Climategate



Rahmstorf in 3sat nano – Fehler ändern die Botschaft des IPCC-Berichts nicht

16. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Medien

Heute lief im 3Sat nano ein Klima-Spezial mit Interviews mit den Professoren Stefan Rahmstorf und Hans von Storch. Nach Aussage Rahmstorfs ist sich die Forschung nach wie vor sicher. Daran änderten auch die “kleinen” Fehler im 2. Kapitel des IPCC-Reports nichts Damit meinte er die als Himalayagate bekannt gewordenen wissenschaftlichen Fehlleistungen)

“Nur weil ein falscher Bericht zu Gletschern, von einem asiatischen Sozialwissenschaftler, im Bericht auftaucht, dann heißt das nicht, dass alles andere Falsch ist…Die Forschung im 1. Kapitel ist nach wie vor richtig.”

Nicht angesprochen hat Rahmstorf die weiteren “kleinen Unstimmigkeiten”, wie etwa Greenpeacegate, WWF-Gate, Pachaurigate Amazonasgate, Hurricanegate, Studentgate, Africagate, Sea-Level-Gate…  Das alles wurde höflichst nicht erwähnt. Rahmstorf weiter:

“Als Wissenschaftler stellen wir uns auch gerne jeglicher sachlicher Kritik. Ich denke, die Grunderkenntnisse der Klimawissenschaft brauchen sich auch in keinster Weise zu verstecken.”

So so, Herr Rahmstorf, dann haben wir Climategate wohl alle nur geträumt. Tarnen, Täuschen und Unterdrücken anderer Meinungen, darum ging es bei der Affäre doch wohl, oder?

Im Interview mit Professor von Storch waren da schon etwas kritischere Töne zu hören, wenngleich auch er den IPCC-Bericht, zumindest das erste Kapitel, nach wie vor für solide wissenschaftliche Arbeit hält. Allerdings räumte …



Durchhalteparolen im Angesicht der neuen Klimapolitik

9. Februar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Kopenhagen, Medien, Politik, Wissenschaft

So, nun wissen wir es endlich ganz genau. Der nächste Weltwirtschaftsgipfel findet in Mexiko statt. Am „Partystrand“, wie Spiegel-Online so schön titelt. Ich habe selten eine Nachricht mit so wenig Neuigkeitenwert gelesen. Denn von Mexiko wußten wir schon vorher. Ebenso von der Zwischenkonferenz in Bonn. Daß man sich nun also in Cancun trifft, mag die politische Kaste entzücken, für uns Wahlbürger ist es ohne Belang. Es ist doch üblich, große UNO-Konferenzen an Orten mit hohem Freizeit- und Erholungswert zu veranstalten, an denen ausreichend viele luxuriöse und vollklimatisierte Suiten zur Verfügung stehen.

Was aber auffällt ist die Konsequenz, mit der der Spiegel seine Klimakatastrophen-Kampagne fortsetzt. Unter strikter Mißachtung der neuen Realitäten werden Nachrichten über Wirtschaftspolitik immer noch unter der Kategorie „Wissenschaft“ veröffentlicht. Klimaforschung und Politik sind eine untrennbare Einheit, so sollen wir denken. Und: „Die Karawane zieht weiter, unbeirrt und unbeeindruckt, für uns Weltenretter hat sich nichts geändert.“

Dabei hat sich entscheidendes getan, in den letzten Wochen.

Mit einem gewissen Zynismus muß ich konstatieren, daß wir Skeptiker von all dem schon immer berichtet haben. Was sich geändert hat, ist die allgemeine Wahrnehmung. Climategate, Pachaurigate, Glaciergate, Amazongate und Hurricangate – um nur einige völlig neue Wortschöpfungen zu nennen, sind nun …



IPCC: Afrika stirbt (nicht!)

7. Februar 2010 | Von | Kategorie: Blog, Climategate, Klimawandel, Politik

Eines der Argumente für die Bedrohung durch den Klimawandel ist die zunehmende Wasserknappheit in vielen Regionen und der damit einhergehende Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 50% bis 2020. Diese im SPM2 des IPCC formulierten Vermutungen fanden Eingang in eine Vielzahl politischer Publikationen, stellvertretend seien genannt Berichte der WBGU (auch hier),  des BdWi oder eine Vielzahl von Vorträgen und Presseartikeln, z.B. hier von Prof. Dr. Uwe Holtz (Uni Bonn).

Daraus Abgeleitet wurden  u.a. “Klimainduzierte Konfliktsituationen” (Klimabedingte Degradation von Süßwasserressourcen, Klimabedingter Rückgang der Nahrungsmittelproduktion, Klimabedingte Zunahme von Sturm- und Flutkatastrophen, Umweltbedingte Migration bis hin zur “Bedrohung der internationalen Sicherheit”).

Im Vorfeld wurde bereits bekannt, dass im Report nur die halbe Wahrheit zur zunehmenden Wasserknappheit gesagt wurde (Es wurden nur die Anzahl von Menschen genannt, die von Wasserknappheit betroffen sein werden; dass die zu Grunde liegende Studie (Arnell,  2004) auf der anderen Seite wesentlich mehr Menschen eine steigende Verfügbarkeit des kostbaren Nass bescheinigt, wird verschwiegen, siehe hier).

