Ökologistische Mythen



Tempolimit – aus Freude am Verbieten!

12. Mai 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Wirtschaftsförderung

ego3-150x150Eigentlich hatte Peer Steinbrück geplant, die Berichterstattung der Medien in den vergangenen Tagen zu prägen. Dazu war er nach Nordrhein-Westfalen aufgebrochen, um im (ehemaligen?) SPD-Stammland seine Vorstellungen über die Zukunft der Mobilität in Deutschland und den Ausbau der Verkehrswege zu präsentieren. Pragmatisch sollte das ganze wirken, anpackend und lösungsorientiert. Wählbar möchte Steinbrück auf diese Weise der Mittelschicht erscheinen, wählbar durch Abwesenheit ideologischen Regulierungswahns.

Doch eines wissen die Bürger nun ganz genau: Falls es im September zu einer rotgrünen Mehrheit kommt, wird es dem Individualverkehr schlecht ergehen. Denn tatsächlich ist die SPD bereit, in dieser Thematik den Grünen die Gestaltungshoheit zu überlassen. Anders kann man das Signal Sigmar Gabriels kaum verstehen. Parallel zu Steinbrücks Auftritt und diesen damit überstrahlend warb er für ein Tempolimit von 120 km/h auf deutschen Autobahnen. Das steht zwar nicht im Wahlprogramm der SPD, wohl aber in dem der Grünen. Das sorgte für Ärger beim Kandidaten und einen schnellen Rückzug des Vorsitzenden. Der nicht nur politisch, sondern auch sachlich geboten war. Denn keines der Argumente für ein Tempolimit ist bei näherer Betrachtung tragfähig. Viele Menschen sind leider überzeugt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h würde

  • die Verkehrssicherheit erhöhen,
  • den Verkehrsablauf verbessern,
  • Emissionen (Schadstoffe und CO2) vermindern,
  • den Verkehrslärm


Deutschland mit Rekord-Exportüberschuss beim Strom – Und warum das keine gute Nachricht ist

4. April 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Medien, Ökologistische Mythen, Photovoltaik, Politik, Windkraft

StrommastenEine Meldung in der Tagesschau vorgestern ließ den am Strommarkt interessierten Nachrichtenzuschauer wohl ganz besonders aufhorchen. An dem Tag veröffentlichte das Statistische Bundesamt (Destatis) die offiziellen Zahlen zu Ein- und Ausfuhr von elektrischem Strom in der Bundesrepublik. Nachdem Deutschland im vorletzten Jahr in einer Reaktion auf den Unfall im Kernkraftwerk Fukushima 8 von 17 Kernkraftwerken vom Netz genommen hatte, war der Exportüberschuss beim Strom im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 noch deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung hat sich 2012 umgekehrt. Die Tagesschau hierzu:

„Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden demnach 2012 insgesamt 43,8 Terawattstunden (TWh) Strom über die europäischen Netze nach Deutschland eingeführt. Im selben Zeitraum speiste Deutschland 66,6 TWh in ausländische Stromnetze ein. Damit exportierte Deutschland im vergangenen Jahr 22,8 TWh Strom mehr als es importierte. Dabei entstanden Netto-Einnahmen von 1,4 Milliarden Euro: Einfuhren von 2,3 Milliarden Euro standen Ausfuhren von 3,7 Milliarden Euro gegenüber. (…) Grund für den Überschuss ist unter anderem die Zunahme von Solar- und Windstrom.

Diese Nachricht klingt auf den ersten Blick positiv. Und wäre in dieser Form durchaus geeignet den Befürwortern eines Umstiegs auf “Erneuerbare Energien” Aufwind zu geben. Könnte man daraus doch schließen das Abschalten der Kernkraftwerke in Deutschland könne durch Sonne …



Peak-Oil und Anti-Fracking Propanganda in der ARD – “Wir haben noch 7 Jahre”

25. März 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Erdgas, Erdöl, Medien, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen, Unkonventionelles Gas und Öl

RundfunkgebührenIch war heute morgen mit dem Auto unterwegs und hatte das zweifelhafte Vergnügen im Halbstunden-Rhythmus die Nachrichten auf WDR 5 verfolgen zu dürfen. Topmeldung des Tages und damit in jeder Nachrichtensendung präsent war erwartungsgemäß  das vorläufige Abwenden des finanziellen Kollaps in Zypern. An zweiter Stelle war jedoch eine Meldung, die einen fast noch mehr aufhorchen ließ. Nach Angaben des WDR stünden Peak-Oil und Peak-Gas nun unmittelbar bevor. Es ist, wieder einmal, noch schlimmer als man ohnehin schon befürchtet hatte. Interessant war zudem auch die Evolution der Meldung.

