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Numbergate? Die Antwort ist: 142

18. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Genau, eben nicht 42, sondern 142. Da hat sich Douglas Adams wohl vertan…

Aber der Reihe nach. Stefan Rahmstorf hat mal wieder was in seinem Blog geschrieben. Das übliche „Kulke-Bashing“. Es ist ja bekannt: Journalisten, die nicht die Rahmstorfsche Agenda von der kohlenstofffreien Gesellschaft teilen, werden von ihm gnadenlos abgestraft. Ob in diesem Fall zu Recht, oder zu Unrecht, lasse ich für den Moment mal dahingestellt. Und was man den Rahmstorfschen Pirouetten in Bezug auf die statistisch nicht signifikante Erwärmung der letzten 15 Jahre und der korrekten Interpretation dieser Aussage entnehmen kann, bedarf eines eigenen Kommentars.

Denn so nebenbei erklärt uns Herr Rahmstorf in seinem Text auch Bedeutendes über die Arbeitsweise des IPCC:

Er ist übrigens nicht „der Autor dieses IPCC-Kapitels“, wie Kulke falsch behauptet – das sind die 10 auf der ersten Seite gelisteten „Coordinating Lead Authors“ und „Lead Authors“. Muir-Wood ist als einer der „Contributing Authors“ genannt – das sind Leute, die irgendetwas beigesteuert haben (im Falle von Muir-Wood eine Grafik, die es aber nicht in den Bericht geschafft hat, sondern nur als Supplementary Information auf der IPCC-Webseite abrufbar ist). Diese Contributing Authors schreiben ansonsten das Kapitel nicht mit und haben keinerlei Entscheidungsbefugnis, was dort aufgenommen wird.



Das Erdölzeitalter beginnt

17. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdöl, Klimawandel

Man kann die ob der Entwicklung unseres Klimas ängstlichen und besorgten Zeitgenossen mit der Unmöglichkeit konfrontieren, schlechtes Wetter zu vermeiden. Man kann auch  mit den Wissenslücken in den Projektionen der künftigen klimatischen Bedingungen argumentieren. In jedem Fall lautet eine beliebte Rückzugsposition, die Maßnahmen zur Vermeidung des Klimawandels wären auch ohne diesen sinnvoll. Denn eine Umstellung unserer Energieversorgung auf „kohlenstoffarme“ Energieträger müsse sein. Insbesondere Erdöl stünde bald nicht mehr zur Verfügung. Das Ende des Erdölzeitalters wäre gekommen.

Oft wird die Hypothese über das globale Fördermaximum („Peak Oil“) ins Feld geführt. Wenn denn die Neufunde die Fördermengen nicht mehr ausgleichen oder übertreffen, so die Kernaussage dieser Idee, dann werden immer knappere Reserven auf eine immer größere Nachfrage treffen. Enorm steigende Preise könnten in der Folge ökonomisches Chaos verursachen. Und irgendwann wäre das Angebot zu klein, um unsere gegenwärtige Zivilisationsstufe zu halten. Aus dieser düsteren Zukunft einer in das Mittelalter zurückgeworfenen Welt winkt Mad Max den Ängstlichen im Traume bereits zu.

Ist diese Befürchtung realistisch?

Reserven und Ressourcen

Diese Fieberphantasien sind oft Folge eines mangelnden Verständnisses für die Differenzen und Kopplungen zwischen Reserven und Ressourcen. Und sie beinhalten einen unverständlichen Pessimismus hinsichtlich der Kreativität unserer Techniker und Ingenieure.

Die Erdölressourcen entstammen im wesentlichen



Rahmstorf in 3sat nano – Fehler ändern die Botschaft des IPCC-Berichts nicht

16. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Medien

Heute lief im 3Sat nano ein Klima-Spezial mit Interviews mit den Professoren Stefan Rahmstorf und Hans von Storch. Nach Aussage Rahmstorfs ist sich die Forschung nach wie vor sicher. Daran änderten auch die „kleinen“ Fehler im 2. Kapitel des IPCC-Reports nichts Damit meinte er die als Himalayagate bekannt gewordenen wissenschaftlichen Fehlleistungen)

