Gentechnik



Hörtipp: Gen-Mikroben auf unserer Haut

1. September 2014 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

mahlzeitGefühlt viel zu selten weise ich hier auf die hervorragende Kolumne “Mahlzeit” von Udo Pollmer im Deutschlandradio Kultur hin. Dort klärt der auch als Enfant terrible der Ernährungswissenschaft“ bezeichnete Lebensmittelchemiker regelmäßig über Mythen und Trugschlüsse bei der Ernährung, aber auch bei vielen anderen Themen zur Bio-Landwirtschaft oder anderen Umweltschutz-Themen auf. Seine Sendungen gibt es bei Deutschlandradio Kultur zum Nachlesen und Nachhören.

In der jüngsten Ausgabe geht es um die grüne Gentechnik. Vielmehr darum, warum gerade diese verteufelt wird, Gentechnik in anderen Bereichen in der öffentlichen Wahrnehmung überhaupt kein Problem darzustellen scheint. Hier ein Auszug und eine dringende Leseempfehlung:

Ohne Gentechnik bliebe bunte Wäsche für das bloße Auge erkennbar schmuddelig. Moderne Waschmittel enthalten Enzyme, also biologische Katalysatoren, die all die waschtechnisch schwer zu beherrschenden körperlichen Ausscheidungen komplett zerlegen. Diese Enzyme sind ohne Genmanipulation nicht zu haben.

Natürlich verbleiben vom Waschmittel und damit von den Enzymen immer Rückstände in der Kleidung, vor allem bei Öko-Waschmaschinen, die Wasser sparen. So tragen wir die Gentechnik anstandslos auf unserer Haut. Würde ein Politiker vor “unkalkulierbaren Gen-Gefahren aus der Unterhose” warnen und fordern, fürderhin nur noch weißen Feinripp zu tragen, würden seine Bedenken bestenfalls Heiterkeit auslösen. Die farbenfrohe Wäsche zeigt damit einer



Ulli Kulke auf Welt Online zur Gentechnikphobie: Die Angstmaschine arbeitet wieder

27. Februar 2014 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

donnerunddoria“Die Debatte um gentechnisch veränderte Feldfrüchte (GVO) nimmt wieder Fahrt auf. Der Grund: Der Europäische Gerichtshof hat die EU-Kommission aufgefordert, den Anbau der Genmais-Sorte 1507 zuzulassen. Es gebe keinerlei Gründe, sagen die Richter, die Zulassung weiter hinauszuzögern. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat der Sorte bereits vor neun(!) Jahren wohlbegründet ihre Unbedenklichkeit bescheinigt und mehrfach bestätigt.

(…) Keine wissenschaftlich fundierte Studie liefert heute einen Grund dafür, dass gentechnisch veränderte Pflanzen für die Gesundheit oder die Umwelt aus Prinzip – also deshalb, weil sie Ergebnis eines biotechnischen Eingriffs seien – eine Gefahr darstellten. Macht nichts, hat man die Angst erst einmal etabliert, ist die Ratio unnötig.”

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Wer ist schuld am Tod von Millionen Kindern?

12. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Ökologismus

quentin_100Nicht nur Greenpeace, die und andere NGOs aber vor allem, auch die Öffentlichkeit ist schuld daran, dass zehn Jahre verplempert worden, in denen mit Goldenen Reis hätte unzählige Menschenleben gerettet werden können. In einem bemerkenswert sachlichen Beitrag bei spektrum.de zitiert Elana Bernhard Ingo Potrykus, emeritierter Professor der ETH Zürich und Miterfinder des Goldenen Reises, mit den Worten

“Wir haben viel Zeit verloren durch diese unsinnigen Regulationen. Wir haben zu verantworten, dass Millionen von Kindern inzwischen gestorben sind, die gerettet hätten werden können. Das ist schwer zu ertragen.”

