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Schlendrian, Schlendrian unter den Laternen

2. Juli 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Der Weg von den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Klimaforschung hin zu einer Politik der „Risikovermeidung auf Basis des Vorsorgeprinzips“  (welche bislang auf keine andere Idee als die „Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen“  gekommen ist – koste es, was es wolle), gilt für viele Klimaalarmisten als zwangsläufig und nicht diskutierbar.

Diese Vorstellung durchzieht auch Stefan Rahmstorfs Blog „Klimalounge“. Gerade in den aktuellen Beiträgen unter der Überschrift „Spiegel vs. Zeit“ quillt dieses Mantra nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch sehr direkt hervor.  Das sich hartnäckig haltende Gerücht, die Klimalounge diene der Aufklärung über und der Erklärung von wissenschaftlicher Arbeit, kann nun auch endgültig beiseite gelegt werden. Nein, die Klimalounge, gehostet in den „Wissenslogs“ von „Spektrum der Wissenschaft“, ist ein vollständig politisches Projekt. Sie wird von den beteiligten Autoren allein zur Verbreitung einer bestimmten klimapolitischen Ideologie verwendet.

Das ist nicht verboten, keine Frage. Zur Eröffnung einer Debatte ist es sogar wichtig, wenn Klimaforscher sich in dieser Form einmischen und sich der Kritik stellen. Aber beim richtigen Namen nennen sollte man das Kind dann schon. Und den Lesern nicht etwas vorgaukeln.

Ein junger Journalist, Robin Avram, schreibt also eine Diplomarbeit. In der er die klimapolitische Berichterstattung von „Spiegel“ und „Zeit“ für einen bestimmten Zeitraum miteinander verglichen



In eigener Sache: Novo 107 (Juli/August 2010) erscheint am 01.07.

29. Juni 2010 | Von | Kategorie: Blog

Übermorgen ist es soweit. Die neue Novo wird spätestens an diesem Tag allen Abonnenten zugegangen und auch im Handel erhältlich sein. Das neue Heft (mit deutlich erweitertem Umfang) beschäftigt sich mit dem Kernthema „Innovation“ und enthält als Herzstück das Londoner Manifest für Innovation der „Big Potatoes“ in deutscher Übersetzung. Weitere aus meiner Sicht sehr empfehlenswerte Artikel:

  • „Wir schulden der Natur nichts“ – Thilo Spahl über den ökologischen Fußabdruck
  • „Warum Manager so gerne zu Moralisten werden“ – Steffen Hentrich über den Ökologismus in der Wirtschaft
  • „Kohlendioxid-Recycling: Alternative für Erdspeicher“ – Georg Menges über Methanol als Energieträger
  • „Tschernobyl vom Mythos befreien“ – Rob Lyons zeigt auf, daß das Unglück von Tschernobyl als Quelle der Ablehnung der Kernenergie eigentlich nicht taugt
  • „Warum uns das Wasser auf dem Mond schnuppe ist“ – Sean Collins wirbt für ehrgeizige Ziele und Visionen

Ich durfte dieses mal den Leitartikel zum Thema Innovation beisteuern. Unter der Überschrift „Nehmen Sie ein Taxi“ finden sich ein paar Gedanken über „Elektromobilität als Leitmarkt der Zukunft“. Oder vielmehr eine Beschreibung der innovationspolitischen Irrtümer, die diesem Konzept zugrunde liegen.

Zurück in die Zukunft: Elektrofahrzeug der Hannoverschen Waggonfabrik aus dem Jahr 1924, bis immerhin 1961 im Einsatz (1 PS, 25 km/h, 70



Die Mikroben und der Emissionshandel

26. Juni 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Biomasse, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Klimawandel, Politik, Profiteure

Meine Frau hat sich über die Creme sehr gefreut. Ein Kosmetikprodukt, dessen Inhaltsstoffe zum Teil aus Mikroalgen hergestellt werden. In der Kosmetik- und der Nahrungsmittelindustrie sind Mikroalgen schon länger ein wichtiger Rohstoff. Darauf hat EADS auf der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA 2010 Bezug genommen und seinen Gästen entsprechende Werbegeschenke zukommen lassen.

Natürlich will EADS nicht etwa sein Portfolio diversifizieren und uns demnächst mit Lotionen oder Designerfood versorgen. Nein, der Ansatz ist, nun auch wirtschaftlich Treibstoff für Flugzeuge aus Mikroalgen zu gewinnen. Um damit dem Emissionshandel, in den ab 2012 auch der Luftverkehr einbezogen wird, geschickt zu entgehen.

Die Idee mit den Mikroalgen ist sehr charmant, denn sie weist einige eindeutige Vorteile auf:

  • Algentreibstoff hat eine höhere Energiedichte als herkömmliches Kerosin. Außerdem enthält er deutlich weniger Stickstoff und Schwefel, womit die Emissionen der entsprechenden Oxide ebenfalls wesentlich reduziert werden können.
  • Algen können in Bioreaktoren gezüchtet werden, mit denen deutlich höhere Erträge pro Flächeneinheit möglich sind, als bei herkömmlichen Energiepflanzen. Nach Angaben von EADS ist der Ertrag pro Hektar um einen Faktor 30 höher als bei Raps.
  • Die Bioreaktoren können auf Flächen aufgestellt werden, die für die herkömmliche Landwirtschaft nicht geeignet sind. Mikroalgen stehen also nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung. Zumal sie zusätzlich


Ökowatch – ein neues Internetprojekt

18. Juni 2010 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Wissenschaft

Die Urlaubszeit hat begonnen, die Weltmeisterschaft läuft – und keiner schreibt was. Bei mir zumindest hat es mit beiden Dingen nichts zu tun. Vielmehr fehlt mir die Zeit aufgrund der momentanen beruflichen Beanspruchung. Und das kann noch ein paar Wochen so bleiben.

