Energieerzeugung



Energiewende: Ziel ohne Plan?

16. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

Ein Gastbeitrag von Dr. Martin Leonhard und Ulrich Dreizler

Energiewende: Ziel ohne Plan?

Energiegipfel 2014 des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg setzt energiewirtschaftliche Impulse

Noch nie war die Lage so ernst: Die deutsche Energiewirtschaft erlebt die schwerste Krise seit ihrem Bestehen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die De-Industrialisierung Deutschlands: Fast ein Viertel der Unternehmen prüft die mögliche Verlagerung ihrer Betriebsstätten ins Ausland. In den USA sinken die Energiepreise, hierzulande wird die Belastung der Industrie ständig erhöht. Ohne konsequentes Gegensteuern droht der Ausverkauf.

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Der Wirtschaftsrat konnte mit Jochen Homann, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur in Bonn, und Privatdozent Dr. Dietmar Lindenberger, Direktor für Anwendungsforschung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, hochkarätige Referenten zu Impulsvorträgen gewinnen. Lokaler Impulsgeber war die Sektion Rottweil-Tuttlingen, die mit ihrer Initiative deutlich auf absehbare, gravierende Defizite im Bereich der Energieversorgung hinweisen möchte.

Süddeutschland droht Notstandsgebiet zu werden – Kapazitätsmarkt für Kraftwerke

In Sachen Strom werde Süddeutschland -so Homann wörtlich- zum Notstandsgebiet, sofern bis 2022 nicht ausreichend zusätzliche Stromtrassen geplant und gebaut würden. Bis zum Tag der Veranstaltung läge bei der Bundesnetzagentur noch kein einziger Antrag vor. Deutlicher als Jochen Homann kann man es kaum ausdrücken. Spätestens 2022



Obama, Xi Jinping und die Energiewende

15. November 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Erdgas, Erdöl, Kernenergie, Klimawandel, Kohle, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

Obama kündigte mehr Klimaschutz an, China macht ebenfalls Versprechungen. Beides braucht man nicht ernst nehmen. Der amerikanische Präsident hat gegenüber der republikanischen Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat keinen Handlungsspielraum mehr. Er kann versprechen was er will, oder auch unterzeichnen was er will, die Wahrscheinlichkeit dass er es durchs Repräsentantenhaus oder den Senat bekommt, ist klein. China kündigt Klimaschutz ab 2030 an, bis dahin steigen die CO₂ Emissionen. Damit ist ein weltweiter Klimaschutz nicht möglich und sämtliche Bemühungen der Europäer, insbesondere Deutschlands, dienen nur der Beruhigung des schlechten Gewissen und sind darauf zurückzuführen, dass man sich nicht traut einzugestehen, dass das ganze Konzept des Klimaschutzes gescheitert ist.

Was in China passiert, taugt als Beispiel für eine ganze Reihe, der Mehrzahl, von aufstrebenden Nationen, die keine Alternative zur Industrialisierung sehen, um ihren Bevölkerungen einen höheren Lebensstandart zu ermöglichen, der natürlich auch von den Bevölkerungen gefordert wird.

Wichtig an der Ankündigung Chinas ist erstens der unverbindliche Charakter der Erklärung, die Chinesen verpflichten sich zu gar nichts, äußern nur eine Absicht, und zweitens, die Definition von »nicht-fossilen Brennstoffen«. In der hiesigen Presse wird das gleich mal als »regenerative Energie« beschrieben, dabei aber meist verschwiegen, dass man in China, und anderswo auch, die Kernkraft



Fracking? – Eine etablierte Standardtechnologie!

12. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

Fossil1Interview mit Prof. Dr.-Ing. Mohammed M. Amro, Professur für Geoströmungs-, Förder- und Speichertechnik und Direktor des Instituts für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der TU Bergakademie Freiberg

Science Skeptical: Herr Professor Amro, das sogenannte “Hydraulic Fracturing” oder kurz “Fracking” wurde in Deutschland seit den 1960er Jahren schon häufig praktiziert…

Mohd Amro: Fracking wird seit 1948 in den USA und seit 1961 in Deutschland in Öl- und Gaslagerstätten praktiziert und hat sich wissenschaftlich-technisch zu einer Standardtechnologie beim Tiefbohren entwickelt.

Science Skeptical: Und warum findet die Debatte dann erst heute statt?

Mohd Amro: Bisher gab es in Deutschland keinen Umweltunfall bei Frack-Operationen, aber die Bevölkerung ist mit den Jahren immer sensibler in Sachen möglicher Umweltschäden geworden. Das betrifft eine Vielzahl von Bereichen wie z.B. die Nutzung der Kernkraft, der natürlichen Meeresressourcen – selbst die Errichtung neuer Windkraftanlagen oder Stromtrassen verliert an Akzeptanz. Die öffentliche Diskussion hat sich an den Fernsehberichten von tatsächlichen Unfällen in den USA, aber vor allem an den gefälschten Bildern von „brennendem Trinkwasser aus der Leitung“ entzündet.

Science Skeptical: Hat sich diese Technologie in den letzten Jahren in einer Weise entwickelt, die die oft geäußerten Ängste rechtfertigt?

