Blog



Unwahrscheinliche Temperaturrekorde?

1. November 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Wissenschaft

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, ein heißer Sommer noch kein Warmklima – aber im Zuge einer wissenschaftlichen Zeitreihenanalyse hat ein Temperaturrekord doch sicherlich etwas zu bedeuten?

Und in der Tat lesen wir folgende PIKante Pressemitteilung:

Mehr Hitzewellen: Extreme sind Folge des Klimawandels

24.10.2011 – Die Moskauer Hitzewelle des vergangenen Jahres war mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Folge des Klimawandels – anders als bislang teils angenommen. Statt auf natürliche kurzfristige Klimaschwankungen ist der Temperaturrekord in der Region um die russische Hauptstadt auf den langfristigen Trend der Klimaerwärmung zurückzuführen, und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent, wie Analysen von Wissenschaftlern des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) ergaben. Sie entwickelten eine Formel zur Berechnung der Häufigkeit von Klimaextremen. Ihre Ergebnisse werden diese Woche in der renommierten Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.“

Was bedeutet die 80% Wahrscheinlichkeit? Heißt das, daß der Temperaturrekord des Juli 2010 mit 80% Sicherheit gezeigt hat, daß die Temperatur in Moskau im Mittel gestiegen ist?

Keineswegs, wie sich herausstellt, wenn man den Artikel in PNAS („Increase of extreme events in a warming world“, S. Rahmstorf and D. Coumou, Volltext auf der Homepage des PIK), von dem hier die Rede ist, durchliest.

Zunächst einmal hat



Dengue-Fieber schützenswert?

31. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Gesundheit, Ökologismus

SPON meldet: Kritiker verurteilen Tests mit Selbstmord-Moskito

Eine Biotech-Firma setzt eine umstrittene Waffe im Kampf gegen das Dengue-Fieber ein: Genetisch veränderte und sterile Moskitomännchen sollen ihre Art selbst ausrotten und so die Übertragung des tödlichen Virus stoppen. Ein erster Feldversuch klappte – Kritiker reagieren empört.

Dengue-Fieber ist zwar nicht so weit verbreitet wie Malaria, doch sehr im Vormarsch. Und vor allem für Kinder sehr gefährlich, da es das „Dengue Hämorrhagisches Fieber“ auslöst. So etwas kennen wir ja seit Ehec auch in Deutschland, können uns also ein Bild machen, welches Leid diese Erkrankung auslöst. Übertragen wird der Erreger von Tigermoskitos, die sind auch noch tagaktiv, so das Moskitonetze auch nichts nützen.

 
Nun hat man einen einen Weg gefunden diese Mücken an der Vermehrung zu hindern. Mückenmännchen sind gentechnisch so verändert worden, dass sie keinen lebensfähigen Nachwuchs mehr erzeugen können. Doch da es gentechnisch veränderte Mücken sind, laufen die üblichen Verdächtigen zum Protest auf:

Gegen die Mücken mit dem Selbstauslöschungsprogramm gibt es seitens der Kritiker viele Vorbehalte und Befürchtungen. Das Hauptargument: Abläufe in einem Ökosystem sind komplex, niemand kann sie genau vorhersagen. Löscht man ein Glied der Nahrungskette, könnte das unabsehbare Folgen haben.

Merke: Ein Ökosystem ist unter allen Umständen zu schützen,



Wettstreit der Angst: Kernenergie versus Klimawandel

29. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Politik, Profiteure

Warum es wenig mit dem Gefahrenpotential von Kernkraftwerken zu tun hat, dass wir uns so vor ihnen fürchten.

von Frank Furedi

Deutschlands Ankündigung, bis 2022 alle Kernkraftwerke abschalten zu wollen, zeigt, wie sehr das öffentliche Leben heutzutage von einer „Kultur der Angst“ dominiert wird. Eine grundlegende Risikoscheu und das Vorsorgeprinzip durchdringen alle Lebensbereiche, die Politisierung von Ängsten ist zur Normalität geworden. Auf der politischen Arena sind verschiedene Gruppierungen in einen regelrechten Wettstreit darüber eingetreten, wovor wir uns im 21. Jahrhundert am meisten zu fürchten haben.

