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Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?

6. März 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

Vielleicht können Climategate und seinen Folgen („Africagate“, „Amazongate“, „Himalayagate“, „Hurricangate“ usw.) zu einer Versachlichung und Endemotionalisierung der Debatte beitragen.

Denn es stellen sich nicht nur Fragen nach der Verläßlichkeit von Wissenschaft und Wissenschaftlern (Peer-Review-Prozeß in der Klimaforschung, Qualitätssicherung innerhalb der Arbeit des IPCC, wirtschaftliche Motivationen hoher UNO-Repräsentanten und beteiligter Forscher). Es sind nun auch wichtige fachliche Aspekte öffentlich sichtbar, die Politik und Medien nicht mehr ignorieren können. Die folgenden Punkte lassen sich derzeit festhalten:

  • Baumringdaten und vergleichbare Proxies können nicht mehr als Goldstandard zur Ableitung von Temperaturen in der Vergangenheit dienen. Die Aussage, die gegenwärtig beobachtete Erwärmung wäre über einen längeren Zeitraum in der Menschheitsgeschichte (mindestens aber über die letzten 1.000 Jahre) in Ausmaß und Geschwindigkeit einzigartig, ist daher nicht mehr haltbar. Insbesondere die mittelalterliche Warmperiode mit Temperaturen mindestens auf dem heutigen Niveau ist für die Nordhalbkugel als gesichert anzusehen. Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, daß es sich hier um ein globales Phänomen, hervorgerufen durch natürliche Klimavariabilitäten, handelte. Damit ist klar: Die Beobachtungen der letzten hundert bis hundertfünfzig Jahre mögen mit der Annahme eines menschgemachten Klimawandels (durch Freisetzung von Treibhausgasen) vereinbar sein – oder auch nicht. Vereinbar mit natürlichen Variabilitäten sind sie allemal.
  • Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die im jüngsten IPCC-Bericht


Kein Weltuntergang und trotzdem weiter wie bisher

5. März 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Profiteure

Gastbeitrag von Eva Ziessler (zuerst erschienen auf der Achse des Guten)

Es wäre eine enorme Erleichterung, so Al Gore in der New York Times, sollte sich herausstellen, dass uns keine unvorstellbare, die menschliche Zivilisation gefährdende Katastrophe bevorsteht, die umfangreiche Präventivmaßnahmen zum Schutz der Menschheit erfordert. Es würde von uns genommen die schwere Bürde, von unseren Enkelkindern als kriminelle Generation verteufelt zu werden, die selbstsüchtig alle eindeutigen Warnungen in den Wind geschlagen habe, dass das Schicksal der Enkel in ihren Händen liege. Deshalb wünsche auch er, Al Gore, von ganzem Herzen, dass die Erderwärmung eine Illusion gewesen sei.

Aber selbst dann, wenn sein Herzenswunsch in Erfüllung gehen sollte, so der ehemalige US-Vizepräsident weiter, müssten wir die von ihm und der UN angeregten „umfangreichen Präventivmaßnahmen“ weiterhin verfolgen.

Mmh, wie bitte?, fragt sich der geneigte Leser und versucht zu verstehen: Die unvorstellbare Katastrophe erweist sich als Illusion—und trotzdem sollen wir die umfangreichen, zur Abwendung der vermeintlich bevorstehenden Katastrophe ersonnenen Maßnahmen weiterbetreiben? Warum denn das? Weil es, so klärt Gore uns auf, um Arbeitsplätze geht, und zwar um die „wichtigsten“ Arbeitsplätze im 21. Jahrhundert, um Arbeitsplätze in der Solar- und Windenergie, in der geothermischen Energie und anderen, erneuerbaren Energien.—Und da hatte ich



