Energieerzeugung



Die Töpfer-Wende

18. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Kernenergie, Politik

Reden kann er. Der Saal in der Kaiserpfalz ist ja auch ein sehr ansprechendes Ambiente für einen Vortrag. Hier fühlt sich der ergraute ältere Herr richtig wohl, wie er offen zugibt. Umgeben von überlebensgroßen Gemälden deutscher Kaiser aus vergangenen Zeiten kann man sich eben schon dem Eindruck hingeben, Geschichtsträchtigkeit und Bedeutung würden auf die eigenen Worte abfärben. Und so war am Abend des 17. Oktober ein glänzend aufgelegter Klaus Töpfer in Goslar zu bestaunen.

Nicht als Ex-Professor für Volkswirtschaftslehre, als Ex-Staatssekretär oder Ex-Minister und auch nicht als Ex-Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP wurde er geladen. Nein, an diesem Abend war der Ex-Vorsitzende der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung gefragt, als der er Angela Merkel beim Atomausstieg im Frühsommer 2011 so hilfreich zur Seite gestanden hatte. Die Energiewende sollte Klaus Töpfer erklären. Eine Aufgabe, der er durchaus unterhaltsam nachkam. Den Begriff der Nachhaltigkeit handelte der Direktor des  Institute for Advanced Sustainability Studies dabei gleich im ersten Satz ab, ohne das Wort danach noch einmal zu verwenden. Begriffe wie “Klimaschutz”, “globale Erwärmung” oder “2-Grad-Ziel” kamen überhaupt nicht vor. Lediglich am Rande erwähnte er einmal, genau einmal, den Ansatz der Reduzierung von CO2-Emissionen. Über Kernenergie dagegen sprach er lang und ausführlich.



Die fünf Rechentricks der Ökobranche nebst einem Kommentar – Der Hype um den Ökostrom folgt dem Niedergang beim Klimawandel

14. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

Unter dem Titel “So rechnet die Ökobranche die Energiewende schön” zeigt Autor Daniel Wetzel heute in der Welt eine überaus interessante Auflistung. Ich empfehle allen, den Artikel in gesamter Länge zu lesen. Hier sind die Fünf Punkte, mit deren Hilfe die Ökobranche jetzt versucht, den Schwarzen Peter für die Erhöhung der EEG-Umlage wahlweise an die Industrie oder an die Politik weiterzugeben. Wobei der fünfte Punkt eigentlich eine Rechtfertigung für die hohen Preise ist, weil ohne “Ökostrom” alles schließlich noch viel teurer werden würde.

Die Fünf Punkte in Auszügen:

1. Sündenbockindustrie

Die Kostenrelativierer behaupten, dass die Befreiung der Industrie von der EEG-Umlage verantwortlich für den teureren Ökostrom sei. Denn alle übrigen Verbraucher haben entsprechend höhere Kosten zu schultern. Die In dustrie entziehe sich der Finanzierung des “nationalen Gemeinschaftswerks” Energiewende.

Daran ist zwar richtig, dass viele Betriebe von der EEG-Umlage befreit sind, die dieses Privileg gar nicht nötig haben. Doch das macht aus der Industrie nicht den schlimmsten Kostentreiber der Energiewende. Allein die EEG-Umlage zur Förderung des Solarstroms ist mit 1,77 Cent pro Kilowattstunde dreimal so hoch wie die “besondere Ausgleichsregelung” der Industrie, die nur 0,6 Cent beträgt.

 

2. Höheres Angebot

Der Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE) kritisiert, in der



Altmaier beerdigt die Energiewende

11. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Wessen Arbeitszeugnis die Passage “hat die in sie/ihn gesetzten Erwartungen mehr als erfüllt” beinhaltet, sollte sich damit vielleicht besser nicht auf einen anderen Job bewerben. Denn mehr als ein “ausreichend” versteckt sich hinter dieser Formulierung nicht. Wenn überhaupt.