„Nur weil ein falscher Bericht zu Gletschern, von einem asiatischen Sozialwissenschaftler, im Bericht auftaucht, dann heißt das nicht, dass alles andere Falsch ist…Die Forschung im 1. Kapitel ist nach wie vor richtig.“

Nicht angesprochen hat Rahmstorf die weiteren „kleinen Unstimmigkeiten“, wie etwa Greenpeacegate, WWF-Gate, Pachaurigate Amazonasgate, Hurricanegate, Studentgate, Africagate, Sea-Level-Gate…  Das alles wurde höflichst nicht erwähnt. Rahmstorf weiter:

„Als Wissenschaftler stellen wir uns auch gerne jeglicher sachlicher Kritik. Ich denke, die Grunderkenntnisse der Klimawissenschaft brauchen sich auch in keinster Weise zu verstecken.“

So so, Herr Rahmstorf, dann haben wir Climategate wohl alle nur geträumt. Tarnen, Täuschen und Unterdrücken anderer Meinungen, darum ging es bei der Affäre doch wohl, oder?

Im Interview mit Professor von Storch waren da schon etwas kritischere Töne zu hören, wenngleich auch er den IPCC-Bericht, zumindest das erste Kapitel, nach wie vor für solide wissenschaftliche Arbeit hält. Allerdings räumte



Vom Wesen der Klimaskeptiker

12. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Kommentare, Medien, Politik, Wissenschaft

Ich habe schon einmal versucht, mich diesem Thema zu nähern. Unvollkommen, wie die Leserkommentare zeigen. Der Verlauf der Diskussionen bei Readers Edition und die aktuellen Debatten über die Zukunft des IPCC haben mich inspiriert, die Frage erneut zu beleuchten.

Denn spätestens, wenn den Alarmisten die Sachargumente ausgehen, greifen sie zu Diffamierungen, die dann immer schnell in den Begriff „Leugner“ münden. Das ist perfide, auch ohne gleich die gewollte Nähe zum „Holocaust-Leugner“ zu bemühen.

Und trotz der Tatsache, daß es die Skeptiker waren, die durch fortwährende Aufklärungsarbeit die Fehler im IPCC-Bericht und die wirtschaftlichen Verflechtungen von UN-Spitzenfunktionären in das Bewußtsein der Öffentlichkeit gerückt haben, werden diese in den Medien immer noch als wissenschaftsferne Spinner herabgewürdigt.

Aber je tiefer man in das Internet, in die Blogosphäre eintaucht, je intensiver man dort nachsieht, wo die Menschen authentisch und aus erster Hand über sich selbst berichten (statt über sich berichten zu lassen), desto klarer wird die Differenz zwischen der medialen Realität und der Wirklichkeit.

Natürlich, die „Klimaskeptiker“ sind ein bunt zusammengewürfeltes Völkchen. Sie haben unterschiedliche Motivationen und differierende Ziele. Die Klimaskeptiker bilden keinen monolithischen Block gleichgeschalteter Interessen. Sie sind vielmehr die bunte Vielfalt, die in einer freien und offenen Gesellschaft immer dann entsteht, wenn



Skeptische Töne im MDR: „Die Natur spielt den Klimaszenarien einen Streich“

10. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Ich habe an dieser Stelle je bereits mehrfach darüber geschrieben, wie die Medien zunehmend auch über skeptische Stimmen berichten, also  solche, die nicht unbedingt  mit der landläufigen Meinung eines katastrophalen menschengemachten Klimawandels übereinstimmen. Diese Zunahme wird mehrere Ursachen haben. Zum einen ist es bestimmt der Verlust an Glaubwürdigkeit, den der Klimagate-Skandal nachhaltig hinterlassen hat. Zum anderen spielt aber bestimmt auch der ungewöhnlich kalte Winter eine nicht unwesentliche Rolle.

Ich will damit keinesfalls ausdrücken, dass der momentane kalte Winter (der zweite in Folge) als Beleg gegen die globale Erwärmung geeignet wäre. Das ist er genauso wenig wie der Warme Sommer 2003 ein Beleg für den Klimawandel war. Nur funktionieren die Medien hier nun einmal anders. Wenn es aktuell kalt ist, passen Berichte über Zweifel an der Erwärmungstheorie schließlich besser.

