Artikel



Umweltökonomische Versager

23. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Daten, Energieerzeugung, Energiewende, Innovationspolitik, Nachhaltigkeit

UGR_TitelKaum beachtet, veröffentlichte die Destatis kürzlich ihren Bericht

Umweltnutzung und Wirtschaft – Bericht zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen

Weiterführende Publikationen finden sich hier: Umweltweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR)

Der Spiegel kommentierte:

Zwölf-Jahres-Bilanz: Deutschland nutzt Rohstoffe besser

Für die meisten Waren werden natürliche Rohstoffe benötigt. Ihre Verschwendung scheint in Deutschland gebremst. Vor neun Jahren hatte die EU beschlossen, Rohstoffe effizienter nutzen zu wollen. Deutschland sei mit dem Vorhaben mittlerweile recht erfolgreich, berichtet die Bundesregierung. “Wir brauchen weniger natürliche Ressourcen und nutzen sie besser”, teilt sie unter Berufung auf Erhebungen des Statistischen Bundesamtes mit.

Ähnlich sei die Entwicklung bei Energie. Von 2000 bis 2012 sei dessen Effizienz um fast ein Fünftel erhöht worden, mithin um 1,5 Prozent jährlich.

Also eine Erfolgsgeschichte? Eine Bestätigung nachhaltiger, ökologischer Politik?

Das sollte man genauer hinterfragen.
Aber wie?
Nun, es bietet sich an, bestimmte Meilensteine der Umweltpolitik und ihren Einfluß zu betrachten. Wenn Politik etwas bewirkte, muss sich das in harten Zahlen und Daten niederschlagen.
Wenn sich zwischen 2000 und 2012 die Effizienz um knapp 20% verbesserte, dann kann dies nur dann als politischer Erfolg gelten, wenn die Effizienzsteigerung vorher in einem ähnlichen Zeitraum sehr viel schlechter war und die Erfolge anderer Länder deutlich übertroffen wurden.

Die Geburtsstunde der Umweltökonomie



An ihren Worten sollt ihr sie erkennen

20. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Profiteure, Wissenschaft

ego150Die Sprache selbst ist das größte Hindernis jeder Kommunikation. Sie versagt oft schon bei der Definition des Themas, über das man eigentlich spricht. Was meist nicht auf die mangelnde Fähigkeit ihrer Anwender zurückzuführen ist, sie formalen Regeln folgend zu gebrauchen. Sondern auf ihre Eigenschaft, neben allgemeingültigen Bedeutungen auch individuell differenzierte Bewertungen zu übertragen. Worte werden mit Interpretationen verknüpft und lösen dadurch dem Rezipienten zwingend erscheinende Assoziationsketten aus, die seitens des Sprechers nicht intendiert waren. Ein typischer Dialog zwischen Alarmist und Skeptiker könnte etwa so aussehen:

Alarmist: Du kannst doch nicht ernsthaft am Treibhauseffekt zweifeln?

Skeptiker: Das muß ich auch nicht.

Alarmist: Aha, Du gibst also zu, daß Kohlendioxid dem Klima schadet?

Skeptiker: Wieso?

Worte sind die Waffen der Politik. Erfolgreiche Politiker zeichnen sich daher durch die meisterlich beherrschte Fähigkeit aus, Worte mit einem Kontext aufzuladen, der ihre Agenda unterstützt. Im Beispiel setzt der Alarmist “Kohlendioxid”, “Treibhauseffekt” und “Klimakatastrophe” gleich, weil ihm dies durch die staatliche Propaganda seit Jahren eingeredet wird. Der Skeptiker hingegen sieht nur drei völlig verschiedene Begriffe, deren Verbindung miteinander kritisch zu betrachten ist.

Ein wesentlicher, oft unterschätzter Aspekt der Aufklärung lag in der Entwicklung der Fähigkeit, Sprache zur Übermittlung ideologiebefreiten Faktenwissens zu nutzen. Das Aufkommen der



Ökologismus, noch Ideologie oder schon Kultur?

18. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik, Technium

quentin_100Irgendwann Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts sprach ich mit einem Jugendlichen, kurz nach dem der von einem Schüleraustausch aus den Vereinigten Staaten zurück gekehrt war. Drei oder vier Wochen war er irgendwo in Oregon und froh wieder zurück in Deutschland zu sein. Schrecklich reglementiert sei alles, nicht mal Kippen konnte er ohne Hilfe kaufen. Als Jugendlicher könne man dort eigentlich gar nichts machen. Hier sei die Gesellschaft viel freier.

Das mag ein subjektiver Eindruck gewesen sein, und wahrscheinlich auch daran liegen, dass es ihn in eine ziemlich ländliche Gegend verschlagen hat, ich war dennoch einigermaßen erstaunt, dachte damals eigentlich, die Gesellschaft dort wäre freier als die unsere. Für Jugendliche offensichtlich nicht überall. Dennoch ließ mich diese Äußerung nicht in Ruhe und da ich stolzer Besitzer eines neuen PC war, CompuServe nun auch das Internet für Leute wie mich nutzbar gemacht hatte, wollte ich es ein wenig genauer wissen und kontaktierte eine Forenfreundin in den Staaten, die sich als großer Fan Deutschlands gezeigt hatte und diverse Foren zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse nutzte.

„Wir haben im Gegensatz zu euch keine Kultur die regelt was erlaubt ist und was nicht, wir müssen das mit Gesetzen machen“ so lautete ihre Antwort auf



Klimaschutz ist für die Seele

7. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

ego150Bemerkenswert viele Klimaforscher betätigen sich als politische Aktivisten. Mehr als in jeder anderen Disziplin der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung. Stefan Rahmstorfs jüngster Beitrag in der Klimalounge zeigt eine denkbare Erklärung auf.

Als Beteiligter an der öffentlichen Diskussion über Klimapolitik, so schreibt er dort sinngemäß, solle man “seine Motive und Werte offen legen”. Gerne. Ich argumentiere gegen Nachhaltigkeit, Vorsorgeprinzip und gegen das daraus resultierende Konzept eines Klimaschutzes durch Vermeidung, weil es an meinen Geldbeutel geht. Ich habe schlicht keine Lust, für Energie, für Heizung, Strom und Treibstoffe zu viel zu zahlen. Eigentlich könnten diese Dinge mittlerweile, einen freien, deregulierten Markt vorausgesetzt, nahezu kostenlos zur Verfügung stehen. Zumindest preiswert genug, um im Vergleich zu anderen Aufwendungen kaum spürbar zu sein. Von mir aus können die Menschen soviel Klimaschutz betreiben, wie sie wollen. Jeder auf seine Weise. Ich mag mich aber nicht daran beteiligen. Ich möchte schlicht und einfach in Ruhe gelassen werden. Ich erkenne keinen Sinn darin, mein sauer verdientes Geld für den Schutz Ungeborener vor irgendwelchen mutmaßlichen Katastrophen der Zukunft aus dem Fenster zu werfen. Meine Eltern haben das nicht getan, meine Großeltern nicht und überhaupt niemand meiner Vorfahren. Trotzdem geht es mir heute besser. Weil eben jede vorhergehende Generation die Herausforderungen ihrer jeweiligen



Im Zweifel für den Angeklagten

3. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energiewende, Karbonsteuer, Klimawandel, Politik

ego150Vor einigen Tagen erreichte mich eine Mail eines prominenten Klimaforschers. In dieser bezeichnete er mich als Beispiel für einen “politisch motivierten Skeptiker”. Der genaue Zusammenhang ist hier uninteressant. Es ging aber nicht darum, meine Haltung zu kritisieren. Vielmehr schien es ihm eine völlig zutreffende und in keiner Weise wertende Beschreibung zu sein. Mein erster Impuls war Zustimmung. Erst nach einigem Nachdenken kam mir der Gedanke, “politische Motivation” könnte auch völlig falsch verstanden werden.

Das Weltbild eines typischen Alarmisten ist ziemlich simpel (Bild 1). Die Menschen emittieren Treibhausgase und seien daher schuld an der kommenden Klimakatastrophe. Eine auf Dekarbonisierung zielende wäre also zwingend erforderlich. Determiniert wird die gesamte dogmatische Kette ausschließlich durch naturwissenschaftliche Erkenntnisse, denen sich politisches Handeln zu unterwerfen habe.

