Energieerzeugung



Will Umweltbundesamt Chef Flasbarth mehr Wettbewerb auf dem Energiemarkt?

26. November 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Politik

Der Chef des Umweltbundesamtes Jochen Flasbarth hat heute morgen ein Interview beim Deutschlandfunk gegeben. Anlass war natürlich der Start der Klimakonferenz in Doha und daher kamen von Ihm auch zunächst die zu erwartende Statements von mehr Extremwetter wegen des Klimawandels, mehr ehrgeizigen Reduktionszielen und dem “Jobmotor Energiewende”.

Geschenkt ist dabei, dass der Zusammenhang zwischen extremen Witterungsereignissen und einer Erwärmung durch den Klimawandel überhaupt keine wissenschaftliche Grundlage hat und eher so etwas wie eine momentane Rückzugslinie im Kampf gegen das Abdriften des Themas Klimawandel in die Bedeutungslosigkeit darstellt. Wenn es seit nunmehr 15 Jahren schon nicht mehr wärmer wird, dann doch wenigstens “extremer”.

Auch dass man sich mit Aussagen wie “Wir wissen inzwischen, dass Klimaschutz auch eine Modernisierungsstrategie ist, die Arbeitsplätze bringt” angesichts der Pleitewelle in der Solarbranche und dem Niedergang bei den Herstellern von Windkraftanlagen eigentlich ziemlich lächerlich macht, hat in unseren Qualitätsmedien bislang nur zu wenig bis gar keinen kritischen Nachfragen geführt. Alles wie gehabt also.

Was einen allerdings wirklich staunen machen konnte war die folgende Aussage Flasbarths:

Die EEG-Umlage ist gestiegen – auch das, weil sie die Differenz zum Börsenpreis ausdrückt. Das ist leider Gottes sehr kompliziert. Es steht aber fest: Der Strompreis an der Börse wird niedriger.



Zwangsbewirtschaftungen und die Energiewende

17. November 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Politik, Profiteure

Aus der Kriegswirtschaft zur Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges kennt man einige Verfahren, die zur Herstellung von Gütern oder Rohstoffen verwendet wurden, weil auf Grund der besonderen Situation im Krieg nicht genügend für alle vorhanden war. Man versuchte Ersatz, Substitute, zu schaffen. Und wo das nicht ging, musste man eben verzichten, vor allem im zivilen Leben; die Bedürfnisse des militärischen Sektors hatte Vorrang. Ressourcen wurden alloziert, zugewiesen, verteilt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Ressourcenallokation, die nicht nur in Zeiten der Krise oder des Krieges notwendig ist, sondern allgegenwärtig.⁽¹⁾

Im Normalfall sorgen Marktmechanismen für die Verteilung. Eine Ressourcenproblematik entsteht erst durch politische oder militärische Konflikte, da unter diesen Umständen davon ausgegangen wird, dass die Marktwirtschaft versagt. Konflikte oder Krisen erzeugen Knappheiten, die im Zuge der Knappheitsbewältigung wieder neue Konflikte hervorrufen. In einem Tagungsbericht vom 49. Historikertag in Mainz heißt es dazu:⁽²⁾

In der Folge lassen ihre Lösungsversuche wiederum neue Konfliktfelder entstehen, und zwar sowohl dort, wo sie (scheinbar) erfolgreich waren als auch dort, wo das Versprechen einer Aufhebung der Ressourcenproblematik uneingelöst blieb.

Es zeigte sich, dass Wirtschaft und Gesellschaft unterschiedlich auf die Kriege vorbereitet wurden. Im ersten Weltkrieg hat es praktisch keine Strategie gegeben um



Ott bei Friedman, oder wie mit falschen Ängsten Politik gemacht wird

11. November 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

Es gibt Sendungen im Fernsehen die ich normalerweise sofort wegzappe. Dazu gehören fast alle Talkrunden, vor allem dann, wenn sie ein Format wie bei Anne Will aufweisen. Ein paar wenige Sätze, oberflächlich und doch medienwirksam vorgebracht, durch immer wieder eingespielte Filmchen unterbrochen, sollen den Zuschauer bei Laune halten. Beckmann und Co. sind ebenfalls kaum noch erträglich. Betroffenheitsgeschwafel nenne ich dies. Im Prinzip lässt sich diese Aufzählung noch ein ganzes Stück erweitern, und betrifft alle Sender, ob öffentlich rechtliche oder private ist egal. Einige Ausnahmen gibt es, stellvertretend seien hier nur die Phoenix-Sendungen »Im Dialog« oder »Unter den Linden« genannt.

Michel Friedman macht mit seiner Sendung in N24 da auch eine gewisse Ausnahme, denn er passt nicht in diese Muster. Man könnte bei ihm von Konfrontationsjournalismus sprechen, oder Provokationsjournalismus. Diese seine Krawallmasche ging mir ebenso auf den Wecker, weshalb ich mir dies auch nie anschaute – bis vorgestern. Thema waren die gestiegene Stromkosten und die Energiewende etc., etwas was mich natürlich interessierte, doch nicht der Grund war warum ich es mir anschaute. Es lag an der Person Hermann Ott von den Grünen, doch dazu später. Erst einmal die Vorbemerkung, dass ich doch etwas erstaunt über die Art und Weise war,



Speicher leer? Was dann? – Eine provokative Betrachtung

10. November 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel

Es ist schon recht amüsant, wenn man so liest, welche Fantasie die gründurchtränkten Weltenretter -hier manchmal vertreten durch den einen oder anderen Ökozwerg- entwickeln, wenn es um die Stromversorgung eines Industrielandes wie Deutschland geht. Da sollen dann Miefquirle und Krähenspiegel mal eben so locker die quasikomplette Versorgung übernehmen. Spricht man diese Typen auf das volatile Verhalten von „Puste- und Blende-Strom“ an, dann kommt mit sturer Regelmäßigkeit das Argument: *Es gibt ja Speicher und wenn nicht, müssen sie eben gebaut werden und die Firma soundso oder das Institut sowieso hätten dies und das bereits entwickelt.*

Schlagworte wie „Pumpspeicher“, „Lithium-Ionen“, „Redox-Flow“, oder völlig unreflektiert so Exoten wie „Natrium-Schwefel“, „Natrium-Nickelchlorid“, oder Laborgeister wie „Lithium-Schwefel“ und „Zinn-Schwefel-Lithium“ werden mit verklärtem und wissenden Blick in die Runde geworfen. Das ist dann meist der Schlusspunkt der Diskussion. Ein „ABER“ wird garnicht erst zugelassen. Jeder Zweifel ist da schon Häresie.

Aber mal Akku hin, Speicher her, gleichgültig welche Technik, alle unterliegen den gleichen „Zwängen“. Sie müssen schnellstens geladen werden, wenn sie leer sind, sonst gehen die Lichter aus und es ist „Schicht im Schacht“ (wie Litium so schön sagt). Dass die Speicher bei Ersteinsatz „irgendwie“ gefüllt sind, davon sollte



Energiewenden im Vergleich

3. November 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Politik

In der Kurzatmigkeit der ständig nur den Moment betrachtenden medialen Berichterstattung geht der entscheidende Charakter der Energiewende immer wieder verloren. Daher ist es sinnvoll, gelegentlich einen Schritt zurückzutreten und sich vor Augen zu führen, was denn Sinn und Zweck des von der Bundesregierung angestoßenen Umbaus unserer Energieversorgung eigentlich ist: Der Klimaschutz. Und sonst nichts. Strategisches Ziel ist, den durch unsere Energieproduktion verursachten Kohlendioxid-Ausstoß  bis zum Jahr 2050 um 80% zu senken. Mit der Förderung der NIEs hat die Energiewende im Kern ebensowenig zu tun, wie mit dem Ausstieg aus der Kernenergie.

Schließlich wurde sie bereits 2009 auf den Weg gebracht, lange vor dem Störfall im japanischen Fukushima. Die Szenarien, die dem Plan bis heute zugrunde liegen, wurden unter genau einer Prämisse erstellt: Wie kann ein Energiesystem auf Basis der heute bekannten Technologien aussehen, mit dem in 2050 solche Emissionsminderungsziele erreicht werden? Aus der Antwort auf diese Frage erfolgte zwangsläufig die Hinwendung zu den NIEs. Denn nur diese sind im Moment ausreichend “kohlenstoffarm” und können in der erforderlichen Geschwindigkeit ausgebaut werden. Sollte es einmal technische Alternativen mit gleichen Eigenschaften geben, wären sie also nicht zwingend erforderlich. Nun bleibt einer Regierung kaum etwas anderes übrig, als langfristige Planungen auf dem vorgefundenen



We can’t – Obama und die grüne Energie

29. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Unkonventionelles Gas und Öl, Wirtschaftsförderung

In seinem Plan für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten, treten die NIE (Neue Ineffiziente Energien) in den Hintergrund. Barak Obama entdeckt den Jobmotor Erdgas und muss seine Prioritäten, die mehr auf fragliche Umweltauswirkungen wie den Klimawandel ausgerichtet waren, nun revidieren. Der Preis für Erdgas geht nach unten und die Anzahl der Jobs in diesem Bereich nach oben. Das sind Wirklichkeiten, gegen die nicht einmal der “green president” ignorieren kann. Deshalb versucht er nun auf einen Zug aufzuspringen, der sich bereits in voller Fahrt befindet. Hieß das Zauberwort vor vier Jahren noch »change« so sind es heute die »jobs«. Und die entstehen eben nicht durch die grünen Energien sondern, wie man erkennen musste, durch Fortschritte bei der Erdgasförderung.

Obamas Last-Minute-Kampagne im Präsidentschaftswahlkampf trägt den Titel “The New Economic Patriotism: A Plan for Jobs and Middle-Class Security.” und glänzt durch die völlige Abwesenheit von Worten wie climate change or global warming. Statt dessen wird nur von einem global clean energy market gesprochen, und dass allein im Erdgassektor 600.000 neue gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Wie so oft in der Politik, ob in den Vereinigten Staaten oder in Deutschland – ist egal, werden Entwicklungen zu spät wahrgenommen. Vor allem dann



Die Töpfer-Wende

18. Oktober 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Kernenergie, Politik

Reden kann er. Der Saal in der Kaiserpfalz ist ja auch ein sehr ansprechendes Ambiente für einen Vortrag. Hier fühlt sich der ergraute ältere Herr richtig wohl, wie er offen zugibt. Umgeben von überlebensgroßen Gemälden deutscher Kaiser aus vergangenen Zeiten kann man sich eben schon dem Eindruck hingeben, Geschichtsträchtigkeit und Bedeutung würden auf die eigenen Worte abfärben. Und so war am Abend des 17. Oktober ein glänzend aufgelegter Klaus Töpfer in Goslar zu bestaunen.

Nicht als Ex-Professor für Volkswirtschaftslehre, als Ex-Staatssekretär oder Ex-Minister und auch nicht als Ex-Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP wurde er geladen. Nein, an diesem Abend war der Ex-Vorsitzende der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung gefragt, als der er Angela Merkel beim Atomausstieg im Frühsommer 2011 so hilfreich zur Seite gestanden hatte. Die Energiewende sollte Klaus Töpfer erklären. Eine Aufgabe, der er durchaus unterhaltsam nachkam. Den Begriff der Nachhaltigkeit handelte der Direktor des  Institute for Advanced Sustainability Studies dabei gleich im ersten Satz ab, ohne das Wort danach noch einmal zu verwenden. Begriffe wie “Klimaschutz”, “globale Erwärmung” oder “2-Grad-Ziel” kamen überhaupt nicht vor. Lediglich am Rande erwähnte er einmal, genau einmal, den Ansatz der Reduzierung von CO2-Emissionen. Über Kernenergie dagegen sprach er lang und ausführlich.