Energieerzeugung



Wenn der große Bruder nachts das Mittagessen kocht… Ökologisch korrektes Verhalten durch intelligente Zähler

1. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Ökologismus

Die Idee scheint plausibel: Der Stromzähler soll mehr können, als nur Kilowattstunden aufzuaddieren. Er soll über das Internet mit dem Versorger kommunizieren, den Stromverbrauch im Hause qualitativ bewerten, die Tageszeit-abhängigen Tarife anzeigen und bestimmte Verbraucher abschalten, wenn Strom gerade zu viel kostet. Deshalb heißt er auf neudeutsch Smart Meter.

Hört sich gut an, aber dieses Kästchen öffnet auch den regierungsamtlichen Regulierungs- und Bürgererziehungs-Absichten Tür und Tor. Licht und Schatten liegen wie bei fast jeder Technik dicht beieinander, insbesondere, wenn eine Regierung, die Energiesparen beinahe schon zur ethischen Pflicht erhebt, den innovationsunwilligen Bürgern am Ende mit Nachdruck zur richtigen Gesinnung verhelfen will.

Betrachtet man den tatsächlichen Stromverbrauch in einem Einfamilienhaus, so stellt sich rasch heraus, daß nur wenige “dicke” Verbraucher die gesamte Bilanz bestimmen. Es ist einfach, diese zu finden: Es sind allein die Geräte, die mit Strom Wärme oder Kälte erzeugen. Also der Kochherd, die Spülmaschine, der Kühlschrank, die Tiefkühltruhe, die Waschmaschine und der Wäschetrockner.

Vergessen Sie alle übrigen Verbraucher
Beleuchtung, Computer, Fernseher, alle Geräte mit Motor, die Umwälzpumpe der Heizung, selbst Föhn, Toaster, Kaffeemaschine oder die Mikrowelle spielen – trotz teilweise intensiver Wärmeerzeugung – wegen ihrer geringen Nutzungsdauer praktisch keine Rolle bei Ihrer Stromrechnung. Geht man mit diesem …



Bürgerdialog Zwischenbilanz: Speicher und Netze

28. Juli 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog

Wenn man die Kommentare zu den vier Fragen des Bürgerdialoges durchliest, dann fällt der hohe Anteil an kritischen Äußerungen schnell auf. Leider wurde aber eine Frage nicht gestellt: “Halten Sie die Energiewende der Bundesregierung für notwendig und richtig, ja oder nein”? Stattdessen beschränkt man sich auf Zielkonflikte und geht davon aus, dass die Energiewende sozusagen alternativlos sei und ein breiter Konsens darüber in der Bevölkerung herrscht. Das dem nicht so ist, dafür genügt eine grobe Sichtung der Kommentare. Da wir das aber genau wissen wollen, ist eine Zählung und Einordnung der Stellungnahmen notwendig. Dabei muss man acht geben, dass man nicht vermengt, was nicht zusammen gehört. Es gibt durchaus Stimmen, denen die Energiewende nicht weit genug geht und diese deswegen ablehnen. Solche und vergleichbare Meinungen, sind nicht unter Rubrik ablehnend erfasst, sondern, je nach Aussage unter neutral oder zustimmend.

Leider ist, wie schon gesagt, die wichtigste Frage nicht gestellt worden, also müssen wir die Antworten aus dieser imaginär gestellten Frage, aus den Beiträgen herauslesen. Das ist zwar etwas mühselig, doch nicht besonders schwer, denn, Unklarheiten über den Standpunkt der Kommentatoren bestehen eher selten. Vor allem die Gegner der Energiewende lassen sich leicht heraus filtern.

Betrachten wir unter diesen Gesichtspunkten …



Der Bürgerdialog: Ein Kommunikationsdesaster?

22. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Ob jemand ein Thema wirklich durchdrungen hat, zeigt sich nicht selten in seiner Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Die Bundesregierung, insbesondere das Bundesforschungsministerium, hat offensichtlich noch kein Verständnis für die Problematiken entwickelt, die sich aus Sicht der Bürger mit der „Energiewende“ verbinden. Denn die vier Leitfragen, die als Debatteneröffnung für die ersten Wochen des Bürgerdialogs zur Energiepolitik dienen sollen, geben nicht wirklich wieder, was die Nutzer der Webseite bewegt. Und einige enthalten in ihrer Formulierung sachliche Fehler und Interpretationsspielräume, die eine Beantwortung schwer machen.

So heißt es in These 1 unter der Überschrift „Energieeffizienz“:

„Ich halte Maßnahmen zum Energiesparen für sinnvoll, auch wenn sie mich in meinem persönlichen Lebensstil einschränken.“

Energie effizienter zu nutzen bedeutet aber genau nicht, sich „einschränken“ zu müssen. Effizienzsteigerung heißt vielmehr, denselben Effekt oder Nutzen mit weniger Aufwand zu erreichen. Es verbleibt immer ein Gewinn, der für mehr Effekt oder Nutzen eingesetzt werden kann (Rebound-Effekt). Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Treiber des technischen Fortschrittes seit tausenden von Jahren und führt eigentlich immer zu einer Erhöhung des Energieumsatzes – und nicht zu einer Verminderung. Dieser Widerspruch zwischen Überschrift und eigentlicher Fragestellung ist vielen Kommentatoren auch aufgefallen. Die These selbst stößt weit überwiegend auf Ablehnung (Bild …



Windige Anleihen

18. Juli 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Profiteure

Gastbeitrag mit freundlicher Genehmigung von Meinrad Heck und Martin Storz (Fotos). Zuerst erschienen in der Kontext:Wochenzeitung

Der Kapitalmarkt hat die Umwelt entdeckt. Millionenschwere Unternehmensanleihen werden in Stuttgart mithilfe ehemaliger Politprominenz an kleine Privatanleger verkauft. Kritische Analysten warnen vor ziemlich hohen Risiken. Ist da wirklich alles grün, was glänzt?

