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Schutzgelderpressung

14. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Es klingelt an Ihrer Tür und vor Ihnen steht ein sympathischer junger Mann, der hundert Euro für die örtliche Feuerwehr eintreiben möchte. Auf die Frage nach dem Warum entgegnet er, in Zukunft würden in der Region viel mehr Blitze einschlagen und dadurch mehr Brände ausbrechen. Wissenschaftler hätten diese Möglichkeit aufgezeigt. Zwar wäre ein solcher Trend aktuell nicht eindeutig nachweisbar und außerdem wisse man auch nicht, was in Zukunft tatsächlich geschähe, aber man hätte sich entsprechend geeinigt. Ein Gremium von Forschern hätte auf dem Verhandlungswege festgelegt, in Zukunft würden mehr Blitze einschlagen. Daher solle nun jeder Bürger eine Zwangsabgabe für die Brandbekämpfung leisten.

So funktioniert Klimapolitik. In einer an Deutlichkeit nicht mehr zu überbietenden Offenheit hat dies selbst meine Lieblings-Öko-Postille, Spiegel-Online, anerkannt. Wer noch immer glaubt, die Risiken einer möglichen „globalen Erwärmung“ wären durch einen wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß definiert und wohlbekannt, der wird spätestens jetzt eines besseren belehrt.

In Wahrheit ist das Ausmaß der potentiellen Gefahren eines mutmaßlich menschgemachten Klimawandels nicht nur nicht bekannt, es wird auch prinzipiell niemals beziffert werden können. Denn die zukünftige Entwicklung komplexer, dynamischer und vernetzter Systeme ist nicht vorhersehbar.

Und dies gilt vor allem für den Meeresspiegel. Für den einzigen Wert, der all die supranationalen und demokratisch …



Bürgerbefragung zur Energie

12. Juli 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat einen Bürgerdialog zu Thesen zur Zukunft der Energie in Deutschland gestartet. Habe mich da gerade angemeldet, und werde mich wahrscheinlich dort auch in den nächsten Tagen mit dem einen oder anderen Kommentar eintragen. Ob es etwas bringt, dort gegen die derzeitige Energiepolitik anzuschreiben, kann ich nicht beurteilen, denke aber, es kann nicht schaden und wir sollten dieses Feld nicht denen überlassen, die aus ideologischen Gründen die NIE (Neue Ineffiziente Energien) als hauptsächliche zukünftige Energieversorgung sehen.

Website: Zukunftstechnologien

Grafik: Bundesministerium für Bildung und Forschung

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Persönliche Erklärung zur “Energiewende”

30. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik

Persönliche Erklärung zur “Energiewende”

Die Änderung des Atomgesetzes, über die hier abgestimmt wird, soll den Atomausstieg bewirken. Sie ist das Herzstück der so genannten Energiewende, die uns seit dem bedauerlichen Unglück in Fukushima verordnet worden ist. Dieses Gesetzgebungsvorhaben ist aus mehreren Gründen kritikwürdig.

Ein Grund sollte uns alle in der Ablehnung der Energiewende einen. Wir verordnen Deutschland im europäischen Alleingang eine vollständige Reorganisation seiner Energieerzeugungsbranche. Das ist mit enormen Kosten verbunden. Es sind viele Milliarden Euro für Investitionen notwendig, um die in Deutschland heute verbrauchte Energie morgen auf andere Art und Weise produzieren zu können. Wir zwingen die Energieerzeuger, für sich ein anderes Geschäftsmodell zu entdecken. Wir zwingen viele Millionen Menschen zur Umstellung ihres Verhaltens beim Konsum von Energie. Wir greifen tief in die Eigentumsrechte der Unternehmen ein, indem wir deren Investitionen mit einem Federstrich entwerten. Um die Überlandleitungen zu bauen, werden viele Landbesitzer enteignet werden müssen. Durch die umfangreichere Einspeisevergütung belasten wir die privaten und gewerblichen Stromverbraucher.

Die enorme Tragweite der Energiewende allein sollte uns dazu anhalten, unsere Entscheidung wenigstens durchdacht, überlegt und mit der gebotenen kühlen Rationalität zu treffen. Dies tun wir nicht. Das Paket zur Energiewende war gestern im Ausschuss und ist heute im Parlament. Eine große …



Quo vadis Meeresspiegel? – Meeresströmungen führen zu starken regionalen Schwankungen

26. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Wissenschaft

Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel

Als Folge der Erderwärmung ist der Meeresspiegel in den vergangenen 50 Jahren im Mittel um rund zehn Zentimeter gestiegen. Nach Einschätzung vieler Klimaforscher dürfte sich der Anstieg in den kommenden Jahrzehnten noch beschleunigen. Wie Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) jetzt zeigen konnten, gibt es dabei aber große regionale Unterschiede. Ursache dafür sind Veränderungen in den Meeresströmungen, die vor allem im tropischen Pazifik und im Indischen Ozean zu stark schwankenden Wasserständen führen.

Warum stieg der Meeresspiegel in einigen Regionen des tropischen Indischen Ozeans und Pazifiks in den vergangenen 15 Jahren stark an, während es in den Jahrzehnten zuvor dort sinkende Wasserstände gab? Den Ursachen sind nun Kieler Meeresforscher durch Computersimulationen auf die Spur gekommen. Ihre jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Geophysical Research Letters publizierte Studie zeigt, dass Schwankungen in den Meeresströmungen, verursacht durch die Passatwinde im tropischen Pazifik, eine Schlüsselrolle spielen.

