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Die Berechnung der sozialen Kosten des Kohlendioxid: Wissenschaft oder Spekulation?

15. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Artikel

kirche_gustorf

Mit diesem Artikel möchte ich an einem Beispiel aufzeigen wie in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur die hypothetischen sozialen Kosten des von uns Menschen emittierten COberechnet werden.

Die Abschätzungen der externen Kosten der CO2-Emissionen (englisch: social costs of carbon (SCC)) überdecken drei Größenordnungen, von 0.0 £ (oder sogar darunter) bis 1000 £ pro Tonne Kohlenstoff, schreiben Watkiss und Downing in: „The Social Cost of Carbon: Valuation estimates and their use in UK policy“. [1]

Fehlende Studien in den Wirtschaftssektoren und unser mangelndes Verständnis der lokalen und regionalen Wechselwirkungen schließen, laut Watkiss und Downing, eine mittlere Abschätzung der SCC von vornherein aus. Darüber hinaus bleibt ihrer Meinung nach die eindeutige Verwendung von SCC-Werten für die Klimawandelpolitik umstritten.

Die Berechnung der Grenzkosten der anthropogenen CO2-Emission

Um die Grenzkosten der anthropogenen CO2-Emission (im folgenden Grenzkosten) zu berechnen, brauchen wir im wesentlichen drei Funktionen.

Zum ersten eine Rückhaltefunktion G(t), die beschreibt welcher Anteil der CO2-Emissionen in der Atmosphäre verbleibt. Eine Schadensfunktion C(mh), welche die Kosten des Klimawandels mit den CO2 Konzentrationen in der Atmosphäre in Beziehung setzt. Wobei mit mh der Zuwachs an CO2 seit der vorindustriellen Zeit (das Jahr 1750) bezeichnet ist.  Zum Dritten eine Funktion V(t)



Bundesparteitag: FDP bekennt sich zur Planwirtschaft

14. Dezember 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

ego150Der Schlüsselmoment des FDP-Bundesparteitags am 7. und 8. Dezember in Berlin war eine Frage an den für das Präsidium kandidierenden Europaabgeordneten Michael Theurer. Warum er denn im europäischen Parlament nicht gegen das Verbot von Mentholzigaretten für mündige Bürger gestimmt hätte, erkundigte sich ein Delegierter sinngemäß. Selbstverständlich sei er gegen das Verbot, antwortete Theurer und selbstverständlich hätten die Liberalen im europäischen Parlament sich entsprechend geäußert. Aber am Tag der Abstimmung selbst sei er nun mal verhindert gewesen. Da er an dieser Stelle nicht einen Todesfall, seine eigene Hochzeit oder ein vergleichbar wichtiges Ereignis zur Entschuldigung anführte, wird wohl auch kein solches vorgelegen haben. Und von solchen Verpflichtungen abgesehen sollte nichts einem Abgeordneten wichtiger sein, als bei Abstimmungen über Gesetze im Parlament teilzunehmen. Denn das ist sein Job, dafür wird er bezahlt und dafür wird er vor allem stellvertretend für die Bürger gewählt. Die legislative Gewalt darzustellen ist Auftrag, Pflicht und das höchste aller Abgeordnetenrechte zugleich. Wer dem ohne guten Grund nicht nachkommt, hat sein Mandat nicht verdient. Denn er schätzt seine eigenen Interessen offensichtlich höher ein, als die seiner Wähler. Diese Haltung prägte leider die Arbeit der FDP in der vergangenen Legislaturperiode und ist ursächlich für ihr Abschneiden bei der Bundestagswahl.



Menschenrechte und Menschenpflichten

10. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik

quentin_100Mit dem Ende des 2. Weltkrieges begann die Ära der Menschenrechte, so scheint und schien es. Gesprochen, diskutiert und formuliert wurde natürlich schon viel früher, erste Gesetze darüber wurden bereits aus religiösen Schriften abgeleitet, oder der mehr als dreitausend Jahre alte Codex Ur-Nammu spricht von einer »Gleichheit der Bürger«; und die Idee, dass Menschen unveräußerliche Rechte haben, ist wahrscheinlich so alt wie das Bewusstsein, welches das Selbsterhaltungsrecht quasi automatisch generierte, und dabei mehr ist als reiner Selbsterhaltungstrieb.

Nun aber, nach der Katastrophe des Krieges, angesichts der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, bekamen die Menschenrechte größere Popularität. Dies wurde bei der Gründung der UNO deutlich, oder der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein jeder wollte sich von der vorhergegangen Unmenschlichkeit distanzieren, womit dieser moralische Anspruch auch recht zügig als Argument Menschenrechte Einzug in den nun beginnenden Kalten Krieg nahm. Und zwar auf allen Seiten. Die Kolonien welche nach Unabhängigkeit strebten, nahmen es genauso für sich in Anspruch wie die sozialistische Internationale oder der »american way of life«. Und immer wurde dem jeweiligen Gegner vorgeworfen, universelle Menschenrechte zu verletzen. Stefan-Ludwig Hoffmann spricht von »Moralpolik« und dass man die Geschichte der Menschenrechte als ein »Produkt der globalen Gewalt- und Konfliktgeschichte« schreiben müsse. Menschenrechte



Nachhaltigkeit – Was ist das?

8. Dezember 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Nachhaltigkeit, Ökologismus

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‘Nachhaltigkeit’ ist DAS Buzzword der ökologistischen Bewegung, sozusagen das Qualitätssiegel der Alternativen Bewegung für jede Art von Tätigkeit oder Produktion.

