller spricht und die sehr erfolgreich ist. Dieses Vorgehen ist sehr erfolgreich. Es kann nun sein, dass es dem Steuerzahler nicht so teuer kommt wie das EEG dem Stromkunden, aber es ist erfolgreich.
    In der Halbleiterindustrie werden jetzt kleinste Strukturen produziert mit einer Entwicklungsstrategie erreicht, die evolutionär angelegt war und ist, aber auf diesem Weg technologische Durchbrüche, Chancen und Innovationen aufsammelt.
    Das ist meines Erachtens der Weg. Solide stetige und hartnäckige Ingenieursarbeit, die nur am Ziel orientiert ist, gepaart mit der Innvovationskraft der Naturwissenschaften, nicht behindert von Subventionen die träge machen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  24. @ Rannseyer:

    Ich habe Ihre Kompetenz nirgendwo, auch nicht zwischen den Zeilen in Frage gestellt oder stellen wollen.

    Das habe ich auch nicht angenommen. Ich bin nicht so leicht beleidigt und hier schon gar nicht.

    Sie wollen mir also sagen ich solle mich da auf die Aussage eines Fachmannes verlassen, ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, nur ist das genau das Gleiche was NB mir sagte als ich ihn nach dem Beweis für den AGW durch CO2 fragte, da gibt es Experten und auf deren Aussage muss ich mich dann verlassen.

    Nö, ich meinte etwas anderes. Ich wollte damit versteckt darauf hinweisen, daß ich hier nicht über meine Arbeit schreiben möchte. Das meiste ist ohnehin vertraulich, der Rest gehört nicht in dieses Blog.

    Ich habe halt versucht, Ihnen zu erläutern, warum meine Differenzierung zwischen „vorwettbewerblicher Förderung“ und „Subvention im Marktgeschehen“ nicht inkonsequent ist. Und wie diese Begriffe in meinem beruflichen Umfeld verwendet werden. In die Tiefen des Beihilferechtes wollte ich dabei nicht einsteigen. Es ist schon richtig, jeder versteht unter Subvention etwas anderes. Und das Beihilferecht spricht eben von „Beihilfen“, „Zuwendungen“ oder „Zuschüssen“. Das ist alles sehr verwirrend, keine Frage, vor allem, wenn man damit noch nie konfrontiert wurde (was für fast alle Menschen auf diesem Planeten gilt und deswegen auch nicht schlimm ist). Ich möchte aber festhalten: Es gibt einen Unterschied zwischen „Innovationsförderung“, die ich für überaus sinnvoll erachte, und „Subventionierung“, die ich ablehne. Und zwar genau den Unterschied, den ich oben beschrieben habe.

    Ich weiß nicht, wie die Förderlandschaft in den USA oder in Kanada aussieht, und ob Apple, Microsoft, Oracle u.a. jemals solche Förderungen in Anspruch genommen haben. Ich weiß aber, daß bspw. Nixdorf und SAP dies getan haben. Und Siemens bspw. immer gerne Anträge einreicht (wie Airbus, VW und andere eben auch). Ob das für die oben angesprochene Turbine gilt, weiß ich auch nicht. Ich kann aber aus eigener Erfahrung ableiten, daß mit dieser Art der Förderung viel Gutes für unsere Wirtschaft getan wurde.

    Vielleicht noch einmal zur Klarstellung, wie so etwas funktioniert:

    Ein Unternehmer, in der Regel aus dem Mittelstand, hat eine Idee für ein neues Produkt. Nun muß er seine Ingenieure darauf ansetzen. Die aber kosten ihn Geld. Und die können während dieser Entwicklungstätigkeit auch nicht anderweitig produktiv für das Unternehmen arbeiten. Dann braucht er noch ein paar Meßgeräte und andere Hardware (große Maschinen werden beihilferechtlich übrigens wieder anders behandelt). Zusammen kostet ihn das etwa 1 Million (sagen wir mal). Der Unternehmer hat aber nur 700.000 (selten cash, in der Regel ein Kredit). Er muß das nun alles schön aufschreiben, sein Projekt erläutern, die Kosten darstellen und nachweisen. Dann wird der Antrag geprüft. Und zwar sehr gründlich von allen möglichen Stellen (Finanzfachleute ebenso wie technische Experten). Wenn die Verwaltung selbst die Expertise nicht beibringen kann, werden externe Fachleute herangezogen. Mitunter dreht so ein Antrag mehrere Runden, bis alles in Ordnung ist. Und wenn am Ende die Begutachtung zu einem positiven Resultat kommt (was durchaus nicht immer der Fall ist) legt der Staat die fehlenden 300.000 obendrauf und der Unternehmer kann sein Vorhaben beginnen.

    Gefördert werden dabei fast ausschließlich die Personalkosten, also die Intelligenz in dem Projekt. Gefördert wird auch nur, wenn wirklich ein Entwicklungsrisiko besteht. Die Innovationshöhe muß also so hoch sein, daß das Vorhaben auch scheitern kann. Triviale Entwicklungen werden nicht gefördert. Die Förderung muß dementsprechend auch nicht zurückgezahlt werden, selbst, wenn das Vorhaben scheitert (was nicht oft, aber gelegentlich durchaus vorkommt).

    Der Staat trägt also einen Teil des Entwicklungsrisikos, um seiner Wirtschaft zu helfen, immer die besten Produkte auf dem Weltmarkt anbieten zu können. Und er sorgt vor allem dafür, daß solche Entwicklungsarbeiten für kleine und mittlere Unternehmen überhaupt erst möglich werden und nicht nur die großen Konzerne sich Innovationen leisten können. Die Förderung ist immer nur anteilig, zwischen 50 und 85% der Projektkosten muß der Unternehmer selbst tragen. Dadurch werden, und das ist ebenfalls nachweisbar der Fall, am Ende private Investitionen sogar noch stimuliert.

    Und nun vergleichen Sie diese Vorgehensweise einmal mit dem EEG. Ich denke,damit wird klar, warum ich da einen Unterschied mache.

    Sie können natürlich auch die Innovationsförderung blöde finden und sagen, daß selbst der staatliche Zuschuss privat finanziert werden müsste. Das wäre schön, wenn das immer funktionieren würde. Meist funktioniert es nicht, weil die Banken eben nicht das Allgemeinwohl (also eine starke und leistungsfähige Wirtschaft, die entsprechende Arbeitsplätze schafft und sichert) im Auge haben, sondern ihre Zinsgewinne. Oft sind Unternehmer auf die staatlichen Förderungen auch deswegen angewiesen, weil nur dann die Bank bereit ist, überhaupt Kredite zu vergeben. Aber das ist ein weites Feld.

    Ich will es dabei belassen, denn wir kommen sonst viel zu weit vom Thema ab. Das da eigentlich lautet: Kann man Klimaschutz so machen, daß er sinnvoll wird? Pielke sagt: Ja. Ich sage: Kommt darauf an.

  25. @ Herr Heller
    @ Herr Rannseyer

    Irgendwie habe ich das Gefühl, Sie reden beide von aneinander vorbei, weil Sie zwar beide das gleiche meinen, aber für zwei unterschiedliche Sachverhalte den selben Begriff (Subvention) verwenden. Vielleicht macht folgende Definition den Sachverhalt etwas klarer:

    1-Die klassische Subvention ist, wie von Herrn Heller beschrieben, die Beihilfe –gleichgültig ob staatlich oder privat- um eine Innovation z.B. ein Produkt auf den Markt zu bringen.
    2-Eine Subvention wäre auch, wenn der Staat z,B. bei den NIE’s die Differenz zwischen dem am freien Strommarkt erzielten Preis und einem festgelegten Sollerlös dem Erzeuger vergütet, um ihm eine Vorteil gegenüber dem freien Wettbewerb zu verschaffen.
    3-Keine Subvention ist die Vergütung eines staatlich verordneten Festpreises durch den Endverbraucher, obwohl dies für den Erzeuger die gleiche subventionierende Wirkung wie unter 2- beschrieben hat. Tatsächlich handelt es sich hier um ein Wettbewerb verzerrendes Endpreis-Diktat des Staates, der mit dieser Maßnahme das Subventionsverbot der EU aushebelt. Besonders perfide wird dieses Diktat dadurch, dass hier der private Endverbraucher –der Schwächste in der Reihe der Stromkunden- ohne Ausweichmöglichkeit voll abgezockt wird.
    Derartige diktatorische Eingriffe haben in einer freien Marktwirtschaft und in einer Demokratie nichts zu suchen.

    Meint der Moosgeist

  26. Ein interessanter Link zum Thema:
    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748704312504575618972157288244.html?mod=googlenews_wsj

  27. Hei på deg Moosgeist.

    Ich bitte die „etwas“ verspätete Reaktion zu entschuldigen, bin derzeit arg mit Hausbau beschäftigt, jeden Tag Schneeräumen und am letzten WE gefühlte 3t Schnee aus dem Keller geschaufelt, ich weiss zwar wofür aber langsam kann ich keinen Schnee mehr sehen und der Winter hat grad angefangen.
    Ausserdem musste ich „nebenbei“ etwas über die vorangegangene Diskussion nachdenken.
    Ich denke Herr Heller und ich haben uns gar nicht so sehr missverstanden, nur geht es ihm
    (Herr Heller bitte nicht „böse“ sein) um´s „Image“, schon aus beruflichen Gründen und mir lediglich um´s Prinzip.
    Ich bin nun einmal nicht davon begeistert Geldgeschenke an Betriebe zu verteilen, damit diese danach die mit „meinen“ Steuergeldern finanzierten Neuentwicklungen „mir“ dann als Eigengewächse verkaufen, sich mit „ihrer“ Innovationskraft schmücken und diese sich teuer bezahlen lassen.
    Diese Sichtweise muss man nicht teilen und das ist für meinen Teil auch gut und in Ordnung so, nur bin ich der Meinung man sollte das Kind auch beim Namen nennen dürfen und dies dann konsequenterweise auch tun.
    Wenn diese Betriebe den Betrag zurückzahlen würden nachdem die Entwicklung zum profitablen Produkt gelungen ist, meinetwegen sogar Zinsfrei -- kein Problem für mich, im Gegenteil, ich würde diese Art der Förderung sogar befürworten da sie schlussendlich ein mehr in der Staatskasse bedeuten würde und der einheimischen Industrie einen Vorteil verschaffen würde.
    Trotzdem danke für Ihre Vermittlungsbemühungen.
    So und morgen darf ich den riesen Schneehaufen den ich aus´m Keller vor den Keller geschaufelt habe mindestens 4m weiter weg verteilen weil er jetzt gerade auf den Betonfundamenten für die Terassenpfeiler liegt …

    MfG
    Karl Rannseyer

  28. Lieber Herr Heß,

    Auch an Sie die bitte um Entschuldigung.
    Sicher haben Sie recht mit den vielen „kleinen“ staatlichen Subventionsprogrammen, aber ich denke die Branche ist so profitabel dass sie sich die Entwicklung durchaus auch selbst hätte leisten können.
    Aber ´nem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul …

    MfG
    Karl Rannseyer

  29. Lieber Herr Rannseyer,

    Sie schreiben:

    Sicher haben Sie recht mit den vielen „kleinen“ staatlichen Subventionsprogrammen, aber ich denke die Branche ist so profitabel dass sie sich die Entwicklung durchaus auch selbst hätte leisten können.

