Ökologismus



Ein Taifun stellt Fragen

17. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Klimawandel, Ökologismus

OspreyDie Katastrophe, von der die Philippinen heimgesucht wurden, wirft die Frage auf, wie sinnvoll ‚Vorbeugung‘ denn wirklich ist und ob sie genügt, um guten Gewissens in den Spiegel zu sehen.

Das gilt besonders, wenn man sich die Hilfsanstrengungen Deutschlands ansieht. Da sind viele tausend Menschen umgekommen, viele Hunderttausend sind obdachlos und verzweifelt, die Infrastruktur des Landes in einer 80 km breiten Schneise weitgehend zerstört und die deutsche Regierung?
Sie sagte Hilfe in Höhe von 500.000 € zu, die dann großzügig auf  1,5 Millionen € erhöht wurde und:

„Das Technische Hilfswerk schickt im Auftrag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen, ein Labor zur Überprüfung der Wasserqualität sowie Werkzeuge für Notreparaturen an der Infrastruktur in die philippinische Katastrophenregion. Die 19 THW-Einsatzkräfte starten am Mittwoch.“

Das ist keine Hilfe, sondern eher eine Beleidigung, wenn es von einer der führenden und reichsten Industrienationen der Welt kommt.

Bemerkenswert ist vor allem, dass dieses schäbige Feigenblatt offenbar auch von den oppositionellen Gutmenschen im Bundestag für ausreichend erachtet wird. Die Bundesbetroffenheitsbeauftragte Claudia Roth („Politik braucht Empathie und Emotionen“) zum Beispiel hat bis jetzt kein einziges Wort des Bedauerns geäussert. Offenbar hat sich ihre Empathie dadurch erschöpft, dass sie die Null Todesopfer der Fukushima-Havarie auch nach



Gute Fledermäuse, schlechte Fledermäuse…

10. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Ökologismus, Tierschutz, Windkraft

Big-eared-townsend-fledermausGute Fledermäuse:

Fledermäuse stoppen A20

Was ist wichtiger? Autoverkehr oder die Flugrouten kleiner Tiere? Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet zugunsten der Bechstein-Fledermaus.

HAMBURG taz | Die Küstenautobahn A 20 darf vorerst nicht weiter gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhängte am Mittwoch einen Baustopp für einen Teilabschnitt bei Bad Segeberg im Zentrum Schleswig-Holsteins. Grund ist der Schutz des größten deutschen Fledermaus-Quartiers in den nahe gelegenen Segeberger Kalkberghöhlen mit mehr als 20.000 Tieren.

Schlechte Fledermäuse:

Studie sieht Fledermaus-Massensterben an Windrädern

Eine Stichprobe alarmiert Behörden: Eine Viertelmillion Fledermäuse könnten demnach pro Jahr in Deutschland durch Windräder zu Tode kommen. Vogelschützer fordern, gefährliche Rotoren zu bremsen – doch die untersuchten Anlagen bleiben geheim.

Bildquelle: Wikipedia (Public Domain)



Was ist faul am Biogas?

3. November 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Energiewende, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Ökologistische Mythen

DemonCornNur recht selten rückt das sogennannte ‚Bio‘-Gas in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Dabei ist es, neben Wind und Sonne, eine der drei Säulen der Energiewende und tatsächlich sogar die wichtigste, denn als einzige ‚Erneuerbare‘ Energiequelle hängt sie nicht von den zufälligen Launen des Wetters ab und kann bedarfsgerecht Strom erzeugen – zumindest im Prinzip. Biogas fällt daher in der Triade der ‚Erneuerbaren‘ natürlicherweise die Rolle eines grundlastfähigen Ausgleichspuffers zu, der einspringt, wenn die Leistung der beiden anderen nicht ausreicht. So lange es keine brauchbaren Stromspeicher in der benötigten Größenordnung gibt – und das ist auch in Zukunft nicht absehbar, vor allem, da nicht das geringste unternommen wird, um solche Speicher zu errichten – ist Biogas unersetzlich, um den Anteil der Erneuerbaren weiter zu steigern.

Warum ist Biogas dann so wenig präsent?

Liegt es daran, dass es ein problemloser Energieträger ist und daher nicht für Schlagzeilen sorgt? Ist es ein echter Lichtblick, der ruhig und zuverlässig seinen Teil zum Grossen Plan beiträgt? Oder ist es eher das schwarze Schaf in der ohnehin recht räudigen Herde, über das man lieber nicht redet?

Eine Begriffsklärung

Wie im weiteren Verlauf näher ausgeführt wird, ist ‚Bio‘-Gas alles andere als ‚Bio‘ im Sinn von ökologisch,



Freiheit durch Technik

30. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Technium

novo_logoVor mir liegt die neue Ausgabe der Novo Argumente (Nummer 116, 2/2013, zum Inhaltsverzeichnis). Sie widmet sich ausschließlich dem Thema „Freiheit“ und weist daher, insbesondere unter Berücksichtigung des Ergebnisses der letzten Bundestagswahl, eine besondere Aktualität auf. Ein Debattenbeitrag stammt von der Novo-Redaktion selbst. Man hat ein Manifest mit „13 Thesen zur Freiheit“ verfaßt, das aus meiner Sicht für die Debatte zentrale Bedeutung aufweist. Im Anschluß stellen zahlreiche bekannte und prominente Autoren, die für Humanismus und Aufklärung stehen, ihre Sicht der Dinge auf einzelne Aspekte des Manifests vor. Man findet Beiträge von Josef Reichholf, Matt Ridley, Juli Zeh, Frank Schäffler, Holger Krahmer, Vera Lengsfeld, Jan Fleischhauer, Vince Ebert und Frank Furedi – um nur ein paar bekannte Namen zu nennen. Auch ich wurde gebeten, einen Text zum Thema „Freiheit und Technologie“ zu liefern. Diesen möchte ich natürlich gerne hier zur Debatte stellen.

Freiheit durch Technik

Technologieskepsis ist keine neue Entwicklung. Das Innovationen innewohnende Potential zu umwälzenden Veränderungen ängstigte zu allen Zeiten diejenigen, die sich in bestehenden Systemen eingerichtet hatten und von ihnen profitierten. Die Gegenwart allerdings ist geprägt von einer neuen Qualität der kritischen Auseinandersetzung, deren tiefe Verwurzelung in unserer Gesellschaft auch diejenigen einschließt, die von Fortschritten eigentlich profitieren. Das



Harald Welzer und die Tiefenprägung

8. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Ökologismus, Wissenschaft

170px-Roemerberggespraeche-2011-ffm-harald-welzer-095Ein bemerkenswerter Disput, über die Frage, ob wir Wachstum bräuchten, fand am 26.09.2013 in Berlin statt. Eingeladen hatte die Heinrich Böll Stiftung und die Gäste waren Harald Welzer und Ralf Füchs. In Berlin trafen sie sich also diesen beiden grünen Vordenker, nur ein paar Tage nach der Bundestagswahl, und sprachen über ihre Vorstellungen einer Gesellschaft ohne, oder mit gesteuerten Wachstum. Vordergründig jedenfalls, eigentlich ging es aber um Weltbilder, bei denen es trotz der scheinbar ansonst unvereinbaren Positionen auch Gemeinsamkeiten gab, welche sich hauptsächlich auf Überzeugungen gründen wie sie beispielsweise in The Limits to Growth beschrieben werden. Die Behauptungen aus dieser vom Club of Rome beauftragten Studie, auch dessen Update, gelten hinsichtlich der konkreten Zukunftsbeschreibungen zwar weitestgehend als widerlegt, was aber die Diskutanten nicht daran hindert, von der Richtigkeit des gedanklichen Ansatzes, wonach die Menschheit gewissermaßen ein Schmarotzer der Natur ist, auszugehen.

