Biomasse



Bürgerdialog: Bürgerwerkstatt ohne Bürger

27. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Innovationspolitik, Kernenergie, Kohle, Politik, Wasserkraft, Windkraft, Wirtschaftsförderung

Nein, so viele Leute wie auf dem Bild unten zu sehen, waren dann doch nicht da. Ich habe siebzehn Gäste gezählt, die nicht der Gruppe der Veranstalter und geladenen Experten zugeordnet werden konnten. Man hatte sich allerdings redlich Mühe gegeben. Ein schöner Veranstaltungsort, kostenlose Getränke in großer Vielfalt und sogar ein Snack waren vorbereitet. Die Moderatorin (vom IFOK) war sehr bemüht und hat ihre Sache nicht schlecht gemacht – wenngleich das im Gesicht scheinbar festgefrorene Grinsen auf Dauer ermüdete. Gute Laune sollte verbreitet werden, man wollte die Leute offensichtlich nicht nur für die Energiewende, sondern auch für den Bürgerdialog an sich begeistern und gleichzeitig einen Impuls für eigenes Engagement setzen. “Was kann jeder persönlich in seinem Umfeld für den Erfolg der Energiewende tun?” war daher auch die Leitfrage für den letzten Teil der Veranstaltung. Aber der Reihe nach…

 

Es begann mit der Begrüßung durch den Gastgeber (Braunschweig Energy, das örtliche Stadtwerk), dessen Vorstandsvorsitzender Francis Kleitz das folgende bedenkenswerte Zitat des französischen Literaten Denis Diderot zum besten gab:

“Wer den falschen Weg nimmt, verirrt sich um so mehr, je schneller er geht.”

Natürlich wurde dieser Satz in den dann folgenden 90 Minuten nicht mehr bedacht, man konnte …



Die Deutschen, EHEC und die Risikotechnologie

5. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Biomasse, Blog, Ernährung, Gesundheit

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Ernährungsempfehlungen grundlegend geändert. War in den 70er Jahren das Fleisch noch „Ein Stück Lebenskraft“, galten schon bald darauf tierische Produkte als Wurzel allen Übels und standen im Verdacht Auslöser für zahlreiche „Zivilisationskrankheiten“ zu sein. Dieses Dogma gilt im Prinzip bis heute, ungeachtet der Tatsache, dass seitdem bei steigendem pro Kopf Verzehr von tierischen Produkten die Menschen bei uns im Land immer älter werden und im Alter gesünder sind als sämtliche Generationen vor uns.

Das Dogma von der gesunden Rohkost
Seit dem Beginn der Ökowelle gilt in Deutschland als gesund, was möglichst naturbelassen produziert und verarbeitet wird. Anhänger dieser Bewegung ignorierten dabei, dass der Mensch im Laufe seiner Kulturgeschichte seine Nahrung nur in den wenigsten Fällen unbehandelt zu sich nahm. Und das aus guten Gründen, schließlich sorgt das Kochen, Braten und Fermentieren dafür, dass die Nahrung besser zu verdauen ist, dass giftige Pflanzeninhaltsstoffe entfernt oder unschädlich gemacht werden und dass Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren abgetötet werden.

Und diese Gründe haben im Prinzip noch heute Gültigkeit. Zwar können wir heute auf Pflanzen zurückgreifen, deren Gehalt an giftigen Abwehrstoffen durch züchterische Maßnahmen deutlich reduziert ist, und auch in Punkto Lebensmittelhygiene ist die Situation heute sehr …



Ich tanke Super Plus…

4. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

…obwohl mein Auto E10 problemlos vertragen würde. Denn Superbenzin mit 10% beigemischtem Bioethanol ist ein minderwertiges Produkt. Es enthält je Liter etwa 2% weniger Energie als das bisherige E5. Umgerechnet auf einen Preis von 1,50 Euro entspräche das einem Wertunterschied von 3 Cent. Hinzu tritt die oft unterschätze Komplexität einer analogen Verbrennungskraftmaschine. Wieviel man letztendlich von einem zwar teureren, aber klopffesteren Kraftstoff verbraucht, hängt neben dem Energieinhalt auch von der Einstellung des Motors und dem individuellem Fahrprofil ab. Es lassen sich kaum allgemeingültige Regeln aufstellen, aber mein Selbstversuch der vergangenen Woche, bei dem ich mehrere hundert Kilometer auf allen Straßenkategorien zurückgelegt habe, zeigte es eindeutig: Für mich lohnt sich Super Plus auch bei einer Preisdifferenz von 6 Cent pro Liter, wie sie an meiner Stammtankstelle besteht.

Die zwangsweise Einführung von E10 verdeutlicht einmal mehr, wie sehr sich Ziele wie Klimaschutz auf der einen und Effizienzsteigerung auf der anderen Seite widersprechen. Mit den NIEs jubelt uns die Politik genau das unter, was die Abkürzung besagt: Neue ineffiziente Energieträger, die nicht nur den eigenen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt mehr belasten, als die konventionellen und hochentwickelten Technologien. Beim Bioethanol sind die Energiedichte (die nur etwa die Hälfte der herkömmlichen Benzins ausmacht) und …



Welt-Waldbericht: Abkehr vom Ökologismus?

6. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Kohle, Ökologismus, Ökologistische Mythen

Der Mythos, die Wälder der Welt würden dramatisch schrumpfen, begleitet uns seit Jahrzehnten. Wenn ich mich an die Warnungen meiner Schulzeit erinnere, an die dramatischen Bilder von Holzeinschlägen im Amazonasgebiet, von Bränden in Südostasien und Plantagen in Afrika und Mittelamerika, an die dringlichen Apelle, keine Tropenhölzer mehr zu nutzen und auch kein Papier, dann komme ich zu dem Schluß, der Wald müsse mittlerweile wohl gänzlich verschwunden sein. Der Blick aus dem Fenster belehrt mich ebenso eines besseren, wie das Studium von Satellitenbildern und Luftaufnahmen. Und spätestens seit Lomborgs “Apocalypse No!” könnte eigentlich jeder wissen: Die Wälder schrumpfen zwar, aber keineswegs in nennenswertem Umfang.

Der aktuelle Bericht der UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO, Food and Agriculture Organization of the United Nations) über den Zustand der Wälder der Welt belegt es deutlich: Etwa 4 Milliarden Hektar (4.033.060.000 ha) der Erdoberfläche sind von Wald bedeckt (31% der Landfläche) und die Schrumpfungsrate von durchschnittlich 0,2% pro Jahr im Zeitraum 1990-2000 hat sich im vergangenen Jahrzehnt 2000-2010 auf 0,1% halbiert.

Wie ist dieser Unterschied zwischen allgemeiner Wahrnehmung und der Realität zu erklären? Ganz einfach: Der Wald verschwindet nicht, weil er nachwächst. Grundlegendes Dogma des Ökologismus aber ist die Verehrung der “unberührten Natur”. …



Die neuen AKW: Algenkraftwerke

8. Dezember 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Ernährung, Gesundheit

Gastbeitrag von Udo Pollmer

„Grüne“ Energien sollen Schritt für Schritt Atomstrom und Erdöl ersetzen. Deshalb werden zunehmend Ackerflächen zur Produktion von Biodiesel zweckentfremdet. Nimmt man die Erträge einer modernen Landwirtschaft als Maßstab, zeigen sich allerdings schnell die Grenzen des Konzepts: Um den aktuellen Ölbedarf der Menschheit nur für Motoren (also nicht für den weitaus höheren Energiebedarf) zu decken, benötigte man – um genug Biodiesel zu erhalten – das komplette Ackerland von mehr als fünf Erdkugeln für den Anbau von Sojabohnen, Raps schneidet mit knapp fünf Globen geringfügig besser ab. Die derzeit optimale Lösung böte die Ölpalme: Hier würden 40 Prozent des weltweit nutzbaren Ackerlandes genügen, um vom Erdöl als Energieträger unabhängig zu sein [11].

