Zurück in die vorindustrielle Kultur ?

18. Januar 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Ernährung

Vor GewitterEs fing ganz harmlos an, erst im Garten Center, dann in den Versand-Katalogen, zum Schluss haben selbst die Discounter nach und mitgezogen:

Es war “in”, im Garten oder auf der Terrasse einen Feuerkorb nicht nur stehen zu haben, nein, ihn auch mit dicken Scheiten Holz zu betreiben. Ist der perspektivische Sommer einer der kälteren?
Oder soll der gemeine Bürger wieder anfangen, sich an offenes Feuer zu gewöhnen?

Fest steht, in der Ökobilanz vieler Klimaerwärmungshysteriker mit Öko-Heizung und Öko überhaupt, tauchte dieser Holzverbrauch und CO2-Zuwachs nicht auf. Nun gut.

Im Zuge des so genannten Klimaschutzes kam man ja mal auf die glorreiche Idee, alles Mögliche in Sprit, Diesel etc umwandeln zu wollen, das zu manch Auswüchsen führte, die nicht eigentlich im Sinne der Erfinder waren, Biosprit aus Getreide, um nur ein Beispiel zu nennen. Brasilien baut “en masse” Zuckerrohr an, um daraus Ethanol herzustellen, der Mais in den USA galoppiert preislich davon, eher bekommt man wohl Sprit aus Mais statt Polenta…..

Ich kann mich erinnern, früher mein Aquarium mit CO2 gedüngt zu haben, ganz primitiv, mit Zuckerwasser und Hefe in einer Flasche, und das CO2 wurde dann über einen Schlauch ins Aquarium geleitet, in der Flasche blieb dann Alkohol in irgend einer abfallwürdigen Form übrig.

Ich denke mal, heutiger Bio-Ethanol aus Rohrzucker, Zuckerrüben oder woraus auch immer, wird etwas anders hergestellt, offensichtlich aber in solchen Massen, dass jetzt irgend welche “schlauen” Leute darauf gekommen sind, diesen Bio-Ethanol vermehrt in Wohnungen in CO2 umzusetzen, indem man sich einen schornsteinlosen Kamin an die Wand hängt und den Bio-Sprit dort verbrennt, oder auch optisch und kalorisch effektvoll auf dem Tisch.

Bio-Ethanol Kamine und Feuerstellen: Diese Umsetzung von Ethanol in Wärme, Wasser und CO2 ist auch nicht unbedingt dazu angetan, unsere CO2-Bilanz, zu der ich zwar andere Ansichten habe als der Mainstream in Bezug auf das Klima, in geordnete Bahnen laufen zu lassen.

Auch hier haben wir den romantischen Effekt des offenen Feuers, das wärmt und gut aussieht, solange da nichts überspringt und das Feuer im dafür vorgesehenen Behälter bleibt.

Was ist also der Hintergrund dieses neu eröffneten Marktes?

Hinweis auf kommende kalte Zeiten, Hinweis auf die Unzuverlässigkeit von Solar und Wind, Hinweis auf einen Technologie-Rückfall auf aus Klimatistensicht wünschenswerte “Vorindustrielle” Zeiten? Ich habe keine Ahnung, aber interessant ist das Ganze schon, wenn man einerseits dauernd aus allen Quellen in die Ohren geblasen bekommt, Energie zu sparen, CO2 zu verteufeln, andererseits aber sinnlos Holz und Bio-Sprit verbrennt. Oder ist das ökologisch, klimatistisch korrekt, weil es “Bio” bzw. “CO2 neutral” ist und aus “nicht-fossilen” Quellen stammt?