Weiter schreibt sie, dass auch die Neigung der Öffentlichkeit eher negative Nachrichten zu beachten, hier über die Gentechnik, ein wesentlicher Grund dafür ist, dass kein öffentlicher Druck auf die Verhinderer ausgeübt wurde. Ich denke, hier geht Frau Bernhard nicht weit genug. Öffentlicher Druck geht in freien Gesellschaften auch immer von den Medien aus, die allerdings befinden sich mehrheitlich in großer Nähe zu einem ökologistischen Mainstream, der alles was »nicht natürlich« ist, als gefährlich einschätzt. Jahrzehntelange grüne Indoktrination, auch und gerade der Medien, haben Früchte getragen. Risiken werden überbewertet, Chancen und Vorteile klein geredet. Das dies so so ist, hat auch damit zu tun, dass Produkte und Techniken ideologisch bewertet werden, mit moralisch höchst



Grün wirkt – Hannovers Schulen jetzt GENfrei

2. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Gentechnik, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

HannoverGen UnerwünschtIn Hannover gab es bis vor kurzem das Modellprojekt HannoverGEN, bei dem an einigen ausgewählten Schulen Projekte zum Thema Biotechnologie und Gentechnik durchgeführt werden konnten. Auf der Seite hannovergen.de heißt es in einer Selbstdarstellung:

In den speziell ausgestatteten HannoverGEN-Schullaboren können Schülerinnen und Schüler unter professioneller Anleitung selbständig biotechnologische Experimente durchführen und sie mit Unterrichtsinhalten unter Einbeziehung ethischer Aspekte verknüpfen. Das Experimentieren erleichtert den Schülerinnen und Schülern den Zugang zur Molekularbiologie und macht neugierig auf Naturwissenschaften und Technik. So wird HannoverGEN zu einem Bindeglied zwischen Schule und Wissenschaft.

Von der bisherigen Niedersächsischen Landesregierung war geplant das Projekt auf das gesamte Bundesland auszuweiten und in einem nächsten Schritt 50 weitere Schulen einzubeziehen. Dazu wird es jetzt, nachdem Rot-Grün im Land das Sagen hat, nicht mehr kommen. Schließlich haben diese sich ausdrücklich vorgenommen, “Niedersachsen gentechnikfrei zu halten”. Und dazu gehört selbstverständlich auch, dass die Schüler im Land selbst vor einem zu detaillierten Wissen über die Gentechnik geschützt werden müssen.

Schon lange ein Dorn im Auge war das Projekt HannoverGEN den Lobbyisten der Biobranche. In einer hochtrabend “Hintergundstudie” genannten Gegenschrift mit dem Titel “Keine Akzeptanzbeschaffung für Agro-Gentechnik in den Schulen! HannoverGEN und NiedersachsenGEN stoppen!” von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist zu



Neue Studie zu Genmais lässt mehr Fragen offen als sie beantwortet

20. September 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

Die Diskussion ob von genveränderten Pflanzen ein Risiko für Mensch und Umwelt ausgeht wird seit vielen Jahren geführt. Das bisherige Resultat ist, dass es trotz intensiver Bemühungen noch keinem Wissenschaftler gelungen ist einen Nachweis zu erbringen, dass von genmodifizierten Pflanzen Gesundheitsgefahren für Menschen oder Tiere ausgehen. Eine vor kurzem in der Schweiz veröffentlichte umfangreiche Untersuchung (wir berichteten darüber) kam nach Sichtung von mehr als 1000 internationaler Studien etwa zu dem Schluss:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bis heute keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier nachgewiesen werden konnten. Hingegen sind einige positive Effekte belegt.

Was allerdings in den letzten Tagen in den Medien zu lesen war legt nahe, dass dieser Schluss etwas voreilig gewesen sein könnte. So wollen die Autoren einer jüngst in der Zeitschrift Food and Chemical Toxicology publizierten Studie gefunden haben, dass Ratten die mit einer bestimmten genveränderten Maissorte gefüttert wurden, ein deutlich höheres Risiko hätten an Krebs zu erkranken, als mit konventionellem Mais gefütterte Ratten. Die Sterblichkeit der Gen-Mais-Ratten war 2-3 mal höher als die ihrer Artgenossen, die normalen Mais bekommen hatten.

Zweifel sind angebracht

Ein deutliches Ergebnis, dass allerdings auch erste Zweifel an der Studie aufkommen lässt. Man fragt sich warum,



Schweizer Studie: Keine Risiken für Umwelt und Gesundheit durch Grüne Gentechnik

29. August 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit, Ökologismus, Politik, Technium

Der Schweizer an sich gilt als ein äußerst besonnener Zeitgenosse. Überstürzte Reaktionen sowie unnötige Hektik sind ihm fremd. Dass an diesem stereotypen Bild so einiges stimmig ist, davon konnte man sich überzeugen, als im letzten Jahr nach Fukushima auch in der Schweiz die Kernenergie in die Kritik geriet und ein Ausstieg aus dieser Technologie beschlossen wurde. Nur, ganz anders als in Deutschland, erfolgte dieser nicht kopflos und überhastet sondern wesentlich besonnener. Nicht quasi über Nacht, sondern in einem langen Prozess bis 2034 soll dieser Ausstieg erfolgen. Genug Zeit also, um Alternativen zu entwickeln und diesen Schritt in einigen Jahren gegebenenfalls noch einmal zu überdenken.

Grüne Gentechnik polarisiert auch in der Schweiz

Ganz ähnlich verhält sich die Schweiz bei einem anderen Thema, dass ganz ähnlich wie die Kernenergie in der Lage ist, eher emotional als rational in der Öffentlichkeit diskutiert zu werden. Gemeint ist die Grüne Gentechnik.

Diese Technologie ist auch in der Schweiz alles andere als unumstritten. Weshalb die Schweizer 2005 sogar eine Volksabstimmung zu dem Thema abhielten, in der sich knapp 56% der Schweizer für ein fünfjähriges Moratorium der Grünen Gentechnik entschieden. Dieser Zeitraum sollte genutzt werden, um in einem eigens dafür eingerichteten Forschungsprogramm den Nutzen und die Risiken



Atomares Gärtnern – Die ultimativen Frankenstein-Pflanzen

11. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit, Ökologismus

Gastbeitrag von Kevin M. Folta

Sollten Sie bereits kein Freund von genmodifizierten Pflanzen sein, dann sehen sie erst einmal was für abgedrehte (freakish) Praktiken Wissenschaftler und großen Saatgut-Konzerne unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit ausüben. Wissenschaftler lassen Pflanzensamen in giftigen Chemikalien quellen oder setzen sie starker radioaktiver Strahlung aus, um dadurch zufällige Veränderungen oder Zerstörungen an Genen zu erzeugen. Zufällige DNA-Fehler führen zu unvorhersehbaren genetischen Effekten, wodurch neue Proteine und dadurch Pflanzen mit neuen Merkmalen entstehen.

Diese neuen Züchtungslinien werden nicht auf ihre Sicherheit oder auf ihren Einfluss auf die Umwelt getestet. Und diese neuen Pflanzen will man uns jetzt auftischen, sogar Kindern.

All das gibt es bereits. Tatsächlich wird die hier beschriebene Methode schon seit vielen Jahrzehnten angewendet. Kein Widerstand, keine Kennzeichnungspflicht, keine Demonstranten, keine Angst. Die Pflanzen sind sogar für den Bioanbau in der EU zugelassen. Bei dem hier beschriebenen Verfahren handelt es sich um die Mutationszüchtung.

Neue Sorten durch künstliche Mutationen

Alle Genveränderungen starten mit Mutationen. Mutationen sind Veränderungen in der DNA die sich letztendlich durch Veränderungen der Funktion  oder Leistungsfähigkeit eines Gens bemerkbar machen können. Während der Replikation der DNA (das passiert bei jeder Zellteilung) treten spontane Mutationen in großer Zahl auf, wenn man diese