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Nie mehr Nordostwind?

22. November 2010 | Von | Kategorie: Blog

Ganz aktuell kommt es ja nun in weiten Teilen Europas zu einem markanten Wintereinbruch. Da erinnert man sich doch „gerne“ wieder an die Äußerung von Mojib Latif und Anderen (ich glaube, so um das Jahr 2000):

 „So richtig kalte Winter mit Schnee und Frost wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben!“

Diese Äußerung fand ich schon damals komisch, und nach dem überwältigenden Zuspruch auf meinen letzten Beitrag (bzw. meinem ersten überhaupt in einem solchen Blog) fühle ich mich jetzt ermutigt, der wissenschaftlichen Kompetenz eine Laienfrage zu stellen, die mich schon lange bewegt.

Zunächst ein paar Fakten, für die man wohl wirklich kein Klimafritze sein muss: Im Westen von uns liegt ein warmer Ozean. Im Osten von uns liegt ein riesiger Kontinent. Schon in der Schule lernen wir, dass im maritimen Klima die Winter mild und im kontinentalen Klima kalt ausfallen.

Haben wir also im Winter Südwestwind, dürfte es bei uns sehr mild werden mit Regen und frostfreiem Wetter im Flachland. Haben wir dagegen Ost- oder Nordostwind, müsste es bei uns frostig kalt mit mehr oder weniger Schnee sein. Oder?

War es bei Südwestwind nicht auch in den eisigsten Eiszeiten mild? Und war es bei



Zoll verhindert die Einfuhr von 40.000 Heatballs

20. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses

Es freut uns Autoren hier auf Science Skeptical immer, wenn Vorschläge von uns aufgegriffen und umgesetzt werden. Daher haben wir auch die Meldung in der FAZ vom 17.11.2010 mit besonderem Interesse verfolgt, dass der Zoll am Flughafen Köln/Bonn die Lieferung von 40.000 sogenannten Heatballs gestoppt hat, angeblich um deren Produktsicherheit zu überprüfen.

Bei den “Heatballs” handelt es sich nach Angaben der beiden Ingenieure Siegfried Rotthäuser und Rudolf Hannot aus Essen um Kunstobjekte, die als Kleinheizgeräte verwendet werden können und dabei einen Wirkungsgrad von über 95% haben.

Kritiker der Kunstaktion hatten vermutet, die beiden wollten damit auf besonders geschickte Weise das EU-Weite Verbot von Glühlampen umgehen. Einen ähnlichen Verdacht hatte auch wohl das NRW Landesumweltministeriums. Auf deren „massiven Druck“ hin ist jetzt der Zoll aktiv geworden. Und damit hat die Behörde eine Idee aufgegriffen, die wir hier im Blog bereits vor über einem Jahr präsentiert haben (4 Millionen neue Jobs bis 2020 – So könnte es klappen):

Glühbirnenschnüffler

Am 1. September ist es endlich so weit. Ab diesem Tag tritt die erste Stufe des von der Europäischen Union beschlossenen Glühbirnenverbotes in Kraft. Als ein Hindernis für die Konsequente Durchsetzung könnte sich allerdings die Renitenz der EU-Bürger herausstellen. Manch einer



Edenhofer und die Demokratie

20. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Klimawandel, Kohle, Politik

Auf die Frage, was denn seine Definition von Demokratie wäre, hat Oskar Lafontaine vor Jahren in einer Fernsehdebatte mit Friedrich Merz einmal gesagt: “Demokratie ist, wenn die Mehrheit ihre Interessen durchsetzt.”

Ich habe mir diesen Satz gemerkt, denn er wurde weder durch die Moderatorin (Maybrit Illner  – wer sonst?), noch durch Friedrich Merz kommentiert, diskutiert oder gar korrigiert. Ich habe mir diesen Satz sehr gut gemerkt, denn das ist genau das, was Demokratie nicht ist.

