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Auswertung des Bürgerdialogs (Phase 1): Energiewende wird abgelehnt

28. August 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Die Energiewende ist keine Folge technischer Fortschritte, noch entsteht sie durch das Wirken des freien Marktes. Sie wird aus rein politischen Erwägungen erzwungen und ihre Realisierung ist mit Nachteilen verbunden. So muß in der gegenwärtigen Situation jeder, der die Wende in der Stromerzeugung will, mit höheren Kosten, geringerer Versorgungssicherheit und größeren Auswirkungen auf die Umwelt (Emissionen, Flächenverbrauch) einverstanden sein.

Dies ist auch die Erwartungshaltung der Bundesregierung an die von ihr getroffenen Entscheidungen. Denn die vier Leitthesen des Bürgerdialogs zur Energiewende spiegeln diese Aussichten wieder.  In der Zeit vom 11.07. bis zum 25.08.2011 war es auf dem durch das Bundesforschungsministerium betriebenen Portal für jeden möglich, seine Meinung zu diesen Fragestellungen zu äußern:

  • These 1 („Speicher und Netze“): Ich trage den Ausbau der Energieinfrastruktur mit, auch wenn es bedeutet, dass in meiner Umgebung neue Stromleitungen oder Energiespeicher gebaut werden müssen.
  • These 2 („Brückentechnologien“): Ich halte Investitionen in neue Gas- und Kohletechnologie für notwendig, auch wenn dadurch die Klimaschutzziele in Deutschland nicht vollständig erreicht werden.
  • These 3 („Erneuerbare Energien“): Ich bin bereit, höhere Strompreise (ca. 3 -6 % pro Jahr bis 2020) zu zahlen, um den Ausbau der erneuerbaren Energietechnologien zu fördern.
  • These 4 („Energieeffizienz“): Ich halte Maßnahmen zum Energiesparen für sinnvoll, auch


Bürgerdialog: Bürgerwerkstatt ohne Bürger

27. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Innovationspolitik, Kernenergie, Kohle, Politik, Wasserkraft, Windkraft, Wirtschaftsförderung

Nein, so viele Leute wie auf dem Bild unten zu sehen, waren dann doch nicht da. Ich habe siebzehn Gäste gezählt, die nicht der Gruppe der Veranstalter und geladenen Experten zugeordnet werden konnten. Man hatte sich allerdings redlich Mühe gegeben. Ein schöner Veranstaltungsort, kostenlose Getränke in großer Vielfalt und sogar ein Snack waren vorbereitet. Die Moderatorin (vom IFOK) war sehr bemüht und hat ihre Sache nicht schlecht gemacht – wenngleich das im Gesicht scheinbar festgefrorene Grinsen auf Dauer ermüdete. Gute Laune sollte verbreitet werden, man wollte die Leute offensichtlich nicht nur für die Energiewende, sondern auch für den Bürgerdialog an sich begeistern und gleichzeitig einen Impuls für eigenes Engagement setzen. „Was kann jeder persönlich in seinem Umfeld für den Erfolg der Energiewende tun?“ war daher auch die Leitfrage für den letzten Teil der Veranstaltung. Aber der Reihe nach…

 

Es begann mit der Begrüßung durch den Gastgeber (Braunschweig Energy, das örtliche Stadtwerk), dessen Vorstandsvorsitzender Francis Kleitz das folgende bedenkenswerte Zitat des französischen Literaten Denis Diderot zum besten gab:

„Wer den falschen Weg nimmt, verirrt sich um so mehr, je schneller er geht.“

Natürlich wurde dieser Satz in den dann folgenden 90 Minuten nicht mehr bedacht, man konnte



Bürgerdialog…..Expertenblog…..energieintensive Industrie

26. August 2011 | Von | Kategorie: Blog

Ein neuer Expertenbeitrag ist gestern beim Bürgerdialog erschienen, der sich wohltuend von den bisherigen Artikeln abhebt.
Autor ist Herr Martin Kneer, dessen Vita ich hier mal kurz zitieren möchte.

Martin Kneer ist Hauptgeschäftsführer der WirtschaftsVereinigung Metalle und geschäftsführendes Präsidialmitglied im Gesamtverband der Deutschen Bundmetallindustrie (GDB) und Gesamtverband der Aluminiumindustrie e.V. (GDA). Als Vertreter eines besonders energieintensiven Industriezweigs nähert er sich dem Energiethema aus der Wirtschaftsperspektive und wird durch diesen Blickwinkel als Experte vor allem zu den wirtschaftlichen Chancen und Herausforderungen der Energiewende im Expertenblog schreiben.

Hier nun der eigentliche Artikel, den ich aber erstmal nur in kleinen Teilen zitiere.
Ich werde mich über den offiziellen Kanal per Antwort bemühen, trotz vorangegangenen schlechten Erfahrungen, die Erlaubnis zur Komplettübernahme dieses Artikels zu erhalten.

Was bedeutet die Energiewende für die energieintensive Industrie in Deutschland?
Autor Martin Kneer

Die Energiewende ist vor dem Hintergrund der Ereignisse in Japan eine nachvollziehbare, dennoch in der Praxis keine einfach zu vollziehende Wende in der Energiepolitik des Industrielandes Deutschland. Sie stellt eine große Herausforderung für die Gesamtgesellschaft und Industrie als Teil der Gesellschaft dar. Es ist wahrlich eine Herkulesaufgabe, zu deren Bewältigung die viertgrößte Volkswirtschaft noch an einigen Klippen vorbeigeführt werden muss und zu der vor allen Dingen



DWD verschweigt: Temperaturniveau in Deutschland seit 21 Jahren nahezu stabil

25. August 2011 | Von | Kategorie: Blog, Daten, Klimawandel, Wissenschaft

DigitalthermometerIn einer Pressekonferenz am 26.7. hat der DWD seine Klimaprognose 2011 vorgestellt. Dies hat längst Widerhall gefunden in diversen Medienberichten und Blogartikeln.

Dabei stand auch diese alarmistisch effektheischende Grafik berechtigterweise in der Kritik, welche prognostizierte Temperaturentwicklungen maßstabsverzerrend den gemessenen Temperaturreihen anfügt. Am deutlichsten entlarvt wurde sie meines Erachtens nach just hier bei Science Skeptical — und zwar in dem Artikel DWD veröffentlicht ein Fehlersuchbild. Kritik ist aber auch erforderlich an der selektiven Art und Weise, wie der DWD mit seinen eigenen Daten (Temperaturreihen) umgeht. Dies soll in diesem Artikel geschehen.

Halbwahrheiten und Beinah-Lügen

Auf der Pressekonferenz bezeichnete Müller-Westermeier, Leiter Klimaanalyse des DWD, das 1.Halbjahr 2011 als „zu warm, zu trocken und zu sonnig“. Das mag sein, aber nur im Vergleich zum Referenzzeitraum. Es ändert nichts am derzeit nahezu gleichbleibenden Temperaturniveau — vergleiche Abbildungen 1 und 2. Weiter führte er aus:

„Die ersten sechs Monate 2011 zeigen aber, daß der Erwärmungstrend in Deutschland wie auch weltweit ungebrochen ist.“ … „Inzwischen ist, wie gerade für 2011 geschildert, auch in Deutschland der Erwärmungstrend meßbar zurückgekehrt.“

Diese Feststellungen sind nicht weit von einer Lüge entfernt, denn der DWD hat Kenntnis seiner eigenen Daten, welche in den letzten knapp 30 Jahre (also klimatisch relevant)



Der DWD veröffentlicht ein Fehlersuchbild

23. August 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Daten, Klimawandel, Wissenschaft

Fehlersuchbilder sind für viele Menschen – vor allem für Kinder – ein großer Spaß. Weniger lustig wird es dagegen, wenn Fehler und Ungenauigkeiten absichtlich in Diagramme eingefügt werden. Denn dies geschieht gerade in politischen Debatten, um zu verschleiern, wie schlecht begründet doch so manche Botschaft in Wahrheit ist. Wie man mit Diagrammen täuschen kann, ist allgemein bekannt. Es gibt Bücher darüber, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften – online wie offline. Trotzdem wird es immer wieder versucht und ist immer wieder erfolgreich. Ein besonders perfides Beispiel lieferte vor kurzem der Deutsche Wetterdienst DWD ab. Auf die Grafik hat mich ein aktueller Beitrag bei EIKE aufmerksam gemacht.

