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Windmühlen, Grafitti und die Beherrschung des Raumes

13. April 2016 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Ökologismus, Windkraft

avatar-quentin150Schon Kinder beginnen ihre Spielsachen zu kennzeichnen, schreiben mit einem Edding ihren Namen irgendwo auf die Puppe oder das Auto, selbst dann wenn völlig klar ist, es kann keine Verwechslung geben. Dies ist mein, meine Puppe, mein Auto, mein Spielzeug – immer ist dies die Aussage einer Kennzeichnung. Ich habe es in Besitz genommen. Bei Erwachsenen ist es nicht viel anders, Dinge die sie besonders wertschätzen werden gekennzeichnet. Autos beispielsweise, durch die Wahl von eigenen Ziffern- und Zahlenkombinationen fürs Nummernschild. Das Namensschild an der Haustür oder Pforte dient nicht nur der Information wer hier lebt, sondern zeigt einen Hoheitsbereich an: Ab hier gelten die Regeln der Bewohner dieses Hauses. Staatsgrenzen haben eine ähnliche Funktion.

Nein, lieber Leser, ich will jetzt hier nicht die Flüchtlingsfrage thematisieren, das fällt nicht leicht, bei den vielen Metaphern die sich aufdrängen; mir geht es aber erst mal nur um die Kennzeichnung von Dingen oder Räumen. Und auch um die Interaktion zwischen den Dingen, Räumen und den Kennzeichnungen. Gekennzeichnete Dinge verändern nämlich den Charakter des Raumes in dem sie sich befinden. Manche Tiere markieren ihren beanspruchten Raum mit Duftmarken, Menschen tun im Prinzip das Gleiche in dem sie Dinge so platzieren, dass sie in den Raum



Die AfD und der Klimaschutz

11. April 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik

ego150Ich gestehe. Ich lese Parteiprogramme. Am liebsten Grundsatzprogramme, denn diese verraten viel über den wirklichen Charakter politischer Vereinigungen. Der in der Flut der tagesaktuellen, an kurzlebigen Sachzwängen orientierten Äußerungen meist nicht sichtbar wird. Oft belächelt man meine Marotte. Programme seien doch nur Schall und Rauch. Niemand würde sie kennen, niemand sie bei seiner Wahlentscheidung beachten. Außerdem wären sie in vielen Aspekten zu allgemein gehalten, als daß man Verwertbares aus ihnen ableiten könne. Mir scheint die intensive Debatte über den Entwurf des Grundsatzprogramms der AfD das Gegenteil zu belegen. Bislang wurde das Ringen um ein Selbstverständnis noch bei keiner Partei derart intensiv medial begleitet. Obwohl auch die Etablierten regelmäßig Debatten dieser Art führten und führen. Manchmal sind Grundsatzprogramme offensichtlich doch von Bedeutung.

Ich gestehe. Die AfD war mir immer suspekt. Weil sie in die Geschichte trat, ohne zu grundlegenden Fragen Stellung zu beziehen. Sollte nicht die Formulierung einer übergreifenden Haltung, einer die Mitglieder verbindenden Weltsicht am Beginn einer gestaltungswilligen Bewegung stehen? Die AfD ist bei der letzten Bundestagswahl nur knapp gescheitert. Sie hat danach nicht nur den Einzug in das europäische Parlament geschafft, sie ist auch in einer für neue Parteien beispiellosen Erfolgsserie in mittlerweile acht Landesparlamente eingezogen. Wann immer zuletzt



Fukushima 5.0

11. März 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

ego150Fünf Jahre Abstand sollten auch in Deutschland genügen, die richtigen Lehren aus dem Störfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zu ziehen. Der Atomausstieg war nicht nur unbegründet, sondern auch falsch, weil rings um uns die Welt in ein neues nukleares Zeitalter eintritt.

Am 11. März 2011 um 6:46 mitteleuropäischer Zeit ereignete sich am Grunde des pazifischen Ozeans 130 Kilometer östlich der japanischen Küstenstadt Sendai ein schweres Seebeben. Es löste einen Tsunami aus, dessen über zehn Meter hohe Wellen ungefähr 45 Minuten später das Festland trafen. Beide Heimsuchungen zusammen vernichteten mehrere hunderttausend Gebäude und rissen 18.456 Menschen in den Tod.

Dieses fernöstliche Geschehen katapultierte Deutschland zurück ins Mittelalter.

Denn zu den betroffenen japanischen Infrastrukturen zählte auch das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi. Während es dort zu Kernschmelzen und zur Freisetzung radioaktiven Materials in die Umgebung kam, entwickelte sich hierzulande eine von voraufklärerischer Ignoranz und Hysterie geprägte Debatte, die in die sofortige Stilllegung von acht Kernkraftwerken und in ein Vorziehen des damals gültigen Ausstiegsdatums von 2040 auf 2022 mündete.

Dabei ist in Fukushima bis heute niemand wegen des Störfalls an Strahlenschäden gestorben. Auch ist das von der Weltgesundheitsorganisation für die Bewohner der betroffenen Regionen ermittelte zusätzliche Krebsrisiko zu gering, um jemals statistisch nachweisbar zu sein. Wahrscheinlich



Die Energiewende: Eine Kaskade der Subventionen

7. März 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Photovoltaik, Politik, Windkraft

ego150Entweder führt die Energiewende zur Deindustrialisierung Deutschlands oder zu immer weiter steigenden Energiekosten für die privaten Haushalte. Vielleicht treten auch beide Entwicklungen ein. Das ist kein Fehler der Politik. Wer die Energiewende will, muss wissen: Anders ist sie nicht zu haben.

Vor einem knappen Jahr sprach Dr. Martin Iffert, Vorstandsvorsitzender der Trimet Aluminium SE, im Rahmen einer Veranstaltung zur Energiewende in Hannover klare Worte. Sein mit 3.000 Mitarbeitern als klassischer Mittelständler anzusehendes Unternehmen benötigt an den sechs deutschen Standorten 8 TWh pro Jahr, das ist mehr als ein Prozent der gesamten deutschen Elektrizitätsproduktion. Wäre Trimet als energieintensiver Betrieb nicht weitgehendvon der EEG-Umlage befreit, hätte man die gegenwärtige Energiepolitik mit einer jährlichen Zwangsabgabe von etwa 300 Millionen Euro zu finanzieren. Was ein Mehrfaches des Gewinns ausmachen würde, der bei etwa 50 Millionen Euro liegt. Schon ein Anstieg des Strompreises um nur einen Cent pro Kilowattstunde würde Mehrkosten von 80 Millionen Euro pro Jahr bedeuten und damit die Firma in die Verlustzone treiben. Die deutschen Hütten könnten nicht mehr gehalten werden. Was auch Zulieferer, Dienstleister und Abnehmer entlang der Wertschöpfungskette schwer träfe. Iffert nannte eine typische Zahl von 200 Unternehmen pro Standort.

Professor Wolfgang Eberhardt von der TU Berlin ficht das nicht



Klimaschutz? Nicht mit Wind und Sonne!

29. Februar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

ego150Klimaschutz ist das Primärziel der Energiewende. Bislang hat es in dieser Hinsicht keine Fortschritte gegeben. Auch in Zukunft wird der Ausbau volatiler Quellen nicht helfen. Auf der Grundlage der gegenwärtigen Energiepolitik können Emissionen nur reduziert werden, wenn der Stromverbrauch massiv zurückgeht.

Zwischen 1990 und 2000 ging der energiebedingte Kohlendioxid-Ausstoß in Deutschland um fast 20% zurück. Effizienzsteigerungen in der industriellen Produktion, im Verkehr und in den privaten Haushalten haben dazu ebenso beigetragen, wie die Modernisierung der ostdeutschen Wirtschaft.

Dann kam die Energiewende.

Seit das im Jahr 2000 verabschiedete EEG den ungezügelten Ausbau volatiler Energiequellen induzierte, stagnieren die Emissionen. Die für 2020 gesetzte Zielmarke wird voraussichtlich deutlich verfehlt, die für 2050 erhoffte Reduktion um 80% (gegenüber 2008) erweist sich als pure Utopie. Betrachtet man allein die Stromproduktion wird besonders deutlich: Durch Sonnen- und Windenergie konnte noch nicht ein Gramm Kohlendioxid eingespart werden.

Emissionen

Wenn er nicht zu jeder Zeit in jeder gewünschten Menge in immer gleicher Qualität verfügbar ist, hat Strom keinen Wert. Von diesem Grundsatz ausgehend sind Ökonomie, Ökologie und Technologie eines Elektrizitätsversorgungssystems durch die Gesetze der Physik untrennbar miteinander verwoben. Wer den einen Aspekt manipuliert, übt gleichzeitig auch auf die beiden anderen eine Wirkung aus. Im Verlauf der vergangenen hundert Jahre



EEG und Merit-Order-Effekt (MOE) für Dummies

22. Februar 2016 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Erdöl, Kernenergie, Kohle, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Photovoltaik, Politik, Wasserkraft, Windkraft

Anlass für diesen Artikel ist es die Auswirkungen der EEG-Förderung (Förderung über das Erneuerbare-Energien-Gesetzt) und des Merit-Order-Effekts (MOE) möglichst einfach anhand von Grafiken zu erklären, da es immer noch Leute gibt, die glauben, dass die Erneuerbaren Energien (EE), Wind, Sonne und Biomasse sich senkend auf den Strompreis auswirken.



Wind und Sonne: Die Kannibalen der Energiewende

15. Februar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Photovoltaik, Politik, Windkraft

ego150Die Subventionierung der Wind- und Solarenergie diene nur dem Markthochlauf und sei daher vorübergehend, wird seitens der Betreiber oft propagiert. Nach erfolgreicher Durchführung der Energiewende stünde dem Verbraucher Strom zu immer geringeren Kosten zur Verfügung. Leider aber wird das verheißene Schlaraffenland der billigen und sauberen Energie für immer eine Illusion bleiben. Ganz im Gegenteil: Die charakteristischen Eigenschaften der volatilen Stromquellen bedingen die genau gegenteilige Entwicklung.  

Vor einigen Tagen feierten Politik und Betreiber die Eröffnung des neuen Offshore-Windparks „Amrumbank West“ in der Nordsee. Einige Kilometer nördlich von Helgoland wurden 80 Rotoren mit zusammen 302 Megawatt Nennleistung errichtet. Stolz erklärt man der staunenden Öffentlichkeit, dies diene der Stromversorgung von 300.000 Haushalten.

Solche irreführenden Angaben sind trotz aller Aufklärung weiterhin üblich, wann immer neue Windräder ans Netz gehen. Sie werden durch die Medien meist ungeprüft und unkommentiert verbreitet. In Wirklichkeit kann Amrumbank West keinen einzigen Haushalt sicher versorgen und kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen.

Denn auch auf der Nordsee schwankt die Windstärke. Es gibt Flauten und Stürme, Schwachwind- und Starkwindphasen. Die Windräder dort können ihre maximale Leistung häufig nicht abrufen. Manchmal stehen sie sogar völlig nutzlos da und liefern gar keine Energie. Im Verlauf eines Jahres, so der Erfahrungswert aus dem