Kernenergie



Fukushima

17. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

Es gibt keinen Ort auf dieser Erde, an dem ich jetzt lieber wäre, als in Fukushima. Im Kernkraftwerk, im Zentrum des Geschehens. Denn ich bin Physiker und es gibt keinen Ort, der für einen Physiker spannender und interessanter sein könnte. Und vielleicht gilt Ähnliches für viele, wenn nicht für die meisten Physiker und Ingenieure auf diesem Planeten.

Ich wußte schon sehr früh, daß ich eines Tages Physik studieren würde. Als Junge bekam ich zu Weihnachten ein kleines Teleskop geschenkt und fortan war der Blick in den Nachthimmel, die Beobachtung von Sternhaufen, Nebeln und Galaxien, meine liebste Beschäftigung. Erst später lernte ich, das Leuchten und Funkeln im Okular als Ausdruck einer chaotischen, ungebändigten Naturgewalt zu erkennen, der direkten Umwandlung von Materie in Energie bei der Verschmelzung von Atomkernen. Meine Neugierde trug mich wie im Rausch durch 10 Semester Studium und die anschließende Promotion, einer Zeit des Lernens, des mühsam errungenen Verstehens, einer Zeit voller Verzweiflung und Selbstzweifel angesichts der Komplexität und schieren Fülle dessen, was es zu wissen gab. Einer Zeit voller Glücksmomente, wenn sich die Nebel hoben und die Klarheit und Schönheit physikalischer Beschreibungen natürlicher Phänomene erkennbar wurden. Eine Zeit, die leider viel zu schnell vorüberging und viel zu lange …



Mojib Latif: Klimakatastrophen und atomare Störfälle

16. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Wissenschaft
http://www.youtube.com/watch?v=lQ0QNDPNe04″>Video:

Nach dem verheerenden Erdbeben in Japan und den atomaren Störfällen in japanischen Kernreaktoren meldet sich nun der Klimaforscher Mojib Latif zu Wort. In einem ARD-Interview vom 15.03.2011 (in der Sendung Brisant) äußerte sich der Klimaforscher zu möglichen Wetterextremen und Klimakatastrophen in Deutschland, die zu atomaren Störfällen führen könnten.…



Atom und Feuer

16. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie

Wenn es ums Thema Kernkraft geht, wird offensichtlich jedes rationales Denken zur Nebensache. Das hat natürlich auch mit Kernwaffen zu tun, der Schock von Hiroshima und Nagasaki sitzt nach wie vor fest. Und in der Tat, vor Kernwaffen sollten wir uns schützen. Robert McNamara sagte in The Fog of War: “Jeder Militärkommandant, der ehrlich zu sich selbst ist, oder zu anderen, wird zugeben, dass er bei Kriegseinsätzen Fehler gemacht hat. Er hat unnötigerweise Menschen getötet. Eigene Soldaten oder andere. Durch Fehleinschätzungen. Hunderte, Tausende, vielleicht sogar Hunderttausende. Aber er hat keine Nationen zerstört. Ein alter Leitsatz lautet: Begehe keinen Fehler zweimal. Aber das tun wir. Manche Fehler sogar dreimal, hoffentlich nicht öfter. Aber es gibt keine Lernzeit bei Atomwaffen. Da zerstört ein Fehler Nationen.”

Vor diesem Szenario haben die Menschen Angst, zu Recht. Die atomare Hochrüstung war und ist eine Bedrohung für ganze Völker, für die ganze Welt. Das es nicht zur großen Katastrophe kam und wahrscheinlich auch nicht kommt, liegt nur daran, das derjenige als zweiter stirbt, der als erster den Knopf gedrückt hat.

Jedem Kind sind heute die Städte Hiroshima und Nagasaki ein Begriff, verbunden mit der Vorstellung einer allumfassenden Zerstörung durch Atombomben. Doch keiner redet mehr über die …



Störfall in AKW; welche Perspektive danach

14. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Erdgas, Kernenergie, Politik

Zugegeben, der Titel ist provokativ, doch hilft es nicht vor der derzeitigen Entwicklung die Augen zu verschließen. Egal wie die Störfälle in Japan noch ausgehen werden, alle hoffen das es glimpflich sein wird, es wird in nächster Zeit die ohnehin andauernde Diskussion über den Atomausstieg bestimmen. Ich stehe nach wie vor positiv zur Kernkraft, vor allem was die nächsten Generationen von Reaktoren betrifft. Auch würde ich mich der Forderung nach Stilllegung der ältesten Meiler in Deutschland anschließen, wenn diese durch neue Kernkraftwerke ersetzt werden würden. Doch ob das politisch hierzulande durchsetzbar sein wird, dürfte mehr als fraglich sein.

Die Bundesregierung argumentiert in Bezug auf die Laufzeitverlängerung immer auch, dass die abgeschöpften Gewinne zum weiteren Ausbau der NIE verwendet werden. Sollte diese Laufzeitverlängerung kippen, wären auch diese Abschöpfungen hinfällig, die NIE müssten auf andere Weise gefördert werden. Doch den Stromkunden noch mehr Umlagen aufzubürden, dürfte jeder Regierung schwer fallen. Mit was also wollen wir die Kernkraft also ersetzen? NIEs sind nicht dazu imstande, kurzfristig schon gar nicht. Geeignete Speichertechnologien sind auch nicht vorhanden. Bleibt also nur Kohle, Öl, Gas.

