Medien



Wie im Spiegel aus einer kleinen Insel die ganze Antarktis wird

15. April 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Schnee und Eis, Wissenschaft

Laut Spiegel Online soll eine neue wissenschaftliche Studie eine Beschleunigung der Antarktis Eisschmelze zeigen. So suggeriert es zumindest der Titel ziemlich unmißverständlich: Bohrkern-Analyse: Antarktis-Schmelze beschleunigt sich“. In dem Artikel darunter findet sich jedoch nichts, was diese Aussage auch rechtfertigen würde. Es geht darin um eine gestern in nature geoscience  online veröffentlichte Studie in der die Daten von einem Bohrloch von einer Insel am Zipfel der Westantarktischen Halbinsel ausgewertet werden. Hier die Lage der Insel:

james-ross

Das sieht zunächst einmal nicht wie ein Ort aus, bei dem man als erstes nach einem Proxy für die Entwicklung der Eisbedeckung der gesamten Antarktis suchen würde. Ein Anspruch den die Forscher in ihrer Arbeit übrigens auch gar nicht vertreten.

Wie man aus den Supplementary Information zur Studie entnehmen kann, handelt es sich sogar um einen für die Antarktis ganz ausgesprochen untypischen Ort. Zum einen zählt die Westantarktische Halbinsel zu den ganz wenigen Regionen der Antarktis, wo für die letzten 50 Jahren überhaupt eine nennenswerte Erwärmung festgestellt werden kann Und zum anderen ist die Spitze der Westantarktischen Halbinsel der einzige Ort auf dem gesamten Kontinent, wo die durchschnittlichen Temperaturen im Sommer über dem Gefrierpunkt liegen (Fig. 3  Supplementary Information zur Studie)

supplementary figure 3 b

Man könnte



Deutschland mit Rekord-Exportüberschuss beim Strom – Und warum das keine gute Nachricht ist

4. April 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Medien, Ökologistische Mythen, Photovoltaik, Politik, Windkraft

StrommastenEine Meldung in der Tagesschau vorgestern ließ den am Strommarkt interessierten Nachrichtenzuschauer wohl ganz besonders aufhorchen. An dem Tag veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) die offiziellen Zahlen zu Ein- und Ausfuhr von elektrischem Strom in der Bundesrepublik. Nachdem Deutschland im vorletzten Jahr in einer Reaktion auf den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima 8 von 17 Kernkraftwerken vom Netz genommen hatte, war der Exportüberschuss beim Strom im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 noch deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung hat sich 2012 umgekehrt. Die Tagesschau hierzu:

„Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden demnach 2012 insgesamt 43,8 Terawattstunden (TWh) Strom über die europäischen Netze nach Deutschland eingeführt. Im selben Zeitraum speiste Deutschland 66,6 TWh in ausländische Stromnetze ein. Damit exportierte Deutschland im vergangenen Jahr 22,8 TWh Strom mehr als es importierte. Dabei entstanden Netto-Einnahmen von 1,4 Milliarden Euro: Einfuhren von 2,3 Milliarden Euro standen Ausfuhren von 3,7 Milliarden Euro gegenüber. (…) Grund für den Überschuss ist unter anderem die Zunahme von Solar- und Windstrom.

Diese Nachricht klingt auf den ersten Blick positiv. Und wäre in dieser Form durchaus geeignet den Befürwortern eines Umstiegs auf “Erneuerbare Energien” Aufwind zu geben. Könnte man daraus doch schließen das Abschalten der Kernkraftwerke in Deutschland könne durch Sonne



Spiegel-Online: Wer den Klimawandel leugnet glaubt auch an Alien-Verschwörungen

30. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Kurioses, Medien, Wissenschaft

alien conspiracySpiegel Online hat in einem gestern erschienenen Artikel unter dem Titel Was Faktenleugner bewegt enthüllt, was vielen Verfechtern der Theorie einer menschengemachten und katastrophalen globalen Erwärmung schon immer irgendwie klar war. Wer deren Glauben nicht teilt, oder gar die vermeintliche Tatsache der bevorstehenden Katastrophe “leugnet”, ist nicht ganz dicht im Kopf.

Es sollen sich demnach unter den “Leugnern” besonders viele finden die auch an “andere Verschwörungstheorien glauben”, wie etwa dass die NASA die Mondlandung gefälscht hätte oder dass die US-Regierung Außerirdische in der Area 51 vor der Öffentlichkeit verstecken würde. Und fast noch teuflischer, zumindest in den Augen von Spiegel Online: Es wären mehrheitlich auch noch Anhänger des freien Marktes.

Gefälschte Mondlandung und die Klimaveschwörung

Herausgefunden haben will das der australischer Psychologe Stephan Lewandowsky, der seine Forschungsergebnisse unter dem Titel “NASA Faked the Moon Landing—Therefore, (Climate) Science Is a Hoax – An Anatomy of the Motivated Rejection of Science” (Die NASA fälschte die Mondlandung – Daher ist die (Klima)Wissenschaft ein Schwindel – Eine Anatomie der Motivation der Ablehnung von Wissenschaft) in der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht hat.

Es ist dabei schon ein gewisses Rätsel, warum Spiegel-Online diese Geschichte zu diesem Zeitpunkt ausgräbt. Die zitierte Studie wurde bereits im



Peak-Oil und Anti-Fracking Propanganda in der ARD – “Wir haben noch 7 Jahre”

25. März 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Erdgas, Erdöl, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen, Unkonventionelles Gas und Öl

RundfunkgebührenIch war heute morgen mit dem Auto unterwegs und hatte das zweifelhafte Vergnügen im Halbstunden-Rhythmus die Nachrichten auf WDR 5 verfolgen zu dürfen. Topmeldung des Tages und damit in jeder Nachrichtensendung präsent war erwartungsgemäß  das vorläufige Abwenden des finanziellen Kollaps in Zypern. An zweiter Stelle war jedoch eine Meldung, die einen fast noch mehr aufhorchen ließ. Nach Angaben des WDR stünden Peak-Oil und Peak-Gas nun unmittelbar bevor. Es ist, wieder einmal, noch schlimmer als man ohnehin schon befürchtet hatte. Interessant war zudem auch die Evolution der Meldung.

Studie: Öl und Gas gehen schneller aus als gedacht (06:35Uhr)

Öl und Gas werden weltweit möglicherweise schneller ausgehen als bisher gedacht. Eine internationale Expertengruppe hat in einer Studie berechnet, dass schon in sieben Jahren ein Zeitpunkt erreicht ist, ab dem nicht mehr Öl und Gas gewonnen werden können. Die Einzelheiten: Ab 2020 geht es laut Studie abwärts mit den fossilen Brennstoffen. Und sie werden immer teurer. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch neue Fördermethoden wie das Fracking nichts bringen. Dabei wird eine Chemikalienmischung in tiefe Erdschichten gepumpt, um Gas freizusetzen. Die USA setzen gerade stark auf die umstrittene Fördermethode – laut der Studie kann damit aber nicht so viel Gas gefördert



Japan zum Jahrestag von Fukushima – Eine rückblickende Presseschau

24. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Kernenergie, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen

helicopter_flies_over_SendaiEine Reihe japanischer Tageszeitungen und Magazine hat englische Ausgaben. Die bedeutendsten Tageszeitungen sind:

Yomiuri shimbun http://www.yomiuri.co.jp/dy/

Asahi shimbun http://ajw.asahi.com/

Mainichi shimbun http://ajw.asahi.com/

Wikipedia sagt, Asahi und Mainichi gälten als linksliberal, Yomiuri als konservativ. Zusätzlich sind englisch zugänglich:

The Japan Times http://www.japantimes.co.jp/

Japan Today http://www.japantoday.com/

Was schreiben diese Zeitungen zum Jahrestag der Tsunami Katastrophe und wie stellt sich die japanische Sicht im Vergleich zur deutschen dar? Suchbegriff war in allen Fällen ‘Fukushima anniversary’ bzw ‘Tohoku anniversary’ Tohoku ist die Bezeichnung für das Gebiet der Erdbeben- und Tsunamikatatrophe, die die Fukushima-Havarie auslöste. Beginnen wir mit der auflagenstärksten Zeitung Japans:

Yomiuri Shimbun

Das Editorial am 11 März:

http://www.yomiuri.co.jp/dy/editorial/T130313003692.htm

Keeping memories of the March 11 disaster alive

Die Erinnerungen an den 11 März wach halten.

