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Reality Check – Über Politik und Wissenschaft

13. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Ökologismus, Politik

Die Pläne zur radikalen Umstrukturierung der Energieversorgung in Deutschland, zunächst unter dem Gesichtspunkt der Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen und dann mit dem Ziel des völligen Verzichts auf Nukleartechnik, werfen ein eigenartiges Licht auf die Rolle der Naturwissenschaft in der Gesellschaft. Einerseits beruft sich das Projekt auf klimatologische Aussagen, andererseits werden bei der Erörterung der grundsätzlich technischen Frage, ob und wie man die Energieversorgung eines hoch industrialisierten Landes von Grund aus umkrempeln und auf andere, noch nicht in den Einzelheiten ausgereifte und vielleicht tönerne Füße stellen kann, darf oder muß, Vertreter der Naturwissenschaft und Technik nur in sehr beschränktem Maße zu Rate gezogen.

Letzteres wohl wegen des Verdachts, gerade ihre spezielle Ausbildung dränge ihre Ansichten in eine technokratische Richtung und hindere sie daran, den allgemeinmenschlichen und ganzheitlichen Zusammenhang gebührend zu würdigen.

Das beschlossene Konzept umfaßt Wunschvorgaben,
Fragen der ethischen Verantwortung, Ideen zu Information und Miteinbeziehung der Bürger und vor allem einen Plan zur legislativen Umsetzung. Doch die erheblichen technischen Schwierigkeiten und Ungereimtheiten werden im Vertrauen darauf, daß “die Forschung” sie bei hinreichender Forderung und Förderung schon im Handumdrehen lösen wird, unter den Teppich gekehrt. Hier spiegelt sich die zwiespältige Haltung einer Gesellschaft wider, die sich zum einen vollkommen auf die Problemlösungsfähigkeit …



Der Ökologismus frisst seine Kinder

17. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Ökologismus

Gastbeitrag von Michael Miersch

Die Energiewende soll uns als grüne Großtat verkauft werden. Sie ist das Gegenteil davon: massive Umweltzerstörung mit Biosiegel

Es begann mit dem Weißkopfseeadler. 1962 erschien Rachel Carsons inzwischen weltberühmtes Buch „Der stumme Frühling“. Die amerikanische Biologin warnte darin vor dem übermäßigen Gebrauch von Pestiziden. Tatsächlich gingen die Bauern damals viel zu sorglos mit Pflanzenschutzmitteln um. Vögel starben am Einsatz unzureichend getesteter Agrargifte. Besonders betroffen war der Weißkopfseeadler, der Wappenvogel der Vereinigten Staaten. Dies war der Zündfunke der globalen Umweltbewegung. Dass es heute wieder über 100 000 lebende Wappenvögel in Nordamerika gibt, ist eines der vielen positiven Ergebnisse des großen Umdenkens, das damals einsetzte.

Jetzt machen sich kalifornische Naturschützer erneut Sorgen um die Greifvögel. Sie finden Weißkopfseeadler immer häufiger zerhackt unter Windkraftanlagen. Auch Hunderttausende anderer Vögel und Fledermäuse werden durch Windparks getötet. „The Green Killer“ betitelte die britische „Daily Mail“ einen Bericht über den Vogeltod für Ökostrom.

Kernkraftgegner machen sich große Sorgen darüber, dass durch den GAU in Fukushima ein Radius von 30 Kilometern nuklear belastet ist und wahrscheinlich für lange Zeit unbewohnbar. Allerdings sind hierzulande weitaus größere Flächen unbewohnbar durch Windfarmen, Solarfelder, Pumpspeicherkraftwerke und die endlosen Maismonokulturen zur Gewinnung von Biogas und E10-Benzin. Riesige Urwaldgebiete werden in …



Plädoyer für mehr Ehrlichkeit in der Energiepolitik

27. März 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Kommentare, Politik

Ursprünglich hatte die Überschrift zu diesem Artikel “Ein Aufruf zu mehr Rationalität in der Energiepolitik” lauten sollen. Doch angesichts der Vorgänge in den letzten zwei Wochen in unserem Land erschien mir der Ausdruck Rationalität beim momentanen Gemütszustand der Deutschen absolut nicht mehr angebracht. Schließlich ist die derzeit vorherrschende Geisteshaltung in Deutschland selbst mit dem Wort hysterisch noch äußerst wohlwollend beschrieben.

Zehntausende Menschen gehen in diesen Tagen auf die Straße, um für einen sofortigen Ausstieg aus der aus ihrer Sicht unverantwortlichen Kernkraft zu fordern. Warum, so fragen diese Menschen, haben wir nicht schon längst begonnen, unsere Stromversorgung komplett auf sogenannte Erneuerbare Energien umzustellen. Wind und Sonne sind schließlich weniger gefährlich. Und auch schickt die Sonne, wie die Photovoltaik-Lobby nicht müde wird zu betonen, uns keine Rechnung.

Japaner reagieren rational
Man fragt sich unwillkürlich, warum denn nicht die Japaner schon längst auf die gleiche Idee gekommen sind. Die Voraussetzungen dort wären für Wind und Sonne sogar besser als in Deutschland. Japan liegt weiter südlich als Deutschland und hat demnach auch mehr Sonnenenergie pro Fläche zu bieten. Auch die Länge der Küstenlinie Japans beträgt ein vielfaches der deutschen Nord- und Ostseeküste. Demnach bietet gerade dieses Land optimale Standorte für die von uns favorisierten …



Die globale Fähigkeit zu Handeln

12. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Cancun, Klimawandel, Kommentare

Eine Meinungsäußerung von Günter Heß

In der Klimazwiebel wurde folgende Frage gestellt:

“Cancun: The return of the global capacity to act?”

Ich finde es interessant diese Frage auch hier zu diskutieren und beginne mit meiner Antwort.

Die Fähigkeit zu Handeln in Bezug auf Klimawandel erfordert, dass wir technische Lösungen zur Verfügung haben, die den Wohlstand aller Menschen mehren und ein bestimmtes Temperaturziel oder eine bestimmte absolute CO2-Emission der Welt zu erschwinglichen Preisen erreichen.

Cancun stellt die Fähigkeit zum Handeln nicht her
Deshalb stellt der Gipfel in Cancun die Fähigkeit zu Handeln nicht her, da er sich nicht an technischen Lösungen orientiert. Darüber hinaus glaube ich nicht, dass das Kyoto-Protokoll jemals diese Fähigkeit hergestellt hatte.

Ich kann mir nicht helfen aber wenn ich dem Schauspiel in Cancun zuhöre und darüber lese, dann habe ich das Gefühl, dass die falschen Leute am Tisch sitzen. Das Diskussionsklima ist merkwürdig und der Geist der herrscht scheint mir falsch. Das folgende ist mein subjektiver Eindruck und ein Bauchgefühl.

Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie Ablass suchen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie ihren ökonomischen Vorteil suchen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie Wiedergutmachung suchen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln …



Berlin, Berlin, wir waren in Berlin

5. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Politik

Die interessantesten Einblicke bei Konferenzen und Kongressen ergeben sich meistens nicht durch die Vorträge, sondern durch die Gespräche in den Pausen. Bei der “3. internationalen Energie- und Klimakonferenz” war dies nicht anders. So endete der Freitag in der Hotelbar mit einem spanischen Journalisten, Pierre Gosselin von der NoTricksZone und einem der Köpfe von Ökowatch. Eine Art Bloggertreffen mit nützlichen Ein- und Ansichten. Wir haben natürlich über die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit gesprochen und insbesondere bei Ökowatch gibt es große Pläne. Vielleicht wird sich in einiger Zeit das Berliner Treffen als erste Initialzündung für den Aufbau eines Metanetzes der deutschen, skeptischen Blogosphäre erweisen.

