Gesundheit



Neue Studie zu Genmais lässt mehr Fragen offen als sie beantwortet

20. September 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

Die Diskussion ob von genveränderten Pflanzen ein Risiko für Mensch und Umwelt ausgeht wird seit vielen Jahren geführt. Das bisherige Resultat ist, dass es trotz intensiver Bemühungen noch keinem Wissenschaftler gelungen ist einen Nachweis zu erbringen, dass von genmodifizierten Pflanzen Gesundheitsgefahren für Menschen oder Tiere ausgehen. Eine vor kurzem in der Schweiz veröffentlichte umfangreiche Untersuchung (wir berichteten darüber) kam nach Sichtung von mehr als 1000 internationaler Studien etwa zu dem Schluss:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bis heute keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier nachgewiesen werden konnten. Hingegen sind einige positive Effekte belegt.

Was allerdings in den letzten Tagen in den Medien zu lesen war legt nahe, dass dieser Schluss etwas voreilig gewesen sein könnte. So wollen die Autoren einer jüngst in der Zeitschrift Food and Chemical Toxicology publizierten Studie gefunden haben, dass Ratten die mit einer bestimmten genveränderten Maissorte gefüttert wurden, ein deutlich höheres Risiko hätten an Krebs zu erkranken, als mit konventionellem Mais gefütterte Ratten. Die Sterblichkeit der Gen-Mais-Ratten war 2-3 mal höher als die ihrer Artgenossen, die normalen Mais bekommen hatten.

Zweifel sind angebracht

Ein deutliches Ergebnis, dass allerdings auch erste Zweifel an der Studie aufkommen lässt. Man fragt sich warum, …



Die Mäuse von Tschernobyl

10. September 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Gesundheit, Kernenergie, Wissenschaft
http://www.youtube.com/watch?v=XpvtgWrsJMo”>Die

In Novo-Argumente wurde von Thilo Spahl vom Hormesis-Effekt bei ionisierender Strahlung gesprochen⁽¹⁾ Dieser Effekt wird in Wikipedia so beschrieben:

“(griech.: „Anregung, Anstoß“, engl.: adaptive response) ist die schon von Paracelsus formulierte Hypothese, dass geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen eine positive Wirkung auf den Organismus haben können. Sie wird heute in der Definition weiter gefasst. Bei medizinisch wirksamen Substanzen ist ein solcher dosisabhängiger Umkehreffekt gut nachweisbar (z. B. Digitalis, Colchicin oder Opium). Bei einer Reihe anderer Verbindungen und der Wirkung von radioaktiver Strahlung wird die Hypothese in Fachkreisen sehr kontrovers diskutiert.”

Thilo Spahl geht in seinem Beitrag für davon aus, dass es diesen Effekt auch bei der Radioaktivität gibt. Verschiedene Beobachtungen und Erfahrungen lassen ebenfalls darauf schließen dass da was dran ist. So wird zum Beispiel die brasilianischen Küstenstadt Guarapari als Stadt der Gesundheit bezeichnet, obwohl, oder gerade weil, hier eine natürliche Strahlung von im Mittel 87mSv vorkommt. Stellenweise sogar ein Vielfaches dieses Wertes⁽²⁾. Übertroffen wird dies noch von der iranischen Stadt Ramsar, mit einer jährlichen effektiven Dosis von ca. 200 mSv. Zur Verdeutlichung um welche Höhe es sich hier handelt, die deutsche Strahlenschutzverordnung schreibt vor:

“Für Personen, die anzeigebedürftige Arbeiten ausüben, beträgt der Grenzwert der effektiven Dosis



Schweizer Studie: Keine Risiken für Umwelt und Gesundheit durch Grüne Gentechnik

29. August 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit, Ökologismus, Politik

Der Schweizer an sich gilt als ein äußerst besonnener Zeitgenosse. Überstürzte Reaktionen sowie unnötige Hektik sind ihm fremd. Dass an diesem stereotypen Bild so einiges stimmig ist, davon konnte man sich überzeugen, als im letzten Jahr nach Fukushima auch in der Schweiz die Kernenergie in die Kritik geriet und ein Ausstieg aus dieser Technologie beschlossen wurde. Nur, ganz anders als in Deutschland, erfolgte dieser nicht kopflos und überhastet sondern wesentlich besonnener. Nicht quasi über Nacht, sondern in einem langen Prozess bis 2034 soll dieser Ausstieg erfolgen. Genug Zeit also, um Alternativen zu entwickeln und diesen Schritt in einigen Jahren gegebenenfalls noch einmal zu überdenken.

Grüne Gentechnik polarisiert auch in der Schweiz

Ganz ähnlich verhält sich die Schweiz bei einem anderen Thema, dass ganz ähnlich wie die Kernenergie in der Lage ist, eher emotional als rational in der Öffentlichkeit diskutiert zu werden. Gemeint ist die Grüne Gentechnik.

Diese Technologie ist auch in der Schweiz alles andere als unumstritten. Weshalb die Schweizer 2005 sogar eine Volksabstimmung zu dem Thema abhielten, in der sich knapp 56% der Schweizer für ein fünfjähriges Moratorium der Grünen Gentechnik entschieden. Dieser Zeitraum sollte genutzt werden, um in einem eigens dafür eingerichteten Forschungsprogramm den Nutzen und die Risiken …



Atomares Gärtnern – Die ultimativen Frankenstein-Pflanzen

11. Juli 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit, Ökologismus

Gastbeitrag von Kevin M. Folta

Sollten Sie bereits kein Freund von genmodifizierten Pflanzen sein, dann sehen sie erst einmal was für abgedrehte (freakish) Praktiken Wissenschaftler und großen Saatgut-Konzerne unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit ausüben. Wissenschaftler lassen Pflanzensamen in giftigen Chemikalien quellen oder setzen sie starker radioaktiver Strahlung aus, um dadurch zufällige Veränderungen oder Zerstörungen an Genen zu erzeugen. Zufällige DNA-Fehler führen zu unvorhersehbaren genetischen Effekten, wodurch neue Proteine und dadurch Pflanzen mit neuen Merkmalen entstehen.

Diese neuen Züchtungslinien werden nicht auf ihre Sicherheit oder auf ihren Einfluss auf die Umwelt getestet. Und diese neuen Pflanzen will man uns jetzt auftischen, sogar Kindern.

All das gibt es bereits. Tatsächlich wird die hier beschriebene Methode schon seit vielen Jahrzehnten angewendet. Kein Widerstand, keine Kennzeichnungspflicht, keine Demonstranten, keine Angst. Die Pflanzen sind sogar für den Bioanbau in der EU zugelassen. Bei dem hier beschriebenen Verfahren handelt es sich um die Mutationszüchtung.

Neue Sorten durch künstliche Mutationen

Alle Genveränderungen starten mit Mutationen. Mutationen sind Veränderungen in der DNA die sich letztendlich durch Veränderungen der Funktion  oder Leistungsfähigkeit eines Gens bemerkbar machen können. Während der Replikation der DNA (das passiert bei jeder Zellteilung) treten spontane Mutationen in großer Zahl auf, wenn man diese …



Neue Schweinereien im WDR – Über multiresistente Keime und Antibiotika in der Bio-Schweinemast

25. Mai 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ernährung, Gesundheit

Das Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Verbraucher (BMELV) hat in dieser Woche zwei neue Studien  der Freien Universität Berlin und der Tierärztlichen Hochschule Hannover vorgestellt. Thema war die Belastung von Schweinemastbetrieben mit sogenannten MRSA-Keimen. Neu ist dieses Thema nicht. Die Methicillinresistenten Staphylococcus aureus Erreger, die landläufig auch als Krankenhauskeime bekannt sind, wurden bereits in früheren Arbeiten in  Mastschweinen nachgewiesen (etwa hier über Stichproben in NRW und hier im Rahmen einer europaweiten Studie).

Und so ist das interessanteste an diesen Arbeiten auch nicht das erwartbare Ergebnis, nämlich dass in bis zu 60 Prozent der konventionellen und in bis zu 25 Prozent der Öko-Betriebe diese Keime nachgewiesen werden konnten. Interessant ist vor allem, was aus solchen Befunden von unseren Medien gemacht wird.

Der WDR auf Ursachensuche

Lesen Sie zum Beispiel, wie die “Expertin” aus der WDR Wissenschaftsredaktion die Ergebnisse der Studien interpretiert und versuchen Sie herauszufinden, was an ihren Aussagen nicht stimmt:

Dass es in der Tierzucht MRSA-Keime gebe, sei bereits mehrfach nachgewiesen worden. Erstaunlich sei allerdings, dass auch in vielen Bio-Betrieben multiresistente Keime gefunden wurden. “Dort dürfen keine Antibiotika gegeben werden. Wahrscheinlich haben die zugekauften Ferkel diese Keime eingeschleppt.”

Wir lernen also von der Wissenschaftsredakteurin des WDR, dass in …



Leseempfehlung zum Jahrestag der EHEC Epedemie: “Antibiotika: Wo ist der Skandal?”

8. Mai 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ernährung, Gesundheit, Ökologistische Mythen

Kennen Sie den Begriff “FUD”? Er bedeutet “fear, uncertainty and doubt”, also Angst, Unsicherheit und Zweifel. Der Begriff beschreibt eine Strategie unliebsame Konkurrenz auszuschalten, indem man sie durch eine Medienkampagne negativ darstellt. Und zwar dadurch, dass man Angst vor deren Produkten macht, die Verbraucher verunsichert und ganz allgemein Zweifel an den Erzeugnissen der ungeliebten Konkurrenten zu sähen versucht.

Nichts Neues beim Staatsrundfunk

Dieser Begriff kam mir heute wieder in den Sinn als ich im Auto unterwegs im Deutschlandfunk das Magazin “Umwelt und Verbraucher” hörte. Dort gab es den üblichen Mix, wie man ihn in einer solchen Sendung im Staatsrundfunk erwarten würde. Ein Thema war der Umstand, dass Frankreichs neuer Präsident Hollande angekündigt hat, den Kernreaktor Fessenheim abzuschalten. Die Redaktion war dafür.

Ein weiterer Themenblock wurde der jüngsten Publikation der neuen “Grenzen des Wachstums” des Club of Rome gewidmet. Dem Verein, der ganz in Tradition der Zeugen Jehovas seit 1972 den nahenden Weltuntergang ausruft und den Termin bei jeder Neuberechnung weiter nach hinten verschieben muss. Aktuell wird der Beginn des Endes der Menschheit auf 2052 datiert. Natürlich war in dem Bericht kein Wort davon zu vernehmen, dass “Die Grenzen des Wachstums” von 1972 vor allem für seine zahllosen …



Der Bienenkiller ist wieder da

2. April 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Gesundheit, Ökologismus, Profiteure

So ist eine Sendung im SWR2 Kontext betitelt, in der es um die Verwendung des Insektizid Clothianidin geht. Dies wird hauptsächlich verwendet um solche Schädlinge wie den Maiswurzelbohrer oder den Drathwurm zu bekämpfen. Beide sind hauptsächlich ein Problem beim Anbau von Mais oder auch Raps und insbesondere dann, vor allem beim Maiswurzelbohrer, wenn es keine mindestens dreijährige Fruchtfolge gibt. Also mehrere Jahre auf dem selben Acker Mais angebaut wird. Der Drathwurm wiederum kommt meist auf Wiesen, Weiden und Obstäckern vor. Werden derartige Flächen in Maisanbaubebiete umgewandelt, so ist dieser Schädling ein Problem für die Pflanzen.

In der Sendung wird Clothianidin 1000mal giftiger als DDT bezeichnet. Dafür kann man in Deutschland schon mal eine Ausnahme machen, badische Bauern sind dafür sogar vor Gericht gezogen und haben gewonnen. Aber wehe, wenn sich Menschen mit DDT vor Malaria schützen wollen, da springen die üblich Empörten im Kreis. Und dann noch eines, momentan scheint das alte Kartenspiel “Schwarzer Peter” Einzug in die Politik zu halten. So sind, wenn man dem niedersächsischen Grünen Christian Meyer glauben mag, “die Probleme durch eine falsche industrielle Agrarpolitik hausgemacht.” Und weiter führt er aus: “Es ist nicht akzeptabel, die für Naturhaushalt und die gesamte Landwirtschaft besonders wichtigen Bienen …