Ein Staatswesen, in dem die Mehrheit ihre Interessen einfach so durchsetzen kann, ist eine Diktatur.

Demokratie ist vielmehr, wenn die Mehrheit ihre Interessen durchsetzt und gleichzeitig die Interessen der Minderheit geschützt werden. Oder, etwas genauer gesagt: Grundlegend für eine Demokratie ist der Kompromiß zwischen konkurrierenden Ansprüchen, der durch einen Interessensausgleich zwischen Mehrheiten und Minderheiten gefunden wird.

Auf allen Ebenen unseres Gemeinwesens haben wir die Instrumente etabliert, um diesen Ausgleich der Interessen zu finden und zu ermöglichen. Und sie werden auch reichlich genutzt. Von den Verfahren der Planfeststellung bei Infrastrukturprojekten bis hin zum Vermittlungsausschuß zwischen Bundestag und Bundesrat ist die Suche nach dem Kompromiß das Wesen unserer Gesetzgebung. Es ist manchmal zäh und mühsam, keine Frage, es kostet Zeit und letztendlich auch Geld, und es sorgt



Ängste eines Schriftstellers

18. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel

“Es wird immer wärmer – wir sterben den Hitzetod, das gibt eine Katastrophe.”

“Das ist alles Quatsch, das Lügengebäude wird irgendwann zusammenbrechen, es wird kälter, nicht wärmer – das gibt eine Katastrophe.”

Die erste Aussage kann man wohl getrost in das Reich der Fabel verweisen (euphemistisch ausgedrückt). Die Katastrophe besteht allenfalls darin, dass so viele Menschen daran glauben (oder so tun, als ob)! Was aber ist mit der zweiten Aussage?
Der erste Teil dieser zweiten Aussage scheint mir sehr wahrscheinlich: das Lügengebäude, der ganze Hype um die angebliche Erwärmung wird wirklich irgendwann zusammenbrechen. Aber führt das nicht dann wirklich in eine Katastrophe? Muss man nicht ein gesellschaftliches, politisches und wirtschaftliches Desaster ohnegleichen befürchten, und zwar weltweit (zumindest solange es sich um Industrienationen handelt)?

Ich habe Angst!
Angst vor dem nächsten Jahrzehnt (ab 2011). Innerhalb davon wird der Hype zusammenbrechen (Wahrscheinlichkeit: über 90%, oder?). Den Leuten wird klar oder klar gemacht, wie lange, wie umfassend und wie gründlich sie belogen wurden. Keiner wird mehr irgendeinem noch etwas glauben! Schlimmer noch, es werden sich extrem laute Forderungen nach Rückzahlung der Gelder erheben, die man „zur Vermeidung der Klimakatastrophe“ hatte zahlen müssen. Das wäre das gesellschaftliche Desaster – es kommen die Autoritäten abhanden!



Klimawandel: Kalt ist Warm!

17. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Wissenschaft

Entsprechend einer kürzlich im Journal of Geophysical Research veröffentlichten Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), könnte Kalt das neue Warm werden, jedenfalls für unsere Winter. Bis vor kurzem galt unter den Klimawissenschaftlern noch die einhellige Meinung: Unsere Winter werden allmählich wärmer. Nach zwei harten Wintern in Folge hat offensichtlich ein Umdenkprozess stattgefunden. Nun verkündet das PIK in einer Pressemitteilung vom 16. November 2010:

“Erderwärmung könnte Winter kälter werden lassen”

In der Pressemitteilung heißt es:

“Die Erderwärmung durch Treibhausgase könnte in Europa kalte Winter zur Folge haben. In der östlichen Arktis schrumpft das Eis auf dem Meer – hierdurch werden örtlich die unteren Luftschichten aufgeheizt, was zu einer starken Störung von Luftströmungen führen kann. Ergebnis ist eine mögliche Abkühlung der nördlichen Kontinente, wie eine kürzlich im Journal of Geophysical Research veröffentlichte Studie zeigt. „Diese Störungen könnten die Wahrscheinlichkeit des Auftretens extrem kalter Winter in Europa und Nordasien verdreifachen“, sagt Vladimir Petoukhov vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Hauptautor der Studie. „Harte Winter wie der vergangenen Jahres oder jener 2005/06 widersprechen nicht dem Bild globaler Erwärmung, sondern vervollständigen es eher.”

Die Forscher stützen ihre Aussagen auf Simulationen mit Hochleistungsrechnern, die ein aufwändiges Modell Klimamodell namens ECHAM5 nutzen. Dabei wurde der Computer mit Szenarien gefüttert,



Charlotte hat auch Angst…

17. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Kurioses, Medien

Was treibt eine Moderatorin und Autorin aus der eher seichten Ecke der Unterhaltungsindustrie dazu, ausgerechnet unserem Bundespräsidenten eine sexuelle Offerte zu unterbreiten?

Der Wunsch nach medialer Aufmerksamkeit, um die eigene, etwas ins Stocken geratene Karriere zu befördern?

Ganz sicher auch. Wichtiger scheint aber der Umstand zu sein, daß Angstzustände irrationales Verhalten befördern können. Jedenfalls gibt Charlotte Roche im Spiegel-Interview (Ausgabe 46/2010) auf die Frage, was denn der emotionale Kern des Protestes gegen die Castor-Transporte sei, folgendes zu Protokoll (Hervorhebung durch mich):

Angst. Die Regierung macht mir Angst. Asse macht mir Angst. Verseuchtes Grundwasser macht mir Angst. Auch wie nahe alle Aktivisten dem Transporter kamen. Dass der gesunde Menschenverstand nicht ausreicht, um diese Probleme zu lösen, das macht auch Angst. Durch die geplante Laufzeitverlängerung werden weitere 500 Castor-Behälter in den kommenden zwölf Jahren produziert. Wir wissen nicht, wie man auch nur einen Behälter eine Million Jahre sicher lagert.

Man könnte vieles darauf erwidern. Das Problem ist nur: Charlotte wird es nicht verstehen. Nicht verstehen wollen und nicht verstehen können. Wo Angst das Denken regiert, ist der Verstand im Feuchtgebiet versunken.



Advokaten der Angst

16. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft

…die angekündigte Fortsetzung zu “Ein Advokat hat Angst“.

Ein wichtiger Aspekt der Klimakatastrophe ist ihr Unterhaltungswert – gemessen am Gruselfaktor. Die Evolution hat es nun einmal so eingerichtet: Bei uns Menschen setzt Panik chemische Prozesse in Gang, die zu erhöhter Aufmerksamkeit, zu einer Schärfung aller Sinne und Reflexe führen. Wenn die Angst abgeklungen ist, bleibt noch für eine Weile ein wohliges Gefühl der Entspannung zurück. Man darf natürlich nicht überziehen. Wie bei allen Drogen ist auch für die körpereigenen die Schädlichkeit der Überdosis zu beachten. Im Übermaß kann Furcht lähmen und das Gemüt dauerhaft in Mitleidenschaft ziehen.

Auf der Klaviatur dieser Möglichkeiten spielen Hollywoods Regisseure seit Jahrzehnten mit genialischer Virtuosität (jedenfalls einige). Wenn sie wollen, daß wir uns fürchten, dann fürchten wir uns auch. Der Horrorfilm ist die hohe Kunst des Spiels mit der Dosierung unserer Hormone und Botenstoffe.  Zunächst werden optische und akustische Reize nur einzeln in niedriger Dosierung verabreicht. Phantasie und Vorstellungskraft des Zuschauers werden gerade genug angeregt, um die Intensität unserer Emotionen weiter zu steigern, manchmal bis knapp vor die Grenze des Erträglichen. Sobald das Monster dann Gestalt annimmt, sich Optik und Akustik zu einem begreifbaren Ganzen vereinigen, es quasi physisch materialisiert und dadurch auch