Mehr Licht!
Der Grund für die schlechten Bilanzen der „Energie vom Acker“ ist der geringe Wirkungsgrad von Pflanzen: Sie nutzen nur fünf Promille des einfallenden Sonnenlichtes. Weitaus effizienter sind Algen – Mikroalgen z.B. nutzen teilweise mehr als 10 Prozent und teilen sich täglich bis zu dreimal. Da sie in Tanks heranwachsen, benötigen sie kaum Fläche und schon gar kein Ackerland. Zudem können sie mit einfacheren Verfahren geerntet und in Biodiesel umgewandelt werden als Landpflanzen. Der Gehalt an Fetten und Ölen kann bis zu 50 …



Gedanken zum Klimaschutz

5. November 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Windkraft

In der Klimadebatte geht es manchmal heiß her. Oft werden dabei Klimaschutz und Umweltschutz miteinander verwechselt, in einen Topf geworfen, oder sogar gleichgesetzt. Statements wie das Folgende können dann schon mal fallen:

“Klima, Natur und Umwelt sind untrennbar miteinander verbunden. Wer Klimaschutz betreibt, betreibt auch Natur- und Umweltschutz! Wer Naturschutz betreibt […], der tut auch etwas für den Klimaschutz.”

Ist das wirklich so? Sind Klima- und Umweltschutz untrennbar miteinander verbunden, oder schließt das eine das andere sogar aus? Über dieses Thema habe ich mir Gedanken gemacht und diese in einem Film umgesetzt.

Um erfolgreich Klimaschutz betreiben zu können, ist eine Abkehr von den fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Erdgas notwendig. Die sogenannten Erneuerbaren Energien, wie Windkraft, Sonnenenergie und Biokraftstoffe sollen dabei die alten CO2-lastigen Brennstoffe ersetzen. Nur wie umweltverträglich sind diese Erneuerbaren Energiequellen? Die Energiedichte von Erneuerbaren Energien, wie Wind- und Sonnenenergie ist vergleichsweise gering. Deshalb benötigt man relativ viel Material, Platz und mithin Naturraum, um jene Menge an Wind-, oder Sonnenenergie zu ernten, die es braucht, um ein Kilo Kohle, einen Liter Erdöl, oder gar ein Kilo Atombrennstoff zu ersetzen. Auch die landwirtschaftliche Erzeugung von Biokraftstoffen aus Raps, Mais und Ölpalmen ist sehr flächenintensiv und auf pflegeintensive Monokulturen …



Falsche Prioritäten: Das Energiekonzept der Bundesregierung

16. September 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Kernenergie, Kohle, Politik, Wasserkraft, Windkraft

Die ersten Eckpunkte zum neuen Energiekonzept der Bundesregierung liegen vor. Das Papier beschreibt die Zielstellung und deutet die auf dieser basierenden Maßnahmen an. In einer wenig aussagekräftigen Art und Weise, denn die ökonomischen und sozialen Folgen bleiben ausgeklammert. Das Eckpunkte-Papier ist kaum mehr als ein Marketing-Pamphlet. Man kann aus diesem Text lernen, wie die Bundesregierung plant, ihre Vorstellungen in der breiten Öffentlichkeit darzustellen, zu kommunizieren. Man kann etwas über die angedachten Sprachregelungen erfahren und wenig bis nichts über die Zukunft.

Das Eckpunkte-Papier basiert auf einem Gutachten, in dem verschiedene Zielszenarien für die Zukunft unserer Energieversorgung durchgerechnet wurden. Dieses enthält also die eigentlich wichtigen Details. Den Gutachtern wurden dabei sehr enge Leitplanken von der Bundesregierung vorgegeben. Die geplante Reduzierung von Treibhausgasemissionen (-40% bis 2020, -85% bis 2050, jeweils gegenüber 1990) und der geplante Anteil der NIEs (1) am Primärenergieverbrauch von 50% in 2050 wurden festgeschrieben. Andere denkbare Zukünfte wurden nicht berechnet und berücksichtigt. Variiert wurde in den 5 betrachteten Szenarien lediglich die Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken (0 (keine Änderung am bestehenden Ausstiegsgesetz im Referenzszenario), 4, 12, 20 und 28 Jahre).

Was kann man aus dem Energiegutachten lernen?

Szenarien sind keine Prognosen. Es werden keine Zukunftsbilder erstellt, denen man eine gewisse Eintrittswahrscheinlichkeit …