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LNG: Der Sprit, der aus der Kälte kam

31. Januar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Energieerzeugung, Erdgas, Innovationspolitik, Politik, Technium, Unkonventionelles Gas und Öl, Wirtschaftsförderung

ego150Die junge Dame starrte mich an, als wäre ich ein Alien. Ziel Ihres Auftrittes war, die Besucher von den Vorteilen der Elektromobilität zu überzeugen. Und weil interaktive Elemente irgendwie angesagt sind, wurde gleich zu Beginn das Publikum mit einer Frage einbezogen: Was sollte ein Elektroauto können, damit man es sich kauft? Meine Antwort rief nicht nur besagten Blick der Vortragenden, sondern auch sofortiges Schweigen im Publikum hervor: „Es sollte das bieten, was ein konventionelles Fahrzeug auch bietet, dabei aber preiswerter sein.“

Das war eine aus Sicht der Dame offensichtlich unerhörte und unerwartete Äußerung. Auch der Rest des Publikums schien geradezu betroffen ob meiner egoistischen Ignoranz höherer Ziele. Aber nach wenigen Sekunden der Überraschung erhoben sich erste Stimmen, die mir beipflichteten. Und andere, die wütend protestierten. „Batterien bringen es nicht!“ gegen „So darf man das doch nicht sehen!“. Auf „Wir müssen doch mal darüber nachdenken, wo wir in zwanzig Jahren sein wollen!“ mußte man auch nicht lange warten.  Die Veranstaltung war gelaufen. Wenig später verließ ich den Saal.

Es ist schwierig geworden mit Innovationen in Deutschland. Weil die jahrzehntelange Ökopropaganda in uns den Reflex verankert hat, das Neue auf andere Weise zu bewerten. Etwas unter den subjektiven Kriterien der



Elektromobilität: Zukunftsangst gegen Innovation

27. Januar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Wirtschaftsförderung

ego3-150x150Im Verlauf jeder wirtschaftspolitischen Diskussion gelangt man an den Zeitpunkt, an dem sich jemand mit dem Satz zu Wort meldet: „Aber wir müssen uns doch mal überlegen, wo wir in zwanzig Jahren sein wollen!“ Müssen wir? Können wir? Sollten wir?

Es mag Zusammenhänge geben, in denen dieser Ansatz sinnvoll ist. Wenn man als Privatperson eine Immobilie finanziert oder auch, wenn Politik über grundlegende Rechtssetzungen nachdenkt. Aber in Bezug auf Innovationen ist diese Art zu Denken nicht nur nicht hilfreich, sondern kontraproduktiv. Innovationen finden in der Gegenwart statt, nicht in der Zukunft. Sie sind Objekte des Hier und Jetzt. Je nach Branche ist das „Hier und Jetzt“ natürlich dehnbar. Manche müssen die nächste Produktgeneration, die nächste Neuheit in Monaten präsentieren, manchen genügen ein, zwei oder drei Jahre und einige wenige denken tatsächlich in Jahrzehnten.

Der Satz oben aber stellt eine Metapher dar, die nicht nur meint, gleich mehrere Produktgenerationen im Voraus, sondern gar eine Art endgültiges Ziel festlegen zu müssen. Die Motivation verdeutlichen diverse synonyme Formulierungen, in denen die Aussage ebenfalls angeboten wird. „Wenn wir jetzt nicht in diese oder jene Richtung aufbrechen, werden wir in zwanzig Jahren vor großen Problemen stehen!“ heißt es dann beispielweise. Furcht treibt die Protagonisten der



Energiewende: Subventionen gegen Innovationen

18. Januar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

ego150Tot sei das Thema Energie in Deutschland, so sagte es mir vor einigen Tagen ein erfahrener Wirtschaftsförderer. Er bezog sich auf das Ausbleiben von Innovationen in der Branche. Über den Schuldigen waren wir uns schnell einig: die Energiewende. Um dies zu erläutern, möchte ich etwas weiter ausholen.

Man sollte sich unsere Vorfahren als glückliche Menschen vorstellen. Denn ohne ein gewisses Maß an Zufriedenheit in jeder Epoche gäbe es uns heute nicht. Selbst in vorindustriellen Zeiten wird den weitaus meisten Zeitgenossen nur wenig gefehlt haben. Sicher, aus unserer Perspektive erscheint das Mittelalter entbehrungsreich. Kein fließendes oder auch nur sauberes Wasser, keine gesicherte Versorgung mit Nahrungsmitteln, kein Gesundheitswesen. Selbst die Privilegierten jener Zeit konnten sich mit all ihrem Reichtum weder ein Handy kaufen, noch Gummibärchen. Nur ist es ihnen nicht aufgefallen. Man hatte schlicht keine Kenntnis von dem, was man vermissen könnte. Eine Vorstellung von Autos oder Computern, von Waschmaschinen oder Kühlschränken gab es nicht. Trotzdem wird Fortschritt oft auf Visionäre zurückgeführt, auf Erfinder, in deren Werkstätten vorauseilende Ideen eher zufällig Gestalt annahmen.

