Energieerzeugung



Die Hessen-SPD und ihr Energieprogramm bis 2025

2. September 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik

Die hessische SPD ist besonders mit ihrem Energieprogramm, das bis 2025 komplett mit erneuerbaren Energien (EE) auskommen soll, in den Medien aufgefallen. Besonders Herr Scheer, alternativer Nobelpreisträger und Solarpapst, ist in dieser Hinsicht besonders oft erwähnt worden, hat doch sein Verein “Eurosolar” eine Studie vorgelegt, die einen Beweis der Machbarkeit erbringen soll. Diese Studie wiederum hat mich ganz besonders interessiert. Ich wollte wissen, wie das Ganze funktionieren soll, und ob man das Prinzip im Kleinen auch für ganz Deutschland oder sogar für Europa nutzen kann.

Link zur Studie:

http://www.eurosolar.de/de/images/stories/pdf/Hessen_Vision_2025_Eurosolar.pdf-

Um vorab einschätzen zu können, inwieweit diese Studie Relevanz und Qualität besitzt, habe ich mir erstmal die Autoren näher betrachtet.
Bei den Recherchen nach den Autoren ist mir ein besonders pikantes Detail aufgefallen. Die juwi GmbH hatte eine Studie für Rheinland Pfalz erarbeitet, die der Hessen-Studie unheimlich ähnlich sieht. Die Auffälligkeit zeigt alleine schon die erste Seite, aber sehen sie selbst:

http://www.grenzen-durchbrechen.de/download/Vision2030Langfassung.pdf

Ich hätte Ihnen gerne eine bildliche Gegenüberstellung beider Studien ermöglicht, aber die restriktiven Copyright- Regeln haben das verhindert.

AUTOREN

Fabio Longo SPD, Rechtsanwalt und Vorstandsmitglied der Eurosolar Deutschland e.V.
http://spdnet.sozi.info/hessen/mrbied/longo/index.php?mod=content&menu=9&page_id=1404

Diplom-Physiker Matthias Willenbacher:
Vorstand der juwi GmbH, führendes Unternehmen im Bereich Erneuerbaren Energien.



Deutsche Energiepolitik – die wahre Katastrophe? Teil 3

21. August 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik

 

 

Im heutigen Teil möchte ich mich allein dem vielfältigen Lobbyismus widmen, der auf unsere Politik einwirkt. Der wohl prominenteste Fall in der jüngeren Vergangenheit war der Fall “Schröder”. Während seiner Amtszeit wurde das Projekt der Ostsee-Pipeline zusammen mit dem russischen Präsidenten Putin verstärkt vorangetrieben. Nachdem er nach Ende seiner Amtszeit auch sein Bundestagsmandat abgegeben hatte ist er schnurstracks an die Spitze des Aufsichtsrates der deusch-russichen Gesellschaft für Bau und Betrieb der Ostsee-Gaspipeline (NEGP, heute Nord Stream AG, einem Beteiligungsunternehmen von Gasprom, BASF und E.on) gewechselt.

Der Aufschrei der Medien und vieler Politiker ist auch heute nicht verhallt. Die unabhängige Organisation “Lobbycontrol” hat eine Studie erstellt, wo die 63 Minister und Staatssekretäre nach Ende ihrer Amtszeit abgeblieben sind. Die markantesten Fälle will ich hier nur kurz anschneiden, den Rest entnehmen Sie bitte dem Link ab Seite 15. Andere Erläuterungen habe ich dem Wikipedia entnommen, inklusive  den passenden Links.

Werner Müller

Er ist derzeit Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG. Außerdem ist er Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bahn AG (DB) sowie der Evonik Degussa GmbH. Müller war von 1998 bis 2002 Bundesminister für Wirtschaft und Technologie. In die Schlagzeilen geriet Müller, als er das vom Bundeskartellamt ausgesprochene Verbot der Übernahme



Deutsche Energiepolitik – die wahre Katastrophe? Teil 2

10. August 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik
Bereits 2012 wird es zu ersten Engpässen in der Stromversorgung kommen. Photo: Kurt F. Domnik via Pixelio

Bereits 2012 wird es zu ersten Engpässen in der Stromversorgung kommen. Photo: Kurt F. Domnik via Pixelio

Eigentlich wollte ich mein Köpfchen noch eine Weile über den Tellerrand halten, aber bei der Diskussion zu meinem Artikel ist mir aufgefallen, dass eine längere Vorbemerkung nicht erwünscht ist. Trotzdem sei mir noch ein letzter Punkt gestattet, eine Analyse der französischen Besonderheiten und warum diese Nation so auf Atomkraft setzt.

Atomkraft – Ja, bitte!

Der unbeschwerte Umgang Frankreichs mit der Kernenergie

“Frankreich verfügt weltweit über den größten Park an Kernkraftwerken und 52 Prozent der Franzosen befürworten Kernkraft als Energiequelle. Die Gründe dafür, weshalb sich im Nachbarland keine breite Protestbewegung gegen Atomkraft etablieren konnte, sind gesellschaftliche Zusammenhänge aber auch kulturelle Faktoren….”

Sehr interessanter Artikel und auch jedem Kernkraftgegner zu empfehlen. Da es hier um die deutsche Energiepolitik geht, werde ich mich ab sofort nur noch auf Deutschland konzentrieren.

Zu Beginn sehen wir uns mal in der deutschen Parteienlandschaft um und deren Programme der zukünftigen Energieversorgung in unserem Land.

CDU
Im Prinzip soll die Kernenergie weiter laufen, damit bis zur Einführung neuer Technologien die Stromversorgung in Deutschland gesichert ist. Weiterhin sollen bis 2020 wenigsten 20 Prozent des Gesamtenergieverbrauches durch Erneuerbare Energien gedeckt werden. Die CDU



Deutsche Energiepolitik – die wahre Katastrophe? Teil 1

5. August 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik
Auch nach Kyoto steigt der CO2-Ausstoß jährlich um 1.0 Mrd. Tonnen. Photo: Kurt F. Domnik via Pixelio

Auch nach Kyoto steigt der CO2-Ausstoß jährlich um 1.0 Mrd. Tonnen. Photo: Kurt F. Domnik via Pixelio

Kein Tag vergeht, wo deutsche Medien über Kernkraft, schmutziger Kohle oder die klimafreundlichen erneuerbaren Energien berichten. Jede einzelne Lobby stellt sich vor Ihr Produkt und verteidigt dieses bis zum letztem Atemzug. Alle haben aber eins gemeinsam, ihre Lobby-Arbeit bei der Bundesregierung zeigen Wirkungen, im positiven wie auch im negativen Sinne.

Um die eigentliche Grundfrage zu beantworten, will ich zu Beginn über den ideologisch stark begrenzten deutschen Tellerrand blicken. Was läuft in anderen Ländern dieses Globusses, wie steht es um die CO2 Einsparung und welche Auswirkungen haben die deutschen Anstrengungen im Klimaschutz?

Beginnen will ich mit dem seit Jahren vorausgesagten Öl-Pike.

Dazu nur drei Pressebeispiele aus der jüngsten Vergangenheit.

Istanbul – Die Staaten um den Golf sorgen für rund 31 Prozent der weltweiten Ölproduktion – doch die Potenti ale sind längst nicht ausgereizt. Rund 62 Prozent der bekannten Vorkommen befinden sich in den Böden der Region. Deshalb sollen dort bis 2011 insgesamt 330 Milliarden Dollar investiert werden, wie die “Frankfurter Allgemeine Zeitung” unter Berufung auf Zahlen des zuständigen Ministeriums in Saudi-Arabien berichtet….

…Allen voran steckt Saudi-Arabien dem Bericht zufolge Geld in den Ausbau



Öko-Institut beweist: Laufzeitverlängerungen der KKW sinnlos

21. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie, Politik

Wozu brauchen wir die Kernkraft denn überhaupt noch? Photo: Gerd Altmann/via pixelio.de

Gestern wurde ich auf eine Studie des Öko-Instituts aufmerksam gemacht, die ich heute zum Anlass nehmen möchte, mir diese etwas genauer anzusehen (PDF).

Als erstes möchte ich hier das Fazit dieser Studie zitieren:

“Die Effekte von Laufzeitverlängerungen für das künftige Strompreisniveau sind mit hoher Wahrscheinlichkeit quantitativ gering bzw. im Lichte der anderen Determinanten für die Entwicklung des Kraftwerksparks und des Erzeugungsmix in Deutschland bzw. im
europäischen Binnenmarkt für Elektrizität keineswegs richtungssicher zu bewerten. Spekulative und keineswegs richtungssichere Effekte für die Großhandelspreise können damit eher nicht als belastbare Grundlage für ein Laufzeitverlängerungsmodell herangezogen werden.

Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass ein Abschöpfungs- und Umverteilungsmechanismus für die Zusatzgewinne der KKW-Betreiber vor einer Vielzahl grundsätzlicher und praktischer Probleme stehen wird, die im Ergebnis entweder dazu führen werden, dass die Mechanismen nicht oder nur unter hohen (rechtlichen und
politischen) Risiken umsetzbar wären oder dass die effektiven Umverteilungsvolumina wegen der Vielzahl von realen und behaupteten Risiken sehr gering ausfallen und damit durch die Laufzeitverlängerungen im Wesentlichen doch nur Zusatzgewinne für die KKW-Betreiber verbleiben würden.”

Mit anderen Worten, rein rechnerisch bringt eine Verlängerung der Laufzeiten sowieso nichts, da die Konzerne bloß die Mehrgewinne einstecken und andererseits die Handhabungen der Subventionen zu aufwendig sind und



Brauchen wir die Kernfusion?

18. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kernenergie

Selbstverständlich brauchen wir Kernfusion, werden jetzt sofort viele sagen. Schließlich stellt sie die Energie zur Verfügung, die unsere Sonne „befeuert“ und damit das Leben auf unserem Planeten erst möglich gemacht hat.

Die Sonne „nutzt“ dabei die Tatsache, dass bei der Verschmelzung von zwei Wasserstoffkernen zu Helium riesige Energiemengen freigesetzt werden. Dieser Prozess läuft im inneren der Sonne bei für uns unvorstellbaren Bedingungen ab. Die Temperatur beträgt 15 Mio. °C und der Druck liegt bei 350 Mio. bar. Solch extreme Verhältnisse sind erforderlich, um die zur Kernschmelze notwendige Energie aufzubringen.

Seitdem dieses Prinzip entdeckt worden ist, fasziniert es Forscher und wissenschaftliche Laien gleichermaßen. Eröffnet sich doch zumindest prinzipiell die Möglichkeit, sehr viel Energie bei geringem Verbrauch von Ressourcen produzieren zu können. Gerade jetzt, wo uns die Begrenztheit der Rohstoffe zur Energieproduktion immer deutlicher vor Augen geführt wird, wird es zunehmend interessant nach alternativen Energiequellen Ausschau zu halten. In nicht zu ferner Zukunft könnte die Kernfusion eine davon sein.

Die Zügelung des Sonnenfeuers

Aber wie kann man einen Prozess, der solch extreme Bedingungen erfordert, überhaupt auf der Erde verwirklichen? Da vor allem die enormen Drücke nicht technisch realisierbar sind, muss bei noch höheren Temperaturen von 100 – 200 Mio. °C gearbeitet



Der Europäische Schildbürgerstreich – so sparen wir kein CO2

15. Juli 2008 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern… Photo: Autor

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern… Photo: Autor

Da bauen wir ein Windrad nach dem anderen auf, da kaufen wir der halben Welt die Solarzellen ab, um sie teuer auf unsere Dächer zu installieren und was passiert dann? Die ganze Welt lacht sich kaputt über uns und wissen Sie warum? Gut, um diese Frage zu beantworten muss ich etwas ausholen…

Die Kernkraft ist in Deutschland verpönt und soll besser heute noch als morgen verschwinden. Kohle als weiterer Energielieferant erzeugt ganz viel CO2, schadet somit dem Klima und soll deswegen im Boden bleiben. Doch irgendwo soll ja trotzdem noch etwas Strom für unsere hochindustrielle Gesellschaft produziert werden. Ganz einfach, nehmen wir Wind und Sonne und schon sind wir alle Sorgen los, aber leider nur fast.

Wind und Sonne haben die unangenehme Eigenschaft, nicht ständig bereit zu stehen. In der Nacht und bei Windstille nützen uns die schönsten Anlagen nichts, da muss dann trotzdem jemand in die Presche springen. Da nun Atom und Kohle verpönt sind, nehmen wir besser sauberes Erdgas und produzieren damit den restlichen Strom. Alle sind zufrieden und glücklich, die Umweltschützer stolz auf sich und die Regierung kann beim nächsten Gipfeltreffen mit seinen tollen Ergebnissen prahlen.

Gut, der