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Bürgerbefragung zur Energie

12. Juli 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat einen Bürgerdialog zu Thesen zur Zukunft der Energie in Deutschland gestartet. Habe mich da gerade angemeldet, und werde mich wahrscheinlich dort auch in den nächsten Tagen mit dem einen oder anderen Kommentar eintragen. Ob es etwas bringt, dort gegen die derzeitige Energiepolitik anzuschreiben, kann ich nicht beurteilen, denke aber, es kann nicht schaden und wir sollten dieses Feld nicht denen überlassen, die aus ideologischen Gründen die NIE (Neue Ineffiziente Energien) als hauptsächliche zukünftige Energieversorgung sehen.

Website: Zukunftstechnologien

Grafik: Bundesministerium für Bildung und Forschung

 



Persönliche Erklärung zur „Energiewende“

30. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik

Persönliche Erklärung zur „Energiewende“

Die Änderung des Atomgesetzes, über die hier abgestimmt wird, soll den Atomausstieg bewirken. Sie ist das Herzstück der so genannten Energiewende, die uns seit dem bedauerlichen Unglück in Fukushima verordnet worden ist. Dieses Gesetzgebungsvorhaben ist aus mehreren Gründen kritikwürdig.

Ein Grund sollte uns alle in der Ablehnung der Energiewende einen. Wir verordnen Deutschland im europäischen Alleingang eine vollständige Reorganisation seiner Energieerzeugungsbranche. Das ist mit enormen Kosten verbunden. Es sind viele Milliarden Euro für Investitionen notwendig, um die in Deutschland heute verbrauchte Energie morgen auf andere Art und Weise produzieren zu können. Wir zwingen die Energieerzeuger, für sich ein anderes Geschäftsmodell zu entdecken. Wir zwingen viele Millionen Menschen zur Umstellung ihres Verhaltens beim Konsum von Energie. Wir greifen tief in die Eigentumsrechte der Unternehmen ein, indem wir deren Investitionen mit einem Federstrich entwerten. Um die Überlandleitungen zu bauen, werden viele Landbesitzer enteignet werden müssen. Durch die umfangreichere Einspeisevergütung belasten wir die privaten und gewerblichen Stromverbraucher.

Die enorme Tragweite der Energiewende allein sollte uns dazu anhalten, unsere Entscheidung wenigstens durchdacht, überlegt und mit der gebotenen kühlen Rationalität zu treffen. Dies tun wir nicht. Das Paket zur Energiewende war gestern im Ausschuss und ist heute im Parlament. Eine große



Quo vadis Meeresspiegel? – Meeresströmungen führen zu starken regionalen Schwankungen

26. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Pressemitteilung des Leibniz-Institut für Meereswissenschaften, Kiel

Als Folge der Erderwärmung ist der Meeresspiegel in den vergangenen 50 Jahren im Mittel um rund zehn Zentimeter gestiegen. Nach Einschätzung vieler Klimaforscher dürfte sich der Anstieg in den kommenden Jahrzehnten noch beschleunigen. Wie Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) jetzt zeigen konnten, gibt es dabei aber große regionale Unterschiede. Ursache dafür sind Veränderungen in den Meeresströmungen, die vor allem im tropischen Pazifik und im Indischen Ozean zu stark schwankenden Wasserständen führen.

Warum stieg der Meeresspiegel in einigen Regionen des tropischen Indischen Ozeans und Pazifiks in den vergangenen 15 Jahren stark an, während es in den Jahrzehnten zuvor dort sinkende Wasserstände gab? Den Ursachen sind nun Kieler Meeresforscher durch Computersimulationen auf die Spur gekommen. Ihre jetzt in der internationalen Fachzeitschrift Geophysical Research Letters publizierte Studie zeigt, dass Schwankungen in den Meeresströmungen, verursacht durch die Passatwinde im tropischen Pazifik, eine Schlüsselrolle spielen.

Durch Wind und Meeresströmungen verursachte Meeresspiegeländerungen (relativ zum mittleren globalen Meeresspiegelanstieg) im Indischen und Pazifischen Ozean im Zeitraum 1958-2007 (in cm). Die Modellsimulation zeigt Bereiche mit gesunkenem Meeresspiegel (blau) im tropischen Pazifik und Indischen Ozean.

Den Einfluss von Wind und Meeresströmungen bekommt der tropische Pazifik vor allem infolge des El Niño-Phänomens zu



Nachlese: Der Pakt mit dem Panda – ARD 22. Juni 2011

24. Juni 2011 | Von | Kategorie: Blog

Es war ein Glück, dass sich einer mit dem Format des Wilfried Huismann, an dieses Thema gewagt hat. Ohne dessen Reputation im Hintergrund, wäre der Film sicher nicht entstanden, oder zumindest nicht gesendet worden. So hat man ihn wenigstens auf einen so späten Sendeplatz gesetzt um, wie die Süddeutsche schreibt: „Kinder und Jugendliche vor 23 Uhr vor verstörendem Programm zu verschonen.“ Was aber auffällt, auch andere Quellen sprechen nun von diesem Film, vom Greenpeace-Magazin bis zur taz oder Spiegel, doch überall wird als großes Problem die Gentechnik genannt. Huismann kritisiert diesen Umstand an herausragender Stelle, doch ist das, meines Erachtens nach, nicht der wichtigste Punkt. Sondern das Greenwashing sich zum einträglichen Geschäft entwickelt hat.

Außerdem ist Gentechnik nicht der Grund für die Abholzung des Regenwaldes oder Quadratkilometer großer Monokulturen, sondern das diese Produkte als „aus nachhaltiger Produktion“ stammend dargestellt und vermarktet werden. Als Pflanzen die unseren Energiebedarf decken sollen. Das Problem ist also nicht die Gentechnik, sondern die Nachfrage nach Pflanzen, die man zur Erzeugung von grünen Energieträgern benutzen kann.

Aber, auch wenn man, wie ich, der Gentechnik eigentlich positiv gegenüber eingestellt ist, so zeigt dieser Film auch die Schattenseiten dieser Technik. Die in Argentinien verwendeten gentechnisch veränderten Sojakulturen,



Nur Europa glaubt noch an die Klimarettung

23. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Politik

Gastbeitrag von Holger Krahmer (MdEP)

Die Klimapolitik der Europäischen Union steckt in einer endgültigen Sackgasse. Vorreiter wollte Europa sein, der Welt zeigen wie es geht. Insbesondere den Emissionshandel als „marktwirtschaftliches“ Instrument wollte man als Regulierungsstandard exportieren. Erst sollte der Klimagipfel von Kopenhagen, dann der von Cancun den Durchbruch für die Verhandlungen für ein Nachfolgeabkommen des Ende 2012 auslaufenden „Kyoto-Protokolls“ hervorbringen. Beide Gipfel verliefen ergebnislos. Heute steht fest: Es wird kein Folgeabkommen geben. Auch die Option, ersatzweise das bestehende Kyoto-Protokoll fortzuführen wurde auf dem letzten G8 Gipfel von allen wesentlichen Staaten verworfen. Inzwischen blieb auch der EU-Kommission nichts anderes übrig, als festzuhalten: „Unter diesen Umständen ist eine Fortführung des Kyoto-Protokolls sinnlos.“

Die Situation der globalen Klimapolitik ist kurz zusammenfassbar: Es gib sie nicht. Insbesondere die wachsenden Volkswirtschaften Asiens lassen sich ihre Wachstumsmöglichkeiten durch verpflichtende Kohlenstoffdioxidminderungen nicht beschneiden. Überall auf der Welt werden Klimagesetze beerdigt oder auf Eis gelegt. Insbesondere das viel gepriesene Instrument Emissionshandel ist ein Auslaufmodell und steht nicht etwa vor einem Durchbruch. China, Indien und Australien winken ab. In den USA wurde die Chicagoer Klimabörse nach den letzten Zwischenwahlen zum US-Kongress geschlossen. Kurz vorher hat der selbst ernannten Klimapapst Al Gore noch seine Anteile der Börse verkauft. „Klimapolitik ist



Hockeystick zum Meeresspiegelanstieg entzweit Forschergemeinde

22. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Eine neue Rekonstruktion zum Meeresspiegelanstieg löste eine heftige Debatte in der Forschergemeinde aus. Die Kontroverse wird inzwischen über die Presse und in Internet-Blogs ausgetragen.

Seit Beginn der Industrialisierung ist der Meeresspiegel schneller gestiegen als in den rund zweitausend Jahren davor. Dies sagt eine Studie aus, welche kürzlich im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences” unter dem Titel “Climate related sea-level variations over the past two millennia” erschienen ist.

Zu den Autoren der Studie zählen neben Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) und Michael Mann (Pennsylvania State University, Urheber des sogenannten Hokeysticks) auch Benjamin Horton (University of Pennsylvania), Andrew Kemp (Yale University), Jeffrey Donnelly (Woods Hole Oceanographic Institution), Martin Vermeer (Aalto University School of Engineering, Finland). Die Untersuchung wurde unterstützt unter anderem von der US-amerikanischen National Science Foundation.

Die Forscher haben in Bohrkernen aus Salzwiesen an der nordamerikanischen Küste fossile Kalkschalen von Einzellern untersucht. Die Ablagerungen gelten als natürliches Archiv der Pegelstände des Ozeans. Sie zeigen den Wasserstand vergangener Jahrhunderte an, weil die Einzeller jeweils in einer ganz bestimmten Höhe im Gezeitenbereich lebten. Die in North Carolina gewonnenen Daten decken sich laut Aussage der Forscher mit Hafenpegeldaten, soweit diese zurückreichen, und sie wurden außerdem durch eine unabhängige Rekonstruktion aus



Elektromobilität? – Nehmen Sie ein Taxi!

22. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Der Vertreter des Energiekonzerns hatte sich redlich Mühe gegeben, die Zuhörer von den Vorzügen des batteriegespeisten Elektroautos zu überzeugen. Wenn man dann abends nach Hause käme, müsse man das Fahrzeug nur noch an die heimische Ladestation anschließen. Der Konzern, so das Mantra seiner Ausführungen, würde den Ladevorgang automatisch zu den Zeiten mit dem billigsten Stromangebot durchführen. Und als dem Publikum anschließend erlaubt wurde, Fragen zu stellen, traute sich der junge Student drei Plätze neben mir als erster. „Ich komme also nach Hause“, so seine Frage, „und wenig später muß ich ins Krankenhaus. Die Batterie ist noch nicht aufgeladen, was nun?“ Mühsam um eine Antwort ringend sah sich der Vortragende einem Zwischenruf aus dem Auditorium ausgesetzt: „Dann nehmen Sie ein Taxi!“ Allgemeines Gelächter und die positive Grundhaltung gegenüber dem Elektroauto schlug rasch in ihr Gegenteil um.

Alles ist möglich?

Der typische Vortrag eines Futurologen heutzutage ist ein Blitzlichtgewitter der Möglichkeiten. Oft hundert Folien oder mehr ergeben einen Film mit stehenden Bildern. Fotos und Zeichnungen mit allerlei Fiktionen, die aus der wahllosen Verknüpfung von denkbaren Fortschritten in Nano-, Bio- und Informationstechnologie bestehen. Dabei entstehen Mythen, die in den Köpfen der Menschen eine eigene Realität schaffen und so den merkwürdigen Status einer Quasiexistenz