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Deutsche Energiepolitik – die wahre Katastrophe? Teil 1

5. August 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik
Auch nach Kyoto steigt der CO2-Ausstoß jährlich um 1.0 Mrd. Tonnen. Photo: Kurt F. Domnik via Pixelio

Auch nach Kyoto steigt der CO2-Ausstoß jährlich um 1.0 Mrd. Tonnen. Photo: Kurt F. Domnik via Pixelio

Kein Tag vergeht, wo deutsche Medien über Kernkraft, schmutziger Kohle oder die klimafreundlichen erneuerbaren Energien berichten. Jede einzelne Lobby stellt sich vor Ihr Produkt und verteidigt dieses bis zum letztem Atemzug. Alle haben aber eins gemeinsam, ihre Lobby-Arbeit bei der Bundesregierung zeigen Wirkungen, im positiven wie auch im negativen Sinne.

Um die eigentliche Grundfrage zu beantworten, will ich zu Beginn über den ideologisch stark begrenzten deutschen Tellerrand blicken. Was läuft in anderen Ländern dieses Globusses, wie steht es um die CO2 Einsparung und welche Auswirkungen haben die deutschen Anstrengungen im Klimaschutz?

Beginnen will ich mit dem seit Jahren vorausgesagten Öl-Pike.

Dazu nur drei Pressebeispiele aus der jüngsten Vergangenheit.

Istanbul – Die Staaten um den Golf sorgen für rund 31 Prozent der weltweiten Ölproduktion – doch die Potenti ale sind längst nicht ausgereizt. Rund 62 Prozent der bekannten Vorkommen befinden sich in den Böden der Region. Deshalb sollen dort bis 2011 insgesamt 330 Milliarden Dollar investiert werden, wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” unter Berufung auf Zahlen des zuständigen Ministeriums in Saudi-Arabien berichtet….

…Allen voran steckt Saudi-Arabien dem Bericht zufolge Geld in den Ausbau



Werde Klimapolizist! Climate Cops – ein Umerziehungsprogramm von RWE-npower

2. August 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses

In seiner düsteren Zukunftsutopie “1984” beschreibt George Orwell die Kinder in einem fiktiven Überwachungsstaat Ozeanien mit folgenden Worten:Fast alle Kinder waren heutzutage schrecklich. Am schlimmsten von allem war jedoch, dass sie mit Hilfe von solchen Organisationen wie den Spähern systematisch zu unbezähmbaren kleinen Wilden erzogen wurden…

Es war für Leute über dreißig nahezu normal, vor ihren eigenen Kindern Angst zu haben. Und das mit gutem Grund, denn es verging kaum eine Woche, in der nicht in der Times ein Bericht stand, wie ein lauschender kleiner Angeber – ‘Kinderheld’ lautete die gewöhnlich gebrauchte Bezeichnung – eine kompromittierende Bemerkung mit angehört und seine Eltern bei der Gedankenpolizei angezeigt hatte.”

Zum Glück ist dieses Szenario der Phantasie eines Buchautors unter dem Eindruck der Zustände in Nazi-Deutschland und der stalinistischen Sowjetunion entsprungen. Verhältnisse wie in solchen totalitären Regimes braucht man in unseren freiheitlichen westlichen Demokratien wohl nicht zu fürchten.

Kinder sollen “Climate Cops” werden

Dennoch kann sich dem Besucher der englischen Internetseite Climate Cops, die von der RWE Tochter npower betrieben wird, des Eindrucks kaum erwehren, dass die Macher dieser Seite möglicherweise etwas anstreben, was den von Orwell beschriebenen Zuständen erschreckend nahe kommt. Weil Erwachsene “häufig einfach zu beschäftigt



Der BUND hat da eine tolle Idee…

28. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses, Politik
Seien Sie dem “BUND” nicht gram, wenn Sie frierend und im Dunkeln die einsamen Winternächte überstehen müssen… Photo: s.e. janc

Seien Sie dem “BUND” nicht gram, wenn Sie frierend und im Dunkeln die einsamen Winternächte überstehen müssen… Photo: s.e. janc

Liebe Hartz-IV-Empfänger, Rentner mit Mindestrente, Alleinstehende mit Kindern und der Rest, der an der Armutsgrenze lebenden Deutschen,

die Energiepreise steigen und Sie wissen nicht mehr ein noch aus? Sie gehören zu den knapp 800.000 Menschen in Deutschland, die kurz- oder langfristig von der Strom- oder Gasversorgung abgeklemmt sind?