Stephen Fry übt Kritik an der katholischen Kirche

4. März 2010 | Von | Kategorie: Blog, Kurioses

Hier mal etwas völlig anderes. Stephen Fry spricht auf der Intelligence² Debate über die katholische Kirche, wobei er auf typisch britische Art äußerst höflich und doch auch äußerst bissig Kritik an dieser Institution übt. Einzelne Punkte als „Highlights“ herauszustellen würde diesem durch und durch brillanten Vortrag sicher nicht gerecht werden. So erfährt man zum Beispiel, dass der Heilige Thomas Morus (Thomas Moore) zu seiner Lebzeit im 16. Jahrhundert dafür gesorgt hatte, dass Menschen als Ketzer verbrannt wurden, die die Untat begangen hatten, die Bibel in englischer Sprache zu lesen. Und dass eben dieser Thomas Moore als Leuchtturm der Unterdrückung der freien Meinungsbildung im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. zum Patron der Regierenden und der Politiker ernannt worden ist. Irgendwie passend…

Mir war Stephen Fry ja hauptsächlich wegen seiner Auftritte in der großartigen englischen Comedy-Serie Blackadder aufgefallen. Dass er auch sehr kluge Gedanken fassen und äußern kann, hatte ich eher am Rande mitbekommen (unter anderem bei einem Gastauftritt bei der von mir ebenfalls sehr geschätzten BBC-Serie Top Gear).



In eigener Sache: Novo 105 (März/April 2010) erscheint am 4. März

1. März 2010 | Von | Kategorie: Blog, Internes

Pünktlich zum ersten März, dem meteorologischen Frühlingsbeginn, konnte ich heute die neueste Novo-Ausgabe mit dem Leitthema „Aufbruch nach vorn!“ in die Hand nehmen. In diesem Heft erklärt uns Josef Reichholf, ob denn die Natur „fortschrittlich“ ist. Dominic Lawson wertet das Ergebnis von Kopenhagen als Beleidigung der menschlichen Intelligenz und das Kopenhagen-Manifest, das wir hier schon im Original veröffentlicht haben, gibt es nun auch in deutscher Fassung. Das Thema „Fortschritt“, ob in technischer, gesellschaftlicher oder wirtschaftlicher Hinsicht, zieht sich wie ein roter Faden durch die meisten Texte.  Mit der Rolle der Wissenschaften angesichts politischer Verführungen setzen sich Günter Ropohl („Forschung und mentale Prostitution“) und Frank Furedi („Experten – Totengräber der mündigen Gesellschaft?“) mit gewohnt spitzer Feder auseinander. Und Günther Keil beschreibt die Absurditäten deutscher Technologiepolitik.

Einen Seitenhieb auf das „fliegende Auto“ konnte er sich dabei nicht verkneifen. Tja nun, nur wenige Seiten später erläutere ich dann, warum ich eine Menge von fliegenden Autos erwarte und unter welchen Aspekten die Verkehrssysteme der Zukunft entstehen werden (es macht Spaß, auch mal nicht über die Klimadebatte zu schreiben). Wobei ich wahrscheinlich unter dem „fliegenden Auto“ etwas völlig anderes verstehe (ein Fluggerät, das wie ein Auto zur Verfügung steht), als Herr Keil (ein Auto, das



Anpassung kontra Vermeidung

26. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Klimawandel, Politik

Dies ist ein sehr langer Text. Viel zu lang für das Internet, keine Frage. Ich habe mich trotzdem entschieden, ihn hier zu veröffentlichen. Den Anstoß dazu gaben Eduardo Zorita und Hans von Storch, die in ihrem Blog „Klimazwiebel“ zunächst eine Debatte über die Frage einer möglichen Kompromißlinie zwischen Skeptikern und Alarmisten eröffneten. Dies führte dann bald zu einem Meinungsaustausch über Anpassungs- und Vermeidungsstrategien. Hans von Storch hat diesen Impuls aufgenommen und seinen Text „On Adaptation“ zur Diskussion gestellt. Ich kann diesen Text nur jedem Leser wärmstens zur Lektüre empfehlen, es stehen dort eine Menge sehr intelligenter Schlußfolgerungen zu lesen. Das nun von mir hier eingestellte Essay kann als Replik, in Teilen auch als Kritik und in Teilen auch als Ergänzung zu Hans von Storchs Ausarbeitung aufgefaßt werden.

