„ZDF Umwelt“ zeigt Pannen im IPCC Bericht

21. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Medien

„Gute wissenschaftliche Praxis; beim Weltklimarat scheinen einige damit wirklich ein Problem zu haben…“. Aussagen dieser Art konnte man in den letzten Jahren in vielen Internet-Blogs lesen. Und bis vor kurzem auch ausschließlich dort. Dass jetzt aber auch in einem Umweltmagazin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen derart offene Kritik am IPCC laut wird, hätte noch vor wenigen Wochen wohl kaum jemand für möglich gehalten.

Diese deutlichen Worte fielen nämlich im ZDF Magazin „Umwelt„. Waren bisherige Skandale, wie Klimagate oder die Rücktrittsforderungen an IPCC-Chef Pachauri noch kaum in den Mainstream Medien angekommen, haben die jüngsten Affären rund ums IPCC das Fass wohl definitiv zum Überlaufen gebracht. Erst die falschen Gletschermeldungen aus dem Himalaja, dann die fehlerhaften Amazonas-Daten und die Übertreibungen  bei Unwetterschäden oder bei den Prognosen zu Trockenheiten in Afrika. All das war dann wohl doch zu viel. In bislang ungekannter Deutlichkeit und Härte kritisieren die ZDF-Umwelt Redakteure jetzt die Machenschaften des IPCC und scheinen sogar mit Forderungen zu sympathisieren, das IPCC abzuschaffen.

Interessant in dem Bericht ist auch das Interview mit dem prominenten Kieler Klimaforscher Mojib Latif. Dieser, das wird immer deutlicher, scheint vielen seiner Kollegen an Weitblick um einiges voraus zu sein. War er doch einer der ersten im etablierten Klimazirkus, der auf die momentane Abkühlung hingewiesen hat und mit einer prognostizierten weiteren Abkühlung für die nächsten 10-20 Jahre seine Position sichert, sollte es in diesem Zeitraum tatsächlich, entgegen der Projektionen der Klimaforschung, nicht mehr wärmer werden.

Deutliche Worte zum IPCC auch von Mojib Latif

Er war es auch, der seinen Kollegen auf der Weltklimakonferenz in Genf im September letzten Jahres einen offensiven Umgang mit den für die Klimaforschung unbequemen Wahrheiten empfohlen hatte: “Ich bin kein Klimaskeptiker, aber wir müssen die unangenehmen Fragen selbst stellen oder andere werden es tun.”. Ein Ratschlag, den sein prominenter deutscher Kollege Rahmstorf vielleicht besser auch beherzigen sollte, anstatt weiterhin darauf zu bestehen, dass trotz der fehlenden Erwärmung in den letzten 10 Jahren irgendwie doch wärmer wird.

Konsequenterweise ist Latif dann auch einer der ersten (zusammen mit seinem Kollegen Professor Hans von Storch) aus der Reihe der AGW-gläubigen Klimawissenschaftler, der das IPCC offen kritisiert. Diese Taktik könnte sich im Nachhinein als die bessere herausstellen. Latif sieht offenbar, dass die Stimmungslage kippt und dass die Unterstützung für den Weltklimarat mit jedem Tag schwindet. Und Latif ist clever genug, sich frühzeitig neu zu positionieren. Diese Cleverness scheint Stefan Rahmstorf nicht zu besitzen.

Links:

ZDF-Umwelt

Die komplette Sendung in der ZDF-Mediathek

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21 Kommentare
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  1. Betrug beim IPCC

    Dinge dramatischer darstellen als sie tatsächlich sind (wobei er sich da nicht ausschließt)

    Das sind die Hauptvorwürfe, die M. Latif zu recht und mit nicht fehlender Deutlichkeit formuliert.

    Und das nicht halb Holland unter dem Wasse liegt haben sie sogar noch übersehen, auch so ein IPCC Klopps.

  2. **Offtopic**

    Ich habe schon einige Parodien vom Film „Der Untergang“ über den mit dem Zusammenbruch der AGW-Story gesehen, aber diese steht ganz weit oben:

  3. Super. Erscheint hoffentlich auch auf R-E?

  4. Na dann eben nur der Link zu den Coleman Videos, ohne das Bild als Link.

  5. Schön, das mein Beitrag Afrika stirbt (nicht)! in diesem Beitrag des ZDF Berücksichtigung fand 🙂
    Im Ernst, das war der bisher offenste, umfassenste Bericht zum Thema Climategate im ZDF. Besondere Anerkennung für Herrn Latif, der bereit ist, Selbstkritik zu üben und nach vorne schaut.
    Erst habe ich einen Namen hinter dem IPCC vermisst, aber die Macher der Sendung haben auch recht:
    Scrap it.