Dann habe ich die perfekte Lösung für Sie!

Oder besser gesagt, die Idee hatte zuerst der “Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland” (BUND). Denn dort heißt es:

“Angesichts der steigenden Energiekosten sollten einkommensschwache Haushalte entlastet werden, ohne ihren Stromverbrauch zu subventionieren. Dies forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und stellte ein entsprechendes Maßnahmenpaket vor, das u. a. die Finanzierung von Energieberatungsprojekten vorsieht. Bundesweit vorbildlich seien entsprechende Modellprojekte wie das der Caritas in Frankfurt am Main. So genannte ‘Sozialtarife’ oder die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer lehnte der Umweltverband ab. Sie seien keine geeignete Antwort auf weiter steigende Energiepreise und kontraproduktiv bei der Umsetzung nationaler Klimaschutzziele.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: ‘Es gibt nur eine angemessene Antwort auf die steigenden Energiekosten: der Energieverbrauch muss runter. Gerade einkommensschwache Haushalte, die am



Moderner Ablasshandel – Das Geschäft mit dem schlechten Gewissen

22. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel

“Der Taler in dem Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt!” Das war einst der markige Spruch, mit dem der Dominikanermönch Johann Tetzel zu Beginn des 16. Jahrhunderts in päpstlichem Auftrag in Deutschland unterwegs war. Gegen Bares, so versprach er, war der Ablass aller Sünden zu bekommen. Das so eingenommene Geld wurde vom Papst dringend für den Bau des Petersdoms benötigt.

Solche Auswüchse wären heutzutage natürlich undenkbar. Wir sind schließlich Kinder der Aufklärung. In unserer säkularisierten Welt erscheinen die Ängste der damaligen Zeit vor Hölle und Verdammnis doch eher als tiefer Aberglaube. Mit dem Erlass von Sünden wäre heutzutage sicher kein Geld mehr zu verdienen. Sollte man meinen. Schließlich kommt das Wort Sünde den meisten heutzutage höchstens noch im Zusammenhang mit dem Essen in den Sinn. Das Wort Ernährungssünde hört man häufiger, wenn es mal wieder lecker und reichlich gegeben hat.

Doch auch bei Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes ist der Ausdruck Sünde immer öfter anzutreffen.

Utopia.de, ein deutsches Portal für Ökofans, das nach eigener Aussage hilft sich eine “bessere Welt zu kaufen” hat eigens ein Forum “Beichte Deine Ökosünden” eingerichtet. Wie das geht zeigen sie in einem Werbefilm:

Herr, ich habe gesündigt, denn ich habe das



Öko-Institut beweist: Laufzeitverlängerungen der KKW sinnlos

21. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie, Politik

Wozu brauchen wir die Kernkraft denn überhaupt noch? Photo: Gerd Altmann/via pixelio.de

Gestern wurde ich auf eine Studie des Öko-Instituts aufmerksam gemacht, die ich heute zum Anlass nehmen möchte, mir diese etwas genauer anzusehen (PDF).

Als erstes möchte ich hier das Fazit dieser Studie zitieren:

“Die Effekte von Laufzeitverlängerungen für das künftige Strompreisniveau sind mit hoher Wahrscheinlichkeit quantitativ gering bzw. im Lichte der anderen Determinanten für die Entwicklung des Kraftwerksparks und des Erzeugungsmix in Deutschland bzw. im
europäischen Binnenmarkt für Elektrizität keineswegs richtungssicher zu bewerten. Spekulative und keineswegs richtungssichere Effekte für die Großhandelspreise können damit eher nicht als belastbare Grundlage für ein Laufzeitverlängerungsmodell herangezogen werden.