Zweifel2

Mein Weltbild als Skeptiker ist etwas vielfältiger (Bild 2). Es gibt – kurz gesprochen – unterschiedliche Möglichkeiten der Interpretation der Faktenlage. Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Viele verschiedene Szenarien erscheinen plausibel und unter jeder dieser Möglichkeiten können unterschiedliche politische Strategien in Betracht gezogen werden.

So ist bereits im ersten gedanklichen Schritt die Frage nach fehlendem Wissen über das Klimasystem zu stellen. Können natürliche, vom Menschen nicht zu beeinflussende Faktoren ausgeschlossen werden, die auf vergleichbaren Zeitskalen in vergleichbaren Ausmaßen wie anthropogene



Smart Region Pellworm – Ein Vorgeschmack?

28. Dezember 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende

Pellworm02

Die nordfriesische Insel Pellworm ist seit Anfang den 1980er Jahren Schauplatz für die Energieforschung. 1983 entstand dort der größte Solarpark Europas. Mit Ergänzung von Windenergieanlagen entstand 1989 Europas größtes Hybridkraftwerk. Ein intelligentes Stromnetz soll die Insel nun stromautark machen.

Offenbar wird auf Pellworm die Energiewende geprobt. Ein guter Grund, sich das näher anzusehen.

Eins sei gleich bemerkt: Wer sich auf die Suche nach konkreten Zahlen macht, hat es nicht leicht, vor allem über die Kosten wird beharrlich geschwiegen. Aber auch Daten zur Leistung der Einzelkomponenten sucht man in vielen Fällen vergeblich oder man findet sie nur mit Mühe und auf Umwegen. Möchte man sich nicht zu sehr in die Karten schauen lassen?

Hier ist jedenfalls die offizielle Projektseite: SmartRegion Pellworm

 

Die Erzeuger

Die Stromerzeugung Pellworms beruht auf der Trias PV, Wind und Biomasse.

  • PV-Nennleistung: 2989 kW, Nutzungsgrad 11%
  • Wind-Nennleistung 6025 kW, Nutzungsgrad 23%
  • Biomasse-Nennleistung: 1060 kW, Nutzungsgrad 47%

Weitere Daten, die aus verschiedenen Quellen eruiert wurden:

  • Längste gemessene Flautedauer: 74 Stunden
  • Gesamterzeugung pro Jahr: ca. 22.300 MWh
  • Anbindung: 2 Seekabel (20kV)

Die Speicher:

  • Li-Ion-Batterien 560 kWh
  • Redox-Flow-Batterie 1200 kWh
  • 11 Li-Ion ‘Haushaltsspeicher’ mit insgesamt 80 kWh

(Quelle)

Die Verbraucher

  • Fläche: 37,44 km²
  • Einwohner: ca. 1100
  • Haushalte:


Science Skeptical steht zur Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2013

17. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Internes, Medien

logo_wissenschaftsblog2013_3d_gold_kleinAls wir im letzten Jahr bei der Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres nominiert waren hatte sich unser Admin Peter Heller noch einigermaßen verwundert (wenn nicht gar entsetzt) gezeigt. Richtig groß war die Verwunderung auf unserer Seite allerdings erst, als wir das Ergebnis der Online Abstimmung des Blogs Wissenschaft kommuniziert erfahren haben. In einem ohne Übertreibung als hochkarätig zu bezeichnenden Teilnehmerfeld schafften wir es aus dem Stand auf den zweiten Platz.

In diesem Jahr wird wieder gewählt. Und uns damit die Chance gegeben, unsere Platzierung aus dem letzten Jahr noch zu verbessern. Wobei die Luft nach oben doch schon sehr dünn wird. Und auch in diesem Jahr treten wir gegen Namhafte Konkurrenz an. Einer der Teilnehmenden Blogs, der ebenfalls hauptsächlich Klima und Energie zum Thema hat, wird sogar von einem renommierten Professor aus Potsdam betrieben (Dessen Chef, so munkelt man, residiert gar in dem Büro, das einst Albert Einstein als Wirkungsstätte diente).

Aber wir wären nicht das was wir sind, wenn wir vor so großen Namen im Respekt vergehen würden. In diesem Sinne auch mein völlig eigennütziger Aufruf an unsere Leser: Wählen Sie uns und nicht die anderen. Zur Abstimmung geht es hier.