Medien



Der NDR versteht das Internet nicht

5. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses, Medien

Ich war im Fernsehen. Also gut, nicht wirklich ich, sondern nur mein Name. Was Zufall ist, denn “Heller” und “Hentrich” sind im Alphabet eng benachbart. Auf jeden Fall habe ich dadurch endlich erfahren, daß ich für einen “merkwürdigen” Blog schreibe (Ökowatch), der einer neoliberalen Ideologie verhaftet ist und im Internet eine bestimmte Haltung vertritt (gegen eine ideologisierte Umweltpolitik).

Nun, die Haltung finde ich eigentlich ganz in Ordnung. “Merkwürdig” finde ich Ökowatch auch nicht, denn die Macher sind mir gut bekannt. Sollte ich tatsächlich ein “Neoliberaler” sein, dann ist mir das zwar neu, aber auch nicht schlimm. Eigentlich dachte ich bisher, einfach nur “liberal” zu sein, ohne jede Einschränkung und ohne jeden Zusatz. Es gibt tatsächlich, lieber NDR, eine Menge anderer Menschen im Web, die meine Haltung teilen. Und die schreiben alle irgendwo gelegentlich mal irgendwas. Hier, bei Science Skeptical, auf “Novo Argumente Online”, auf “Ökowatch”, auf “Der Achse des Guten” und natürlich auch im Blog der Friedrich-Naumann-Stiftung “Denken für die Freiheit“. Einige werden dafür bezahlt (was gut ist in einer Marktwirtschaft), andere nicht (ich beispielsweise, was überhaupt nicht gut ist in einer Marktwirtschaft). Und da wir alle von diesen “merkwürdigen” Blogs uns gegenseitig lesen und …



Rifkin und das Narrativ

24. September 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Medien, Ökologismus

Die Diskussionen in der Energiedebatte oder über den Klimawandel führen mitunter dazu, dass die Gegner als minderbemittelt oder dergleichen dargestellt werden. Doch hier muss ich warnen. Die Ökologisten, Alarmisten, Grüne und was auch sonst noch in die Richtung geht, diese Leute leiden weder an Hirninsuffienz, Demenz, noch sind sie irgendwie beschränkt. Es ist gefährlich diese Leute so zu titulieren, da dies nichts anderes heißt, als dass man sie nicht ernst nimmt, letztlich so betrachtet wie eine Grippe, die zwar unangenehm ist, doch irgendwie vorbei geht. Das wird nicht geschehen, denn diese Leute wollen eine andere Gesellschaft, da geht es nicht nur um ein paar Windmühlen, oder Hubspeicher, von denen das Fußvolk fabuliert. Die Leute die wirklich am Rad drehen, haben ganz anderes im Sinn. Als Beispiel sei hier nur einmal Jeremy Rifkin genannt, der gerade auf Werbetour für sein neues Buch ist :

“Wohin die neue Wirtschaftswelt führt, darüber schreibt und redet Rifkin schon seit Jahren. Er kennt die Mächtigen, berät sie, und was er sagt, klingt gut. Das große Schlagwort lautet „dritte industrielle Revolution“. Zurzeit bahnt sie sich gerade an. Der Begriff taucht schon am Ende seines letzten Buches auf. Aber wurde nicht so recht deutlich, was er damit



Falsch bleibt Falsch – Studie zur Energieautarkie wieder aufgewärmt

17. August 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Medien, Politik

Klimaschutz fängt im Kleinen an. Dieses Mantra wird gerne wiederholt, wenn davon berichtet wird, wie einzelne Gemeinden oder Regionen ihre Energieversorgung unabhängig gestalten könnten. Dass es bislang noch keiner kleinen oder größeren Region in Deutschland gelungen ist, im wirklichen Sinne Energie-Autark zu werden, findet hingegen so gut wie keine Beachtung. Selbständige Stromversorgung etwa bedeutet schließlich nicht, über das gesamte Jahr gemittelt so viel Strom erzeugen zu können, wie im gleichen Zeitraum verbraucht wird. Elektrische Energie muss genau immer dann zur Verfügung stehen, wenn sie gerade gebraucht wird.