Zuerst veröffentlicht bei Readers-Edition

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8 Kommentare
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  1. Ein schöner Artikel, geignet als Anschub für eine Serie von Abhandlungen über den populär-ökologischen Unfug, der den Hirnen von anthroposphischen Ideologen, Politikern, Mainstream-Medienleuten, Spendensammelorden (NGOs) und Laien der Angstneurotiker-Fakultät entspringt.
    Kaum ein Fachgebiet der „Umwelt“-Naturwissenschaften ist von dieser dumm-feindlichen Übernahme (OK, vielleicht die Quantenphysik nicht…, so hoch zu spucken muß erst einmal gekonnt werden) verschont geblieben.

    Allerdings müssen wir Wissenschaftler uns ernsthaft fragen, warum wir bisher meist nicht in der Lage waren, unser Wissen allgemeinverständlich unters Volk zu bringen und statt dessen das Feld Lyssenkos Enkeln überlassen haben.
    Gewiß eine bittere Frage, eine umso dringendere dafür.

  2. Lieber Herr Gans,
    Interessantes zu Holz und Pelletheizungen finden sie hier:
    http://www.umweltschutz-news.de/123artikel957.html
    ich zitiere mal:

    „Immer mehr private Haushalte und kleine Gewerbebetriebe heizen mit Holz und holen mit Kamin oder Kaminofen Behaglichkeit ins Wohnzimmer. Das ist zwar gut fürs Klima, denn Holz setzt bei seiner Verbrennung nur soviel klimaschädliches Kohlendioxid frei, wie vorher beim Pflanzenwachstum im Holz gebunden wurde.
    Aber: Die mehreren Millionen kleinen Holzfeuerungsanlagen stoßen in Deutschland insgesamt etwa soviel gesundheitsschädlichen Feinstaub aus, wie die Motoren von Pkw, Lkw und Motorrädern. „
    Und
    „Auch die Grenzwerte für den Ausstoß von Staub sollten verschärft werden. Feinstaub kann die menschliche Gesundheit erheblich beeinträchtigen. Er wirkt negativ auf die Atemwege – Husten und die Zunahme asthmatischer Anfälle sind die Folge – sowie auf das Herz-Kreislauf-System. Dies kann die Lebenserwartung vermindern.“
    und
    „Es gibt auf dem Markt bereits moderne Holzfeuerungsanlagen, die relativ geringe Feinstaubemissionen verursachen. Dazu zählen in erster Linie mit Holzpellets – mit kleinen Holzpresslingen – betriebene Feuerungen.“
    und
    „Wie viel Feinstaub tatsächlich ausgestoßen wird, hängt nicht nur von Art und Alter der Anlage ab. Auch die Art der Befeuerung, der Wartungszustand der Anlagen und die Auswahl sowie die Qualität des genutzten Holzes sind zu beachten. Daher sollten Betreiber auch besser als bisher informiert und ihre Anlagen überprüft werden. Dies könnten die Schornsteinfeger bei ihren ohnehin stattfindenden Routineprüfungen übernehmen.“

    Die Holzfeuerung ist natürlich für die Luft ein echter Rückschritt. Feststoff verbrennen erforder Logistik, die Wartung und die Kaminreinigung erfordern laufende Kosten und Infrastrukturkosten die wir mit Gasheizungen wohl längst überwunden hatten.