Welzer meint, unsere moderne Industriegesellschaft hat bei den Menschen eine Tiefenprägung verursacht, wonach wir nur noch fähig sind in den Gegebenheiten dieser Gesellschaft zu denken und spricht sich für ein anderes Kulturmodell aus. Eines was mit dem etwas altmodischen Wort Genügsamkeit noch völlig unzureichend umschrieben wird. Ja geht sogar noch bis hin zu Selbsthass wenn er meint:

„Ich



Fundis sind sie alle, die Grünen

2. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Blog, Ökologismus

apokalyptische-reiter-stefan-klinkigtIn einem SPON-Artikel wird von Jürgen Trittin vermeldet, dass dieser sehr erstaunt ist über die Kritik die aus Südwesten nun immer deutlicher seine Person erreicht, auch und vor allem an seinen Steuerplänen, die ja zu einem nicht unerheblichen Teil zur Niederlage bei der Bundestagswahl beigetragen haben sollen:

„Um Legendenbildung entgegenzutreten: Das Steuerkonzept, das erstmals 2011 auf dem Parteitag in Kiel beschlossen wurde, war sehr eng mit der Stuttgarter Staatskanzlei abgestimmt.“

Kann sein, dass sich hier Trittin die Wahrheit etwas zurechtbiegt, und möglicherweise die Übereinstimmungen mit Stuttgart doch nicht so eng waren, oder das Wahlkampfkonzept noch über die Beschlüsse von 2011 hinausgehen; um diese Feinheiten brauchen wir uns nicht kümmern, die Frage ist vielmehr, widersprechen die Südwestdeutschen GRÜNEN grundsätzlich Trittins Vorstellungen von der Reformierung des Steuerrechts. Wenn man sich die Reden auf den grünen Länderrat anschaut, bekommt man diese Darstellung nicht bestätigt, vielmehr geht es darum wie diese Steuerpläne im Wahlkampf präsentiert worden.

Schnell sind nun die Medien dabei, die alten Bezeichnungen für die verschiedenen Flügel der GRÜNEN herauszukramen: Realos und Fundis. Und selbst in der Ökopartei scheut man sich nicht vor diesen Bezeichnungen, die allerdings schon immer falsch waren. Ein gemeinsames Ziel eint nämlich alle: Die große Transformation hin zu



Leggewie, die Nachhaltigkeit und der Verfassungsschutz

5. September 2013 | Von | Kategorie: Blog, Nachhaltigkeit, Ökologismus

220px-Flickr_-_boellstiftung_-_Claus_Leggewie,_Leiter_des_Kulturwissenschaftlichen_Instituts_Essen_(1)Claus Leggewie hatte sich als Mitglied im WBGU für die Berufung von Schellnhuber eingesetzt und einer Antwort auf Dirk Maxeiner auch deutlich hervorgehoben, dass die „Große Transformation“ keine Ökodiktatur zum Ziel hat. Soweit so gut, oder so schlecht, wie man will. Um so erstaunter war ich aber, als ich nun in NOVO ARGUMENTE einen Beitrag von Leggewie lesen konnte, in dem es vorrangig um den Verfassungsschutz geht, was man aber mit nicht sehr großer Phantasie auf andere, angestrebte, Institutionen anwenden kann.

So kam denn Erhard Denninger in dem von ihm herausgegebenen, materialreichen Band „Freiheitliche demokratische Grundordnung“ zu dem Resümee: „Auch künftig wird nicht etwa die fdGO-Formel die Praxis steuern, sondern umgekehrt werden die aktuellen Bedürfnisse der politischen Ausgrenzungspraxis den Inhalt der juristischen Formel füllen.“ [8]

Der ganze Streit um den Inhalt der Formel geht, analytisch betrachtet, am eigentlichen Problem vorbei. Mit Hilfe der fdGO-Formel lässt sich Verfassungsfeindschaft rein inhaltlich bestimmen, und zwar als „Verstoß“ gegen bestimmte Prinzipien der Verfassung. Außerdem ermöglicht es diese Formel, siehe Grundrechteverwirkung und Parteiverbot, den an sich völlig legalen Gebrauch der Grundrechte in deren „Missbrauch“ umzudeuten. So wird unter Berufung auf eine höhere Legitimität der Grundordnung die „bloße“ Legalität sogenannter Extremisten in Frage gestellt