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Parteien zur Europawahl

12. Mai 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energiewende, Klimawandel, Politik

ego150Seit der Bundestagswahl im vergangenen Jahr scheint die politische Stimmung in Deutschland erstarrt. Ein Blick auf die aktuellen Umfragen und deren Entwicklung seit dem September 2009 offenbart keinerlei Bewegung. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Trifft die große Koalition mit ihrer Politik wirklich die Wünsche der Bevölkerung? Sind die Deutschen zu satt und zu träge geworden, zu desinteressiert und gleichgültig, um noch den Wunsch nach Veränderungen zu haben? Oder stellen die Schwäche der Opposition und ihre Unfähigkeit, wirkungsvoll Alternativen zu formulieren und in die Debatte einzubringen, die entscheidende Ursache dar?

Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allen drei Faktoren. Ändern könnte dies wie so oft eine Wahl mit einem überraschenden Ausgang. Uns steht ja eine bevor, am übernächsten Sonntag wird über die Besetzung des europäischen Parlaments abgestimmt. Eine Chance für den Wähler, durch seine Stimme vor allem die Kommunikation von Themen in den Leitmedien zu beeinflussen. Überraschend gute Ergebnisse für die kleinen Parteien könnten zu einem verstärkten Interesse an deren Aussagen beitragen. Wenn sich die Journalisten der Frage widmen, wie ein solches Ergebnis erklärt werden kann. Die Abstimmung am 25. Mai wäre als Plattform geeignet, um Gegenpositionen zum sozialökokonservativen Einheitsbrei dieser Republik endlich mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Nutzt die



Der Fall Bengtsson

6. Mai 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Politik, Wissenschaft

ego150Die Naturwissenschaft ist voller offener Fragen, auf die verschiedene Forscher unterschiedliche Antworten geben. Daraus entstehen Diskussionen, die manchmal auch heftig verlaufen. Obwohl viele ungeklärte Hypothesen Grundlegendes betreffen, man denke an die Funktionen unseres Gehirns, an die Entstehung und die Entwicklung des Kosmos, an die innere Struktur der Materie, werden diese Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit – wenn überhaupt – nur beobachtend und mit distanziertem Interesse wahrgenommen. Manche, die sich der Wissenschaftskommunikation verschrieben haben, bedauern das. Aber es ist kaum zu ändern, da der verstehende Zugang zu solchen Themen eine intensive Auseinandersetzung erfordert, die weder Wirtschaftsführer, noch Politiker oder Journalisten und schon gar nicht die breite Bevölkerung leisten können oder wollen. Und es hat auch etwas Gutes. Denn der Abstand zu den für die Tagespolitik relevanten gesellschaftlichen Debatten schafft erst den Freiraum, in dem die Wissenschaft Erkenntnisfortschritte nach ihren eigenen erprobten Regeln erzielen kann.

Zuviel Nähe zur Politik hingegen birgt die Gefahr der Vereinnahmung und Instrumentalisierung. Die Eugeniker des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts beriefen sich auf die Evolutionstheorie. Sie waren fest davon überzeugt, mit ihren Konzepten Gutes bewirken zu können. Tatsächlich aber öffneten sie Tür und Tor für totalitäre, rassistische Ideologien und furchtbare, staatlich sanktionierte Verbrechen. Auch Trofim Lyssenko wollte



Elektromobilität: Scheitern aus jeder Perspektive

4. Mai 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Wirtschaftsförderung

ego150Der Lobbyist war erkennbar stolz auf sein Argument. Er hatte es sich für den Anlaß auch ganz genau zurechtgelegt. Immerhin saß mit einem leibhaftigen Minister einer seiner Geldgeber in der ersten Reihe.