Den Einfluss von Wind und Meeresströmungen bekommt der tropische Pazifik vor allem infolge des El Niño-Phänomens zu spüren. „Das damit verbundene Hin-und Herschwappen des warmen Oberflächenwassers führt dort zu einem fortwährenden Auf und Ab des Meeresspiegels um bis zu 20 cm innerhalb weniger Jahre“, erläutert Dipl. Ozeanographin Franziska Schwarzkopf, Autorin der Studie



Nachlese: Der Pakt mit dem Panda – ARD 22. Juni 2011

24. Juni 2011 | Von | Kategorie: Blog

Es war ein Glück, dass sich einer mit dem Format des Wilfried Huismann, an dieses Thema gewagt hat. Ohne dessen Reputation im Hintergrund, wäre der Film sicher nicht entstanden, oder zumindest nicht gesendet worden. So hat man ihn wenigstens auf einen so späten Sendeplatz gesetzt um, wie die Süddeutsche schreibt: “Kinder und Jugendliche vor 23 Uhr vor verstörendem Programm zu verschonen.” Was aber auffällt, auch andere Quellen sprechen nun von diesem Film, vom Greenpeace-Magazin bis zur taz oder Spiegel, doch überall wird als großes Problem die Gentechnik genannt. Huismann kritisiert diesen Umstand an herausragender Stelle, doch ist das, meines Erachtens nach, nicht der wichtigste Punkt. Sondern das Greenwashing sich zum einträglichen Geschäft entwickelt hat.

Außerdem ist Gentechnik nicht der Grund für die Abholzung des Regenwaldes oder Quadratkilometer großer Monokulturen, sondern das diese Produkte als “aus nachhaltiger Produktion” stammend dargestellt und vermarktet werden. Als Pflanzen die unseren Energiebedarf decken sollen. Das Problem ist also nicht die Gentechnik, sondern die Nachfrage nach Pflanzen, die man zur Erzeugung von grünen Energieträgern benutzen kann.

Aber, auch wenn man, wie ich, der Gentechnik eigentlich positiv gegenüber eingestellt ist, so zeigt dieser Film auch die Schattenseiten dieser Technik. Die in Argentinien verwendeten gentechnisch veränderten Sojakulturen, …



Nur Europa glaubt noch an die Klimarettung

23. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Politik

Gastbeitrag von Holger Krahmer (MdEP)

Die Klimapolitik der Europäischen Union steckt in einer endgültigen Sackgasse. Vorreiter wollte Europa sein, der Welt zeigen wie es geht. Insbesondere den Emissionshandel als „marktwirtschaftliches“ Instrument wollte man als Regulierungsstandard exportieren. Erst sollte der Klimagipfel von Kopenhagen, dann der von Cancun den Durchbruch für die Verhandlungen für ein Nachfolgeabkommen des Ende 2012 auslaufenden „Kyoto-Protokolls“ hervorbringen. Beide Gipfel verliefen ergebnislos. Heute steht fest: Es wird kein Folgeabkommen geben. Auch die Option, ersatzweise das bestehende Kyoto-Protokoll fortzuführen wurde auf dem letzten G8 Gipfel von allen wesentlichen Staaten verworfen. Inzwischen blieb auch der EU-Kommission nichts anderes übrig, als festzuhalten: „Unter diesen Umständen ist eine Fortführung des Kyoto-Protokolls sinnlos.“

Die Situation der globalen Klimapolitik ist kurz zusammenfassbar: Es gib sie nicht. Insbesondere die wachsenden Volkswirtschaften Asiens lassen sich ihre Wachstumsmöglichkeiten durch verpflichtende Kohlenstoffdioxidminderungen nicht beschneiden. Überall auf der Welt werden Klimagesetze beerdigt oder auf Eis gelegt. Insbesondere das viel gepriesene Instrument Emissionshandel ist ein Auslaufmodell und steht nicht etwa vor einem Durchbruch. China, Indien und Australien winken ab. In den USA wurde die Chicagoer Klimabörse nach den letzten Zwischenwahlen zum US-Kongress geschlossen. Kurz vorher hat der selbst ernannten Klimapapst Al Gore noch seine Anteile der Börse verkauft. „Klimapolitik ist …



Hockeystick zum Meeresspiegelanstieg entzweit Forschergemeinde

22. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Wissenschaft

Eine neue Rekonstruktion zum Meeresspiegelanstieg löste eine heftige Debatte in der Forschergemeinde aus. Die Kontroverse wird inzwischen über die Presse und in Internet-Blogs ausgetragen.

Seit Beginn der Industrialisierung ist der Meeresspiegel schneller gestiegen als in den rund zweitausend Jahren davor. Dies sagt eine Studie aus, welche kürzlich im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences” unter dem Titel “Climate related sea-level variations over the past two millennia” erschienen ist.

Zu den Autoren der Studie zählen neben Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) und Michael Mann (Pennsylvania State University, Urheber des sogenannten Hokeysticks) auch Benjamin Horton (University of Pennsylvania), Andrew Kemp (Yale University), Jeffrey Donnelly (Woods Hole Oceanographic Institution), Martin Vermeer (Aalto University School of Engineering, Finland). Die Untersuchung wurde unterstützt unter anderem von der US-amerikanischen National Science Foundation.

Die Forscher haben in Bohrkernen aus Salzwiesen an der nordamerikanischen Küste fossile Kalkschalen von Einzellern untersucht. Die Ablagerungen gelten als natürliches Archiv der Pegelstände des Ozeans. Sie zeigen den Wasserstand vergangener Jahrhunderte an, weil die Einzeller jeweils in einer ganz bestimmten Höhe im Gezeitenbereich lebten. Die in North Carolina gewonnenen Daten decken sich laut Aussage der Forscher mit Hafenpegeldaten, soweit diese zurückreichen, und sie wurden außerdem durch eine unabhängige Rekonstruktion aus …