Artikel



E.on und die Bad Bank – Eine alternative Erklärung

2. Dezember 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Medien

E.on Düsseldorf Das bislang größte deutsche Energieunternehmen, E.on, hat am Sonntag überraschend seine Aufspaltung bekannt gegeben. Die Reaktionen darauf waren vielfältig. Einigkeit war jedoch in einem Punkt zu finden. E.on würde die bisherigen Kernsparten mit seinen Fossilen- und Kernkraftwerken abstoßen, um mit dem verbleibenden Mutterkonzern auf neuen Märkten mit „Erneuerbare Energien“ zukunftsfähig aufgestellt zu sein.

In den Medien war vielfach von einer “Bad Bank” die Rede, in die E.on seine nicht lukrativen Sparten ausgliedert. Oder gar von einer “Atomaren Bad Bank”, weil E.on sich so seiner Verpflichtung zum Rückbau der Kernkraftwerke entziehen wolle. Und diese Einschätzung einer Trennung lukrativer oder zukunftsträchtiger Bereiche von dem Teil, von dem man eher Verluste erwartet, kann sogar richtig sein, nur vielleicht anders herum, als das den meisten Kommentatoren angenommen wird.

Aufspaltung in zwei unabhängige Konzerne
E.on spaltet sich auf in zwei Sparten auf. Die eine bekommt sämtliche konventionellen Kraftwerke und natürlich die Rückstellungen für den Rückbau der in dem Paket enthaltenen Kernkraftwerke. Ein Name für diese “neue” Sparte steht noch nicht fest. In dieser neuen Gesellschaft sollen künftig 20.000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Neben der Stromeerzeugung wird auch die Öl- und Gasgewinnung, sowie deren Vertrieb du Speicherung aus dem Mutterkonzern ausgelagert. Die zweite Sparte behält den Namen



Der DGB und die Rückkehr zur Realität

29. November 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kohle, Politik

avatar-quentinDer Wirtschaftsminister und SPD-Vorsitzende Gabriel hat derzeit viele Widersacher. Kohlekraftwerke, TTIP und CETA, kaum ein Thema wird nicht kontrovers diskutiert, und überall sitzt er zwischen allen Stühlen. Parteitagsbeschlüsse, der potentielle grüne Bündnispartner, die Umweltministerin, Gegenwind von allen Seiten. Die ehemaligen grünen Verbündeten, die auf Länderebene natürlich immer noch welche sind, in den Köpfen vieler Sozialdemokraten sowieso, beginnen in Gabriel ein neues Feindbild zu entwickeln. Ein ehemaliger Bündnispartner der Sozialdemokraten schlägt sich allerdings auf Gabriels Seite: Die Gewerkschaften. Zumindest in einem Punkt, die Kohlekraftwerke betreffend. Die will Gabriel, im Gegensatz zu seiner Parteigenossin Hendricks, nicht so schnell abschalten. Bis vor kurzem waren auch die Gewerkschaften ebenfalls voll auf der grünen Linie, meinten einer Vorreiterrolle Deutschlands im Klimaschutz das Wort reden zu müssen, versprachen sich neue Jobs bei den sogenannten “Erneuerbaren Energien”, die Energiewende wurde als Chance gesehen, und die Notwenigkeit eines Strukturwandels in Wirtschaft und Gesellschaft nicht in Frage gestellt.

Das scheint vorbei zu sein. Wie dieser Sinneswandel gekommen ist, ob durch Druck der Basis, oder wegen eines wieder erwachenden wirtschaftlichen Sachverstandes, ist zumindest mir nicht klar. Vielleicht gibt es mehrere Gründe. Tatsache ist nur, diesen Sinneswandel gibt es, am deutlichsten an einer von den Gewerkschaften gestarteten gemeinsamen Unterschriftenaktion mit dem



Wo Wind und Sonne keine Rechnung schicken

24. November 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Profiteure, Windkraft

10815893_359851190851539_445722412_nDie Firma juwi verkündet gerade, ihr „bislang größtes Ökostrom-Projekt in Hessen” gehe nunmehr in die „heiße Phase”. Natürlich musste für die drei 2.5-MW Windräder mal wieder ein Stück Natur seinen Platz räumen, diesmal ist es ein riesiges Waldstück auf dem Galgenkopf im Rheingau-Taunus-Kreis – man will ja schließlich, wenn es nach dem Willen des grün-hessischen Wirtschaftsministers Al Wazir geht, die „bestehende Windkraftleistung in Hessen in den kommenden fünf Jahren nahezu verdreifachen”.

Auf seiner Facebook-Seite schreibt juwi dazu: »Zusammen verfügen die Anlagen über eine Leistung von 7,5 Megawatt, der erwartete Jahresenergieertrag liegt bei 19,5 Millionen Kilowattstunden.« … so so! … Bei 8760 jährlichen Volllaststunden würde das einem Nutzungsgrad von 29,7% entsprechen. Praktisch realisierbar sind bei Onshore-Anlagen (standortabhängig) jedoch nur Nutzungsgrade zwischen 16 und 20%. Wie nennt man also das, was juwi hier verspricht? Anlagebetrug?

Unbeeindruckt von jeglicher Realität macht juwi auch auf seiner Facebook-Seite – nach bewährtem Rezept – weiter mit der üblichen Klimakatastrophenpropaganda. Naive und informationsfaule Menschen, grüne Gutmenschenseelen und ganz Blöde werden nätürlich auch weiterhin glauben, dass CO2 ein böses Killergas ist, und dass man allein mit „Erneuerbaren Energien” aus Wind und Sonnenschein den Planeten vor dem Hitzetod bewahren kann.

Wie schön für juwi, dass das



Bojanowski und die Klimafanatiker

22. November 2014 | Von | Kategorie: Artensterben, Artikel, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen

ego150Da mediale Aufmerksamkeitszyklen wesentlich hochfrequenter verlaufen als etwa der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt oder gar klimatische Veränderungen unserer Umwelt, sind besondere Maßnahmen erforderlich, um ein Thema dauerhaft in den Schlagzeilen zu verankern. Spätestens seit 2001 verfolgt das IPCC eine entsprechende Taktik. Jeder Bericht wird in drei Teilen angeboten, die mit mehrmonatigem Abstand unter entsprechendem Tamtam der Öffentlichkeit einzeln präsentiert werden. Zu jedem der Teile gibt es zudem eine Zusammenfassung (Summary), die schon Wochen vorher durch gezielte PR-Aktivitäten Debatten schürt und Erwartungen weckt. Und wenn sich dann die Journalisten wieder anderen Themen zuwenden, erfolgt mit mehr als einem Jahr Verzögerung die Veröffentlichung einer Synthese aus allen drei Teilwerken, die natürlich auch noch von einer eigenen Summary begleitet wird.

Spiegel-Redakteur Axel Bojanowski ist schließlich aufgefallen, wie willig man als Journalist diesen hingeworfenen Stöckchen hinterherspringt. Reflexhaft immer wieder aufs Neue, auch wenn es gar nichts Neues zu berichten gibt. Er beginnt seinen vieldiskutierten Artikel jedenfalls mit den Worten (Hervorhebung durch mich):

Unter weltweitem Mediengetöse hat der Klimarat IPCC in den letzten 13 Monaten drei umfassende Berichte herausgebracht, die den Stand des Wissens darlegen. Jetzt das Finale. In Kopenhagen hat die Uno den IPCC-Synthesereport veröffentlicht, er soll das Wichtigste aus den drei Klimaberichten sammeln, neue Kenntnisse



Bojanowski platzt die Hutschnur

18. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Politik

avatar-quentinNach dem mich Facebook rausgeschmissen hat, ich mich aber dennoch nicht aus den sozialen Netzwerken verabschieden möchte, habe ich Twitter ein wenig mehr Aufmerksamkeit gewidmet, und muss sagen, zur Informationsbeschaffung ist der Kurznachrichtendienst gar nicht so schlecht. Doch dazu vielleicht später einmal ein paar Zeilen. Erst mal finde ich es gut, dass wenn sich irgendwo etwas tut, man sich relativ einfach einklinken kann, auch ohne ein sogenannter Follower zu sein. Als Client benutze ich Hotot, und mit einem Klick auf den Namen der Person die ich beobachten möchte, erscheinen alle Nachrichten in einer separaten Spalte.

Momentan habe ich die Grünenpolitiker Hermann Ott und Sven Giegold auf dieser Liste, die Journalisten Gabor Paal, Axel Bojanowski und noch ein paar andere, jeweils. So ist mir denn auch nicht entgangen, dass sich der Grüne Ott und der Journalist Bojanowski (Spiegel) ganz ordentlich in die Wolle geraten sind. Anlass war der Artikel Bojanowskis im SPIEGEL, in dem er berichtet, dass der sogenannte Synthesereport des IPCC einige ordentliche Fehler enthielt, Dinge verzerrt und falsch dargestellt wurden, immer mit der Tendenz »Alarm vor Genauigkeit«.

Am Anfang ginge es noch ganz normal zu.
boj001
oder das hier:
boj002
Was hier schon auffällt, ist der Anspruch von



Energiewende: Ziel ohne Plan?

16. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

Ein Gastbeitrag von Dr. Martin Leonhard und Ulrich Dreizler

Energiewende: Ziel ohne Plan?

Energiegipfel 2014 des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg setzt energiewirtschaftliche Impulse

Noch nie war die Lage so ernst: Die deutsche Energiewirtschaft erlebt die schwerste Krise seit ihrem Bestehen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die De-Industrialisierung Deutschlands: Fast ein Viertel der Unternehmen prüft die mögliche Verlagerung ihrer Betriebsstätten ins Ausland. In den USA sinken die Energiepreise, hierzulande wird die Belastung der Industrie ständig erhöht. Ohne konsequentes Gegensteuern droht der Ausverkauf.

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Der Wirtschaftsrat konnte mit Jochen Homann, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur in Bonn, und Privatdozent Dr. Dietmar Lindenberger, Direktor für Anwendungsforschung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, hochkarätige Referenten zu Impulsvorträgen gewinnen. Lokaler Impulsgeber war die Sektion Rottweil-Tuttlingen, die mit ihrer Initiative deutlich auf absehbare, gravierende Defizite im Bereich der Energieversorgung hinweisen möchte.

Süddeutschland droht Notstandsgebiet zu werden – Kapazitätsmarkt für Kraftwerke

In Sachen Strom werde Süddeutschland -so Homann wörtlich- zum Notstandsgebiet, sofern bis 2022 nicht ausreichend zusätzliche Stromtrassen geplant und gebaut würden. Bis zum Tag der Veranstaltung läge bei der Bundesnetzagentur noch kein einziger Antrag vor. Deutlicher als Jochen Homann kann man es kaum ausdrücken. Spätestens 2022



Obama, Xi Jinping und die Energiewende

15. November 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Erdgas, Erdöl, Kernenergie, Klimawandel, Kohle, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

Obama kündigte mehr Klimaschutz an, China macht ebenfalls Versprechungen. Beides braucht man nicht ernst nehmen. Der amerikanische Präsident hat gegenüber der republikanischen Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat keinen Handlungsspielraum mehr. Er kann versprechen was er will, oder auch unterzeichnen was er will, die Wahrscheinlichkeit dass er es durchs Repräsentantenhaus oder den Senat bekommt, ist klein. China kündigt Klimaschutz ab 2030 an, bis dahin steigen die CO₂ Emissionen. Damit ist ein weltweiter Klimaschutz nicht möglich und sämtliche Bemühungen der Europäer, insbesondere Deutschlands, dienen nur der Beruhigung des schlechten Gewissen und sind darauf zurückzuführen, dass man sich nicht traut einzugestehen, dass das ganze Konzept des Klimaschutzes gescheitert ist.

Was in China passiert, taugt als Beispiel für eine ganze Reihe, der Mehrzahl, von aufstrebenden Nationen, die keine Alternative zur Industrialisierung sehen, um ihren Bevölkerungen einen höheren Lebensstandart zu ermöglichen, der natürlich auch von den Bevölkerungen gefordert wird.

Wichtig an der Ankündigung Chinas ist erstens der unverbindliche Charakter der Erklärung, die Chinesen verpflichten sich zu gar nichts, äußern nur eine Absicht, und zweitens, die Definition von »nicht-fossilen Brennstoffen«. In der hiesigen Presse wird das gleich mal als »regenerative Energie« beschrieben, dabei aber meist verschwiegen, dass man in China, und anderswo auch, die Kernkraft