Als die deutsche Regierung unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im letzten Herbst die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durchsetzte, wurde dies auch mit der wichtigen Rolle dieser „sauberen“ Energie im Kampf gegen den Klimawandel begründet. Nicht wenige Kernkraftgegner schlossen sich damals dieser Argumentation an. Ihre Befürchtungen hinsichtlich des Klimawandels überwogen sogar ihre Ablehnung der Kernenergie. Doch der Sieg der Klimapanik war nur von kurzer Dauer. Die Aussicht auf eine atomare „Verstrahlung“ im Hier und Jetzt erwies sich als das wirksamere Angstszenario im Gegensatz zu den wenig greifbaren Schäden, die der Klimawandel für „zukünftigen Generationen“ bereit halten könnte.

So konnte letztlich die Angst vor einer angeblichen Bedrohung durch die zerstörten Reaktoren in Fukushima über die alarmistischen



Dystopie: Die Energiewende

24. Oktober 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Klimawandel, Kurioses, Ökologismus

„Seit Fukushima reden wir nicht mehr über Eintrittswahrscheinlichkeiten“

2025: Die internationalen Eingreiftruppen aus Frankreich, Großbritannien, Kanada, den USA und Russland übergeben die Sicherheitsverantwortung an die deutsche Übergangsregierung. Diese kündigt eine zügige Aufarbeitung an und führt intensive Gespräche mit der venezolanischen Regierung über die Auslieferung der ins Exil geflohenen Kanzler_innen-Doppelspitze Roth und Ernst.

Wie es dazu kommen konnte

Alles begann im Jahr 2013, als nach der Bundestagswahl die erste grün-linke Regierungskoalition mit gemeinsamer Zweidrittelmehrheit im Parlament geschlossen wurde. Als erste Amtshandlung beruft die neu geschaffene Kanzler_innen-Doppelspitze einen Rat zur unverzüglichen Energiewende ein. Der beschließt die sofortige Abschaltung der verbliebenen Kernkraftwerke und aller Kohlekraftwerke sowie den massiven Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Geothermie. Pumpspeicherkraftwerke sollen Schwankungen ausgleichen. Die Umsetzung wird an die Bundesländer delegiert, die entsprechend ihrer Fläche und Einwohnerzahl eine bestimmte Menge an Energie bereitstellen müssen. Das Importverbot für ausländischen Atom- und Kohlestrom wird im Grundgesetz verankert.

In die anfängliche Begeisterung der Bevölkerung mischt sich schnell Skepsis. Die befürchteten Engpässe bei der Stromversorgung und der Widerstand von Anwohnern gegen die „Verspargelung der Landschaft“ durch Windkraftanlagen führen vielerorts zur Gründung von Bürgerinitiativen.

In den nördlichen Ländern bauen die roten und grünen Landesregierungen überwiegend Geothermie- und Windkraftanlagen, während die Ministerpräsidenten im Süden in



Antworten auf Fragen zum Meeresspiegelanstieg

23. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Vor kurzem erreichte mich die Anfrage einer Leserin aus der Schweiz. Diese bat mich einige Fragen zum Anstieg des Meeresspiegels zu beantworten, um diese Antworten für Ihre Matura-Arbeit zu verwnden. Zur Erlangung der Matura (die in etwa dem deutschen Abitur entspricht) muss man in der Schweiz eine größere eigenständige Arbeit vorlegen. In diesem Fall war der Themenkomplex „Wasser“ vorgegeben und das Thema dieser Arbeit soll der Anstieg des Meeresspiegels sein. Hier die Fragen und meine Antworten:

  1. Wie lange Forschen Sie bereits an diesem Thema?

Das Thema Klimawandel und dessen Ursachen und Folgen beschäftigen mich schon seit vielen Jahren. Allerdings hat sich seit etwa 2007 mein Blickwinkel deutlich verändert. Sie erinnern sich vielleicht, damals wurde der 4. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) publiziert und die Medien waren voll mit allen möglich Weltuntergangsszenarien.

