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FDP: Ein bißchen gegen die Energiewende

22. November 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

ego150Am 7. und 8. Dezember findet in Berlin der Bundesparteitag der FDP statt. Es wird dort nicht nur eine neue Parteispitze gewählt, es wird auch programmatisch gearbeitet. Im Antragsbuch findet sich auf den Seiten 29 und 30 ein Antrag zur Energiepolitik, der auf den ersten Blick einen Durchbruch darstellen könnte. Heißt es dort doch gleich zu Beginn:

Die FDP stellt fest, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz innovations- und wettbewerbshemmend ist und daher abgeschafft gehört.

Endlich. Seit 2000 warte ich darauf, daß eine relevante Partei sich in dieser Weise äußert. Vielleicht ist das unter machtpolitischen Aspekten erst jetzt möglich, da die FDP nur noch in Landesparlamenten, nicht mehr aber im Bundestag vertreten ist. Aber ach, wie enttäuschend ist es dann doch wieder, den Antrag ganz zu lesen.

Hier die Beschlußvorlage in voller Länge:

1. Die FDP fordert mehr Effizienz und Marktwirtschaft beim Ausbau der erneuerbaren Energien.

2. Die FDP stellt fest, dass das Erneuerbare-Energien-Gesetz innovations- und wettbewerbshemmend ist und daher abgeschafft gehört.

3. Die FDP stellt fest,dass die Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 ihr Ziel bis heute nicht erreicht hat. Da die Bundesnetzagentur nach dem Abschalten von acht Kernkraftwerken und dem teilweise hohen Aufkommen an fluktuierenden Strommengen starke Eingriffe in die Fahrweise von Kohle-



Ein Taifun stellt Fragen

17. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Ökologismus

OspreyDie Katastrophe, von der die Philippinen heimgesucht wurden, wirft die Frage auf, wie sinnvoll ‘Vorbeugung’ denn wirklich ist und ob sie genügt, um guten Gewissens in den Spiegel zu sehen.

Das gilt besonders, wenn man sich die Hilfsanstrengungen Deutschlands ansieht. Da sind viele tausend Menschen umgekommen, viele Hunderttausend sind obdachlos und verzweifelt, die Infrastruktur des Landes in einer 80 km breiten Schneise weitgehend zerstört und die deutsche Regierung?
Sie sagte Hilfe in Höhe von 500.000 € zu, die dann großzügig auf  1,5 Millionen € erhöht wurde und:

“Das Technische Hilfswerk schickt im Auftrag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen, ein Labor zur Überprüfung der Wasserqualität sowie Werkzeuge für Notreparaturen an der Infrastruktur in die philippinische Katastrophenregion. Die 19 THW-Einsatzkräfte starten am Mittwoch.”

Das ist keine Hilfe, sondern eher eine Beleidigung, wenn es von einer der führenden und reichsten Industrienationen der Welt kommt.

Bemerkenswert ist vor allem, dass dieses schäbige Feigenblatt offenbar auch von den oppositionellen Gutmenschen im Bundestag für ausreichend erachtet wird. Die Bundesbetroffenheitsbeauftragte Claudia Roth (“Politik braucht Empathie und Emotionen”) zum Beispiel hat bis jetzt kein einziges Wort des Bedauerns geäussert. Offenbar hat sich ihre Empathie dadurch erschöpft, dass sie die Null Todesopfer der Fukushima-Havarie auch nach



Vietnam und die deutschen Windmühlen

14. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Kernenergie, Wirtschaftsförderung

quentin_200Wenn sich Reisende zufällig auf Flughäfen treffen, wenn sie etwa auf einen Anschlussflug warten, so ergeben sich immer wieder nette Gespräche über die jeweiligen besuchten Länder. Schnell erkennt man, wer als gewöhnlicher Tourist unterwegs ist, oder wer entweder in der Fremde arbeitet, oder Globetrotter ist, der zwar viel Zeit aber in der Regel wenig Geld hat, und sich schon deshalb abseits der Touristendestinationen aufhält. Oft auch, gerade wenn es Asien betrifft, sind auch Familien zu sehen, die ihre Wurzeln sowohl in dem asiatischen Land haben, als auch im Westen. Alle diese Leute sind immer die interessantesten, können Geschichten und Eindrücke wieder geben, die sich in den Nachrichten oder den Reiseführern nicht finden. Vergleiche werden angestellt, Mentalitäten und Bräuche beschrieben, wo sind welche Entwicklungen im Gange, wo ändert sich nichts.

Kommt die Rede auf Vietnam, ist demjenigen der davon erzählen kann, sofort eine erhöhte Aufmerksamkeit gewiss. Vor rund zehn Jahren noch mehr als heute. Die wirtschaftliche Dynamik dieses Landes, der Willen der Vietnamesen die Zukunft anzupacken, nötigte immer einigen Respekt ab. Nun hat es sich bis in den letzten Winkel herumgesprochen, Vietnam ist auf dem Vormarsch, das Wirtschaftswachstum beständig und hoch. Dazu braucht man Energie und Rohstoffe, eine Binsenweisheit. Rohstoffe, zum



Die verschiedenen Formen des Hydraulic Fracturing

11. November 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Unkonventionelles Gas und Öl

012_ML14_1Über Hydraulic Fracturing zur Gewinnung von Erdgas wird seit fast 3 Jahren in Deutschland intensiv diskutiert. Hintergrund ist dabei, dass kurz nachdem mit der Exploration unkonventioneller Lagerstätten begonnen wurde, der inzwischen längst in nahezu sämtlichen Belangen als unwahr enttarnte Film “Gasland” herauskam (siehe dazu auch den gelungenen Artikel von Tritium “Fracking in den USA – ‘Gasland’ und die Fakten” hier bei Science Skeptical). Dieser war mit seinen Falschdarstellungen nicht nur bezüglich des Hydraulic “Fracking” Fracturings sondern auch wegen der angeblichen Folgen dieses seit sechs Jahrzehnten angewendeten Verfahrens ein gefundenes Fressen für Umweltbesorgte und unsere sensationsgierigen Medien. Darauf soll hier nicht weiter eingegangen werden, es finden sich auf dem Blog “Erdöl und Erdgas in Deutschland” einige Artikel zum Thema. Vielmehr möchte ich in diesem Beitrag die unterschiedlichen Formen des Frac-Verfahrens vorstellen und kurz erläutern.