Wann immer Politik gefordert ist, eine Antwort auf eine neue Herausforderung zu geben, so ist die beste Strategie diejenige, die robust ist gegenüber allen denkbaren Entwicklungen in der Zukunft. Auf dieser Strategie beruhende Maßnahmen sollten zusätzlich optimierbar sein. Das heißt: Mit steigendem Aufwand wird die Herausforderung immer besser bewältigt, während sich gleichzeitig  negative Auswirkungen der Maßnahme auf andere Fragestellungen vermindern bzw. gar nicht erst entstehen.  

Die Debatte über einen mutmaßlich menschgemachten



Die Medienopfer

23. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Seit Jahren schon starre ich sehnsüchtig mein Telefon an und warte ungeduldig auf den ersehnten Anruf. Nein, nicht Hollywood soll sich melden, sondern viel besser das Böse an sich, der Teufel in Gestalt von wahlweise der Tabakindustrie (ich rauche tatsächlich gern) oder der Ölindustrie (ich fahre ein benzinbetriebenes Auto ohne jedes schlechte Gewissen). Gerne würde ich auch die Unterstützung der chemischen oder der Montanindustrie, von Automobil- und Flugzeugherstellern oder der Atomindustrie entgegennehmen. Und ich wäre ein ziemlich idealer Partner, um hemmungslosen Fleischkonsum (gerne von Burgerbratern aus dem Fast-Food-Bereich) zu promoten. Doch nein, keiner ruft mich an. Das kann doch nicht sein.

Denn glaubt man den Alarmisten, ist die Menschheit nicht nur dabei, das Klima mit katastrophalen Folgen zu verändern. Sondern Menschen wie ich, die gegenteiliger Auffassung sind und auch noch öffentlich für ihre Haltung werben, leugnen diese „Tatsache“ wider besseres Wissen, weil sie dafür bezahlt werden. Das ist die Verteidigungslinie in Zeiten, in denen der Klimaforschung insgesamt und dem IPCC und seinen Berichten im besonderen der Wind ins Gesicht weht.

Skeptiker sind eigentlich Leugner, sagen sie, alles nur Lobbyisten, alles nur bezahlte Handlanger, die einen Krieg gegen die Wissenschaft führen, um die Menschen zu verunsichern.

Die Medienkampagne

Folgerichtig, so



Klimawandel als Ersatzreligion

21. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Kurioses

Biblische Plagen wie Hungersnöte und Sintfluten gelten nicht mehr als gottgewollt, sondern vom Menschen gemacht. Ist der Klimaschutz die neue Weltreligion?

Die christliche Religion ist uns zu anstrengend geworden. Wir wollen an etwas glauben, und bevor wir an gar nichts glauben, glauben wir an den Weltuntergang. Das Ende ist nah, so die Experten, und wie es unserer christlichen Tradition entspricht, nehmen wir auch hier alle Sünden der Welt auf uns und die christlichen Kirchen nehmen die Botschaft dankbar auf.

Mit 350 Glockenschlägen – entsprechend der CO2-Obergrenze – wird dem CO2-Glauben gedacht. Kirchen in aller Welt beteiligen sich. Schon früher warnten Glocken vor Katastrophen wie vor Bränden und Überschwemmungen. Diesmal deuteten sie auf die verheerenden Folgen des Klimawandels hin. Von den Fidschi-Inseln über Asien, Afrika und Europa bis nach Amerika. Dabei stehen viele Gemeinden heute schon für das ein was sie fordern. In einigen Kirchen gibt es bereits ein “Energie-Controlling”. Die Gemeinden nützen Ökostrom und wollen “CO2-SMOG” vermeiden. Denn christlich leben heißt die Schöpfung zu bewahren. Z.B. mit Hilfe von Windrädern und Solarzellen. (Selbst der Papst hat ein eigenes Solardach).

Wer an Gott als den Schöpfer allen Lebens glaubt, geht mit staunenden Augen durch die Welt. Der entdeckt die