Nun wird in diesem Zusammenhang der nächste Skandal bekannt, denn wie die Times Online berichtet, gründet der “Rückgang der Agrarproduktion um bis zu 50% bis 2020″ auf wilden Übertreibungen eines unbekannten, marokkanischen Klimaexperten, aufgegriffen in einem [not peer-reviewed] Bericht …



Der IPCC-Skandal – Der Damm bricht

25. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate

You can fool some people sometimes, but you can’t fool all the people all the time. – Bob Marley

Nachdem sich die hiesige Presse beim Klimagate-Skandal noch fast einstimmig darauf geeinigt hatte, dass der gesamte Umfang der Betrügereien rund um die etablierte Klimaforschung wohl ein wenig zu viel des Guten für die deutsche Öffentlichkeit ist, hat sie diese Zurückhaltung bei den jüngst publik gewordenen Ungereimtheiten um das IPCC offensichtlich aufgegeben. Allmählich wird deutlich, dass die Veröffentlichung der durchgesickerten oder gehackten E-Mails und Daten der University of East Anglia zu einer nachhaltigen Veränderung in der Berichterstattung über die Klimawissenschaft geführt hat.

Glaubwürdigkeit der Klimawissenschaft wird immer mehr in Frage gestellt

So war ziemlich sicher auch die im Zuge von Klimagate verlorene Glaubwürdigkeit der Klimaforschung ein Grund dafür, dass Journalisten das Bedürfnis hatten, kritischen Kommentaren,die bislang meist nur in Internetblogs zu lesen waren, etwas genauer auf den Grund zu gehen. Als Anfang November letzten Jahres Indische Wissenschaftler das IPCC beschuldigt hatten, bei den Vorhersagen zum Glescherschwund massiv zu übertreiben (wir berichteten), hielt man das noch für eine Außenseitenmeinung und ignorierte diese dementsprechend. Jetzt, nach Klimagate, sieht die Sache anders aus.

Wird Pachauris Kopf als erstes rollen?

Damals konnte …



Jetzt haben auch die USA ihren Klimagate-Skandal

24. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate

Vor kurzem war es einmal wieder so weit. Wie schon in den vergangenen Jahren blickten die Menschen auch dieses Jahr wieder gespannt nach New York, wo der Direktor des Nasa Goddard Institutes (GISS) und Klimaguru James Hansen den offiziellen Wert der Globaltemperatur bekannt gab und uns gleichzeitig mitteilte, wie besorgniserregend dieser Wert denn diesmal für den Fortbestand der Menschheit ausgefallen ist.



Wenn ich Schellnhuber wäre…

21. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

„Was wäre, wenn“-Szenarien sind eines der wichtigsten Arbeitswerkzeuge des Zukunftsforschers. Ich befasse mich zwar eigentlich mit technischen und ökonomischen Trends, manchmal macht es aber auch Spaß, sich auf diese Weise in andere Personen hineinzuversetzen. Nun ja, nicht unbedingt in die Person selbst, sondern in deren Funktion.

Hans Joachim Schellnhuber, seines Zeichens Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, ein bekannter und renommierter Klimaforscher, ist ein für ein solches Szenario geeigneter Protagonist. Er ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates „Globale Umweltveränderungen“ der Bundesregierung, wurde 2007 zum „Chefberater“ der Bundesregierung in Fragen der Klimapolitik ernannt und ist als Sachverständiger auch Zuträger für die EU-Kommission. Er hat nicht nur das Ohr der Politik, sondern auch das der Medien. Und er ist immer gerngesehener Gast auf Kongressen und Konferenzen, um der technisch-ökonomischen Elite des Landes seine Weltsicht näherzubringen.

Ich dagegen bin nur ein kleiner Schreiber eines immerhin zunehmend populären Blogs. Ich habe nicht seine Möglichkeiten.

Und das heißt, ich habe auch nicht seine Verantwortung. Ich kann hier dreinschlagen, wie ich will. Ich kann Debatten über alles und jedes anregen, Argumente konstruieren und auseinandernehmen, Extrempositionen ebenso wie den Ausgleich vertreten – es bleibt alles völlig folgenlos. Ob ich falsch oder richtig liege, ist außerhalb der abstrakten Diskussionen, …



Ilmastogate – Finnische Doku zu Klimagate mit deutscher Übersetzung

16. Januar 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Medien
http://vimeo.com/moogaloo

preview.htmlWir hatten an dieser Stelle bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Informationspolitik der Europäischen Medien im Bezug auf die Klimawissenschaft im allgemeinen, und im speziellen beim Climategate-Skandal, offensichtlich darauf abzielt, den Konsumenten nicht mit zu viel Detailwissen zu verunsichern. Eine rühmliche Ausnahme bildet hier der finnische staatliche Sender YLE, der nach der äußerst informativen Dokumentationssendung über die Manipulationen, die zum berüchtigten Hockeyschläger-Diagramm geführt hatten (wir berichteten)  eine weitere äußerst sehenswerte Dokumentation über den Klimagate Skandal produziert hat.

Weil die Sender in Deutschland offensichtlich unwillig sind, ähnlich fundiert über den Skandal um Klimadaten zu berichten, haben wir die Dokumentation von YLE mit deutschen Untertiteln ausgestattet. Wir hoffen, dass wir so zu etwas zur Aufklärung im Tal der Ahnungslosen beitragen können.

[Update: Das Video ist jetzt auch bei Vimeo verfügbar und kann dort zusammen mit den Untertiteln heruntergeladen werden. Link hier)


Transkript zur Sendung:

Am Donnerstag, den 19. November, wurden Dateien und E-Mails von der britischen Climate Research Unit (CRU) auf einen russischen Internet Server hochgeladen. Der bislang unbekannte Hacker oder Insider erklärte sein Handeln in folgender Botschaft (the Air Vent):

“Wir glauben, dass die Klimawissenschaft in der momentanen Situation zu wichtig ist, als dass