Energieerzeugung



Energiewende immer teurer – EEG Umlage 2013 bei 4,8 bis 5,2 Cent

25. April 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energiewende, Politik

Die Bundeskanzlerin hatte im letzten Jahr noch vollmundig versprochen, dass die EEG-Umlage den aktuellen Wert von 3,6 Cent/kWh langfristig nicht überschreiten würde. Dabei sollte eigentlich  auch damals jedem klar gewesen sein, dass ein weiterer Ausbau der sogenannten Erneuerbaren Energien auch zu höheren Kosten und damit zu einem Anstieg der  Einspeisevergütung führen muss. Und ausgebaut wird weiter. Allein im 4. Quartal 2011 sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 4.150 Megawatt dazu gekommen. Und auch im ersten Quartal 2012 betrug der Zubau noch stolze 1.800 Megawatt.

Diese Entwicklung bleibt nicht ohne Folgen. Wie das Handelsblatt jetzt unter Berufung auf Informationen „aus dem Umfeld der Übertragungsnetzbetreiber“ erfahren hat, ist für 2013 mit einem Anstieg von jetzt 3,592 Cent/kWh auf dann 4,8 bis 5,2 Cent pro kWh zu rechnen.

Das ist ein Anstieg von 33% und bedeutet, dass die Belastung der Stromverbraucher damit von 13 Mrd. Euro (2011) auf 18 Mrd. Euro pro Jahr ansteigt. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet dies zusätzliche jährliche Kosten in Höhe von 60 Euro.

Entwicklung der EEG-Umlage von 2003 bis 2013 (Werte für 2013 Prognose Handelsblatt)

Es ist nicht das erste mal, dass eine Prognose der Regierung zur Preisentwicklung bei den „Erneuerbaren“ grandios daneben gelegen hätte. Es ist vielmehr



Ein weiterer Rückschlag für Peak-Oil – Schwarzes Gold vom Schwarzen Kontinent

22. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Ökologistische Mythen

Die Frage, wann das auf der Erde verfügbare Öl zu Ende geht ist älter als die Geschichte der kommerziellen Ölförderung selbst. Noch  bevor im Jahr 1859 die erste Ölbohrung in Pennsylvania vorgenommen wurde, riet die Firma Kier’s Rock Oil, welche Öl förderte dass von alleine an die Erdoberfläche trat ihren Kunden, schnell zuzugreifen bevor dieses „wunderbare Produkt aus dem Laboratorium der Natur ausgebeutet“ sei. Und im Jahr 1874 schätzte der staatliche Geologe von Pennsylvania, dass die US-Ölvorräte bereits in den nächsten vier Jahren zu Ende gehen würden (Quelle).

Das weltweit verfügbare Öl reicht immer länger

Im Jahr 1950 lag die Weltölproduktion bei 10 Millionen Barrel pro Tag. Die weltweiten gesicherten Reserven wurden damals mit 90 Milliarden Barrel angegeben. Das bedeutete eine prognostizierte Reichweite von 24 Jahren. Allerdings wurden in den nächsten 43 Jahren dann 650 Milliarden Barrel Öl produziert und die weltweite Produktion hatte sich versechsfacht. Im gleichen Zeitraum haben sich die Ölreserven auf über eine Billionen Barrel mehr als verzehnfacht und die Reichweite des Öls betrug 1993 schon 43 Jahre. Seitdem hat sich diese Entwicklung, obwohl der Ölverbrauch aufgrund einer rasanten Wirtschaftsentwicklung in Ländern wie Indien oder China weit stärker gestiegen ist als damals prognostiziert, weiter unbeirrt



Zukunftsdialog: Zukunft für Thorium

16. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

Am 15. April endete die erste Phase des Zukunftsdialogs der Bundeskanzlerin. Es wurden 11.621 Vorschläge eingereicht, die um Zustimmung durch die Nutzer warben. Insgesamt zwanzig Ideen werden der Bundeskanzlerin persönlich durch die Verfasser vorgestellt, die zehn bestbewerteten und zehn weitere, die von einer Jury aus Fachleuten mit diversen Expertisen auszuwählen sind.

