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Rezension: Wir drehen am Klima – na und? (Gastbeitrag)

12. November 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energiewende, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

Buch2Neben Hans-Joachim Schellnhuber hat auch der vielen Lesern bekannte Physikprofessor Gerd Ganteför pünktlich zur bevorstehenden Klimakonferenz ein neues Buch zur Klimadebatte vorgelegt. Unser langjähriger Leser Martin Leonhard hat zu diesem Werk eine Rezension geschrieben und uns dankenswerterweise die Veröffentlichung ermöglicht. Ich möchte dazu auch noch einen passenden Veranstaltungshinweis geben.

Am kommenden Dienstag (17.11.2015) wird Gerd Ganteför in Hannover im Hotel Kaiserhof ab 19:00 zur Energiewende referieren. Eingeladen hat die Friedrich-Naumann-Stiftung. Und es soll eine kontroverse Debatte angeregt werden, denn dem Skeptiker Ganteför wird der Befürworter Eberhard antworten (und umgekehrt). Hier die Ankündigung des Veranstalters mit dem Link zum Ereignis:

Die Energiewende: Pro und Contra
Zwei Physiker – Zwei Standpunkte
Politik und Medien haben eine eigene Sicht auf die Welt. Dagegen sind Physiker der Realität verpflichtet.
Prof. Dr. Dr. Wolfgang Eberhardt von der TU Berlin kommt zu dem Schluss, dass die Energiewende technisch möglich ist und stetig umgesetzt werden sollte.
Prof. Dr. Gerd Ganteför von der Universität Konstanz hingegen zeigt, dass die Energiewende das Klimaproblem nicht lösen kann.
Der Ausgang der anschließenden Diskussion mit dem Publikum ist offen, aber eines ist gewiss: es kommen nur überprüfbare Fakten auf den Tisch.

Ich plane, an der Veranstaltung teilzunehmen. Nun aber zur Rezension.

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Zurück zur Natur? Von den Walen lernen…

8. November 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artensterben, Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Ressourcenverknappung, Tierschutz

ego150Es schien aus Sicht von Hajo Schellnhuber eine gute Idee, sein neues Buch pünktlich zur kommenden UN-Klimakonferenz in Paris zu veröffentlichen. Bei den langen Vorlaufzeiten, die eine entsprechende Planung erfordert, konnte man natürlich nicht ahnen, wie sehr die Flüchtlingskrise alle anderen Themen in den öffentlichen Debatten derzeit beherrscht. Das dürfte einiges an Aufmerksamkeit kosten und die erhofften Verkaufszahlen werden sich vielleicht nicht einstellen. Schade eigentlich, denn das Werk hätte durchaus Beachtung verdient, da es einen tieferen Einblick in das verquere Denken des zum Politaktivisten mutierten Forschers bietet.

„Zurück zur Natur“ ist sein Credo. Die Nachhaltigkeitskultur, die er fordert, zeichne sich durch einen „Fortschrittspfad“ aus, der sich „in die Fläche zurückbiege“. Das ist der Wesenskern der von Schellnhuber beworbenen sogenannten „Großen Transformation“: Die Rückkehr zu den biogenen Energiequellen der vorindustriellen Zeit.

Zu denen beispielsweise auch Wale gehörten. Der Jagd auf die großen Meeressäuger widmet sich Schellnhuber in einigen Passagen. Er schreibt sinngemäß, dem Schwund der Walbestände habe das Erdöl seinen Siegeszug erst zu verdanken. Und dieser „ökologische Kollaps“ sei vor allem einer „erotischen Obsession der europäischen Gesellschaft“ geschuldet, mithin der „Sekundärformung“ des weiblichen Körpers durch „Korsetts, Mieder, Reifröcke und andere Folterinstrumente“.