Denn besagten Lobbyisten gibt es nur, weil die Bundesregierung das sogenannte „Schaufenster Elektromobilität“ fördert, eine reine Marketing-Veranstaltung. Gut, ohne Schaufenster gäbe es den Herrn natürlich auch, nur würde er dann nicht ein flammendes Plädoyer für batteriebetriebene PKW halten. Sondern vielleicht für Toaster. Oder so. Wenn denn die Bundesregierung sich eine Initiative „Toaster 2020“ überlegt hätte, durch die er dann finanziert würde, um wiederum der Bundesregierung zu sagen, wie bedeutend batteriebetriebene Toaster für Deutschland bis 2020 werden. Worauf das Kabinett flugs zu der Auffassung gelangt, „Toaster 2020“ nicht nur besser ausstatten, sondern auch gleich verlängern zu müssen. Bis 2030. Oder gar bis 2050, gekoppelt an die Energiewende.

Unser Lobbyist hatte auf der Abendveranstaltung also nur eine Aufgabe. Dem Minister in der ersten Reihe, der ihn indirekt bezahlt, indirekt mitzuteilen, wie gut er daran tut. Und das am besten mit einer besonders klug erdachten Stellungnahme, die auch bei einem müden Politiker noch hängenbleibt.

Elektromobilität, so sein Credo sinngemäß, werde sich durchsetzen. Denn man solle sich einfach mal überlegen,



Report der Arbeitsgruppe III des Weltklimarats veröffentlicht – Globale Energiewende zum Schnäppchenpreis?

14. April 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Strompreis EEG Umlage 2014Das Spektakel ist jetzt also wieder einmal vorüber. Nachdem gestern der dritte und letzte Teil des 5. Sachstandberichts des Weltklimarats Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, herrscht erst einmal wieder Ruhe an der Front der Berichterstattung um die globale Erwärmung. Bis zum nächsten Bericht des Weltklimarats in sieben Jahren dürfte diese Ruhe höchstens gelegentlich von Berichten über die jährlichen, in aller Regel ergebnislos stattfindenden, Klimakonferenzen unterbrochen werden.

Das Thema Klima ist tot. Selbst ein Klimapolitisches Großereignis wie die Veröffentlichungen eines neuen Sachstandberichts wird von der Öffentlichkeit, wie es ein Autor in der Zeit bedauernd schreibt, “eher geschäftsmäßig zur Kenntnis genommen”. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Da ist zunächst einmal der aus der Verhaltenspsychologie bekannte Effekt der Gewöhnung. Die ständige Konfrontation mit der drohenden Katastrophe hat bei den Menschen schlicht zu einer Abstumpfung geführt. Hinzu kommt der Umstand, daß die vorhergesagten Katastrophen bislang größtenteils ausgeblieben sind. Das Eis in der Arktis ist seit dem letzten Weltklimarat-Bericht nicht mehr weniger geworden, die Ausdehnung des Eises in der Antarktis bricht sogar laufend Rekorde, die Winter bei uns waren in den letzten Jahren eher schneereicher und etwas kälter und auch von den oft beschworenen Klimaflüchtlingen



„Energiepolitische Geisterfahrt – die deutsche Wendewirklichkeit“

6. April 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Politik

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„You can fool all the people some of the time, and some of the people all of the time, but you cannot fool all the people all the time.“ Abraham Lincoln, 1856

Man kann alle Menschen einige Zeit hinters Licht führen und einige Menschen ewig,
aber man kann nicht alle Menschen ewig hinters Licht führen.

I. Ausgangssituation

Die Energiewende soll zwei (vermeintliche?) Probleme lösen: Erstens die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen beseitigen, die nach den „Prophezeiungen“ des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums aus dem Jahre 1972 „sehr zeitnah“ nicht mehr verfügbar sein werden, sprich die Begrenztheit der Vorräte an Kohle, Öl und Gas wird ins Kalkül gezogen. Dadurch sollen sich auch die anthropogen verursachten Emissionen des Gases CO2 verringern, die vom wissenschaftlichen „Mainstream“ ganz wesentlich für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden – Stichwort: Menschengemachter Klimawandel. Zweitens soll das deutsche Energiesystem sukzessive, d.h. in vier Schritten von fossilen auf erneuerbare Energien wie Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft umgestellt werden. Bis 2020 sollen jeweils mindestens 35%, bis 2030 50%, bis 2040 65% und bis 2050 80% der Stromerzeugung regenerativ erfolgen, die gesamte Energieversorgung zur Jahrhundertmitte zu mindestens 50%.