Dieser Umstand wird in den meisten Studien zur energetischen Vollversorgung leider kaum beachtet. Und nur unter Auslassung dieser elementaren Grundlage kann man zu Ergebnissen kommen, wie Sie momentan in einer Artikelserie des Bonner General-Anzeigers präsentiert werden. “Der Rhein-Sieg-Kreis ist autark – wenn es um Energieversorgung geht.” wird dort vollmundig behauptet.

Grundlage dieser Behauptung ist eine Studie aus dem Jahr 2008, welche damals im Auftrag der Kreissparkasse Köln erstellt wurde. Nun könnte man den zuständigen Redakteuren des General-Anzeigers zugute halten, dass es sich bei ihnen nicht um ausgewiesene Energieexperten handelt und dass ihnen daher gar nichts anderes übrig bleibt, als der von Ihnen als Kronzeugen hinzugezogenen Studie zu vertrauen. Nur war gerade diese …



Wenn Ärzten das Haus verbrennt hilft kein Klimaschutz

4. August 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Karbonsteuer, Klimawandel, Medien, Politik, Wirtschaftsförderung, Wissenschaft
http://www.youtube.com/watch?v=ma6cnPLcrtA”>Aufzeichnung

Für die Alarmisten ist die Sache klar. Der Mensch verändere durch seine Emissionen, insbesondere durch Kohlendioxid, das Klima der Erde in einer Weise, die ihn gefährdet. Insbesondere würden die bodennahen Luftschichten immer wärmer, was eine Vielzahl von Risiken – vom Meeresspiegelanstieg bis zur Dürre – erhöhe. Für die Alarmisten ist ebenso klar, worin die notwendige Folge besteht: Die Emissionen seien zu vermindern um diese Risiken zu vermeiden.

Seit vielen Jahren kreist die Klimadebatte um den ersten Punkt des Arguments. Es wird erbittert gestritten, ob denn unsere Emissionen tatsächlich eine bedrohliche Erwärmung auslösen können. Wahlweise halten Skeptiker wie Roy Spencer oder Richard Lindzen eine niedrigere Klimasensitivität für wahrscheinlich. Den Effekt des Kohlendioxids würden dann andere Prozesse kontern (und nicht verstärken, wie es die Alarmisten glauben) und der Temperaturanstieg verbliebe in einer Höhe, die keinen Anlaß zur Besorgnis gäbe. Andere, wie Henrik Svensmark oder Nir Shaviv sind von der Existenz natürlicher Prozesse überzeugt, die vom Menschen nicht beeinflusst werden können und die das Klima auf einer ähnlichen Zeitskala in einer ähnlichen Größenordnung ändern, wie das anthropogene Kohlendioxid. Alle diese Einsprüche sind valide und ihre wissenschaftliche Basis hat sich im Laufe der Jahre eher verbreitert denn verdünnt.

Aber viele Debatten gerade in der …



Schutzgelderpressung

14. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Es klingelt an Ihrer Tür und vor Ihnen steht ein sympathischer junger Mann, der hundert Euro für die örtliche Feuerwehr eintreiben möchte. Auf die Frage nach dem Warum entgegnet er, in Zukunft würden in der Region viel mehr Blitze einschlagen und dadurch mehr Brände ausbrechen. Wissenschaftler hätten diese Möglichkeit aufgezeigt. Zwar wäre ein solcher Trend aktuell nicht eindeutig nachweisbar und außerdem wisse man auch nicht, was in Zukunft tatsächlich geschähe, aber man hätte sich entsprechend geeinigt. Ein Gremium von Forschern hätte auf dem Verhandlungswege festgelegt, in Zukunft würden mehr Blitze einschlagen. Daher solle nun jeder Bürger eine Zwangsabgabe für die Brandbekämpfung leisten.

So funktioniert Klimapolitik. In einer an Deutlichkeit nicht mehr zu überbietenden Offenheit hat dies selbst meine Lieblings-Öko-Postille, Spiegel-Online, anerkannt. Wer noch immer glaubt, die Risiken einer möglichen „globalen Erwärmung“ wären durch einen wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß definiert und wohlbekannt, der wird spätestens jetzt eines besseren belehrt.

In Wahrheit ist das Ausmaß der potentiellen Gefahren eines mutmaßlich menschgemachten Klimawandels nicht nur nicht bekannt, es wird auch prinzipiell niemals beziffert werden können. Denn die zukünftige Entwicklung komplexer, dynamischer und vernetzter Systeme ist nicht vorhersehbar.

Und dies gilt vor allem für den Meeresspiegel. Für den einzigen Wert, der all die supranationalen und demokratisch …



Keine Kompromisse in Lissabon

1. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Eine bemerkenswerte Konferenz fand letzte Woche (26. bis 28 Januar 2011) in Lissabon statt.  Unter dem Titel “Versöhnung in der Klimadebatte” trafen sich nach übereinstimmenden Berichten etwa 30 Protagonisten, darunter einige Stars der Blogosphäre.

Berichte und Diskussionen finden sich u.a. hier:

Werner Krauß (Klimazwiebel): “Der Klimakrieg kann weitergehen

Werner Krauß (Klimazwiebel): “Reconciliation in the Climate Debate

Gerald Traufetter (Spiegel Online): “Der Klimakrieg kann weitergehen

Judith Curry (Climate Etc.): “Lisbon Workshop on Reconciliation Part II

Skeptiker wie Steve McIntyre, Steve Mosher, Steve Goddard, Ross McKitrick und Fred Pearce diskutierten mit vom menschgemachten Klimawandel überzeugten Wissenschaftlern wie Judith Curry, Hans von Storch und Werner Krauß (der sich, wie er auf der Klimazwiebel verlauten ließ, tatsächlich mit “ß” schreibt – und ich halte meinen Lieblingsbuchstaben ja in Ehren). Eine vollständige Teilnehmerliste habe ich nirgends gefunden, aber echte Alarmisten waren wohl nicht anwesend. Bei Traufetter findet sich die Vermutung, der geladene Gavin Schmidt habe abgesagt, weil er nicht auf Steve McIntyre treffen wollte. Zur Debatte kam es also nur zwischen den Skeptikern und den “Honest Brokern”. Diese Bezeichnung habe ich von Roger Pielke jr. und Hans von Storch übernommen. Sie steht für Forscher, die sehr wohl von …



Nachts ist es kälter als draußen

21. Januar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Das Sielhafenmuseum an der Nordseeküste in Carolinensiel ist einen Besuch wert. Es beeindruckt vor allem der Ausstellungsbereich, in dem die große Weihnachtsflut des Jahres 1717 beschrieben wird. Man kann sich ausmalen, wie sich die Menschen am Abend des 24.12. zusammenfanden, nichtsahnend, daß schon wenige Stunden später alles dahin sein würde. Einfach alles – die Felder, die Tiere, das Haus und vielleicht sogar das eigene Leben und das der geliebten Familie.

Mit furchtbarer Gewalt drückte an diesem Abend ein plötzlich einsetzender Sturm die in der Flut auflaufenden Wassermassen gegen die einfachen Deiche, die dieser Kraft nicht gewachsen waren. Sie brachen, nahezu entlang der gesamten Nordseeküste, von den Niederlanden bis Schleswig. Über 10.000 Menschen starben in jener Nacht, eine ungeheure Zahl angesichts der damaligen Bevölkerungsdichte, abertausende Tiere ertranken jämmerlich, ganze Landstriche wurden entvölkert und verwüstet. Die Felder auf Jahre hinaus versalzen, Vorräte und Saatgut dahin, die Behausungen vernichtet. Abbildung 1 zeigt das Ausmaß der Überflutung, die überschwemmten Gebiete sind dunkelgrau gezeichnet. Beeindruckend sind die Karten im Sielhafenmuseum. Hier kann man die Küstenlinie vor und nach der Flut betrachten und erkennen, daß der Blanke Hans sich all das Land, was die Menschen in Jahrhunderten dem Meer abtrotzten, in nur einer Nacht zurückholte. Städte, …