Schuld hatte also der menschliche Hedonismus. „Frivolität und Profitstreben“ seien



„Selbstverbrennung“: Das „Vermächtnis“ des Klimaberaters der Kanzlerin HJ Schellnhuber an die Menschheit

6. November 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Kopenhagen, Kurioses, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Selbstverbrennung3Rechtzeitig zum UN-Klimagipfel in Paris bringt der Klimaberater der Kanzlerin und Leiter des Potsdam-Institutes für Klimafolgenforschung (PIK) HJ Schellnhuber sein 784 Seiten starkes Buch „Selbstverbrennnung“ (Die fatale Dreiecksbeziehung zwischen Klima, Mensch und Kohlenstoff) heraus. Das Buch ist Schellenhubers Lebenswerk und sein „Vermächtnis“ an die Menschheit.



Wie wird der Pariser Klimagipfel 2015 unsere Welt verändern?

3. November 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Politik

513CAFSsmrL._SX314_BO1,204,203,200_Gastbeitrag von Von Uli Weber

Klimaschutz ist nur eines von vielen ökologischen Anliegen, die sich unter dem Sammelbegriff ‚Umweltschutz‘ zusammenfassen lassen. Wir alle wollen saubere Luft, sauberes Wasser, eine lebendige Ackerkrume, eine heile und artenreiche Natur und gesunde Nahrung. Durch eine Begrenzung des atmosphärischen Kohlendioxids (C02) soll der Klimaschutz einen weiteren Temperaturanstieg auf unserer Erde verhindern und verlangt daher ein Primat gegenüber örtlich konkurrierenden Anliegen des Umweltschutzes.

Im Vorfeld des COP21 Klimagipfels 2015 vom 30. November bis zum 11. Dezember 2015 in Paris häufen sich Meldungen über mögliche Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung. Der Weltklimarat hat längst das Ende der wissenschaftlichen Diskussion über die befürchtete Klimakatastrophe verkündet und argumentiert mit einem überwältigenden Konsens der Klimaforschung über die Theorie eines vom Menschen verursachten Klimawandels.

Die G7-Staaten haben diese klimawissenschaftlichen Erkenntnisse zum Anlass genommen, um bei ihrem Treffen auf Schloss Elmau die Dekarbonisierung der Welt zu beschließen. Die Nutzung der fossilen Energieträger Kohle, Öl und Gas soll damit bis 2100 weltweit eingestellt werden.

Auch Papst Franziskus hat jetzt in seiner Umwelt-Enzyklika ‚Laudatio Si‘ zum globalen Klimaschutz aufgerufen und fordert den Ersatz von fossilen Kraftstoffen sowie ein ökologisches Umdenken von uns allen. Und mit den Begriffen ‚ökologischer Fußabdruck‘ und ‚Zweite Erde‘ erklären Umweltorganisationen und



Energiewende: Mit der Grundstoffindustrie verschwinden auch die Innovationen

26. Oktober 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Peter Heller hat in einem aktuellen Artikel dargestellt wie die Energiewende dazu führt, dass die Erzeugung von Grundstoffen nicht mehr in Deutschland stattfindet, sondern dort wo Energie günstiger ist, und wo die Aussichten dass das in Zukunft auch so bleibt, gegeben sind. Diese De-Industrialisierung ist keinesfalls ein Unfall oder eine Art Kollateralschaden. Sie ist, wie in dem Artikel gezeigt, politisch genau so gewollt. Nur so sind die Ziele der deutschen Energiewende, nämlich den Verbrauch an Primärenergie bis 2050 um 50 Prozent und den an elektrischer Energie um 25 Prozent zu senken, überhaupt zu erreichen (Abbildung 1).

Primärenergie und Stromverbrauch Deutschland

In den Köpfen der „Energiewender“ herrscht hier offenbar ein Bild von „alten“ Industrien vor, welche viel Energie zur Fertigung von relativ simplen Produkten wie Stahl, Grundchemikalien oder Zement verbrauchen. Die sollen aus Deutschland verschwinden und durch „neue Industrien“ ersetzt werden, welche die Hightech-Produkte der Zukunft entwickeln und herstellen. Diese Art von Fertigung soll dann mit weit weniger Energie auskommen, dabei aber eine wesentlich höhere Wertschöpfung erzielen. Das ist die Theorie. Die Praxis sieht dabei aber leider ziemlich anders aus.