‘Nachhaltig’ weckt Assoziationen wie stabil, sorgenfrei, zukunftssicher. Man baut ewas auf und wenn es geschaffen ist, darf man sich ausruhen und die Früchte der Arbeit geniessen bis an das selige Ende.

Das steht natürlich im krassen Widerspruch zu Fortschritt und Innovation, denn der Fortschritt wirbelt immer wieder die Karten durcheinander und verteilt sie neu. Um diesen Widerspruch aufzulösen, sollen nur solche Innovationen zugelassen werden, die zu einem stabilen Zustand führen, wie etwa die ‘Erneuerbaren Energien’, für die innovative (und sogar utopische) Techniken gefordert werden um dann, wenn das Ziel erreicht ist, das statische Schlaraffenland zu eröffnen.

Utopia

Ist schon der ursprüngliche Begriff unscharf, wird er auch noch maßlos überfrachtet:

Mit der Arbeit der Brundlandt-Kommission der UN und der darauf folgenden UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 wurde ein Begriffsverständnis von “Nachhaltigkeit” salonfähig, das verschiedene politische Interessen vereinen sollte; dabei sollten umweltpolitische Ziele den ökonomischen und sozialen Entwicklungszielen gleichgestellt werden. Der Begriff Nachhaltigkeit wird hier als Zielbündel verwendet: dauerhaft stabile Gesellschaften seien zu erreichen, indem ökologische, ökonomische und soziale Ziele nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gleichrangig angestrebt würden. Dieses Begriffsverständnis von



Das schmutzige Geheimnis der grünen Elektromobilität

4. Dezember 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Klimawandel, Kurioses, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Profiteure, Windkraft

AutoDie Elektromobilität ist mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in aller Munde. Denn Elektromobilität ist sauber, umweltfreundlich und klimafreundlich, dank Strom aus Erneuerbaren Energien. So denken zumindest die Ökologisten. Ist dem aber wirklich so?



“Fracking” Thema im Koalitionsvertrag – Kritische Anmerkungen dazu

1. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas

Vor ungefähr drei Jahren erfuhr die breite Öffentlichkeit, dass in Deutschland nach Erdgasvorkommen in Schiefergesteinen, die reich an organischer Substanz sind und somit potenziell gasführend sowie in Kohleflözen gesucht wird. Um Erdgas aus diesen Lagerstättentypen wirtschaftlich fördern zu können, ist grundsätzlich (Schiefergas) bzw. häufig (Kohleflözgas) das seit über 6 Jahrzehnten angewendete Hydraulic Fracturing-Verfahren notwendig.

1. Vorbemerkungen

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Ungefähr zeitgleich mit dem Bekanntwerden erschien der inzwischen in vielerlei Hinsicht widerlegte Film “Gasland”[1], der das bewährte Standardverfahren in Miskredit brachte. Leider wurde dieser Film nicht nur in Deutschland wohlwollend aufgenommen und führte zu einer emotional und von Seiten der Gegnerschaft häufig unsachlich geführten Debatte um das Fracverfahren. Das führte u.a. dazu, dass selbst die Erschließung von Lagerstättentypen, in denen Hydraulic Fracturing-Maßnahmen seit 50 Jahren durchgeführt wurden, ins Stocken geriet. Ursache hierbei ist nach Ansicht des Verfassers die mangelnde Differenzierung zwischen den Lagerstättentypen seitens der Gegnerschaft und der sekundierenden Medien wie z.B. der NDR oder Lokal- /Regionalblätter wie die “Kreiszeitung” oder die “Westfälischen Nachrichten”. Aber auch in überregionalen Formaten wie der “Tagesschau” wird ohne wissenschaftliche Evidenz die international millionenfach angewendete Stimulationsmethode durch nach Ansicht des Verfassers “grünideologisch” geprägte Journalisten (z.B. Jürgen Döschner, WDR/ARD) ins schlechte Licht gerückt. Ohne es zu belegen, behauptete



Elektromobilität? Fliegen ist schöner…

27. November 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Zwischen der biologischen und der technischen Evolution besteht eine Gemeinsamkeit. Wie jedes neue physiologische Merkmal einen Anfangsvorteil aufzuweisen hat, soll es sich denn in einer Population durchsetzen, gilt dies auch für eine Innovation und ihren Markt. Während in dem einen Fall der Effekt auf die Fortpflanzung entscheidend ist, hat man in dem anderen die Bedarfe der potentiellen Nutzer zu beachten. Mobilität ist offensichtlich ein wichtiges Bedarfsfeld. Menschen müssen sich und ihre Güter bewegen können, um mit ihrer Arbeitskraft, ihren Produkten, ihren Gedanken und Ideen Handel mit anderen treiben zu können. Mobilität ist eine Basis des Austausches auf allen Ebenen in jeder Hinsicht. Des Austausches, der am Ende Wohlstand schafft und sichert und damit auch – hier schließt sich der Kreis – rein biologisch gesehen zum Fortpflanzungserfolg beiträgt.

Das Konzept “Fahrzeug”

Auf seinen zwei Beinen kann der Mensch grundsätzlich jeden Punkt der Landfläche seines Planeten erreichen. Von geeigneter Kleidung über Bergsteigerausrüstung bis hin zu Booten sind mitunter einfache Hilfsmittel erforderlich, aber bereits in der Steinzeit, noch ohne Pferde oder Segelschiffe, gelang es dem Homo Sapiens (mit Ausnahme der Antarktis) auf allen Kontinenten in allen Klimazonen heimisch zu werden. Natürlich hat es seine Zeit gedauert. Natürlich sind Wanderungen über lange Strecken mühsam