Inventoren, Erfinder, produziert die Energiewende genug. Legionen an Schraubern tüfteln in Garagen und Hobbykellern an Energietechnologien, die ihrer Meinung nach revolutionär sein sollen. Angestachelt werden sie durch die aktuelle



Energiewende: Der Katalog des Versagens

14. Januar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

515815_web_R_K_B_by_Wilhelmine_Wulff_pixelio.deWer bislang die zahlreichen kritischen Schilderungen und Bewertungen der verschiedenen Teilbereiche der deutschen Energiepolitik verfolgt hat, kommt vermutlich zu dem Schluss, dass es sich bei der fast endlosen Kette von Verstößen gegen die Wirtschaftlichkeit, die Funktionalität und den Nutzen der mit dem EEG erzwungenen Investitionen und Maßnahmen nicht mehr um eine Ansammlung von bedauerlichen Zufällen handeln kann. Dieses Bild wird noch durch die mehrfachen Versuche getrübt, sogar die Gesetze der Physik zu ignorieren und bei dem durchgängig existierenden Problem der Unbezahlbarkeit vieler Maßnahmen selbst die 4 Grundrechenarten zu missachten.

Es handelt sich nicht um ein zufälliges, fast tragisches Versagen, sondern um ein systematisches Versagen der früheren und auch der jetzigen Regierung, wobei man die dafür maßgeblichen Gründe in einer grünen Ideologie, in einer Ausschaltung der Marktwirtschaft und einer Hinwendung zur Planwirtschaft und natürlich zu einem beträchtlichen Teil auch  in der Unfähigkeit der verantwortlichen Politiker und ihrer ministerialen Zuarbeiter suchen und finden kann. Die folgende Zusammenstellung listet die meisten gravierenden Fehler auf. Vermutlich fallen den Lesern noch weitere ein.

Video eines kippenden Windrades. Menetekel für die Energiewende?

1. Bereits bei der Konzeption der Energiewende geschah die größte Planungskatastrophe:
Das „Vergessen“ der unverzichtbaren Stromspeicher für den Ausgleich der wetterabhängigen und daher stark



Klimaimperialismus

2. Januar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik

ego150Viele Historiker erkennen im Zweiten Weltkrieg eine Zäsur, durch die auch das Zeitalter des Imperialismus beendet wurde. Formal gesehen begann am 26. Juni 1945 mit der völkerrechtlich verbindlichen Charta der Vereinten Nationen eine neue Epoche der Achtung vor dem Grundsatz der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Völker. Berechtigt ist der Einwand, die Souveränität bestimmter Nationen sei auch in der jüngeren Vergangenheit häufig mißachtet worden. Aber dies waren Einzelfälle. Mitunter spielten wirtschaftliche Interessen eine Rolle. Meist jedoch sah sich die Weltgemeinschaft durch massive Verletzungen der Menschenrecht gezwungen, das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines Staates zu durchbrechen.

Die Idee, das Klima vor dem Einfluß des Menschen schützen zu müssen, schafft nun aber noch weitgehend unbemerkt die Grundlage für eine Wiederkehr überwunden geglaubter kolonialistischer Reflexe. Imperialismus ist wieder salonfähig – und das ausgerechnet in Deutschland. Wenn der Außenminister Ecuadors, Ricardo Patino, Mitgliedern des deutschen Bundestages einen (Zitat gemäß Spiegel Online) Kurs über das Selbstbestimmungsrecht der Völker und gegenseitigen Respekt empfiehlt, sollte dies aufhorchen lassen. Hintergrund ist der Wunsch der Regierung des lateinamerikanischen Landes, in einem Nationalpark Öl fördern zu lassen. Was ein durchaus pragmatisches Verhältnis zu Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes einer- und der Wirtschaftsförderung andererseits verrät. Hinsichtlich



Die Versammlungen der Klimaschützer

30. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energiewende, Klimawandel, Politik

raben250„Der Weg nach Paris ist steil und steinig,“ sagt Umweltministerin Barbara Hendricks in einem Interview mit RP-Online. Als Beobachter dieser Klima-Konferenzen, wie zuletzt in Lima, die immer mehr den Eindruck erwecken als würden hier die einzelnen Teilnehmer lediglich mit Palaver die Unmöglichkeit der eigenen Vorhaben verschleiern wollen, drängt sich allerdings ein anderes Bild auf. Ein steiler steiniger Weg hat ein Ziel, den Gipfel, dessen Erreichen in diesem Bild als Belohnung für die Mühen winkt. In Wirklichkeit aber, interessiert sich niemand wirklich für den Gipfel. Die Steine, die im Weg liegen, sollen weg geräumt werden, dürfen keineswegs auf einen anderen Weg gepackt werden, dem Weg nämlich der zu einem anderen Gipfel führt, dem des Wohlstandes. Nun ist guter Rat teuer, wer seine Kräfte vergeudet um den Weg nach Paris frei zu räumen, gefährdet den anderen Weg, den zum Wohlstand. Und nun palavern sie alle und beäugen sich misstrauisch, damit keiner beginnt die Steine die ihm im Weg liegen, auf den Weg des anderen zu werfen, insbesondere wenn der dann mit Wohlstandverlusten verbunden ist. Auch besteht die Befürchtung, dass die Steine zu einer Mauer aufgeschichtet werden, die dann alternative Wege versperrt.

Wollen wir mal ein paar der Steine benennen die im



juwi: Matthias Willenbacher, ein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin

27. Dezember 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Profiteure, Windkraft

WillenbacherAm 24.11.2014 berichtete Stefan Klinkigt bei Science Skeptical über die Firma juwi, die gerade ihr größtes Ökostrom-Projekt in Hessen umsetzte. Auf dem Galgenkopf in der Nähe von Hohenstein im Rheingau-Taunus-Kreis holzte juwi Bäume ab und baute drei Windenergie-Anlagen des Typs General Electric GE 2.5 120 auf. Zusammen verfügen die Anlagen über eine Nenn-Leistung von 7,5 Megawatt, der erwartete Jahresenergieertrag liegt laut juwi bei 19,5 Millionen Kilowattstunden.

Eine Überschlagsrechnung zu den angestrebten Erträgen ergibt: