Medien



Wenn Ärzten das Haus verbrennt hilft kein Klimaschutz

4. August 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Karbonsteuer, Klimawandel, Medien, Politik, Wirtschaftsförderung, Wissenschaft
http://www.youtube.com/watch?v=ma6cnPLcrtA”>Aufzeichnung

Für die Alarmisten ist die Sache klar. Der Mensch verändere durch seine Emissionen, insbesondere durch Kohlendioxid, das Klima der Erde in einer Weise, die ihn gefährdet. Insbesondere würden die bodennahen Luftschichten immer wärmer, was eine Vielzahl von Risiken – vom Meeresspiegelanstieg bis zur Dürre – erhöhe. Für die Alarmisten ist ebenso klar, worin die notwendige Folge besteht: Die Emissionen seien zu vermindern um diese Risiken zu vermeiden.

Seit vielen Jahren kreist die Klimadebatte um den ersten Punkt des Arguments. Es wird erbittert gestritten, ob denn unsere Emissionen tatsächlich eine bedrohliche Erwärmung auslösen können. Wahlweise halten Skeptiker wie Roy Spencer oder Richard Lindzen eine niedrigere Klimasensitivität für wahrscheinlich. Den Effekt des Kohlendioxids würden dann andere Prozesse kontern (und nicht verstärken, wie es die Alarmisten glauben) und der Temperaturanstieg verbliebe in einer Höhe, die keinen Anlaß zur Besorgnis gäbe. Andere, wie Henrik Svensmark oder Nir Shaviv sind von der Existenz natürlicher Prozesse überzeugt, die vom Menschen nicht beeinflusst werden können und die das Klima auf einer ähnlichen Zeitskala in einer ähnlichen Größenordnung ändern, wie das anthropogene Kohlendioxid. Alle diese Einsprüche sind valide und ihre wissenschaftliche Basis hat sich im Laufe der Jahre eher verbreitert denn verdünnt.

Aber viele Debatten gerade in der …



Schutzgelderpressung

14. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft

Es klingelt an Ihrer Tür und vor Ihnen steht ein sympathischer junger Mann, der hundert Euro für die örtliche Feuerwehr eintreiben möchte. Auf die Frage nach dem Warum entgegnet er, in Zukunft würden in der Region viel mehr Blitze einschlagen und dadurch mehr Brände ausbrechen. Wissenschaftler hätten diese Möglichkeit aufgezeigt. Zwar wäre ein solcher Trend aktuell nicht eindeutig nachweisbar und außerdem wisse man auch nicht, was in Zukunft tatsächlich geschähe, aber man hätte sich entsprechend geeinigt. Ein Gremium von Forschern hätte auf dem Verhandlungswege festgelegt, in Zukunft würden mehr Blitze einschlagen. Daher solle nun jeder Bürger eine Zwangsabgabe für die Brandbekämpfung leisten.

So funktioniert Klimapolitik. In einer an Deutlichkeit nicht mehr zu überbietenden Offenheit hat dies selbst meine Lieblings-Öko-Postille, Spiegel-Online, anerkannt. Wer noch immer glaubt, die Risiken einer möglichen „globalen Erwärmung“ wären durch einen wissenschaftlichen Erkenntnisprozeß definiert und wohlbekannt, der wird spätestens jetzt eines besseren belehrt.

In Wahrheit ist das Ausmaß der potentiellen Gefahren eines mutmaßlich menschgemachten Klimawandels nicht nur nicht bekannt, es wird auch prinzipiell niemals beziffert werden können. Denn die zukünftige Entwicklung komplexer, dynamischer und vernetzter Systeme ist nicht vorhersehbar.

Und dies gilt vor allem für den Meeresspiegel. Für den einzigen Wert, der all die supranationalen und demokratisch …



Keine Kompromisse in Lissabon

1. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Eine bemerkenswerte Konferenz fand letzte Woche (26. bis 28 Januar 2011) in Lissabon statt.  Unter dem Titel “Versöhnung in der Klimadebatte” trafen sich nach übereinstimmenden Berichten etwa 30 Protagonisten, darunter einige Stars der Blogosphäre.

Berichte und Diskussionen finden sich u.a. hier:

Werner Krauß (Klimazwiebel): “Der Klimakrieg kann weitergehen

Werner Krauß (Klimazwiebel): “Reconciliation in the Climate Debate

Gerald Traufetter (Spiegel Online): “Der Klimakrieg kann weitergehen

Judith Curry (Climate Etc.): “Lisbon Workshop on Reconciliation Part II

Skeptiker wie Steve McIntyre, Steve Mosher, Steve Goddard, Ross McKitrick und Fred Pearce diskutierten mit vom menschgemachten Klimawandel überzeugten Wissenschaftlern wie Judith Curry, Hans von Storch und Werner Krauß (der sich, wie er auf der Klimazwiebel verlauten ließ, tatsächlich mit “ß” schreibt – und ich halte meinen Lieblingsbuchstaben ja in Ehren). Eine vollständige Teilnehmerliste habe ich nirgends gefunden, aber echte Alarmisten waren wohl nicht anwesend. Bei Traufetter findet sich die Vermutung, der geladene Gavin Schmidt habe abgesagt, weil er nicht auf Steve McIntyre treffen wollte. Zur Debatte kam es also nur zwischen den Skeptikern und den “Honest Brokern”. Diese Bezeichnung habe ich von Roger Pielke jr. und Hans von Storch übernommen. Sie steht für Forscher, die sehr wohl von …



Nachts ist es kälter als draußen

21. Januar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Das Sielhafenmuseum an der Nordseeküste in Carolinensiel ist einen Besuch wert. Es beeindruckt vor allem der Ausstellungsbereich, in dem die große Weihnachtsflut des Jahres 1717 beschrieben wird. Man kann sich ausmalen, wie sich die Menschen am Abend des 24.12. zusammenfanden, nichtsahnend, daß schon wenige Stunden später alles dahin sein würde. Einfach alles – die Felder, die Tiere, das Haus und vielleicht sogar das eigene Leben und das der geliebten Familie.

Mit furchtbarer Gewalt drückte an diesem Abend ein plötzlich einsetzender Sturm die in der Flut auflaufenden Wassermassen gegen die einfachen Deiche, die dieser Kraft nicht gewachsen waren. Sie brachen, nahezu entlang der gesamten Nordseeküste, von den Niederlanden bis Schleswig. Über 10.000 Menschen starben in jener Nacht, eine ungeheure Zahl angesichts der damaligen Bevölkerungsdichte, abertausende Tiere ertranken jämmerlich, ganze Landstriche wurden entvölkert und verwüstet. Die Felder auf Jahre hinaus versalzen, Vorräte und Saatgut dahin, die Behausungen vernichtet. Abbildung 1 zeigt das Ausmaß der Überflutung, die überschwemmten Gebiete sind dunkelgrau gezeichnet. Beeindruckend sind die Karten im Sielhafenmuseum. Hier kann man die Küstenlinie vor und nach der Flut betrachten und erkennen, daß der Blanke Hans sich all das Land, was die Menschen in Jahrhunderten dem Meer abtrotzten, in nur einer Nacht zurückholte. Städte, …



Charlotte hat auch Angst…

17. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Kurioses, Medien

Was treibt eine Moderatorin und Autorin aus der eher seichten Ecke der Unterhaltungsindustrie dazu, ausgerechnet unserem Bundespräsidenten eine sexuelle Offerte zu unterbreiten?

Der Wunsch nach medialer Aufmerksamkeit, um die eigene, etwas ins Stocken geratene Karriere zu befördern?

Ganz sicher auch. Wichtiger scheint aber der Umstand zu sein, daß Angstzustände irrationales Verhalten befördern können. Jedenfalls gibt Charlotte Roche im Spiegel-Interview (Ausgabe 46/2010) auf die Frage, was denn der emotionale Kern des Protestes gegen die Castor-Transporte sei, folgendes zu Protokoll (Hervorhebung durch mich):

Angst. Die Regierung macht mir Angst. Asse macht mir Angst. Verseuchtes Grundwasser macht mir Angst. Auch wie nahe alle Aktivisten dem Transporter kamen. Dass der gesunde Menschenverstand nicht ausreicht, um diese Probleme zu lösen, das macht auch Angst. Durch die geplante Laufzeitverlängerung werden weitere 500 Castor-Behälter in den kommenden zwölf Jahren produziert. Wir wissen nicht, wie man auch nur einen Behälter eine Million Jahre sicher lagert.

