Das Narrativ der Zukunft
4. Oktober 2011 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik
Die Weltsicht der Ökologisten besteht offensichtlich aus glücklichen Lilakühen, die wohlgenährt auf saftigen Almwiesen unter strahlend blauem Himmel lustwandeln und dabei nur gelegentlich von blonden Dirndlmodellen mit perfekten Zähnen zwecks Milchgewinnung unterbrochen werden. Anders jedenfalls ist die Vehemenz kaum erklärbar, mit der sie darauf bestehen, die “natürlichen Lebensgrundlagen” der Menschheit wären durch die Aktivitäten selbiger in einem Ausmaß gefährdet, das unser Fortbestehen in Frage stellt. In der Realität hingegen ist die Nichtexistenz dieser “natürlichen Lebensgrundlagen” evident. Die Umwelt der bald 7 Milliarden Erdenbürger ist nahezu ausnahmslos artifizieller Natur. Es sind nicht die Lilakühe, es ist eine Hochleistungslandwirtschaft, bestehend aus gentechnisch optimierten (gleich ob durch Züchtung oder direkte Manipulation des Erbgutes) Pflanzen und Tieren, die entweder in künstlich geschaffenen Landschaften oder in Ställen und gewaltigen Treibhausanlagen gedeihen und uns mit Nahrung und allerlei nützlichen Stoffen versorgen. Es sind der Bergbau und die Grundstoffindustrie, die die Materialien bereitstellen, aus denen all die Gegenstände und Maschinen bestehen, die unser Leben ermöglichen. Die Vielfalt an Dingen, die sich in einem typischen Haushalt der industrialisierten Welt ansammeln, ist ungeheuer. Von den Möbeln über die Kleidung bis hin zum Geschirr, von den Küchengeräten über die multimedialen Elektronikspielzeuge bis hin zum Kraftfahrzeug – kein einziges Artefakt hat …


Der Besuch im Vergnügungspark endete vor der lebensgroßen Figur des Mammuts. “Lebensgroß” bedeutet in diesem Fall nichts anderes als “ziemlich groß”, also beeindruckend. Der Gestalter hatte sich alle Mühe gegeben, denn immerhin wissen wir heute genau, wie Mammuts einmal ausgesehen haben. Und im Gegensatz zu all den vielen Dinosauriern, deren lebens- also ziemlich große Nachbildungen der Park ebenfalls zu bieten hatte, waren Mammuts einmal unsere Zeitgenossen. Das erklärt die Faszination, die diese Tiere auf uns ausüben. Und ebenfalls im Gegensatz zu den Dinosauriern gibt es zumindest Indizien, die das Aussterben dieser großen Landsäugetiere mit dem Menschen, mit den Fertigkeiten steinzeitlicher Jäger, in Verbindung bringen. Die Figurengruppe im Vergnügungspark, die nicht nur aus dem gigantischen Rüsseltier, sondern auch aus unseren fellbedeckten, mit Speeren herumfuchtelnden Vorfahren besteht, bildete einen merkwürdigen Kontrast zu den Horden lärmender Kinder und staunender Eltern, die sie betrachteten.
Der Mythos, die Wälder der Welt würden dramatisch schrumpfen, begleitet uns seit Jahrzehnten. Wenn ich mich an die Warnungen meiner Schulzeit erinnere, an die dramatischen Bilder von Holzeinschlägen im Amazonasgebiet, von Bränden in Südostasien und Plantagen in Afrika und Mittelamerika, an die dringlichen Apelle, keine Tropenhölzer mehr zu nutzen und auch kein Papier, dann komme ich zu dem Schluß, der Wald müsse mittlerweile wohl gänzlich verschwunden sein. Der Blick aus dem Fenster belehrt mich ebenso eines besseren, wie das Studium von Satellitenbildern und Luftaufnahmen. Und spätestens seit Lomborgs “Apocalypse No!” könnte eigentlich jeder wissen: Die Wälder schrumpfen zwar, aber keineswegs in nennenswertem Umfang.
Herr Weber hat Angst. Herr Weber [Name geändert] ist nicht irgendwer, er ist ein hoher Funktionär eines großen deutschen Umweltverbandes. Ein Meinungsführer also. Einer der mitreden darf, der gehört wird, nicht nur von den Mitgliedern seines Verbandes, sondern auch von der Presse und der Politik.
Gastbeitrag von Fabian Heinzel, Ökowatch, Freie Welt