Studie: Öl und Gas gehen schneller aus als gedacht (06:35Uhr)

Öl und Gas werden weltweit möglicherweise schneller ausgehen als bisher gedacht. Eine internationale Expertengruppe hat in einer Studie berechnet, dass schon in sieben Jahren ein Zeitpunkt erreicht ist, ab dem nicht mehr Öl und Gas gewonnen werden können. Die Einzelheiten: Ab 2020 geht es laut Studie abwärts mit den fossilen Brennstoffen. Und sie werden immer teurer. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass auch neue Fördermethoden wie das Fracking nichts bringen. Dabei wird eine Chemikalienmischung in tiefe Erdschichten gepumpt, um Gas freizusetzen. Die USA setzen gerade stark auf die umstrittene Fördermethode – laut der Studie kann damit aber nicht so viel Gas gefördert



Japan zum Jahrestag von Fukushima – Eine rückblickende Presseschau

24. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Kernenergie, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen

helicopter_flies_over_SendaiEine Reihe japanischer Tageszeitungen und Magazine hat englische Ausgaben. Die bedeutendsten Tageszeitungen sind:

Yomiuri shimbun http://www.yomiuri.co.jp/dy/

Asahi shimbun http://ajw.asahi.com/

Mainichi shimbun http://ajw.asahi.com/

Wikipedia sagt, Asahi und Mainichi gälten als linksliberal, Yomiuri als konservativ. Zusätzlich sind englisch zugänglich:

The Japan Times http://www.japantimes.co.jp/

Japan Today http://www.japantoday.com/

Was schreiben diese Zeitungen zum Jahrestag der Tsunami Katastrophe und wie stellt sich die japanische Sicht im Vergleich zur deutschen dar? Suchbegriff war in allen Fällen ‘Fukushima anniversary’ bzw ‘Tohoku anniversary’ Tohoku ist die Bezeichnung für das Gebiet der Erdbeben- und Tsunamikatatrophe, die die Fukushima-Havarie auslöste. Beginnen wir mit der auflagenstärksten Zeitung Japans:

Yomiuri Shimbun

Das Editorial am 11 März:

http://www.yomiuri.co.jp/dy/editorial/T130313003692.htm

Keeping memories of the March 11 disaster alive

Die Erinnerungen an den 11 März wach halten.

[Welche Erinnerungen? Die an die 'Atomkatastrophe'? Nein]

Scars of the massive tsunami triggered by the Great East Japan Earthquake remain all-too-vivid in some affected areas. A large fishing vessel remains stranded ashore, and buildings reduced to their bare frames dot the landscape…

Die Narben des massiven Tsunamis, der vom Großen Ostjapanischen Erdbeben ausgelöst wurde sind in einigen betroffenen Gebieten nur all zu lebendig. Ein grosses Fischerboot liegt gestrandet, Bauwerke, von denen nur die Rahmen blieben, sind in der Landschaft



Von den Walen lernen

17. März 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energieerzeugung, Energiewende, Erdöl, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen, Politik, Tierschutz

ego150“There she blows! There she blows! A hump like a snow-hill! It is Moby Dick!”

(Herman Melville, Moby Dick, 1851)

So ein Wal ist eine tolle Sache. In den Barten des Blauwals findet sich Fischbein für körperformende Kleidung (Korsetts, Reifröcke) und diverse Accessoires (Sonnenschirme). Ein Pottwal liefert Ambra für allerlei Duftwässerchen und Walrat für feine Kerzen. Aus allen großen Meeressäugern kann man Tran gewinnen, nützlich als Energieträger (Beleuchtung), als wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie (Farben, Pflegemittel, Sprengstoffe), für Medizin und Kosmetik (Salben, Seifen) und für Lebensmittel (Margarine, Suppen, Gelatine). Nicht zu vergessen: Der Wal ist ein nachwachsender Rohstoff.