Mohd Amro: Die Ängste sind an den Berichten über die Shale-Gas-Gewinnung in



Lesetipp: Buchrezension: “Thorium – Energy Cheaper than Coal”

21. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Technium

Lunar_Thorium_concentrationsAtomhörnchen schreibt über Hargraves Buch und greift gleichzeitig das distanzierte Verhältnis unserer derzeitigen Gesellschaft an und meint, wir stehen an der Schwelle zum Aktinidenzeitalter:

Warum, fragt Robert Hargraves in seinem Buch “Thorium – Energy Cheaper than Coal” (deutsche Übersetzung von Simon Aegerter: “Thorium – billiger als Kohlestrom”), sollte nicht auch das Aktinidenzeitalter auf ähnlichem Wege eingeläutet werden? Er nimmt nicht direkt Bezug auf die Entwicklungen der Computerindustrie, aber sein Plan geht unverkennbar in eine ähnliche Richtung: Heutige Kernkraftwerke sind seltene Riesenkonstruktionen mit typischerweise über 1000 MW Leistung, die die Ressource Uran nur sehr ineffizient nutzen, da sie vorwiegend das natürliche fissile Isotop U235 spalten. Abgesehen von all den irrationalen Angstvorstellungen, die rund um diese Technik entstanden sind (ähnlich der Computerfurcht in den 1980ern und 90ern), stehen ihrem weltweiten engmaschigen Einsatz ein hoher Konstruktionsaufwand, wetterwendische Politik und nicht zuletzt die Tatsache, dass der Atomstrompreis den von Kohlestrom noch nicht deutlich zu unterbieten vermag, entgegen.

Dies muss – so die Grundthese von Hargraves’ Buch – geändert werden, indem man Kleinreaktoren in Serie produziert, die Energie zu Preisen zu erzeugen vermögen, die weit unter denjenigen fossiler Verbrennungen liegen. Angestrebt sind 2 US$ / Watt-Kapazität und 3 UScent / kWh elektrische Energie, die hierzu



Durchbruch bei der Fusion?

17. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

ego3-150x150Obwohl für eine Bewertung mitentscheidend, werden zwei Aspekte im Zusammenhang mit der Energiewende nur selten diskutiert. Auf der einen Seite steht die prinzipielle Unfähigkeit der Politik, langfristig robuste Pläne zu gestalten. Dies ist weniger in der Länge von Legislaturperioden oder auch in mangelnder Sachkunde begründet, als in der Dynamik des technischen Fortschritts. Die Energiewende beispielsweise erzwingt den Zustand der Gegenwart als immerwährende Stasis anzusehen, den zu ändern es stetiger und massiver regulatorischer Eingriffe bedarf. Das Potential durch das Marktgeschehen selbst induzierter technischer Durchbrüche ist, da nicht planbar, zu ignorieren. Auf der anderen Seite steht die Idee, durch eine themenspezifische Ausweitung der institutionalisierten Forschung genau die Innovationen, die den Plan stützen, erzeugen und andere mit gegenteiliger Wirkung vermeiden zu können. Das Beharren auf diesem Konzept erstaunt angesichts des Mangels an bisherigen Erfolgen. Wie im Gegenteil marktorientierte Unternehmer immer den primär auf Erkenntnisgewinn ausgerichteten Hochschulwissenschaftlern davoneilen, zeigte der Wettlauf von Craig Venter mit dem Human Genome Projekt in eindrucksvoller Weise.

An genau diese Geschichte fühlte ich mich erinnert, als vor zwei Tagen eine aktuelle Pressemitteilung des amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed-Martin auf meinem Bildschirm erschien:

PALMDALE, Calif., Oct. 15, 2014 – The Lockheed Martin [NYSE: LMT] Skunk Works® team is working on a new



Die gefährliche Utopie der Klimakrieger

12. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Erdöl, Kohle, Ökologismus, Politik

ego150“Wie viele weitere Warnungen von Klimaforschern müssen eintreffen, bevor sie ernst genommen werden?” fragt Stefan Rahmstorf angesichts von Computersimulationen, die den Zerfall des westantarktischen Eisschildes prognostizieren. Hypothetische Ereignisse einer fernen Zukunft als “eingetroffene Warnung” zu bezeichnen, entlarvt den Forscher als Aktivisten. Der auch noch verdrängt, daß bis dato keine einzige der vielen Warnungen alarmistischer Klimaforscher eingetroffen ist. Trotzdem kann man eine Antwort geben: Keine. Die jahrzehntelange Propaganda selbsternannter Klimaschützer war überaus erfolgreich. Die Idee von der Notwendigkeit zur Dekarbonisierung ist bereits in einem nicht mehr steigerungsfähigen Ausmaß in der Politik verankert. Das Wort von der Erderwärmung als größte Herausforderung der Menschheitsgeschichte wird tagtäglich durch die Medien verbreitet. Umwelt- und sonstige Interessenverbänden, Kirchen, Gewerkschaften und ein großer Teil der Wirtschaft agieren in dieser Angelegenheit wie gleichgeschaltet. Selbst die Bevölkerung stimmt dem Raubzug namens Energiewende mehrheitlich zu. Ganz zu schweigen von vielen weiteren Geldverbrennungsaktionen (Elektromobilität) und einer Unmenge an Vorschriften und Gängelungen, die Freiheiten in vielerlei Hinsicht einschränken.

Stefan Rahmstorf und seine Mitkämpfer haben erreicht, was zu erreichen war. Skepsis ist an den Rand gedrängt und lebt nur noch in wenigen Online-Biotopen. Die Präsenz der Apokalypse in unser aller Phantasie kann nicht noch weiter gesteigert werden. Jedes neue Menetekel verpufft daher



Desertec Aus

8. Oktober 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energieerzeugung, Photovoltaik, Politik, Windkraft

DesertecDie Industrie-Initiative Desertec wollte in der Wüste Strom für Europa und Afrika produzieren. Nachdem sich immer mehr Geldgeber zurückgezogen haben, steht das Projekt jetzt vor dem Aus.