Kernenergie



Lesetipp: Buchrezension: “Thorium – Energy Cheaper than Coal”

21. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Technium

Lunar_Thorium_concentrationsAtomhörnchen schreibt über Hargraves Buch und greift gleichzeitig das distanzierte Verhältnis unserer derzeitigen Gesellschaft an und meint, wir stehen an der Schwelle zum Aktinidenzeitalter:

Warum, fragt Robert Hargraves in seinem Buch “Thorium – Energy Cheaper than Coal” (deutsche Übersetzung von Simon Aegerter: “Thorium – billiger als Kohlestrom”), sollte nicht auch das Aktinidenzeitalter auf ähnlichem Wege eingeläutet werden? Er nimmt nicht direkt Bezug auf die Entwicklungen der Computerindustrie, aber sein Plan geht unverkennbar in eine ähnliche Richtung: Heutige Kernkraftwerke sind seltene Riesenkonstruktionen mit typischerweise über 1000 MW Leistung, die die Ressource Uran nur sehr ineffizient nutzen, da sie vorwiegend das natürliche fissile Isotop U235 spalten. Abgesehen von all den irrationalen Angstvorstellungen, die rund um diese Technik entstanden sind (ähnlich der Computerfurcht in den 1980ern und 90ern), stehen ihrem weltweiten engmaschigen Einsatz ein hoher Konstruktionsaufwand, wetterwendische Politik und nicht zuletzt die Tatsache, dass der Atomstrompreis den von Kohlestrom noch nicht deutlich zu unterbieten vermag, entgegen.

Dies muss – so die Grundthese von Hargraves’ Buch – geändert werden, indem man Kleinreaktoren in Serie produziert, die Energie zu Preisen zu erzeugen vermögen, die weit unter denjenigen fossiler Verbrennungen liegen. Angestrebt sind 2 US$ / Watt-Kapazität und 3 UScent / kWh elektrische Energie, die hierzu



Durchbruch bei der Fusion?

17. Oktober 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

ego3-150x150Obwohl für eine Bewertung mitentscheidend, werden zwei Aspekte im Zusammenhang mit der Energiewende nur selten diskutiert. Auf der einen Seite steht die prinzipielle Unfähigkeit der Politik, langfristig robuste Pläne zu gestalten. Dies ist weniger in der Länge von Legislaturperioden oder auch in mangelnder Sachkunde begründet, als in der Dynamik des technischen Fortschritts. Die Energiewende beispielsweise erzwingt den Zustand der Gegenwart als immerwährende Stasis anzusehen, den zu ändern es stetiger und massiver regulatorischer Eingriffe bedarf. Das Potential durch das Marktgeschehen selbst induzierter technischer Durchbrüche ist, da nicht planbar, zu ignorieren. Auf der anderen Seite steht die Idee, durch eine themenspezifische Ausweitung der institutionalisierten Forschung genau die Innovationen, die den Plan stützen, erzeugen und andere mit gegenteiliger Wirkung vermeiden zu können. Das Beharren auf diesem Konzept erstaunt angesichts des Mangels an bisherigen Erfolgen. Wie im Gegenteil marktorientierte Unternehmer immer den primär auf Erkenntnisgewinn ausgerichteten Hochschulwissenschaftlern davoneilen, zeigte der Wettlauf von Craig Venter mit dem Human Genome Projekt in eindrucksvoller Weise.

An genau diese Geschichte fühlte ich mich erinnert, als vor zwei Tagen eine aktuelle Pressemitteilung des amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed-Martin auf meinem Bildschirm erschien:

PALMDALE, Calif., Oct. 15, 2014 – The Lockheed Martin [NYSE: LMT] Skunk Works® team is working on a new



Die Endlagersuche: Das grüne Dilemma

28. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der Umgang der deutschen Politik mit der Kernenergie war zu keinem Zeitpunkt von sachbezogenen Erwägungen geprägt. Das galt in den 1950er und 1960er Jahren, als der Einstieg mit übertriebenen Heilsversprechen gegen die zögernden Energieversorger erzwungen wurde. Das galt im Jahr 2000, als die rotgrüne Bundesregierung den Ausstieg bis zum Jahr 2020 gesetzlich festlegte. Das galt für die sogenannte “Laufzeitverlängerung”, mit der schwarzgelb Ende 2010 den Ausstieg auf das Jahr 2040 verschob. Und das galt in besonderer Weise für die Kehrtwende im Frühjahr 2011, als man angesichts der Ereignisse im fernen Japan die Laufzeitverlängerung wieder zurücknahm.

Nüchtern betrachtet ist der Störfall in Fukushima-Daiichi ein Beleg für die Beherrschbarkeit der mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie einhergehenden Risiken. Das Kraftwerk wurde von einer Naturkatastrophe zerstört, auf die es konstruktiv nicht ausgelegt war. Es befand sich in den Tagen nach Erdbeben und Tsunami in einer Wüste, da die Infrastrukturen in seiner Umgebung (Transportwege, Energie- und Kommunikationsnetze) nicht mehr funktionierten. Weder die Kernschmelze, noch die Freisetzung radioaktiver Stoffe konnten verhindert werden. Trotz allem sind keine Todesopfer durch Verstrahlung zu verzeichnen und es gibt keine Anzeichen für eine Zunahme von Erkrankungen in der Bevölkerung. Betroffen war auch nur eine kleine Region in unmittelbarer Nähe zum



Kernkraft und Energiewende……Pro und Contra

11. August 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Kernenergie

SonnenaufgangIch habe dienstbedingt nicht viel Zeit, weswegen ich schnell mal diesen Thread eröffne, damit Andere nicht drunter leiden müssen, weil einige mit den Hufen scharren um sich endlich diesbezüglich austoben zu dürfen.

Hart aber Fair…….wenn es irgendwie geht, möchte ich mehr Fakten und möglichst keine persönlichen Beleidigungen sehen.

Na dann, haut rein.

Heinz Eng



Schneller Reaktor BN-800 in Russland erstmals mit selbst erhaltender Kettenreaktion

30. Juni 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

BN-800_Laengsschnitt_ReaktorbehaelterAm vergangenen Freitag ist der BN-800 Reaktor im russischen Kernkraftwerk Beloyarsk erstmals kritisch geworden, hat also eine sich selbst erhaltene Kettenreaktion erreicht. Dies sollte für Kernkraft-Befürworter, wie auch für Gegner, eine gute Nachricht sein. Als Befürworter freut man sich über das Erreichen eines Meilensteins bei der Entwicklung der nuklearen Bruttechnologie. Als Kernkraft-Gegner sollte einen der Umstand freuen, dass mit diesem neuen Reaktor langlebige Produkte aus herkömmlichen Kernkraftwerken (sogenannter Atommüll) weitestgehend unschädlich gemacht werden können.

Wobei die Freude bei den deutschen Kernkraft-Gegnern wohl eher verhalten ausfallen dürfte. Zum einen, weil aus deren Sicht jedwede Nutzung der Kernkraft des Teufels ist, selbst wenn damit die Endlager-Problematik obsolet würde (siehe hierzu die Posse um den Greentech-Award für den Dual-Fluid-Reaktor), und zum anderen, weil die allermeisten davon ohnehin nichts erfahren. Kernkraft ist in den deutschen Medien nur dann Thema, wenn sich damit Ängste und eine politische Agenda verbreiten lassen. Dazu schreibt Rainer Klute auf Nuklearia.de:

Vielleicht schreiben deutsche Medien ja doch noch etwas zum BN-800. Obwohl: Können sie ihren Lesern wirklich die Tatsache zumuten, daß man Atommüll nicht für Jahrhunderttausende endlagern muß, sondern ihn in Schnellen Reaktoren zur Energieerzeugung nutzen kann? Daß man aus langlebigem Atommüll kurzlebigen machen kann? So etwas



Deutschland verfehlt trotz Ausbau der erneuerbaren Energien die Klimaziele

6. Mai 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Daten, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Kohle, Medien

Deutschland wird Trotz des Ausbaus der erneuerbarer Energien sein Klimaziel verfehlen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Berliner Energieberatungsinstituts Enervis, aus welcher der „Focus” zitiert.



Die Neutronik – der Weg zur nuklearen Batterie?

2. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium

Das Prinzip eines Pumpspeichers ist leicht zu veranschaulichen. Man hebe einfach ein Glas Wasser hoch – und lasse es fallen. Der erste Schritt entspricht dem Pumpen von Wasser in ein höher gelegenes Becken. Das erfordert Arbeit, wie man leicht merkt, wenn man es mit einem vollen Maßkrug probiert. Denn die Erdanziehungskraft gilt es zu überwinden, wenn auch nur für ein paar Zentimeter. Ein Teil der aufgewendeten Energie ist nun im Wasserglas gespeichert – ein Teil aber auch unwiederbringlich verloren (beispielsweise durch Reibung in den Muskeln oder durch die Verdrängung der Luft). Beim Pumpspeicher geschieht gleiches. Verluste entstehen unter anderem in den Pumpen und durch die Reibung des Wassers in den Leitungen. Läßt man das Wasser aus dem oberen Reservoir wieder abfließen und zur Stromerzeugung durch Turbinen strömen, wird die gespeicherte Energie wieder freigesetzt. Genau wie beim fallenden Wasserglas.

Jeder Energiespeicher funktioniert nach diesem Prinzip. Gespeicherte Energie ist das Potential eines Systems, Arbeit zu leisten. Verliehen wird ihm diese Fähigkeit durch ein Kraftfeld, in dem es sich befindet. Je näher sich das System an der Quelle dieses Feldes befindet, desto geringer ist sein Potential. Denn desto weniger Energie kann es bei einem “Absturz” noch freisetzen. Neben der Gravitation, die auf alle