Ursprüngliches Hydraulic Fracturing

Im Jahr 1947 wurde die erste hydraulische Fracmaßnahme durchgeführt, und zwar im Hugoton-Feld im Süden von Kansas. Dabei kamen ca. 4000 Liter angedicktes (geliertes) Benzin, auch aus Kriegseinsätzen bekannt als Napalm (naphthenic-acid-and-palm-oil) sowie im Anschluss ein Gelbrecher zum Einsatz. Dabei wurde eine ca. 800 Meter tief liegende Erdgaslagerstätte in einer Kalksteinformation gefract, allerdings zunächst ohne den erhofften Erfolg, die Produktionsrate der Bohrung bedeutend zu



FAZonline: “Koalitionsverhandlungen Union und SPD wollen vorerst kein Fracking in Deutschland”

10. November 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Politik

IMG_3285-1024x768Im Artikel, der wahrscheinlich auf einer dpa-Depesche fußt, liest sich das allerdings etwas anders. Hier ist bereits in der Zusammenfassung zu lesen, dass sich lediglich “Umweltpolitiker” auf ein Moratorium verständigt haben. Das ist so auch dem ersten Satz des Artikels zu entnehmen:

“Union und SPD streben ein Moratorium für die umstrittene Gasförderung aus tiefen Gesteinsschichten im Koalitionsvertrag an.”

Hier offenbart sich ein Fehler, der sich seit einiger Zeit durch die Berichterstattung zieht. Die Tiefe der Gesteinsschichten ist für die Anwendung des Fracverfahrens irrelevant. Entscheidend ist vielmehr die Durchlässigkeit des Speichergesteins, die nur bedingt etwas mit der Versenktiefe zu tun hat. Wirklich spannend ist aber der nächste Satz:

„Trinkwasser und Gesundheit haben für uns absoluten Vorrang. Wir werden deshalb für ein Moratorium sorgen, das einen Verzicht dieser Technologie bei der unkonventionellen Erdgasgewinnung vorsieht, bis ausreichende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen und alle Risiken für Gesundheit und Umwelt bewertet und ausgeschlossen werden.”

Es wird dabei nicht ganz klar, ob damit auch Fracmaßnahmen in konventionellen Lagerstätten gemeint sind. Schließlich sind sich die Gegnerschaft und somit auch die durch sie beeinflusste Politik nicht einig, wie man “Fracking” definieren soll. Umweltgruppen nicht nur in Deutschland wollen unter “Fracking” den Gesamtprozess der Schiefergasgewinnung verstehen, was natürlich Unsinn ist. Schließlich



Was ist faul am Biogas?

3. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energiewende, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen

DemonCornNur recht selten rückt das sogennannte ‘Bio’-Gas in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Dabei ist es, neben Wind und Sonne, eine der drei Säulen der Energiewende und tatsächlich sogar die wichtigste, denn als einzige ‘Erneuerbare’ Energiequelle hängt sie nicht von den zufälligen Launen des Wetters ab und kann bedarfsgerecht Strom erzeugen – zumindest im Prinzip. Biogas fällt daher in der Triade der ‘Erneuerbaren’ natürlicherweise die Rolle eines grundlastfähigen Ausgleichspuffers zu, der einspringt, wenn die Leistung der beiden anderen nicht ausreicht. So lange es keine brauchbaren Stromspeicher in der benötigten Größenordnung gibt – und das ist auch in Zukunft nicht absehbar, vor allem, da nicht das geringste unternommen wird, um solche Speicher zu errichten – ist Biogas unersetzlich, um den Anteil der Erneuerbaren weiter zu steigern.

Warum ist Biogas dann so wenig präsent?

Liegt es daran, dass es ein problemloser Energieträger ist und daher nicht für Schlagzeilen sorgt? Ist es ein echter Lichtblick, der ruhig und zuverlässig seinen Teil zum Grossen Plan beiträgt? Oder ist es eher das schwarze Schaf in der ohnehin recht räudigen Herde, über das man lieber nicht redet?

Eine Begriffsklärung

Wie im weiteren Verlauf näher ausgeführt wird, ist ‘Bio’-Gas alles andere als ‘Bio’ im Sinn von ökologisch,



Kernkraft – Die einzige Rettung vor der “drohenden” Klimakatastrophe, oder die Büchse der Pandora?

30. Oktober 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel

PandorasPromiseDarum geht es im Film Pandora’s Promise. Pandora’s Promise ist eine im Januar 2013 veröffentlichte Dokumentation. Regie führte Robert Stone. In den Kinos läuft der Film am 15. November 2013 an. Der Film des Oscar-nominierten Regisseurs Robert Stone bricht mit einem Tabu, denn er plädiert für die Kernenergie als Retter aus der Klimakrise. Die Büchse der Pandora als einzige Rettung vor der “drohenden” Klimakatastrophe? Dieser scheinbare Widerspruch führt unter Klimaschützern zu heftigen Diskussionen.