Mit dieser Bewertung hat Bundesumweltminister Peter Altmaier heute dem “Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien” EEG gekündigt. So also liest es sich, wenn Politik einräumt, einen Fehler begangen zu haben.  Natürlich hat die Kanzlerin mit der Energiewende eine Position bezogen, von der man nicht so einfach abrücken kann. Begrifflichkeit und langfristige Zielstellung bleiben also erhalten. Aber was unter “Energiewende” genau zu verstehen ist, unterliegt einer variablen politischen Definition und die Zielstellungen für 2020 (40% Anteil der NIEs an der Stromerzeugung) und 2050 (80%) sind weit genug entfernt. Weit genug jenseits des aktuellen innenpolitischen (bis zur Wahl im September 2013 reichenden) Horizontes der Regierung jedenfalls, um weiterhin verteidigt werden zu können.

Denn jedem technisch und ökonomisch halbwegs gebildetem Beobachter ist klar: Mit den bisherigen Säulen der Energiewende, also Windenergie on- und offshore, Biomasse und Photovoltaik, können solche Ziele nur auf zwei Wegen erreicht werden. Weitgehender Verzicht auf Elektrizität oder unbegrenzte Übernahme der entstehenden Mehrkosten durch staatliche Subventionen. Letztere Taktik schlug das bisherige EEG ein,



Neues von der Enquete

8. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Klimawandel, Politik

Am 24. September 2012 fand die 21. Sitzung der Enquetekommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität statt.⁽¹⁾ Haupttagungspunkt war die Beratung und Verabschiedung des Berichts der Tagungsgruppe 3 (PG3)⁽²⁾ und wenn eines klar wurde, dann das, dass nichts klar ist. Weder beim Thema Ressourcen, noch bei fast allen anderen Themen. Der Vorsitzende der PG3, Hermann Ott, betonte daher mehrmals, dass sich die Kommission lediglich einig sei darüber, dass die Grenzen des Ökosystems die Grenzen unseres Handelns darstellt. Das war aber auch schon alles worüber das man sich einig war. Wahrscheinlich deswegen, weil diese Formulierung so schwammig und letztlich nichtssagend ist, da konnte wohl jeder zustimmen, ohne sich besonders festlegen zu müssen.

Nach den Erfahrungen in der PG1⁽³⁾ war man offensichtlich bemüht, wenn schon nicht einen Konsens, so doch immerhin ein gemeinsames Papier zustande zu bringen. Im Laufe der Sitzung wurde auch deutlich, wie dies gelingen konnte. So wurden abweichende Meinungen und Standpunkte in Fußnoten verpackt, und als diese Praxis Ott erklärte, veranlasste dies die Vorsitzende Daniela Kolbe zu der Feststellung, es wären wirklich viele Fußnoten in dem Bericht. Doch selbst damit war noch nicht alles in Butter, vor allem Michael Müller⁽⁴⁾ konnte sich überhaupt nicht mit der Darstellung anfreunden,



Wie der Shale-Gas Boom indischen Kleinbauern Wohlstand bringt

3. Oktober 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Erdgas, Ernährung, Unkonventionelles Gas und Öl

In den USA wird seit einigen Jahren in immer größerem Maßstab unkonventionelles Gas aus bislang unzugänglichen Quellen gefördert (Schiefergas oder Shale-Gas). Diese Entwicklung hat den Energiemarkt in der weltweit größten Volkswirtschaft gründlich auf den Kopf gestellt. Die Ergebnisse dieser Entwicklung sind unter anderem, dass die ‘Gaspreise in den USA entgegen dem weltweiten Trend in den letzten Jahren stark gefallen sind und dass Gas zur Stromproduktion inzwischen fast so billig ist wie Kohle. Zusammen mit den geringeren Investitionskosten für ein Gaskraftwerk im Vergleich zu Kohlekraftwerken hat diese Entwicklung dazu geführt, dass der Anteil des Stroms, der aus Gas produziert wird, in diesem Jahr zum ersten mal in der Geschichte der USA genauso groß wie der der Kohle war (wir berichteten).

Das hat auch Auswirkungen auf den CO2-Aussstoß. Dieser ist wegen des Shale-Gas-Booms in den USA seit 2007 rückläufig  (Grafik) und könnte in diesem Jahr unter den Wert von 1990 fallen. Sollte diese Entwicklung sich fortsetzen, würden die USA als eines der wenigen westlichen Länder das Kyoto-Protokoll nachträglich erfüllen, ohne es jemals ratifiziert zu haben.

Wirtschaftsboom dank Shale-Gas

Und der Wirtschaft in den USA bringt das Schiefergas als neue und preiswerte Energiequelle weitere Vorteile. Da sind zum



Brandenburg setzt Vorrang für unterirdische Autobahnen im Bundesrat durch

22. September 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Politik

Beim Ausbau des Autobahnnetzes sollen in Deutschland künftig Tunnel die Regel werden. Brandenburg setzte sich am Freitag mit einem Antrag zur Änderung des Straßenbaugesetzes im Bundesrat durch, wie das Wirtschaftsministerium in Potsdam mitteilte. “Dies ist auch ein wichtiger Beitrag zur Akzeptanz unter den Bürgerinnen und Bürgern für den Bau solcher Schnellstraßen”, sagte Minister Ralf Christoffers (Linke). Immer wieder wenden sich Bürgerinitiativen gegen Autobahnen über der Erde.

Mit der Änderung würden die Straßenbauer verpflichtet, im Bereich von Schnellstraßen auf denen schneller als 100 km/h gefahren werden darf grundsätzlich einen Tunnelbau zu beantragen. Nur wenn gegen die unterirdische Straßenführung öffentliche Interessen geltend gemacht würden, könnte eine oberirdische Schnellstraße errichtet werden.

Was bei Autobahnen wie offensichtlich Irrsinn klingt, ist bei “Stromautobahnen” offenbar durchsetzbar

Sie haben es sicher bemerkt, beim Zitieren dieser Meldung aus der Märkischen Oderzeitung habe ich den Begriff Starkstromleitung durch Autobahn ersetzt. Was eigentlich natürlich gar nicht geht (“Autobahn geht gar nicht“), hilft aufzuzeigen, was für ein Irrsinn am vergangenen Freitag vom Bundesrat verabschiedet wurde. Auf Antrag des Rot/Dunkelrot regierten Bundeslands Brandenburg wurde beschlossen, dass künftig neue Starkstromleitungen in der Regel unterirdisch verlegt werden sollen. Damit soll die Akzeptanz für neue Leitungen in der Bevölkerung gesteigert werden.

Irrsinnig ist



Branche fordert Einspeisevergütung für “Windgas”

15. September 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Bekanntlich gibt es bei der Produktion von Strom aus Wind und Sonne ein zentrales Problem. Wobei, in Wirklichkeit gibt es eine ganze Reihe von Problemen. Da sind etwa die hohen Kosten für die Energieerzeugung,oder etwa der gewaltige Fächenbedarf  von Wind- und Solarparks. Aber der größte Nachteil dieser zentralen Bausteine der Energiewende ist und bleibt der Umstand, dass in einem funktionierenden Stromnetz immer genau soviel Strom zur Verfügung gestellt werden muss, wie gerade verbraucht wird.

Stromerzeugung aus Wind und Sonne von Wetter aghängig

Und das zu leisten sind Wind und Sonne gerade nicht in der Lage. Eine Stromerzeugung aus solchen Quellen ist von der Tageszeit und vom Wetter abhängig. Auf beide Faktoren haben wir keinen Einfluss und anders als der Einstellwinkel de Sonne ist das Wetter auch mittelfristig nicht in brauchbarem Maß vorhersagbar. Und, nebenbei bemerkt, selbst wenn wir für das nächste Quartal präzise vorhersagen könnten, wann und wo der Wind weht oder wo gerade ein Wolkenfeld die Sonne verdeckt, hätten wir keine Möglichkeit irgendwie regelnd auf die Stromproduktion aus Wind und Sonne einzuwirken. Man kann es also drehen und wenden wie man will. Entweder wir verabschieden uns von dem Gedanken einer bedarfsgerechten Stromerzeugung, oder wir begraben die Idee, unseren Strom