Energieerzeugung



Darf man Kernenergie erzwingen?

28. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik

Es war nicht schwer zu erkennen und alle, von Sigmar Gabriel bis Guido Westerwelle, haben es sofort verstanden: Es ist das Thema Kernenergie, dem die Grünen ihre Wahlerfolge in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verdanken. Ein grüner Bundeskanzler ist mittelfristig nicht länger unvorstellbar. Mit anderen grünen Forderungen dürfte kein Blumentopf zu gewinnen sein:



Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in der Energiepolitik

27. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Kommentare, Politik

Ursprünglich hatte die Überschrift zu diesem Artikel „Ein Aufruf zu mehr Rationalität in der Energiepolitik“ lauten sollen. Doch angesichts der Vorgänge in den letzten zwei Wochen in unserem Land erschien mir der Ausdruck Rationalität beim momentanen Gemütszustand der Deutschen absolut nicht mehr angebracht. Schließlich ist die derzeit vorherrschende Geisteshaltung in Deutschland selbst mit dem Wort hysterisch noch äußerst wohlwollend beschrieben.

Zehntausende Menschen gehen in diesen Tagen auf die Straße, um für einen sofortigen Ausstieg aus der aus ihrer Sicht unverantwortlichen Kernkraft zu fordern. Warum, so fragen diese Menschen, haben wir nicht schon längst begonnen, unsere Stromversorgung komplett auf sogenannte Erneuerbare Energien umzustellen. Wind und Sonne sind schließlich weniger gefährlich. Und auch schickt die Sonne, wie die Photovoltaik-Lobby nicht müde wird zu betonen, uns keine Rechnung.

Japaner reagieren rational
Man fragt sich unwillkürlich, warum denn nicht die Japaner schon längst auf die gleiche Idee gekommen sind. Die Voraussetzungen dort wären für Wind und Sonne sogar besser als in Deutschland. Japan liegt weiter südlich als Deutschland und hat demnach auch mehr Sonnenenergie pro Fläche zu bieten. Auch die Länge der Küstenlinie Japans beträgt ein vielfaches der deutschen Nord- und Ostseeküste. Demnach bietet gerade dieses Land optimale Standorte für die von uns favorisierten



Der deutsche Angst-Tsunami

24. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

Gastbeitrag von Günter Keil

Das katastrophale Erdbeben in Japan hat vermutlich 20.000 Tote gefordert. Die deutschen Medien aber berichten vor allem über das Beschädigung der Atomreaktoren im Kraftwerk Fukushima – und die Regierung verfällt in hysterischen und unglaubwürdigen Aktionismus. Man könnte meinen, unter Deutschland hätte sich die Kontinentalplatte zerlegt.

Zerlegt hat sich aber nur der Eindruck, es gäbe eine besonnene und rational handelnde Regierung. Es ist jetzt zu befürchten, daß die ohnehin fragwürdige Energiepolitik nun vollends an den Illusionen einer Versorgung des Industrielandes Deutschland mit Wind- und Solarstrom ausgerichtet wird – mit fatalen Konsequenzen für Industrie und Arbeitsplätze.

Deutschland schafft sich als stabiles und wohlhabendes Industrieland ab, aber ganz anders und vermutlich viel schneller, als es Herr Sarrazin prophezeite.

So furchtbar das Erdbeben war; Fukushima war ein Geschenk für gewisse Politiker
So hat Renate Künast am 14. März in einem TV-Interview mit verächtlicher Miene bemerkt, daß nun gewiß das Argument kommt, in Deutschland könnte es ja nicht ein solches Erdbeben geben, wie in Japan. Sie machte den Eindruck, daß sie das für ein ziemlich lächerliches Argument hält. Ich möchte es aber trotzdem bringen:

Im Oberrheingraben, dem seismologisch aktivsten Gebiet in Deutschland, findet ein Versatz von Gesteinsschichten entlang von Verwerfungen, der



Butlers Djihad

23. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

Nun bin ich kein „Atomlobbyist“, noch habe ich beruflich überhaupt etwas mit Kernkraftwerken zu schaffen. Und eigentlich ist es mir auch egal, wie Strom produziert wird, solange dies preiswert und jederzeit und überall ausreichend verfügbar geschieht. Ich habe Fukushima geschrieben, weil man in einem Land, das wie kaum ein anderes von seiner Innovationskraft in Hoch- und Spitzentechnologien lebt, nicht angstbasiert über eine solche diskutieren sollte.

Immer und immer wieder heißt es, man könne eben eine Katastrophe niemals ausschließen. Man könne so viel Schutz- und Sicherheitsmechanismen einbauen, wie man wolle, immer sei eine Gewalt denkbar, ob natürlichen oder artifiziellen Ursprungs, die alle diese Systeme überwindet und am Ende zur Freisetzung von radioaktiven Stoffen führt.

Das ist es, was die Kernkraftgegner letztendlich fürchten: Eine umfangreiche Freisetzung radioaktiven Materials, das große Gebiete für längere Zeit unbewohnbar macht. Und man muß tatsächlich einräumen: Ja, das ist möglich. Wenn in Kraftwerken der Generationen I und II der Reaktorkern nicht mehr ausreichend gekühlt wird, kann eine Wärmemenge freigesetzt werden, die den radioaktiven Isotopen durch jedes bekannte Material einen Weg in die Umwelt bahnt.

In Tschernobyl ist es geschehen – aber hier war die Bauweise des Meilers erstens prinzipiell unsicher und zweitens gibt es einen solchen Reaktortypen



Die Energiezukunft Deutschlands – Ein Aufruf an unsere Leser

22. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik

Die zunehmenden Meldungen einschlägiger Medien sollen uns suggerieren das wir die Kernkraftwerke bei uns viel eher abschalten könnten, als bisher geplant. Das ganze soll möglich sein ohne dass wir mit Versorgungsengpässen zu rechnen hätten. Und auch die Kosten einer solchen schnelleren Umstellung werden von verschiedenen Stellen sehr unterschiedlich angegeben.

Nun weiß ich aufgrund vergangener Recherchen (etwa für die Artikel Warum ist Öko-Strom eigentlich so billig? oder Ertappt: Eine kleine Nachlese zum Öko-Strom-Desaster) dass die Lage meist so einfach nicht ist. Vielfach gewinnt man den Eindruck, dass uns von Seiten der Politik etwas vorgemacht wird oder dass aus technischer Unkenntnis einfach mal das erzählt wird was der Atomgeängstigte Bundesbürger gerne hören möchten.
In diesen Zusammenhang muss man natürlich Gesamt-Europa energietechnisch als Ganzes betrachten, denn wer z.B. Strom Importieren möchte, sollte etwa sicher stellen, dass der Exporteur auch genügend Strom zu Verfügung stellen kann.

Heute wage ich mit diesen Aufruf ein kleines Experiment, wobei ich auf eine rege Mitarbeit der Leser hier im Blog hoffe. Ich möchte jeden Interssierten bitten, mit uns hier Informationen zu sammeln, wobei der Schwerpunkt liegen sollte bei:

  • Kraftwerksbestand
  • geplante Kraftwerksstilllegungen und Neubau auch unserer europäischen Nachbarn
  • mögliche Energiekonzepte und konkrete Planungen aller EU-Länder
  • Export/Import-Situation
  • derzeitiger Stand


Merkel dreht durch

20. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie, Politik

So schnell ändern sich die Verhältnisse im ehemaligen Land der Dichter und Denker. Gut, dass die heutigen Denker nicht auch noch nachdenken müssen. Gestern war Herr von Guttenberg der nationale Aufmacher. Heute wird in Minuten beschlossen, dass fast die Hälfte aller AKWs abgeschaltet werden soll (einige davon sofort; was immer „sofort“ auch bedeuten mag), nur weil in Japan als Folge eines Erdbebens in mehreren Reaktorblöcken eine Kernschmelze droht. Lassen Sie uns sofort die uralte, zur Wahrheitsfindung notwendige Frage stellen: CUI BONO?

Seit Jahren werden speziell in Deutschland die Bürger, angestachelt von Merkel und ihren Gesellen vom PIK, mit gigantischen Abgaben zum Kampf gegen eine hypothetische Menschgemachte Klimakatastrophe finanziell ausgeknautscht. Zwangsabgaben in Höhe von 11 Billionen Euro über die Dauer von 40 Jahren (dem Vielfachen dessen, was die Katastrophe in Japan kosten wird) sind gerade von der EU verkündet worden. Dies alles zum Kampf gegen einen fiktiven Feind CO2. Die weltweite großflächige Produktion von Energie soll Schuld sein an der angeblichen Klimakatastrophe. Die einzige Energieerzeugung im großen Maßstab, die CO2-frei liefern kann (konnte??) waren und sind die AKWs. Diese werden, ohne das Wort – den Begriff – CO2 überhaupt zu erwähnen, weder von der Regierung, noch – wie zu erwarten –



Fukushima

17. März 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

Es gibt keinen Ort auf dieser Erde, an dem ich jetzt lieber wäre, als in Fukushima. Im Kernkraftwerk, im Zentrum des Geschehens. Denn ich bin Physiker und es gibt keinen Ort, der für einen Physiker spannender und interessanter sein könnte. Und vielleicht gilt Ähnliches für viele, wenn nicht für die meisten Physiker und Ingenieure auf diesem Planeten.

Ich wußte schon sehr früh, daß ich eines Tages Physik studieren würde. Als Junge bekam ich zu Weihnachten ein kleines Teleskop geschenkt und fortan war der Blick in den Nachthimmel, die Beobachtung von Sternhaufen, Nebeln und Galaxien, meine liebste Beschäftigung. Erst später lernte ich, das Leuchten und Funkeln im Okular als Ausdruck einer chaotischen, ungebändigten Naturgewalt zu erkennen, der direkten Umwandlung von Materie in Energie bei der Verschmelzung von Atomkernen. Meine Neugierde trug mich wie im Rausch durch 10 Semester Studium und die anschließende Promotion, einer Zeit des Lernens, des mühsam errungenen Verstehens, einer Zeit voller Verzweiflung und Selbstzweifel angesichts der Komplexität und schieren Fülle dessen, was es zu wissen gab. Einer Zeit voller Glücksmomente, wenn sich die Nebel hoben und die Klarheit und Schönheit physikalischer Beschreibungen natürlicher Phänomene erkennbar wurden. Eine Zeit, die leider viel zu schnell vorüberging und viel zu lange