 Ich war zu dem Zeitpunkt noch einigermaßen überzeugt, dass an den Geschichten vom drohenden Weltuntergang durch die Freisetzung von CO2 etwas dran sein müsste. Ich war auch viele Jahre Lang Wähler der Grünen Partei in Deutschland.

Der Medienrummel im Jahr 2007 brachte mich dazu, mich daran zu erinnern dass ich als Chemiker, der sich einige Jahre mit der Forschung im Bereich CO2-Spektroskopie beschäftigt hatte, einmal einen genaueren Blick auf die



Offshore? – Offshore!

21. Oktober 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik, Windkraft, Wirtschaftsförderung

Der Abend der Einweihung der neuen Büros meiner Geschäftspartner endete für den harten Kern tief in der Nacht bei Zigarillos, Wein und einer spannenden Debatte auf der Terrasse. Diskutiert wurde, was denn nun die rasante Globalisierung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ausgelöst habe. Und man war sich rasch einig: der Container. Heroisch den Dieselmotor als die Innovation verteidigend, die den Handel von Gütern rund um die Welt in großer Menge und  Vielfalt erst möglich machte, tanzte nur ich mal wieder aus der Reihe.

Meine Gesprächspartner konnte ich nicht überzeugen. Denn tatsächlich hatten wohl beide Seiten recht: Es war das Zusammenwirken von Technologien, von (mindestens) Dieselmotor und Container, die die rasant verlaufende Entwicklung des Welthandels begründete. Was bemerkenswert vor allem ist, weil der Dieselmotor ursprünglich eine völlig andere Intention hatte. Sein Erfinder und Entwickler selbst sah in ihm eine stationäre, kleine und preiswerte Kraftmaschine zur Versorgung des mittelständischen produzierenden Gewerbes außerhalb der großen Zentren. Rudolf Diesel ahnte nicht, daß in diesem Segment der Elektromotor seiner Innovation schon bald den Rang ablaufen würde. Und er erkannte nicht die Möglichkeiten im Transportwesen, denn erst mehr als 20 Jahre nach seinem mutmaßlichen Selbstmord gelang es, mit dem Ottomotor bei Lastkraftwagen technisch gleichzuziehen.



Buchveröffentlichung – Realitätscheck für den Klimaschutz

21. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Wissenschaftler, Medien und Politiker scheinen sich einig: Der Klimawandel ist Realität und der Mensch ist schuld daran. Es muss etwas geschehen – koste es, was es wolle. Doch der Schein trügt: Noch steckt die Klimaforschung in den Kinderschuhen, kämpft mit ungenauen Daten und einer Natur, die sich auch mit den komplexesten Modellen nicht zufriedenstellend beschreiben lässt. Zukunftsprognosen bleiben Kaffeesatzleserei.

Angesichts dieser Unsicherheiten zerbrechen sich die Experten den Kopf, wie dem Problem Herr zu werden ist. Für die einen steht das Klima und damit die Zukunft von Natur und Menschheit auf dem Spiel, die anderen sehen in klimapolitischem Aktionismus eine Gefahr für Wohlstand und Entwicklung. Folglich wird auf dem Basar der internationalen Klimapolitik von der Beschleunigung des grünen Wachstumsmotors bis zum kräftigen Tritt auf die Klimaschutzbremse alles feilgeboten. Kein Wunder, dass die Verhandlungen feststecken.

Nur ein Realitätscheck kann die Situation noch retten. Die Wirtschaftswissenschaftler Ross McKitrick und Manuel Frondel decken im Buch ‚Realitätscheck für den Klimaschutz – Globale Klimapolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit‘ unangenehme Wahrheiten auf und weisen einen Weg aus der Sackgasse der Klimapolitik.

Herausgeber sind Steffen Hentrich (Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit) und Holger Krahmer.

Blog von Holger Krahmer

Voransicht/Auszug als PDF

Kostenfreie Herausgeber-Exemplare können bei Holger Krahmer bestellt