Und vielleicht sogar als ein Wendepunkt im Ansehen der Skeptiker in der Öffentlichkeit. Jedenfalls führte mich der Zufall beim Mittagessen am Samstag mit einer jungen Dame zusammen, die sich als Mitarbeiterin von Hans-Joachim Schellnhuber outete. Ganz freimütig und ohne jede Berührungsangst. Sie gab ihrer Verwunderung über den politischen Schwerpunkt der Tagung Ausdruck. Offensichtlich hatte sie etwas anderes erwartet, esoterische und antiwissenschaftliche Ansätze wahrscheinlich, über die sie dann in ihrem Institut hätte prächtig lästern können. Das genau hatte die Konferenz aber nicht zu bieten.

Im Zeichen der Sonne

Der erste Tag stand zunächst im Zeichen der …



Die Technik als Feind?

11. Oktober 2010 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Klimawandel, Kommentare, Medien

Es sind schon beeindruckende Maschinen in dieser von außen recht unscheinbaren Produktionshalle. Vibrationstische, die ein Werkstück einem Vielfachen der Erdbeschleunigung aussetzen können, Öfen, die es auf mehrere 100 Grad erhitzen, Kammern, in denen es enormen Drücken ausgesetzt werden kann. Kurz und gut: Die beste Simulationsumgebung, die man für Geld kaufen kann.  Um die Zustände im Erdinneren abzubilden, viele tausend Meter tief unter der Oberfläche. Und die Produkte, die dort einer rigiden Qualitätssicherung unterworfen werden, sind ebenso hochgezüchtete Hightech-Produkte. Es sind nicht nur einfache Bohrer. Sondern vielmehr Roboter. Autonome Maschinen, die getrieben vom Gewicht eines kilometerlangen Stahlgestänges tief in der Erdkruste in großem Umfang selbstständig agieren können. Die sich ihren Weg bahnen, in welche Richtung auch immer man vorstoßen möchte. Die ihre Umgebung erkennen und analysieren. Um Öl und Gas zu finden.

Denn da liegen die Gewinnaussichten, die den Einsatz dieser Bohrer rechtfertigen können. Und da liegt das Geschäftsfeld des Unternehmens mit der aufwendigen Qualitätssicherung. Ansässig in Deutschland, aber auch Teil des weltweiten Imperiums, das der genial/verrückte Erfinder und Luftfahrtpionier Howard Hughes einst errichtete. BakerHughes ist heute als Ausrüster der Öl- und Gasindustrie mit Bohrtechnik die Nummer 2 in der Welt.  Die Qualitätssicherung ist entscheidend für den Erfolg. Denn man kann …



Vom Vorurteil der Überbevölkerung

7. August 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik

Gastbeitrag von Fabian Heinzel, Ökowatch, Freie Welt

„Wenn die Menschheit nicht aufhört, sich auszubreiten, so steht ihr ein vorzeitiger Untergang bevor.  Hungersnöte, Epidemien und Seuchen werden sie heimsuchen.“

Um das Jahr 1790 herum warnte der britische Ökonom Thomas Malthus mit diesen drastischen Worten vor den Gefahren der Überbevölkerung.  Zu diesem Zeitpunkt hatte der gesamte Planet ca. 980 Millionen Einwohner.  Diese Zahl hat sich bis heute nahezu versiebenfacht.  Und obwohl es immer noch Hunger und Armut in vielen Ländern der Erde gibt, haben sich der Lebensstandard und die Lebenserwartung in den letzten zwei Jahrhunderten überall auf der Welt deutlich erhöht.

 In China leben im Jahre 2010 beispielsweise mehr Menschen als zu Malthus’ Lebzeiten in allen Ländern der Erde zusammen.  Dennoch leben sie weit besser als in den 1790er Jahren.  Die deutlichste Veränderung der Lebensumstände hat dabei erst im 20. Jahrhundert stattgefunden.  1949 betrug die Bevölkerungszahl in China 540 Millionen, die durchschnittliche Lebenserwartung lag bei 36,5 Jahren.  Heute beträgt die Bevölkerungszahl 1,3 Milliarden – die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73,4 Jahren.  

Die Annahme, dass Überbevölkerung der Menschheit zahlreiche Probleme beschere, basiert nicht auf Fakten, stellt Brendan O ‘Neill in der britischen Internetzeitschrift Spiked klar.  Den Ansatz der Studie zur Weltbevölkerung, …