Energieerzeugung



Vahrenholt und die Klimakreationisten

4. März 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

Meine Großmutter ist nun bald 98 Jahre alt. Sie wurde im Kaiserreich geboren, hat die Weimarer Republik und auch das Dritte Reich erlebt, zwei Weltkriege, Wirtschaftskrisen, Aufschwünge und Währungsreformen mitgemacht. Parallel zu diesen gesellschaftlichen und ökonomischen Wandlungen fand ein enormer technischer Fortschritt statt. Manchmal betrachte ich meine Tochter und das Umfeld, in dem sie aufwächst und versuche mir vorzustellen, wie es denn in der Kindheit meiner Großmutter so zuging. Elektrizität war noch nicht flächendeckend verfügbar, die Massenmotorisierung auch nur ein Versprechen der Zukunft. Es stellte sich auch nicht die Frage, welche Fernsehsendung man denn ab welchem Alter schauen dürfe. Telefone waren etwas für die Reichen und Radios auch nicht sehr weit verbreitet. Wasch- und Spülmaschinen, Mikrowellen und Gefriertruhen? Das immerhin hat sie in ihren späteren Jahren dann auch selbst besessen, aber über ein Handy verfügte sie nie, geschweige denn über einen Computer.

Diese Aufzählung ließe sich noch seitenlang fortsetzen – aber die eigentlich spannende Frage ist: War das Leben meiner Großmutter dadurch zu irgendeinem Zeitpunkt weniger lebenswert, weniger erfüllt und weniger glücklich? Hat sie in ihren ersten Jahrzehnten jemals gedacht, ihr fehle etwas, weil sie keine Plastikbausteine mit Noppen hatte, keine schlechtgenährten amerikanischen Langbeinpuppen, kein ferngesteuertes Auto, keine Computerspiele, keine



Ranga und die letzten Wünsche

29. Februar 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit

Eines der größten Geheimnisse der Energiewende ist, dass bislang noch niemand so richtig erklären konnte, wie sie funktionieren soll. Eine Fülle von Fragen sind offen. Manche sind technischer, andere finanzieller Natur. Und ganz oft trifft beides gleichzeitig zu. All die Probleme die mit dem Ausbau der NIE entstehen, und die einer erfolgreichen Enerergiewende entgegen stehen, sollen gar nicht aufgezählt werden, dazu gibt es hier und anderswo genügend Beispiele.

Nun war im 3sat Ranga Yogeshwar bei Peter Voß zu Gast und Thema der Sendung war: „Schaffen wir die Energiewende?“ Das Gespräch dauerte immerhin eine dreiviertel Stunde, man sollte meinen, das ist genug Zeit um die wichtigsten Probleme anzusprechen. Also wie der Netzbau bewältigt werden soll, oder welche Speicher angedacht sind. Oder auch nur, wie die geforderten Einsparungen für die Industrie tragbar gestaltet werden. Und was das alles kosten soll. Doch Pustekuchen, konkrete greifbare Probleme wurden fast völlig ausgeblendet, statt dessen ging es hauptsächlich darum, wie durch die sogenannten Erneuerbaren Energien die Welt besser werden soll.

Am Anfang geht es um Mobilität. Der Zug ist besser als das Flugzeug und Autos braucht man nicht mehr zu kaufen, sondern werden nur bei Bedarf gemietet. Dies wird von Yogeshwar so begründet, dass



Wie Frankreich den Jackpot gewann

28. Februar 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik

Wie Frankreich den

Jackpot gewann 

Durch die in Deutschland beschlossene und durchgeführte Abschaltung von acht Kernreaktoren im März 2011, nach der Katastrophe von Fukushima, konnte Frankreich in den letzten neun Monaten Strom für 360.000.000 € über den Rhein exportieren, das berichtete das Marktforschungsunternehmen SIA Conseil in einer Studie, veröffentlicht am 28.Februar.
Durch das Moratorium der Regierung Angela Merkel‘s, das zum Abschalten von acht Reaktoren (einer war bereits abgeschaltet) führte, mußte Deutschland den entstandenen Rückgang in der Energieproduktion sehr kurzfristig in erster Linie mit der Aktivierung seiner thermischen Kraftwerke (gemeint sind wohl die mit fossilem Brennstoff betriebenen Kraftwerke) und der massiven Senkung der Exporte ausgleichen und wurde so zum Importeur, so die Studie.

Frankreich reagierte sehr kurzfristig auf die deutschen Bedürfnisse, in dem es aus einer Importsituation plötzlich über die gemeinsame Grenze Exportierte, das war möglich durch die milde Witterung, die hohe Verfügbarkeit der französischen Reaktoren und der niedrigen Binnennachfrage auf französischer Seite, fügt die Firma die hinzu und bewertet den „Jackpott“ mit dem von Hexagon freigegebenen Verkauf von Strom nach Deutschland zwischen März und Dezember 2011, auf 360 Millionen €uro.

Neue Hoffnung auf 2012

Die Firma gibt an die Entschlüsselung der Daten, durch die Analyse der Daten über Strom-Handel zwischen



Neue Energiestudie: „Der Tod der Peak-Oil Hypothese“

25. Februar 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Ökologistische Mythen

Seitdem in Deutschland die Hysterie um einen durch Menschen verursachten Klimawandel mit der letzten Veröffentlichung des Klimaberichts des IPCC im Jahr 2007 seinen Höhepunkt erlebt hatte, glauben heute immer weniger Leute in unserem Land daran, dass wir durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas die Temperaturen auf der Erde bedrohlich ansteigen lassen.

Dieser Meinungsumschwung in der Bevölkerung sollte eigentlich auch Auswirkungen auf die Akzeptanz der sogenannnten Erneuerbaren Energien haben. Schließlich war das Schlüsselargument, warum wir unsere Energieversorgung möglichst schnell auf deutlich teurere und zudem in der Produktion vom Wetter abhängige Arten der Erzeugung umstellen müssen, der ansonsten unvermeidlich eintretende Klimakollaps.

Aber auch nachdem die vermeintliche Bedrohung des Globalklimas in der Bevölkerung und offensichtlich auch in weiten Kreisen der Politik nicht mehr als herausragendes Problem wahrgenommen wird, hält man an den Zielen, unser Land in absehbarer Zeit beinahe vollständig mit NIEs (Neuen Ineffizienten Energien) zu versorgen, unbeirrt fest. Lediglich die Begründung dafür hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Heute ist das Hauptargument für die „große Transformation“ unserer Energieversorgung nicht mehr der drohende Klimakollaps, sondern die Endlichkeit der fossilen Energieträger.

Bedrohung durch Peak-Oil ersetzt den Klimawandel

Das Schlagwort der Bewegung lautet „Peak-Oil“. Damit ist der Zeitpunkt gemeint, von dem an



Zukunftsdialog: Tausend für Thorium

18. Februar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

Irgendwann im Herbst werden also 30-40 Menschen in einem Sitzungssaal des Kanzleramtes Platz nehmen und auf die Kanzlerin warten. Zwanzig davon sind Bürger, die einen Vorschlag auf dem Portal „Zukunftsdialog“ eingereicht haben. Zehn repräsentieren die Ideen, die den höchsten Zuspruch erlangten, zehn weitere die, welche seitens des Expertengremiums als aussichtsreich angesehen werden. Die Kanzlerin wird eintreten, ihre Gäste freundlich begrüßen und die Sitzungsleitung irgendeinem PR-Verantwortlichen übergeben.

Eines nur hat die Kanzlerin nicht. Zeit und Lust, sich mit dem, was Ihr die Bürger so empfehlen, näher zu befassen. Pro Idee stehen vielleicht zwei bis drei Minuten zur Verfügung, um eine mündliche Stellungnahme abzugeben.

Von meinen drei Empfehlungen, Thorium, Mondflug und fliegendes Auto, wird keine bei diesem Termin im Kanzleramt auftauchen.

Aber angesichts der eintausendsten Stimme, die am Freitagabend eingegangen ist, habe ich schon einmal formuliert, was ich vortragen würde.

„Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Damen und Herren,

ich empfehle ein Forschungsprogramm mit der Zielstellung, einen Thorium-Flüssigsalzreaktor prototypisch zu entwickeln und seinen Betrieb zu erproben.

Die Argumente, die gegen die friedliche Nutzung der Kernenergie angeführt werden, sind für die Kombination des Thorium-Brennstoffkreislaufes mit der Flüssigsalztechnologie nicht relevant:

  • Die Gefahr einer Kernschmelze durch Überhitzung des Reaktorkerns mit anschließender


UNTER DEN LINDEN – Wieder prima Klima? Der Streit um die Energiewende

14. Februar 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Darüber diskutiert Christoph Minhoff mit Prof. Fritz Vahrenholt (Energiemanager und ehem. Umweltsenator Hamburg) und Prof. Dr. Hubert Weiger (Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)).



Deutschlands Energiediät – Teil 3: Keine Perspektive

12. Februar 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Politik, Windkraft, Wirtschaftsförderung

Stolz blickt Herr Schneider (Name geändert) auf seine neue Logistikhalle. Ein Zweckbau, ein einfacher Quader, dessen zwei Längsseiten in dichter Reihung Tore und Verladerampen aufweisen, an die die Lastkraftwagen heranfahren können. Die örtliche Presse berichtet natürlich auch von der Eröffnung. Der Reporter aber interessiert sich weniger für effiziente Transportketten, innovative Lagerhaltung und die Arbeitsplätze, die damit verbunden sind. Ihn interessiert das Dach. Es ist bedeckt mit Solarzellen. Und daher wird seine Berichterstattung nicht auf die erfolgreiche Ansiedlung eines weiteren Gewerbebetriebes im Ort abheben. Er wird Herrn Schneider vielmehr deswegen loben, weil er die Energiewende unterstützt. „Tja“, sagt Herr Schneider nach dem offiziellen Tamtam zu mir, „ich finde das ebenso lächerlich, wie Sie, Herr Heller, aber ich wäre doch dumm, wenn ich das nicht machen würde.“ Er meint damit die Subventionen, die er einstreicht. Die er einstreichen kann, weil ihm ein großes Dach gehört. Deutschland wird das Land der blauen Dächer. 

Noch bis vor etwa 200 Jahren waren politische Macht, gesellschaftlicher Status und ökonomischer Wohlstand eines Individuums unmittelbar mit dem Besitz fruchtbaren Landes verknüpft. Denn die Flächen, die für Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft zur Verfügung standen, bildeten die mit weitem Abstand bedeutendste Energieressource. Allein Grundbesitz ermöglichte die Produktion der wesentlichen Energieträger: