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Droht uns eine katastrophale Abschwächung des Golfstroms?

25. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Rahmstorf_2015_1Eine Katastrophe wie in Roland Emmerichs Film „The Day After Tomorrow“ sieht auch Professor Rahmstorf nicht kommen, wohl aber „eine schlechte Nachricht für die Zukunft„, weil er – wieder einmal – mit seiner Forschung gezeigt haben will, dass die Klimaentwicklung nicht etwa, wie die letzten 15+ Jahre Stagnation beim Temperaturanstieg vermuten lassen können, weniger extrem reagiert als vom IPCC vorausgesagt, sondern im Gegenteil weitaus extremer. Sein aktueller Katastrophen-Hot-Spot liegt im Nordatlantik.

Wobei es sich, genau gesagt, eher um einen Cold-Spot handelt. In der Darstellung oben links, die aus Rahmstorfs jüngster, im Fachblat nature climate change erschienen, Publikation stammt, erkennt man, dass die Erde sich in den letzten 100 Jahren fast überall erwärmt hat. Eine Ausnahme bildet lediglich Zentralafrika (wo es allerdings kaum verlässliche Daten gibt) und der Nordatlantik zwischen Neufundland und Nordirland. Dort ist es in diesem Zeitraum kühler geworden.

Nach der Theorie, die Professor Rahmstorf vertritt,  ist die Ursache für diese Abkühlung eine Abschwächung des Golfstroms. Und daher sollte man auch, so die Theorie weiter, eine Verlangsamung der Strömung indirekt aufgrund dieser Abkühlung bestimmen können. Dieser Ansatz ist in den letzten Jahren von einigen Forschern verfolgt worden, jedes mal mit dem Ergebnis, dass sich der Golfstrom



Kein Klimaschutz ist der bessere Klimaschutz

23. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

ego150Für den gemeinen Klimaschützer ist das Leben auf verwirrende Weise durcheinander. Sitzt er auf der heimischen Couch, vermitteln ihm die durch die Medien ungeprüft verbreiteten Behauptungen der Politik und einiger Wissenschaftler den Eindruck, die Vermeidung der bevorstehenden Apokalypse wäre die einzig relevante Aufgabe unserer Zeit. Tritt er dann durch die Tür, landet er in einer Realität, die sich wie seit Jahrhunderttausenden nur um Sex, Drugs & Rock’n Roll dreht. Klimaschutz? Finden wahrscheinlich die meisten irgendwie wichtig. Aber im Alltag kümmert es keinen. An dieser Diskrepanz können labile Geister schon verzweifeln. Man erkennt dies an einem zunehmend aggressiven und ideologisierten Alarmismus, wie ihn Naomi Klein pflegt. Die weniger labilen dagegen werden zu Skeptikern.

Für den klugen Politiker sind die Alarmisten die bei weitem wichtigere Zielgruppe. Denn diese haben ja ihre Ansprechbarkeit für Angstkampagnen bereits belegt. Nun gilt es einerseits, dem politischen Gegner nicht das Feld kampflos für die Mobilisierung zu überlassen. Andererseits soll natürlich auch die eigene Klientel beruhigt werden, damit sie nicht wegen eines konstruierten Problems zum Gegner überläuft. Skeptiker hingegen sind viel zu skeptisch, um auf verbalen Aktivismus hereinzufallen.

Denn mehr hat ein Politiker in der heutigen komplexen, dynamischen und vernetzten Welt nicht zu bieten. „Wir wollen“, „wir müssen“,



Leggewie und die vierte Gewalt

18. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energiewende, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

avatar-quentin150Am 17.03.2015 war Claus Leggewie zu Gast in der Radiosendung SWR1-Leute bei Stefan Siller.⁽¹⁾ Beide sind den Lesern dieses Blogs natürlich vertraut.⁽²⁾ Leggewie gehörte zu den Hauptautoren des WBGU Gutachtens »Welt im Wandel« und als sogenannter 68er zu den Leuten, die die Schnittmenge von linken Gesellschaftsutopien hin zu einer Ökogesellschaft mit Nachhaltigkeitspostulat der Grünen bilden. Er selbst bezeichnet sich eher als Sponti, für die 68er wäre er zu jung.⁽³⁾ Zur politischen Sozialisation Leggewies sagt das schon was aus, vor allem wenn er mit einem gewissen Stolz im Unterton sagt, dass die 68er die Republik zum positiven verändert hätten. Wobei er sich von den K-Gruppen der 70er distanziert, und meint, er wäre nie ein Amerikahasser gewesen. Die dem linken Denken nahestehenden dieses Landes bilden eben eine wesentlich komplexere Gruppe als es in Öffentlichkeit oft erscheint, und man darf annehmen, dass dieses Erscheinungsbild nur deswegen existiert, weil sie der gemeinsame Kampf gegen Kapitalismus oder von solchen Leuten die von ihnen als rechts eingestuft werden, sowie des Liberalismus, eint. Ist der gemeinsame Gegner besiegt, werden sie wieder übereinander herfallen. Carl Schmitt lässt grüßen.⁽⁴⁾



Fukushima: Die Menschen leben weiter und die Wahrheit stirbt

15. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Politik

ego150Zugegeben, die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization WHO) mag ich nicht besonders. Da laufen schlicht zu viele missionarische Eiferer herum, die in meine persönliche Lebensgestaltung eingreifen möchten. Die Etablierung restriktiver Vorschriften in nationalen Gesundheitsgesetzgebungen gelingt der WHO gut. In der Energiepolitik hingegen meldet man sich nicht zu Wort. Obwohl man auch dazu einiges zu sagen hätte. Man denke nur an die Gesundheitsgefährdung durch offene Feuer in Wohnräumen, die viele Menschen in den Entwicklungsländern noch immer in Kauf nehmen müssen. Weil ihnen keine sauberen Energieträger wie Erdgas und auch nicht ausreichend Elektrizität zum Kochen und Heizen zur Verfügung stehen.

Kernkraftwerke könnten für solche Gesellschaften viel Gutes bewirken. Wenn sie denn nicht, wird manch ein Zeitgenosse nun einwenden, wenn sie denn nicht explodieren und zehntausende in den Tod reißen. Wie in Fukushima.

Wie in Fukushima? Die WHO sagt etwas anderes. Sie hat im Jahr 2013 einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den gesundheitlichen Folgen des Störfalls im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi auseinandersetzt. Bis heute ist dies die wichtigste und umfassendste wissenschaftliche Referenz zu diesem Thema. Auf die Frage nach der Anzahl der Todesopfer gibt die Untersuchung eine eindeutige Antwort: Null.

No acute effects of radiation exposure such as acute radiation syndrome or skin injuries



Die Technetium-Krise

11. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Gesundheit, Innovationspolitik, Kernenergie, Nuklearmedizin, Wirtschaftsförderung

ego150Was fällt Ihnen zum Thema Gesundheit ein? Der Verzehr von Obst und Gemüse? Bewegung und Sport? Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen?

Mir kommen solche Gedanken nicht. Mein Körper ist perfekt an meine Couch angepaßt. Gut, das mag jetzt auch an der Konstruktion der Couch liegen. Mein Hunger verlangt nach Steaks und Schnitzeln, nach Pommes und Bratkartoffeln. Arztbesuche vermeide ich nach Möglichkeit. Denn ich bin nicht krank. Ich muß nicht nach etwas streben, was ich schon erreicht habe.

Es ist schwer zu definieren, wann „Gesundheit“ vorliegt, wenn man wirklich mehr darunter fassen möchte als die „Abwesenheit von Krankheit“. Der menschliche Körper ist ein hochkomplexes, von rückgekoppelten Prozessen geprägtes System. Da viele dieser Vorgänge noch immer nicht ausreichend verstanden sind, gibt es keine Möglichkeit, einen Idealzustand festzulegen. Allenfalls kann man herausfinden, wann und warum etwas nicht funktioniert, wann und warum Schäden auftreten. Viele medizinische Diagnosemethoden stoßen hier an prinzipielle Grenzen, da sie nur einen momentanen Zustand erfassen und nicht dynamische Änderungen in einer ausreichenden zeitlichen Auflösung. Häufig sind eben Filme erforderlich, um Abläufe zu begreifen. Einzelne Fotos reichen nicht. Das gilt nicht nur für Sportwettkämpfe, sondern auch für den menschlichen Blutkreislauf.

Die Nuklearmedizin gestattet solche Diagnoseverfahren. Ihr Ansatz ist, über Änderungen in der Verteilung bestimmter



Besteht ein Risiko für die inländische Erdgasversorgung? Ein Gedankenspiel.

9. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas

 

ITAG23Am 12. Februar 2015 erschien bei der Wirtschaftswoche (WiWo) ein interessanter und gelungener Artikel von Benjamin Reuter, der sich ausführlich mit der Erdgasversorgung Europas in näherer Zukunft auseinandersetzte. Dabei arbeitete Reuter heraus, dass diese unter keinem guten Stern stünde. Der Artikel Versiegende Vorkommen Europa geht das Erdgas aus“ gab Anlass für eine Betrachtung für Deutschland, die hier gedanklich durchgespielt werden soll.

 

1. Einleitung

Erdgasförderbohrung "Püggen 113" in der Altmark ©chef79

Deutschland deckt gegenwärtig seinen Primärenergieverbrauch zu ca. 20 Prozent aus Erdgas, und das bereits seit mehreren Jahren auf stabilem Niveau. Im Jahr 2013 betrug der Anteil z.B. 22,9 Prozent, während die Energieträger Wind und Sonne inklusive Solarthermie lediglich ziemlich exakt 1/10 diese Betrages beisteuern konnten. Die vielgepriesenen „Erneuerbaren“ brachten es mit insgesamt 10,4 Prozent auf knapp die Hälfte (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie). Das unterstreicht die Bedeutung von Erdgas.

Doch Erdgas ist nicht nur Energieträger sondern auch Rohstoff für die chemische Industrie und ein interessantes Substitutionsgut für Erdöl in der petrochemischen Industrie zur Herstellung von Kunststoffen sowie anderen klassischen Erdölprodukten. An dieser Stelle soll auf den Vortrag Hydraulic Fracturing in Deutschland – Die Risiken aus geowissenschaftlicher Sicht von Dr. Volker Wrede vom Geologischen Landesdienst Nordrhein-Westfalen (NRW) hingewiesen werden, der in seinen Ausführungen



Der Fall ENERVIE – Wie die Energiewende ein Inselnetz ruiniert

5. März 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Kohle, Politik

Ein Gastbeitrag unseres Lesers Bert Robel

Allgemeines

Die nachfolgende Fallstudie beschreibt ausführlich den rasanten wirtschaftlichen Niedergang eines regionalen Energieerzeugers und -verteilers in Nordrhein-Westfalen durch die Veränderungen in der Elektrizitätswirtschaft in den letzten Jahren. Durch seine Lage in einem der in Deutschland nur noch sehr selten anzutreffenden Inselnetze zeigen sich in diesem Mikrokosmos überaus klar die exorbitant negativen Folgen der Energiewende.

Die Enervie – Südwestfalen Energie und Wasser AG (Holding) ist eine regionale Public-Private-Partnership in Nordrhein-Westfalen (NRW), die im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge tätig ist. Aktionäre sind die Städte Hagen (42,66 Prozent) und Lüdenscheid (24,12 Prozent), die REMONDIS Wasser & Energie GmbH (19,06 Prozent) sowie weitere kleinere Kommunen (14,16 %). Das regionale Versorgungsgebiet (s. Karte) umfasst die kreisfreie Stadt Hagen, den südlichen Teil des Märkischen Kreises mit den Städten/Gemeinden Altena, Neuenrade, Werdohl, Breckerfeld, Schalksmühle, Halver, Lüdenscheid, Herscheid, Plettenberg, Kierspe, Meinerzhagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis die Stadt Herdecke. Die Geschäftsfelder der Enervie sind Energieerzeugung und -verteilung, Trinkwassergewinnung und -verteilung, Gasversorgung und Bäderbetrieb. Enervie lieferte 2013 nach eigenen Angaben an rund 380.000 Kunden und Energiehandelspartner rund 9,8 Mrd. Kilowattstunden (kWh) Strom, 5,3 Mrd. kWh Gas, 419 Mio. kWh Wärme und 17,1 Mio. m³ Trinkwasser. Damit gehört die Enervie-Gruppe zu den größten, unabhängigen Energiedienstleistern mit