Industrie fügt sich in ihr Schicksal

Am meisten enttäuschen bei der Diskussion um die Energiewende ganz sicher die Energieversorger selbst. Was einmal stolze Konzerne waren,



Die Energiewende bedeutet das Ende der Grundstoffindustrie

25. Oktober 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Erdöl, Kohle, Politik

ego150Es heißt ja oft, Lobbyisten aus der Wirtschaft hätten großen Einfluss auf die in Berlin Regierenden und deren Politik. Entweder ist da nichts dran, oder die Einflüsterer haben geschlafen. Die Energiewende jedenfalls geht unbeirrt in ihr sechzehntes Jahr und vernichtet nach und nach unsere industrielle Basis. Erst wurden die Stromversorger sturmreif geschossen. Jetzt beginnt man damit, die Öl- und Gasindustrie aus dem Land zu treiben. Als nächstes kommen die Grundstoffhersteller an die Reihe.

Wolfgang Eder, seines Zeichens Vorstandschef der österreichischen Voestalpine und Präsident des Weltstahlverbandes, beklagt sich im Tagesspiegel jedenfalls bitterlich über die hohen Energiekosten, unter denen seine Branche zu leiden habe. Was zwangsläufig zu einer Verlagerung der Produktion ins Ausland führen werde. Das ist zwar korrekt beobachtet, gibt aber nur die halbe Wahrheit wieder. Die Verfechter der gegenwärtigen Energiepolitik sehen in hohen Energiepreisen nur einen nützlichen Nebeneffekt. Ihr Primärziel lautet Dekarbonisierung. Und dazu ist auf Energieträger wie Stein- oder Braunkohle, Öl oder Gas in Zukunft weitgehend zu verzichten. Hierin liegt das eigentliche Menetekel für die Eisen- und Stahlproduktion in Deutschland.

Stahl, Zement, Glas und Keramik bilden die Basis jeder Industriegesellschaft. Sie werden für fast alle Maschinen und Infrastrukturen benötigt. Kohle, Öl und Gas sind zu ihrer Herstellung notwendig. Denn



Die Energiewende: Merkels grüner Populismus

21. Oktober 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Nun ist es heraus. Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr wieder steigen. Auf jede Kilowattstunde Strom zahlt der Verbraucher einen Aufschlag von 6,35 Cent, die in die Taschen der Betreiber von Photovoltaikanlagen, Windrädern und Biogaskraftwerken fließen. Hinzu addiert sich ein Betrag von 1,21 Cent pro Kilowattstunde an Mehrwertsteueraufschlag für die Kasse des Bundes. Gut 300 Euro beträgt mittlerweile die jährliche Mehrbelastung bei einem für Familien typischen Bedarf von 4.000 kWh. Viele Bürger sind zusätzlich noch von steigenden Netzentgelten betroffen.

Dabei hatte alles ganz harmlos begonnen. Das Stromeinspeisegesetz aus dem Jahr 1991 sollte auch den Betreibern kleiner Anlagen, die Elektrizität aus Wasser, Wind, Sonne und Biogas herstellten, einen diskriminierungsfreien Zugang zum Stromnetz und eine am Marktpreis orientierte Mindestvergütung gewährleisten. Die Idee, damit den Wettbewerb zu befeuern, wurde durch die rotgrüne Bundesregierung im Jahr 2000 mit zwei einschneidenden Änderungen in ihr Gegenteil verkehrt. Aus dem Stromeinspeisegesetz ging das „Erneuerbare Energien Gesetz“ oder kurz EEG hervor, das nicht nur einen Vorrang für Strom aus regenerativen Quellen, sondern auch eine Vergütung deutlich über dem Marktpreis vorsah. Trotz zahlreicher Novellen haben diese beiden zentralen Elemente bis heute überlebt. Für zwanzig Jahre wird den Betreibern naturinvasiver Energiesysteme (NIEs) die Abnahme beliebig hoher Mengen zu konstanten Preisen