Da wundert die Anziehungskraft nicht, die der Walfang über Jahrhunderte auf abenteuerlustige Tierliebhaber ausübte. Monate oder gar Jahre auf den Weltmeeren fernab der zivilisierten Metropolen unterwegs, trotzten diese Naturburschen allen Gefahren der See. Beseelt von dem Anspruch, der Menschheit Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen zu sichern, setzten sie tagtäglich ihr Leben ein. Wahre Helden, denen Herman Melville in der Figur des fiktiven Kapitäns Ahab ein literarisches Denkmal für die Ewigkeit erbaute.

Leider aber agierten die Regierungen im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert nicht so vorausschauend, wie unsere heutige Administration. Statt ihn also massiv zu subventionieren, ließen sie den Walfang erst sterben, …



Fracking in den USA – ‘Gasland’ und die Fakten

9. März 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

Gasland - No Facct ZoneUm es gleich vorweg zu sagen: ‘Gasland’ ist ein betrügerisches Machwerk zum Zweck der Gräuelpropaganda gegen das Fracking.

Das ist an sich schon längst bekannt, aber dennoch halten sich die erlogenen Behauptungen hartnäckig. In der Tat so hartnäckig, dass der Verdacht naheliegt, dass hier von interessierter Seite massiv nachgeholfen wird.

Die bekannteste und gruseligste Szene ist das Wasser, das aus der Leitung fliesst und so viel Methan enthält, dass man es anzünden kann.

Doch was hat es damit auf sich? Einige Fakten:

  • Methan im Wasser ist normal! Methan ist ein typisches Endprodukt des anaeroben Stoffwechsels und in tieferen Erdschichten, dort, wo auch das Grundwasser ist, gibt es keinen Sauerstoff und anaerobe Bakterien haben beste Lebensbedingungen. Auch In Deutschland gibt es Wasserwerke, die ihr Trinkwasser entgasen müssen, damit es nicht brennt. (Methan in der Trinkwasseraufbereitung)
    Hausbrunnen in der US-Provinz haben aber keinen Entgaser…
  • Es hat sich längst herausgestellt, dass das Phänomen der brennenden Wasserhähne schon auftrat, bevor in der Gegend gefrackt wurde. Bereits 1976 veröffentlichte die Wasserbehörde von Colorado eine Meldung, die von ‘Troublesome amounts of … methane”, sprach, lange, bevor zum ersten mal gefrackt wurde.
  • Die Behörden konnten mit Isotopen- und Spurengasanalysen nachweisen, dass das Methan


Von Ressourcen und Rohstoffen – Eine Zeitreise

23. Februar 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen

EibeNachdem ‘Peak Oil’ weitestgehend sang- und klanglos und sehr zur Enttäuschung vieler Endzeitpropheten beerdigt wurde, bleibt dennoch das kollektive Gefühl, dass in einer endlichen Welt doch irgendwann das Ende kommen müsste. Schliesslich haben wir doch keine zweite Erde als Reserve, oder?

Tatsächlich ist dies ein Irrglaube, eine völlig falsche Vorstellung davon, was hinter Begriffen wie Ressource oder Nachhaltigkeit steckt. Die Menschheit stand immer vor dem ‘Ende der Rohstoffe’ und sie hat jedes mal einen Weg gefunden, neue Quellen zu erschliessen. Wie das geschah, ist bemerkenswert, denn es lief völlig anders ab, als allgemein geglaubt wird.

Nachhaltigkeit ist ein sehr populäres Schlagwort.

Wir müssen nachhaltig wirtschaften, nicht mehr verbrauchen, als nachwächst und wenn nichts nachwächst, müssen wir sparen. Wirklich? Waren Mammutjäger nachhaltig? Naturverbunden, ernteten sie einen ‘nachhaltigen’ Rohstoff, eben Mammuts. Wenn sie nicht mehr verbrauchten als nachwuchs, waren sie, wie zum Beispiel Wölfe, noch Teil der Natur und kein verschlingender Parasit – so ähnlich mag es sich ein romantischer Geist zusammen reimen. Leider starben aber die Mammuts aus. Also doch kein nachhaltiges Wirtschaften? Oder Schicksal? Wohl beides. Der natürliche Klimawandel änderte die Fauna sicherlich in der frühen Steinzeit erheblich. Aber auch die Menschen trugen ihren Teil bei.

Tatsächlich verschwanden mit …