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Elektromobilität? – Nehmen Sie ein Taxi!

22. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Der Vertreter des Energiekonzerns hatte sich redlich Mühe gegeben, die Zuhörer von den Vorzügen des batteriegespeisten Elektroautos zu überzeugen. Wenn man dann abends nach Hause käme, müsse man das Fahrzeug nur noch an die heimische Ladestation anschließen. Der Konzern, so das Mantra seiner Ausführungen, würde den Ladevorgang automatisch zu den Zeiten mit dem billigsten Stromangebot durchführen. Und als dem Publikum anschließend erlaubt wurde, Fragen zu stellen, traute sich der junge Student drei Plätze neben mir als erster. „Ich komme also nach Hause“, so seine Frage, „und wenig später muß ich ins Krankenhaus. Die Batterie ist noch nicht aufgeladen, was nun?“ Mühsam um eine Antwort ringend sah sich der Vortragende einem Zwischenruf aus dem Auditorium ausgesetzt: „Dann nehmen Sie ein Taxi!“ Allgemeines Gelächter und die positive Grundhaltung gegenüber dem Elektroauto schlug rasch in ihr Gegenteil um.

Alles ist möglich?

Der typische Vortrag eines Futurologen heutzutage ist ein Blitzlichtgewitter der Möglichkeiten. Oft hundert Folien oder mehr ergeben einen Film mit stehenden Bildern. Fotos und Zeichnungen mit allerlei Fiktionen, die aus der wahllosen Verknüpfung von denkbaren Fortschritten in Nano-, Bio- und Informationstechnologie bestehen. Dabei entstehen Mythen, die in den Köpfen der Menschen eine eigene Realität schaffen und so den merkwürdigen Status einer Quasiexistenz …



Bio tötet – diesmal in Afrika

19. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Gesundheit, Ökologismus

In Afrika sterben Kinder, damit in Deutschen Reformhäusern die Regale gut gefüllt sind. Das schreibt die Autorin Laura Koch heute auf Spiegel Online unter der Überschrift “Wie die Malaria-Wunderwaffe Bauern in die Armut treibt”.

Zugegeben, sie drückt sich etwas anders aus. Bei ihr klingt das Ganze so:

Von Mücken übertragene Malaria tötet täglich Hunderte Menschen in Uganda – deswegen setzt die Regierung auf das Insektengift DDT. Doch der Pestizid-Einsatz hat gravierende Folgen für die Landbevölkerung: Lieferanten von Bio-Produkten können ihre Ware nicht mehr verkaufen, ihnen droht bittere Armut.

Schon bei diesen den Artikel einleitenden Worten stellen sich zwei grundsätzliche Fragen. Erstens: Ist der Anbau von Bio-Produkten die einzige Möglichkeit für Bauern in Uganda, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Und zweitens: Wenn durch den Einsatz von DDT täglich hunderte Menschen vor dem Tod durch Malaria gerettet werden können, wie viele Ugander sollten wir bereit sein dafür zu opfern, dass in dem Land einige Bauern nach den Richtlinien europäischer und US-amerikanischer Bio-Verbände Nahrungsmittel produzieren können? Nebenbei bemerkt: Bei der Hälfte der Malariatoten handelt es sich um kleine Kinder.

Der Sündenfall der Ökobewegung
In aufgeklärten Kreisen gilt das seit Beginn der 60er Jahre von Umweltschutzverbänden und Regierungsorganisationen durchgesetzte DDT-Verbot als der Sündenfall der Öko-Bewegung. Dabei …



Die Religion der Ökologisten

18. Juni 2011 | Von | Kategorie: Blog

Wilfried Kretschman zitiert in seiner Antrittsrede, im Landtag von Baden-Württemberg, Hermann Hesse mit den Worten: “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne”. Die Erwähnung Hesses, brachte mich auf einen neuen Gedanken zum Ökologismus, der vielleicht auch einmal einer Betrachtung würdig ist. Hesses Siddhartha, lt. Buchtitel eine Indische Dichtung, gehörte zu den meistgelesenen Büchern während der Studentenbewegung in den Sechzigern. Tana Eisentraut schreibt in einem Text:

In der Phase der Studentenbewegung wurde das Buch Siddhartha zu einem Wegweiser in eine neue Zukunft, vermittelte es doch den Rezipienten die Hoffnung auf eine bessere Zeit, die Überwindung weltlicher Dinge, die gerade von der 68er Generation als einengend und überkommen empfunden wurden. So existieren neben zahlreichen seriösen Analysen auch solche, die Siddhartha primär als Symbol einer Aufbruchbewegung instrumentalisieren. Im Vordergrund steht folglich weniger eine Interpretation im eigentlichen Sinne, als vielmehr die Erschließung des Werkes für die Lebenspraxis.

Ich will auf Hesse aber hier nicht weiter eingehen, es soll nur als Hinweis gelten, dass in dieser Zeit, in der sich die Wurzeln der Grünen bildeten, fernöstliche Religionen hoch im Kurs standen. Die bisher gültigen Wertvorstellungen wurden in Frage gestellt und man begab sich auf die Suche nach neuen Idealen.

Bis dahin …



Paul Reeves: Echte Innovation lässt sich nicht erzwingen

18. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Nachhaltigkeit, Politik, Wirtschaftsförderung

Es scheint, als stünden wir heute unter dem Zwang, zwei Welten miteinander in Einklang zu bringen: ökonomisches Wachstum auf der einen und Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks auf der anderen Seite und müssten zwischen Fortschritt und Selbstbescheidung wählen. Folglich erheben viele Ingenieure und Institutionen im Technologiesektor immer häufiger ein mit möglichst geringen Belastungen verbundenes Wachstum zur Tugend. Dieser scheinbar attraktive Ansatz könnte jedoch langfristig in Wirklichkeit innovationshemmend wirken und echte Innovationen in Projekten, Produkten und Prozessen eher behindern.

Vom Helden zum Zauderer

Im Ingenieurwesen war man früher bestrebt, Neues zu schaffen, das weitreichende positive Veränderungen für die Gesellschaft mit sich brachte. Heute hingegen beschränkt man sich zumindest in Großbritannien darauf, alte Infrastrukturen wie das Abwassersystem oder Schienennetz auszubessern. Nachdem der Autobahnbau in den 1960er und 1990er Jahren boomte, geht es bei den heutigen Infrastrukturprojekten in erster Linie um Wartung, Ausbesserungs- und Verbreiterungsmaßnahmen, um die Straßensicherheit zu gewährleisten und Nadelöhre, insbesondere in den Ballungsgebieten, zu entlasten (1). Als Entschuldigung für den Mangel an größeren und verbesserten Verkehrskapazitäten wird auf Alternativen wie den Schienenverkehr verwiesen – doch nur, weil man das Autofahren möglichst eindämmen möchte. Die Erschließung neuer Flächen auf der grünen Wiese oder gar in Grüngürteln stößt auf Ablehnung. Und obgleich die …



AStA TU Darmstadt vs. Freiheit von Lehre und Forschung

17. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

An der Technischen Universität Darmstadt wird eine Wahlpflichtvorlesung „Kernenergie“ für Maschinenbaustudenten mit folgenden Inhalten angeboten:…



Ein kleiner Ausblick in die Zukunft

12. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses

Beim Aussortieren alter Datenträge stieß ich unter Anderem auf eine alte Diskette aus dem Jahre 1998. Der darauf gespeicherte Text machte damals unter den einschlägigen Kreisen die Runde. Den Inhalt passt, so finde ich, so richtig schön zu der heutigen Einstellung zum technischen Fortschritt.
Mit einigen kleinen Änderungen möchte ich daher das, was man seinerzeit schon als provokative Satire verstand hier wiedergeben.

Eine zukunftsweisende Entdeckung

Guten Tag allerseits, ich bin Brigitte und möchte Sie recht herzlich begrüßen zu unserem Meeting „Zukunftsweisende Innovationen und neue Wege der Informationstechnik“. Dazu haben wir heute einen Gast aus dem Institut „Research Group green future“ eingeladen, Robert. und Robert hat uns etwas mitgebracht.

– Willkommen Robert!

– Danke Brigitte.

– Was haben Sie mitgebracht, Robert?

– Nun Brigitte, ich hab hier etwas ganz besonderes. Etwas, worauf die ganze
Welt gewartet hat.

– O, da bin ich aber neugierig, sagen Sie uns schnell was es ist.

– Ich hab hier ein weißes viereckiges Material und ein Stöckchen. Sie
werden sich jetzt fragen, “was ist das nun schon wieder?”

– Ja, wir sind schon ganz gespannt. Spannen Sie uns nicht länger auf die
Folter, Robert.

– Das ist so, Brigitte, wenn ich dieses Stöckchen über das weiße …



Fernsehtipp: Der Pakt mit dem Panda – ARD 22. Juni 2011, 23:30

8. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ökologismus

Dem Dokumentarfilmer Wilfried Huismann wurden vom WWF juristische Schritte angedroht. Um was geht es also? Heute, 08.06.11 war Huismann bei SWR1-Leute zu Besuch und spricht auch über diesen Film. In Ankündingstext beim SWR steht:

Der WWF ist die größte Umweltschutzorganisation der Welt, und hinter der heilen Öko-Fassade entdeckte Huismann Geschichten von vertriebenen Völkern und abgeholzten Regenwäldern.

Auch diese Sendung ist wirklich hörenswert und kann hier angehört oder herunter geladen werden.

Foto: Homepage Wilfried Huismann…