[Welche Erinnerungen? Die an die ‘Atomkatastrophe’? Nein]

Scars of the massive tsunami triggered by the Great East Japan Earthquake remain all-too-vivid in some affected areas. A large fishing vessel remains stranded ashore, and buildings reduced to their bare frames dot the landscape…

Die Narben des massiven Tsunamis, der vom Großen Ostjapanischen Erdbeben ausgelöst wurde sind in einigen betroffenen Gebieten nur all zu lebendig. Ein grosses Fischerboot liegt gestrandet, Bauwerke, von denen nur die Rahmen blieben, sind in der Landschaft



JETZT REICHT’S !!! Oder, was ist am 11.03.2011 wirklich passiert?

12. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Kernenergie, Medien, Politik

US_Navy_110320-M-0145H-063_A_large_ferry_boat_rests_inland_amidst_destroyed_houses_after_a_9.0_earthquake_and_subsequent_tsunami_struck_Japan_MarchÜber die Sender der „Öffentlich rechtlichen Sendeanstalten“ liefen am 11.03.2013 im Wesentlichen zwei Textvarianten über die seinerzeitigen Ereignisse in Japan:

„Mit einer Schweigeminute hat Japan dem GAU in Fukushima und den fast 19.000 Toten der Katastrophe gedacht.“

„Ein Erdbeben der Stärke 9 hatte am 11.03.2011 den Nordosten Japans erschüttert und eine bis zu zwanzig Meter hohe Tsunamiwelle ausgelöst und es kam zum Super-Gau im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen mehr als 16.000 Menschen ums Leben. Tausende werden immer noch vermisst.”

Dagegen war das ehemalige RMVP der reinste Wahrheitshort.

Was geschah nun wirklich an jenem denkwürdigen Tag

Am 11.03.2011 um 14:46h Ortszeit hatte ein Erdbeben mit der vernichtenden Stärke 9,0 Mw (Momenten-Magnituden-Skala) die nördliche Ostküste der Hauptinsel Honshu getroffen. Das Hypozentrum wurde in einer Tiefe von 24 bis 30 Kilometer und ca. 130km östlich von Sendai im Japangraben verortet. 6 – 8 Min. hat die Erde gebebt und jeder Stoß stärker als der vorhergegangene, eine Ewigkeit für die Betrffenen.
Der dem Epizentrum am nächsten liegende Teil von Honshu um den Regierungsbezirk Sendai (ca. 130km) bekam die Gewalt am deutlichsten zu spüren. Alles was an Bausubstanz nicht stabil genug (betoniert) war wurde zerlegt. Und das war viel, sehr viel, zu viel. Die Leute



Hoch die fächerübergreifende Solidarität?

6. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Ginge es nach Hans Joachim Schellnhuber, dem Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) und geistigen Vater der Großen Transformation, ist die Klimawissenschaft nicht mehr diskutabel. Alles gesagt, Schluss, aus. Wer jetzt noch meckert, ist bestenfalls ein geistiger Hinterwäldler, schlimmstenfalls ein von der fossil-nuklearen Wirtschaftsmafia bezahlter Egoist. Deshalb ruft er in der aktuellen Ausgabe des Leibniz-Journal (1/2013, S. 9)* alle “Geistesarbeiter” zu “fächerübergreifender Solidarität” gegen “sogenannte Klimaskeptiker” auf.

Schließlich sei es vollends bizarr,

„wie in der öffentlichen Debatte über die Erderwärmung sogenannten Klimaskeptikern Raum gegeben wird. Dabei werden etwa die Ansichten von Kohle-Lobbyisten oder von eifrig-eifernden Pensionären, die in ihrem Berufsleben möglicherweise tüchtige Ingenieure waren, gerne mit den nach den Regeln des Wissenschaftssystems gewonnenen Erkenntnissen auf eine Stufe gestellt.“

Klimaskeptiker würden immer wieder “drei bequeme Unwahrheiten” verkünden, was seiner Ansicht nach verblüffender Weise keinen Aufschrei auslösen würde. Brüderles Tanzkarte war offenbar für die meisten Menschen wichtiger als der Protest gegen die Klimaskeptiker. In der Öffentlichkeit würde man es inzwischen sogar “unterhaltsam” finden, “wenn die Erkenntnisse der Wissenschaft diffamiert werden.” Leider würden auch Forscher aus anderen Fachdisziplinen sich nicht beschweren, “obwohl von den Klimaskeptikern das System der Wissenschaft als solches angegriffen wird.” “Anti-aufklärerisch” und “vom gleichen Geist getragen wie der Kampf