In der Zwischenzeit möchte ich es zumindest nicht unterlassen, unsere Leser auf ein neues Internetprojekt hinzuweisen.

Ökowatch hat nach eigener Aussage die folgenden Ziele:

ökowatch tritt mit dem Anspruch an, umweltpolitische Forderungen von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen kritisch und ideologiefrei zu hinterfragen und hinsichtlich der tatsächlichen Wirkung auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt zu prüfen:

  • Seriosität: Wie belastbar ist die Datenbasis hinter umweltpolitischen Forderungen?
  • Gesamtwirkung: Was sind die positiven und negativen Wirkungen einzelner Umweltschutzforderungen?
  • Transparenz: Von welchen Interessen werden Organisationen und Einzelpersonen geleitet? Wer finanziert die unterschiedlichen Interessenvertreter?

Einer der Macher, der Journalist Fabian Heinzel, von Haus aus Umweltwissenschaftler, hat mich gebeten, auch diesem Portal Beiträge zur Verfügung zu stellen. Was natürlich erfolgen wird. Denn meine Unterstützung für die Ziele dieser Seite sollte keine Überraschung sein.



Gegen die wissenschaftsbasierte Politik

29. Mai 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Wissenschaftliche Kenntnisse über den Klimawandel seien wichtig als Grundlage für politische Entscheidungen. So Mike Hulme, einer der Autoren des Hartwell-Papiers, sinngemaäß in diesem bemerkenswerten Beitrag. Auch, wenn diese Politik nicht determinieren dürften. Vielmehr seien noch eine Vielzahl anderer Aspekte zu berücksichtigen.

Wissenschaftliche Kenntnisse über den Klimawandel erfordern ein bestimmtes politisches Handeln zwangsläufig. So dagegen Mojib Latif sinngemäß hier. Und Hans von Storch antwortet darauf mit dem Prinzip des „honest broker“, nach dem Wissenschaft neutral zu betreiben wäre, ohne Festlegung auf einen politischen Standpunkt, um überhaupt nützliches Wissen liefern zu können.

Climategate hat diese wichtige Debatte endlich in die Öffentlichkeit getragen. Denn was man schon seit Jahren vermuten konnte, wurde durch die jetzt frei zugänglichen Mails endgültig bewiesen. Eine kleine, gut vernetzte Gruppe von Klimaforschern hat Wissenschaft im Lichte einer politischen Agenda betrieben und instrumentalisiert. Statt Kenntnisse über die Abläufe in der Natur zu vermehren, ging es diesen Personen primär um die Konstruktion von Argumenten zugunsten einer bestimmten Ideologie.

Ich möchte mich in diese Auseinandersetzung mit einem ebenso einfachen, wie provokanten Statement einmischen:

Alle drei zitierten Protagonisten haben Unrecht. In Wahrheit bestehen zwischen dem naturwissenschaftlichen Erkenntnis- und dem politischen Meinungsbildungsprozeß keinerlei Verbindungen. Das eine kann dem anderen nur



Die Subventionsgier der Photovoltaik-Branche

27. Mai 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog
Es ist schon richtig subtil, wie die "solaren Gutmenschen" alle Schleichwege finden, um die Subventionstöpfe zu schröpfen. Der neueste "Trick" scheint nun zu sein, dass man Photovoltaik-Solaranlagen auf Universitäten (auch) zu angeblichen Forschungszwecken installiert,...


Lesetipp: Der rätselhafte Windkult

26. Mai 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Kurioses, Windkraft

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Der rätselhafte Windkult

von Till Meiners

November 3250: Archäologen haben bei kürzlichen Ausgrabungen interessante Zeugnisse aus der Vergangenheit aufgetan. Ein Totempfahl von 70 Metern Höhe wurde bei einer Grabung in der Nähe einer Siedlung aus dem 21. Jahrhundert entdeckt. Der Pfahl ist aus lackiertem Stahl gefertigt. Mit der Radiokarbon-Methode konnte sein Ursprung ungefähr auf das Jahr 2000 datiert werden. Am oberen Ende ist er mit einem rotierenden, dreiarmigen Kopf versehen. Wir nehmen den Fund zum Anlaß, dem interessierten Leser den relativ gut erforschten, in der Laienwelt dennoch ob seiner heutigen Bedeutungslosigkeit weithin unbekannten Windkult dieser Zeit vorzustellen.

Einige Erkenntnisse entstammen religiösen Schriften der Zeit, von denen eine der sogenannte „Code Trittin“ ist, eine Sammlung von Verboten und Geboten, die nach einem wichtigen Hohepriester benannt ist. Weitere Erkenntnisse ergeben sich aus den Regeln der Deduktion.

Im ausgehenden 20. Jahrhundert, einer Zeit der relativen Ruhe und Sättigung, kam es in Nordeuropa zu einer Bewegung aus den hergebrachten Religionen heraus, hin zu einer orientierungslosen Gemengelage einer sogenannten Ökumenekirche, die jedoch keinen Versuch der Abgrenzung gegenüber anderen Glaubensrichtungen erkennen ließ. Die Gesellschaft in dieser Gegend und Zeit löste sich auf. Zusammenhalt, der aus Regeln und der Separation gegenüber anderen Gesellschaften erwachsen