Am Börsenplatz in Stuttgart werden neue Babys geboren. Keine mit großen Kulleraugen, sondern einfach nur Kapital-Nachwuchs, der vielen Menschen ziemlich viel Geld einbringen soll. Die Börse hat die Umwelt entdeckt und sammelt seit einem Jahr zum Beispiel für Solar- oder Windkraftunternehmen mehrere hundert Millionen Euro ein. Das neue Segment heißt “Bondm”. Es soll den Mittelstand mit Barem versorgen, weil die Banken mit ihren Krediten immer knausriger werden und Risiken scheuen. Deswegen leihen sich mittelständische Unternehmen ihr Geld statt bei der Bank gleich bei Otto Normalverbraucher. Der fragt nicht so genau nach, trägt aber jetzt das Risiko. Dafür darf er ein Vielfaches von dem kassieren, was er sonst kennt, und nicht diese angeblich so erbärmlichen Zinssätze vom Sparbuch.

Dabei kann ein gewisser Walter Döring helfen. Der Mann hat das sprichwörtliche Erbarmen mit den armen Geldanlegern. Auch Döring hat die Umwelt entdeckt. Willi Balz, ein schwäbischer Selfmade-Unternehmer und Chef einer gewissen Windreich AG aus …



Umfrage zum Thema „Windkraftenergie und Windkraftanlagen”

18. Juli 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Windkraft

Per E-Mail hat mich ein Aufruf der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf erreicht, in der zur Teilnahme an einer Umfrage zum Thema „Windkraftenergie und Windkraftanlagen” aufgerufen wird. Ich habe soeben an dieser Umfrage teilgenommen und war ehrlich überascht.

Erwartet hatte ich Fragen die darauf abzielen, dem Teilnehmer mehr oder
weniger unterschwellig eine Zustimmung zu diesem Thema abzuringen. Meine bisherigen Erfahrungen mit Umfragen dieser Art gingen bislang immer in diese Richtung. Im vorliegenden Fall habe ich allerdings den Eindruck, dass den Machern der Umfrage ehrlich daran gelegen ist, die Meinung der Menschen zum Thema Windkraft zu erfahren. Daher mein Aufruf an unsere Leser: Nehmen Sie sich 15-20 Minuten Zeit um den Fragebogen auszufüllen. Ich hoffe, dass ich hier in ein paar Wochen mehr zum Ergebnis der Befragung schreiben kann.

Hier der Link zur Umfrage.…



Bürgerbefragung zur Energie

12. Juli 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat einen Bürgerdialog zu Thesen zur Zukunft der Energie in Deutschland gestartet. Habe mich da gerade angemeldet, und werde mich wahrscheinlich dort auch in den nächsten Tagen mit dem einen oder anderen Kommentar eintragen. Ob es etwas bringt, dort gegen die derzeitige Energiepolitik anzuschreiben, kann ich nicht beurteilen, denke aber, es kann nicht schaden und wir sollten dieses Feld nicht denen überlassen, die aus ideologischen Gründen die NIE (Neue Ineffiziente Energien) als hauptsächliche zukünftige Energieversorgung sehen.

Website: Zukunftstechnologien

Grafik: Bundesministerium für Bildung und Forschung

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Persönliche Erklärung zur “Energiewende”

30. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik

Persönliche Erklärung zur “Energiewende”

Die Änderung des Atomgesetzes, über die hier abgestimmt wird, soll den Atomausstieg bewirken. Sie ist das Herzstück der so genannten Energiewende, die uns seit dem bedauerlichen Unglück in Fukushima verordnet worden ist. Dieses Gesetzgebungsvorhaben ist aus mehreren Gründen kritikwürdig.

Ein Grund sollte uns alle in der Ablehnung der Energiewende einen. Wir verordnen Deutschland im europäischen Alleingang eine vollständige Reorganisation seiner Energieerzeugungsbranche. Das ist mit enormen Kosten verbunden. Es sind viele Milliarden Euro für Investitionen notwendig, um die in Deutschland heute verbrauchte Energie morgen auf andere Art und Weise produzieren zu können. Wir zwingen die Energieerzeuger, für sich ein anderes Geschäftsmodell zu entdecken. Wir zwingen viele Millionen Menschen zur Umstellung ihres Verhaltens beim Konsum von Energie. Wir greifen tief in die Eigentumsrechte der Unternehmen ein, indem wir deren Investitionen mit einem Federstrich entwerten. Um die Überlandleitungen zu bauen, werden viele Landbesitzer enteignet werden müssen. Durch die umfangreichere Einspeisevergütung belasten wir die privaten und gewerblichen Stromverbraucher.

Die enorme Tragweite der Energiewende allein sollte uns dazu anhalten, unsere Entscheidung wenigstens durchdacht, überlegt und mit der gebotenen kühlen Rationalität zu treffen. Dies tun wir nicht. Das Paket zur Energiewende war gestern im Ausschuss und ist heute im Parlament. Eine große …