    @Krishna

    Und das nicht halb Holland unter dem Wasse liegt haben sie sogar noch übersehen, auch so ein IPCC Klopps.

    …und bestimmt nicht der letzte…

    MfG

  6. @ Michael Krüger #3

    Stell ich gleich noch ein

    @ Krishna

    Welches Video wolltest Du denn einstellen? Ich habe Deinem Kommentar den ersten Teil von „Global Warming: Meltdown“ hinzugefügt.

    Beim nächsten mal einfach den Youtube-Link (es funktioniert nur Youtube) einfügen und statt des ‚http://www.youtube.com/watch?…‘ schreibst Du ‚httpv://www.youtube.com/watch?…‘ (man beachte das ‚v‘ nach http)

  7. @Rudolf Kipp
    ich hatte an das Bild gedacht, um es als Link zur Seite zu verwenden.
    Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht.
    Aber danke für’s Video einbinden.

  8. @ Krishna Gans

    Bilder kannst Du hier nur mit dem img-Befehl in spitzen Klammern einfügen. Das geht am besten mit der Schaltfläche „Bild einfügen“

    Den damit kreierten Link markierst Du dann komplett, drückst auf die „Hyperlink“-Schaltfläche und gibst dort den Link ein. Das Ergebnis sieht dann so aus:

  9. @Kipp #6

    Gut.

    Ich habe das Gefühl auch bei Latif kommt die Kritik langsam an. Der begibt sich langsam ans rettende Ufer. Da ist und war er schon immer ganz schön plietsch.

  10. @ Michael Krüger

    Ich habe das Gefühl auch bei Latif kommt die Kritik langsam an.

    Latif ist aus meiner Sicht einer der politisch cleversten Forscher, die wir haben und außerdem ein absoluter Medienprofi. Er wird sich nachher hinstellen und sagen, er hätte das alles ja schon lange so gesagt. Spätestens dann wird es zeit für ein Latif Medien Spezial, welches zeigt, was für komplett unterschiedliche Meinungen er im laufe seines medialen Forscherlebens er so vertreten hat.

  11. @all

    Wartet erst mal ab, wenn Herr R. aus P. das ZDF (welch eine Überraschung) zur Achse des Bösen erklärt. In seinem Blog liest sich das etwas anders.

    [Sorry für die späte Freigabe. War im Spamfilter gelandet. RK]

  12. @Rudolf Kipp
    So sah es in der Vorschau aus, genau so.
    Ist das eine Frage der Berechtigung ?
    <a href=“http://www.kusi.com/weather/colemanscorner/84515637.html“><img src=“http://media.kusi.com/casimages/gwmeltdowncg2.jpg“</a>

    So habe ich Link und Bild eingegeben.

    [Versuche es mal so:
    <a href=“http://www.kusi.com/weather/colemanscorner/84515637.html“><img src=“http://media.kusi.com/casimages/gwmeltdowncg2.jpg“></a> (eckige Klammer nach dem img-Tab)]

    [Oder benutzte die Schaltflächen, wie ich es oben beschrieben habe. Das finde ich einfacher.]

  13. @ wetterfrosch

    Anerkennung für Herrn Latif, der bereit ist, Selbstkritik zu üben und nach vorne schaut.

    Da wäre ich mir nicht so sicher, ob er tatsächlich diese Anerkennung verdient. Wie ehrlich oder nur berechnend seine Aussagen sind, wird sich erst noch zeigen.
    Seine Rechtfertigung/Entschuldigung: „Fehler sind völlig normal, wenn über 1000 Wissenschaftler einen Bericht verfassen“, mag ich so jedenfalls nicht akzeptieren. Hätte es ein einzelner Wissenschaftler besser gemacht? Warum war dieser eine dann nicht dabei? Oder hätte es Zehntausende gebraucht? Die Fülle der schwerwiegenden Fehler sind und bleiben ein Armutszeugnis für dieses Tausend.

    Interessant ist auch folgende Aussage über „graue“ Literatur im IPCC-Bericht von Schellnhuber .

    SZ: Sollten auch die Struktur und Arbeitsweise des Weltklimarats geändert werden?

    Schellnhuber: …Außerdem wäre es besser, wenn sich der IPCC ausschließlich auf Veröffentlichungen und Daten stützte, welche die strikte, in der Wissenschaft übliche Qualitätskontrolle durchlaufen haben. Das würde allerdings bedeuten, dass die Weltklimaberichte kompakter und fragmentarischer wären und eben viele Fragen offen lassen müssten.

    (Interview in der SZ-Printausgabe vom 13.2.2010)

    Ein Fehler, ein Übersehen der grauen Literatur kann das demnach nicht gewesen sein und spricht deutlich gegen den eigenen in der Öffentlichkeit vertretenen Anspruch sich strikt nur auf die Wissenschaft zu beziehen. Das also wissend, hätten die Tausend gerade hier besonders aufmerksam lesen müssen.

    Was für mich bleibt, ist die große Überraschung, dass ausgerechnet umwelt.zdf das Thema so deutlich angefasst hat. Hoffentlich ziehen andere nach.

  14. @ Lentje

    Danke für das Zitat von Schellnhuber aus der SZ. Es war offensichtlich kein Fehler, wie Sie schon vermerkten, dass sogenannte graue Literatur in den IPCC-Bericht auftauchte, sondern bewusst verwendet um ein bestimmtes Gesamtbild zu erzeugen.

    Interessant wäre nun zu wissen, steckt da System dahinter, oder hat man das nur stillschweigend für gut befunden, da es ja der Sache dient.

  15. @ Quencher

    Wo liegt der Unterschied zwischen System und tausendfachem Stillschweigen der Involvierten?

    Im Übrigen baut Schellnhuber auch in diesem Interview vor (nach seinen Jammertiraden, er wäre so glücklich, wenn sich alles als falscher Alarm herausstellen würde), dass doch vieles anders kommen könnte als heute gedacht:

    Schellnhuber: In zehn oder zwanzig Jahren wird sich unser Verständnis vom Klima ohnehin stark verbessert haben, sodass manches, was heute als wahrscheinlich gilt, sich als Schrott erweisen könnte.

    Im Übrigen steht das IPCC nicht alleine damit, sich auf „graue“ Literatur zu beziehen. Auch dem damaligen (2008) Chef der AAAS, Dr. John Holdren, fiel seinerzeit wohl nichts besseres ein als für seinen persönlichen Klima-Katastrophen-Film unbedingt den WWF heranziehen zu müssen -- und das, obwohl er doch Kontakt zu allen echten Koryphäen gehabt haben sollte. Warum nur?

    http://www.youtube.com/watch?v=_nZjrPoAlbU
    Oder über aaas.org ->EurekAlert-Breaking News for Reporters -> Atmospheric Science -> Button ganz oben: AAAS Climate Video on Youtube

  16. Meiner Meinung vor über 1,5 Jahren zu diesem Professör könnte ich nach obiger Durchsicht höchstens noch hinzufügen, daß er unübersehbar am „Paolo-Pinkel-Augenaufschlag“ festhält; vielleicht schneit’s ja auch bei ihm jetzt im Sommer, doch täuschen kann der mich nicht! Er gehört für mich nach wie vor zur niedersten aller menschlichen Lebensformen – den Opportunisten!!!

    Und was den Informationsgehalt dieser (Wetter-)Statistik namens „Klima“ angeht, dazu trällert schon seinerzeit Doris Day: Qué Será, Será Whatever will be, will be… 😉

    mfg

  17. Ich denke, durch das Einfließen von „grauer Literatur“ in wichtige Sachstandberichte, wird vor allem das Ziel der zielgerichteten Bindung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen bezweckt. Getreu nach dem Motto: „Wer einmal im Boot sitzt, wird schon freiwillig mit in unsere Richtung rudern“. Dies mag eine politisch akzeptierte Methode sein, hat aber in der Wissenschaft nichts zu suchen.

    Andererseits, betrachtet man den hohen Stellenwert der NGOs innerhalb der UNO, kann es eigentlich nicht weiter verwundern. Bedient man sich doch schon länger dieser Kräfte zum Aufbau eines politischen Drucks. Die Legitimationsfrage wird, in diesen Kreisen, ja nicht mal ansatzweise gestellt. Die Angst vor den üblichen Kampagnen ist doch sehr mächtig. Also macht man lieber aus einem möglichen Protest eine wohlwollende Teilnahme.

    Dem normalen Bürger ist die legitimationsfreie Methode „NGO“ noch gar nicht ins Bewußtsein gedrungen, hält er diese doch für hochwissenschaftliche Experten und erkennt die „Selbsternennungspraxis“ nicht als solche.

  18. @all

    Man kann von Latif halten, was man will. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist mir so etwas lieber als das, was Herr R. aus P. gemeinsam mit seinem Busenfreund Mann an Rechtfertigungsversuchen auf seinem Blog veranstaltet.

    Ich erwarte, dass er umgehend auch noch (ausgerechnet!) das ZDF als Teil der Achse des Bösen brandmarkt.

  19. Latif — Mäntelchen — Wind

    Carsten

    http://euro-med.dk/billeder/billederfaarevalg.jpg

  20. Krasssss! Man reibt sich die Augen. Offensichtlich geht die Angst vor einem Stimmungsumschwung bei den Medien um. Der Klima-Dampfer sinkt -- Rette sich wer kann!

  21. Allerletzter Test

    [zwischen ‚html“>‘ und ‚&#60/a‘ muss noch ein Text stehen…]

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