Die erste Abbildung zeigt das Diagramm mit Markierungen für die drei Aspekte, die den Charakter eines Fehlers, einer absichtlichen Täuschung und einer Ungereimtheit aufweisen.

Abbildung 1: Das Fehlersuchbild

 

Der Fehler (Markierung 1)

Da wird also durch den Temperaturverlauf Deutschlands (Jahresmittelwerte 1881-2010) ein Polynom fünfter Ordnung (gelbe Linie) zur Verdeutlichung des Trends gelegt. Das kann man machen, keine Frage.  Mein Versuch, das Bild zu reproduzieren (zweite Abbildung), zeigt aber einen etwas anderen Verlauf der Trendlinie. Sie ist zum Ende hin flach – und keinesfalls weiter ansteigend, wie es der DWD berechnet hat. Das Abflachen hat



Bürgerdialog…..Expertenblog…..Smart Grid

18. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Nachhaltigkeit

Um den neuesten Expertenblog unabhängig von der Moderation des Bildungsministeriums ausdiskutieren zu können, stelle ich hier mal Zitatweise den Artikel des Herrn Dr. Jens Kube ein.

Ich werde mich bemühen die Genehmigung zu erlangen den kompletten Text kopieren zu dürfen, aber bis dahin sollten unsere werten Leser sich erstmal das Original auf der Seite des Bildungsministeriums zu begutachten.

 

Wo liegen das Potenzial und eventuelle Herausforderungen im Bereich Intelligente Stromnetze?

Dr. Jens Kube

Mit dem Begriff „intelligente Stromnetze“ (Smart Grids) wird ein komplexes Zusammenspiel im Bereich der Verteilung und Nutzung elektrischer Energie bezeichnet. Grundsätzlich sind die intelligenten Netze ein moderner Ansatz, Verbrauch und Produktion elektrischer Energie in Einklang zu bringen.

Wieso müssen Produktion und Verbrauch überhaupt in Einklang gebracht, ja sogar synchronisiert werden? Der Grund liegt darin, dass elektrische Energie zwar eine sehr hochwertige Energieform ist, was ihren Einsatz betrifft. Man kann mit Strom heizen, Dinge bewegen oder Suchanfragen im Internet durchführen. Leider kauft man sich diese vielen Vorteile jedoch mit dem Nachteil ein, dass elektrische Energie nur sehr schwer speicherbar ist. Batterien enthalten sehr kleine Mengen chemische Energie, die in elektrische Energie umgewandelt werden kann: 1500 mAh eines modernen AA-Akkus entsprechen in etwa 0,002 kWh, in einer Auto-Starterbatterie sind



Falsch bleibt Falsch – Studie zur Energieautarkie wieder aufgewärmt

17. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Medien, Politik

Klimaschutz fängt im Kleinen an. Dieses Mantra wird gerne wiederholt, wenn davon berichtet wird, wie einzelne Gemeinden oder Regionen ihre Energieversorgung unabhängig gestalten könnten. Dass es bislang noch keiner kleinen oder größeren Region in Deutschland gelungen ist, im wirklichen Sinne Energie-Autark zu werden, findet hingegen so gut wie keine Beachtung. Selbständige Stromversorgung etwa bedeutet schließlich nicht, über das gesamte Jahr gemittelt so viel Strom erzeugen zu können, wie im gleichen Zeitraum verbraucht wird. Elektrische Energie muss genau immer dann zur Verfügung stehen, wenn sie gerade gebraucht wird.

Dieser Umstand wird in den meisten Studien zur energetischen Vollversorgung leider kaum beachtet. Und nur unter Auslassung dieser elementaren Grundlage kann man zu Ergebnissen kommen, wie Sie momentan in einer Artikelserie des Bonner General-Anzeigers präsentiert werden. „Der Rhein-Sieg-Kreis ist autark – wenn es um Energieversorgung geht.“ wird dort vollmundig behauptet.

Grundlage dieser Behauptung ist eine Studie aus dem Jahr 2008, welche damals im Auftrag der Kreissparkasse Köln erstellt wurde. Nun könnte man den zuständigen Redakteuren des General-Anzeigers zugute halten, dass es sich bei ihnen nicht um ausgewiesene Energieexperten handelt und dass ihnen daher gar nichts anderes übrig bleibt, als der von Ihnen als Kronzeugen hinzugezogenen Studie zu vertrauen. Nur war gerade diese