Zweifel am Weltklimarat
Und unabhängig vom momentanen Wette gibt es auch sonst reichlich Grund zum Zweifeln. Warum musste zum Beispiel der Weltklimarat, wenn es doch nach seiner Aussage viele robuste wissenschaftliche Belege für den Klimawandel und dessen katastrophale Auswirkungen gibt, ausgerechnet auf Studien zurückgreifen, die wissenschaftlichen Kriterien in keinster Weise genügen? Gemeint sind damit etwa Arbeiten vom WWF oder von Greenpeace (hier), oder Beiträge aus populärwissenschaftlichen Magazinen. Oder warum



Durchhalteparolen im Angesicht der neuen Klimapolitik

9. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Kopenhagen, Medien, Politik, Wissenschaft

So, nun wissen wir es endlich ganz genau. Der nächste Weltwirtschaftsgipfel findet in Mexiko statt. Am „Partystrand“, wie Spiegel-Online so schön titelt. Ich habe selten eine Nachricht mit so wenig Neuigkeitenwert gelesen. Denn von Mexiko wußten wir schon vorher. Ebenso von der Zwischenkonferenz in Bonn. Daß man sich nun also in Cancun trifft, mag die politische Kaste entzücken, für uns Wahlbürger ist es ohne Belang. Es ist doch üblich, große UNO-Konferenzen an Orten mit hohem Freizeit- und Erholungswert zu veranstalten, an denen ausreichend viele luxuriöse und vollklimatisierte Suiten zur Verfügung stehen.

Was aber auffällt ist die Konsequenz, mit der der Spiegel seine Klimakatastrophen-Kampagne fortsetzt. Unter strikter Mißachtung der neuen Realitäten werden Nachrichten über Wirtschaftspolitik immer noch unter der Kategorie „Wissenschaft“ veröffentlicht. Klimaforschung und Politik sind eine untrennbare Einheit, so sollen wir denken. Und: „Die Karawane zieht weiter, unbeirrt und unbeeindruckt, für uns Weltenretter hat sich nichts geändert.“

Dabei hat sich entscheidendes getan, in den letzten Wochen.

Mit einem gewissen Zynismus muß ich konstatieren, daß wir Skeptiker von all dem schon immer berichtet haben. Was sich geändert hat, ist die allgemeine Wahrnehmung. Climategate, Pachaurigate, Glaciergate, Amazongate und Hurricangate – um nur einige völlig neue Wortschöpfungen zu nennen, sind nun



Holger Krahmer: Komplettes Versagen europäischer Klimapolitik

4. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

Nach dem Scheitern des Klimagipfels von Kopenhagen reagiert das politische Europa trotzig, anstatt sachlich die Gründe für das Scheitern zu analysieren. Kopenhagen hat eine veränderte politische Weltbühne hinterlassen: Europa muss einen dramatischen Verlust seiner politischen und ökonomischen Bedeutung zur Kenntnis nehmen. Es wurde bei dem zwischen den USA, China und Indien ausgehandelten Kompromiss noch nicht einmal an den Tisch gebeten. Letztlich blieb der EU gar nichts anderes übrig, als der unverbindlichen Klima-Erklärung zähneknirschend zuzustimmen, um sich nicht in der politischen Sektiererecke mit Robert Mugabe und Hugo Chavez wiederzufinden. Von einer Vorreiterrolle Europas in der Klimapolitik kann nicht mehr gesprochen werden. Der Rest der Welt ist an Europas Regulierungsideen schlicht nicht interessiert. Die seit langer Zeit absehbaren Interessensunterschiede zwischen Industrie- und Schwellenländern sind unüberwindbar. Das “Nein” zu verbindlichen Minderungszielen ist eindeutig, denn die ärmeren Länder wollen sich ihre Entwicklungsmöglichkeiten nicht beschneiden lassen. Außerdem sind sie auf die immer noch verhältnismäßig preiswerte Nutzung fossiler Rohstoffe angewiesen.

Brüssel und Europas Hauptstädte tun sich nun schwer, diese Realität zu akzeptieren. Stattdessen werden erneut Hoffnungen auf Ergebnisse künftiger Klimagipfel geschürt. Die Chancen auf ein internationales Abkommen sind angesichts dieser Situation allerdings gleich null. Was Europa jetzt nicht braucht, ist ein “Weiter so” oder gar eine