Öl können wir auch gleich wieder vergessen, das spielt bei der Stromerzeugung keine Rolle. Für Kohle und Gas sind die Technologien vorhanden, …



Charlotte hat auch Angst…

17. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Kurioses, Medien

Was treibt eine Moderatorin und Autorin aus der eher seichten Ecke der Unterhaltungsindustrie dazu, ausgerechnet unserem Bundespräsidenten eine sexuelle Offerte zu unterbreiten?

Der Wunsch nach medialer Aufmerksamkeit, um die eigene, etwas ins Stocken geratene Karriere zu befördern?

Ganz sicher auch. Wichtiger scheint aber der Umstand zu sein, daß Angstzustände irrationales Verhalten befördern können. Jedenfalls gibt Charlotte Roche im Spiegel-Interview (Ausgabe 46/2010) auf die Frage, was denn der emotionale Kern des Protestes gegen die Castor-Transporte sei, folgendes zu Protokoll (Hervorhebung durch mich):

Angst. Die Regierung macht mir Angst. Asse macht mir Angst. Verseuchtes Grundwasser macht mir Angst. Auch wie nahe alle Aktivisten dem Transporter kamen. Dass der gesunde Menschenverstand nicht ausreicht, um diese Probleme zu lösen, das macht auch Angst. Durch die geplante Laufzeitverlängerung werden weitere 500 Castor-Behälter in den kommenden zwölf Jahren produziert. Wir wissen nicht, wie man auch nur einen Behälter eine Million Jahre sicher lagert.

Man könnte vieles darauf erwidern. Das Problem ist nur: Charlotte wird es nicht verstehen. Nicht verstehen wollen und nicht verstehen können. Wo Angst das Denken regiert, ist der Verstand im Feuchtgebiet versunken.…



Advokaten der Angst

16. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft
http://www.youtube.com/watch?v=qF9WdV8pUPk”>Unchained

…die angekündigte Fortsetzung zu “Ein Advokat hat Angst“.

Ein wichtiger Aspekt der Klimakatastrophe ist ihr Unterhaltungswert – gemessen am Gruselfaktor. Die Evolution hat es nun einmal so eingerichtet: Bei uns Menschen setzt Panik chemische Prozesse in Gang, die zu erhöhter Aufmerksamkeit, zu einer Schärfung aller Sinne und Reflexe führen. Wenn die Angst abgeklungen ist, bleibt noch für eine Weile ein wohliges Gefühl der Entspannung zurück. Man darf natürlich nicht überziehen. Wie bei allen Drogen ist auch für die körpereigenen die Schädlichkeit der Überdosis zu beachten. Im Übermaß kann Furcht lähmen und das Gemüt dauerhaft in Mitleidenschaft ziehen.

Auf der Klaviatur dieser Möglichkeiten spielen Hollywoods Regisseure seit Jahrzehnten mit genialischer Virtuosität (jedenfalls einige). Wenn sie wollen, daß wir uns fürchten, dann fürchten wir uns auch. Der Horrorfilm ist die hohe Kunst des Spiels mit der Dosierung unserer Hormone und Botenstoffe.  Zunächst werden optische und akustische Reize nur einzeln in niedriger Dosierung verabreicht. Phantasie und Vorstellungskraft des Zuschauers werden gerade genug angeregt, um die Intensität unserer Emotionen weiter zu steigern, manchmal bis knapp vor die Grenze des Erträglichen. Sobald das Monster dann Gestalt annimmt, sich Optik und Akustik zu einem begreifbaren Ganzen vereinigen, es quasi physisch materialisiert und dadurch auch …



Lesetipp: Nicht der Atommüll, sondern die grüne Anti-Atomkraftideologie leidet unter einem Endlagerungsproblem

25. September 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie, Ökologismus, Politik

Im Blog “Denken für die Freiheit” des Liberalen Instituts der Friedrich-Naumann-Stiftung ist unter dem Titel “Die Moritat von der ‘ungelösten Endlagerfrage‘” ein bemerkenswerter Beitrag von Klaus-Dieter Humpich erschienen, welchen ich den Lesern dieses Blogs wärmstens zur Lektüre empfehlen möchte. Hier ein Auszug:

Wäre der „Atommüll“ innerhalb von — sagen wir 300 Jahren — vollständig verschwunden, würde die Diskussion sicherlich zu einer gänzlich anderen Bewertung führen. Als Totschlagargument gegen die Kerntechnik dient die Gefahr für Jahrmillionen. Diese besteht aber nur, wenn man so langlebige Isotope, wie Plutonium und die  sog. „Minoren Aktinoiden“ weiter bestehen lässt. Genau dies fordern aber nur die Deutschen Grünen! Machen wir uns nichts vor, selbst wenn heute weltweit mit der Nutzung der Kernenergie (Brückentechnologie!) Schluss gemacht würde, würden einige tausend Tonnen Plutonium und Aktinoiden — nicht zuletzt aus der Rüstung — verbleiben. Diese sollen nach den Wünschen von Trittin und Co aus rein ideologischen Gründen einfach verbuddelt werden. Wahrscheinlich als Dünger für die Verwirklichung des Sozialismus. Diese Forderung von „Atomkraftgegnern“ kann man nur als pervers bezeichnen. Es soll eine vermeidbare Gefahr aus einer verquasten Ideologie heraus erhalten werden, um Argumente für die Durchsetzung unsinniger Investitionen in Wind und Sonne rechtfertigen zu können

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