    Eher Nein. Denn die neuesten Techhnologien und die Entwicklung dazu, kann sich in der Halbleiterbranche selten eine Firma alleine leisten. Nehmen sie das Beispiel Qimonda.
    Der koreanische Staat hat da immer besser unterstützt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  30. Hallo Herr Rannseyer,

    bei Subventionen bedarf es bei mir auch nicht viel um aus der Haut zu fahren. Richtig giften kann ich mich, wenn solche „Subventionen“ dazu führen, dass im Prinzip gute Sachen vom Markt gedrängt werden, weil ein subventionierter Mist zu Dumpingpreisen auf dem Markt sein Unwesen treibt. Auch ein Verkaufsverbot für eine erprobte Sache (siehe Glühbirne) zu Gunsten fragwürdiger Technik (vergiftete ESL) ist eine Subvention und zwar sogar der übelsten Sorte.
    Bei Zuschüssen und zinsgünstgen oder zinslosen Darlehn für Produktentwicklung sehe ich das nicht so eng, wie da das Risiko und der Erfolgsdruck beim Entwickler bzw. Produzenten bleibt.

    Machen Sie sich mal keinen Kopp wegen der „Verspätung“. Hausbau kostet nicht nur Geld, sondern kann auch schon mal den letzten Nerv rauben.
    Hausbau in Norwegen? Ich habe immer gedacht dort baut man Iglus ;-

    De beste ønsker til Norge
    fra Moosgeist

  31. Was der Wirtschaftsminister des Landes Schleswig-Holstein unter sinnvoller Förderung versteht, findet man in einem Bericht des shz-Verlages vom August 2010:
    http://tinyurl.com/2a6whk4

    Man muß wohl annehmen, daß die Landesregierung das für Innovationsförderung hält, denn die Mittel stammen aus dem Zukunftsprogramm Wirtschaft. Das ist keineswegs überraschend. Schließlich ist die Landesregierung auch davon überzeugt, daß es sich bei Windturbinen um Zukunftstechnologie handelt.

  32. Lieber Herr Heß,

    danke für die Rückmeldung, ich meine aber dass gerade Qimonda ein denkbar schlechtes Beispiel abgibt, während der fast Vernichtung von 250 Mio. € öffentlicher Gelder, haben die dort immer noch mit der inzwischen veralteten Trench-Technik gearbeitet statt wie viele andere große mit der Stack-Technik (effektiver in der Herstellung). Erst kurz vor Insolvenz gaben sie die Entwicklung der „Buried-Wordline-Technik“ und damit den Umstieg auf Stack bekannt. Leider zu spät.
    Infinion hat zusammen mit dem Land Sachsen, dem Bund und Portugal gerne „investieren“ wollen wurde aber dummerweise durch die Münchener „Insolvenzgerichtsbarkeit“ total überrascht.
    Aber Sie haben recht mit den Subventionpraktiken der Südkoreaner ist das so eine Sache, die sind gelinde gesagt sehr Wettbewerbsverzerrend, mein Vater darf das zur Zeit gerade mit ausbaden da „unserer“ Kanzlerin der deutsche Schiffbau doch weniger am Herzen liegt als sie vor der letzten großen Wahl glauben machen wollte.
    Ich habe um ehrlich zu sein nicht den Einblick den Sie in dieser Sache zu haben scheinen, darum sind meine „Verse“ nur als Meinungsäußerung zu sehen, danke.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Rannseyer

  33. Hei god kveld Moosgeist,

    Ein Polyglotter Geist aus dem Moos, wie schön, danke für die guten wünsche.
    Iglus -- ich wußte doch irgendwas machen die jetzt anders 😉
    Ich geh jetzt Schneeschippen, dabei guck ich mir die Hütte noch mal genau an …

    Beste helsing
    Karl Rannseyer

  34. Lieber Herr Rannseyer,

    schon richtig. Gerade deshalb ist Qimonda ein Beispiel, dass es eine Firma alleine nicht schafft die neuesten Technologien zu stemmen und an der ITRS Roadmap zu bleiben. Während also High-Tech aus der Halbleiterindustrie abwandert, fördern wir stattdessen Low-Tech Solarzellen aus China mit unserem EEG. Schade eben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  35. Lieber Herr Heß,

    Sie schrieben

    Während also High-Tech aus der Halbleiterindustrie abwandert, fördern wir stattdessen Low-Tech Solarzellen aus China mit unserem EEG. Schade eben.

    Das ist nicht nur schade sondern auch symptomatisch, Patriotismus ist in -D- immer noch eine zweifelhafte Sache, politisch korrekt nur zur Fußball-WM.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karl Rannseyer

  36. @Rannseyer

    Patriotismus…….ist ein eklatanter Verstoß gegen das „Gleichheitsgebot der EU“……..wer patriotisch denkt und handelt, diskriminiert automatisch irgend jemand auf dieser Welt.

    Individulismus in jeder Form gehört den Jetzmenschen gefälligst ausgetrieben, die dumpfe Masse soll gefälligst dumpf bleiben und sich von Eliten widerstandslos an der regulierenden kurzen Leine halten lassen.

    Die Familie, die Keimzelle der Gesellschaft, ist Dank Gendermainstream schon ein aussterbendes Modell, die eigene Brut ab Babyalter unter staatlicher Kontrolle, die Gefahr der Kindesenteignung permanent…….u.s.w.

    Biologische Fehlentwicklungen inzwischen Massstab der Gesellschaft, Hetero als Schimpfwort verkommen, Feministeninnen und Ihre Unterstützer aus der weichen Männermasse schon längst an bestimmenden Positionen……..am Ende der Faschismus der Geschlechter.

    Europaweite Ausschreibung bei popligigen Bauvorhaben……..bloss nicht die kommunale Wirtschaft unterstützen, die auch kommunal die Steuern abführt…….könnte ja eine Ltd aus dem hinteren Kongo diskriminieren………..einzig der Fussball dient als Überdruckventil für die thumbe Masse, um wenigstens einmal in ihren dumpfen „Gleichstellungsleben“ straffrei die deutsche „NATIONALFLAGGE“ öffentlich auswinken zu dürfen.

    Luxenburger wollen jetzt auch noch den Rest des deutschen Volksvermögens zur Aufmöbelung desolater Gammelnationen verbraten……irgendwie muss man doch per Gleichstellung die deutsche Wirtschaftsmacht endlich einstampfen/gleichmachen, nationale Souveränität ein Dorn im Auge des nicht vom Volke gewählten Eurokraten.

    Was die DDR in 40 Jahren nicht geschafft hat, das macht jetzt der Gleichstellungs/machungsbeauftragte aus dem Handgelenk und der Pöbel freut sich derart über seine individuelle Entmündigung das es einem wahren Freund der Demokratie die Fussnägel noch oben kräuselt.

    Dank muselmanischer Kulturbesonderheit stößt die Gleichstellung der Frau und der muselmanischen Kultur auf eine unlösbare Konfliktsituation, die wiederum jeden Gutmensch-inn-en den gendergerechten Sprachschatz im eigenen Maule einen Doppelknoten der Zunge verursacht.

    Auf deutsch…….ein Leben das sich nur noch im Vollsuff ertragen lässt.

    MfG
    Onkel Heinz der Erschütterte

  37. Hallo erschütterter Onkel Heinz,

    „…ist ein eklatanter Verstoß gegen das “Gleichheitsgebot der EU”

    Jepp, und mir scnurzpiepegal weil ich nicht zu dem tumben Haufen gehören mag und sowieso kein Fußballfan bin (das geht mir sowas von am Arsch vorbei), bin ich bei der WM in -D- mit ´ner Norwegischen Fahne am Auto ´rumgefahren. Lustich war dann die Reaktion einiger

    „… die sind doch gar nicht dabei, oder?“

    Eben, drum.
    Und darum wohne ich da jetzt auch und schaufle Erderwärmungsabprodukte aus´m Keller und vom Baumaterial 😉 .

    „Auf deutsch…….ein Leben das sich nur noch im Vollsuff ertragen lässt.“

    Lass das besser, oder willst Du so enden?

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