Parallel zum Umstieg von fossilen Energieträgern auf erneuerbare Energien erfolgt der Ausstieg



IPCC WGII SPM: Ein Ratespiel im Zwielicht der Halbwahrheiten

3. April 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Wissenschaft

Letztes Jahr hagelte es bei uns. Hagel im Allgemeinen ist zwar nicht ungewöhnlich, in der Heftigkeit von damals aber schon. Bis zu tennisballgroße Körner fielen vom Himmel, produzierten ein paar Dellen im Auto und zerschlugen eine Handvoll Dachziegel. Das erlebt man eben auch nur einmal pro Dekade. Oder so. Alles war übrigens versichert, wurde schnell reguliert und repariert. Ich hatte es schon vergessen. Denn es gibt wichtigeres.

Erst als die Ergebnisse der zweiten Arbeitsgruppe (“Working Group II (WGII)”) des zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel der Vereinten Nationen (“Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)”) vor einigen Tagen öffentlich wurden, erinnerte ich mich wieder an den Hagel. Der eigentliche Report ist jetzt auch verfügbar, gelesen habe ich aber nur die Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (“Summary for Policymakers (SPM)”). Und in dieser heißt es dann sinngemäß, mit solchen Extremwetterereignissen wie dem Hagel müsse man in Zukunft wohl häufiger rechnen. Wegen des Klimawandels, des menschgemachten, jedenfalls mutmaßlich menschgemachten, wahrscheinlich “very likely” mit “high confidence” menschgemachten. Gut, über den Hagel in meiner Gegend steht da eigentlich konkret nichts. Aber aus dem Zusammenhang des geschriebenen glaube ich entnehmen zu können, daß es dachziegelbrechende Hagelkörner bei mir “more likely than not” mit “medium confidence” häufiger geben könnte.



Gutmenschen und Doppelmoral

29. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus

halo

Wir trinken Diet Coke – Zum Big Mac und Fritten.

Wir gehen ins Fitnessstudio – Und nehmen den Aufzug in den zweiten Stock.

Wir installieren energiesparende Durchlauferhitzer – Und duschen dann länger.

Wir fahren mit dem SUV zu einem Vortrag von Al Gore.

Michael Rosenwald

Uli Hoeneß hat mindestens 28 Millionen € Steuern unterschlagen.

Er ist ein Krimineller.

Wer hätte das gedacht! Der Uli, der für seinen Verein lebt, Spitzensportler, erfolgreicher Unternehmer und großzügiger Wohltäter, Träger des Baverischen Verdienstordens und der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste – Und Millionenbetrüger? In einer Person?
Doch er ist, wie wir alle wissen, kein Einzelfall.
Dahinter steckt ein ganz alltägliches psychologisches Muster, die ‘Moralische Selbstlizensierung’.
Je positiver die Selbstwahrnehmung eines Menschen ist, je ‘moralischer’ er sich fühlt, desto mehr glaubt er ‘sich erlauben zu können’. Er beansprucht sozusagen Kredit für seine Verdienste und beansprucht mehr Freiräume – bis hin zum Verbrechen.

 “Frühere gute Taten können Individuen dazu bringen, unmoralisch, unethisch oder in anderer Hinsicht problematisch zu handeln, also Handlungen zu begehen, die sie sonst aus Furcht oder aus einem Gefühl, unmoralisch zu sein, vermieden hätten.”

Anna Merritt et al.

“Die moralische Selbstlizensierung ist ein unterbewusster Effekt, der dadurch wirkt, dass er das moralische Selbstwertgefühl