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass ein Abschöpfungs- und Umverteilungsmechanismus für die Zusatzgewinne der KKW-Betreiber vor einer Vielzahl grundsätzlicher und praktischer Probleme stehen wird, die im Ergebnis entweder dazu führen werden, dass die Mechanismen nicht oder nur unter hohen (rechtlichen und
politischen) Risiken umsetzbar wären oder dass die effektiven Umverteilungsvolumina wegen der Vielzahl von realen und behaupteten Risiken sehr gering ausfallen und damit durch die Laufzeitverlängerungen im Wesentlichen doch nur Zusatzgewinne für die KKW-Betreiber verbleiben würden.”

Mit anderen Worten, rein rechnerisch bringt eine Verlängerung der Laufzeiten sowieso nichts, da die Konzerne bloß die Mehrgewinne einstecken und andererseits die Handhabungen der Subventionen zu aufwendig sind und



Eine kurze Geschichte des Klimas – Von sibirischen Sommern zur globalen Katastrophe

20. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel

Eisbr

Früher gab es vor allem ein Gesprächsthema. Das Wetter. Über kein Thema konnte man unterschiedlicherer Meinung sein. Dem einen war es zu heiß, dem anderen zu kalt, dem einen zu nass, dem anderen zu trocken. Nur in einem waren sich alle einig. Früher war alles besser. Da gab es noch richtig heiße Sommer und richtig kalte Winter. Niemand aber brachte die Wetterbefindlichkeit der Deutschen besser auf den Punkt als Rudi Carell: “Wann wird‘s mal wieder richtig Sommer –Ein Sommer wie er früher einmal war?” Das war 1975.

Vom Wetter zum Klima

Seitdem hat sich einiges geändert. Heute sprechen wir nicht mehr vom Wetter. Wir sprechen über das Klima. Dabei ist den Wenigsten bewusst, dass es sich beim Klima lediglich um das statistische Mittel des Wetters über einen bestimmten Zeitraum, meist über 30 Jahre, handelt. Das Thema Nr. 1 an den Stammtischen, an der Supermarktkasse und in der Kantine beim Mittagessen ist heute jedenfalls der bestehende oder kommende Klimawandel. Von einer aufziehenden Katastrophe ist vielfach die Rede. Beinahe täglich erreichen uns neue Horrornachrichten. Von abschmelzenden Gletschern, steigendem Meeresspiegel, zunehmenden Hochwassern, vermehrten Dürren, von sterbenden Eisbären, Pinguinen oder Walen, von zunehmenden Asthmafällen, abnehmenden Fischbeständen oder zunehmenden Zeckenbissen. Die Ursache ist in allen



Brauchen wir die Kernfusion?

18. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie

Selbstverständlich brauchen wir Kernfusion, werden jetzt sofort viele sagen. Schließlich stellt sie die Energie zur Verfügung, die unsere Sonne „befeuert“ und damit das Leben auf unserem Planeten erst möglich gemacht hat.

Die Sonne „nutzt“ dabei die Tatsache, dass bei der Verschmelzung von zwei Wasserstoffkernen zu Helium riesige Energiemengen freigesetzt werden. Dieser Prozess läuft im inneren der Sonne bei für uns unvorstellbaren Bedingungen ab. Die Temperatur beträgt 15 Mio. °C und der Druck liegt bei 350 Mio. bar. Solch extreme Verhältnisse sind erforderlich, um die zur Kernschmelze notwendige Energie aufzubringen.

Seitdem dieses Prinzip entdeckt worden ist, fasziniert es Forscher und wissenschaftliche Laien gleichermaßen. Eröffnet sich doch zumindest prinzipiell die Möglichkeit, sehr viel Energie bei geringem Verbrauch von Ressourcen produzieren zu können. Gerade jetzt, wo uns die Begrenztheit der Rohstoffe zur Energieproduktion immer deutlicher vor Augen geführt wird, wird es zunehmend interessant nach alternativen Energiequellen Ausschau zu halten. In nicht zu ferner Zukunft könnte die Kernfusion eine davon sein.

Die Zügelung des Sonnenfeuers

Aber wie kann man einen Prozess, der solch extreme Bedingungen erfordert, überhaupt auf der Erde verwirklichen? Da vor allem die enormen Drücke nicht technisch realisierbar sind, muss bei noch höheren Temperaturen von 100 – 200 Mio. °C gearbeitet