Man könnte vieles darauf erwidern. Das Problem ist nur: Charlotte wird es nicht verstehen. Nicht verstehen wollen und nicht verstehen können. Wo Angst das Denken regiert, ist der Verstand im Feuchtgebiet versunken.…



Advokaten der Angst

16. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Medien, Politik, Profiteure, Wissenschaft
http://www.youtube.com/watch?v=qF9WdV8pUPk”>Unchained

…die angekündigte Fortsetzung zu “Ein Advokat hat Angst“.

Ein wichtiger Aspekt der Klimakatastrophe ist ihr Unterhaltungswert – gemessen am Gruselfaktor. Die Evolution hat es nun einmal so eingerichtet: Bei uns Menschen setzt Panik chemische Prozesse in Gang, die zu erhöhter Aufmerksamkeit, zu einer Schärfung aller Sinne und Reflexe führen. Wenn die Angst abgeklungen ist, bleibt noch für eine Weile ein wohliges Gefühl der Entspannung zurück. Man darf natürlich nicht überziehen. Wie bei allen Drogen ist auch für die körpereigenen die Schädlichkeit der Überdosis zu beachten. Im Übermaß kann Furcht lähmen und das Gemüt dauerhaft in Mitleidenschaft ziehen.

Auf der Klaviatur dieser Möglichkeiten spielen Hollywoods Regisseure seit Jahrzehnten mit genialischer Virtuosität (jedenfalls einige). Wenn sie wollen, daß wir uns fürchten, dann fürchten wir uns auch. Der Horrorfilm ist die hohe Kunst des Spiels mit der Dosierung unserer Hormone und Botenstoffe.  Zunächst werden optische und akustische Reize nur einzeln in niedriger Dosierung verabreicht. Phantasie und Vorstellungskraft des Zuschauers werden gerade genug angeregt, um die Intensität unserer Emotionen weiter zu steigern, manchmal bis knapp vor die Grenze des Erträglichen. Sobald das Monster dann Gestalt annimmt, sich Optik und Akustik zu einem begreifbaren Ganzen vereinigen, es quasi physisch materialisiert und dadurch auch …



Singer versus Hansen: Wie alles begann…

11. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

Wenn man in der Klimadebatte überhaupt einen Zeitpunkt des Anfangs ausmachen kann, so wäre sicher der Sommer des Jahres 1988 an erster Stelle zu nennen.

Organisiert von Al Gore, damals für die demokratische Partei Senator im Staat Tennessee, fand am 23. Juni dieses Jahres eine Anhörung vor dem US-Kongreß statt. In dieser Anhörung stellte der Physiker James E. Hansen vom Goddard Institute for Space Studies der NASA (GISS) die Ergebnisse von Modellrechnungen vor, die erstmals Szenarien zur Entwicklung des Erdklimasystems auf Basis eines „General Circulation Models“ GCM beinhalteten. Und die Botschaft war eindeutig: Die Zukunft wird, hervorgerufen durch anthropogene Emissionen von Treibhausgasen, eine deutliche Erwärmung der bodennahen Luftschichten sehen. Eine Erwärmung, die mit erheblichen Risiken für Extremwetterereignisse, für Dürren, Überflutungen und einen Anstieg des Meeresspiegels einhergeht.

In gewisser Hinsicht kann der 23.6.1988 daher als Geburtstag der Klimakatastrophe angesehen werden. Die Abbildung zeigt Hansens damals präsentierte Temperaturszenarien A, B und C im Vergleich mit den Daten der mittleren Temperaturanomalie von NASA-GISS bis zum Jahr 2005. Die Szenarien A und B gehen dabei von einem Anstieg der Emissionen aus, „A“ in der Form „Business as usual“, „B“ in der Form „moderater Anstieg und mindestens 3 größere vulkanische Eruptionen bis 2040, eine davon …