    Interessant finde ich den Satz: „Es gibt auf dem Markt bereits moderne Holzfeuerungsanlagen, die relativ geringe Feinstaubemissionen verursachen“ mit dem Wörtchen relativ.
    Der Verband der Pelletofenhersteller wirbt damit das moderne Pelletöfen weniger Feinstaub erzeugen als alte Holzverfeuerungsanlagen.
    http://www.depv.de/uploads/media/Hintergrundinformationen_Feinstaub.pdf
    oder auf SPON
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,507680,00.html
    Feinstaub-Ausstoß binnen acht Jahren verdoppelt
    Einen Vergleich mit der Feinstaubbelastung von Gasöfen:
    „Es gibt sogar Anlagen mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“. Ein solcher „guter Pelletofen weist im Durchschnitt einen Feinstaub-Emissionsfaktor von etwa 10 kg/TJ auf“, so UBA-Fachreferentin Anja Nowack.
    Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, „dass auch diese Anlagen deutlich höhere Feinstaub-Emissionen haben als moderne Gas- und Ölheizungen vergleichbarer Größe“, wie man bei der Fachbehörde des Bundesumweltministeriums anmerkt. Ölkessel blasen demnach nicht einmal zwei Kilo Feinstaub pro Terajoule in die Luft. Gasheizungen, so das UBA, haben fast gar keine Staubemissionen.“
    Noch Fragen. Mit einem schönen Gruß an Herrn Thorsten.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. Lieber Herr Gans,
    kleiner Nachtrag. Ob das UBA und SPON auch von Exxon-Mobil und ähnlichen bezahlt werden? 🙂
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  4. @Günter Hess
    Mit dem Gruß an Thorsten reicht es nicht, er muß das, was er nicht kann: es lesen und verstehen.
    Aber da ist die Ideologie davor. 🙂

  5. @Theobald Tiger
    Danke, das war auch ironisch / satirisch gemeint, im Sinne von Nuhr’s „um den Block fahren“. Allerdings steckt da schon die Absicht dahinter, auch diesen ganzen Ökowahn „vorzuführen“, die Auswüchse zu zeigen.
    Sie können sich gern hier beteiligen, um die Öffentlichkeit mit aufzurütteln.

  6. @Krishna Gans:
    Was glauben Sie, woher ich camargue-flamenco kenne? *laut_lach*
    Na, von dem hier

    Indes liegt doch nicht nur das Klima/Energie-Problem total schief.
    Das (nun nicht mehr ganz druckfrische) „Lexikon der Öko-Irrtümer“ von Maxeiner/Miersch bietet ungefähr den Themenkatalog, dessen Inhalte wieder aktualisiert in die richtige Richtung, nämlich im wesentlichen die der beiden Autoren, zu schieben sind -- eine Arbeit für Sysiphos‘ Enkel, nachdem die öffentliche Wahrnehmung mit Trivial-Ökologie derart unerträglich verkleistert wurde.

    Wir „sehen“ uns…

  7. Wenn’s denn so gewesen wäre…

    (…)Im Zuge des so genannten Klimaschutzes kam man ja mal auf die glorreiche Idee, alles Mögliche in Sprit, Diesel etc umwandeln zu wollen,…

    …hätte das AlphaKat-Verfahren auf jeden Fall auf der Agenda-Liste der Öko-Khmer stehen müssen, doch… nix war’s!??

    Es kann also nur gemutmaßt werden woran es denn gelegen haben mag, warum ihnen diese – in ihrem(Öko-Khmer) ureigensten Sinne – wirklich CO2 neutrale Herangehensweise keine Erwähnung wert war?

    Jedoch ist bei der obigen Aufzählung all jener Initiativen eines schon nach recht kurzer Zeit klar geworden, sie dient & dient lediglich einer kleinen Gruppe von Investoren, die jederzeit über eine geradezu alles erstickende Lobbyisten-Meute verfügen, die bei den medial verdummten Mitbürgern das ökologische Gewissen wachrütteln sollen – natürlich immer mittenmang dabei, der/die allzeit präsente gemeine Polit-SchwätzerIn!!!

    mfg

  8. In der Print Ausgabe der Mainzer Allgemeinen Zeitung vom 30.3.2019 stand ein ziemlich aufrüttelnder Bericht über die Gefährlichkeit dieser Biosprit Kaminen und Feuerschalen. Demnach gab es schon ziemlich viele, sehr gefährliche, auch tödliche Unfälle mit schwersten Verbrennungen und schlimmen Folgen. Allerdings werden bisher keine exakten Statistiken geführt, das wir aber demnächst wohl geschehen. Die Gefährlichkeit wird wohl sogar von Fachkundigen sehr unterschätzt bzw. falsch eingeschätzt.

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