Die Vermutung, Thorium würde nicht unter diesen zwanzig sein, bedurfte und bedarf keiner prophetischen Kräfte. Am Ende landete meine Empfehlung auf Platz 71 mit 3.745 Stimmen. Ein beachtliches Resultat, mit dem nicht zu rechnen war.

Untenstehende Tabelle zeigt die Vorschläge, die vor Thorium gelandet sind. Die letzte Spalte gibt die Leitfrage wieder, zu der sie eingestellt wurden:

  • (1) Wie wollen wir zusammenleben?
  • (2) Wovon wollen wir leben?
  • (3) Wie wollen wir lernen?

Kursiv sind die Ideen dargestellt, die im Prinzip Dubletten eines weiter vorn plazierten Vorschlages sind  (die Ziffer in Klammern verweist auf diesen). Zieht man diese Doppelungen ab, liegt Thorium gar auf Platz 59. Und – mal abgesehen von physikalisch nicht belegten Vorstellungen über die Nutzung der Vakuumfeldenergie (Platz 29) – landet Thorium in den virtuellen Kategorien „Technologie“ oder „Energie“ mit Abstand auf dem ersten Platz.

Offensichtlich wissen mehr Leute in Deutschland um diese Technologie und es sind



Öl und Benzin – der Faktencheck

4. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdöl, Ökologismus, Ökologistische Mythen

Die Fahrt zur Tankstelle ist momentan für viele Menschen ein Ärgernis. Nur zielt die Wut der Autofahrer in die falsche Richtung. Das wundert nicht, angesichts des medialen Dauerfeuers, in dem die üblichen Verdächtigen in Nachrichtensendungen und Talkshows, in Berichten und Reportagen die üblichen Phrasen dreschen. Vom Ende des Ölzeitalters ist allerorten die Rede, von hohen Benzinpreisen als untrüglichem Signal der beginnenden Knappheit der „Droge“ Erdöl. Wahlweise wird auch auf die Ölkonzerne geschimpft, auf deren scheinbar unberechtigte Preistreiberei, die durch das Ausnutzen monopolartiger Strukturen erst möglich sei. Und das geschieht oft nur wenige Sätze später – man fragt sich, was denn nun stimmt. Würde das Öl tatsächlich knapp, dann wäre der Preisanstieg doch wohl begründet. Schließlich – gerade angesichts bevorstehender Wahlen – übertreffen sich Politiker und ideologisierte Claqueure jeder Färbung derzeit in populistischen Forderungen und Ratschlägen aller Art. Die Pendlerpauschale müsse erhöht, der Individualverkehr reduziert, die Energiewende beschleunigt und Biotreibstoff getankt werden. Nur als kleine Auswahl.

Tatsächlich ist nichts davon nachvollziehbar. Weder die Situationsbeschreibung, noch die Ideen zur Lösung eines Problems, das man zu sehen glaubt, ohne es wirklich zu erkennen.

Vor mir liegt die Studie „Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen“ der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) des Jahres



Der Bienenkiller ist wieder da

2. April 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Gesundheit, Ökologismus, Profiteure

So ist eine Sendung im SWR2 Kontext betitelt, in der es um die Verwendung des Insektizid Clothianidin geht. Dies wird hauptsächlich verwendet um solche Schädlinge wie den Maiswurzelbohrer oder den Drathwurm zu bekämpfen. Beide sind hauptsächlich ein Problem beim Anbau von Mais oder auch Raps und insbesondere dann, vor allem beim Maiswurzelbohrer, wenn es keine mindestens dreijährige Fruchtfolge gibt. Also mehrere Jahre auf dem selben Acker Mais angebaut wird. Der Drathwurm wiederum kommt meist auf Wiesen, Weiden und Obstäckern vor. Werden derartige Flächen in Maisanbaubebiete umgewandelt, so ist dieser Schädling ein Problem für die Pflanzen.

In der Sendung wird Clothianidin 1000mal giftiger als DDT bezeichnet. Dafür kann man in Deutschland schon mal eine Ausnahme machen, badische Bauern sind dafür sogar vor Gericht gezogen und haben gewonnen. Aber wehe, wenn sich Menschen mit DDT vor Malaria schützen wollen, da springen die üblich Empörten im Kreis. Und dann noch eines, momentan scheint das alte Kartenspiel „Schwarzer Peter“ Einzug in die Politik zu halten. So sind, wenn man dem niedersächsischen Grünen Christian Meyer glauben mag, „die Probleme durch eine falsche industrielle Agrarpolitik hausgemacht.“ Und weiter führt er aus: “Es ist nicht akzeptabel, die für Naturhaushalt und die gesamte Landwirtschaft besonders wichtigen Bienen



Kein großer Plan

29. März 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energiewende

Gastbeitrag von Steffen Hentrich

Mit “Die Energiewende, ein großer Plan” betitelt der Mikrobiologe Alexander S. Kekulé in seiner Kolumne für die Welt seinen Verriss der Subventionierung erneuerbarer Energieträger. Über Jahre hinweg hat die EEG-Förderung die einheimischen Hersteller träge und blind für den Wettbewerb gemacht, wofür sie jetzt die Quittung in Form übermächtiger Konkurrenz aus Fernost bekommen. Aber nicht nur die deutschen Hersteller müssen sich der ausländischen Konkurrenz geschlagen geben, sondern das ganze Land hat sich mit einer Energiewende übernommen, für die zwar der politische Wille, nicht aber die technologische und ökonomische Realität existiert. Nach Ansicht Kekulés kann die Energiewende nur gelingen, “wenn wir uns eingestehen, dass die dafür erforderlichen Technologien noch gar nicht existieren.” Aus dieser Erkenntnis zieht der Autor dann drei Konsequenzen: Forschung und Entwicklung müssen staatlich gesteuert und massiv subventioniert werden, die Energiewende soll eine europäische Aufgabe werden und das ganze muss zur zentralen Steuerung in die Hände eines “Bundesministeriums für Umwelt und Energie” gegeben werden. Lässt sich das Versagen des Energieplanes tatsächlich mit noch mehr Planung lösen?

Das Dilemma der deutschen Energiewende beweist, wie wenig Lösungspotential in der staatlichen Planung steckt. Staatliche Förderung kann gerade nicht die Erfordernisse eines Umbaus der Energiewirtschaft lösen. Niemand kann am Reißbrett



Polemik zum deutschen Qualitätsjournalismus: „Unentwegt quellen gereinigte Rauchgase aus den neun Kühltürmen“

12. März 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Medien

Neues aus der Abteilung „Unsere tägliche Desinformation gib uns heute“.

Georg Ismar ist bundespolitischer Korrespondent bei der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und dort unter anderem zuständig für die Bereiche Energie-, Umwelt- und Klimapolitik. Er tritt damit den lebenden Beweis an, dass man in einem solchen doch recht technik-lastigen Ressort, welches eigentlich eine solide Ausbildung in Naturwissenschaften oder ein Ingenieursstudium erfordert, auch völlig ohne naturwissenschaftliche Grundkenntnisse sein Auskommen bestreiten kann.

Ismar ist, wie man seinem Lebenslauf entnehmen kann, tatsächlich eher das Gegenteil von einem Naturwissenschaftler. Studiert hat er Iberische und Lateinamerikanische Geschichte, Mittlere/Neuere Geschichte und Politikwissenschaft.  Seine Forschungsschwerpunkte waren unter anderem Lateinamerika und Nationalsozialismus, die politische Entwicklung in den Andenländern und das Verhältnis von Sport und Politik.

Und was erwartet man von einem, sicher in seinen geisteswissenschaftlichen Fachgebieten recht bewanderten, Politologen und Geschichtswissenschaftler, wenn er über das „Ingenieursthema“ Energieerzeugung schreibt? Wohl nicht viel Fundiertes.

Um es gleich vorweg zu nehmen, Georg Ismar gelingt es in seinem gerade auf Welt-Online erschienen Artikel  „Kohle erlebt nach Atomausstieg eine Renaissance„, diese Erwartungshaltung voll und ganz zu erfüllen, wenn nicht sogar zu übertreffen. Schließlich müsste man nicht einmal  auch nur ein Semester Energietechnik studiert haben, damit einem solche Aussagen wie die folgende nicht passieren: